Artikel teilen

Eltern stellen sich diese Frage besonders dringlich: Soll das Kind studieren oder eine Lehre machen, wenn künstliche Intelligenz und Robotik in den nächsten Jahrzehnten halbe Branchen umkrempeln? Wer 2026 eingeschult wird, geht nach der Rechtslage von 2026 frühestens um das Jahr 2075 in Rente. Welche Jobs diesen Zeitraum überdauern, kann niemand seriös vorhersagen. Belastbar ist nur eine Annäherung über Kriterien, und genau die liefert die Arbeitsmarktforschung.

Ein Klick · kostenlosDr. Web bei Google bevorzugenMarkieren Sie drweb.de als bevorzugte Quelle. Dann sehen Sie unsere Artikel öfter unter den Top-Meldungen.Jetzt hinzufügen
Inhalt 11 Abschnitte
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Was macht einen Beruf überhaupt zukunftssicher?
  3. Welche Handwerks- und Bauberufe bleiben gefragt?
  4. Warum sind Pflege und Gesundheit langfristig sicher?
  5. Welche technischen Berufe profitieren sogar von KI?
  6. Bleiben kreative und soziale Berufe menschlich?
  7. Welche Berufe sichern Versorgung und Sicherheit?
  8. Abi oder Lehre, was ist die bessere Wahl?
  9. Verwandte Themen bei Dr. Web
  10. Mehr Newshunger?
  11. Häufige Fragen zu Abi, Lehre und KI-sicheren Berufen

Dieser Ratgeber ordnet ein, was sich begründet sagen lässt, und stellt 30 Berufe vor, die nach dem Forschungsstand vom Juni 2026 gute Chancen haben, ein ganzes Erwerbsleben lang gebraucht zu werden. Die Liste beruht auf Kriterien und den Daten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Prognose mit Gewissheitsanspruch ist sie nicht.

Oranger Bauhelm mit Aufschrift „Zukunft“ auf schwarzem Doktorhut, weißer Hintergrund
Das IAB-Substitutionspotenzial misst den Anteil automatisierbarer Kerntätigkeiten in Berufen. KI ersetzt selten ganze Berufe, meist nur einzelne Tätigkeiten
Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

Das Substituierbarkeitspotenzial des IAB-Job-Futuromaten misst, welcher Anteil der Kerntätigkeiten eines Berufs sich technisch automatisieren ließe. Drei Befunde liegen diesem Ratgeber zugrunde:

  1. KI ersetzt selten ganze Berufe, meist nur einzelne Tätigkeiten.
  2. Manuelle und kognitive Routinetätigkeiten sind am stärksten gefährdet, komplexe Nicht-Routinetätigkeiten in wechselnden Umgebungen am wenigsten.
  3. Ein hoher Abschluss schützt nicht automatisch: Das Substituierbarkeitspotenzial steigt mit dem Anforderungsniveau sogar, in Spezialistenberufen auf rund 62 Prozent.

Was macht einen Beruf überhaupt zukunftssicher?

Waage mit Rohrzange und Computermaus mit
Die Waage kippt zur Handarbeit: Routine am Schreibtisch lässt sich leichter automatisieren.

Lange galt ein Studium als sichererer Weg als eine Lehre. Die Daten der IAB-Forschung stellen diese Faustregel infrage.

Zwischen 2019 und 2022 stieg der Anteil automatisierbarer Tätigkeiten in Expertenberufen um fast zehn Prozentpunkte. Grund dafür ist, dass generative KI inzwischen Texte schreibt, Code erzeugt und Analysen erstellt.

Akademische Routinearbeit am Schreibtisch lässt sich leichter automatisieren als das situationsgerechte Handeln einer Pflegekraft oder die Reparatur einer Heizungsanlage im Altbau.

Vier Eigenschaften machen einen Beruf nach dem Forschungsstand schwer ersetzbar:

  1. Körperliche Präsenz in wechselnden, unstrukturierten Umgebungen gehört dazu, denn die Arbeit am Dachstuhl, am Krankenbett oder an einer verstopften Leitung lässt sich nicht standardisieren.
  2. Feinmotorik und Improvisation kommen hinzu, weil keine zwei Reparaturen einander exakt gleichen.
  3. Zwischenmenschliches Vertrauen bindet Arbeit an Menschen, etwa in Pflege, Therapie und Erziehung.
  4. Verantwortung mit rechtlicher oder sicherheitskritischer Tragweite bindet eine Tätigkeit an einen Menschen, der dafür geradesteht.
Was einen Beruf schwer ersetzbar macht
Vier Schutzmerkmale nach dem Forschungsstand vom Juni 2026
Präsenz
Wechselnde Umgebungen

Arbeit an Dachstuhl, Krankenbett oder verstopfter Leitung lässt sich nicht standardisieren.

