Was genug ist, steht für Alleinstehende in der Grundsicherung auf den Cent genau fest: 563 Euro im Monat, die Miete kommt extra. Der Schriftsteller Joseph Heller sagte auf der Party eines Milliardärs, er besitze etwas, das der Gastgeber nie haben werde: das Wissen, genug zu haben. Zwischen Gesetzblatt und Partygespräch passen rund 83 Millionen weitere Antworten.

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Der eine kann nie genug bekommen, der andere ist mit wenig zufrieden, und beide halten das eigene Maß für vernünftig. Wir haben die Weisheit nicht mit Löffeln gefressen und predigen deshalb weder Verzicht noch Wachstum. Stattdessen haben wir nachgelesen, wo Philosophen, Theologen, Ökonomen und der Gesetzgeber die Grenze ziehen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Genug heißt wörtlich, was bis zu einem Ziel reicht. Ohne genanntes Ziel bleibt das Wort leer, deshalb setzt jeder sein eigenes Maß ein.
  • Philosophen wie Religionen messen das Genug am Bedarf und an der Haltung: Das Manna in der Wüste reichte für einen Tag, Seneca verlangte erst das Nötige und dann das Genügende.
  • Die Glücksforschung findet für die meisten Menschen keine Obergrenze. Laut einer Studie von 2023 stagniert das Glück ab rund 89.000 Euro Jahreseinkommen nur bei den unglücklichsten 15 Prozent.
  • Der Staat definiert genug gleich mehrfach, vom Regelbedarf über 563 Euro im Monat bis zur Reichensteuer ab 277.826 Euro im Jahr. Zugleich lebt die Wirtschaft zu rund 54 Prozent vom privaten Konsum.
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Wissenstest
Wie gut kennen Sie das Genug?
5 Fragen aus dem Artikel. Wählen Sie Ihre Antwort, dann decken Sie die Lösung auf.
1 Was bedeutete das Wort „Vergnügen“ ursprünglich? Aufklappen ↓
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Richtig: A. Das Substantiv Vergnügen stand laut DWDS für Genüge, Befriedigung eines Anspruchs, sogar für Bezahlung. Erst Mitte des 17. Jahrhunderts wandelte sich die Bedeutung zur heiteren Freude. Mehr dazu im ersten Kapitel.
2 Was geschah laut dem 2. Buch Mose mit dem Manna, das die Israeliten über Nacht aufhoben? Aufklappen ↓
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Richtig: B. Vers 20 von Kapitel 16 schildert die Folgen. Gesammelt werden sollte nur, was jeder für den Tag brauchte. Das Kapitel zur Theologie erklärt die Regel.
3 Ab welchem Jahreseinkommen stagniert laut der Studie von 2023 das Glück der unglücklichsten 15 Prozent? Aufklappen ↓
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Richtig: C. Killingsworth, Kahneman und Mellers fanden die Schwelle bei 100.000 Dollar, umgerechnet rund 89.000 Euro. Bei allen anderen steigt das Glück mit dem Einkommen weiter.
4 Wie hoch ist der Regelbedarf für Alleinstehende in der Grundsicherung 2026? Aufklappen ↓
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Richtig: A. Die Formel ergab für 2026 nur 557 Euro. Der gesetzliche Besitzschutz hielt den Betrag bei 563 Euro, die Miete übernimmt das Jobcenter zusätzlich.
5 Um wie viel höhere Einstiegsgehälter erzielten die Maximierer in der Studie von 2006? Aufklappen ↓
Auflösung aufdecken ↓
Richtig: B. Iyengar, Wells und Schwartz begleiteten Studierende bei der Jobsuche. Die Maximierer verdienten mehr, waren mit ihrer Stelle aber unzufriedener als die Satisficer.

Was bedeutet „genug“ eigentlich?

Oranger Gurt mit cm-Skala, Wort
„Genug“ bedeutet ausreichend und zufriedenstellend, doch im Althochdeutschen stand es für reichlich und Überfluss. Das Wort pendelt sprachgeschichtlich zwischen Bedarf und Fülle

Genug bedeutet laut dem Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache „ausreichend, in notwendiger Menge, zufriedenstellendem Maße vorhanden“. Im Althochdeutschen stand das Wort dagegen oft für reichlich, im Überfluss, die Sprachgeschichte pendelt also selbst zwischen Bedarf und Fülle.

Das Wort ist alt und weit gereist. Das althochdeutsche ginuog ist seit dem 8. Jahrhundert belegt, das gotische ganōhs und das englische enough stammen aus derselben Familie. Die indoeuropäische Wurzel bedeutet laut DWDS reichen, erreichen, erlangen, und genug ist demnach, was bis zu einem Ziel reicht.

Die schönste Pointe versteckt sich in einem Verwandten. Das Verb vergnügen bedeutete im 15. Jahrhundert schlicht zufriedenstellen, befriedigen, das Substantiv Vergnügen stand für Genüge, Befriedigung eines Anspruchs, sogar für Bezahlung. Erst Mitte des 17. Jahrhunderts wandelte sich die Bedeutung zum heiteren Vergnügen von heute. Ein Freizeitpark verkauft streng genommen das Gefühl, genug bekommen zu haben, und kassiert dafür Eintritt.

Grammatisch hat genug eine Schwäche, die seine Dehnbarkeit erklärt. Allein sagt das Wort nichts, erst ein Bezugspunkt macht das Wort messbar: genug für die Miete, genug für heute, genug für ein Leben ohne Sorgen. Fehlt das Ziel, darf jeder seines einsetzen. Aus dieser Leerstelle stammt der Gummi im Begriff.

Wie viel Geld Sie selbst für ein gutes Leben brauchen, lässt sich mit etwas Ehrlichkeit ausrechnen. Unser Ratgeber zum persönlichen Sättigungspunkt zeigt, wie das geht. Dieser Beitrag stellt die größere Frage: Existiert ein Genug für alle, oder existieren nur rund 83 Millionen private Maßstäbe?

Auf den Punkt

Genug heißt wörtlich, was bis zu einem Ziel reicht, und Vergnügen bedeutete ursprünglich nichts anderes als Befriedigung. Ohne genanntes Ziel bleibt das Wort leer, deshalb füllt jeder den Begriff mit seinem eigenen Maß.

Warum kann der eine nie genug bekommen und der andere schon?

Ein Stück Kuchen links, ein Kuchenstapel mit Fähnchen
Maximierer suchen das Beste und sind laut einer Studie von 2002 im Schnitt weniger zufrieden als Menschen, die bei der ersten guten Lösung aufhören.

Weil Menschen verschieden entscheiden. Der Ökonom Herbert Simon unterschied Menschen, die das Optimum suchen, von solchen, die bei der ersten guten Lösung aufhören. Die Psychologen um Barry Schwartz fanden 2002: Die ewigen Optimierer sind im Schnitt unglücklicher.

