Spaces. Smartes Cloud Hosting für anspruchsvolle Webprojekte. Loslegen und Spaces testen. Von Mittwald.
Dieter Petereit 12. Juli 2018

Self Marketing: So schreibst du eine gute Selbstdarstellung

Menschen wer­den erst dann zu dei­nen Kunden, wenn sie dir ver­trau­en. Je bes­ser du die­ses Vertrauen her­stel­len kannst, des­to leich­ter wird man dei­ne Angebote anneh­men. Eine Möglichkeit, das Vertrauen dei­ner poten­zi­el­len Kunden zu gewin­nen, ist eine gute Selbstdarstellung. Dafür habe ich ein paar Tipps für dich.

friends-1027867_1280

Mit der Selbstdarstellung ist es so eine Sache. Die meis­ten von uns sind wahr­schein­lich zur Bescheidenheit erzo­gen wor­den. Die Mama woll­te nie, dass wir uns über­po­si­tiv prä­sen­tie­ren, damit wir nicht arro­gant wir­ken und von poten­zi­el­len Freunden oder Freundinnen links lie­gen gelas­sen wer­den. So haben wir schon als Kinder gelernt, uns eher ver­hal­ten ein­zu­schät­zen und nie mit unse­ren Fähigkeiten hau­sie­ren zu gehen.

Spätestens mit dem Eintritt ins Berufsleben darfst du dei­ne Mama laut für die­sen Erziehungsfehler ver­flu­chen, denn hier kommt es sehr wohl dar­auf an, dei­ne Fähigkeiten über­zeu­gend dar­stel­len zu kön­nen. Bescheidenheit ist da völ­lig fehl am Platze. Das gilt  immer, egal, ob du eine Arbeitstelle oder einen Auftraggeber suchst. Marketing in eige­ner Sache, auch Self Marketing oder Personal Branding genannt, ist einer der wich­tigs­ten Erfolgsfaktoren des digi­ta­len Zeitalters.

Die fol­gen­den Tipps haben schon stark den selb­stän­di­gen Freelancer im Fokus, sind im Allgemeinen jedoch auch für alle ande­ren nütz­lich, deren Broterwerb von einer posi­ti­ven Außenwahrnehmung abhängt.

Teil #1: Die Selbstdarstellung auf der eigenen Website

Wenn du einen Besucher auf dei­ne Webseite locken konn­test, hast du die ers­te Hürde genom­men. Glückwunsch. Wenn du ihm eine inter­es­san­te Seite, gute Angebote oder Produkte und eben­so gute „Verkaufstexte” bie­ten kannst, hast du eine wei­te­re ent­schei­den­de Hürde genom­men.

Aber gera­de im Internet mit sei­nen anony­men Strukturen wird eines immer wie­der über­se­hen, das Bedürfnis des Lesers oder poten­zi­el­len Kunden nach, sagen wir, „ver­trau­ens­bil­den­den Maßnahmen”.

Denn, bevor dein Kunde dir einen Auftrag gibt oder ein Produkt abkauft, musst du ihn erst davon über­zeu­gen, dass er bei dir in den rich­ti­gen Händen ist. Referenzen sind zwar eine gute Sache. Sie las­sen dich selbst oder dein Unternehmen aber noch zu sehr im Hintergrund ste­hen.

Mache dich des­halb als Anbieter (be-)greifbar und stel­le eine Vertrauensbasis her. Liste Informationen, Kompetenzen, Erfahrungsberichte und Hintergrundgeschichten auf. Werde nach­voll­zieh­bar und trans­pa­rent. Der pas­sen­de Ort dafür ist die Selbstvorstellung, Unternehmensvorstellung, „Über mich”-Seite – wie du es auch nen­nen willst.

Was will der Leser wissen?

