Verteilungsgerechtigkeit beginnt beim Essen: Weltweit stehen jedem Menschen rechnerisch 3.016 Kilokalorien am Tag zur Verfügung, gut 600 mehr, als ein Mensch im Schnitt braucht. Trotzdem hungern 645 Millionen Menschen, während die Entwicklungshilfe der reichen Länder 2025 um 23 Prozent einbrach. Unser Szenario für 2040 zeigt, was eine Welt ohne Hunger kosten würde und welche Hebel dafür nötig wären.

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Neulich verschenkten Foodsaver auf einem großen Platz in unserer Heimatstadt kistenweise Obst und Gemüse, das sonst wohl im Müllcontainer gelandet wäre. Die Szene hat uns in der Redaktion an eine alte Einsicht erinnert: Die Erde ist reich genug, dass alle Menschen in Würde und Sicherheit leben könnten. In diesem Beitrag spielen wir deshalb bewusst ein positives Szenario für das Jahr 2040 durch, auch wenn die Tagespolitik gerade in die Gegenrichtung läuft.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Welt erzeugt mehr Nahrung, als alle Menschen brauchen, und wirft jährlich gut eine Milliarde Tonnen davon weg. Hunger entsteht vor allem durch Armut und Kriege, 2,69 Milliarden Menschen können sich keine gesunde Ernährung leisten.
  • Die reichsten zehn Prozent der Weltbevölkerung besitzen drei Viertel des privaten Vermögens, die ärmere Hälfte zwei Prozent. Wohnsitzland und Einkommensverteilung im Land erklären mehr als die Hälfte der weltweiten Einkommensunterschiede.
  • Unser Szenario für 2040 setzt auf sechs Hebel, von einer Spendenpflicht für Supermärkte über Schulessen und Geldtransfers bis zur sozialen Grundsicherung für alle.
  • Das Ende des Hungers bis 2030 würde nach Berechnungen des Forschungsprojekts Ceres2030 zusätzlich rund 29 Milliarden Euro im Jahr kosten. Bezahlen ließe sich das über eingehaltene Hilfszusagen, Mindeststeuern und weniger Subventionen für fossile Energie.
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Wie gut kennen Sie die Fakten zur Verteilungsgerechtigkeit?
5 Fragen aus dem Artikel. Wählen Sie Ihre Antwort, dann decken Sie die Lösung auf.
1 Wie viele Kilokalorien stehen weltweit pro Kopf und Tag rechnerisch zur Verfügung? Aufklappen ↓
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Richtig: C. Nach den Ernährungsbilanzen der FAO standen 2023 im Schnitt 3.016 Kilokalorien bereit, gut ein Viertel mehr als der durchschnittliche Bedarf. Warum trotzdem Hunderte Millionen Menschen hungern, zeigt das Kapitel über Kaufkraft und Kriege.
2 Welcher Anteil des weltweiten Privatvermögens gehört den reichsten zehn Prozent? Aufklappen ↓
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Richtig: B. Laut World Inequality Report 2026 besitzen die reichsten zehn Prozent 75 Prozent des Vermögens, die ärmere Hälfte nur 2 Prozent. Die Infografik „Wem gehört die Welt?“ stellt Vermögen und Einkommen gegenüber.
3 Welches Land verpflichtet Supermärkte ab 400 Quadratmetern, einer Hilfsorganisation eine Spendenvereinbarung anzubieten? Aufklappen ↓
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Richtig: A. Frankreich schreibt das seit der Loi Garot von 2016 vor. Italien setzt auf Anreize, Deutschland auf einen freiwilligen Pakt des Handels, wie die Tabelle im Kapitel über Lebensmittelabfälle zeigt.
4 Wie viel Geld veranschlagt das Forschungsprojekt Ceres2030 zusätzlich pro Jahr, um den Hunger bis 2030 zu beenden? Aufklappen ↓
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Richtig: C. Umgerechnet sind das rund 29 Milliarden Euro im Jahr, gut vier Tage der weltweiten Militärausgaben von 2025. Andere Studien kommen auf höhere Summen, das Kostenkapitel ordnet die Spanne ein.
5 Was zeigte das deutsche Pilotprojekt Grundeinkommen mit 1.200 Euro im Monat? Aufklappen ↓
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Richtig: B. Die Auswertung im Wochenbericht des DIW ergab keinen Rückzug vom Arbeitsmarkt, dafür eine deutlich bessere psychische Gesundheit. Mehr dazu steht im Kapitel über die Einwände gegen das Szenario.

Was bedeutet Verteilungsgerechtigkeit?

