XPeng legt laut dem Portal 36Kr Auto seine vier Produktlinien zu zwei zusammen. Der chinesische Elektroautobauer bündelt Limousinen, große SUVs und Auslandsmodelle künftig in einer Linie, nur die günstige Mona-Reihe bleibt eigenständig. Hinter dem Umbau steht ein Halbjahresverlust von rund 410 Millionen Euro bei stagnierendem Absatz.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenUm genau 114 Autos wuchsen die Auslieferungen von XPeng im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahr, auf 103.295 Fahrzeuge.[2] Nun zieht der Hersteller organisatorische Konsequenzen: Aus den Produktlinien F, D, I und G werden G und D, berichtet 36Kr Auto unter Berufung auf Branchenkreise. IT Home griff die Meldung am 28. September auf.[1] Offiziell bestätigt hat XPeng den Umbau bislang nicht.
Das Wichtigste in Kürze
- XPeng fasst laut 36Kr Auto seine vier Produktlinien zu zwei zusammen: G für große Modelle, Limousinen und Auslandsautos, D für die Mona-Reihe.
- Im ersten Halbjahr 2026 sank der Umsatz um 3,8 Prozent, der Nettoverlust stieg um 173 Prozent auf rund 410 Millionen Euro.
- Konkurrent Li Auto hatte zwei seiner Produktlinien bereits im Dezember 2025 zusammengelegt.
- Für Europa lässt XPeng drei Modelle bei Magna Steyr in Graz bauen und umgeht so den EU-Zoll von 30,7 Prozent auf Elektroautos aus China.
Warum legt XPeng seine Produktlinien zusammen?

Eine Produktlinie arbeitet bei chinesischen Autobauern wie ein Unternehmen im Unternehmen. Jede Linie definiert ihre Modelle, plant Ausstattung und Preise und verantwortet das Ergebnis. Bei XPeng liefen vier solche Einheiten nebeneinander: G für große SUVs wie GX und G9L, F für die Limousinen der P-Reihe, D für die Mona-Modelle und I für Auslandsprodukte.[1] Die Folge waren Modelle, die sich in Größe und Preis gegenseitig Kunden abnahmen.
Die Bilanz gibt den Takt vor. Trotz neuer Modelle wie P7+, G7 und GX sank der Umsatz im ersten Halbjahr um 3,8 Prozent. Der Nettoverlust wuchs um 173 Prozent auf 3,12 Milliarden Yuan, zum EZB-Referenzkurs vom 25. September (1 Yuan = 0,1306 Euro) rund 410 Millionen Euro.[1] Laut dem Portal Phoenix Tech trug die Mona-Reihe von Januar bis August mehr als ein Drittel der Verkäufe.[3] Die günstige Linie bleibt deshalb eigenständig, alle übrigen Modelle ordnet XPeng der G-Linie zu.
XPeng verteilt auch die Zuständigkeiten neu. Der bisherige Chef der F-Linie verantwortet ohne Rangverlust die Produktdefinition der G-Linie. Der frühere Leiter der Auslandslinie kümmert sich um das Auslandsgeschäft, allerdings ohne den Verkauf der Auslandsmodelle.[1] Mit dem Umbau will XPeng Entwicklungskosten senken und Preiskonflikte zwischen eigenen Modellen vermeiden.
Folgt XPeng einem Muster der Branche?
Li Auto ging diesen Weg schon vor neun Monaten. Nach dem Abgang eines Produktlinienchefs legte der Hersteller im Dezember 2025 seine erste und zweite Produktlinie zusammen.[4] Hinzu kommt ein schrumpfender Heimatmarkt: Von Januar bis zum 20. September verkauften Chinas Autohändler 21 Prozent weniger Pkw als im Vorjahr, die Hersteller exportieren deshalb immer mehr Autos.
