IBM will in den kommenden fünf Jahren mehr als 10 Milliarden US-Dollar in Quantencomputing investieren. Das Geld fließt in Forschung, Fertigung, Partnerschaften und Übernahmen, mit dem Ziel, bis 2029 den ersten großskaligen, fehlertoleranten Quantencomputer zu liefern.

drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügen

Das Quantencomputing wird damit von der Forschungsdisziplin zum industriellen Großprojekt. IBM betreibt nach eigenen Angaben bereits mehr als 90 Quantensysteme weltweit, darunter eines in Deutschland.

Das Wichtigste in Kürze

  • IBM investiert über fünf Jahre mehr als 10 Milliarden US-Dollar (rund 8,7 Milliarden Euro) in Quantencomputing.
  • Das Unternehmen hat eigenen Angaben zufolge über 90 Quantensysteme weltweit installiert, mehr als alle anderen Anbieter zusammen öffentlich melden.
  • Bis 2029 soll mit IBM Quantum Starling der erste großskalige, fehlertolerante Quantenrechner entstehen.
  • Das Ökosystem umfasst über 325 Fortune-500-Unternehmen, Start-ups, Universitäten und Behörden.

Wofür gibt IBM die Milliarden aus?

Doppelbartschlüssel mit Bewegungsunschärfe, Schlüsselring und Anhänger 2029
IBM investiert in Quantencomputer-Forschung, Fertigung und Partnerschaften, um seine Führungsposition im globalen Quantenrennen gegen USA, China und Europa zu sichern

Die Investition verteilt sich über mehrere Bereiche. Sie umfasst Forschung und Entwicklung, Investitionsausgaben, den Ausbau der Fertigung, Partnerschaften im Ökosystem sowie Zukäufe. IBM will damit seinen Vorsprung im Quantenrennen sichern, in dem die USA, China und Europa um die Führung bei Hardware und Fertigungsinfrastruktur ringen.

Konkret steht ein Fahrplan zu Starling. Der für 2029 geplante Rechner soll 20.000-mal mehr Operationen ausführen können als heutige Systeme und in einem neuen Quantenrechenzentrum im Bundesstaat New York entstehen. Die Ankündigung folgt auf eine Absichtserklärung mit dem US-Handelsministerium zum Aufbau von Anderon, einer eigenständigen amerikanischen Quantenchip-Foundry, die über den CHIPS Act gefördert wird.

Die installierte Basis untermauert den Anspruch. IBM betreibt eine globale Flotte von Quantenrechnern, unter anderem an Quantenzentren in New York und Deutschland sowie an Forschungseinrichtungen in Japan, Südkorea und Spanien. Nach der SEC-Offenlegung umfasst das Ökosystem mehr als 325 Fortune-500-Firmen, Start-ups, Universitäten und Behörden.

Zehn Milliarden Dollar und ein Quantenzentrum in Deutschland zeigen, dass IBM den Vorsprung nicht verteidigen, sondern ausbauen will.

Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Zitat teilen

Was bedeutet das für die deutsche Industrie?

Kleiner, oranger Gabelstapler mit Geldmünzen im Inneren eines Aluminiumgehäuses
Fehlertoleranter Quantencomputer löst komplexe Aufgaben in Wirkstoffforschung, Halbleiterentwicklung, Logistik und Finanzmodellierung für deutsche Unternehmen

Ein fehlertoleranter Quantencomputer adressiert Probleme, die klassische Rechner überfordern, etwa in der Wirkstoffforschung, der Halbleiterentwicklung, der Logistik und der Finanzmodellierung. Für deutsche Unternehmen aus Chemie, Pharma und Maschinenbau ist das ein langfristiger, aber konkreter Hebel. Das IBM-Quantenzentrum in Deutschland senkt zudem die Hürde für europäische Forschungskooperationen.

Behalten Sie zwei Themen im Blick. Zum einen die Zeitschiene bis 2029, die festlegt, wann erste praxistaugliche Anwendungen realistisch werden. Zum anderen die Quantensicherheit, denn leistungsfähige Quantenrechner bedrohen perspektivisch heutige Verschlüsselung. Prüfen Sie, ob Ihre Sicherheitsarchitektur einen Migrationspfad zu quantensicheren Verfahren vorsieht.

Mehr Newshunger?

Ein blaues Computergehäuse als Spardose mit Geldscheinen, Münzen und einem Aufziehschlüssel
Alphabet investiert 70 Milliarden Euro in KI-Entwicklung. G7 fordert Beipackzettel für KI-Systeme
4,1 20 Bewertungen

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?