Beim Bullshit-Bingo kreuzen Beschäftigte heimlich jede Phrase an, die im Meeting fällt, von „Synergien“ bis „Lass uns das offline nehmen“. Tom Davis, Mitgründer des Workstation-Herstellers Silicon Graphics, erfand das Spiel 1993, um langweilige Strategiesitzungen aufzupeppen. Ob die Floskel-Profis am Kopfende des Tisches ahnen, welche Rolle ihnen in dieser Komödie zufällt, hat die Forschung inzwischen erstaunlich genau vermessen.

drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügen

Die Phrasen fallen im Montagsmeeting, im Vorstellungsgespräch und im Halbjahresgespräch mit der Personalabteilung, meist mit todernster Miene. Hier lesen Sie, woher das Spiel stammt und welche Floskeln auf keiner Karte fehlen. Aktuelle Studien zeigen außerdem, was im Kopf der Menschen vorgeht, die solche Sätze mit voller Überzeugung sagen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Bullshit-Bingo entstand Anfang 1993 bei Silicon Graphics und wurde 1994 durch einen Dilbert-Comic von Scott Adams weltweit bekannt.
  • Beschäftigte in Deutschland halten laut einer Studie von HR WORKS 2,9 ihrer 4,4 wöchentlichen Meetings für verzichtbar.
  • In einer Cornell-Studie mit 1.018 Teilnehmern schnitten ausgerechnet die Fans von Business-Floskeln bei beruflichen Entscheidungsaufgaben schlechter ab.
  • Das Arbeitszeugnis muss laut Gewerbeordnung klar formuliert sein, trotzdem steht „zur vollen Zufriedenheit“ vor Gericht nur für die Note befriedigend.
Der Dr.-Web-Quizmaster
Wissenstest
Wie gut kennen Sie das Bullshit-Bingo im Büro?
5 Fragen aus dem Artikel. Wählen Sie Ihre Antwort, dann decken Sie die Lösung auf.
1 Wo entstand das erste Buzzword-Bingo? Aufklappen ↓
Auflösung aufdecken ↓
Richtig: C. Tom Davis, Mitgründer von Silicon Graphics, erfand das Spiel Anfang 1993. Weltweit bekannt wurde Bullshit-Bingo ein Jahr später durch einen Dilbert-Comic von Scott Adams.
2 Was unterscheidet laut Harry Frankfurt den Bullshitter vom Lügner? Aufklappen ↓
Auflösung aufdecken ↓
Richtig: A. Der Lügner kennt die Wahrheit und verbirgt sie. Ein Bullshitter kümmert sich nicht darum, ob seine Worte stimmen, deshalb hält Frankfurt Bullshit für den größeren Feind der Wahrheit.
3 Wie viele ihrer 4,4 wöchentlichen Meetings halten Beschäftigte laut HR WORKS für verzichtbar? Aufklappen ↓
Auflösung aufdecken ↓
Richtig: B. Im Schnitt halten die 1.040 Befragten 2,9 von 4,4 Meetings pro Woche für verzichtbar. Von 4,7 Stunden Meetingzeit gelten 3,2 Stunden als verschenkt.
4 Für welche Note steht „zur vollen Zufriedenheit“ ohne das Wort „stets“ im Arbeitszeugnis? Aufklappen ↓
Auflösung aufdecken ↓
Richtig: A. Die Formel steht für befriedigend. Das Bundesarbeitsgericht hat diese Einordnung 2014 seinem Urteil zugrunde gelegt, für ein Gut braucht der Satz zusätzlich das Wort „stets“.
5 Was zeigte die Cornell-Studie über Beschäftigte, die Business-Floskeln besonders beeindruckend finden? Aufklappen ↓
Auflösung aufdecken ↓
Richtig: C. Die Floskel-Fans hielten ihre Chefs für visionärer, schnitten bei beruflichen Entscheidungsaufgaben aber schlechter ab. Außerdem gab diese Gruppe die Phrasen häufiger weiter.

Was ist Bullshit-Bingo?

Gläserne Lostrommel mit weißen Kugeln, einer orangen Kugel davor und Etikett „SYNERGIE“
Bullshit-Bingo: Spieler kreuzen auf Karten Modewörter an, die der Redner in Meetings benutzt. Wer eine vollständige Reihe hat, gewinnt

Bullshit-Bingo ist ein Spiel für Meetings und Vorträge: Jeder Mitspieler bekommt eine Karte voller Modewörter und kreuzt einen Begriff an, sobald der Redner ihn benutzt. Eine volle Reihe gewinnt, das „Bingo!“ rufen die meisten Spieler allerdings nur im Kopf.

Die Regeln stammen vom klassischen Zahlenbingo. Statt Ziffern stehen auf den 25 Feldern Begriffe wie „Synergie“, „proaktiv“ oder „Mehrwert“, das Mittelfeld bleibt meist frei. Jedes Kreuz markiert einen Satz ohne erkennbaren Inhalt, eine volle Reihe eine Besprechung aus lauter Versatzstücken.

Gespielt wird verdeckt, die Karte liegt unter dem Notizblock oder steckt in der Mappe. Das Kreuz setzt der Spieler mit ernster Miene, genau in diesem Kontrast liegt der Reiz des Spiels. Vorn am Tisch läuft eine Präsentation über „strategische Hebel“, weiter hinten zählt jemand still die Treffer.

BINGO
SynergienproaktivQuick WinabholenDeep Dive
zeitnahLearningsMehrwertoffline nehmenBandbreite
Win-winCommitmentFreifeldMindsetLow Hanging Fruits
ParadigmenwechselskalierenagilStakeholderBest Practice
Game Changerauf die Agenda setzenBenchmarkOwnershipam Ende des Tages
Beispielkarte für das nächste Meeting: 24 Begriffe, das Mittelfeld ist frei. Eine volle Reihe, Spalte oder Diagonale gewinnt. Eigene Zusammenstellung Dr. Web.

Im Englischen heißt das Spiel meist Buzzword Bingo, also Schlagwort-Bingo. Im deutschen Büroalltag hat sich die derbere Bezeichnung eingebürgert, der Online-Duden führt das Wort Bullshit-Bingo allerdings bis heute nicht. Das Wörterbuch verzeichnet nur die Einzelteile. „Bullshit“ steht dort für Unsinn, eine Floskel ist eine „nichtssagende Redensart“. Das Wort Floskel stammt vom lateinischen „flosculus“ für Blümchen und meinte ursprünglich eine Redeblume.

Tom Davis, Mathematiker und Mitgründer des Workstation-Herstellers Silicon Graphics im kalifornischen Mountain View, erfand das Spiel Anfang 1993. Laut einem Rückblick von heise online wollte Davis damit langweilige Strategiesitzungen aufpeppen. Sein Kollege Chris Pirazzi stellte noch im selben Jahr eine Version ins gerade entstehende World Wide Web, die sich rasend schnell verbreitete.

Bekannt wurde Bullshit-Bingo am 22. Februar 1994 durch einen Comicstreifen von Scott Adams. In der Dilbert-Folge verteilen die Angestellten vor der Besprechung Bingokarten und folgen dem Chef plötzlich hochkonzentriert. Der Vorgesetzte deutet die ungewohnte Aufmerksamkeit als Erfolg seiner „proaktiven Führung“, worauf ein Mitarbeiter trocken „Bingo“ meldet.

Wie bekannt das Spiel bald war, erlebte zwei Jahre später US-Vizepräsident Al Gore. Bei der Abschlussfeier des Massachusetts Institute of Technology am 7. Juni 1996 spielte der gesamte Absolventenjahrgang während seiner Rede Buzzword-Bingo. Als an einer Stelle Jubel aufbrandete, fragte Gore laut der Chronik der MIT-Studentenstreiche: „Did I say a buzzword?“ Die Bingokarten hatte ihm offenbar schon vor der Rede jemand gezeigt.

1998 schaffte das Spiel sogar die Titelseite des Wall Street Journal, wie Chris Pirazzi auf seiner Website festhält. Das Prinzip funktioniert in jeder Branche, nur die Begriffe wechseln. In Agenturen landen „Customer Journey“ und „Storytelling“ auf der Karte, in IT-Abteilungen „Cloud-first“ und „skalierbar“, in Personalabteilungen das „Employer Branding“.

Selbst der Journalismus bekam eine eigene Ausgabe. Die Sprachkritiker Udo Stiehl und Sebastian Pertsch sammelten von 2014 bis 2023 in ihrer „Floskelwolke“ die Phrasen der Nachrichtenmedien, samt einem Floskel-Bingo als Kartenspiel.

Auf den Punkt
  • Das Prinzip: 25 Felder mit Modewörtern, jeder gehörte Begriff wird angekreuzt, eine volle Reihe gewinnt.
  • Der Ursprung: Tom Davis erfand das Spiel 1993 bei Silicon Graphics, Dilbert machte Bullshit-Bingo 1994 bekannt.
  • Prominentes Opfer: 1996 spielte der MIT-Abschlussjahrgang während einer Rede von Al Gore.

Was unterscheidet Bullshit von einer Lüge?

Ein geöffneter Taschenkompass mit Hahnmotiv und dem Wort „EGAL“ auf einem kleinen Etikett daneben
Harry Frankfurts Unterschied: Der Lügner kennt die Wahrheit, dem Bullshitter ist sie gleichgültig.

Der Lügner kennt die Wahrheit und verbirgt sie bewusst. Ein Bullshitter dagegen kümmert sich nicht darum, ob seine Worte stimmen, er will vor allem Eindruck machen. So hat der US-Philosoph Harry G. Frankfurt den Unterschied in seinem Essay „On Bullshit“ beschrieben.

Frankfurt veröffentlichte den Text 1986 in der Zeitschrift „Raritan“. Princeton University Press brachte den Essay 2005 als schmales Buch von rund 80 Seiten heraus. Das Bändchen stand 27 Wochen auf der Bestsellerliste der New York Times und verkaufte sich laut Verlag über eine Million Mal. Ein philosophischer Text über ein Schimpfwort fand offenbar ein riesiges Publikum.

Der Kern seiner Argumentation passt in wenige Sätze. Die Lüge setzt voraus, dass der Sprecher die Wahrheit kennt, denn nur dann kann er gezielt davon abweichen. Beim Bullshitter fehlt diese Bindung: Ihn interessiert nicht, wie die Dinge wirklich liegen. Frankfurt hält Bullshit deshalb für einen größeren Feind der Wahrheit als die Lüge, weil der Lügner die Wahrheit wenigstens noch als Gegner ernst nimmt.

