Im Beisein von Energieminister Alparslan Bayraktar unterschrieb die türkische Forschungsbehörde TENMAK am 7. September eine Absichtserklärung mit dem dänischen Start-up Copenhagen Atomics. Ankara will aus den eigenen Thoriumvorkommen Kernbrennstoff herstellen und eines Tages exportieren. Seit mehr als 60 Jahren gilt der Stoff als Energie von morgen, ein kommerzielles Kraftwerk läuft bis heute nirgends.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenDas Metall steckt in Indien, Brasilien und der Türkei in Hunderttausenden Tonnen Sand und ist häufiger als Uran. Für Bomben tauge Thorium nicht, sagen seine Anhänger. Den letzten Punkt sieht die Internationale Atomenergiebehörde anders, und einen der teuersten Versuche, Thorium nutzbar zu machen, hat zum größten Teil der deutsche Staat bezahlt. Diese Stoffgeschichte folgt dem Rohstoff vom Glühstrumpf über den Reaktor in Hamm-Uentrop bis zu Chinas Versuchsanlage in der Provinz Gansu.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Anlass: Die Türkei will mit Copenhagen Atomics prüfen, ob sie Thoriumbrennstoff für Flüssigsalzreaktoren selbst herstellen kann. Die türkischen Vorkommen stehen in der Länderliste der Nuklearagentur der OECD mit 374.000 Tonnen auf Platz sechs.
- Der Rohstoff: Thorium ist rund dreimal so häufig wie Uran, wird aber nirgends gezielt gefördert. Das Metall fällt beim Abbau von Monazit für Seltene Erden an, meist als radioaktiver Rückstand.
- Der Stand: Im November 2025 meldete China, dass sein Versuchsreaktor in Wuwei erstmals Thorium in spaltbares Uran-233 umgewandelt hat. Ein kommerzielles Thoriumkraftwerk läuft weltweit nirgends.
- Die deutsche Lage: Der Thoriumreaktor THTR-300 in Hamm-Uentrop steht seit 1988 still. Seit dem Insolvenzantrag des Betreibers im September 2025 ist offen, wer den Abriss bezahlt.
Bluff oder Wissen? Der Thorium-Check
1 Nach wem oder was ist Thorium benannt? Aufklappen ↓
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2 Woraus bestand der Glühstrumpf, den Carl Auer von Welsbach 1891 patentieren ließ, zu 99 Prozent? Aufklappen ↓
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3 Welcher Fürstenstaat stoppte 1947 die Ausfuhr von Monazit nach Großbritannien? Aufklappen ↓
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4 Wie viele Volllasttage lief der Thorium-Hochtemperaturreaktor THTR-300 in Hamm-Uentrop? Aufklappen ↓
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5 Wie viel Uran-233 gilt bei der Internationalen Atomenergiebehörde als signifikante Menge für eine Atombombe? Aufklappen ↓
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Was ist Thorium und wie entsteht das Metall?
Thorium ist ein schwach radioaktives Schwermetall mit der Ordnungszahl 90. Das Isotop Thorium-232 zerfällt so langsam, dass seit der Entstehung der Erde erst ein Teil davon verschwunden ist. Als Spaltstoff taugt Thorium nicht, im Reaktor wird daraus erst Uran-233 erbrütet.
Die Halbwertszeit von Thorium-232 liegt bei rund 14 Milliarden Jahren, etwa dem Dreifachen des Erdalters. Thorium gehört damit zu den Urnukliden: Die Atome, die heute in Granit, Sand und Gestein stecken, waren schon da, als sich der Planet formte. Neu entsteht auf der Erde praktisch nichts davon.
Selten ist das Metall nicht. Die World Nuclear Association schätzt, dass Thorium in der Erdkruste rund dreimal so häufig vorkommt wie Uran, andere Auswertungen kommen auf das Dreieinhalbfache.
Das wichtigste Erz ist der Monazit, ein Phosphat der Seltenen Erden, das in handelsüblichen Sanden meist 6 bis 12 Prozent Thoriumoxid enthält. Daneben kommen Thorit und Thorianit vor, beide wirtschaftlich ohne große Rolle. Monazit kristallisiert in Pegmatiten und anderen Tiefengesteinen. Verwittert das Gestein, bleibt das schwere Mineral übrig, Flüsse und Brandung sortieren die Körner nach Gewicht und lagern sie in dunklen Bändern an Stränden ab. So entstehen die Seifenlagerstätten Indiens, Brasiliens und Australiens.
Als Kernbrennstoff ist Thorium ein Brutstoff. Fängt ein Thorium-232-Kern ein Neutron ein, wird er zu Thorium-233. Daraus entsteht nach rund 22 Minuten Protactinium-233 und nach weiteren rund 27 Tagen Uran-233, das sich spalten lässt.
Für den Start braucht jeder Thoriumreaktor deshalb einen Zünder aus spaltbarem Material, also angereichertes Uran-235, Plutonium oder bereits erbrütetes Uran-233. Allein brennt Thorium nicht.
Die größten bekannten Vorkommen liegen nach den Zahlen der Nuklearagentur der OECD und der Internationalen Atomenergiebehörde, die der US-Geologiedienst USGS bis heute übernimmt, in Indien mit rund 850.000 Tonnen. Auf Indien folgen Brasilien mit rund 630.000 Tonnen sowie Australien und die USA mit je rund 600.000 Tonnen. Weltweit kommen rund 6,4 Millionen Tonnen zusammen. Die Türkei steht in der zugrunde liegenden Länderliste mit 374.000 Tonnen auf Platz sechs.
Gezielt gefördert wird Thorium nirgends. Bergbaufirmen holen Monazit wegen der Seltenen Erden aus dem Sand, das Thorium fällt nebenbei an und landet überwiegend als radioaktiver Rückstand auf Halde. Eigene Förderkosten hat der Rohstoff deshalb nicht.
Thorium ist häufiger als Uran, uralt und nur schwach radioaktiv. Als Brennstoff taugt das Metall erst, wenn ein Reaktor daraus Uran-233 erbrütet, und dafür braucht er einen Zünder aus spaltbarem Material.
Wer entdeckte Thorium und wie begann der Rausch?

Das thoriumhaltige Mineral fand ein Pfarrer 1828 auf einer norwegischen Insel, 1829 wies Jöns Jacob Berzelius darin das neue Element nach und benannte das Metall nach dem Donnergott Thor. Den ersten Rausch löste um 1890 der Glühstrumpf von Carl Auer von Welsbach aus, den zweiten in den 1960er-Jahren die Hoffnung auf einen besseren Atomreaktor.
Auf Løvøya bei Brevik fand der Pfarrer und Mineraloge Morten Thrane Esmark 1828 ein schweres schwarzes Mineral. Eine Probe gelangte zum schwedischen Chemiker Berzelius, der darin ein neues Element nachwies und 1829 beschrieb. Das Mineral heißt seither Thorit, reines Thoriummetall stellten Chemiker erst 1914 her.
Dass der Stoff strahlt, bemerkten 1898 fast gleichzeitig der deutsche Physiker Gerhard Carl Schmidt und Marie Curie in Paris.