Grüne Kiste mit Obst, Gemüse und dem Schild „GENUG FÜR ALLE“ auf einer grauen Mülltonne
Verteilungsgerechtigkeit regelt nach welchen Prinzipien Einkommen, Vermögen und Lasten verteilt werden: Gleichheit, Bedarf, Leistung und Anrecht

Verteilungsgerechtigkeit fragt, nach welchen Regeln eine Gesellschaft Einkommen, Vermögen, Güter und Lasten auf ihre Mitglieder verteilt. Die Sozialforschung unterscheidet vier Grundprinzipien: Gleichheit, Bedarf, Leistung und Anrecht. Welche Mischung gilt, entscheidet jede Gesellschaft politisch.

Die Bundeszentrale für politische Bildung beschreibt Verteilungsgerechtigkeit als die Frage, wie eine Gemeinschaft die Anteile an ihren gemeinsamen Gütern verteilt. Gemeint sind die Regeln für Löhne, Steuern, Sozialleistungen und Erbschaften, aber auch für den Zugang zu Schulen und Ärzten. Die Stanford Encyclopedia of Philosophy nennt Prinzipien der Verteilungsgerechtigkeit moralische Leitlinien für die politischen Prozesse und Strukturen, die über Nutzen und Lasten in einer Gesellschaft bestimmen.

PrinzipGrundideeBeispiel aus Deutschland
GleichheitAlle bekommen gleich vielEine Stimme für jeden Wahlberechtigten, Kindergeld in gleicher Höhe für jedes Kind
BedarfBedürftigere erhalten mehrGrundsicherung, Wohngeld, Leistungen der Krankenkasse
LeistungGrößere Beiträge bringen größere AnteileGehalt nach Qualifikation, Einsatz und Verantwortung
AnrechtRechtmäßig Erworbenes bleibt beim EigentümerErbschaften, Rentenansprüche aus eigenen Beiträgen
Die vier Grundprinzipien der Verteilungsgerechtigkeit mit Beispielen. Quelle der Prinzipien: Bundeszentrale für politische Bildung, Sozialbericht 2024.

Schon Aristoteles unterschied im fünften Buch der Nikomachischen Ethik zwei Formen der Gerechtigkeit. Die ausgleichende gilt etwa beim Tausch. Mit der austeilenden Gerechtigkeit, lateinisch iustitia distributiva, vergibt ein Gemeinwesen Ämter, Ehren und Geld. Der griechische Philosoph verlangte dafür Proportionalität: Jeder erhält im Verhältnis zu seinem Verdienst, Gleiche gleich, Ungleiche ungleich.

Die heutige Debatte ist vor allem von John Rawls geprägt. In seinem Buch „Eine Theorie der Gerechtigkeit“ von 1971 lässt der amerikanische Philosoph die Regeln einer Gesellschaft hinter einem Schleier des Nichtwissens festlegen. Die Beteiligten kennen weder ihren späteren Platz noch ihr Vermögen, ihre Begabungen oder ihr Geschlecht. Unter dieser Bedingung würden vernünftige Menschen Ungleichheiten nur zulassen, soweit diese Ungleichheiten den am wenigsten Begünstigten die bestmöglichen Aussichten bringen. Diese Regel heißt bei Rawls Differenzprinzip.

Der Harvard-Philosoph Robert Nozick hielt 1974 dagegen. Nach seiner Anspruchstheorie ist eine Verteilung gerecht, sofern jeder seinen Besitz rechtmäßig erworben oder rechtmäßig übertragen bekommen hat, ganz gleich, wie ungleich das Ergebnis ausfällt. Umverteilung über Steuern verstand Nozick als Eingriff in das Eigentum an der eigenen Arbeit. Zwischen diesen Polen bewegen sich die Steuerdebatten bis heute.

In Deutschland finden Bedarfs- und Leistungsprinzip breite Zustimmung, die tatsächliche Verteilung dagegen nicht. 2021 stimmten in der Langzeitbefragung Sozio-oekonomisches Panel 54 Prozent der Befragten dem Bedarfsprinzip voll zu, rund die Hälfte dem Leistungsprinzip. Einer strikten Gleichverteilung stimmten rund 9 Prozent voll zu. Im April 2026 hielten in einer Umfrage von infratest dimap für den WDR 81 Prozent die Verteilung des Wohlstands in Deutschland für ungerecht. Als armutsgefährdet galten 2025 nach dem Statistischen Bundesamt 16,1 Prozent der Bevölkerung.

Für die Frage dieses Beitrags zählt vor allem die Bedarfsgerechtigkeit: Hat jeder Mensch das Nötige für ein Leben in Würde? Die Vereinten Nationen haben diesen Maßstab 1948 festgeschrieben. Nach Artikel 25 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte hat jeder Mensch das Recht auf einen Lebensstandard, der Gesundheit und Wohl gewährleistet. Nahrung, Kleidung, Wohnung und ärztliche Versorgung gehören ausdrücklich dazu. Hinzu kommt ein Recht auf Sicherheit bei Arbeitslosigkeit, Krankheit und im Alter.