Übertragen auf das Büro erklärt diese Unterscheidung, warum Floskeln selten falsch sind. Ein Satz wie „Wir sind gut aufgestellt“ lässt sich weder beweisen noch widerlegen. Die Formel beschreibt keinen Zustand, sie erzeugt eine Stimmung. Genau darin liegt ihr Wert für den Sprecher.

Der Anthropologe David Graeber übertrug den Begriff später auf ganze Tätigkeiten und sprach von „Bullshit Jobs“. Wie verbreitet dieses Gefühl ist, zeigte eine Umfrage des Instituts YouGov unter britischen Erwerbstätigen im August 2015. 37 Prozent gaben an, dass ihr Job keinen sinnvollen Beitrag für die Welt leistet, nur die Hälfte hielt die eigene Arbeit für bedeutsam.

Wir bei Dr. Web sehen zwischen Floskel und Bullshit-Job einen direkten Zusammenhang. Eine Tätigkeit, deren Nutzen niemand benennen kann, braucht Wörter, die einen Nutzen behaupten. „Mehrwert“, „Wertbeitrag“ und „strategische Relevanz“ füllen genau diese Lücke.

Auf den Punkt

Harry Frankfurt trennt Lüge und Bullshit am Verhältnis zur Wahrheit: Der Lügner verbirgt sie, dem Bullshitter ist sie egal. Büro-Floskeln sind deshalb selten falsch, aber fast nie überprüfbar.

Welche Floskeln fallen im Meeting am häufigsten?

Eine weiße Sanduhr mit orangeroten, scheibenförmigen Partikeln
Beschäftigte in Deutschland halten laut HR WORKS 2,9 von 4,4 Meetings pro Woche für verzichtbar.

Im Meeting dominieren Phrasen, die Zustimmung oder Tatkraft vorspielen und eine Entscheidung vertagen: „Lass uns das offline nehmen“, „Wir müssen die Leute abholen“, „Da bin ich ganz bei dir“ oder „Das nehme ich mal mit“. Beschlossen wird dabei selten etwas.

Wie viel Arbeitszeit dabei verloren geht, hat der Softwareanbieter HR WORKS im Februar 2025 erheben lassen. Das Marktforschungsinstitut Bilendi befragte dafür 1.040 Beschäftigte in Deutschland. Im Schnitt sitzen die Befragten in 4,4 Besprechungen pro Woche und halten 2,9 davon für verzichtbar.

Von 4,7 Stunden Meetingzeit pro Woche verbuchen die Teilnehmer 3,2 Stunden als verschenkt. Fast die Hälfte findet Besprechungen schlicht zu lang. In 38 Prozent der Fälle führen schlecht geplante Termine laut Studie sogar zu Überstunden.

Die Meetingbilanz in Zahlen
Wie viel Besprechungszeit Beschäftigte selbst für verschenkt halten
2,9 von 4,4
Meetings pro Woche halten Beschäftigte in Deutschland für verzichtbar
3,2 Std.
von 4,7 Stunden wöchentlicher Meetingzeit gelten den Befragten als verschenkt
35 %
der Beschäftigten glauben, dass ihr Fehlen in den meisten ihrer Meetings auffallen würde
77 %
sitzen oft in Meetings, die mit dem Beschluss für ein weiteres Meeting enden
Quelle: HR WORKS und Bilendi (1.040 Beschäftigte in Deutschland, Februar 2025); Microsoft Work Trend Index 2023; Atlassian, Workplace Woes: Meetings (2024). © 2026 Dr. Web | Das Fachportal für Entscheider | Infografik von Dr. Web

International fällt die Bilanz nicht besser aus. Der Softwareanbieter Atlassian befragte 5.000 Wissensarbeiter auf vier Kontinenten: Meetings sind demnach in 72 Prozent der Fälle ineffektiv, 62 Prozent der Befragten sitzen oft in Terminen ohne erkennbares Ziel in der Einladung. Eine Agenda macht Besprechungen nach Ansicht von 79 Prozent produktiver.

Floskeln verursachen die schlechte Meetingbilanz nicht allein, liefern aber die passende Tonspur. Die folgende Übersicht sammelt die Klassiker vom Konferenztisch. Die rechte Spalte übersetzt mit einem Augenzwinkern, was bei vielen Zuhörern tatsächlich ankommt.

Floskel im MeetingWas viele Zuhörer heraushören
„Lass uns das offline nehmen.“Das Thema stört gerade und kommt vermutlich nie wieder zur Sprache.
„Wir müssen die Leute abholen.“Die Entscheidung steht, die Betroffenen erfahren davon zuletzt.
„Da bin ich ganz bei dir.“Gleich folgt der Widerspruch.
„Das nehme ich mal mit.“Damit passiert erst einmal nichts.
„Lass uns da noch mal drüberschauen.“Der Vorschlag ist durchgefallen.
„Wir müssen das Rad nicht neu erfinden.“Neue Ideen sind gerade unerwünscht.
„Erst mal die Low Hanging Fruits.“Wir erledigen das Einfache und nennen den Plan Strategie.
„Das wäre ein schöner Quick Win.“Ein Erfolg, der bis zur nächsten Präsentation hält.
„Hier liegen Synergien.“Zwei Abteilungen werden zusammengelegt.
„Ich melde mich zeitnah.“Ein Datum nennt der Sprecher bewusst nicht.
„Hast du kurz Zeit für einen Call?“Eine Stunde ist mindestens weg.
„Dafür habe ich gerade keine Bandbreite.“Ich will nicht.
„Da müssen wir proaktiv rangehen.“Irgendwer soll ohne Auftrag loslegen.
„Das ist kein Problem, sondern eine Herausforderung.“Wir haben ein Problem.
„Am Ende des Tages …“Gleich folgt eine Selbstverständlichkeit.
„Das war ein wichtiges Learning.“Ein Fehler, den niemand beim Namen nennt.
„Wir sitzen alle im selben Boot.“Die Einsparung trifft vor allem die anderen.
„Das müssen wir priorisieren.“Das Vorhaben landet auf dem Stapel für später.
„Lass uns einen Deep Dive machen.“Zum selben Thema folgt ein weiteres Meeting.
„Wir sollten mal out of the box denken.“Bitte kreativ sein, aber ohne Budget.
„Ich spiele den Ball mal zurück.“Die Arbeit liegt ab sofort bei Ihnen.
„Das zahlt auf unsere Ziele ein.“Einen messbaren Nutzen kann gerade niemand nennen.
Klassische Meeting-Floskeln und ihre augenzwinkernde Übersetzung. Eigene Zusammenstellung Dr. Web.

Fast alle Einträge verschieben Verantwortung, entweder auf später oder auf jemand anderen. „Zeitnah“ nennt kein Datum, „Das nehme ich mal mit“ keinen Zuständigen. Der Kalender füllt sich trotzdem, weil jede vertagte Frage einen neuen Termin mit denselben Teilnehmern braucht.

Ein Meeting, in dem die Hälfte dieser Floskeln fällt, ist deshalb oft viel Lärm um nichts. Im Besprechungsraum bleibt Redezeit stärker im Gedächtnis als ein Ergebnis. Ein Teilnehmer, der fünf Minuten lang „Hebel“, „Roadmap“ und „Alignment“ aneinanderreiht, wirkt engagiert, auch wenn am Ende kein einziger Beschluss steht.

Die Stunde kostet trotzdem Geld. Wie schnell sich die Kosten eines Meetings zu sechsstelligen Jahresbeträgen summieren, zeigt eine Beispielrechnung bei Dr. Web. Sechs Personen, eine Stunde und ein realistischer Stundensatz ergeben schnell einen dreistelligen Betrag pro Termin.

Bingo im Videocall

Mit dem Homeoffice ist eine eigene Ausgabe des Spiels für Videokonferenzen entstanden. Auf dieser Karte stehen Sätze wie „Hört ihr mich?“, „Du bist noch auf stumm“ oder „Können alle meinen Bildschirm sehen?“. Keine dieser Fragen ist falsch, nur kostet jede davon Minuten, bevor der erste inhaltliche Satz fällt. Laut Microsofts Work Trend Index 2023 sitzen Nutzer von Microsoft Teams seit Februar 2020 in dreimal so vielen Meetings und Anrufen pro Woche.

Hinzu kommen die Übergangsrituale: „Wir warten noch zwei Minuten, bis alle da sind“, „Ich muss gleich in den nächsten Call“ oder „Sorry, ich war kurz eingefroren“. Jede Formel für sich bleibt harmlos, in der Summe verschieben die Rituale den Beginn der eigentlichen Arbeit spürbar nach hinten.

Auf den Punkt
  • Vertagen statt entscheiden: Die meisten Meeting-Floskeln schieben Verantwortung auf später oder auf andere.
  • Redezeit statt Beschluss: Floskelreiche Wortbeiträge wirken engagiert, auch wenn am Ende nichts entschieden ist.
  • Videocall-Rituale: Technikfragen und Wartezeiten verzögern den Einstieg in die eigentliche Arbeit.

Welche Floskeln füllen E-Mails, Chats und LinkedIn-Posts?

Kasten mit orangefarbenen Papierfliegern, Fahne mit
38 Prozent der Befragten begegnen Modewörtern laut Preply am häufigsten per E-Mail.

Schriftlich wuchern Floskeln besonders stark, weil niemand sofort widerspricht: „Kurze Rückfrage“, „Danke vorab“, „Halt mich gern im Loop“ oder „Ich freue mich, bekannt geben zu dürfen“. In einer Umfrage des Sprachlernanbieters Preply nannten die Befragten die E-Mail am häufigsten als Fundort für Modewörter.

Preply befragte im November 2022 insgesamt 1.002 Büroangestellte in den USA. 38 Prozent begegnen Modewörtern am häufigsten per E-Mail, 29 Prozent im persönlichen Gespräch und 24 Prozent in Chatnachrichten. Gut jeder vierte Befragte hört die Begriffe sogar mehrmals am Tag.

In Deutschland wollte YouGov im September 2019 von 1.035 Erwerbstätigen wissen, welche Bürofloskeln am meisten nerven. An der Spitze standen ausgerechnet die Grußkürzel aus dem Mailverkehr: „MfG“ störte 21 Prozent, „LG“ 19 Prozent. Dahinter folgten „To Do’s“ mit 18 Prozent sowie „Wer schreibt Protokoll?“, „Briefing“ und „Home Office“ mit je 17 Prozent.