Gefragt war Thorium da längst, allerdings nicht wegen der Strahlung. Der Wiener Chemiker Carl Auer von Welsbach ließ sich 1891 einen Glühstrumpf patentieren, der zu 99 Prozent aus Thoriumoxid und zu einem Prozent aus Ceroxid bestand. Über eine Gasflamme gestülpt, leuchtete das Gewebe hell und weiß. In Berlin entstand 1892 die Deutsche Gasglühlicht AG, im Volksmund Auergesellschaft, die das Patent bis zu seinem Ablauf im Jahr 1900 verwertete.
Straßen, Bahnhöfe und Wohnzimmer in ganz Europa leuchteten mit Auerlicht, bis die Glühbirne den Gasstrumpf verdrängte.
Den Rohstoff lieferten Strände. Monazitsand kam aus Bahia und Espírito Santo in Brasilien, ab 1909 auch aus dem indischen Fürstenstaat Travancore. Dort fand der deutsche Chemiker C. W. Schomberg den Sand, 1910 ging in Manavalakurichi eine Trennanlage in Betrieb. Im Ersten Weltkrieg verhafteten die Briten Schomberg als mutmaßlichen Spion, 1914 übernahm eine Londoner Firma das Werk.
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1828/1829 | Esmark findet das Mineral auf Løvøya, Berzelius beschreibt das Element |
| 1891 | Auer von Welsbach patentiert den Glühstrumpf mit 99 Prozent Thoriumoxid |
| 1910 | Monazit-Trennanlage in Manavalakurichi, Travancore |
| 1965–1969 | Molten Salt Reactor Experiment in Oak Ridge, USA |
| 1967–1988 | Kugelhaufenreaktor AVR in Jülich mit Thorium im Brennstoff |
| 1977–1982 | Leichtwasserbrüter Shippingport erbrütet mit Thorium |
| 1983–1988 | THTR-300 in Hamm-Uentrop, nach 423 Volllasttagen abgeschaltet |
| 2023–2025 | Chinas Versuchsreaktor TMSR-LF1 wird kritisch und wandelt Thorium in Uran-233 um |
Der zweite Rausch begann im US-Atomforschungszentrum Oak Ridge. Unter Direktor Alvin Weinberg lief dort von 1965 bis 1969 das Molten Salt Reactor Experiment, ein Reaktor, dessen Brennstoff in geschmolzenem Salz gelöst war. Im Oktober 1968 fuhr der Chef der Atomenergiekommission, Glenn Seaborg, die Versuchsanlage als ersten Reaktor der Welt mit Uran-233 an. Einen Brutmantel aus Thorium hatte die Anlage allerdings nie.
Deutschland setzte auf ein anderes Prinzip, den Kugelhaufenreaktor. Der AVR in Jülich lief von 1967 bis 1988 mit Brennelementkugeln, die neben Uran auch Thorium enthielten, rund 1.360 Kilogramm davon in etwa 100.000 Kugeln. Der größere Nachfolger in Hamm-Uentrop sollte die Technik zur Marktreife bringen und wurde zum teuersten Projekt der deutschen Thoriumgeschichte.
Erst machte Thorium das Gaslicht hell, dann sollte das Metall die Atomkraft verbessern. An beiden Anläufen waren deutsche Firmen und Forscher beteiligt, von der Berliner Auergesellschaft bis zum Kugelhaufenreaktor in Jülich.
Wie hat Thorium die Weltkarte verändert?

Um Thorium stritten nach 1945 London, Washington und das junge Indien, denn der Stoff galt als möglicher Bombenrohstoff. Indien und Brasilien sperrten ihre Sande für den Export. Heute entscheidet China über den Weg des Erzes, weil der größte Teil des Monazits in chinesischen Trennanlagen landet.
Ein Fürstenstaat und sein Strand
Travancore an der Südspitze Indiens war vor dem Zweiten Weltkrieg die wichtigste Monazitquelle der Welt, mit rund 3.000 Tonnen im Jahr.
Nach Hiroshima begriff der Diwan des Fürstenstaats, C. P. Ramaswami Iyer, was an seinen Stränden lag. 1945 schrieb er, Thorium tauge für Atombomben und werde Travancore in der Welt ganz nach oben bringen, so zitiert ihn der Journalist Sandeep Bamzai in seinem Buch „Princestan“. Im September 1946 stellte der Fürstenstaat das Staatseigentum an den Sanden wieder her.
Anfang 1947 vereinbarte Travancore mit dem britischen Versorgungsministerium den Verkauf von 9.000 Tonnen Monazit über drei Jahre. Im Gegenzug sollten die Briten eine Thorium-Verarbeitungsanlage liefern.
Am 11. Juni 1947 erklärte Iyer, Travancore werde weder Indien noch Pakistan beitreten. Sechs Wochen später überlebte er ein Messerattentat, am 30. Juli trat der Fürstenstaat doch der Indischen Union bei.
Seit September 1947 galt nach einem Vermerk des US-Außenministeriums ein vollständiges Exportverbot für Monazit aus Travancore. Großbritannien hatte bis dahin rund 700 Tonnen verschifft, die versprochene Anlage blieb aus.
Im April 1948 stellte das indische Parlament mit dem Atomic Energy Act den Export radioaktiver Stoffe unter Kontrolle der Zentralregierung.
Washington traf der Stopp empfindlich. Die USA brauchten nach demselben Vermerk rund 5.000 Tonnen Monazit im Jahr, Brasilien lieferte nur etwa 2.000.
Weizen gegen Sand
Mit Brasilien hatten die USA im Juli 1945 ein geheimes Abkommen über 3.000 Tonnen Monazit im Jahr geschlossen, geliefert wurde anfangs nur rund ein Drittel davon. 1954 versuchte Washington einen Tausch: Brasilien sollte rund 100.000 Tonnen US-Weizen kaufen, im Gegenzug sollte über Monazitlieferungen verhandelt werden. Die Gespräche platzten im November 1954. Zwei Jahre später deckte ein Untersuchungsausschuss des brasilianischen Parlaments illegale Exporte von Atomrohstoffen in die USA auf, Präsident Kubitschek ließ die Exportverträge kündigen.
Am 15. April 1955 zündeten die USA in Nevada beim Test MET erstmals einen Bombenkern aus Uran-233 und Plutonium. Durchgesetzt hat sich der Thoriumpfad in der Rüstung trotzdem nie. Uran-233 ist stets mit Spuren von Uran-232 verunreinigt, dessen Zerfallsprodukte harte Gammastrahlung abgeben. Bomben aus Plutonium waren einfacher zu handhaben.
Die Internationale Atomenergiebehörde stuft Uran-233 dennoch als direkt waffenfähig ein. Als „signifikante Menge“ setzt die Behörde für Uran-233 eine Schwelle von 8 Kilogramm an, für Uran-235 in hoch angereichertem Uran 25 Kilogramm.
| Jahr | Land | Wendepunkt |
|---|---|---|
| 1945 | Brasilien und USA | Geheimes Monazitabkommen über 3.000 Tonnen im Jahr |
| 1947 | Travancore und Indien | Exportstopp für Monazit, Beitritt zur Indischen Union |
| 1948 | Indien | Atomic Energy Act stellt radioaktive Stoffe unter Kontrolle des Zentralstaats |
| 1955 | USA | Test MET mit erstem Bombenkern aus Uran-233 und Plutonium |
| 1956 | Brasilien | Untersuchungsausschuss zu illegalen Exporten, Verträge gekündigt |
| 2025 | China | Shanghai-Institut meldet die Umwandlung von Thorium in Uran-233 im Versuchsreaktor Wuwei |
| 2026 | Türkei | Absichtserklärung mit Copenhagen Atomics über heimischen Thoriumbrennstoff |
Chinas Vorsprung
Ein Kartell wie die Opec existiert für Thorium nicht, den Engpass bildet die Verarbeitung. Nach dem US-Geologiedienst ist China der größte Importeur von Monazit, die Ware kommt vor allem aus Nigeria, Madagaskar, Thailand und Indonesien.