Eines gleich vor­weg, eine Selbstvorstellung ist kein Lebenslauf. Den Leser dürf­ten weder dein Abitur, noch dei­ne ehe­ma­li­ge Uni samt Abschlusszeugnis oder diver­se ver­flos­se­ne Arbeitgeber inter­es­sie­ren. Sofern die­se nicht zum Beispiel für dei­ne jet­zi­ge Tätigkeit wich­tig sind oder du mit dem beson­de­ren Status dei­ner Uni punk­ten könn­test.

career-1020029_1280

Der Leser möch­te wis­sen:

  1. Was hat der Mensch oder das Unternehmen fach­lich drauf? Was hat er für (beruf­li­che) Erfahrungen? Welche Kompetenzen bringt er mit?
  2. Was hat der Mensch für eine Persönlichkeit? Für wel­che Werte steht das Unternehmen? Liegen wir auf einer Wellenlänge?
  3. Welche Einstellung zu sei­ner Arbeit schim­mert durch den Text durch? Welche Arbeitsweise strebt das Unternehmen an? Fühle ich mich dort gut auf­ge­ho­ben?

Je bes­ser du hier die Unsicherheiten und Fragen dei­ner Leser beant­wor­ten kannst, des­to eher wer­den die­se dir das nöti­ge Vertrauen ent­ge­gen­brin­gen und sich, wenn die Chemie stimmt, auf einen Kontakt ein­las­sen.

Was schreibe ich in meine Selbstvorstellung?

Was schreibst du also in dei­ne Selbstvorstellung? Am bes­ten alles, was die­se drei Fragen beant­wor­ten hilft.

Wenn du dich vor­her mit dei­nem Profil als Selbstständiger oder Unternehmen aus­ein­an­der­ge­setzt hast, dürf­te dir das leich­ter fal­len. So kannst du auf eine gut vor­be­rei­te­te Sammlung an Fakten und Eigenschaften zurück­grei­fen. Also zum Beispiel:

Fähigkeiten und Erfahrungen

  • Welche Aus- oder Weiterbildungen habe ich gemacht?
  • Welche beson­de­ren prak­ti­schen Erfahrungen kann ich vor­wei­sen?
  • Was habe ich fach­lich drauf? Welche Kenntnisse und Erfahrungen habe ich?
  • Über wel­ches spe­zi­el­le Methoden-Know-how ver­fü­ge ich viel­leicht?
  • Was macht mich als Leistungsanbieter ganz spe­zi­ell aus?

Einstellungen und Werte

  • Was ist mir wich­tig? Wofür ste­he ich? Womit möch­te ich ver­bun­den wer­den?
  • Welche Einstellungen, Überzeugungen und Werte bestim­men mein Wesen?

Vorlieben und Interessen

  • Welche Dinge oder Themen lie­gen mir am Herzen?
  • Welche Hobbys oder beson­de­ren Interessen habe ich?

Denk dar­an, der Leser will wis­sen, ob du der oder die Richtige für ihn bist. Sammle des­halb gezielt Dinge, die ihm die Antwort dar­auf – in dei­nem Sinne – erleich­tern kön­nen.

Natürlich bit­te ohne zu flun­kern. Das rächt sich spä­tes­tens dann, wenn du einen Auftrag bekommst, den du man­gels Kenntnissen nicht erfül­len kannst.

Und den­ke auch dar­an, der Leser möch­te ein Gefühl für dich bekom­men. Er will wis­sen, was du für ein Mensch bist und ob er sich auf dich ein­las­sen kann. Mache ihm auch hier die Freude.

Schreibe zum Beispiel über dei­ne sport­li­chen Aktivitäten, wenn du in dem Bereich beruf­lich tätig bist oder den Eindruck von Dynamik, Energie pp. erzeu­gen willst.

golf-1002808_1280

Oder erwäh­ne dei­ne musi­sche Ader, wenn du bewusst Kontrapunkte set­zen und alle Leser anspre­chen willst, die sich zwar für Sport, aber zugleich für Musik inter­es­sie­ren.

Frage dich immer: Was will der Leser wis­sen? Und wie kann ich einen Kontakt zu ihm her­stel­len, ihn für mich und mei­ne Angebote inter­es­sie­ren?

Wie schreibe ich meine Selbstdarstellung?

Wie du dei­ne Selbstvorstellung jetzt „rein tech­nisch” schreibst, ist rela­tiv egal.

Du könn­test mit Listen und Aufzählungen spie­len. Oder im – dann bit­te gut struk­tu­rier­ten – Fließtext schrei­ben. Oder auch bei­des mischen.