Die Modewörter landeten weiter hinten, aber sie landeten auf der Liste. „Asap“ nervte 16 Prozent, „Ich sehe dich da im Lead“ 11 Prozent, „Halt mich gern im Loop“ 9 Prozent und der „Gamechanger“ 7 Prozent. Immerhin 28 Prozent gaben an, im Büro noch nie nervige Floskeln gehört zu haben. Ein Teil dieser Gruppe hört die Phrasen vermutlich schlicht nicht mehr heraus.

Das Postfach

Die E-Mail pflegt ihre eigenen Rituale. „Ich hoffe, dir geht’s gut“ eröffnet Nachrichten an Menschen, deren Befinden den Absender nicht weiter interessiert. „Wie besprochen“ leitet gern Dinge ein, die nie jemand besprochen hat. Die „freundliche Erinnerung“ ist selten freundlich gemeint.

Floskel in der E-MailWas der Empfänger heraushört
„Ich hoffe, dir geht’s gut.“Gleich folgt eine Bitte.
„Kurze Rückfrage …“Fünf Fragen folgen.
„Wie besprochen …“Besprochen wurde wenig, festgehalten gar nichts.
„Freundliche Erinnerung“Sie sind überfällig.
„Danke vorab!“Ein Nein ist nicht vorgesehen.
„Nur zur Info“Später gelten Sie als informiert.
„Siehe unten“Bitte durch 40 ältere Nachrichten scrollen.
„Anbei wie gewünscht“Der Anhang fehlt.
„Gerne auch kurzfristig“Bis heute Abend.
„Ich schiebe das Thema mal nach oben.“Sie haben noch nicht geantwortet.
„Lass uns das asynchron klären.“Niemand will telefonieren.
Typische E-Mail-Floskeln und ihre augenzwinkernde Übersetzung. Eigene Zusammenstellung Dr. Web.

Der Chat

Im Firmenchat verdichtet sich die Sprache noch weiter. „Ping mich an“, „FYI“ und „Halt mich im Loop“ ersetzen ganze Sätze, das Daumen-hoch-Symbol ersetzt die Zusage. Berüchtigt ist die Nachricht „Hallo, kurze Frage“, auf die minutenlang keine Frage folgt, während der Empfänger auf den Rest wartet.

LinkedIn

Auf LinkedIn wird das Bingo zur öffentlichen Aufführung. Viele Beiträge beginnen mit „Ich freue mich, bekannt geben zu dürfen …“ und enden mit „Was denkt ihr?“. Im Mittelteil stehen die „Lessons learned“ aus einem gescheiterten Projekt oder fünf Führungsweisheiten, die der Autor angeblich beim Joggen gelernt hat.

Eine Formel zeigt dabei besonders deutlich ihre Herkunft. „Ich bin demütig und dankbar“ ist die wörtliche Übersetzung von „I’m humbled and grateful“. Im Deutschen beschreibt „demütig“ allerdings Ergebenheit und passt schlecht zu einer Beförderung, die der Autor gerade stolz verkündet. Die Lehnübersetzung verrät, wie viel Englisch im deutschen Business-Sprech steckt.

Auf den Punkt
  • Fundort Postfach: In der Preply-Umfrage begegnen 38 Prozent der Befragten Modewörtern am häufigsten per E-Mail.
  • Kürzel nerven am meisten: „MfG“ und „LG“ führen die YouGov-Liste der nervigsten Bürofloskeln an.
  • Falscher Ton: „Ich bin demütig“ überträgt „I’m humbled“ wörtlich und klingt im Deutschen nach Ergebenheit.

Wie klingt Bullshit-Bingo in Stellenanzeige und Vorstellungsgespräch?

Eine Orange in einem weißen Metallkorb mit Etikett vor weißem Hintergrund
Obstkorb statt Gehaltsangabe: 49 Prozent der Fachkräfte halten ein konkretes Gehalt in der Stellenanzeige für sehr wichtig.

Im Bewerbungsprozess spielen beide Seiten mit: Die Stellenanzeige verspricht ein „junges, dynamisches Team“ und „flache Hierarchien“, der Bewerber antwortet mit „Teamplayer“ und „belastbar“. Jeder kennt die Formeln des Gegenübers, trotzdem wiederholen alle Beteiligten das Ritual bei jeder neuen Stelle.

Die Stellenanzeige

Schon die Anzeige liest sich oft wie eine ausgefüllte Bingokarte. „Hands-on-Mentalität“ steht dort neben „spannenden Herausforderungen“, Obstkorb und Kickertisch. Wie Fachkräfte solche Formeln lesen, hat das Jobportal meinestadt.de im April 2023 vom Institut Bilendi erheben lassen. Unter 3.000 Beschäftigten mit Berufsausbildung hielten 58 Prozent den „großen Gestaltungsspielraum“ für eine inhaltsleere Floskel.

Beim „dynamisch wachsenden Arbeitsumfeld“ urteilten ebenso viele Befragte, bei den „flachen Hierarchien“ 57 Prozent. Als hilfreich empfanden 68 Prozent dagegen die Aussage „Wir bieten eine langfristige Perspektive“. Eine konkrete Zusage schlägt also jedes Adjektiv.

Was Fachkräfte stattdessen lesen wollen, zeigt dieselbe Umfrage. 58 Prozent halten Angaben zu Arbeitsinhalten und Tätigkeiten für sehr wichtig, 49 Prozent ein konkretes Gehalt oder eine Gehaltsspanne. Angaben zu Kultur und Werten des Unternehmens stufte nur jeder Fünfte als sehr wichtig ein. Hochglanzprosa über das Leitbild beantwortet damit eine Frage, die nur eine Minderheit stellt.

In den USA fällt das Urteil ähnlich aus. In der Preply-Befragung störten sich 38 Prozent in Stellenanzeigen am Versprechen „like a family“, 37 Prozent am „fast-paced environment“ und 36 Prozent am gesuchten „Rockstar“. Insgesamt bewerteten 55 Prozent Modewörter in Stellenanzeigen negativ, nur 2 Prozent fanden eine Stelle dadurch attraktiver.

Manche Floskel wird sogar zum Rechtsrisiko, wie ein Urteil des Bundesarbeitsgerichts vom 19. Mai 2016 zeigt (Az. 8 AZR 470/14). Eine Kanzlei hatte Berufseinsteigern eine langfristige Perspektive „in einem jungen und dynamischen Team“ angeboten. Die Richter werteten die Anzeige als unmittelbare Benachteiligung wegen des Alters: „Jung“ knüpfe direkt an das Lebensalter an, „dynamisch“ verstärke diesen Bezug noch.

Weitere Gerichte folgten dieser Linie. Das Landesarbeitsgericht Nürnberg bestätigte 2020 eine Entschädigung von 6.710,98 Euro für einen 61-jährigen Bewerber, dem eine Anzeige die Mitarbeit „in einem jungen, hochmotivierten Team“ versprochen hatte. 2024 sprach das Landesarbeitsgericht Baden-Württemberg einem 1972 geborenen Bewerber 7.500 Euro zu, weil ein Unternehmen per Anzeige einen „Digital Native“ suchte.

Formulierung in der StellenanzeigeWas Bewerber oft heraushören
„junges, dynamisches Team“Ältere Bewerber sind nicht gemeint.
„flache Hierarchien“Der Gründer entscheidet alles selbst.
„familiäre Atmosphäre“Überstunden gelten als Freundschaftsdienst.
„attraktive Vergütung“Die Zahl wäre zu niedrig für die Anzeige.
„Obstkorb und Kickertisch“Mehr Zusatzleistungen fielen der Personalabteilung nicht ein.
„Hands-on-Mentalität“Eine Einarbeitung findet nicht statt.
„hohe Belastbarkeit“Das Team ist chronisch unterbesetzt.
„abwechslungsreiches Aufgabengebiet“Drei Stellen in einer.
„Wir suchen einen Rockstar.“Gesucht wird ein Allrounder zum Juniorgehalt.
„Du brennst für Marketing?“Feierabend ist Verhandlungssache.
„Wir sind wie eine Familie.“Kritik gilt schnell als Illoyalität.
„spannende Herausforderungen“Der Vorgänger hat einiges liegen lassen.
„Start-up-Mentalität“Feste Abläufe fehlen, Budget ebenfalls.
„eigenverantwortliches Arbeiten“Fragen stellen ist unerwünscht.
Beliebte Formulierungen in Stellenanzeigen und ihre augenzwinkernde Übersetzung. Eigene Zusammenstellung Dr. Web.

Das Gespräch

Im Vorstellungsgespräch geht das Spiel in die zweite Runde. Personalverantwortliche fragen „Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?“ oder „Was ist Ihre größte Schwäche?“, obwohl beide Seiten die Antworten auswendig kennen. Der Bewerber ist dann „manchmal zu perfektionistisch“ und sieht sich in fünf Jahren „gern mit mehr Verantwortung, am liebsten bei Ihnen“. Am Tisch nicken alle zufrieden.

Frage im VorstellungsgesprächAntwort aus dem Bingo-Handbuch
„Erzählen Sie doch mal etwas über sich.“„Ich bin ein echter Teamplayer mit Hands-on-Mentalität.“
„Was ist Ihre größte Schwäche?“„Ich bin manchmal zu perfektionistisch.“
„Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?“„In einer Position mit mehr Verantwortung, gern bei Ihnen.“
„Warum wollen Sie wechseln?“„Ich suche eine neue Herausforderung.“
„Wie gehen Sie mit Druck um?“„Unter Druck laufe ich zur Höchstform auf.“
„Warum ausgerechnet wir?“„Ihre Werte passen perfekt zu meinen.“
„Wie würden Kollegen Sie beschreiben?“„Als lösungsorientiert, zuverlässig und kommunikationsstark.“
„Was ist Ihnen bei einem Arbeitgeber wichtig?“„Eine offene Feedbackkultur und Raum für Entwicklung.“
„Haben Sie noch Fragen an uns?“„Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?“
Standardfragen im Vorstellungsgespräch und die dazu passenden Standardantworten. Eigene Zusammenstellung Dr. Web.

Der Erkenntnisgewinn solcher Fragen bleibt gering, weil jede Antwort längst in Bewerbungsratgebern steht. Ein Gespräch über ein konkretes Projekt oder eine echte Arbeitsprobe verrät mehr über einen Menschen als zehn einstudierte Standardantworten.