Hand
Feinmotorik und Improvisation

Keine zwei Reparaturen gleichen einander exakt.

Beziehung
Vertrauen

Pflege, Therapie und Erziehung beruhen auf zwischenmenschlicher Nähe.

Haftung
Verantwortung

Rechtliche oder sicherheitskritische Tragweite bindet die Arbeit an einen Menschen.

Ein Studium schützt nicht automatisch: In Spezialistenberufen liegt das Substituierbarkeitspotenzial bei rund 62 Prozent, in Expertenberufen stieg der Wert von 2019 bis 2022 um fast zehn Prozentpunkte.

Ein Beruf, der mehrere dieser Eigenschaften vereint, eignet sich strukturell nicht für eine vollständige Automatisierung. Nach genau diesen Kriterien wurden die folgenden 30 Berufe ausgewählt. Die Auswahl verteilt sich auf fünf Felder: Die meisten sind über eine Lehre erreichbar, einige über ein Studium und manche über beides.

Welche Handwerks- und Bauberufe bleiben gefragt?

Silberne Wasserwaage mit orangefarbenem Anhänger und Aufschrift GEFRAGT
Jede Baustelle ist anders, deshalb bleibt das Bauhandwerk gefragt.

Das Bauhandwerk vereint fast alle Schutzmerkmale. Jede Baustelle ist anders. Ein Roboter, der eine Altbauwand verputzt oder ein undichtes Dach in strömendem Regen flickt, ist nicht in Sicht. Hinzu kommt der demografische Druck: Im Baugewerbe ist fast jede zweite Stelle unbesetzt (Stand: Juni 2026).

Sieben Berufe stechen hervor:

  • Anlagenmechaniker für Sanitär, Heizung und Klima: Die Energiewende stellt Millionen Heizungen auf Wärmepumpen und Hybridsysteme um. Installation, Einregulierung und Wartung verlangen Arbeit am konkreten Gebäude, und kein Haus gleicht dem anderen.
  • Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik: Ladeinfrastruktur, Photovoltaik und smarte Gebäude brauchen Fachkräfte, die auf Dächern und in Verteilern arbeiten. Die Verantwortung für die Sicherheit bindet diese Arbeit an ausgebildete Elektrofachkräfte.
  • Dachdecker: Gearbeitet wird in der Höhe, bei Wind und Wetter, auf immer anderen Dachformen. Als Wachstumsfeld kommt die Solarintegration hinzu.
  • Maurer und Betonbauer: Die Arbeit am Rohbau bleibt körperlich, ortsgebunden und nicht standardisierbar, auch wenn Maschinen einzelne Schritte unterstützen.
  • Zimmerer und Tischler: Mit dem nachhaltigen Bauen erlebt der Holzbau eine Renaissance. Maßanfertigung und Montage vor Ort lassen sich schwer automatisieren.
  • Bauleiter: Urteilsvermögen ist gefragt, denn Bauleiter koordinieren Gewerke und Termine, lösen Probleme auf der Baustelle und verhandeln mit vielen Beteiligten zugleich.
  • Maler und Lackierer: Untergründe, Räume und Kundenwünsche unterscheiden sich stark, und die Feinarbeit an Kanten und Übergängen bleibt Handarbeit.

Warum sind Pflege und Gesundheit langfristig sicher?

Weißes Stethoskop in Herzform, darunter oranger Anhänger mit Text
In Pflege und Medizin trägt die Zuwendung, die KI nur unterstützt.

Kaum ein Feld verbindet zwischenmenschliches Vertrauen so eng mit körperlicher Präsenz wie die Gesundheitsberufe. Eine alternde Gesellschaft treibt die Nachfrage über Jahrzehnte nach oben. Und den Kern dieser Arbeit, die Zuwendung zu einem leidenden Menschen, kann niemand an eine Maschine delegieren.