Wie dehnbar das Maß ist, zeigt schon die Frage nach dem Reichtum. In einer Civey-Umfrage für die WirtschaftsWoche setzte 2021 gut ein Fünftel der Befragten die Grenze für einen Single bei 10.000 Euro netto im Monat an, ein anderes Fünftel schon bei 5.000 Euro. Beim Vermögen nannten 24 Prozent eine Million Euro, 12,6 Prozent sahen Reichtum erst ab mehr als fünf Millionen.

Die Statistik ist nüchterner. Das Institut der deutschen Wirtschaft zählt Singles ab 5.780 Euro netto im Monat zu den Einkommensreichen, das ist mehr als das Zweieinhalbfache des mittleren Einkommens. Rund 4 Prozent der Menschen in Deutschland liegen darüber. Geschätzt wird der Anteil in früheren Befragungen auf ein Viertel. Die IW-Ökonomin Judith Niehues fasst das trocken zusammen: „Reich sind in der eigenen Wahrnehmung zumeist die anderen.“

Dass manche Menschen nie ankommen, hat auch mit ihrer Art zu entscheiden zu tun. Herbert Simon, Wirtschaftsnobelpreisträger von 1978, beschrieb 1956 in der Psychological Review, dass Organismen sich gut genug anpassen, um zu „satisficen“, statt zu optimieren. Das Kunstwort aus satisfy und suffice steht seither für den Genügsamen unter den Entscheidern: Er nimmt die erste Lösung, die seine Ansprüche erfüllt.

Der Psychologe Barry Schwartz und Kollegen haben 2002 im Journal of Personality and Social Psychology die Gegenfigur vermessen, den Maximierer. In sieben Stichproben hing das ständige Optimieren mit weniger Glück, weniger Optimismus und geringerer Lebenszufriedenheit zusammen, dafür mit mehr Bedauern und mehr Depression. Maximierer vergleichen sich häufiger mit anderen und hadern öfter mit ihren Käufen.

Für die Frage nach dem Genug ist der Befund pikant. Der Nimmersatt ist nicht unbedingt gieriger als sein Nachbar, er hat nur nie aufgehört zu vergleichen. Sein Problem liegt im Suchmodus, nicht im Kontostand. Ein zweites Steak macht nicht satter, ein zweites Angebot zum Vergleichen dagegen unruhiger.

Auf den Punkt
  • Reichtum: Die Befragten setzen die Grenze zwischen 5.000 und über 10.000 Euro netto im Monat an, das IW zieht die Grenze bei 5.780 Euro.
  • Satisficer: nimmt die erste Lösung, die seine Ansprüche erfüllt, und hört dann auf zu suchen.
  • Maximierer: sucht das Beste und ist laut Schwartz im Schnitt weniger zufrieden.

Was sagen die Philosophen zum Genug?

Orangefarbenes Sparschwein auf Marmorsäule mit Seneca-Schriftzug vor weißem Hintergrund
Seneca empfahl, erst das Nötige und dann das Genügende zu haben, und besaß nach Tacitus selbst 300 Millionen Sesterzen.

Die antiken Philosophen waren sich erstaunlich einig: Genug ist eine Frage der Grenze im Kopf. Aristoteles hielt den Reichtum für ein gutes Leben für begrenzt, Epikur und Seneca sahen die Armut im Begehren, nicht im Besitz.

Aristoteles trennte im ersten Buch seiner Politik zwei Arten des Erwerbs. Die Haushaltskunst sorgt für das, was ein gutes Leben braucht, und kennt deshalb eine Grenze. Die Chrematistik, das Gelderwerben um seiner selbst willen, kennt keine. Wer so wirtschaftet, will laut Aristoteles sein Geld ins Unbegrenzte vermehren und kümmert sich um das Leben, aber nicht um das gute Leben.

Aristoteles widersprach dabei ausdrücklich dem athenischen Staatsmann Solon, der gedichtet hatte, dem Reichtum sei keine Grenze gesetzt. Für den Philosophen galt das nur für die falsche Sorte. Der Vorwurf wirkt erstaunlich frisch: Ein Depot kennt keine natürliche Sättigung, ein Kühlschrank schon.

Epikur, der Philosoph mit dem unverdienten Ruf eines Genussmenschen, formulierte die Regel als Paradox. In der Vatikanischen Spruchsammlung steht unter Nummer 68, wörtlich übertragen: Nichts ist genug für den, dem das Genügende wenig ist. Der Satz verlegt die Grenze vom Vorratsschrank in den Kopf, und genau dort sucht Seneca sie gut drei Jahrhunderte später auch.

Der Römer Seneca schrieb seinem Freund Lucilius im zweiten Brief: „Nicht wer wenig hat, sondern wer mehr begehrt, ist arm.“ Auf die Frage nach dem richtigen Maß des Reichtums antwortete er: „Fürs erste: zu haben, was nötig, dann, was genug ist.“ Präziser hat selten jemand das Maß des Reichtums definiert.

Der Haken liegt beim Absender. Seneca zählte zu den reichsten Männern Roms. Der Senator Publius Suillius fragte laut dem Geschichtsschreiber Tacitus öffentlich, mit welcher Weisheit und welchen Lehren der Philosophen Seneca in vier Jahren als Vertrauter des Kaisers 300 Millionen Sesterzen angehäuft habe. Wasser predigen und Wein trinken ist offenbar keine Erfindung der Moderne.

DenkerWerkKernsatzMaß für genug
AristotelesPolitik, Buch IDie Haushaltskunst kennt eine Grenze, das Gelderwerben um seiner selbst willen keine.Was ein gutes Leben braucht
EpikurVatikanische Spruchsammlung, Nr. 68Nichts ist genug für den, dem das Genügende wenig ist.Die Grenze im Kopf
SenecaBriefe an Lucilius, Brief 2„Nicht wer wenig hat, sondern wer mehr begehrt, ist arm.“Erst das Nötige, dann das Genügende
John Maynard KeynesEconomic Possibilities for our Grandchildren, 1930Absolute Bedürfnisse lassen sich stillen, relative womöglich nie.Stillung der absoluten Bedürfnisse
Robert und Edward SkidelskyHow Much Is Enough?, 2012Ein gutes Leben ruht auf sieben Grundgütern, von Gesundheit bis Muße.Sieben Grundgüter
Wie Denker das Genug bestimmen. Aristoteles und Epikur in eigener Übertragung nach englischen Übersetzungen, Seneca in der Übersetzung von August Pauly. Quellen: Perseus Digital Library, Peter Saint-Andre, Gottwein, Keynes (1930), The Guardian.

Uns gefällt an den Antiken, dass sie das Genug nicht in Münzen messen. Ihr Maßstab ist das gute Leben, und das sieht für einen Gärtner in Athen anders aus als für einen Senator in Rom. Ausgerechnet die strengen Moralisten der Antike liefern damit das stärkste Argument für den Gummibegriff.

Auf den Punkt

Aristoteles unterschied die begrenzte Haushaltskunst vom grenzenlosen Gelderwerb, Seneca verlangte, zuerst das Nötige und dann das Genügende zu haben. Dass Seneca selbst 300 Millionen Sesterzen besaß, zeigt, wie leicht sich Genügsamkeit vom vollen Konto aus empfehlen lässt.

