Pünktlich zum Weltwassertag 2026 hat das Bundesumweltministerium eine neue Online-Beteiligungsplattform zur Nationalen Wasserstrategie freigeschaltet. Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und Verbände können sich bis Sommer 2026 in die Umsetzung der Wasserstrategie einbringen. Ziel ist ein integrierter Umsetzungsprozess, der bis 2050 die Wassersicherheit für Deutschland gewährleistet.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenWas die Nationale Wasserstrategie umfasst

Die Nationale Wasserstrategie ist 2023 verabschiedet worden und beschreibt zehn strategische Themenfelder. Dazu zählen Trinkwasserversorgung, Gewässerschutz, Hochwasserschutz, Abwasserentsorgung sowie der Umgang mit Schadstoffen und Mikroplastik. Insgesamt umfasst die Strategie 78 konkrete Maßnahmen.
Die Umsetzung erfolgt in mehreren Phasen bis 2050. Eine Zwischenbilanz ist für 2030 vorgesehen. Die Bundesländer, Kommunen und Wasserversorger sind dabei zentrale Akteure. Bund und Länder koordinieren sich in einem Bund-Länder-Forum, das im April 2026 zum dritten Mal getagt hat.
Was die Beteiligungsplattform leistet

Die Plattform ermöglicht drei Formen der Mitwirkung. Erstens können konkrete Vorschläge zur Umsetzung einzelner Maßnahmen eingereicht werden. Zweitens gibt es Online-Workshops zu Schwerpunktthemen wie Schwammstadt-Prinzip, industrielle Wassernutzung und Quartiers-Wasserwirtschaft. Drittens werden Best Practices aus Kommunen und Unternehmen sichtbar gemacht.
Für Entscheider aus Wirtschaft und Verwaltung lohnt sich die Beteiligung aus mehreren Gründen. Wer früh in den Konsultationsprozess eingebunden ist, kann branchenspezifische Anforderungen einbringen. Hinzu kommt: Wer Best Practices einreicht, kann diese als Referenzbeispiel für die eigene Außendarstellung nutzen.
Wassersicherheit als Standortfaktor

Wasserverfügbarkeit wird zunehmend zum harten Standortfaktor. Drei Trends prägen 2026 die Diskussion:
- Industrielle Großverbraucher müssen ihre Wassernutzung dokumentieren und reduzieren. Halbleiterindustrie, Chemie und Lebensmittelproduktion stehen unter besonderer Beobachtung.
- Kommunen erleben in Trockensommern erste Engpässe. Die Reaktion reicht von Beregnungsverboten bis zu Notverordnungen.
- Investoren beziehen Wasserverfügbarkeit zunehmend in Standortentscheidungen ein, vor allem bei Rechenzentren und energieintensiven Industrien.
Wassersicherheit ist kein Umweltthema, sondern ein Standortthema. Wer 2030 in Deutschland investieren will, sollte das heute schon im Strategie-Setup haben“, so Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web.
— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was Entscheider tun sollten

Drei Empfehlungen für Unternehmen und Kommunen. Erstens: An der Beteiligungsplattform aktiv mitwirken, um branchen- oder regionsspezifische Anforderungen einzubringen. Zweitens: Den eigenen Wasserfußabdruck transparent aufnehmen und Reduktionsziele formulieren. Drittens: Bei Investitions- und Standortentscheidungen den lokalen Masterplan Wasserversorgung der jeweiligen Region prüfen.
Die Beteiligungsplattform ist bis Sommer 2026 geöffnet. Eine zweite Beteiligungsphase ist für Herbst 2026 angekündigt.