Im ersten Halbjahr 2026 führte China nach Zolldaten 37.025 Tonnen Erz ein, das der Zoll als Thoriumerz erfasst, 38 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
Die Chinesische Akademie der Wissenschaften startete das Programm für Flüssigsalzreaktoren 2011 mit umgerechnet rund 313 Millionen Euro. Der Versuchsreaktor TMSR-LF1 in Wuwei in der Provinz Gansu leistet 2 Megawatt Wärme und wurde am 11. Oktober 2023 erstmals kritisch.
Im Oktober 2024 kam Thorium in den Kreislauf, am 1. November 2025 meldete das betreibende Shanghai-Institut für angewandte Physik die erste Umwandlung von Thorium in Uran-233. Eine Anlage mit 10 Megawatt Strom soll um 2030 folgen, eine Demonstrationsanlage mit 100 Megawatt Wärme bis 2035.
Indien verfolgt seit den 1950er-Jahren das Drei-Stufen-Programm von Homi Bhabha, das am Ende auf Thorium hinausläuft. Die zweite Stufe begann erst am 6. April 2026: Der schnelle Brüter in Kalpakkam wurde kritisch, 22 Jahre nach Baubeginn. Sein Brutmantel soll Thorium in Uran-233 umwandeln.
Am 7. September 2026 unterzeichnete die staatliche Forschungsbehörde TENMAK in Istanbul eine Absichtserklärung mit dem dänischen Start-up Copenhagen Atomics. Geprüft werden soll, ob die Türkei Thoriumverbindungen in Brennstoffqualität für Flüssigsalzreaktoren herstellen kann. Energieminister Alparslan Bayraktar versprach, die Türkei werde beim Brennstoff nicht mehr von ausländischen Quellen abhängen und solle sich als Lieferant auf dem Weltmarkt etablieren.
Warum ist Thorium für die Weltwirtschaft so wichtig?

Als Handelsware spielt Thorium eine Nebenrolle: Die USA importierten 2025 rund fünf Tonnen Thoriumverbindungen. Bedeutung gewinnt der Stoff auf zwei Umwegen: als radioaktiver Ballast der Seltenen Erden und als Ausgangsstoff für eine Krebstherapie, deren Nachschub weltweit knapp ist.
Eine Börse für Thorium existiert nicht, ebenso wenig ein veröffentlichter Marktpreis. Der US-Geologiedienst behilft sich mit Einfuhrwerten. Thoriumverbindungen aus Frankreich kosteten US-Importeure 2025 im Schnitt umgerechnet rund 23 Euro je Kilogramm, 2023 kam Ware aus Indien auf rund 66 Euro. Für 2025 schätzt der USGS den gesamten Importwert auf rund 105.000 Euro, gerechnet bis Juli. Für eine Volkswirtschaft mit rund 340 Millionen Einwohnern ist das ein Kleinstbetrag.
Die Einfuhren stammten von 2021 bis 2024 zu 51 Prozent aus Frankreich und zu 47 Prozent aus Indien. Monazit bezogen die USA in diesen Jahren vollständig aus China.
Ökonomisch hängt Thorium am Markt für Seltene Erden. Der USGS formuliert das nüchtern: Ohne die Nachfrage nach Seltenen Erden würde Monazit wohl nicht wegen seines Thoriums gefördert. Jeder neue Permanentmagnet für Windradgeneratoren und Elektroautomotoren lässt deshalb auch die Menge an Thorium wachsen, die irgendwo gelagert werden muss. Europas Abhängigkeit von China beschreibt eine eigene Stoffgeschichte über die leichten Seltenen Erden.
Aus Thorium-229 entsteht Actinium-225, ein Alphastrahler für die gezielte Bekämpfung von Tumoren. Das Thorium-229 stammt aus Uran-233, das die USA in den 1960er-Jahren für das Atomprogramm erbrütet hatten.
2018 reichten die drei Anlagen, die weltweit Actinium-225 aus Thorium-229 gewinnen, für weniger als 100 Patienten im Jahr, schrieb das US-Energieministerium, gedeckt waren damit 2 bis 4 Prozent des möglichen Bedarfs.
Im Mai 2025 holte Isotek, ein Dienstleister des US-Energieministeriums, mehr als 15 Gramm Thorium-229 aus den Altbeständen für die Firma TerraPower, die seit Oktober 2024 Actinium-225 im kommerziellen Maßstab herstellt.
Eine weitere, noch junge Anwendung beschreibt die Fachzeitschrift Nature vom 7. Oktober 2026. Ein Team um Thorsten Schumm von der TU Wien stellte die erste Kernuhr vor, die 24 Stunden lang ohne Eingriff lief, im selben Heft stellte ein chinesisches Team eine eigene Kernuhr vor. Taktgeber ist ein Übergang im Atomkern von Thorium-229, der sich mit Laserlicht anregen lässt. Genauer als die besten Atomuhren ist der Prototyp noch nicht.
Hersteller ersetzen die radioaktive Zutat, wo immer das geht. Für 2025 schätzt der USGS den US-Verbrauch an Thoriumverbindungen auf 3,5 Tonnen.
In Deutschland zählen beim Thorium vor allem die Altlasten: die Brennelementkugeln aus Jülich und der stillgelegte Reaktor in Hamm-Uentrop.
Thorium hat keinen Marktpreis und kaum Umsatz. Seine Bedeutung kommt aus dem Bergbau auf Seltene Erden, aus der Krebsmedizin und aus der Hoffnung auf eine neue Generation von Reaktoren.
In welchen Produkten steckt Thorium und was verschwindet ohne das Metall?

Thorium steckt in Schweißelektroden, Mikrowellen-Magnetrons, Speziallampen und alten Glühstrümpfen, in der Regel als Thoriumoxid. Fiele der Rohstoff aus, müssten vor allem Hersteller von Magnetrons und Speziallampen umstellen, für den Rest existiert Ersatz. Knapp würde das Ausgangsmaterial für die Krebsmedizin und für die Kernuhr.
Wo Thorium steckt
Unter den ersetzbaren Anwendungen hielt sich Thorium am längsten in der Werkstatt. Beim Wolfram-Inertgas-Schweißen, kurz WIG, brennt der Lichtbogen an einer Elektrode aus Wolfram. Die rot markierte Sorte WT20 enthält 2 Prozent Thoriumoxid, das den Lichtbogen leichter zünden und stabiler brennen lässt. Das deutsche Strahlenschutzgesetz führt das Schleifen thorierter Schweißelektroden in seiner Anlage 3 als eigenes Tätigkeitsfeld, neben Glühstrümpfen, thoriumhaltiger Optik und thorierten Legierungen.
In der Küche sitzt Thorium im Magnetron des Mikrowellenherds, das die Mikrowellen erzeugt. Auch Metallhalogenidlampen, wie sie in Stadien und Hallen leuchten, enthalten Thorium.