Du könn­test tabel­la­risch vor­ge­hen und Meilensteine nen­nen. Beispiel: Freier Webdesigner seit xx. Mit eige­ner Agentur seit yy. Und so wei­ter. Oder du könn­test inhalt­lich grup­pie­ren und Schwerpunkte set­zen. Beispiel: Erfahrungen im Webdesign: xxx. Programmierkenntnisse: yyy. Oder, beson­ders nett, du ver­suchst dich mal im Storytelling.

Tipp: Mit Storytelling Aufmerksamkeit erhöhen und Vertrauen herstellen

Einige Male bin ich auf eine Selbstvorstellung gesto­ßen, die in der Tat als „Story”, also als (Unternehmens-) Geschichte geschrie­ben war.

Da wur­den zum Beispiel die Fortschritte und Entwicklungen des Unternehmens wie eine Chronik erzählt: 2002 pas­sier­te dies, 2003 das. Und so wei­ter, und so fort.

Beachte aber bit­te wie­der: Ufere nicht aus. Schildere knapp und prä­zi­se die Highlights des Jahres, die den Leser bei der Beantwortung sei­ner Frage „ist die­ser Anbieter der Richtige für mich” inter­es­sie­ren könn­ten.

Erzähle also nicht vom neu­en Firmengebäude, wenn das für den Leser nicht wesent­lich ist. Solltest du aber dei­ne Kompetenzen erwei­tert, bekann­te Kunden für dich gewon­nen, dei­nen Mitarbeiterstab um Menschen mit bestimm­ten Fähigkeiten erwei­tert haben – dann her damit.

Ansonsten habe ich hier den Tipp für dich, Elemente dei­ner Selbstvorstellung mit­tels Storytelling zu schrei­ben.

Gibt es bei­spiels­wei­se eine „Story”, eine Geschichte, die du als Einstieg für dei­nen Text nut­zen könn­test? Irgendetwas Besonderes, mit dem du den Leser in dei­nen Text zie­hen kannst? Also etwa eine Anekdote, eine per­sön­li­che Aussage, ein „Bild”. Etwas, was sozu­sa­gen wie eine Momentaufnahme etwas über dich aus­sagt, und was der Leser gut erfas­sen kann.

Oder gibt es in dei­nem Lebenslauf oder dei­ner Unternehmensgeschichte Dinge, mit denen du dei­ne Aufzählungen in der Selbstvorstellung mit Leben fül­len könn­test?

Ein Beispiel: Nehmen wir an, du woll­test dem Leser klar­ma­chen, dass du ein begeis­ter­ter Verkäufer bist. Dann könn­test du das so schrei­ben, logisch. Allerdings wäre das eine rei­ne Behauptung, die dein Leser wider­spruchs­los schlu­cken muss.

Besser wäre es, du hät­test „Beweise”, eben Geschichten, mit denen du die­se Behauptung unter­mau­ern kannst. Also etwa diver­se Verkaufserfolge, Fortbildungen, Publikationen und und.

Sehr schön ist auch immer alles, was eher „um die Ecke denkt”. Zum Beispiel eine Argumentation wie: Ich inter­es­sie­re mich sehr für Menschen. Ich möch­te wis­sen, wie und war­um wir sind, was wir sind. Das hilft mir im Verkauf. Denn auch im Verkauf muss man Menschen ein­schät­zen und indi­vi­du­ell auf sie ein­ge­hen kön­nen. Oder Ähnliches mehr. Du erkennst das Prinzip?

Tipp: Das Tüpfelchen auf dem I

Wenn du dann noch

  • etwas zu dei­ner Motivation oder „Philosophie” sagst, ohne dich in den Platitüden diver­ser Unternehmensphilosophien zu ver­lie­ren.
  • gege­be­nen­falls Preise oder Auszeichnungen pp. vor­wei­sen kannst
  • Verbandszugehörigkeiten oder ande­re „Vertrauensförderer” nennst
  • aus­ge­wähl­te Referenzen oder Kundenstimmen bringst

dürf­te einer guten Selbstdarstellung eigent­lich nichts mehr im Weg ste­hen.

Teil #2: Die Selbstdarstellung in Marktplätzen, Auftragsbörsen und Co.