Auf den Punkt
  • Vier Prinzipien: Gleichheit, Bedarf, Leistung und Anrecht konkurrieren, jede Gesellschaft mischt sie auf ihre Weise.
  • Rawls gegen Nozick: Der eine erlaubt Ungleichheit nur zum Vorteil der Schwächsten, der andere prüft allein, ob Besitz rechtmäßig entstanden ist.
  • Würde als Untergrenze: Seit 1948 zählen Nahrung, Wohnung, ärztliche Versorgung und soziale Sicherheit zu den Menschenrechten.

Produziert die Welt genug Essen für alle?

Waage mit Getreide und Mais, leerer Waagschale und 126 %-Schild auf weißem Hintergrund
Rechnerisch deckt das Nahrungsangebot der Welt den durchschnittlichen Bedarf zu 126 Prozent. Die FAO ermittelt das mit ihren Ernährungsbilanzen.

Die Welt produziert mehr als genug: Pro Kopf und Tag stehen rechnerisch rund 3.000 Kilokalorien bereit, gut ein Viertel mehr, als Menschen im Durchschnitt brauchen. Trotzdem hungerten 2025 nach Schätzung der Vereinten Nationen rund 645 Millionen Menschen, 7,8 Prozent der Weltbevölkerung.

Die Kalorienzahl stammt aus den Ernährungsbilanzen der Welternährungsorganisation FAO. Für jedes Land rechnen die Statistiker Ernte, Importe, Exporte, Vorräte, Futter, Saatgut und Verluste gegeneinander auf. Übrig bleibt, was rechnerisch für den menschlichen Verzehr bereitsteht: 2023 waren das im weltweiten Schnitt 3.016 Kilokalorien pro Kopf und Tag, erstmals mehr als 3.000. Die FAO setzt den durchschnittlichen Bedarf bei 2.379 Kilokalorien an. Die Untergrenze der Hungerstatistik liegt bei 1.838 Kilokalorien.

Die FAO hält fest, dass die Welt genug Nahrung für alle Menschen produziert und trotzdem Millionen hungern. Das Welternährungsprogramm WFP formuliert noch deutlicher: In einer Welt des Überflusses müsste Hunger längst der Vergangenheit angehören.

Verteilt ist der Überfluss allerdings ungleich. In Afrika lag das Angebot 2023 bei 2.556 Kilokalorien pro Kopf, deutlich unter dem Weltschnitt. Nach dem Welternährungsbericht 2026 der Vereinten Nationen leben erstmals in Afrika mehr Hungernde als in jeder anderen Weltregion. Betroffen ist jeder fünfte Einwohner, insgesamt 309 Millionen Menschen. Asien kommt auf 292 Millionen Hungernde, Lateinamerika und die Karibik auf 32 Millionen.

Immerhin sank die Zahl der Hungernden 2025 um rund 14 Millionen gegenüber dem Vorjahr. Für 2030 erwarten die Autoren des Berichts trotzdem noch 510 bis 520 Millionen Hungernde, 56 Prozent davon in Afrika. Die Welt wird das Ziel der Vereinten Nationen, den Hunger bis 2030 zu beenden, damit klar verfehlen.

Ein großer Teil der Ernte erreicht nie den Teller. Nach den FAO-Bilanzen dienten 2023 nur 45 Prozent des Getreides direkt als Nahrung, rund 35 Prozent als Tierfutter. Der Rest entfiel auf Saatgut, Verluste, Verarbeitung und industrielle Zwecke wie Biokraftstoffe. Wie viel Ackerland hierzulande Futter und Energiepflanzen statt Nahrung liefert, zeigt unser Beitrag über den Selbstversorgungsgrad Deutschlands.

Auf den Punkt
  • Genug Kalorien: Im Mittel der Jahre 2023 bis 2025 deckte das weltweite Nahrungsangebot den durchschnittlichen Bedarf nach FAO-Rechnung zu 126 Prozent.
  • Ungleich verteilt: In Afrika hungert jeder fünfte Mensch, erstmals leben dort mehr Hungernde als auf jedem anderen Kontinent.
  • Futter statt Essen: Nur 45 Prozent des Getreides dienen direkt als Nahrung, gut ein Drittel wird verfüttert.

Warum hungern Menschen, obwohl genug da ist?

Verschlossenes Glas mit Reis und Löffel vor weißem Hintergrund
Hunger entsteht heute vor allem durch fehlende Kaufkraft und Kriege: 2,69 Milliarden Menschen können sich keine gesunde Ernährung leisten.

Hunger ist heute vor allem eine Frage von Kaufkraft und Frieden. 2,69 Milliarden Menschen konnten sich 2025 keine gesunde Ernährung leisten. In Ländern mit akuten Ernährungskrisen waren Kriege und Gewalt der häufigste Auslöser, gefolgt von Wetterextremen und Wirtschaftskrisen.