Optikhersteller dampften früher Thoriumfluorid auf Linsen, um Reflexionen zu mindern, und mischten Thoriumoxid in Gläser mit besonders hoher Brechkraft. Glühstrümpfe für Campinglampen bestehen heute meist aus Yttriumoxid. In der Chemie dient Thoriumoxid als Katalysator, in der Keramik als hitzebeständiger Werkstoff. Thoriumoxid schmilzt erst bei über 3.300 Grad Celsius und hat damit den höchsten Schmelzpunkt aller Oxide.
| Produkt | Rolle des Thoriums | Ersatz |
|---|---|---|
| WIG-Schweißelektrode WT20 | 2 Prozent Thoriumoxid für stabilen Lichtbogen | Ceroxid, Lanthanoxid, Yttriumoxid, Zirkonoxid |
| Glühstrumpf | ursprünglich 99 Prozent Thoriumoxid | Yttriumoxid |
| Optische Beschichtung | Thoriumfluorid gegen Reflexionen | Yttriumfluorid |
| Magnetron im Mikrowellenherd, Metallhalogenidlampe | Zusatz in Kathode oder Elektrode | USGS nennt keinen Ersatz |
| Magnesiumlegierung in der Luftfahrt | Thorium als Legierungszusatz | Magnesium mit Lanthanoiden, Yttrium und Zirkon |
| Krebstherapie mit Actinium-225 | Thorium-229 als Ausgangsstoff | Beschleunigerverfahren im Aufbau |
Was ohne Thorium fehlen würde
Bei den meisten Stoffgeschichten endet dieses Kapitel mit einer langen Liste von Dingen, die ohne den Rohstoff stillstehen. Beim Thorium fällt die Liste kurz aus, weil die Industrie den Stoff seit Jahrzehnten gezielt ersetzt. Der USGS zählt die Ersatzstoffe auf: Yttrium im Glühstrumpf, Oxide von Cer, Lanthan, Yttrium oder Zirkon in der Schweißelektrode, Yttriumfluorid in der Optik. Grund für den Ausstieg ist die Radioaktivität, nicht die Knappheit.
Ein Lieferstopp träfe den Alltag deshalb nur am Rand. Schweißbetriebe, die noch WT20 nutzen, müssten auf cerierte oder lanthanierte Elektroden umstellen.
Schwer zu ersetzen ist Thorium in der Medizin. Actinium-225 lässt sich außer aus Thorium-229 nur mit Teilchenbeschleunigern herstellen, deren Verfahren das US-Energieministerium gerade entwickelt. Und die Kernuhr funktioniert nur mit Thorium-229, weil kein anderer bekannter Atomkern einen Übergang hat, den ein Laser anregen kann. Als Kernbrennstoff fehlt Thorium nirgends, weil der Stoff in keinem kommerziellen Kraftwerk je eine Rolle gespielt hat.
Wie setzt sich der Preis von Kernbrennstoff zusammen?

Ein Kilogramm fertiger Uranbrennstoff kostete nach der Musterrechnung der World Nuclear Association 1.486 Euro. Gut die Hälfte davon entfällt auf das Uranerz, knapp ein Viertel auf die Anreicherung. Thorium würde diese Rechnung verschieben, aber nicht so stark, wie seine Befürworter versprechen.
Ein Thorium-Endprodukt mit Ladenpreis existiert nicht, und Strom aus Thorium verkauft heute niemand. Der sinnvollste Vergleich ist deshalb der Brennstoff, den Thorium ersetzen soll. Die World Nuclear Association rechnet für ein Kilogramm Urandioxid-Brennstoff mit Preisen vom September 2021 vor, wie sich die Kosten aufteilen. Wir haben ihre Dollarwerte mit dem Referenzkurs der Europäischen Zentralbank vom 13. Oktober 2026 umgerechnet, ein Euro entsprach 1,1188 Dollar.
| Posten | Menge | Kosten | Anteil |
|---|---|---|---|
| Uranerzkonzentrat | 8,9 kg U3O8 | 753 Euro | 51 % |
| Konversion | 7,5 kg Uran | 107 Euro | 7 % |
| Anreicherung | 7,3 Trennarbeitseinheiten | 358 Euro | 24 % |
| Brennelementfertigung | 1 kg | 268 Euro | 18 % |
| Summe | 1.486 Euro | 100 % |
Ein Kilogramm dieses Brennstoffs liefert bei üblichem Abbrand rund 360.000 Kilowattstunden Strom. Der Brennstoff kostet damit rund 0,41 Cent je Kilowattstunde. Bei neuen Kernkraftwerken macht er nach der WNA nur 15 bis 20 Prozent der Stromgestehungskosten aus, bei abgeschriebenen Anlagen 30 bis 40 Prozent. Den Löwenanteil verschlingt der Bau.
Das Geld fließt zum größten Teil an Bergbaukonzerne und Förderländer, der zweitgrößte Posten an die wenigen Anreicherer der Welt, zu denen Urenco mit seiner Anlage im westfälischen Gronau gehört. Rund ein Fünftel bleibt bei den Herstellern der Brennelemente. Wie sich der Markt für den Hauptbestandteil seit der Rückkehr der Atomkraft entwickelt, beschreibt die Stoffgeschichte über Uran.
Steuern auf den Brennstoff selbst fallen in Deutschland seit dem Auslaufen der Kernbrennstoffsteuer 2016 nicht mehr an, seit April 2023 läuft hier ohnehin kein Kernkraftwerk mehr.
Thorium würde zwei Posten verkleinern. Das Rohmaterial ist billig, Thoriumverbindungen kosteten US-Importeure 2025 rund 23 Euro je Kilogramm. Angereichert werden muss das Thorium selbst nicht. John Kutsch von der Lobbygruppe Thorium Energy Alliance wirbt genau damit: Thorium lasse sich ohne Anreicherung nutzen, sagte er am 11. Oktober der Daily Caller News Foundation.
Den Haken bildet der Zünder: Jeder Thoriumbrennstoff braucht spaltbares Material, in der Regel wieder angereichertes Uran. Im Brennstoff ANEEL der US-Firma Clean Core Thorium Energy steckt Thorium, gemischt mit HALEU, also Uran mit 5 bis knapp 20 Prozent Uran-235. Heutige Leichtwasserreaktoren kommen mit 3 bis 5 Prozent aus. Chinas Versuchsreaktor in Wuwei fährt ebenfalls mit Uran unter 20 Prozent Anreicherung.
Teurer werden dafür Fertigung und Wiederaufarbeitung. Thoriumoxid löst sich schlecht in Salpetersäure, und erbrütetes Uran-233 ist mit Uran-232 verunreinigt, dessen Zerfallsprodukte stark strahlen. Die Internationale Atomenergiebehörde beschreibt, dass sich solcher Brennstoff deshalb nicht mit den üblichen Verfahren herstellen lässt. Die WNA zieht daraus einen trockenen Schluss: Solange Uran billig ist und der Brennstoff nur einen kleinen Teil der Kosten ausmacht, fehlt der wirtschaftliche Anreiz für Thorium.
Gehandelt werden Uran und Anreicherung in Dollar. Ein schwächerer Dollar verbilligt den Brennstoff für europäische Betreiber, am Strompreis ändert das wenig.
Wer verdient an Thorium und wer zahlt drauf?