Die Bewerberseite

Bewerber greifen zu Floskeln, weil Ratgeber genau darauf trainieren. „Teamfähig“, „kommunikationsstark“ und „lösungsorientiert“ stehen in so vielen Lebensläufen, dass Personaler die Adjektive beim Lesen überspringen. Die Selbstbeschreibung verliert damit genau die Wirkung, die sie erzielen soll.

Das Anschreiben folgt einem eigenen Kanon. „Hiermit bewerbe ich mich um die ausgeschriebene Stelle“, „Mit großem Interesse habe ich Ihre Anzeige gelesen“ und „Über eine Einladung zu einem persönlichen Gespräch freue ich mich sehr“ stehen in unzähligen Briefen. Personaler überfliegen solche Sätze meist nach wenigen Wörtern.

Der Ausweg liegt im Konkreten: Ein beziffertes Projekt oder eine Kundenzahl überzeugt mehr als jedes Adjektiv. Wie eine überzeugende Selbstdarstellung ohne Angeber-Alarm gelingt, beschreibt ein eigener Ratgeber bei Dr. Web. Ein Satz wie „Ich habe die Bearbeitungszeit für Reklamationen von zehn auf vier Tage gesenkt“ braucht kein einziges Buzzword.

Auf den Punkt
  • Leere Versprechen: 58 Prozent der Fachkräfte halten den „großen Gestaltungsspielraum“ in Stellenanzeigen für eine Floskel.
  • Rechtsrisiko Alter: „Jung und dynamisch“ in der Anzeige wertet das Bundesarbeitsgericht als Altersdiskriminierung.
  • Einstudierte Antworten: Fragen nach Schwächen und Fünfjahresplänen liefern nur Antworten aus dem Ratgeber.

Welche Floskeln prägen das Feedbackgespräch mit HR und Führungskraft?

Ein Sandwich aus Toast und einer Paprika mit „FEEDBACK“-Fähnchen auf einem Teller
Kritik zwischen zwei Scheiben Lob: Beim Sandwich-Feedback geht die eigentliche Botschaft oft unter.

Im Feedbackgespräch dominieren Formeln, die Kritik abfedern: „Entwicklungsfelder“ statt Schwächen, „Luft nach oben“ statt schwacher Leistung, „Wachstumschance“ statt Zusatzarbeit und „Das Budget gibt das leider nicht her“ statt einer klaren Absage. Hinterher wissen beide Seiten selten genau, was vereinbart ist.

Das Halbjahres- oder Jahresgespräch folgt in vielen Unternehmen einem festen Formular. Die Führungskraft soll Lob und Kritik verteilen. Anschließend vereinbaren Chef und Mitarbeiter Ziele für die nächste Periode. Genau dieses Korsett erzeugt eine Sprache, die möglichst niemanden verletzt und deshalb oft nichts sagt.

Ein Klassiker ist das sogenannte Sandwich-Feedback, bei dem die Kritik zwischen zwei Lagen Lob steckt. Der US-Organisationspsychologe Adam Grant rät von diesem Muster ab. Das Lob wirke unaufrichtig, die Kritik gehe zwischen den Brotscheiben unter, weil Menschen sich vor allem an Anfang und Ende eines Gesprächs erinnern.

Hinzu kommt ein Messproblem, auf das die Managementautoren Marcus Buckingham und Ashley Goodall im Harvard Business Review hinweisen. Mehr als die Hälfte einer Leistungsbewertung spiegelt nach ihrer Analyse die Eigenheiten der bewertenden Person. Eine vage Formel wie „Da ist noch Luft nach oben“ verschleiert diesen Anteil zusätzlich, weil sie keine überprüfbare Beobachtung enthält.

Kritik löst nach Darstellung der beiden Autoren zudem eine Kampf-oder-Flucht-Reaktion im Gehirn aus, die das Lernen hemmt. Das Bedürfnis vieler Führungskräfte, Kritik abzufedern, hat also einen nachvollziehbaren Kern. Nur hilft die Watte aus Floskeln niemandem, der danach wissen will, was er besser machen soll.

Floskel im FeedbackgesprächWas beim Mitarbeiter ankommt
„Wir sehen bei Ihnen noch Entwicklungsfelder.“Gleich folgt Kritik, sorgfältig verpackt.
„Da ist noch Luft nach oben.“Die Leistung reicht nicht.
„Sie müssen sichtbarer werden.“Ihre Arbeit fällt der Chefetage nicht auf.
„Übernehmen Sie mehr Ownership.“Mehr Arbeit bei gleichem Gehalt.
„Wie haben Sie sich selbst im letzten Halbjahr gesehen?“Bitte kritisieren Sie sich zuerst selbst.
„Lassen Sie uns gemeinsam Ziele definieren.“Die Ziele stehen längst fest.
„Wir glauben an Ihr Potenzial.“Eine Beförderung kommt jetzt nicht.
„Das Budget gibt das dieses Jahr leider nicht her.“Die Gehaltserhöhung fällt aus.
„Wir müssen Ihre Erwartungen managen.“Ihre Wünsche sind zu hoch.
„Das sehen wir als Wachstumschance.“Zusätzliche Aufgaben ohne neuen Titel.
„Sie sind ein wichtiger Teil des Teams.“Ein Lob als Polster vor dem nächsten Satz.
„Wir wollen Sie mitnehmen.“Die Umstrukturierung ist beschlossen.
Typische Formeln aus Feedbackgesprächen samt augenzwinkernder Übersetzung. Eigene Zusammenstellung Dr. Web.

Die Tabelle zeigt, wie gründlich viele Führungskräfte in solchen Gesprächen um den heißen Brei herumreden. Der Mitarbeiter verlässt den Raum mit einem guten Gefühl und ohne einen einzigen Satz, an dem er seine Arbeit ausrichten könnte. Beim nächsten Gespräch beginnt das Spiel von vorn.

Der Geheimcode im Arbeitszeugnis

Am Ende eines Arbeitsverhältnisses steht die höchste Kunstform der Floskel: das Arbeitszeugnis. Paragraf 109 der Gewerbeordnung verlangt, dass ein Zeugnis „klar und verständlich formuliert“ ist. Versteckte Botschaften sind ausdrücklich verboten, also Formulierungen, die eine andere Aussage treffen sollen als ihr Wortlaut.

Im Alltag hat sich trotzdem eine feste Notenskala der Zeugnissprache etabliert. Gewerkschaften und Kammern erklären den Code sogar öffentlich. Laut ver.di steht „stets zu unserer vollsten Zufriedenheit“ für sehr gut, „stets zu unserer vollen Zufriedenheit“ für gut. Ein „bemüht“ im Zeugnis bedeutet nach Lesart der IHK Rheinhessen mangelhaft, bei ver.di sogar ungenügend.

Formulierung im ArbeitszeugnisBedeutung in der Zeugnissprache
„stets zu unserer vollsten Zufriedenheit“sehr gut
„stets zu unserer vollen Zufriedenheit“gut
„zu unserer vollen Zufriedenheit“befriedigend
„zu unserer Zufriedenheit“ausreichend
„war bemüht, die Aufgaben zu unserer Zufriedenheit zu erledigen“mangelhaft (IHK) bis ungenügend (ver.di)
„trug durch Geselligkeit zur Verbesserung des Betriebsklimas bei“Hinweis auf Alkohol im Dienst
Die gängige Notenskala der Zeugnissprache. Quelle: ver.di, Das ABC der Zeugnissprache; IHK Rheinhessen.

Das Bundesarbeitsgericht hat diese Skala 2014 in einem Urteil angewandt (Az. 9 AZR 584/13). „Zur vollen Zufriedenheit“ entspricht danach der Note befriedigend, eine bessere Note muss der Arbeitnehmer selbst begründen und beweisen. Eine „allervollste“ Zufriedenheit sei nicht nötig, befanden die Richter, eine solche Steigerung verstoße „gegen jedes Sprachempfinden“.

Im Urteil steckt zugleich ein Beleg für die Zeugnisinflation. Das Gericht zitiert eine Untersuchung der Universität Erlangen-Nürnberg, nach der 86,6 Prozent von 802 ausgewerteten Zeugnissen gute oder sehr gute Leistungen bescheinigten. Eine Skala, auf der fast neun von zehn Beschäftigten zur Spitzengruppe gehören, sagt über den Einzelnen wenig aus.

Selbst der letzte Satz eines Zeugnisses gehört zum Code. Beschäftigte fürchten oft, ein fehlender Dank am Schluss werde als versteckte Kritik gelesen. Ein Recht auf die freundliche Schlussformel besteht trotzdem nicht, wie das Bundesarbeitsgericht am 11. Dezember 2012 entschied (Az. 9 AZR 227/11): Persönliche Empfindungen des Arbeitgebers gehören nicht zum erforderlichen Inhalt eines Zeugnisses.

Auf den Punkt
  • Weich verpackt: „Entwicklungsfelder“ und „Luft nach oben“ ersetzen im Feedback die konkrete Beobachtung.
  • Code trotz Verbot: Die Gewerbeordnung untersagt versteckte Botschaften, die Notenskala der Zeugnissprache lebt trotzdem weiter.
  • Nur eine Drei: „Zur vollen Zufriedenheit“ ohne „stets“ steht vor Gericht für befriedigend.

Merken die Sprecher, wie absurd ihre Floskeln klingen?

Filmklappe mit Aufschrift B-MOVIE und Bananenschale auf weißem Sockel
Das Drehbuch kennt jeder: Viele Meetings laufen wie ein B-Movie, das alle mit ernster Miene zu Ende spielen.

Viele Sprecher merken nichts davon. In einer Cornell-Studie mit 1.018 Beschäftigten hielten ausgerechnet die Teilnehmer, die Business-Floskeln besonders klug fanden, ihre Chefs für visionärer, schnitten bei Entscheidungsaufgaben schlechter ab und gaben die Phrasen häufiger weiter.

Der Forscher Shane Littrell von der Cornell University hat dafür eine eigene Skala entwickelt, die „Corporate Bullshit Receptivity Scale“. In vier Studien bewerteten über 1.000 Büroangestellte aus den USA und Kanada, wie geschäftstüchtig verschiedene Sätze klingen. Darunter mischte Littrell sinnlose Kunstsätze wie „We will actualize a renewed level of cradle-to-grave credentialing“ und echte Zitate von Chefs großer Konzerne.