Was sagt die Theologie zum Genug?

Emaillierte Dose mit Deckel, Vorhängeschloss und Notizzettel „NUR FÜR HEUTE“
Beim Manna in der Wüste sollte jeder nur sammeln, was er für den Tag brauchte, Aufgehobenes wurde voller Würmer.

Die Bibel nennt ein erstaunlich genaues Maß: so viel, wie jeder für den Tag braucht. Beim Manna in der Wüste verdarb, was die Israeliten über Nacht aufhoben, und im Vaterunser bitten Christen bis heute um das tägliche Brot, nicht um den Wochenvorrat.

Die Manna-Erzählung im 2. Buch Mose liest sich wie eine Vorratsregel mit eingebautem Verfallsdatum. Jeder sollte einen Krug voll sammeln, einen für jeden Menschen im Zelt. Beim Nachmessen hatten die eifrigen Sammler nichts übrig und die bescheidenen keinen Mangel: „Jeder hatte gesammelt, so viel er zum Essen brauchte“, steht in Vers 18 der Lutherbibel. Einige hoben trotzdem Reste für den nächsten Morgen auf. Das Manna wurde, so Vers 20, „voller Würmer und stinkend“.

Für deutsche Vorratskeller wäre die Regel eine Zumutung, theologisch ist sie folgerichtig. Das Vaterunser greift den Gedanken im Matthäusevangelium auf: „Unser tägliches Brot gib uns heute.“ Die Bitte gilt dem Tagesbedarf, von einem Puffer für schlechte Zeiten steht darin nichts.

Das Buch der Sprüche zieht die Grenze von beiden Seiten. „Armut und Reichtum gib mir nicht“, bittet der Beter in Kapitel 30 und begründet das nüchtern: Zu satt könnte er Gott verleugnen, zu arm könnte er stehlen. Genug dient hier als Schutzzone gegen zwei Versuchungen. Der Prediger Salomo ergänzt in Kapitel 5 die ökonomische Diagnose: „Wer Geld liebt, wird vom Geld niemals satt.“

Die bekannteste Satire auf das Mehr hat Lukas aufgeschrieben. Ein reicher Bauer fährt eine Rekordernte ein und beschließt, seine Scheunen abzureißen und größere zu bauen, um sich danach zur Ruhe zu setzen. Gott antwortet ihm, bevor der Bauantrag durch ist: „Du Narr! Diese Nacht wird man deine Seele von dir fordern.“ Die Pointe sitzt auch zweitausend Jahre später, weil jeder Leser einen Nachbarn mit zu großer Garage kennt.

Der erste Brief an Timotheus macht aus der Erzählung eine Regel. „Wenn wir aber Nahrung und Kleider haben, so wollen wir uns damit begnügen“, steht in Kapitel 6, wenige Verse vor dem berühmten Satz, die Geldgier sei „eine Wurzel alles Übels“. Der Katechismus der Katholischen Kirche führt die Habsucht bis heute unter den sieben Hauptsünden, gleich nach dem Stolz.

TraditionTextKernsatzMaß für genug
Judentum und Christentum2. Mose 16,18„Jeder hatte gesammelt, so viel er zum Essen brauchte.“Tagesbedarf
Christentum1. Timotheus 6,8„Wenn wir aber Nahrung und Kleider haben, so wollen wir uns damit begnügen.“Nahrung und Kleidung
MönchtumRegel Benedikts, Kapitel 34„Jedem wurde so viel zugeteilt, wie er nötig hatte.“Bedarf des Einzelnen
DaoismusTao Te King, Kapitel 46„Das Genügen der Genügsamkeit ist dauerndes Genügen.“Innere Haltung
BuddhismusDhammapada, Vers 204Zufriedenheit gilt als „der beste Schatz“.Zufriedenheit
IslamSahih al-Bukhari 6446Reichtum liegt nicht in viel Besitz, sondern im Reichtum der Seele.Genügsamkeit der Seele
Wie Religionen das Genug bestimmen. Bibel nach der Lutherbibel 2017, Tao Te King in der Übersetzung von Richard Wilhelm, Dhammapada nach Kurt Schmidt, Bukhari sinngemäß nach der englischen Fassung. Quellen: Bibleserver, Benediktiner, Zeno.org, Palikanon, Amrayn.

Bemerkenswert flexibel zeigt sich ausgerechnet die Klosterregel. Benedikt von Nursia schrieb im 6. Jahrhundert in Kapitel 34 seiner Regel, jedem Mönch werde zugeteilt, „wie er nötig hatte“. Der Nachsatz klingt erstaunlich modern: „Wer weniger braucht danke Gott und sei nicht traurig.“ Mönche mit größerem Bedarf sollten dafür demütig bleiben. Selbst die Mönchsregel kannte also kein Einheitsmaß, sondern so viele Genug wie Mönche im Kloster.

Papst Franziskus hat die Linie 2015 in der Umweltenzyklika Laudato si’ fortgeschrieben. „Die Genügsamkeit, die unbefangen und bewusst gelebt wird, ist befreiend“, steht in Abschnitt 223. Wir halten fest: Die Religionen messen das Genug am Bedarf und an der Haltung, nie am Kontostand. In Euro umgerechnet haben das Genug erst die Ökonomen.

Auf den Punkt
  • Bibel: Genug ist der Tagesbedarf, gehortetes Manna verdirbt, größere Scheunen helfen dem reichen Bauern nicht.
  • Kirche: Die Habsucht steht im Katechismus unter den Hauptsünden, Laudato si’ nennt Genügsamkeit befreiend.
  • Kloster: Die Regel Benedikts teilt nach Bedarf zu, also jedem Mönch sein eigenes Genug.

Ab wann macht mehr Geld nicht mehr glücklicher?

Waage mit Geld und Herz symbolisiert den höheren Wert von Liebe gegenüber Reichtum
Für die meisten Menschen steigt das Glück mit dem Einkommen weiter, nur bei den unglücklichsten 15 Prozent stagniert das Glück ab rund 89.000 Euro im Jahr.

Eine feste Grenze existiert für die meisten Menschen nicht, das Glück steigt mit dem Einkommen weiter, nur langsamer. Eine Schwelle fanden Matthew Killingsworth, Daniel Kahneman und Barbara Mellers 2023 allein für die unglücklichsten 15 Prozent: Deren Glück stagniert ab rund 89.000 Euro im Jahr.

Die Ökonomie hat das Genug früh in ein Gesetz gegossen. Hermann Heinrich Gossen veröffentlichte 1854 in Braunschweig seine „Entwickelung der Gesetze des menschlichen Verkehrs“. Das erste Gossensche Gesetz beschreibt das Gabler Wirtschaftslexikon so: Mit zunehmendem Konsum eines Gutes sinkt dessen Grenznutzen, bis ein Sättigungspunkt erreicht ist, an dem niemand mehr Geld für eine weitere Einheit ausgibt. Jeder Gast am Kuchenbüfett kennt den Punkt beim dritten Stück Torte.