An Thorium verdienen heute vor allem die Verarbeiter Seltener Erden in China und die Firmen, die aus Altbeständen Isotope für die Medizin gewinnen. Drauf zahlen Anwohner von Monazit-Raffinerien, die den radioaktiven Rückstand vor der Tür haben, und deutsche Steuerzahler mit den Rechnungen für Hamm-Uentrop.
Einen Ressourcenfluch im klassischen Sinn hat Thorium nie ausgelöst, dafür fehlt der Umsatz. Die holländische Krankheit, bei der ein Rohstoffboom die Währung aufwertet und die übrige Exportwirtschaft verdrängt, setzt Milliardenerlöse voraus. Thorium verursacht einen kleineren, hartnäckigeren Schaden: Nach dem Aufschluss von Monazit bleibt der radioaktive Rest zurück.
In Bukit Merah im malaysischen Bundesstaat Perak schloss 1992 eine Raffinerie von Mitsubishi nach Protesten der Anwohner.
Seit 2012 betreibt der australische Konzern Lynas in Pahang eine Anlage für Seltene Erden. Im März 2026 verlängerte die Regierung die Lizenz bis 2036, allerdings mit Auflagen: Ab 2031 darf kein radioaktiver Abfall mehr entstehen, Rückstände der nächsten fünf Jahre müssen behandelt werden, etwa durch Abtrennen des Thoriums. Der zuständige Minister rechnet damit, dass der Aufbau einer solchen Abtrennung im großen Maßstab sieben bis zehn Jahre dauert.
China profitiert von der Arbeitsteilung. Das Land kauft Monazit aus Afrika und Südostasien, trennt die Seltenen Erden ab und behält mit dem Thorium den Rohstoff für sein Reaktorprogramm.
Indien sitzt auf den größten Vorkommen und hat davon bisher wenig gehabt. Das Land sperrte seine Sande vor fast 80 Jahren für den Export, um Thorium selbst zu nutzen.
Der schnelle Brüter in Kalpakkam, Voraussetzung für die Thoriumstufe, sollte 2010 fertig sein und wurde 2026 kritisch, nach einem Parlamentsbericht hat sich das Budget dabei mehr als verdoppelt. Der fortgeschrittene Schwerwasserreaktor, der rund drei Viertel seiner Leistung aus Thorium gewinnen soll, war nach einer Antwort der Regierung an das Parlament im August 2025 noch nicht formell gestartet.
Für 423 Volllasttage hat Deutschland in Hamm-Uentrop rund zwei Milliarden Euro verbaut. Der Thoriumtraum hat dem Land vor allem Rechnungen hinterlassen.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
In Deutschland liegt die Rechnung beim Staat. Von den rund zwei Milliarden Euro Baukosten des THTR-300 trug der Bund laut einer Antwort der Bundesregierung von 2011 rund 1,3 Milliarden, Nordrhein-Westfalen rund 0,2 Milliarden. Der Rückbau des Jülicher Versuchsreaktors AVR kostete bis 2017 nach einer Aufstellung des Projektträgers Karlsruhe 482 Millionen Euro, finanziert zu 70 Prozent vom Bundesforschungsministerium und zu 30 Prozent vom Land.
Die Betreibergesellschaft von Hamm-Uentrop, die HKG, verlangte rund 350 Millionen Euro von Bund und Land für den Rückbau. Mit der Klage scheiterte die HKG vor dem Landgericht, im Juni 2025 auch vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf. Im September 2025 beantragte die HKG Insolvenz.
| Akteur | Lage | Bilanz |
|---|---|---|
| China | größter Importeur von Monazit, Versuchsreaktor mit Thorium seit 2024 im Betrieb | gewinnt |
| Medizinische Isotopenhersteller | Actinium-225 aus Thorium-229, Bedarf weit über dem Angebot | gewinnen |
| Indien | größte Vorkommen, Thoriumstufe seit Jahrzehnten verschoben | wartet |
| Anwohner von Monazit-Raffinerien | radioaktive Rückstände, Raffinerie in Bukit Merah 1992 nach Protesten geschlossen | verlieren |
| Deutsche Steuerzahler | Baukosten THTR-300, Rückbau AVR, offener Rückbau Hamm-Uentrop | verlieren |
Thorium bringt wenig Geld und viel Rückstand. Profitiert hat bisher China, bezahlt haben Anwohner in Malaysia und die öffentlichen Kassen in Deutschland.
Wie mächtig ist die Thorium-Lobby?

Mächtig ist die Thorium-Lobby nicht, laut ist sie schon. Die Botschaft der Thoriumfreunde verbreitet sich über Start-ups, Vereine und Videos. An öffentlichem Fördergeld bekommen Thoriumprojekte in Europa nur einstellige Millionenbeträge. Das große Geld floss in der Vergangenheit, und zwar in Deutschland.
Die Bundesrepublik hat Milliarden in Thoriumtechnik gesteckt. Für den THTR-300 in Hamm-Uentrop veranschlagten die Planer zunächst 350 Millionen Mark, die Bundesregierung bezifferte die Baukosten 2011 auf rund zwei Milliarden Euro. Der Reaktor speiste 1985 erstmals Strom ein und stand nach gebrochenen Haltebolzen ab September 1988 still.
Den sicheren Einschluss der Ruine bezifferte die Bundesregierung 2011 auf rund 5 Millionen Euro im Jahr, Stilllegung und Einschluss verschlangen von 1989 bis 2009 weitere 430 Millionen Euro.
Für den Rückbau nannte die Landesregierung 2021 eine Summe von 753 Millionen Euro, ein Endlager nicht eingerechnet.
Im August 2025 genehmigte die Bundesbehörde BASE den Transport von 288.161 Brennelementkugeln in 152 Castoren ins Zwischenlager Ahaus. Die Kosten liegen bei rund 90 Millionen Euro.
Neue Förderung bekommt Thorium in Deutschland nicht. Auf eine Anfrage im Bundestag antwortete die Bundesregierung 2017, sie finanziere keine Forschung an Thoriumbrennstoff, mit einer Ausnahme: einem Anteil von 67.800 Euro an einem EU-Projekt. Im Oktober 2024 schloss der Petitionsausschuss des Bundestags eine Petition für die Förderung von Flüssigsalzreaktoren ab, ohne dem Anliegen zu entsprechen. Das Forschungsgeld für neue Kernenergie fließt stattdessen in die Fusion, das Programm „Fusion 2040“ umfasst rund 1,7 Milliarden Euro.
| Empfänger | Geldgeber | Betrag |
|---|---|---|
| THTR-300 Hamm-Uentrop | Bund 1,3 Mrd., Nordrhein-Westfalen 0,2 Mrd., Rest Betreiber, Hersteller und Kredite | rund 2 Mrd. Euro Baukosten |
| Chinas TMSR-Programm | Chinesische Akademie der Wissenschaften, Start 2011 | rund 313 Mio. Euro |
| Thorizon (Niederlande, Frankreich) | private Investoren mit Garantie aus InvestEU | 42,5 Mio. Euro bis März 2025 |
| SAMOSAFER, Sicherheit von Salzschmelzreaktoren | Euratom, 2019 bis 2023 | 3,5 Mio. Euro |
| Copenhagen Atomics, Projekt Th-MSR | EIC Accelerator der EU, 2026 bis 2027 | 2,5 Mio. Euro |
Die Lobbyarbeit läuft vor allem in den USA. Die Thorium Energy Alliance wirbt seit 2006 für Flüssigsalzreaktoren und gibt an, Energieministerium, Atomaufsicht und Umweltbehörde informiert zu haben. Der Thorium-Befürworter Kirk Sorensen gründete 2011 die Firma Flibe Energy, die 2018 rund 1,9 Millionen Euro vom US-Energieministerium erhielt. Ein Gesetzentwurf von Senator Tommy Tuberville, der 2022 die Bestände an Uran-233 sichern sollte, kam nie aus dem Ausschuss.