Littrell versteht unter Firmen-Bullshit einen Kommunikationsstil, der verwirrende und abstrakte Modewörter auf funktional irreführende Weise einsetzt. Nach seinen Worten verwirrt solche Sprache, statt zu klären. Die Sätze klingen beeindruckend, obwohl ihnen bei genauer Betrachtung jeder greifbare Inhalt fehlt.

Die Ergebnisse erschienen 2026 in der Fachzeitschrift „Personality and Individual Differences“ und fallen für die Floskel-Fans wenig schmeichelhaft aus. Teilnehmer mit hoher Empfänglichkeit für Firmenfloskeln hielten ihre Vorgesetzten für charismatischer und visionärer. Dieselbe Gruppe erzielte zugleich niedrigere Werte beim analytischen Denken und schnitt in einem Test zu beruflichen Entscheidungen deutlich schlechter ab.

Unbequem wird das Muster durch einen weiteren Befund: Die floskelfreundlichen Teilnehmer waren zufriedener mit ihrem Job und fühlten sich von Leitbildern stärker inspiriert. Genau diese Gruppe verbreitete die Phrasen auch häufiger weiter. Littrell vergleicht ein Übermaß an Firmen-Bullshit in einer Organisation mit einer verstopften Toilette der Ineffizienz.

Was die Forschung über Floskeln weiß
Vier Befunde zu Jargon, Status und Selbstwahrnehmung
1.018
Beschäftigte testete die Cornell University: Floskel-Fans entschieden in Tests schlechter
25 %
der Millennials benutzen Büro-Jargon so selbstverständlich, dass sie ihn kaum noch bemerken
64.000
Dissertationstitel zeigen: Autoren von Hochschulen mit niedrigerem Status nutzen mehr Jargon
2/3 bis 3/4
der Befragten blähen ihren Wortschatz bewusst auf, obwohl komplizierte Texte weniger intelligent wirken
Quelle: Littrell, Personality and Individual Differences (2026); LinkedIn und Duolingo, State of Workplace Jargon Report (2023); Brown, Anicich und Galinsky, Organizational Behavior and Human Decision Processes (2020); Oppenheimer, Applied Cognitive Psychology (2006). © 2026 Dr. Web | Das Fachportal für Entscheider | Infografik von Dr. Web

Die Studie beantwortet damit einen Teil der Titelfrage. Manche Sprecher hören den Bullshit nicht, weil sie ihn für Substanz halten. In ihren Ohren klingt „Wir heben Synergien entlang der Wertschöpfungskette“ nach Strategie.

Andere haben sich schlicht an den Klang gewöhnt. In einem Report von LinkedIn und Duolingo aus dem Jahr 2023 gab jeder vierte befragte Millennial an, Büro-Jargon so selbstverständlich zu benutzen, dass ihm das kaum noch auffällt. Die Floskel wandert vom bewussten Schlagwort ins Unterbewusstsein, ähnlich wie ein Dialekt, den der Sprecher selbst nicht mehr hört.

Ausgerechnet diese Generation will den Jargon laut demselben Report am liebsten loswerden. 65 Prozent der Millennials und 60 Prozent der Generation Z wünschen sich weniger Büro-Jargon oder gar keinen mehr, unter den Babyboomern teilen nur 23 Prozent diesen Wunsch. Einsicht und Sprachgebrauch laufen hier sichtbar auseinander.

Beim Publikum kommt der Effekt anders an. Der Psychologe Daniel Oppenheimer, damals an der Princeton University, zeigte 2006, dass unnötig komplizierte Wörter ihren Autor weniger intelligent erscheinen lassen. Laut Oppenheimer räumen zwei Drittel bis drei Viertel der Befragten ein, ihren Wortschatz bewusst aufzublähen, um klüger zu wirken. Für die Arbeit erhielt er den satirischen Ig-Nobelpreis für Literatur.

Der Soziologe Erving Goffman hat für solche Auftritte ein passendes Bild geliefert. In seinem Klassiker „Wir alle spielen Theater“ beschreibt er, wie Menschen sich vor Vorgesetzten, Kunden oder Kollegen inszenieren, oft ohne sich dessen bewusst zu sein. Ein Meeting voller Floskeln gleicht dabei weniger großem Theater als einem B-Movie.

Das Drehbuch kennt jeder, die Dialoge sind hölzern. Trotzdem spielen alle Beteiligten mit vollem Ernst, weil ein einziger Lacher die ganze Szene sprengen würde. Die heimliche Bingokarte ist die Randnotiz eines Publikums, das die Inszenierung längst durchschaut hat und trotzdem höflich sitzen bleibt.

Ausgesprochen wird diese Erkenntnis selten. Das Meeting folgt damit dem Muster von des Kaisers neuen Kleidern: Alle sehen die Leere, niemand will sie als Erster benennen. Manche Sprecher entschuldigen sich inzwischen vorab mit „Sorry für das Buzzword“ und benutzen die Formel dann trotzdem.

Aus Sicht der Redaktion ist dieser Satz das ehrlichste Eingeständnis im ganzen Meeting. Der Sprecher weiß, dass die Formel leer ist, findet aber keine bessere. Bewusstsein und Gewohnheit sind zwei verschiedene Dinge. Im Konferenzraum gewinnt meistens die Gewohnheit.

Auf den Punkt
  • Blind für den eigenen Jargon: Floskel-Fans halten ihre Chefs für visionärer und verbreiten die Phrasen häufiger weiter.
  • Der Bumerang: Unnötig komplizierte Wörter lassen ihren Autor laut Oppenheimer weniger intelligent wirken.
  • B-Movie mit Ernst: Alle kennen das Drehbuch, trotzdem spielt jeder seine Rolle zu Ende.

Wie klingt Bullshit-Bingo in der Chefetage?

Weißes Megafon auf Sockel, aus dem bunte Seifenblasen strömen, mit Schild „AUFBRUCH“
Nur 23 Prozent der Beschäftigten trauen ihrer Geschäftsführung laut Gallup zu, künftige Herausforderungen zu meistern.

In Townhalls und Rundmails klingt Bullshit-Bingo nach Aufbruch: „Wir stellen uns neu auf“, „Wir werden schlanker und agiler“, „Das Marktumfeld bleibt herausfordernd“ oder „Wir fokussieren uns auf das Kerngeschäft“. Hinter solchen Sätzen verbergen sich oft Stellenabbau oder schwache Zahlen.

Führungskräfte stehen dabei unter besonderem Druck. Jeder Satz aus einer Betriebsversammlung kann binnen Stunden beim Betriebsrat oder in der Presse landen. Die glatte Formel senkt dieses Risiko für den Sprecher, erhöht aber für alle anderen den Aufwand, die eigentliche Botschaft zu entschlüsseln.

Floskel der ChefetageWas die Belegschaft heraushört
„Wir stellen uns neu auf.“Eine Umstrukturierung steht bevor.
„Wir werden schlanker und agiler.“Stellen fallen weg.
„Das Marktumfeld bleibt herausfordernd.“Die Zahlen sind schlecht.
„Wir fokussieren uns auf das Kerngeschäft.“Ein Geschäftsbereich wird verkauft oder geschlossen.
„Wir befinden uns auf einer Transformationsreise.“Das Ziel kennt noch niemand.
„Kostendisziplin hat jetzt oberste Priorität.“Dienstreisen und Weihnachtsfeier fallen aus.
„Wir leben eine offene Fehlerkultur.“Fehler landen trotzdem in der Beurteilung.
„Unsere Mitarbeiter sind unser wichtigstes Kapital.“Gleich folgt eine Sparrunde.
„Wir trennen uns im gegenseitigen Einvernehmen.“Der Vorstand musste gehen.
„Meine Tür steht immer offen.“Termine vergibt das Vorzimmer.
„Wir investieren in unsere Zukunft.“Der Gewinn sinkt vorerst.
Floskeln aus Townhall, Rundmail und Quartalsbericht samt augenzwinkernder Übersetzung. Eigene Zusammenstellung Dr. Web.

Wie wenig solche Formeln überzeugen, zeigt der Engagement Index von Gallup für 2025. Nur 23 Prozent der Beschäftigten in Deutschland trauen ihrer Geschäftsführung zu, künftige Herausforderungen zu meistern. Begeistert von der Unternehmensführung sind gerade einmal 18 Prozent. Emotional stark an ihren Arbeitgeber gebunden sind lediglich 10 Prozent, 13 Prozent haben innerlich gekündigt.

Der Wille der Belegschaft ist dabei selten das Problem. Wie vorhandene Leistungsbereitschaft an fehlender Führung scheitert, hat Dr. Web ausführlich analysiert. Glatte Townhall-Sätze sind ein Teil dieses Führungsproblems, weil sie Orientierung versprechen und keine liefern.

Wie schnell solche Sprache zur Lachnummer wird, zeigt ein Beispiel aus der Mitteilung der Cornell University zu Littrells Studie. In einer 2009 durchgesickerten Marketingpräsentation von Pepsi fand die „Pepsi-DNA“ ihren Ursprung, übersetzt, „in der Dynamik von Perimeter-Oszillationen“. Das Papier sorgte in zahlreichen Medien für Spott.

Littrell warnt zudem vor einem Teufelskreis. Beschäftigte, die auf Firmen-Bullshit hereinfallen, helfen nach seiner Einschätzung womöglich genau jenen Führungskräften nach oben, die diese Sprache am liebsten benutzen. Je mehr Floskeln eine Organisation belohnt, desto mehr Floskel-Profis sitzen irgendwann am Kopfende des Tisches.

Auf den Punkt
  • Aufbruch als Verpackung: Townhall-Floskeln kündigen Umbau und Sparrunden an, ohne sie zu benennen.
  • Geringes Vertrauen: Nur 23 Prozent trauen ihrer Geschäftsführung laut Gallup zu, die Zukunft zu meistern.
  • Teufelskreis: Floskel-Fans helfen womöglich genau den Chefs nach oben, die am liebsten in Phrasen reden.

Microsoft versteckte 2014 den Abbau von 12.500 Stellen im elften Absatz eines Memos über den angemessenen finanziellen Rahmen seiner Gerätestrategie. Bullshit-Bingo ist deshalb kein Pausenspaß, sondern die Notwehr einer Belegschaft, deren Chefs Klartext für ein Risiko halten.

— Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web

Warum hält sich Bullshit-Bingo so hartnäckig?

Orangener Schirm aus Sprechblasen-Flicken mit Anhänger „ABSICHERUNG“ am Griff vor weißem Grund
Floskeln schützen den Sprecher, weil ohne konkrete Zusage auch kein Fehler nachweisbar ist.