Beim Geld selbst stellte sich die Sättigung weniger zuverlässig ein. Der US-Ökonom Richard Easterlin wertete 1974 dreißig Umfragen aus 19 Ländern aus den Jahren 1946 bis 1970 aus. Innerhalb eines Landes waren die Reicheren glücklicher als die Ärmeren. Über die Jahrzehnte machte das wachsende Einkommen die Amerikaner aber nicht systematisch glücklicher. Dieses Easterlin-Paradox erklärte der Ökonom mit dem Vergleich: Zufrieden macht weniger das eigene Einkommen als der Abstand zu den anderen.

2010 schien die Forschung die Zahl gefunden zu haben, nach der alle suchten. Daniel Kahneman und Angus Deaton werteten mehr als 450.000 Antworten einer Gallup-Befragung aus. Die Bewertung des eigenen Lebens stieg mit dem Einkommen stetig, das Wohlbefinden im Alltag aber nur bis zu einem Jahreseinkommen von rund 75.000 Dollar, umgerechnet etwa 67.000 Euro. Die Schlagzeile, Geld mache nur bis dahin glücklich, ging um die Welt.

Elf Jahre später widersprach Matthew Killingsworth mit einer anderen Methode. Er ließ 33.391 erwerbstätige US-Bürger per Smartphone mehr als 1,7 Millionen Mal angeben, wie sie sich gerade fühlten. Ein Plateau fand er nicht: Das Wohlbefinden stieg auch oberhalb von 67.000 Euro weiter.

Macht mehr Geld glücklicher?
Was die Forschung von 1854 bis 2023 über Geld, Glück und Sättigung herausgefunden hat.
30 Umfragen
aus 19 Ländern wertete Richard Easterlin 1974 aus: Reichere sind glücklicher, reichere Länder auf Dauer nicht
450.000
Antworten nutzten Kahneman und Deaton 2010, das Alltagsglück stieg nur bis rund 67.000 Euro im Jahr
1,7 Mio.
Stimmungsmeldungen per Smartphone sammelte Killingsworth 2021, ein Plateau fand er nicht
89.000 €
Ab diesem Jahreseinkommen stagniert das Glück der unglücklichsten 15 Prozent
80 %
der Menschen werden laut derselben Studie auch oberhalb dieser Schwelle mit mehr Geld glücklicher
2 Klassen
von Bedürfnissen unterschied Keynes 1930: absolute lassen sich stillen, relative womöglich nie
1854
Gossen formuliert den Sättigungspunkt
Mit jeder weiteren Einheit sinkt der Grenznutzen eines Gutes, bis niemand mehr dafür zahlt.
1930
Keynes teilt die Bedürfnisse
Absolute Bedürfnisse sind stillbar, das Verlangen, über anderen zu stehen, wächst mit dem Wohlstand mit.
2010
Die 67.000-Euro-Schwelle
Kahneman und Deaton finden ein Plateau beim Alltagsglück, nicht bei der Lebensbewertung.
2023
Der Streit ist beigelegt
Nur die unglücklichsten 15 Prozent erreichen ein Plateau, bei den Glücklichsten steigt das Glück sogar beschleunigt.

Dollarbeträge umgerechnet zum EZB-Referenzkurs vom 05.10.2026 (1 Euro = 1,1204 Dollar) und gerundet. Karten mit dunkelrotem Rand: Grenzen des Genug.

Statt sich in Fachzeitschriften zu beharken, setzten sich Killingsworth und Kahneman mit der Psychologin Barbara Mellers als Schiedsrichterin zusammen. Das Ergebnis erschien 2023 in den Proceedings of the National Academy of Sciences. Bei den unglücklichsten 15 Prozent steigt das Glück im unteren Einkommensbereich schnell und flacht ab rund 89.000 Euro abrupt ab. Bei allen anderen steigt das Glück weiter, bei den Glücklichsten sogar beschleunigt. Gegen Liebeskummer, Trauer und klinische Depression hilft auch ein hohes Gehalt nicht, schreiben die Autoren.

Die eleganteste Erklärung für den Befund lieferte John Maynard Keynes schon 1930. In seinem Essay über die wirtschaftlichen Möglichkeiten seiner Enkel teilte er die Bedürfnisse in zwei Klassen. Absolute Bedürfnisse spüren Menschen unabhängig vom Wohlergehen der Nachbarn, und diese Bedürfnisse lassen sich stillen. Relative Bedürfnisse befriedigen das Verlangen, über anderen zu stehen, und sind womöglich unstillbar, denn je höher das allgemeine Niveau, desto höher steigen sie. Das Ergebnis gleicht einem Fass ohne Boden, nur mit Sitzheizung.

Wie schnell sich Menschen an jedes neue Einkommensniveau gewöhnen, erklärt das Konzept der hedonistischen Tretmühle. Für die Frage nach dem Genug folgt daraus eine klare Antwort der Ökonomen: Die absoluten Bedürfnisse kennen ein Genug, die relativen keines. Wir halten diese Unterscheidung für den brauchbarsten Maßstab, den die Wirtschaftswissenschaft je geliefert hat.

Auf den Punkt

Geld macht die meisten Menschen auch oberhalb von 89.000 Euro im Jahr noch glücklicher, nur immer langsamer. Ein festes Genug kennen laut Keynes allein die absoluten Bedürfnisse, der Wunsch, mehr zu haben als der Nachbar, wächst mit jedem Gehaltssprung mit.

Warum braucht die Wirtschaft den Nimmersatt?

Mini-Einkaufswagen mit Paketen und Holzschild „Konjunktur“ auf weißem Grund
Die privaten Haushalte gaben 2025 rund 2.449 Milliarden Euro aus, etwa 54 Prozent der Wirtschaftsleistung.

Weil der private Konsum mehr als die Hälfte der Wirtschaftsleistung ausmacht. 2025 gaben die privaten Haushalte in Deutschland laut Statistischem Bundesamt 2.449 Milliarden Euro aus, rund 54 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Ein Land voller Genügsamer hätte ein Konjunkturproblem.

Das Bruttoinlandsprodukt lag 2025 bei 4.530 Milliarden Euro. Gut die Hälfte davon entsteht, weil Menschen Brötchen, Autos, Urlaubsreisen und Streaming-Abos kaufen. Die Sparquote der privaten Haushalte lag 2025 bei 10,1 Prozent, nach 11,0 Prozent im Jahr davor. Von 100 Euro verfügbarem Einkommen legen die Deutschen also rund zehn zur Seite und geben den Rest aus.

Die Bundeszentrale für politische Bildung beschreibt das Dilemma in ihrem Lexikon der Wirtschaft ohne Umschweife: Sparen wirkt auf die Konjunktur dämpfend, weil das Sparen die Nachfrage nach Gütern verringert. Zugleich stellt das Ersparte über die Banken Geld für Investitionen bereit. Volkswirte kennen seit Keynes das Sparparadoxon: Beschließen alle Haushalte gleichzeitig, mehr zu sparen, sinken die Einkommen, und am Ende sparen sie womöglich nicht einmal mehr.