Die Werbebotschaft der Branche ist eingängig: keine Anreicherung, weniger langlebiger Abfall, kein Bombenstoff, reichlich Vorräte. Die Wirklichkeit fällt bescheidener aus. Ohne Zünder aus angereichertem Uran läuft kein Thoriumreaktor, und die Atomenergiebehörde stuft das erbrütete Uran-233 als waffenfähig ein. Die USA erzeugten im Kalten Krieg rund zwei Tonnen davon. Die Rechnung samt Sanierung beziffert der Atomexperte Robert Alvarez im Bulletin of the Atomic Scientists auf umgerechnet 4,9 bis 9,8 Milliarden Euro in Preisen von 2012.
Alvin Weinberg, der als Direktor in Oak Ridge das Salzschmelzprogramm vorangetrieben hatte, verlor 1973 seinen Posten, nach Alvarez zu einem großen Teil wegen seines Einsatzes für Thorium.
1977 setzten die USA bei den Brütern auf Plutonium, der Leichtwasserbrüter in Shippingport lief nur noch bis 1982.
Deutschland hat für Thorium Milliarden ausgegeben und zahlt bis heute für die Altanlagen. Neues Geld fließt in kleinen Summen an europäische Start-ups, das große Programm finanziert China.
Wie kommen wir von Thorium los?

Aus Glühstrümpfen, Optik und Luftfahrt ist Thorium bereits verschwunden, in der Werkstatt läuft der Ausstieg. Loswerden lässt sich der Stoff aber nicht, solange die Welt Seltene Erden aus Monazit holt. Offen ist deshalb die umgekehrte Frage: Wird Thorium noch zum Brennstoff, oder bleibt das Metall ein Abfall der Seltenen Erden?
Glühstrümpfe bestehen heute aus Yttriumoxid, optische Schichten aus Yttriumfluorid, Magnesiumlegierungen für Flugzeuge kommen mit Lanthanoiden, Yttrium und Zirkon aus. Der USGS führt für alle diese Anwendungen nicht radioaktive Ersatzstoffe auf. Länger dauert der Abschied in der Werkstatt: Thorierte Schweißelektroden sind in der EU nicht verboten, doch wer sie in Deutschland schleift, fällt unter das Strahlenschutzgesetz. Als Ersatz nennt der USGS Elektroden mit Oxiden von Cer, Lanthan, Yttrium oder Zirkon.
Jede Tonne Monazit, die für Neodym und Praseodym aufgeschlossen wird, liefert Thorium mit. Malaysia verlangt von Lynas, ab 2031 keinen radioaktiven Abfall mehr zu erzeugen, und setzt damit auf die Abtrennung des Thoriums. Australien baut in Eneabba mit einem Staatskredit eine eigene Raffinerie für Seltene Erden, die ab 2027 Monazit aus Lagerbeständen verarbeiten soll. Weniger Thoriumrückstand entstünde nur, wenn mehr Magnete recycelt würden und weniger frisches Erz nötig wäre.
Das US-Energieministerium entwickelt mit den Nationallaboren in Oak Ridge, Los Alamos und Brookhaven Verfahren, die Actinium-225 ohne den Umweg über Thorium-229 erzeugen.
| Bereich | Stand heute | Zeithorizont |
|---|---|---|
| Glühstrumpf, Optik, Luftfahrt | Ersatz durch Yttrium- und Lanthanoidverbindungen | weitgehend abgeschlossen |
| WIG-Schweißen | cerierte und lanthanierte Elektroden verfügbar | läuft, kein EU-Verbot |
| Seltene Erden aus Monazit | Thorium fällt zwingend an, Abtrennung im Aufbau | Malaysia verbietet Lynas ab 2031 neuen radioaktiven Abfall |
| Krebsmedizin | Thorium-229 aus Altbeständen, Beschleuniger im Aufbau | offen |
| Kernenergie | Versuchsreaktor in China, Projekte in Dänemark, den Niederlanden, Indonesien | erste Kraftwerke frühestens Anfang der 2030er-Jahre |
Bei der Kernenergie soll Thorium selbst die Alternative zum Uran sein, mit weniger langlebigem Abfall.
Copenhagen Atomics will die erste Kettenreaktion 2028 am Paul Scherrer Institut in der Schweiz auslösen. Das niederländisch-französische Unternehmen Thorizon plant ein Kraftwerk mit 100 Megawatt, Baubeginn 2030, Betrieb 2032. ThorCon hat im Juli 2025 die Standortgenehmigung für ein Kraftwerk mit 500 Megawatt auf der indonesischen Insel Kelasa erhalten und nennt 2031 als Ziel, eine Bau- oder Betriebsgenehmigung fehlt.
Technisch sind die Hürden hoch: Die heißen Salzschmelzen greifen Metalle an, und die Spaltprodukte müssen im laufenden Betrieb chemisch abgetrennt werden. Für den Brennstoffkreislauf mit Uran-233 existiert bis heute keine kommerzielle Wiederaufarbeitung.
Aus Konsumgütern ist Thorium fast verschwunden, aus dem Bergbau nicht. Als Kernbrennstoff steht das Metall noch vor dem Start, und die Zeitpläne der Entwickler reichen bis in die 2030er-Jahre.
Was bedeutet der Thoriumvorstoß der Türkei für Deutschland?

Für die deutsche Stromversorgung ändert die türkisch-dänische Absichtserklärung nichts, Deutschland betreibt seit April 2023 kein Kernkraftwerk mehr. Folgen haben könnte der Vorstoß für die Versorgung mit Seltenen Erden. Teuer bleibt für Deutschland das eigene Thoriumerbe in Jülich und Hamm-Uentrop.
Bindend ist die Vereinbarung vom 7. September nicht. Minister Bayraktar räumte ein, erst die nächsten Jahre würden zeigen, welche der geplanten Studien bis zu einem marktfähigen Produkt reifen. Der dänische Partner hat noch keinen Reaktor in Betrieb, seine erste Kettenreaktion ist für 2028 geplant.
Die türkische Regierung meldete 2022 bei Eskişehir-Beylikova ein großes Vorkommen Seltener Erden, im Erz steckt auch Thorium. Könnte das Land den radioaktiven Begleiter als Brennstoff verwerten, hätte die Türkei beim Aufschluss Seltener Erden einen Kostennachteil weniger. Für die Industrie in Europa, deren Magnete zum größten Teil aus China kommen, könnte ein Beitrittskandidat mit eigener Trennkette ein zusätzlicher Lieferant werden. Wie stark diese Abhängigkeit heute ist, beschreibt die Stoffgeschichte über die Seltenen Erden.
In der Nacht zum 25. März 2026 erreichte der erste Castor mit Jülicher Brennelementkugeln das Zwischenlager Ahaus, Anfang Juli folgte der fünfte. In Jülich standen danach noch 147 Behälter. Der Transporteur Orano hat beantragt, die Genehmigung bis August 2028 zu verlängern.