Floskeln überleben, weil der Sprecher von ihnen profitiert: Eine Phrase klingt kompetent und legt niemanden auf eine überprüfbare Zusage fest. Die Kosten tragen die Zuhörer, mit ihrer Zeit und mit ihrem Vertrauen.

Die Floskel als Versicherung

Eine konkrete Zusage lässt sich überprüfen, eine Floskel nicht. „Wir gehen das zeitnah an“ klingt nach Plan und bindet trotzdem niemanden an einen Termin. In Organisationen, die Fehler bestrafen, wird die Unverbindlichkeit so zur Überlebensstrategie.

Im Sinne Harry Frankfurts ist genau diese Formel Bullshit. Der Satz muss weder stimmen noch falsch sein, er soll nur den Sprecher schützen. Die Gleichgültigkeit gegenüber dem Inhalt macht aus einer höflichen Wendung eine Ausrede auf Vorrat.

Die Floskel als Mitgliedsausweis

Jedes Unternehmen entwickelt seinen eigenen Dialekt. Neue Beschäftigte übernehmen das Vokabular oft schon in den ersten Wochen, weil jeder Neuling dazugehören will. Ein Neuzugang, der nach einem Monat von „Alignment“ und „Stakeholdern“ spricht, signalisiert vor allem eines: Die Codes der Gruppe sitzen. Über seine fachliche Qualität verrät die Wortwahl dagegen nichts.

Für Außenstehende wirkt dieser Dialekt wie eine geschlossene Tür. Die Kommunikationsforscherin Hillary Shulman von der Ohio State University zeigte 2020 mit 650 Teilnehmern, dass Fachjargon das Verständnis von Texten über Wissenschaft stört, selbst wenn die Begriffe erklärt werden. Schwierige Spezialwörter senden nach ihren Worten ein Signal: Du gehörst nicht dazu. Eine frühere Studie hatte bereits gezeigt, dass Jargon Leser an wissenschaftlichen Aussagen zweifeln lässt.

Die Beratungsbranche und US-Konzerne liefern dabei laufend Nachschub. Begriffe wie „Ownership“, „Mindset“ oder „Purpose“ wandern aus Folien und Führungsseminaren in deutsche Besprechungsräume. Eine Übersetzung sucht dort selten jemand, weil der englische Ausdruck moderner klingt.

Die Floskel als Statussymbol

Hinter manchem Jargon steckt Unsicherheit. Forscher um Zachariah Brown von der Columbia Business School werteten 64.000 Dissertationen aus: Autoren von Hochschulen mit niedrigerem Ansehen verwendeten in ihren Titeln mehr Fachjargon. In weiteren Experimenten steigerte ein niedriger Status den Jargon sogar im direkten Gespräch, weil die Betroffenen stärker auf ihre Wirkung achteten als auf Verständlichkeit. Abkürzungen und Juristendeutsch erfüllen laut der Studie dieselbe Funktion.

Viele Beschäftigte halten den Jargon zudem für karrierefördernd. Im Report von LinkedIn und Duolingo glaubten 61 Prozent der Befragten, dass ein besseres Verständnis von Büro-Jargon beim Vorankommen hilft. Zugleich gaben 40 Prozent an, wegen unbekannter oder falsch benutzter Begriffe schon ein Missverständnis erlebt oder einen Fehler gemacht zu haben.

Die Floskel als Schonkost für schlechte Nachrichten

Besonders zäh halten sich Floskeln dort, wo schlechte Nachrichten zu überbringen sind. Aus Entlassungen werden „Freisetzungen“, aus Stellenabbau wird eine „Anpassung der Personalkapazitäten“. Die Jury der Sprachkritischen Aktion Unwort des Jahres rügt solche Wortschöpfungen seit Jahrzehnten: 2004 traf der Titel das „Humankapital“, 2005 die „Entlassungsproduktivität“.

Schon 1994 stand „Freisetzungen“ auf der Liste der gerügten Begriffe, im selben Jahr wurden die „Peanuts“ zum Unwort des Jahres. Die Beschönigung hat also eine lange Tradition in deutschen Chefetagen. Die Betroffenen durchschauen den Euphemismus trotzdem sofort, gerade weil er so glatt klingt.

Zusätzlichen Nachschub liefern inzwischen Sprachmodelle. Chatbots lernen aus vorhandenen Texten und damit auch aus Millionen Seiten Geschäftskorrespondenz. Entsprechend leicht rutschen Formeln wie „am Ende des Tages“ oder „Mehrwert schaffen“ in maschinell erzeugte Mails und Präsentationen, sofern niemand gründlich gegenliest.

Auf den Punkt
  • Versicherung: Eine Floskel legt den Sprecher auf nichts fest und schützt ihn so vor Fehlern.
  • Statussignal: Menschen mit niedrigerem Status greifen nachweislich häufiger zu Jargon.
  • Schonkost: Beschönigungen wie „Freisetzungen“ landen seit Jahrzehnten auf der Liste der Unwörter.

Wie entkommen Teams dem Bullshit-Bingo?

Sparschwein mit Aufdruck „PHRASEN“ auf einem Podest und eine 1-Euro-Münze
Ein Euro pro Floskel: Das Phrasenschwein macht die eigenen Sprachgewohnheiten im Team hörbar.

Teams entkommen dem Bullshit-Bingo, indem sie jede Floskel durch eine prüfbare Angabe ersetzen: ein Datum statt „zeitnah“, einen Namen statt „wir“, eine Zahl statt „Mehrwert“ und einen Beschluss statt „Das nehmen wir mit“. Feste Meetingregeln und eine gemeinsame Streichliste helfen dabei.

Der einfachste Test kostet nichts: Würde eine Nachbarin den Satz verstehen, ohne nachzufragen? „Wir müssen die Stakeholder abholen“ fällt durch, „Frau Weber aus dem Vertrieb erfährt am Donnerstag von der neuen Preisliste“ besteht. Die zweite Fassung ist länger, spart aber die Rückfrage und das Folgemeeting.

Wir bei Dr. Web arbeiten im eigenen Lektorat mit genau so einer Streichliste. Wendungen wie „am Ende des Tages“, „Potenziale heben“ oder „auf das nächste Level bringen“ fliegen dort raus, weil jede davon wörtlich übersetztes Englisch ist. Die folgende Tabelle zeigt einen Auszug mit dem deutschen Gegenstück.

Denglisch aus dem MeetingKlares Deutsch
„Am Ende des Tages …“Unterm Strich …
„Das macht Sinn.“Das ergibt Sinn. / Das leuchtet ein.
„Lass uns einen Deep Dive machen.“Lass uns das im Detail durchgehen.
„Das ist ein Game Changer.“Das verändert unser Geschäft, weil …
„Das habe ich auf dem Radar.“Das behalte ich im Blick.
„Erst die Low Hanging Fruits.“Erst das Naheliegende.
„Lass uns kurz touchen.“Lass uns kurz abstimmen.
„Ich reache mal out.“Ich melde mich bei der Kundin.
„Darauf circlen wir back.“Darauf kommen wir am Freitag zurück.
„Denk mal out of the box.“Schau mal über den Tellerrand.
„Das ist eine Win-win-Situation.“Davon haben beide Seiten etwas.
„Das moved die Needle nicht.“Das bewirkt zu wenig.
„Wir brauchen dein Commitment.“Wir brauchen deine verbindliche Zusage bis Montag.
„Kannst du das ownen?“Übernimmst du das?
Auszug aus der Streichliste des Dr.-Web-Lektorats mit dem deutschen Gegenstück. Eigene Zusammenstellung Dr. Web.

Im Meeting selbst helfen zwei schlichte Regeln oft mehr als jede noch so ausgefeilte Moderationstechnik. Jede Einladung nennt die Entscheidung, die am Ende fallen soll. Zum Abschluss steht ein Protokoll, das jeder Aufgabe einen Namen und ein Datum zuordnet.

Wie nötig diese Disziplin ist, zeigt der Work Trend Index von Microsoft aus dem Jahr 2023. Ineffiziente Meetings nannten die Befragten als größten Störfaktor ihrer Produktivität, 55 Prozent beklagten unklare nächste Schritte am Ende einer Besprechung. Ein Protokoll mit Namen und Terminen beseitigt genau diese Unklarheit.

Eine Einladung ohne Bingo

Wie viel ein einziger Absatz ändern kann, zeigt ein Beispiel aus dem Postfach. Eine typische Einladung lautet: „Hi zusammen, lasst uns zeitnah einen kurzen Call aufsetzen, um die Learnings aus Q2 zu alignen und die nächsten Steps zu priorisieren.“ Nach dieser Mail weiß niemand, wann das Treffen stattfindet und was am Ende herauskommen soll.

Die klare Fassung braucht nur wenige Wörter mehr: „Hallo zusammen, am Donnerstag um 10 Uhr entscheiden wir in 30 Minuten, welche zwei Kampagnen aus dem zweiten Quartal wir im Herbst fortsetzen. Bitte bringt die Klickzahlen eurer Kampagne mit.“ Termin, Dauer, Entscheidung und Vorbereitung stehen in zwei Sätzen, ohne ein einziges Modewort.

Feedback, Stellenanzeige und Teamkultur

Im Feedbackgespräch ersetzt die Beobachtung das Etikett. Statt „Da ist noch Luft nach oben“ heißt der Satz dann: „In der Präsentation am Dienstag fehlten die Umsatzzahlen für das zweite Quartal.“ Die Führungskraft muss dafür genauer hinsehen, der Mitarbeiter weiß danach aber, was er ändern soll.

Statt des Lob-Sandwichs empfiehlt der Organisationspsychologe Adam Grant einen ehrlichen Vorspann. Ein Forscherteam steigerte die Offenheit für harte Kritik um mindestens 40 Prozent, indem die Rückmeldung mit einem Satz von 19 Wörtern begann, sinngemäß: „Ich gebe dir diese Hinweise, weil ich sehr hohe Erwartungen habe und weiß, dass du sie erreichen kannst.“ Der Satz ersetzt das Polster aus Lob durch eine echte Begründung.

Bei Stellenanzeigen nimmt der Gesetzgeber den Unternehmen die Arbeit bald ab. Die EU-Entgelttransparenzrichtlinie verpflichtet Arbeitgeber, Bewerbern das Einstiegsgehalt oder dessen Spanne spätestens vor dem Vorstellungsgespräch zu nennen. Deutschland hat die Umsetzungsfrist vom 7. Juni 2026 verpasst, laut einer Analyse der Kanzlei Noerr plant das Bundesfamilienministerium ein Inkrafttreten Anfang 2027. Die „attraktive Vergütung“ hat damit ein Verfallsdatum.