Der Welternährungsbericht 2026 widmet sich den Kosten gesunder Ernährung. Nach den neuen Zahlen konnte sich 2025 fast jeder dritte Mensch keine ausgewogene Kost leisten. 2021 lag der Wert noch bei 2,97 Milliarden oder 37,4 Prozent der Weltbevölkerung, in Afrika betrifft das Problem bis heute zwei Drittel der Menschen. Volle Lager nützen niemandem, der kein Geld für ihren Inhalt hat.

Die zweite große Ursache ist Gewalt. Der Global Report on Food Crises, den FAO und WFP mit weiteren Partnern herausgeben, zählte für 2025 rund 266 Millionen Menschen in akuter Ernährungsunsicherheit. Erfasst waren 47 Länder und Gebiete. In 19 davon waren Konflikte der wichtigste Auslöser; dort lebten 147,4 Millionen der Betroffenen, mehr als die Hälfte. Wetterextreme wie Dürren und Überschwemmungen trafen 87,5 Millionen Menschen in 16 Ländern, Wirtschaftskrisen 29,8 Millionen in zwölf Ländern.

Am härtesten leiden Menschen in Kriegsgebieten. 2025 bestätigten Fachleute nach der IPC-Skala, dem internationalen Klassifikationssystem für Ernährungskrisen, Hungersnöte in Teilen des Gazastreifens und des Sudans. 1,4 Millionen Menschen in sechs Ländern und Gebieten erlebten die höchste Stufe, die Katastrophe, mehr als neunmal so viele wie 2016.

Chronischer Hunger und akute Krisen werden mit zwei verschiedenen Messgrößen erfasst. Die 645 Millionen des Welternährungsberichts bekommen dauerhaft zu wenig Kalorien. Hinter den 266 Millionen des Krisenberichts stehen Menschen, deren Versorgung in einem bestimmten Zeitraum akut zusammenbricht. Beide Zahlen zu addieren, hieße deshalb, alles in einen Topf zu werfen.

Die Welt gleicht damit einem Großhändler mit vollem Lager, dessen Kundschaft zum Teil nicht bezahlen kann und dessen Lieferwagen vor den Kriegsgebieten im Stau stehen. Über den Hunger entscheiden deshalb Einkommen, Preise und der Zugang zu Nahrung.

Genug für alle, schlecht verteilt
Hunderte Millionen Menschen erreicht das Nahrungsangebot der Welt nicht, weil ihnen Geld oder sichere Wege fehlen.
3.016 kcal
Nahrungsangebot pro Kopf und Tag, weltweiter Durchschnitt 2023
2.379 kcal
durchschnittlicher Energiebedarf pro Kopf und Tag laut FAO
645 Mio.
Menschen hungerten 2025, 7,8 Prozent der Weltbevölkerung
2,69 Mrd.
Menschen konnten sich 2025 keine gesunde Ernährung leisten

Wie ungleich ist der Wohlstand der Welt verteilt?

Schokokuchen mit Cremeschicht, schwebendes Stück mit grünem 10%-Fähnchen, Krümel auf Untertasse
Die reichsten zehn Prozent der Weltbevölkerung besitzen laut World Inequality Report 2026 drei Viertel des privaten Vermögens, die ärmere Hälfte zwei Prozent.

Der Wohlstand der Welt ist extrem ungleich verteilt. Die reichsten zehn Prozent der Weltbevölkerung besitzen nach dem World Inequality Report 2026 drei Viertel des privaten Vermögens, die ärmere Hälfte zwei Prozent. Gleichzeitig lebt jeder zehnte Mensch in extremer Armut, 70 Prozent davon in Afrika südlich der Sahara.

Das World Inequality Lab in Paris vergleicht Einkommen und Vermögen länderübergreifend in Kaufkraftparitäten, rechnet also Preisunterschiede heraus. Für 2025 kommen die Forscher auf ein steiles Gefälle: Die oberen zehn Prozent erzielen 53 Prozent aller Einkommen, die untere Hälfte 8 Prozent. Das oberste Prozent, rund 56 Millionen Erwachsene, verfügt über 37 Prozent des Vermögens. Weniger als 60.000 Multimillionäre besitzen dreimal so viel wie die ärmere Hälfte der Menschheit zusammen.

Wem gehört die Welt?
Anteile der Weltbevölkerung an allen Einkommen und am gesamten Privatvermögen 2025, gemessen in Kaufkraftparitäten.
Reichste 10 Prozent
Mittlere 40 Prozent
Ärmere Hälfte
Vermögen
75 %23 %
75 %besitzen die reichsten 10 Prozent
23 %entfallen auf die mittleren 40 Prozent
2 %bleiben der ärmeren Hälfte
Einkommen
53 %39 %8 %
53 %erzielen die reichsten 10 Prozent
39 %entfallen auf die mittleren 40 Prozent
8 %erreichen die ärmere Hälfte

An der Spitze wächst der Reichtum besonders schnell. Das Magazin Forbes zählte zum Stichtag 1. März 2026 weltweit 3.428 Milliardäre. Zusammen kamen die Superreichen auf umgerechnet rund 17,7 Billionen Euro, knapp ein Viertel mehr als ein Jahr zuvor.