In der Sprache der Konjunkturberichte heißt Genügsamkeit deshalb Konsumzurückhaltung, und sie gilt als Risiko. Der Mensch, der sagt, er habe genug, taucht in den Prognosen der Wirtschaftsforscher als Bremsklotz auf. Die Bibel nannte ihn noch fromm.

Was geschähe, wenn alle Menschen gleichzeitig Minimalisten würden, haben wir an anderer Stelle durchgespielt. Das Umweltbundesamt hat für das Genug inzwischen ein eigenes Fachwort: Suffizienz, vom lateinischen sufficere für ausreichen, genug sein. Anders als Effizienz und Konsistenz versucht Suffizienz laut UBA nicht, dieselben Bedürfnisse mit weniger Aufwand zu befriedigen, sondern „hinterfragt die Bedürfnisse selbst“.

Wir sehen darin keinen Grund zur Empörung in die eine oder andere Richtung. Niemand schuldet der Konjunktur seinen Konsum, und niemand muss sich für einen neuen Fernseher entschuldigen. Nur sollte niemand so tun, als ließe sich das Genug politisch verordnen, ohne dass die Steuereinnahmen darunter leiden.

Auf den Punkt
  • Konsum: 2.449 Milliarden Euro, rund 54 Prozent des BIP von 2025, gaben die privaten Haushalte aus.
  • Sparquote: 10,1 Prozent des verfügbaren Einkommens legten die Haushalte 2025 zurück.
  • Suffizienz: Das Umweltbundesamt nennt so das Prinzip, die Bedürfnisse selbst zu hinterfragen.

Der private Konsum macht 54 Prozent der deutschen Wirtschaftsleistung aus, ein Volk von Genügsamen wäre der Albtraum jedes Finanzministers.

Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
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Wie viel ist laut Staat genug?

Stempel auf Papier mit orangefarbenem Aufdruck „GENUG“ und Aufschrift „WENN'S REICHT, DANN REICHT'S.“
Der Staat kennt viele Grenzen: 563 Euro Regelbedarf, 12.348 Euro Grundfreibetrag, Reichensteuer ab 277.826 Euro.

Der Staat definiert genug auf den Cent, allerdings mehrfach. 2026 gelten 563 Euro Regelbedarf im Monat, ein steuerfreier Grundfreibetrag von 12.348 Euro im Jahr und eine Pfändungsfreigrenze von 1.587,40 Euro im Monat. Als zu viel gilt ab 277.826 Euro zu versteuerndem Einkommen, dann greift die Reichensteuer.

Die bekannteste amtliche Antwort ist der Regelbedarf. Alleinstehende in der Grundsicherung für Arbeitsuchende, die bis Juni 2026 Bürgergeld hieß, erhalten 563 Euro im Monat, die Miete übernimmt das Jobcenter zusätzlich. Ermittelt wird der Betrag aus der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe: Maßstab sind die Ausgaben der unteren 15 Prozent der Einpersonenhaushalte. Verwendet wird bis heute die Stichprobe von 2018.

Für 2026 ergab die Formel laut Bundesarbeitsministerium sogar nur 557 Euro. Der gesetzliche Besitzschutz hielt den Betrag bei 563 Euro. Das amtliche Genug darf also wachsen, aber nicht schrumpfen, genau wie die meisten Gehaltsvorstellungen.

Bemerkenswert ist, was der Gesetzgeber zum Essen rechnet. Im Regelbedarfsermittlungsgesetz stehen für Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren zusammen 150,93 Euro, ermittelt aus der Stichprobe von 2018. Eine eigene Essenspauschale sieht das Gesetz nicht vor, betont das Ministerium. Die Zigarette steht in der Statistik gleich neben dem Brot.

Das amtliche Genug 2026
Vier Untergrenzen in Euro pro Monat für eine alleinstehende Person, darunter die Grenzen zum Zuviel.
Regelbedarf
563 €
Grundsicherung für Alleinstehende, Miete und Heizung kommen hinzu
Grundfreibetrag
1.029 €
12.348 Euro im Jahr bleiben steuerfrei, Wohnen eingeschlossen
Armutsgefährdungsschwelle
1.444,50 €
60 Prozent des mittleren Einkommens für Alleinlebende, Einkommen 2024
Pfändungsfreigrenze
1.587 €
So viel bleibt einem Schuldner ohne Unterhaltspflichten seit 1. Juli 2026
13,90 €
Mindestlohn pro Stunde seit 1. Januar 2026, 2027 steigt er auf 14,60 Euro
69.879 €
zu versteuerndes Einkommen im Jahr, ab dem 42 Prozent Spitzensteuersatz gelten
277.826 €
Ab diesem Jahreseinkommen gilt 2026 die Reichensteuer von 45 Prozent
47 %
Neue Stufe ab 280.000 Euro, vom Kabinett am 2. September 2026 beschlossen, im Bundestag noch offen

Grundfreibetrag sowie Armutsgefährdungsschwelle haben wir auf den Monat umgerechnet und gerundet. Die Beträge messen Verschiedenes und sind deshalb nicht direkt vergleichbar. Karten mit dunkelrotem Rand: Grenzen zum Zuviel.

Das Steuerrecht zieht die Grenze höher. Bis zu einem zu versteuernden Einkommen von 12.348 Euro im Jahr verlangt das Finanzamt 2026 keine Einkommensteuer, das sind gut 1.029 Euro im Monat, Wohnen eingeschlossen. Gläubiger müssen einem Schuldner ohne Unterhaltspflichten seit dem 1. Juli 2026 monatlich 1.587,40 Euro lassen. Drei Behörden, drei Existenzminima, und jede Zahl ist für ihren Zweck gut begründet.

Am oberen Ende des Gummibands sitzt die Reichensteuer. Ab 69.879 Euro zu versteuerndem Einkommen gilt für Alleinstehende der Spitzensteuersatz von 42 Prozent, ab 277.826 Euro der Satz von 45 Prozent. Das Bundeskabinett hat am 2. September 2026 beschlossen, die 45 Prozent ab 2027 schon ab 250.000 Euro zu verlangen und ab 280.000 Euro eine neue Stufe von 47 Prozent einzuführen. Beschlossen hat das der Bundestag noch nicht. Die Grenze zum Zuviel ist also verhandelbar, je nach Kassenlage.

Zwischen beiden Enden liegen der Mindestlohn von 13,90 Euro pro Stunde, der 2027 auf 14,60 Euro steigt, und die Armutsgefährdungsschwelle. Das Statistische Bundesamt setzt die Schwelle für Alleinlebende bei 17.334 Euro im Jahr an, gut 1.444 Euro im Monat, gemessen am Einkommen von 2024. Darunter lebten 16,1 Prozent der Bevölkerung.

Auf den Punkt

Der Staat kennt eine ganze Skala von Genug, von 563 Euro Regelbedarf bis zur Reichensteuer ab 277.826 Euro im Jahr. Jede Grenze ist für ihren Zweck begründet, und jede verschiebt sich, sobald sich Preise oder Haushaltslage ändern.