Manche Teams greifen zu einem Klassiker vom Stammtisch: dem Phrasenschwein. Jede Floskel kostet einen Euro, der Erlös finanziert das nächste Teamfrühstück. Die Methode wirkt albern, macht die eigenen Sprachgewohnheiten aber schnell hörbar, gerade für die größten Floskel-Fans im Team. Für den Einstieg reichen vier Schritte:

  1. Das Team sammelt die zehn häufigsten Floskeln aus den eigenen Meetings.
  2. Für jede Floskel legt das Team einen konkreten Ersatzsatz mit Name, Zahl oder Datum fest.
  3. Jedes Meeting endet mit Aufgaben, Zuständigen und Terminen im Protokoll.
  4. Führungskräfte loben klare Aussagen ausdrücklich, auch die unbequemen.
Zum Mitnehmen
  • Nachbarinnen-Test: Ein Satz, den Außenstehende ohne Rückfrage verstehen, braucht keine Übersetzung.
  • Protokoll statt Parole: Name, Aufgabe und Datum beenden jede Besprechung.
  • Gehalt statt Floskel: Die EU-Entgelttransparenz zwingt Arbeitgeber, Zahlen vor dem Vorstellungsgespräch zu nennen.

Ist jede Floskel gleich Bullshit?

Sieb mit orangefarbenen Pillen und „KLARTEXT“-Schild über Granulat auf grauem Grund
Nicht jedes Fachwort ist Bullshit: Entscheidend ist, ob hinter der Formel eine prüfbare Aussage steckt.

Nein. Fachbegriffe, die ein Team präzise versteht, sparen Zeit. Höflichkeitsformeln halten den Umgang freundlich. Zum Bullshit wird eine Floskel erst dort, wo die Phrase eine Aussage ersetzt, die der Sprecher hätte machen können.

Derselbe Begriff kann je nach Team Fachwort oder Floskel sein. Im Scrum-Framework bezeichnet ein „Sprint“ einen festen Zeitraum von höchstens einem Monat, wie der offizielle Scrum Guide festlegt. In einem Entwicklerteam ist das Wort damit präzise. Im Vertriebsmeeting, in dem „mal eben einen Sprint einlegen“ nur Eile meint, wird derselbe Begriff zur Worthülse.

Auch Höflichkeitsfloskeln erfüllen einen Zweck. „Wie geht’s?“ auf dem Flur ist keine Frage nach dem Befinden, sondern ein Gruß. Sprachwissenschaftler nennen solche Sätze phatische Kommunikation: Die Worte transportieren keinen Inhalt, halten aber die Beziehung am Laufen.

Problematisch wird die Floskel dort, wo eine Zahl oder eine schlechte Nachricht fällig wäre. „Wir schauen uns das an“ im Mitarbeitergespräch ersetzt die Antwort auf eine Gehaltsfrage, „Wir sind gut aufgestellt“ im Quartalsbericht die Umsatzzahl. Genau an diesen Stellen lohnt die Gegenfrage, die jedes Bingo beendet: „Was genau heißt das?“

Aus Sicht der Redaktion taugt die heimliche Bingokarte deshalb als Frühwarnsystem. Füllt sich die Karte schneller als das Protokoll, fehlt dem Team keine Motivation, sondern Klarheit. Gegen dieses Defizit hilft kein Seminar. Die Gegenfrage aus dem letzten Absatz genügt vollauf. Diese Frage darf jeder am Tisch stellen, auch der Praktikant in der letzten Reihe.

Glossar: 15 wichtige Fachbegriffe zu Bullshit-Bingo

Ein offenes Notizbuch auf einem Ständer mit orangefarbenem Detail und einer Lupe
15 Fachbegriffe rund um Bullshit-Bingo, vom Arbeitszeugnis bis zum Unwort des Jahres, kompakt erklärt.

Arbeitszeugnis

Arbeitszeugnis heißt die schriftliche Beurteilung, die Beschäftigte beim Ende eines Arbeitsverhältnisses verlangen können. Das qualifizierte Zeugnis bewertet Leistung und Verhalten. Nach Paragraf 109 der Gewerbeordnung muss der Text klar und verständlich formuliert sein, trotzdem hat sich eine eigene Zeugnissprache mit fest codierten Notenstufen entwickelt.

Bullshit Job

Bullshit Job nannte der Anthropologe David Graeber eine Tätigkeit, deren Sinn selbst die Beschäftigten nicht erkennen. Der Begriff überträgt Harry Frankfurts Bullshit-Definition von der Sprache auf die Arbeit. Solche Stellen gelten als fruchtbarer Boden für Floskeln, weil dort ein fehlender Nutzen sprachlich überdeckt werden muss.

Buzzword

Buzzword bezeichnet laut Duden ein modisches Schlagwort. Solche Begriffe klingen neu und kompetent, verlieren durch häufigen Gebrauch aber schnell ihre genaue Bedeutung. Auf Bingokarten stehen fast ausschließlich Buzzwords, von „Synergie“ bis „Disruption“.

Calque

Calque (Lehnübersetzung) nennt die Sprachwissenschaft die wörtliche Übertragung eines fremdsprachigen Ausdrucks. Im Büro entstehen so Wendungen wie „am Ende des Tages“ aus „at the end of the day“ oder „macht Sinn“ aus „makes sense“. Grammatisch sind solche Sätze korrekt, für Muttersprachler klingen die Wendungen trotzdem schief.

Corporate Bullshit Receptivity Scale

Corporate Bullshit Receptivity Scale (CBSR) heißt ein psychologischer Fragebogen des Forschers Shane Littrell. Die Skala misst, wie beeindruckend Menschen inhaltsleere Firmenfloskeln finden. Hohe Werte hingen in Littrells Studien mit schwächerem analytischem Denken und schlechteren beruflichen Entscheidungen zusammen.

Denglisch

Denglisch beschreibt eine Mischung aus Deutsch und Englisch, bei der englische Wörter mit deutscher Grammatik verbunden werden. Typisch für den Büroalltag sind eingedeutschte Verben wie „committen“, „ownen“ oder „pitchen“. Manche Ausdrücke haben sich eingebürgert, viele wirken auf Außenstehende wie ein Geheimcode.

Entgelttransparenzrichtlinie

Entgelttransparenzrichtlinie heißt die EU-Richtlinie 2023/970 zum gleichen Entgelt für Frauen und Männer. Arbeitgeber müssen Bewerbern danach das Einstiegsgehalt oder eine Gehaltsspanne spätestens vor dem Vorstellungsgespräch nennen. Die Umsetzungsfrist lief am 7. Juni 2026 ab, das deutsche Gesetz steht noch aus.

Euphemismus

Euphemismus bezeichnet ein beschönigendes Wort, das eine unangenehme Sache freundlicher klingen lässt. In Unternehmen heißen Entlassungen dann „Freisetzungen“ oder „Personalanpassung“. Die Beschönigung schützt vor allem den Sprecher, die Betroffenen verstehen den Inhalt ohnehin.

Floskel

Floskel steht laut Duden für eine „nichtssagende Redensart“. Eine Floskel füllt Redezeit, ohne eine prüfbare Aussage zu machen. Im Büro dient die Formel oft als Platzhalter für eine Zahl oder eine Absage, die der Sprecher nicht aussprechen will.

Impression Management

Impression Management beschreibt die bewusste oder unbewusste Steuerung des Eindrucks, den ein Mensch auf andere macht. Der Soziologe Erving Goffman hat das Konzept in seinem Klassiker „Wir alle spielen Theater“ geprägt. Business-Floskeln gehören zu den bequemsten Werkzeugen dieser Selbstdarstellung.

Jargon

Jargon meint die Sondersprache einer Berufsgruppe oder eines Milieus. Innerhalb der Gruppe spart Jargon Zeit, weil alle Beteiligten die Begriffe gleich verstehen. Nach außen wirkt die Sondersprache ausgrenzend, Außenstehende ohne Kenntnis der Codes fühlen sich schnell fehl am Platz.

Phatische Kommunikation

Phatische Kommunikation bezeichnet Äußerungen, die keine Information übermitteln, sondern Kontakt herstellen oder halten. Der Begriff geht auf den Ethnologen Bronisław Malinowski zurück. „Wie geht’s?“ auf dem Flur ist ein typisches Beispiel, eine ausführliche Antwort erwartet dabei niemand.

Phrasenschwein

Phrasenschwein heißt eine Spardose, in die Teilnehmer einer Runde für jede abgedroschene Redewendung einen kleinen Betrag einzahlen. In Teams dient das Phrasenschwein als spielerische Erinnerung, die eigene Wortwahl bewusst wahrzunehmen. Der Erlös fließt meist in eine gemeinsame Aktivität.

Sandwich-Feedback

Sandwich-Feedback nennt man eine Gesprächstechnik, bei der Kritik zwischen zwei positiven Rückmeldungen verpackt wird. Die Methode soll Kritik leichter verdaulich machen. Kritiker wie der Organisationspsychologe Adam Grant halten dagegen, dass Lob in diesem Rahmen unaufrichtig wirkt und die eigentliche Botschaft untergeht.

Unwort des Jahres

Unwort des Jahres heißt eine Rüge, die eine unabhängige Jury der Sprachkritischen Aktion seit 1991 jährlich vergibt. Ausgewählt werden Begriffe, die Sachverhalte verschleiern, Menschen herabwürdigen oder diskriminieren. Die Liste reicht von „Peanuts“ im Jahr 1994 bis „alternativlos“ im Jahr 2010.

FAQ: Hört sich das Büro beim Bullshit-Bingo selbst zu?

Eine gläserne Lostrommel und drei orangefarbene Kugeln, die das Wort FAQ bilden
Häufige Fragen zu Bullshit-Bingo, Business-Floskeln und Zeugnissprache.

Wer hat Bullshit-Bingo erfunden?

Bullshit-Bingo geht auf Tom Davis zurück, einen Mitgründer des Computerherstellers Silicon Graphics. Davis entwickelte das Spiel Anfang 1993 als Buzzword-Bingo, um langweilige Strategiesitzungen aufzupeppen. Sein Kollege Chris Pirazzi stellte noch im selben Jahr eine Webversion online, ein Dilbert-Comic von Scott Adams machte das Spiel im Februar 1994 weltweit bekannt.