Der Preiskampf engt den Spielraum zusätzlich ein. Peking will die Rabattschlacht bremsen und reguliert inzwischen sogar die Auslandspreise seiner Autobauer. XPeng selbst fiel in diesem Preiskrieg stärker zurück als die übrigen Newcomer. Unter den jungen Herstellern schreibt Leapmotor Gewinn, während die Rivalen Geld verbrennen.
Vier Produktlinien bedeuten vier Budgets, die um dieselben Kunden werben. Mit dem Umbau gesteht XPeng ein, dass die breite Modellpalette mehr Verluste als Käufer gebracht hat.
— Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Was bedeutet der Umbau für Europa?
Die Auslandsmodelle verlieren ihre eigene Produktlinie, künftig verantwortet die G-Linie auch die Autos für Europa. Einen Teil davon baut XPeng bereits in Österreich: Magna Steyr fertigt in Graz die Modelle G6, G9 und P7+, ein viertes Modell ist angekündigt.[5] Die Fertigung in der EU spart XPeng Geld an der Grenze. Auf Elektroautos von XPeng aus China erhebt Brüssel einen Ausgleichszoll von 20,7 Prozent, zusammen mit dem regulären Einfuhrzoll fallen 30,7 Prozent an.[6] Denselben Weg geht der Hersteller GAC, der seine Elektroautos ebenfalls in Österreich bauen lässt. In Großbritannien übernimmt XPeng den Vertrieb inzwischen selbst.
Flottenkunden und Händler in der DACH-Region sollten die Modellplanung genau verfolgen. Eine gestraffte Produktlinie deutet auf weniger Varianten hin. Auslaufmodelle verlieren erfahrungsgemäß schneller an Wert. Vor dem Leasing eines XPeng lohnt deshalb die Frage nach Softwareupdates und Ersatzteilen über die volle Laufzeit. Wie stark Stromer im Preis nachgeben, zeigt unser Überblick zum Wertverlust von Elektroautos. Für Volkswagen bleibt XPeng als Technikpartner wichtig: Der chinesische Hersteller liefert die Elektronik-Architektur für VWs E-Autos in China.
Was ändert sich bei den Produktlinien von XPeng?
Laut 36Kr Auto fasst XPeng seine vier Produktlinien F, D, I und G zu zwei zusammen. Die G-Linie übernimmt Limousinen, große SUVs und Auslandsmodelle, die D-Linie bleibt für die günstige Mona-Reihe zuständig. Offiziell bestätigt hat XPeng den Umbau bislang nicht.
Warum baut XPeng seine Organisation um?
Der Absatz stagniert: Im zweiten Quartal 2026 lieferte XPeng 103.295 Autos aus, kaum mehr als im Vorjahr. Im ersten Halbjahr sank der Umsatz um 3,8 Prozent, der Nettoverlust stieg auf rund 410 Millionen Euro. Weniger Linien sollen Kosten senken und Preiskonflikte zwischen eigenen Modellen vermeiden.
Welche XPeng-Modelle werden in Europa gebaut?
Magna Steyr fertigt in Graz die Modelle G6, G9 und P7+ für den europäischen Markt, ein viertes Modell ist angekündigt. Die Produktion in Österreich erspart XPeng den EU-Zoll von insgesamt 30,7 Prozent auf Elektroautos aus China.
Quellen
[1] IT Home (IT之家): „消息称小鹏汽车整合产品线,四条变两条“
[2] XPeng: „XPENG Reports Second Quarter 2026 Unaudited Financial Results“
[3] Phoenix Tech (凤凰网科技): „小鹏也开始整合,4条产品线变2条“
[4] Jiemian (界面新闻): „理想汽车合并第一、二产品线“
[5] Land Steiermark: „XPENG baut viertes Modell bei MAGNA Steyr in Graz“
[6] EUR-Lex: „Durchführungsverordnung (EU) 2024/2754 über endgültige Ausgleichszölle auf Elektrofahrzeuge aus China“
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