In Hamm-Uentrop wartet der THTR-300 seit 1997 im sicheren Einschluss auf den Abriss, und seit dem Insolvenzantrag der Betreibergesellschaft im September 2025 ist offen, wer ihn bezahlt. Bund und Land gelten als wahrscheinliche Träger der Kosten.
Dass die Bundesregierung Thoriumreaktoren nicht fördert, halten wir für folgerichtig.
Ein Land, das seine letzten Atomkraftwerke abgeschaltet hat und für zwei Thorium-Altanlagen noch Jahrzehnte zahlt, gewinnt mit einem dritten Anlauf wenig.
Drei Szenarien für die kommenden Jahre
- Optimistisch: Copenhagen Atomics löst 2028 am Paul Scherrer Institut die erste Kettenreaktion aus, die Türkei baut eine Trennkette für Seltene Erden und Thorium auf, und Europa gewinnt einen zweiten Lieferweg für Magnetrohstoffe.
- Realistisch: Die Zeitpläne rutschen wie in den vergangenen Jahrzehnten nach hinten. China nimmt um 2030 die Anlage mit 10 Megawatt in Betrieb und bleibt allein vorn, Deutschland schaut zu und zahlt für den Rückbau in Hamm-Uentrop.
- Pessimistisch: Neue Projekte für Seltene Erden außerhalb Chinas scheitern an den Kosten für radioaktive Rückstände, und Europas Abhängigkeit von chinesischen Magneten wächst weiter.
Was Sie jetzt tun können
Betriebe mit WIG-Schweißplätzen sollten prüfen, ob noch rot markierte WT20-Elektroden im Einsatz sind. Beim Schleifen dieser Elektroden muss der Betrieb nach Paragraf 55 des Strahlenschutzgesetzes vor Beginn der Arbeit die Körperdosis am Arbeitsplatz abschätzen und das Ergebnis aufzeichnen. Der Wechsel auf cerierte oder lanthanierte Elektroden erspart dem Betrieb diese Pflicht und den Umgang mit radioaktivem Schleifstaub.
Kaufen Sie Glühstrümpfe für Gaslampen gerne mit dem Hinweis „thoriumfrei“, denn ältere Exemplare enthalten oft noch Thorium. Aktien und Fonds mit dem Etikett Thorium setzen auf Kraftwerke, die bisher nirgends kommerziell laufen.
Für Lieferketten mit Magneten zählt, ob außerhalb Chinas neue Trennanlagen entstehen. Die Kosten solcher Anlagen hängen am Umgang mit Thorium.
Die türkische Thoriuminitiative betrifft Deutschland über die Seltenen Erden, nicht über den Strom. Für Betriebe zählt jetzt der Abschied von der thorierten Schweißelektrode.
Glossar: 14 wichtige Fachbegriffe zu Thorium

Actinium-225
Actinium-225 ist ein radioaktives Isotop mit einer Halbwertszeit von zehn Tagen, das Alphastrahlung aussendet. Mediziner koppeln das Isotop an Moleküle, die gezielt Tumorzellen ansteuern. Gewonnen wird Actinium-225 bisher vor allem aus Thorium-229, dessen Vorräte aus dem US-Atomprogramm der 1960er-Jahre stammen und nur für wenige Patienten reichen.
Brutstoff
Brutstoff heißt ein Material, das sich selbst nicht spalten lässt, im Reaktor aber durch Neutroneneinfang in einen Spaltstoff übergeht. Thorium-232 ist ein Brutstoff, aus ihm entsteht Uran-233. Auch Uran-238 gehört dazu, aus ihm wird Plutonium-239. Ohne Zünder aus Spaltstoff kommt kein Brutreaktor in Gang.
Flüssigsalzreaktor
Flüssigsalzreaktoren (englisch Molten Salt Reactor, MSR) lösen den Brennstoff in geschmolzenem Fluoridsalz, statt ihn in festen Brennstäben einzuschließen. Das Salz dient zugleich als Kühlmittel. Die Bauart gilt als besonders geeignet für Thorium, weil sich Spaltprodukte im Betrieb abtrennen lassen. Offen ist bisher, wie sich die Werkstoffe dauerhaft vor den heißen, korrosiven Salzen schützen lassen.
Glühstrumpf
Glühstrümpfe sind feine Gewebe, die über einer Gasflamme hell aufleuchten. Carl Auer von Welsbach ließ 1891 eine Mischung aus 99 Prozent Thoriumoxid und einem Prozent Ceroxid patentieren. Gaslaternen und Campinglampen nutzen das Prinzip bis heute, die Hersteller setzen inzwischen meist Yttriumoxid statt Thoriumoxid ein.
Halbwertszeit
Die Halbwertszeit gibt an, nach welcher Zeit die Hälfte der Atomkerne eines radioaktiven Stoffs zerfallen ist. Bei Thorium-232 sind das rund 14 Milliarden Jahre, deshalb strahlt der Stoff nur schwach. Kurzlebige Zerfallsprodukte wie Thallium-208 strahlen dagegen stark und erschweren den Umgang mit erbrütetem Uran-233.
HALEU
HALEU (High-Assay Low-Enriched Uranium) bezeichnet Uran mit einem Anteil von 5 bis knapp 20 Prozent des spaltbaren Uran-235. Viele neue Reaktorkonzepte brauchen diesen höher angereicherten Brennstoff, auch Thoriumbrennstoffe wie ANEEL nutzen ihn als Zünder. Herstellen können HALEU bisher nur wenige Anlagen weltweit.
Kernuhr
Eine Kernuhr misst die Zeit an einem Übergang im Atomkern statt an der Elektronenhülle wie eine Atomuhr. Thorium-229 hat als einziger bekannter Kern einen Übergang, den ein Laser anregen kann. Ein Team der TU Wien stellte im Oktober 2026 in Nature eine Kernuhr vor, die 24 Stunden ohne Eingriff lief.
Kugelhaufenreaktor
Kugelhaufenreaktoren arbeiten mit einer Schüttung tennisballgroßer Brennelementkugeln aus Graphit, durch die heißes Helium strömt. In Deutschland liefen der AVR in Jülich und der THTR-300 in Hamm-Uentrop nach diesem Prinzip, beide mit Thorium im Brennstoff. China setzt die Technik in weiterentwickelter Form ein.
Monazit
Monazit ist ein Phosphatmineral der Seltenen Erden und die wichtigste Quelle für Thorium. Monazit enthält in handelsüblichen Sanden meist 6 bis 12 Prozent Thoriumoxid. Gefördert wird das Mineral wegen der Seltenen Erden, das Thorium fällt als radioaktiver Rückstand an und muss gelagert oder abgetrennt werden.
Seifenlagerstätte
Seifenlagerstätten entstehen, wenn Wasser verwittertes Gestein sortiert und schwere Minerale an Flussufern oder Stränden anreichert. Die großen Monazitvorkommen Indiens, Brasiliens und Australiens liegen in solchen Lagerstätten. Abbauen lassen sich die Sande mit vergleichsweise einfachen Mitteln, weil das Erz bereits zerkleinert vorliegt.
Sicherer Einschluss
Der sichere Einschluss ist eine Form der Stilllegung, bei der ein Kernkraftwerk nach dem Entfernen des Brennstoffs verschlossen und über Jahre bewacht wird, bevor der Abriss beginnt. Der THTR-300 in Hamm-Uentrop befindet sich seit 1997 in diesem Zustand, die Bundesregierung bezifferte die Kosten 2011 auf rund 5 Millionen Euro im Jahr.