KI wird hier zum Werkzeug, das dokumentiert und Diagnosen stützt, nicht zum Ersatz. Sechs Berufe haben hier eine langfristige Perspektive:

  • Pflegefachkraft: Die Verbindung aus körperlicher Arbeit am Patienten, schnellen Entscheidungen und menschlicher Nähe gilt als kaum automatisierbar. Der Bedarf wächst, je älter die Bevölkerung wird.
  • Physiotherapeut: Manuelle Behandlung, individuelle Befundung und die Motivation des Patienten verbinden Feinmotorik mit Beziehung.
  • Hebamme: Geburtsbegleitung verlangt höchste Verantwortung, körperliche Präsenz und Vertrauen in einer der verletzlichsten Lebenslagen überhaupt.
  • Arzt mit direktem Patientenkontakt: KI leistet bei Bildauswertung und Diagnostik viel, doch die Verantwortung für die Behandlung und das Gespräch bleiben beim Menschen. Besonders gilt diese Grenze für Hausärzte und Chirurgen.
  • Altenpfleger: Betreuung im Alter ist Beziehungsarbeit. Assistenzroboter ergänzen diese Arbeit, ersetzen können sie die Pflegekraft nicht.
  • Ergotherapeut: Patienten, die nach einer Erkrankung Alltagsfähigkeiten zurückgewinnen sollen, brauchen jemanden, der individuell und situativ auf sie eingeht.

Welche technischen Berufe profitieren sogar von KI?

Ein Roboterarm, eine Ölkanne und der Schriftzug „WARTUNG“ vor weißem Hintergrund
Je mehr Roboter arbeiten, desto mehr Fachkräfte braucht es für ihre Wartung.

Manche technischen Berufe sind nicht trotz, sondern wegen der Automatisierung gefragt. Roboter, KI-Systeme und automatisierte Anlagen müssen installiert, gewartet und repariert werden. Je mehr davon im Einsatz sind, desto mehr Menschen werden für ihren Betrieb gebraucht.

Fünf Berufe stehen beispielhaft dafür:

  • Mechatroniker: Ihr Arbeitsfeld liegt an der Schnittstelle von Mechanik, Elektronik und Software, gebraucht werden sie überall, wo Maschinen laufen müssen. Wartung und Fehlersuche an realen Anlagen lassen sich nicht vollständig aus der Ferne erledigen.
  • Industriemechaniker: Die Instandhaltung von Produktionsanlagen verlangt Diagnose vor Ort, oft unter Zeitdruck und an alternder Technik.
  • Fachkraft für Robotik und Automatisierung: Fachkräfte, die Roboter einrichten und betreuen, profitieren direkt von deren Vormarsch. Das Berufsbild wächst mit der Technik.
  • Land- und Baumaschinenmechatroniker: Schwere Maschinen fallen auf dem Feld und auf der Baustelle aus, und die Reparatur verlangt Präsenz und Erfahrung.
  • Kfz-Mechatroniker mit Hochvolt-Qualifikation: Die Elektromobilität verändert das Berufsbild, macht den Beruf aber nicht überflüssig. Diagnose und Reparatur am einzelnen Fahrzeug bleiben Aufgabe des Menschen.

Bleiben kreative und soziale Berufe menschlich?

Holzklötzchen-Stapel auf weiß, oben orangefarbener Stein mit schwarzer Aufschrift „BINDUNG“
Wo Beziehung das Wirkprinzip ist, bleibt der Mensch im Zentrum.

Bei kreativen Berufen ist die Lage vielschichtiger als bei Handwerk und Pflege, denn hier greift generative KI sichtbar ein. Die Arbeit verschiebt sich von der reinen Ausführung hin zu Konzept, Verantwortung und menschlicher Beziehung.

Wo ein Beruf auf Vertrauen, Aushandlung oder pädagogischer Bindung beruht, steht der Mensch weiter im Mittelpunkt. In vier Berufen gibt die menschliche Seite den Ausschlag:

  • Erzieher und Lehrer: Frühkindliche Bildung und Schule beruhen auf Beziehung, Vorbild und der situativen Führung einer Gruppe. KI hilft beim Üben, ersetzt aber nicht die pädagogische Bindung.
  • Sozialarbeiter: Die Arbeit mit Menschen in Krisen verlangt Vertrauen, Urteilsvermögen und rechtliche Verantwortung, und nichts davon lässt sich automatisieren.
  • Psychotherapeut: Die therapeutische Beziehung wirkt selbst als Teil der Behandlung, menschliche Präsenz bildet ihren Kern.
  • Handwerklich-kreative Meisterberufe wie Friseur oder Konditor: Individuelle Gestaltung am Menschen oder am Produkt, verbunden mit direktem Kundenkontakt, bleibt schwer ersetzbar.