Am anderen Ende der Skala zieht die Weltbank die Grenze der extremen Armut bei 3 Dollar pro Person und Tag, gemessen in Kaufkraftparitäten von 2021. Nach den am 22. September 2026 aktualisierten Zahlen der Weltbank lebten 2024 rund 824 Millionen Menschen unter dieser Schwelle, 10,1 Prozent der Weltbevölkerung. Gut 580 Millionen davon lebten südlich der Sahara. Dort war fast jeder zweite Mensch extrem arm. 1990 lag der weltweite Anteil noch bei 43,4 Prozent, die Welt hat die extreme Armut also mehr als geviertelt.

Über den Platz in der globalen Einkommensverteilung entscheidet vor allem der Zufall der Geburt. Der Ökonom Branko Milanović hat 2015 gezeigt, dass zwei Merkmale mehr als die Hälfte der weltweiten Einkommensunterschiede erklären. Gemeint sind das Wohnsitzland und die Einkommensverteilung im Land. Für rund 97 Prozent der Menschen legt die Geburt dieses Land fest, weniger als 3 Prozent leben außerhalb ihres Geburtslandes. Für Fleiß, Glück und alle übrigen Faktoren bleibt nach Milanović weniger als die Hälfte der Unterschiede.

Ein Rechenbeispiel zeigt, wie groß der Kuchen ist. Die Weltwirtschaft erzeugte 2025 nach Daten des Internationalen Währungsfonds Güter und Dienstleistungen im Wert von umgerechnet rund 104 Billionen Euro. Gleichmäßig auf 8,2 Milliarden Menschen verteilt, kämen auf jeden Menschen rechnerisch rund 12.700 Euro im Jahr oder gut 1.050 Euro im Monat, vom Säugling bis zur Greisin. Eine solche Gleichverteilung wäre weder machbar noch wünschenswert. Die Rechnung zeigt aber die Größenordnung: Für ein Leben in Würde reicht der Wohlstand der Welt.

Kurz gemerkt

Bei gleichmäßiger Verteilung käme jeder Mensch rechnerisch auf gut 1.050 Euro im Monat. Tatsächlich entscheidet zuerst das Geburtsland über den Platz in der Weltverteilung, erst danach die eigene Leistung.

Wie viele Lebensmittel landen im Müll?

Mülleimer mit frischen Lebensmitteln gefüllt, Schild „NOCH GUT“, weißer Hintergrund
Handel, Gastronomie und Haushalte werfen weltweit 1,05 Milliarden Tonnen Lebensmittel im Jahr weg. In Deutschland entfallen 58 Prozent der Lebensmittelabfälle auf Privathaushalte.

Handel, Gastronomie und Haushalte warfen 2022 weltweit 1,05 Milliarden Tonnen Lebensmittel weg, 132 Kilogramm pro Kopf. In Deutschland fielen 2023 insgesamt 10,9 Millionen Tonnen an. Zwischen Ernte und Ladenregal gehen weltweit zusätzlich 13,3 Prozent der Nahrung verloren.

Die globalen Abfallzahlen stammen aus dem Food Waste Index Report 2024 des UN-Umweltprogramms UNEP. Danach entfallen 60 Prozent der Abfälle auf private Haushalte, 28 Prozent auf Kantinen, Restaurants und Caterer, 12 Prozent auf den Handel. Insgesamt landen 19 Prozent der Lebensmittel, die bei Händlern, Gastronomen und Verbrauchern ankommen, im Abfall. Verluste und Verschwendung zusammen verursachen nach UNEP 8 bis 10 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen.

Ein reines Wohlstandsproblem ist die Verschwendung nicht. Haushalte in Ländern mit hohem, oberem mittlerem und unterem mittlerem Einkommen werfen pro Kopf im Schnitt Mengen weg, die nur 7 Kilogramm im Jahr auseinanderliegen. Dass sich die Menge senken lässt, zeigen Großbritannien und Japan: Die Haushalte dort verringerten ihre Lebensmittelabfälle um 22 beziehungsweise 53 Prozent.

Nach dem Food Loss Index der FAO gingen 2023 weltweit 13,3 Prozent der Lebensmittel auf dem Hof, beim Transport, im Lager, im Großhandel und in der Verarbeitung verloren. Das internationale Forschungsprojekt Ceres2030 nennt als Ursachen fehlende Lager, zu wenig Kapazität für die Verarbeitung sowie Lücken bei Straßen und Kommunikation.