Signifikante Menge
Die signifikante Menge (Significant Quantity) ist die Schwelle der Internationalen Atomenergiebehörde für die Menge an Kernmaterial, aus der sich eine Atombombe bauen ließe. Die Schwelle liegt für Uran-233 bei 8 Kilogramm, für Plutonium ebenfalls bei 8 Kilogramm, für Uran-235 in hoch angereichertem Uran bei 25 Kilogramm.
Uran-233
Uran-233 ist ein spaltbares Uranisotop, das in der Natur praktisch nicht vorkommt. Das Isotop entsteht im Reaktor aus Thorium-232 über den Zwischenschritt Protactinium-233. Uran-233 ist der eigentliche Brennstoff jedes Thoriumreaktors und zugleich waffenfähig, was die Debatte um die Weitergabe der Technik prägt.
WT20
WT20 ist die Bezeichnung für Wolframelektroden mit 2 Prozent Thoriumoxid, die beim Wolfram-Inertgas-Schweißen den Lichtbogen stabilisieren. Das Strahlenschutzgesetz führt das Schleifen solcher Elektroden als Tätigkeitsfeld mit Pflicht zur Dosisabschätzung. Als Ersatz dienen Elektroden mit Cer-, Lanthan-, Yttrium- oder Zirkonoxid.
FAQ: Warum hat Thorium nie gegen Uran gewonnen?

Ist Thorium gefährlich?
Thorium ist nur schwach radioaktiv, weil Thorium-232 eine Halbwertszeit von rund 14 Milliarden Jahren hat. Gefährlich wird Thorium vor allem als Staub, der eingeatmet wird. Deshalb verlangt das Strahlenschutzgesetz etwa beim Schleifen thorierter Schweißelektroden eine Abschätzung der Körperdosis am Arbeitsplatz.
Kann man aus Thorium eine Atombombe bauen?
Aus Thorium selbst nicht, wohl aber aus dem daraus erbrüteten Uran-233. Die Internationale Atomenergiebehörde stuft Uran-233 als waffenfähig ein, ihre Schwelle liegt bei 8 Kilogramm. Die USA zündeten 1955 beim Test MET einen Bombenkern aus Uran-233 und Plutonium. Verunreinigungen mit Uran-232 erschweren den Bau, verhindern ihn aber nicht.
Erzeugt ein Thoriumreaktor weniger Atommüll?
Ein Thoriumreaktor erzeugt weniger Plutonium und andere langlebige Transurane als ein Uranreaktor, radioaktive Spaltprodukte entstehen aber genauso. Auch die Thoriumtechnik braucht also ein Endlager. Belastbare Zahlen aus dem Dauerbetrieb fehlen, weil weltweit kein kommerzieller Thoriumreaktor läuft.
Was kostet Thorium?
Ein Börsenpreis für Thorium existiert nicht. US-Importeure zahlten 2025 für Thoriumverbindungen aus Frankreich im Schnitt umgerechnet rund 23 Euro je Kilogramm, wie der US-Geologiedienst USGS ausweist. Der Preis schwankt je nach Reinheit und Verbindung stark.
Darf man thorierte Schweißelektroden noch benutzen?
Ja, verboten sind die Elektroden weder in Deutschland noch in der EU. Beim Schleifen der WT20-Elektroden muss der Betrieb aber nach Paragraf 55 des Strahlenschutzgesetzes vor Beginn der Arbeit die Körperdosis abschätzen und das Ergebnis aufzeichnen. Elektroden mit Cer- oder Lanthanoxid ersetzen die WT20 ohne diese Pflicht.
Laufen heute irgendwo Thoriumreaktoren?
Ja, aber nur zu Forschungszwecken. Chinas Versuchsreaktor TMSR-LF1 in Wuwei mit 2 Megawatt Wärmeleistung arbeitet seit 2023 und wandelte 2025 erstmals Thorium in Uran-233 um. Indiens Forschungsreaktor Kamini läuft seit 1996 mit Uran-233. Ein kommerzielles Thoriumkraftwerk läuft nirgends.
Quellen
44 Quellen anzeigenQuellen ausblendenabgerufen am 14.10.2026
- Anadolu AgencyTürkiye signs cooperation deal with Danish company to use thorium reserves in nuclear technology
- Hürriyet Daily NewsTürkiye, Danish firm sign thorium technology agreement
- U.S. Geological SurveyMineral Commodity Summaries 2026: Thorium
- World Nuclear AssociationThorium
- World Nuclear AssociationEconomics of Nuclear Power
- World Nuclear NewsChinese MSR achieves conversion of thorium-uranium fuel
- Oak Ridge National LaboratoryMSRE’s 50th: Molten Salt Reactor Experiment
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- Office of the Historian, US-AußenministeriumForeign Relations of the United States 1948, Vol. I, Part 2, Dokument 106
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- Observer Research FoundationThe plots and manoeuvrings behind the making of independent India, Part 2
- Bulletin of the Atomic ScientistsThorium: the wonder fuel that wasn’t
- Shanghai Metals MarketChina’s thorium ore imports surge 38% YoY in H1 2026
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- American Nuclear SocietyClean Core’s fuel test complete at INL’s ATR
- Vienna.at nach APAViennese researchers build world’s first nuclear clock
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- Mongabay nach APMalaysia renews Lynas rare earths license for 10 years
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- Projektträger KarlsruheStilllegung und Rückbau des AVR Jülich
- Landgericht DüsseldorfUrteil zum Rückbau des THTR-300
- Clean Energy WireNuclear plant operator’s insolvency could shift dismantling costs to German taxpayers
- Verwaltungsgericht BerlinPressemitteilung zu den Castortransporten von Jülich nach Ahaus
- Evangelisch.deFünfter Castor-Transport nach Ahaus ohne Zwischenfälle
- Deutscher BundestagThorium-Forschung am Karlsruher Institut für Technologie, Drucksache 18/11327
- Cordis, Europäische KommissionTh-MSR: Powering Tomorrow with the Next-Gen Thorium Molten Salt Reactors
- World Nuclear NewsNew funding to advance Thorizon molten salt reactor development
- Austria-ForumAuer von Welsbach, Carl
- Kerala Minerals and MetalsBrief History
- Europäische ZentralbankEuro-Referenzkurse
- Deutscher BundestagRückbau und Entsorgung des Thorium-Hochtemperatur-Reaktors Hamm-Uentrop, Drucksache 17/6179
- Leinetal24 (Ippen Media)Betreiber von Atomkraftwerk ist insolvent
- Nuclear Weapon ArchiveOperation Teapot
- Deutscher BundestagPetitionsausschuss, Abschlussbegründung Petition 150125
- Deutscher BundestagKurzmeldungen (hib): Fusion 2040
- Cordis, Europäische KommissionSAMOSAFER
- Thorium Energy AllianceAbout
- World Nuclear NewsThorCon applies to build Indonesia’s first nuclear power plant
- Copenhagen AtomicsMolten Salt Reactors Powered by Thorium
- LegiscanS.4242 Thorium Energy Security Act
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- Internationale AtomenergiebehördeIAEA-TECDOC-1450: Thorium fuel cycle, potential benefits and challenges
- Press Information Bureau, Regierung IndiensFactsheet Prototype Fast Breeder Reactor