Marktplätze, Auftragsbörsen und Co. las­sen dir nicht viel Raum. Du hast nur weni­ge Zeilen, um dich von dei­ner bes­ten Seite zu zei­gen und die Leser für dich und dei­ne Angebote zu inter­es­sie­ren.

Wie kommt ein Selbstständiger an sei­ne Aufträge? Da gibt es vie­le Möglichkeiten, sozu­sa­gen von A (kqui­se) bis Z (eit­ar­beit). Ein Weg führt über so genann­te Marktplätze, spe­zi­el­ler auch Auftragsbörsen. Also Datenbanken oder Webseiten, auf denen man sich mit einem klei­nen Selbstporträt und gege­be­nen­falls einem Foto oder Logo prä­sen­tie­ren kann.

Aber wie schreibt man einen sol­chen Text? Wie bringt man inner­halb weni­ger Zeilen genug „Botschaft” unter, um den Leser dazu zu brin­gen, auf den ange­ge­be­nen Link zu kli­cken und sich über Selbstständige oder Unternehmen zu infor­mie­ren? Das schau­en wir uns jetzt genau­er an.

Dabei wer­de ich den Schwerpunkt auf Beispiele legen und dir damit zei­gen, was du bes­ser ver­mei­den und wie du statt­des­sen vor­ge­hen soll­test. Frei nach dem Motto: Die Praxis ist der bes­te Lehrmeister. Dabei sind die Beispiele alle im Wortlaut gegen­über dem Originaltext ver­än­dert. Ich habe aber ver­sucht, das Wesen des Textes zu erhal­ten.

1. Zu häufig: Die nackte Aufzählung

Diese Form begeg­net einem rela­tiv häu­fig: Der Selbstständige zählt in einer mehr oder weni­ger lan­gen Auflistung alles auf, was er so anzu­bie­ten hat. Also zum Beispiel:

Printdesign – Mediendesign – Webdesign – und so wei­ter. Kontakt: xx

Oder:

Webdesign: Konzeption und Entwicklung von Blogs, Foren, Webseiten, Online-Shops, pp.

Bei sol­chen rei­nen Aufzählungen bleibt typi­scher­wei­se beim poten­zi­el­len Kunden nichts hän­gen. Zumal, wenn es sich um eher ver­brei­te­te Angebote und Dienstleistungen, wie die Erstellung und Pflege von Webseiten han­delt.

Anders sähe es viel­leicht noch bei einer sehr spe­zi­el­len Nische, wie etwa einem Komplettangebot zur Betreuung von Foren aus. Wenn mir hier jemand sagt, was ich alles an Dienstleistungen rund ums Forum zu erwar­ten habe, ist das für mich greif­ba­rer als ledig­lich ein „wir sind ein Komplett-Anbieter rund um pro­fes­sio­nel­le Forenlösungen”.

2. Bitte unbedingt vermeiden: Das große Allgemeine

Okay, Auflistungen sind nicht wirk­lich schlecht. Sie sind immer noch bes­ser als zu all­ge­mein for­mu­lier­te Texte, die man min­des­tens genau­so häu­fig antrifft.

Da liest man dann zum Beispiel:

Ich coa­che Selbstständige. Ich unter­stüt­ze Sie bei allen Herausforderungen und hel­fe Ihnen, beruf­lich und per­sön­lich erfolg­reich zu sein.

Das ist mir als Leser zu flach. Bei wel­chen Herausforderungen will man mir hel­fen? Über wel­chen Hintergrund ver­fügt der­je­ni­ge, der mir hel­fen will? Warum soll­te ich die­ses Angebot ankli­cken? Wenn du so einen Text nicht noch mit einem anzie­hen­den Foto oder einem bekann­ten Namen gar­nie­ren kannst, wirst du es schwer haben, dich von der Masse ande­rer, die „bei Herausforderungen hel­fen wol­len”, abzu­he­ben.

Ähnlich auch bei:

Ich bie­te Ihnen eine indi­vi­du­el­le Unterstützung bei allen Fragen rund um die IT. (Von Beratung bis Seminare.) Dabei rich­te ich mich nach Ihren indi­vi­du­el­len Bedürfnissen. Vereinbaren Sie für nähe­re Informationen ein unver­bind­li­ches Gespräch.