Das Umweltbundesamt schlüsselt die deutsche Menge von 2023 nach Sektoren auf. Pro Einwohner kamen 129 Kilogramm zusammen. Die privaten Haushalte hatten mit rund 58 Prozent den größten Anteil, gefolgt von der Verarbeitung mit 17 Prozent und der Außer-Haus-Verpflegung mit 16 Prozent. Auf den Handel entfielen rund 7 Prozent, auf die Landwirtschaft 2 Prozent.

Die Bundesregierung hat sich 2019 vorgenommen, die Verschwendung im Handel und bei Verbrauchern bis 2030 pro Kopf zu halbieren. Der Bundesrechnungshof stellte im November 2025 fest, dass die Abfälle seit 2020 „kaum gesunken“ sind. Der Bund hatte seit 2012 bereits 17,4 Millionen Euro für Gegenmaßnahmen ausgegeben. Mehr Druck erzeugt jetzt die EU. Die Richtlinie (EU) 2025/1892 verlangt bis Ende 2030 ein Minus von 10 Prozent in der Verarbeitung, dazu 30 Prozent weniger pro Kopf in Handel, Gastronomie und Haushalten.

LandRegelungKern der Regeln
FrankreichLoi Garot, 2016Supermärkte ab 400 Quadratmetern müssen einer Hilfsorganisation eine Spendenvereinbarung anbieten, seit 2019 auch große Hersteller und Großküchen, seit 2020 der Großhandel. Händlern, die genießbare Ware absichtlich unbrauchbar machen, droht eine Strafe von bis zu 0,1 Prozent des Umsatzes.
ItalienLegge Gadda, 2016Anreize statt Pflicht: Spenden sind auch nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums erlaubt, Gemeinden können Spendern die Abfallgebühr senken.
SpanienLey 1/2025Größere Lebensmittelbetriebe brauchen einen Plan gegen Verschwendung und sollen Überschüsse per Vereinbarung spenden, Restaurants müssen Reste kostenlos zum Mitnehmen anbieten. Bußgelder reichen bis 500.000 Euro.
DeutschlandFreiwilliger Pakt, Gesetzentwurf 2026Keine Spendenpflicht: 14 Handelsunternehmen haben sich freiwillig zu Reduktionszielen verpflichtet, der Entwurf zur Änderung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes sieht Spendenvereinbarungen nur als Möglichkeit vor.
EURichtlinie (EU) 2025/1892Verbindliche Reduktionsziele bis 2030, Umsetzung in nationales Recht bis Juni 2027. Die Staaten sollen Spendenvereinbarungen nur „gegebenenfalls“ fördern.
So regeln Frankreich, Italien, Spanien, Deutschland und die EU den Umgang mit überschüssigen Lebensmitteln. Quellen: Légifrance, Gazzetta Ufficiale, Boletín Oficial del Estado, Thünen-Institut, Bundesumweltministerium, Amtsblatt der EU.

Ob eine Pflicht wirkt, lässt sich am Beispiel Frankreichs ablesen. Die Lebensmittelbanken des Verbands Banques Alimentaires sammelten 2018 mit 48.021 Tonnen 23 Prozent mehr Spenden ein als 2015, wie ein Bericht der Nationalversammlung von 2019 festhält. Die Abgeordneten räumten allerdings ein, dass ein Teil des Anstiegs schon vor dem Gesetz begonnen hatte. Wirksame Kontrollen fanden nur selten statt.

Ohne Spendenpflicht retten hierzulande vor allem Ehrenamtliche die Überschüsse. Der Dachverband Tafel Deutschland zählt 982 Tafeln, die rund 1,5 Millionen Menschen versorgen und im Jahr rund 265.000 Tonnen Lebensmittel weitergeben. 77.000 Menschen engagieren sich dort, 94 Prozent davon ehrenamtlich. Die Ware reicht trotzdem nicht. In einer Umfrage des Verbands meldeten 55 Prozent der Tafeln zu wenig gerettete Lebensmittel, 24 Prozent hatten zeitweise einen Aufnahmestopp oder eine Warteliste.

Die 2012 gegründete Initiative foodsharing weist in ihrer Live-Statistik für Deutschland, Österreich und die Schweiz rund 340.000 Tonnen gerettete Lebensmittel aus. Beteiligt sind mehr als 200.000 Foodsaver und 18.408 Betriebe. Die App Too Good To Go vermittelt übrig gebliebenes Essen von rund 26.000 Partnerbetrieben gegen einen kleinen Preis. Too Good To Go zählt in Deutschland über 19 Millionen registrierte Nutzer.

Das Mitnehmen weggeworfener Ware aus den Containern von Supermärkten, das sogenannte Containern, gilt in Deutschland weiter als Diebstahl. Das Bundesverfassungsgericht stellte 2020 klar, dass der Gesetzgeber auch wirtschaftlich wertlose Sachen strafrechtlich schützen darf. Ein Vorstoß von Justiz- und Agrarministerium, die Verfolgung über die Richtlinien für das Strafverfahren zu lockern, scheiterte 2023, weil sich die Länder nicht einstimmig darauf einigten. Die Bundesregierung sieht keinen Änderungsbedarf und hat das zuletzt im Juli 2026 in einer Antwort an den Bundestag bekräftigt.