Welche Berufe sichern Versorgung und Sicherheit?

Feuerlöscher mit weißem Schild und der Aufschrift
Wer in unvorhersehbaren Lagen Verantwortung trägt, bleibt schwer ersetzbar.

Eine letzte Gruppe hält das Gemeinwesen am Laufen. Diese Tätigkeiten sind mit hoher Verantwortung verbunden, spielen sich in unvorhersehbaren Lagen ab und sind aus rechtlichen Gründen an Menschen gebunden. Gerade diese Last macht die Berufe langfristig robust.

Sieben Berufe runden die Auswahl ab:

  • Polizist und Rettungskraft: Einsätze in chaotischen Lagen verlangen Entscheidungen unter Druck und körperliches Eingreifen.
  • Feuerwehrmann: Brandbekämpfung und Rettung in nicht planbaren Situationen verlangen Menschen vor Ort.
  • Notfallsanitäter: Die medizinische Erstversorgung am Einsatzort verbindet Tempo, Urteil und Handarbeit.
  • Koch: Gastronomie lebt von Geschmack, Schnelligkeit und Anpassung, und alle drei entziehen sich der vollständigen Automatisierung.
  • Gärtner und Landschaftsbauer: Gearbeitet wird draußen auf wechselnden Flächen, mit Pflanzenwissen und körperlichem Einsatz.
  • Augenoptiker: Die Anpassung der Brille am Gesicht, die Beratung und die feinmechanische Arbeit verbinden Handwerk mit Kundenkontakt.
  • Steuerberater und Wirtschaftsprüfer mit Mandantenverantwortung: Routineaufgaben übernimmt die KI, doch die rechtliche Haftung und das Gespräch mit dem Mandanten bleiben Sache von Menschen.

Abi oder Lehre, was ist die bessere Wahl?

Wegweiser mit orangeroten Pfeilen
Wichtiger als die Abzweigung ist, was der Beruf am Ende konkret verlangt.

Die Entscheidung zwischen Abi und Lehre wiegt weniger als die Frage, was ein Beruf konkret verlangt. Eine Lehre in einem der genannten Handwerks- oder Technikberufe bietet nach dem Forschungsstand von 2026 mehr Schutz vor Automatisierung als manches Studium, das in Büroarbeit mündet. Erfahrene Fachkräfte in Engpassberufen erzielen zudem Medianlöhne, die mit denen akademischer Berufe mithalten.

Für ein Studium bieten sich Medizin, Pflege, Therapie, Lehramt und ingenieurtechnische Fächer an, weil dort Präsenz, Verantwortung oder Beziehung den Kern bilden.

Fünf Felder mit Zukunft
Wo menschliche Arbeit ihren Wert behält, Stand Juni 2026
7 Berufe
Handwerk und Bau

Vom Anlagenmechaniker SHK bis zum Dachdecker: Jede Baustelle ist anders.

6 Berufe
Pflege und Gesundheit

Von der Pflegefachkraft bis zur Hebamme: Nähe zum Menschen, Präsenz vor Ort.

5 Berufe
Technik

Vom Mechatroniker bis zur Robotik-Fachkraft: Automatisierung schafft Wartungsbedarf.

4 Berufe
Kreativ und sozial

Von Erziehern bis zu Psychotherapeuten: Beziehung steht im Mittelpunkt.

7 Berufe
Versorgung und Sicherheit

Vom Feuerwehrmann bis zum Steuerberater: Verantwortung bleibt beim Menschen.

Für ein Studium bieten sich Medizin, Pflege, Therapie, Lehramt und Ingenieurfächer an.

Keine dieser Einschätzungen ist eine Garantie für fünfzig Jahre. Berufsbilder verändern sich, die Technik entwickelt sich sprunghaft, und das Substituierbarkeitspotenzial ist eine Momentaufnahme der technischen Möglichkeiten, kein Schicksal.

Den robustesten Schutz bietet deshalb die Fähigkeit, dazuzulernen und das eigene Berufsbild mit der Technik weiterzuentwickeln. Ein Handwerker, der später Robotik oder smarte Gebäudetechnik in seine Arbeit integriert, steht stabiler da als jemand, der auf einem einmal erlernten Stand verharrt.