Wann ist eine Entscheidung gut genug?

Klemmbrett mit drei orangen Haken in Kästchen und Zettel mit „GUT GENUG?“
Maximierer erzielten bei der Jobsuche 20 Prozent höhere Einstiegsgehälter und waren trotzdem unzufriedener.

Sobald die Entscheidung ein vorher festgelegtes Anspruchsniveau erfüllt. Herbert Simon nannte das Satisficing. Eine Studie mit Hochschulabsolventen zeigte 2006: Die Maximierer handelten um 20 Prozent höhere Einstiegsgehälter aus, waren mit ihren Jobs aber unzufriedener als die Genügsamen.

Für Unternehmer und Führungskräfte gehört das Genug zum Tagesgeschäft. Jede Personalentscheidung, jeder Softwarekauf und jedes Angebot verlangt einen Punkt, an dem die Suche endet. Das Nobelkomitee ehrte Herbert Simon 1978 für seine bahnbrechende Erforschung der Entscheidungsprozesse in Wirtschaftsorganisationen. Sein Befund: Menschen und Organisationen suchen in der Praxis meist nicht das Optimum, sondern eine Lösung, die gut genug ist.

Wie viel das Optimieren kostet, haben Sheena Iyengar, Rachael Wells und Barry Schwartz 2006 in der Fachzeitschrift Psychological Science gezeigt. Die Forscher begleiteten Studierende im letzten Studienjahr durch die Jobsuche. Die Maximierer erzielten im Schnitt 20 Prozent höhere Einstiegsgehälter. Mit der gefundenen Stelle waren die Gutverdiener trotzdem unzufriedener, und während der Suche fühlten sie sich schlechter als die Satisficer.

Die Autoren nennen zwei Gründe. Maximierer verlassen sich stärker auf äußere Vergleichsmaßstäbe, und sie hängen gedanklich an den Optionen, die sie nicht gewählt haben. Das bessere Ergebnis fühlt sich deshalb schlechter an. Für eine Führungskraft mit zwanzig Entscheidungen am Tag summiert sich dieser Effekt schnell.

Praktisch heißt das: Legen Sie gerne vor jeder Suche fest, was die Lösung können muss, und nehmen Sie die erste, die das erfüllt. Bei einer Stellenbesetzung können das drei Pflichtkriterien und eine Gehaltsobergrenze sein, beim Softwarekauf fünf Funktionen und ein Budget. Simon nannte diese Schwelle das Anspruchsniveau. Wir empfehlen, das Niveau schriftlich festzuhalten, bevor die Angebote eintreffen, denn danach verschiebt sich das Niveau zuverlässig nach oben.

Für das eigene Unternehmen gilt dieselbe Logik. Wachstum ist kein Selbstzweck. Ein Betrieb mit stabilem Gewinn und ausgeschlafenem Inhaber darf sich als erfolgreich bezeichnen, auch wenn er nicht jedes Jahr ein Rekordjahr meldet. Ob Ihr Anspruchsniveau bei zehn oder bei hundert Mitarbeitern liegt, entscheiden Sie selbst. Wichtig ist nur, dass Sie die Zahl kennen.

Auf den Punkt

Maximierer verdienen nach der Studie von 2006 mehr und sind trotzdem unzufriedener. Ein Anspruchsniveau, das vor der Suche feststeht, beendet die Suche beim ersten passenden Angebot.

Was ist genug, wenn man ehrlich rechnet?

Alter Tischrechner mit „GENUG“-Display und einem Bleistift
Genug ist erreicht, sobald die absoluten Bedürfnisse gedeckt sind und der nächste Euro vor allem den Abstand zu anderen vergrößert.

Unsere Arbeitsdefinition: Genug ist erreicht, sobald die absoluten Bedürfnisse gedeckt sind und der nächste Euro vor allem den Abstand zum Nachbarn vergrößert. Diese Grenze liegt für jeden woanders und verschiebt sich mit jedem Gehaltssprung.

Die Definition borgt sich ihr Gerüst bei Keynes und ihren Maßstab bei Gossen. Absolute Bedürfnisse wie Essen, Wohnen, Gesundheit und Sicherheit lassen sich stillen, deshalb kennen sie einen Sättigungspunkt. Relative Bedürfnisse wachsen mit dem Wohlstand der anderen und kennen keinen.

Der Wirtschaftshistoriker Robert Skidelsky und sein Sohn, der Philosoph Edward Skidelsky, haben 2012 in „How Much Is Enough?“ eine Liste von sieben Grundgütern für ein gutes Leben vorgeschlagen: Gesundheit, Sicherheit, Respekt, Persönlichkeit, Einklang mit der Natur, Freundschaft und Muße. Keines davon lässt sich beliebig steigern, und keines kauft man im Sonderangebot. Die Liste taugt als Prüfschema für die eigene Lage.

Moralisch aufladen wollen wir die Frage nicht. Ein Unternehmer, der mit 60 Jahren weiterarbeitet, weil ihm die Arbeit Freude macht, hat nicht zu wenig von irgendetwas. Ein Rentner, der mit 1.400 Euro gut lebt, auch nicht. Lassen wir die Kirche im Dorf: Das Genug des einen ist kein Maßstab für den anderen, weder in der Predigt noch im Steuerbescheid.

Die Pointe zum Schluss gehört dem Mann, der das Genug am weitesten in die Zukunft verschoben hat. John Maynard Keynes gab seinen Enkeln 1930 hundert Jahre Zeit, um das wirtschaftliche Problem zu lösen, und hielt drei Stunden Arbeit am Tag dann für ausreichend. Die Frist läuft 2030 ab. Wir haben noch vier Jahre.

Glossar: 15 wichtige Fachbegriffe rund um das Genug

Offenes Buch mit Linienmuster, orangem Gummiband und Notiz „WICHTIGSTE WÖRTER: (NICHTS HIER)“
Von Absolute Bedürfnisse bis Suffizienz: die wichtigsten Begriffe rund um das Genug.

Absolute Bedürfnisse

Absolute Bedürfnisse spüren Menschen nach John Maynard Keynes unabhängig vom Wohlergehen ihrer Mitmenschen, etwa Hunger, Kälte oder den Wunsch nach einem Dach über dem Kopf. Keynes hielt diese Bedürfnisse für stillbar. Für die Frage nach dem Genug liefern die absoluten Bedürfnisse den festen Kern mit einem bestimmbaren Sättigungspunkt.

Anspruchsniveau

Anspruchsniveau nennt die Entscheidungsforschung nach Herbert Simon die Schwelle, ab der eine Lösung als gut genug gilt. Ein Satisficer legt das Niveau vor der Suche fest und nimmt die erste Option, die diese Schwelle erfüllt. Ohne festgelegtes Niveau steigt der Anspruch mit jedem neuen Angebot.

