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Der Rohstoffhändler Trafigura kauft dem US-Unternehmen EnergyX über zehn Jahre 100.000 Tonnen Lithium ab. Gefördert wird davon frühestens 2028, in Chile und Texas. Mit dem Vertrag will EnergyX vor allem einen Kredit der US-Exportbank sichern. Nach demselben Muster kam Vulcan am Oberrhein an sein Geld.

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„Eine langfristige Kaufzusage eines Partners von der Größe und Bonität Trafiguras zeigt, dass der Markt das Produkt von EnergyX will“, sagt EnergyX-Gründer Teague Egan. Am 12. Oktober meldete Trafigura den bindenden Abnahmevertrag über batterietaugliches Lithium.[1] Die Anlagen, aus denen das Lithium kommen soll, stehen noch nicht.

Das Wichtigste in Kürze

  • Trafigura nimmt EnergyX in zehn Jahren 100.000 Tonnen Lithiumcarbonat und Lithiumhydroxid ab.
  • EnergyX beziffert den Wert bei heutigen Preisen auf mehr als 2 Milliarden Dollar, rund 1,7 Milliarden Euro.
  • Der Vertrag ist Voraussetzung für Kredite der US-Exportbank EXIM und weiterer Projektfinanzierer.
  • Vulcan Energy finanzierte sein Lithiumprojekt am Oberrhein 2025 auf demselben Weg, mit Glencore als letztem Abnehmer.

Was kauft Trafigura genau?

Schale mit Zucker, „VERKAUFT“-Fahne und „LIEFERUNG 2028“-Etikett vor hellem Hintergrund
Trafigura übernimmt 66 Prozent von Chiles Black-Giant-Projekt (Start 2028) und 30 Prozent von Lonestar in Texas (Start 2029) zur Batterieproduktion in den USA

Aus dem Projekt Black Giant in der chilenischen Region Antofagasta übernimmt Trafigura 66 Prozent der ersten Ausbaustufe, als Lithiumcarbonat.[1] Vom Projekt Lonestar in Texas gehen 30 Prozent der ersten Stufe an den Händler, als Lithiumhydroxid. Die Produktion soll in Chile 2028 starten, in Texas 2029. Einen großen Teil der Mengen will Trafigura an Batteriewerke in den USA liefern.

Die beiden Produkte bedienen verschiedene Zellchemien: Aus Lithiumcarbonat entstehen meist LFP-Kathoden für günstige Autos und Stromspeicher, Hydroxid geht in nickelreiche Zellen für Autos mit großer Reichweite. EnergyX gewinnt den Rohstoff per Direktextraktion aus salzhaltigem Wasser, ohne monatelange Verdunstung in Becken.

Warum braucht ein Lithiumprojekt einen Händler?

Banken geben Geld für den Bau einer Anlage erst, wenn der Absatz gesichert ist. Trafigura nennt den Vertrag ausdrücklich eine Voraussetzung für die Finanzierung durch die Export-Import-Bank der USA.[1] Egan spricht von der „Planbarkeit der Einnahmen“, die Kreditgeber und Investoren vor einer Zusage sehen wollen.

Das Risiko liegt beim Preis. Batterietaugliches Lithiumcarbonat kostete 2022 umgerechnet rund 55.000 Euro je Tonne und 2025 noch etwa 8.000 Euro, wie das Dr.-Web-Dossier zum Weltmarkt für Lithium zeigt. Im September meldeten Branchendienste wieder gut 17.000 Euro, angetrieben vor allem von großen Stromspeichern. Ein Handelshaus wie Trafigura kann solche Schwankungen tragen, weil das Unternehmen die Mengen an viele Kunden weiterverkauft. Im März hatte Trafigura bereits 80.000 Tonnen Lithiumcarbonat vom US-Projekt Smackover Lithium gesichert.

Beim Lithium entscheidet heute oft ein Rohstoffhändler, ob eine Anlage gebaut wird. Erst die Unterschrift des Händlers macht den Kredit möglich.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Der Lithiumvertrag von Trafigura und EnergyX
Abnahme aus zwei Projekten, die noch nicht produzieren, Stand 14. Oktober 2026
100.000 t
batterietaugliche Lithiumprodukte kauft Trafigura in zehn Jahren ab
rund 1,7 Mrd. €
Vertragswert laut EnergyX bei heutigen Preisen (über 2 Mrd. Dollar, Kurs 0,87)
66 %
der ersten Ausbaustufe in Chile gehen an Trafigura, als Lithiumcarbonat
30 %
der ersten Ausbaustufe in Texas gehen an Trafigura, als Lithiumhydroxid
2028 und 2029
will EnergyX die kommerzielle Produktion in Chile und Texas starten

Was bedeutet das für Lithium aus Europa?

Vulcan Energy ging 2025 denselben Weg. Der Schweizer Rohstoffkonzern Glencore sagte im Oktober 2025 die Abnahme von 36.000 bis 44.000 Tonnen Lithiumhydroxid über acht Jahre zu.[2] Vulcan nannte das den letzten Abnahmevertrag, der für die Finanzierung der ersten Ausbaustufe noch fehlte. Weitere Abnehmer sind Stellantis, Umicore und LG Energy Solution. Im Mai 2026 schloss Vulcan die Finanzierung über 2,2 Milliarden Euro ab, ab 2028 soll das Werk im Industriepark Höchst jährlich 24.000 Tonnen Lithiumhydroxid liefern.

Auch Neptune Energy will in der Altmark Lithium aus Thermalwasser gewinnen und steht mit vier weiteren Batterievorhaben auf der Liste strategischer EU-Projekte. Der Status beschleunigt Genehmigungen, bringt aber kein Geld aus Brüssel. Ohne feste Abnehmer bleibt die Finanzierung deshalb offen.

Für Einkäufer von Batteriespeichern und Elektroflotten heißt das: Die Rohstoffpreise schwanken weiter und neue Fördermengen kommen erst ab 2028 auf den Markt. Lassen Sie sich bei größeren Aufträgen gerne erklären, wie der Lieferant den Lithiumpreis absichert, und vereinbaren Sie Preisgleitklauseln mit einer klaren Obergrenze.

Quellen

2 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. TrafiguraTrafigura signs 10-year lithium offtake agreement with EnergyX12.10.2026
  2. Vulcan Energy ResourcesVulcan signs binding lithium offtake agreement with Glencore, ASX-Mitteilung13.10.2025

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