Auch das wäre mir als Leser viel zu all­ge­mein. Wen habe ich bei einem sol­chen Selbstportrait zu erwar­ten? Einen tech­nik­ver­sier­ten Alleskönner und Tausendsassa? Wie wahr­schein­lich ist das, dass er mir wirk­lich qua­li­fi­ziert bei mei­nem ganz spe­zi­el­len Problem hel­fen kann?

3. Lieber konkret werden: Mut zum Besonderen zeigen

Natürlich soll­test du nicht gleich einen gan­zen Lebenslauf oder Ähnliches schrei­ben.

Nebenbei: Auch das kam in sol­chen Einträgen vor, begin­nend mit Geburt, Schule und Studium. Das alles sind Dinge, die einen poten­zi­el­len Kunden in der Regel nicht inter­es­sie­ren und die auf jeden Fall in einem anzei­gen­ähn­li­chen Marktplatz-Eintrag nichts zu suchen haben.

Leser zie­hen indes nur Texte an, die kon­kre­ter wer­den, in die Einzelheiten gehen, die die Persönlichkeit hin­ter einer Sache zei­gen. Leser zie­hen Angebote an, die ein Bild zeich­nen, die eine Zugehörigkeit ver­mit­teln, die etwas in sich tra­gen, das den Leser auf­hor­chen lässt. Das gilt beson­ders in so einem umkämpf­ten Markt, wie der Webdesignbranche.

Gut kom­men dann …

  • the­ma­ti­sche Schwerpunkte: Ich arbei­te als Designer für Umwelttechnologien und bio­lo­gi­sches Bauen.
  • beson­de­re Zielgruppen: Ich habe mich auf KünstlerInnen, Kulturtheater und ande­re kul­tu­rel­le Einrichtungen spe­zia­li­siert.
  • etwas Besonderes zum Anbieter selbst: Über 10 Jahre Berufserfahrung in den Bereichen xx garan­tie­ren Ihnen …
  • anschau­li­che, kon­kre­te Beispiele: Neben mei­nen öffent­li­chen Projekten xx (Link) und yy (Link) arbei­te ich für …
  • beson­de­re Zusicherungen oder Angebote: Neu: Ihre Website zum Festpreis von xx EUR

… und ande­re „Hingucker” mehr.

Wobei ich gera­de das letz­te Beispiel als Marketingaktion gut fin­de. Leser, die sich eine neue Website stri­cken las­sen wol­len, hor­chen hier defi­ni­tiv auf – wäh­rend Floskeln wie „zum fai­ren Preis” sie eher kalt las­sen. Schließlich: Was, bit­te schön, ist ein fai­rer Preis?

4. Streichen: Bla-Bla, leere Worthülsen oder Floskeln

Streiche Floskeln und Worthülsen aus dei­ner Selbstdarstellung.

Zuverlässig, anspruchs­voll und krea­tiv

soll­test du eigent­lich von selbst arbei­ten, zumin­dest aber nicht damit wer­ben. Genauso, wenn du

ein­fach anders

zu sein vor­gibst. Anders als wer oder was? Und vor allem: Wie anders? Wirb bloß nicht mit dem Schlechtmachen ande­rer. Sage lie­ber ganz kon­kret, was du beson­ders gut kannst.

Ähnlich wenig hilf­reich:

Ich hel­fe Ihnen, dass Ihre Website für Ihre Kunden zu einem erst­klas­si­gen Hilfsmittel wird.

Oder:

Wir ent­wi­ckeln Webseiten mit indi­vi­du­el­lem Design und moder­ner Programmierung.

So etwas bringt nichts. Zum einen soll­ten sol­che Dinge in vie­len Fällen selbst­ver­ständ­lich sein. Und zum ande­ren sagen sie nichts über dich und dein eige­nes Angebot aus.

5. Streichen #2: Bitte nichts schreiben, was Fragezeichen produziert

Vorsicht: Bitte auch kei­nen abge­nutz­ten Slogans, gewollt hip­pen Texte, Anspielungen, die kaum jemand ver­steht, oder ande­re Dinge, die nur Fragezeichen pro­du­zie­ren.

Geht nicht – gibt’s nicht

haben schon die Urväter der Markenkommunikation vor 1863 ver­wen­det.