Auf den Punkt
  • Überall Verschwendung: Haushalte in ärmeren und reichen Ländern werfen pro Kopf fast gleich viel weg, japanische Haushalte haben ihre Abfälle mehr als halbiert.
  • Gesetz statt Appell: Frankreich, Italien und Spanien regeln die Weitergabe gesetzlich, Deutschland setzt bisher auf Freiwilligkeit.
  • Ehrenamt am Limit: Bei 55 Prozent der Tafeln reichen die geretteten Lebensmittel nicht aus.

Wie sähe eine gerechte Welt im Jahr 2040 aus?

Zwei Äpfel in einer grünen Kiste auf Gehwegplatten, beschriftet mit „FAST LEER“
In unserem Szenario für 2040 würden die Kisten der Foodsaver halb leer bleiben, weil Handel und Bäckereien genießbare Ware nur noch selten wegwürfen.

In unserem Szenario müsste 2040 niemand mehr hungern. Jeder Mensch hätte eine soziale Grundsicherung, jedes Schulkind bekäme eine warme Mahlzeit, genießbare Überschüsse würden verbindlich an Bedürftige gehen statt in den Müll. Jedes dieser Elemente funktioniert heute schon irgendwo auf der Welt, ganz ohne neue Technik.

Szenarien sind keine Prognosen. Das folgende Bild beschreibt eine Welt, in der Regierungen, Unternehmen und Verbraucher die bekannten Hebel bis 2040 konsequent nutzen. Offen bleibt allein, ob genug Staaten gleichzeitig mitziehen.

Ein Samstag auf dem Platz in der Innenstadt

Angenommen, die Foodsaver aus unserer Heimatstadt stünden im Herbst 2040 wieder auf dem großen Platz. Die Kisten der Helfer würden halb leer bleiben, weil Handel und Bäckereien genießbare Ware nur noch selten wegwürfen. Große Supermärkte müssten Überschüsse per Vertrag an Tafeln und Initiativen abgeben, ähnlich wie Gesetze in Frankreich und Spanien das heute schon verlangen. Brot, das bis zum Abend übrig bleibt, würden Bäckereien über Apps vergünstigt verkaufen. Containern wäre keine Straftat mehr.

Mittags säßen alle Kinder der Stadt vor einem warmen Essen, ohne dass die Eltern dafür zahlen müssten. Finnland bietet allen Schulkindern seit 1948 ein kostenloses Schulessen. In Berlin essen Grundschüler der Klassen 1 bis 6 seit 2019 gratis. Der Bürgerrat „Ernährung im Wandel“ des Bundestags setzte ein kostenfreies Mittagessen in Kitas und Schulen 2024 auf Platz 1 seiner Empfehlungen. Im Szenario wäre aus dieser Empfehlung ein bundesweites Gesetz geworden.

Auch die Küchen der Stadt würden weniger wegwerfen. Deutschland hätte die Verschwendung bis 2040 halbiert, zehn Jahre später als 2019 geplant. Verständlichere Haltbarkeitsangaben und Kantinen, die Portionen nach Hunger statt nach Norm ausgeben, hätten dazu beigetragen.

Die Welt im Jahr 2040

Global würde jedes Land einen sozialen Basisschutz garantieren: eine grundlegende Gesundheitsversorgung sowie ein Mindesteinkommen für Kinder, Erwerbslose und Ältere. Die ärmsten Familien bekämen regelmäßig Geld aufs Handy, wie heute schon in Kenia. Die 2024 gegründete Globale Allianz gegen Hunger und Armut will bis 2030 in ärmeren Ländern 500 Millionen Menschen mit Geldtransfers erreichen. Außerdem sollen 150 Millionen Kinder ein Schulessen bekommen. Im Szenario wären beide Ziele 2040 längst übertroffen. Kleinbauern hätten Lagerhäuser, Kühlketten und Zugang zu Märkten, sodass ein viel kleinerer Teil ihrer Ernte verdürbe. In Kriegsgebieten kämen Hilfskonvois zu den Hungernden durch, weil der UN-Sicherheitsrat jedes Aushungern von Zivilisten mit Sanktionen ahnden würde. Eine Hungersnot wie 2025 im Gazastreifen und im Sudan müsste niemand mehr erleben.

Kurz gemerkt

Das Szenario 2040 kommt mit bekannten Mitteln aus, von der Spendenpflicht bis zu Sanktionen gegen das Aushungern von Zivilisten. Ausgerechnet halb leere Kisten auf dem Platz in der Innenstadt würden den Erfolg zeigen.

Welche Hebel müssten bis 2040 greifen?