Besitzschutz

Besitzschutz verhindert im Sozialrecht, dass der Regelbedarf sinkt, auch wenn die Fortschreibungsformel einen niedrigeren Betrag ergibt. 2026 ergab die Rechnung für Alleinstehende 557 Euro, gezahlt werden weiterhin 563 Euro. Das amtliche Genug kann so wachsen, aber nicht schrumpfen.

Chrematistik

Chrematistik heißt bei Aristoteles die Kunst des Gelderwerbs um seiner selbst willen. Anders als die Haushaltskunst, die für ein gutes Leben sorgt und eine Grenze kennt, zielt die Chrematistik auf unbegrenzte Vermehrung des Geldes. Der Begriff steht damit am Anfang jeder Debatte über das Genug.

Easterlin-Paradox

Easterlin-Paradox bezeichnet den Befund des Ökonomen Richard Easterlin von 1974: Innerhalb eines Landes sind Reichere glücklicher, über die Jahrzehnte steigt das Glück eines Landes mit dem Einkommen aber nicht systematisch mit. Easterlin erklärte das mit dem Vergleich mit anderen.

Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS)

Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) heißt die Erhebung des Statistischen Bundesamts über Einnahmen und Ausgaben privater Haushalte. Aus ihr leitet der Gesetzgeber den Regelbedarf ab, Maßstab sind bei Alleinstehenden die unteren 15 Prozent der Einpersonenhaushalte. Verwendet wird bis heute die Stichprobe von 2018.

Grenznutzen

Grenznutzen ist der zusätzliche Nutzen der jeweils letzten konsumierten Einheit eines Gutes. Nach dem ersten Gossenschen Gesetz sinkt er mit jeder weiteren Einheit, bis ein Sättigungspunkt erreicht ist. Die Ökonomie beschreibt das Genug damit als den Punkt, an dem der Grenznutzen bei null liegt.

Grundfreibetrag

Grundfreibetrag heißt der Teil des zu versteuernden Einkommens, auf den keine Einkommensteuer fällt. 2026 liegt er bei 12.348 Euro im Jahr, gut 1.029 Euro im Monat. Er soll das steuerliche Existenzminimum freistellen und ist damit die Antwort des Finanzamts auf die Frage nach dem Genug.

Habsucht

Habsucht übersetzt der deutsche Katechismus der Katholischen Kirche das lateinische avaritia. Die Habsucht steht dort unter den sieben Hauptsünden, die weitere Sünden und Laster erzeugen. Im Alltag heißt dieses Laster meist Habgier oder Geldgier und bildet den theologischen Gegenpol zur Genügsamkeit.

Maximierer

Maximierer nennt die Psychologie Menschen, die bei Entscheidungen die beste aller Optionen suchen. Barry Schwartz und Kollegen fanden 2002, dass diese Haltung mit weniger Glück und mehr Bedauern einhergeht. Bei der Jobsuche erzielten Maximierer höhere Gehälter, waren aber unzufriedener.

Pfändungsfreigrenze

Pfändungsfreigrenze bezeichnet den Teil des Arbeitseinkommens, den Gläubiger einem Schuldner nicht wegnehmen dürfen. Seit dem 1. Juli 2026 liegt die Grenze für eine Person ohne Unterhaltspflichten bei 1.587,40 Euro im Monat. Der Betrag wird jedes Jahr zum 1. Juli angepasst.

Regelbedarf

Regelbedarf heißt der monatliche Pauschalbetrag für den Lebensunterhalt in der Grundsicherung und der Sozialhilfe, ohne Miete und Heizung. Alleinstehende erhalten 2026 in der Regelbedarfsstufe 1 563 Euro. Der Betrag ist die bekannteste amtliche Antwort auf die Frage, was zum Leben genug ist.

Satisficing

Satisficing ist ein Kunstwort aus satisfy und suffice, das Herbert Simon 1956 in der Psychological Review verwendete. Gemeint ist die Strategie, die erste Lösung zu wählen, die ein festgelegtes Anspruchsniveau erfüllt, statt nach dem Optimum zu suchen. Simon erhielt 1978 den Wirtschaftsnobelpreis.

Sparquote

Sparquote nennt das Statistische Bundesamt den Anteil des verfügbaren Einkommens, den private Haushalte nicht ausgeben. 2025 lag die Quote in Deutschland bei 10,1 Prozent, nach 11,0 Prozent im Jahr davor. Eine hohe Sparquote dämpft die Konjunktur, weil sie die Nachfrage nach Gütern verringert.

Suffizienz

Suffizienz ist laut Umweltbundesamt neben Effizienz und Konsistenz eines von drei Nachhaltigkeitsprinzipien. Das Wort stammt vom lateinischen sufficere, ausreichen oder genug sein. Statt dieselben Bedürfnisse mit weniger Aufwand zu decken, stellt Suffizienz die Bedürfnisse selbst infrage.

FAQ: Genug: ein Gummibegriff zwischen Gier und Genügsamkeit

Ein weißes Fragezeichen mit orangefarbenem Band und Metallschild steht auf weißem Hintergrund
Häufige Fragen zu Genügsamkeit, Regelbedarf, Geld und Glück.

Was ist genug?

Genug ist, was für ein bestimmtes Ziel ausreicht. Ohne Ziel bleibt der Begriff leer, deshalb legt ihn jeder anders aus. Unsere Arbeitsdefinition: Genug ist erreicht, sobald die absoluten Bedürfnisse gedeckt sind und der nächste Euro vor allem den Abstand zu anderen vergrößert.

Was bedeutet Genügsamkeit?

Genügsamkeit bedeutet, mit dem Notwendigen zufrieden zu sein und nicht mehr zu begehren. Seneca schrieb seinem Freund Lucilius, arm mache nicht der geringe Besitz, sondern das größere Begehren. Papst Franziskus nannte die bewusst gelebte Genügsamkeit 2015 in der Enzyklika Laudato si befreiend.

Ab welchem Einkommen macht Geld nicht mehr glücklicher?

Eine feste Grenze existiert für die meisten Menschen nicht, das Glück steigt mit dem Einkommen weiter, nur langsamer. Eine Studie von Killingsworth, Kahneman und Mellers fand 2023 eine Schwelle von rund 89.000 Euro im Jahr nur für die unglücklichsten 15 Prozent der Menschen.

Was sagt die Bibel über Genügsamkeit?

Die Bibel setzt den Tagesbedarf als Maß. Beim Manna in der Wüste verdarb, was über Nacht aufgehoben wurde, und der erste Brief an Timotheus empfiehlt, sich mit Nahrung und Kleidern zu begnügen. Die Geldgier nennt derselbe Brief eine Wurzel alles Übels.

Wie hoch ist der Regelbedarf 2026?

Alleinstehende in der Grundsicherung für Arbeitsuchende, bis Juni 2026 Bürgergeld genannt, erhalten 2026 563 Euro im Monat, die Kosten für Unterkunft und Heizung kommen hinzu. Die Formel ergab nur 557 Euro, der gesetzliche Besitzschutz hielt den Betrag stabil.

Was bedeutet Suffizienz?