Seminare in Lebensgestaltung mit der

Aktualisierung des eige­nen Selbst

zu bewer­ben, ist zwar krea­tiv. Leser brau­chen aber min­des­tens drei Anläufe, um zu ver­ste­hen, wor­um es geht. Das ist zu viel für den Durchschnittssurfer, der eine Aufmerksamkeitsspanne wie ein Goldfisch hat.

Und wenn Kunst oder Design sich in einem Slogan nütz­lich machen sol­len, weiß ich noch lan­ge nicht, was das kon­kret heißt. Bleibt denn nach die­ser gan­zen Streichaktion über­haupt noch was über?

Ja, der funk­tio­na­le, sach­li­che, auf den Punkt gebrach­te Text.

6. So geht’s: Schlicht, funktional und ergebnisorientiert

Also etwa (ursprüng­li­cher Eintrag leicht abge­wan­delt, bit­te nicht auf sprach­li­che Feinheiten ach­ten):

Ich bin IT-Freiberufler und kon­zi­pie­re und ent­wick­le im Bereich Geoinformationssysteme ent­spre­chen­de Internet-Anwendungen und Software. Ich bin Geologe mit Aufbaustudium Wirtschaftsinformatik und seit 5 Jahren in der IT-Branche tätig. (Auszug)

Hier bekommt der Leser gesagt: Worum geht es? Die Entwicklung von Software und Web-Anwendungen in einem bestimm­ten Bereich. Was hat der Anbieter für einen Hintergrund, was qua­li­fi­ziert ihn für den Job? Die pas­sen­den Studien mit der Berufserfahrung. Was kann der­je­ni­ge für mich tun? Als Freiberufler für mich ein­sprin­gen / mei­ne Aufträge anneh­men. Und so wei­ter.

Oder:

Max Müller berät und coacht klei­ne Internet-Start-ups in Düsseldorf. Der erfolg­rei­che Internet-Unternehmer (Referenzlink) hat sich vor allem auf Online-Marketing und Strategie-Entwicklung spe­zia­li­siert. Seine bei­den Bücher xx und yy sind zu Standardwerken sei­ner Branche gewor­den. Er ist außer­dem Mitbegründer der Initiative Go Internet 2024. (Auszug)

Auch hier erfährt der Leser wie­der: Wer ist ange­spro­chen? Kleine Internet-Startups, nicht nur aus Düsseldorf und Umgebung. Was wird ihnen gebo­ten? Beratung und Coaching vor allem in Online-Marketing und Strategie-Entwicklung. Wer ist der Anbieter? Selbst erfolg­rei­cher Internet-Unternehmer mit den und den Referenzen. Und so wei­ter.

Oder:

Wir bie­ten Ihnen Online-Shops für eBooks und Informationsprodukte. Einrichtung der Software, Anwenderberatung und Schulung, Pflege und Wartung. Langjährige Zusammenarbeit mit Online-Buchhändlern wie (Referenzlink). (Auszug)

Und auch hier wird klar gesagt: Worum geht es? Online-Shops für bestimm­te Produkte. Worum geht es also nicht? Programmierung für alles und jeden. Wer wird ange­spro­chen? Jeder, der sich für die­se Produkte und Shops inter­es­siert. Was bekommt er? Eine Rundum-Betreuung von der Einrichtung über even­tu­el­le Schulung bis zur Wartung. Was befä­higt den Anbieter? Die und die Referenzen.

Ich den­ke, du erkennst das Prinzip. Dabei soll­ten Texte stets so for­mu­liert sein, dass du dich per­sön­lich dar­in wie­der­fin­dest. Verwende kein star­res Muster, das nicht zu dir passt. Authentizität ist ein wich­ti­ger Erfolgsfaktor im Freelancing.

(Der Beitrag erschien erst­mals am 11. September 2009 und wur­de im Original von Heike Thormann geschrie­ben. Seitdem wird er regel­mä­ßig aktua­li­siert, zuletzt am 12. Juli 2018)

(Artikelbild: Depositphotos)

Dieter Petereit

Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren in der IT daheim. Seit Anfang des neuen Jahrtausends schreibt er für diverse Medien, hauptsächlich zu den Themenfeldern Technik und Design.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.