Die beste Berufsberatung der nächsten Jahre lautet nicht Abi oder Lehre, sondern Hand oder Routine. Ein Jugendlicher, der etwas Reales bauen, reparieren oder heilen kann, hat ein Pfund, das keine Software über Nacht entwertet. Genau das sollten Eltern ihren Kindern mitgeben.

Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Zitat teilen

Die Liste taugt als Landkarte, nicht als Fahrplan. Die fünf Felder zeigen, wo menschliche Arbeit nach dem Wissensstand von 2026 ihren Wert behält. Welcher Weg innerhalb dieser Felder passt, hängt von Neigung, Talent und dem Arbeitsmarkt vor Ort ab. Einer ganzen Generation stehen mehr als genug Berufe offen, in denen bis 2075 ein Mensch gebraucht wird.

Verwandte Themen bei Dr. Web

Ein weißer Kompass mit einem angehängten Etikett, auf dem in Großbuchstaben „„WEITER““ steht
Weitere Analysen zu KI und Arbeitsmarkt bei Dr. Web.

Der Beitrag zu KI-resistenten Berufen 2026 analysiert die Engpasslage und die Gehälter im Detail. Wie tief KI bereits in deutsche Firmen vorgedrungen ist, zeigt die Auswertung der Bitkom-KI-Studie 2026. Die wirtschaftliche Seite der Selbstständigkeit rechnet unser Selbstständigen-Gehalt-Rechner durch.

Mehr Newshunger?

Weiße Schale mit orangem Löffel und Aufschrift „Nachschlag“
Mehr zum Thema KI und Berufe.

Häufige Fragen zu Abi, Lehre und KI-sicheren Berufen

Ein oranges 3D-Fragezeichen mit einem silbernen Schraubenschlüssel davor auf weißem Grund
Die wichtigsten Fragen zu Abi, Lehre und KI-sicheren Berufen.

Was misst das Substituierbarkeitspotenzial?

Das Substituierbarkeitspotenzial des IAB-Job-Futuromaten gibt an, welcher Anteil der Kerntätigkeiten eines Berufs sich technisch automatisieren ließe. Der Wert ist eine Momentaufnahme der technischen Möglichkeiten und keine Vorhersage, dass ein Beruf verschwindet.

Schützt ein Studium besser vor KI als eine Lehre?

Nicht automatisch. Das Substituierbarkeitspotenzial steigt mit dem Anforderungsniveau und liegt in Spezialistenberufen bei rund 62 Prozent. In Expertenberufen stieg der automatisierbare Anteil zwischen 2019 und 2022 um fast zehn Prozentpunkte, weil generative KI Texte, Code und Analysen erstellt.

Welche Eigenschaften machen einen Beruf schwer ersetzbar?

Vier Merkmale schützen: körperliche Präsenz in wechselnden Umgebungen, Feinmotorik und Improvisation, zwischenmenschliches Vertrauen sowie Verantwortung mit rechtlicher oder sicherheitskritischer Tragweite. Je mehr davon ein Beruf vereint, desto weniger eignet er sich für eine vollständige Automatisierung.

Welche Handwerksberufe gelten als zukunftssicher?

Besonders gefragt bleiben Anlagenmechaniker für Sanitär, Heizung und Klima, Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik, Dachdecker, Maurer und Betonbauer, Zimmerer und Tischler, Bauleiter sowie Maler und Lackierer. Die Arbeit findet auf immer anderen Baustellen statt und lässt sich nicht standardisieren.

Welche Studienfächer sind gegenüber KI robust?

Medizin, Pflege, Therapie, Lehramt und ingenieurtechnische Fächer gelten als robust, weil dort Präsenz, Verantwortung oder Beziehung den Kern der Arbeit bilden. Eine Garantie über ein ganzes Erwerbsleben bietet aber kein Beruf.

Was schützt am besten vor dem Wandel durch KI?

Den robustesten Schutz bietet die Fähigkeit, dazuzulernen und das eigene Berufsbild mit der Technik weiterzuentwickeln. Ein Handwerker etwa, der später Robotik oder smarte Gebäudetechnik in seine Arbeit integriert, steht stabiler da als jemand, der auf einem einmal erlernten Stand verharrt.

4,7 916 Bewertungen

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

Dr. Web Newsletter

Jede Woche ein bisschen klüger.

Der Dr. Web Newsletter: die besten Artikel, Anbieter-Tipps und neue Tools, kompakt zusammengefasst, jeden Donnerstag. Kostenlos und jederzeit abbestellbar.