Suffizienz kommt vom lateinischen sufficere, ausreichen oder genug sein. Das Umweltbundesamt zählt Suffizienz neben Effizienz und Konsistenz zu den drei Nachhaltigkeitsprinzipien. Gemeint ist, den Verbrauch zu senken, indem die Bedürfnisse selbst hinterfragt werden.

Quellen

Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS) | genug, Etymologisches Wörterbuch nach Pfeifer | https://www.dwds.de/wb/genug | besucht am 06.10.2026

Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS) | Vergnügen, Etymologisches Wörterbuch nach Pfeifer | https://www.dwds.de/wb/Vergnügen | besucht am 06.10.2026

Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS) | vergnügen, Etymologisches Wörterbuch nach Pfeifer | https://www.dwds.de/wb/vergnügen | besucht am 06.10.2026

The New Yorker | Kurt Vonnegut: Joe Heller (16.05.2005) | https://www.newyorker.com/magazine/2005/05/16/joe-heller | besucht am 06.10.2026

WirtschaftsWoche | Exklusive Umfrage: Wann ist man reich? (18.06.2021) | https://www.wiwo.de/unternehmen/mittelstand/exklusive-umfrage-wann-ist-man-reich/27296620.html | besucht am 06.10.2026

Institut der deutschen Wirtschaft | Ab diesem Einkommen gilt man als reich (25.03.2025) | https://www.iwkoeln.de/presse/pressemitteilungen/judith-niehues-maximilian-stockhausen-ab-diesem-einkommen-gilt-man-als-reich.html | besucht am 06.10.2026

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Nobelpreis-Stiftung | Herbert A. Simon, Facts, Wirtschaftsnobelpreis 1978 | https://www.nobelprize.org/prizes/economic-sciences/1978/simon/facts/ | besucht am 06.10.2026

Schwartz und andere (Journal of Personality and Social Psychology) | Maximizing versus satisficing: Happiness is a matter of choice (2002) | https://www.swarthmore.edu/SocSci/bschwar1/maximizing.pdf | besucht am 06.10.2026

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Peter Saint-Andre | Epicurus, Vatican Sayings (Übersetzung 2010) | https://monadnock.net/epicurus/vatican-sayings.html | besucht am 06.10.2026

The Latin Library | Seneca, Epistulae morales, Buch 1 | https://www.thelatinlibrary.com/sen/seneca.ep1.shtml | besucht am 06.10.2026

Gottwein | Seneca, Epistulae morales 2, Übersetzung August Pauly | https://www.gottwein.de/Lat/sen/epist002.php | besucht am 06.10.2026

The Latin Library | Tacitus, Annales, Buch 13 | https://www.thelatinlibrary.com/tacitus/tac.ann13.shtml | besucht am 06.10.2026

Bibleserver (Lutherbibel 2017) | 2. Mose 16 | https://www.bibleserver.com/LUT/2.Mose16 | besucht am 06.10.2026

Bibleserver (Lutherbibel 2017) | Matthäus 6 | https://www.bibleserver.com/LUT/Matthäus6 | besucht am 06.10.2026

Bibleserver (Lutherbibel 2017) | Sprüche 30 | https://www.bibleserver.com/LUT/Sprüche30 | besucht am 06.10.2026

Bibleserver (Lutherbibel 2017) | Prediger 5 | https://www.bibleserver.com/LUT/Prediger5 | besucht am 06.10.2026

Bibleserver (Lutherbibel 2017) | Lukas 12 | https://www.bibleserver.com/LUT/Lukas12 | besucht am 06.10.2026

Bibleserver (Lutherbibel 2017) | 1. Timotheus 6 | https://www.bibleserver.com/LUT/1.Timotheus6 | besucht am 06.10.2026

Heiliger Stuhl | Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 1866 | https://www.vatican.va/archive/DEU0035/__P6J.HTM | besucht am 06.10.2026

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Heiliger Stuhl | Enzyklika Laudato si’ (24.05.2015) | https://www.vatican.va/content/francesco/de/encyclicals/documents/papa-francesco_20150524_enciclica-laudato-si.html | besucht am 06.10.2026

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Bundeszentrale für politische Bildung | Das Lexikon der Wirtschaft: Sparen | https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/lexikon-der-wirtschaft/240445/sparen/ | besucht am 06.10.2026

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Bundesministerium für Arbeit und Soziales | Grundsicherung für Arbeitsuchende | https://www.bmas.de/DE/Arbeit/Grundsicherung-fuer-Arbeitsuchende/grundsicherung-fuer-arbeitsuchende.html | besucht am 06.10.2026

Bundesministerium für Arbeit und Soziales | Methodik der Regelbedarfsermittlung, FAQ | https://www.bmas.de/DE/Soziales/Sozialhilfe/Methodik-der-Regelbedarfsermittlung-FAQ/regelbedarfsermittlung-sozialhilfe-faq.html | besucht am 06.10.2026

Bundesministerium der Justiz | Regelbedarfsermittlungsgesetz, § 5 | https://www.gesetze-im-internet.de/rbeg_2021/__5.html | besucht am 06.10.2026

Bundesministerium der Justiz | Einkommensteuergesetz, § 32a | https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__32a.html | besucht am 06.10.2026

Bundesministerium der Finanzen | Einkommensteuerreform 2027 (02.09.2026) | https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Pressemitteilungen/Finanzpolitik/2026/09/2026-09-02-einkommensteuerreform.html | besucht am 06.10.2026

Bundesministerium der Justiz | Pfändungsfreigrenzenbekanntmachung 2026 | https://www.gesetze-im-internet.de/pf_ndfreigrbek_2026/Pf%C3%A4ndfreiGrBek_2026.pdf | besucht am 06.10.2026

Bundesregierung | Mindestlohn steigt (21.09.2026) | https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/mindestlohn-steigt-2391010 | besucht am 06.10.2026

Statistisches Bundesamt | Armutsgefährdungsschwelle, Zeitvergleich | https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Einkommen-Konsum-Lebensbedingungen/Lebensbedingungen-Armutsgefaehrdung/Tabellen/armutsschwelle-zvgl.html | besucht am 06.10.2026

Statistisches Bundesamt | Armutsgefährdungsquote nach Haushaltstyp | https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Einkommen-Konsum-Lebensbedingungen/Lebensbedingungen-Armutsgefaehrdung/Tabellen/armutsgef-typ-1-zvgl.html | besucht am 06.10.2026

Statistisches Bundesamt | Bevölkerungsstand, aktuelle Quartale (22.09.2026) | https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bevoelkerung/Bevoelkerungsstand/aktuell-quartale.html | besucht am 06.10.2026

The Guardian | How Much Is Enough? by Robert and Edward Skidelsky, Rezension (29.06.2012) | https://www.theguardian.com/books/2012/jun/29/how-much-is-enough-skidelsky-review | besucht am 06.10.2026

Europäische Zentralbank | Euro foreign exchange reference rates (05.10.2026) | https://www.ecb.europa.eu/stats/policy_and_exchange_rates/euro_reference_exchange_rates/ | besucht am 06.10.2026

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