Wie spielt man Bullshit-Bingo im Meeting?

Jeder Mitspieler erhält eine Karte mit meist 25 Feldern voller Modewörter, das Mittelfeld bleibt frei. Fällt ein Begriff im Meeting, kreuzt der Spieler das passende Feld an. Eine volle Reihe, Spalte oder Diagonale gewinnt. Gespielt wird verdeckt, das Bingo rufen die meisten Spieler nur im Kopf.

Welche Begriffe gehören auf eine Bullshit-Bingo-Karte?

Auf die Karte gehören Begriffe, die im eigenen Unternehmen häufig fallen und selten etwas bedeuten, etwa „Synergien“, „zeitnah“, „proaktiv“, „Mehrwert“ oder „abholen“. Denglisch wie „Deep Dive“, „Commitment“ oder „Low Hanging Fruits“ ergänzt die Auswahl. Am besten sammelt das Team die Begriffe selbst, damit die Karte zum eigenen Meeting passt.

Warum benutzen Menschen im Job so viele Floskeln?

Floskeln klingen kompetent und legen den Sprecher auf nichts fest. Studien zeigen zudem, dass Menschen mit niedrigerem Status häufiger zu Jargon greifen, um bei ihrem Publikum besser dazustehen. Viele halten Business-Sprech außerdem für karrierefördernd, obwohl unnötig komplizierte Wörter nachweislich weniger intelligent wirken.

Was bedeutet „zur vollen Zufriedenheit“ im Arbeitszeugnis?

Die Formulierung „zur vollen Zufriedenheit“ ohne das Wort „stets“ entspricht in der Zeugnissprache der Note befriedigend. Das Bundesarbeitsgericht hat diese Einordnung 2014 seinem Urteil zugrunde gelegt. Für die Note gut steht „stets zu unserer vollen Zufriedenheit“, für sehr gut „stets zu unserer vollsten Zufriedenheit“.

Darf eine Stellenanzeige ein junges, dynamisches Team versprechen?

Die Formulierung ist ein erhebliches Rechtsrisiko. Das Bundesarbeitsgericht wertete 2016 das Angebot einer Perspektive in einem jungen und dynamischen Team als unmittelbare Benachteiligung wegen des Alters. Abgelehnte ältere Bewerber können in solchen Fällen eine Entschädigung nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz verlangen, wie mehrere Urteile zeigen.

Quellen

heise online | Zahlen, bitte! Winnie Pu als Antwort auf 42: Die Geschichte des (Buzzword-)Bingo | https://www.heise.de/hintergrund/Zahlen-bitte-Winnie-Pu-als-Antwort-auf-42-Die-Geschichte-des-Buzzword-Bingo-10423510.html | besucht am 25.09.2026

Chris Pirazzi (lurkertech.com) | Buzzword Bingo | https://lurkertech.com/buzzword-bingo/ | besucht am 25.09.2026

Massachusetts Institute of Technology | IHTFP Hack Gallery: Al Gore Buzzword Bingo | https://hacks.mit.edu/by_year/1996/gore/ | besucht am 25.09.2026

Duden | Floskel | https://www.duden.de/rechtschreibung/Floskel | besucht am 25.09.2026

Duden | Bullshit | https://www.duden.de/rechtschreibung/Bullshit | besucht am 25.09.2026

Duden | Buzzword | https://www.duden.de/rechtschreibung/Buzzword | besucht am 25.09.2026

Floskelwolke (Udo Stiehl, Sebastian Pertsch) | Floskelwolke | https://floskelwolke.de/ | besucht am 25.09.2026

Princeton University Press | On Bullshit | https://press.princeton.edu/books/hardcover/9780691276786/on-bullshit | besucht am 25.09.2026

Princeton University Press | The Truth About Bullshit: On Harry Frankfurt | https://press.princeton.edu/ideas/the-truth-about-bullshit-on-harry-frankfurt | besucht am 25.09.2026

Slate | Defining bullshit. | https://slate.com/culture/2005/03/defining-bullshit.html | besucht am 25.09.2026

YouGov | 37% of British workers think their jobs are meaningless | https://yougov.com/en-gb/articles/13005-british-jobs-meaningless | besucht am 25.09.2026

HR WORKS (HR-Präsenz) | Verschenkte Arbeitszeit im Konferenzraum | https://www.hr-praesenz.de/pressemitteilungen/pressemitteilungen-detail/verschenkte-arbeitszeit-im-konferenzraum/ | besucht am 25.09.2026

Microsoft WorkLab | Work Trend Index: Will AI Fix Work? | https://www.microsoft.com/en-us/worklab/work-trend-index/will-ai-fix-work | besucht am 25.09.2026

Atlassian | Workplace Woes: Meetings | https://www.atlassian.com/blog/workplace-woes-meetings | besucht am 25.09.2026

Preply | Study Reveals the Most Annoying Corporate Jargon | https://preply.com/en/learn/best-and-worst-corporate-jargon | besucht am 25.09.2026

YouGov Deutschland | Die nervigsten Bürofloskeln: Diese Phrasen können Arbeitnehmer nicht mehr hören | https://yougov.com/de-de/artikel/25274-die-nervigsten-burofloskeln-diese-phrasen-konnen-a | besucht am 25.09.2026

dpa/tmn (ihre-vorsorge.de) | Fakten statt Floskeln: Was in Stellenanzeigen wichtig ist | https://www.ihre-vorsorge.de/soziales/nachrichten/fakten-statt-floskeln-was-in-stellenanzeigen-wichtig-ist | besucht am 25.09.2026

Bundesarbeitsgericht | Urteil vom 19.05.2016, 8 AZR 470/14 | https://www.bundesarbeitsgericht.de/entscheidung/8-azr-470-14/ | besucht am 25.09.2026

Bund-Verlag | Stellenausschreibung für die Mitarbeit in einem jungen, hochmotivierten Team ist Altersdiskriminierung | https://www.bund-verlag.de/aktuelles~Stellenausschreibung-fuer-die-Mitarbeit-in-einem-jungen-hochmotivierten-Team-ist-Altersdiskriminierung-~.html | besucht am 25.09.2026

Haufe | Entschädigung wegen Altersdiskriminierung in Stellenanzeige | https://www.haufe.de/personal/arbeitsrecht/entschaedigung-wegen-altersdiskriminierung-in-stellenanzeige_76_617358.html | besucht am 25.09.2026

Adam Grant | Stop Serving the Compliment Sandwich | https://adamgrant.substack.com/p/stop-serving-the-compliment-sandwich | besucht am 25.09.2026

Harvard Business Review | The Feedback Fallacy | https://hbr.org/2019/03/the-feedback-fallacy | besucht am 25.09.2026

Bundesministerium der Justiz | Gewerbeordnung, § 109 Zeugnis | https://www.gesetze-im-internet.de/gewo/__109.html | besucht am 25.09.2026

ver.di | Das Arbeitszeugnis: Das ABC der Zeugnissprache | https://www.verdi.de/arbeit-recht/arbeitszeugnis-abc-zeugnissprache | besucht am 25.09.2026

IHK für Rheinhessen | Arbeitszeugnis | https://www.ihk.de/rheinhessen/recht-steuern/fuehren/beschaeftigung/arbeitszeugnis-1453404 | besucht am 25.09.2026

Bundesarbeitsgericht | Urteil vom 18.11.2014, 9 AZR 584/13 | https://www.bundesarbeitsgericht.de/entscheidung/9-azr-584-13/ | besucht am 25.09.2026

Bundesarbeitsgericht | Urteil vom 11.12.2012, 9 AZR 227/11 | https://www.bundesarbeitsgericht.de/entscheidung/9-azr-227-11/ | besucht am 25.09.2026

Gallup | Engagement Index Deutschland 2025 | https://www.gallup.com/de/472028/bericht-zum-engagement-index-deutschland.aspx | besucht am 25.09.2026

Cornell Chronicle | Workers who love ‘synergizing paradigms’ might be bad at their jobs | https://news.cornell.edu/stories/2026/03/workers-who-love-synergizing-paradigms-might-be-bad-their-jobs | besucht am 25.09.2026

Personality and Individual Differences (Elsevier) | Littrell: The Corporate Bullshit Receptivity Scale | https://doi.org/10.1016/j.paid.2026.113699 | besucht am 25.09.2026

LinkedIn | State of Workplace Jargon Report 2023 | https://news.linkedin.com/2023/june/state-of-workplace-jargon-report-2023 | besucht am 25.09.2026

Applied Cognitive Psychology (Wiley) | Oppenheimer: Consequences of erudite vernacular utilized irrespective of necessity | https://doi.org/10.1002/acp.1178 | besucht am 25.09.2026

Pew Research Center | Nerds Gone Wild | https://www.pewresearch.org/2006/10/05/nerds-gone-wild/ | besucht am 25.09.2026

Piper Verlag | Erving Goffman: Wir alle spielen Theater | https://www.piper.de/buecher/wir-alle-spielen-theater-isbn-978-3-492-23891-5 | besucht am 25.09.2026

RePEc IDEAS | Brown, Anicich, Galinsky: Compensatory conspicuous communication: Low status increases jargon use | https://ideas.repec.org/a/eee/jobhdp/v161y2020icp274-290.html | besucht am 25.09.2026

Ohio State News | The use of jargon kills people’s interest in science, politics | https://news.osu.edu/the-use-of-jargon-kills-peoples-interest-in-science-politics/ | besucht am 25.09.2026

Sprachkritische Aktion Unwort des Jahres | Das Unwort seit 1991 | https://www.unwortdesjahres.net/unwort/das-unwort-seit-1991/ | besucht am 25.09.2026

Noerr | Keine rechtzeitige Umsetzung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie in deutsches Recht: Was gilt nach dem 7. Juni 2026? | https://www.noerr.com/de/insights/keine-rechtzeitige-umsetzung-der-eu-entgelttransparenzrichtlinie-in-deutsches-recht-was-gilt-nach-dem-7-juni-2026 | besucht am 25.09.2026

IHK Berlin | Entgelttransparenz 2026: Was kommt auf Sie zu? | https://www.ihk.de/berlin/service-und-beratung/recht-und-steuern/arbeitsrecht/entgelttransparenz-6983362 | besucht am 25.09.2026

Scrum Guides | The 2020 Scrum Guide | https://scrumguides.org/scrum-guide.html | besucht am 25.09.2026

4,2 16 Bewertungen

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?