Metallelement mit Hebeln, links ein grüner, beschriftet mit „2040“ und „Zukunft: Läuft“
Sechs Hebel könnten den Hunger bis 2040 beenden, von der Spendenpflicht für Supermärkte bis zum Schutz von Hilfskonvois.

Sechs Hebel würden das Szenario möglich machen. Der Handel müsste Überschüsse verbindlich spenden, jedes Kind bekäme ein Schulessen und jede arme Familie direkt Geld. Hinzu kämen eine Grundsicherung für alle, Lager für Kleinbauern und Schutz vor Hunger als Kriegswaffe. Fünf der sechs Hebel haben ein erprobtes Vorbild.

HebelWer handeln müssteVorbild oder Beleg
Überschüsse verbindlich weitergebenGesetzgeber, Handel, LebensmittelindustrieFrankreich seit 2016, Spanien seit 2025
Schulessen für jedes KindStaaten, Bundesländer, KommunenFinnland seit 1948, Berlin seit 2019
Geld direkt an die ÄrmstenRegierungen, HilfsorganisationenBolsa Família in Brasilien, Grundeinkommensstudie in Kenia
Soziale Grundsicherung für alleRegierungen, Internationale ArbeitsorganisationILO-Empfehlung 202 von 2012
Lager und Märkte für KleinbauernRegierungen, Entwicklungsbanken, AgrarhandelLuftdichte Lagersäcke, Beratung und Straßen, belegt von Ceres2030
Hunger als Kriegswaffe ächtenUN-Sicherheitsrat, MitgliedstaatenResolution 2417 von 2018
Sechs Hebel für eine Welt ohne Hunger bis 2040: wer handeln müsste und worauf jeder Hebel aufbaut. Quellen: Légifrance, Boletín Oficial del Estado, Opetushallitus, Senatsverwaltung für Bildung Berlin, Sozialministerium Brasilien, Banerjee u. a. (2023), ILO, Ceres2030, Vereinte Nationen.

Hebel 1: Überschüsse verbindlich weitergeben

Für Deutschland hieße dieser Hebel, vom Appell zur Pflicht überzugehen. Die 14 Handelsunternehmen des freiwilligen Pakts gegen Lebensmittelverschwendung senkten ihre Lebensmittelabfälle bis 2024 im gewichteten Schnitt um 25 Prozent, gemessen am jeweils selbst gewählten Basisjahr. Angepeilt waren 30 Prozent bis 2025. Von den 2024 abgeschriebenen Lebensmitteln gaben die Händler allerdings nur gut ein Viertel als Spende oder Tierfutter weiter, der Rest landete im Abfall. Die Bundesregierung lehnt eine gesetzliche Spendenpflicht bisher ab.

Zwei weitere Hürden liegen im Steuer- und im Lebensmittelrecht. Union und SPD haben 2025 im Koalitionsvertrag vereinbart, Sachspenden an gemeinnützige Organisationen „möglichst weitgehend“ von der Umsatzsteuer zu befreien. Ein entsprechendes Gesetz fehlt bisher. Österreich hat Lebensmittelspenden an mildtätige Einrichtungen im August 2024 von der Umsatzsteuer befreit. In Brüssel wirbt die Bundesregierung seit Dezember 2024 dafür, Tafeln als karitative Lebensmittelunternehmer von doppelten Kontrollen zu entlasten.

Hebel 2: Schulessen für jedes Kind

Nach Zahlen des Welternährungsprogramms bekamen 2024 mindestens 466 Millionen Kinder ein Schulessen. Die Schulspeisungen kosteten zusammen umgerechnet rund 74 Milliarden Euro. Die Staaten zahlten davon 99 Prozent selbst. Das WFP beziffert den Nutzen auf das 7- bis 35-Fache des Aufwands. Für weitere 162 Millionen Kinder bis 2030 nennt das WFP in einer Beispielrechnung rund 2,4 Milliarden Euro im Jahr über fünf Jahre. In Ländern mit niedrigem Einkommen entspräche das weniger als 0,1 Prozent der Wirtschaftsleistung.

In Deutschland übernimmt bisher allein Berlin die Kosten für das Mittagessen in den Klassen 1 bis 6 vollständig. Pro Portion zahlt das Land derzeit 4,64 Euro. Ein Antrag der Linken für ein bundesweit kostenfreies Mittagessen in Kitas und Schulen wurde im November 2025 an die Ausschüsse des Bundestags überwiesen.

Hebel 3: Geld direkt an die Ärmsten

Direkte Geldtransfers überlassen den Empfängern die Entscheidung, ob sie Saatgut, Schulhefte oder Medikamente kaufen. In Kenia bekommen die Erwachsenen in 44 Dörfern seit 2017 ein Grundeinkommen von umgerechnet rund 66 Cent pro Tag. Die Hilfsorganisation GiveDirectly hat zwölf Jahre zugesagt. Die Forscher um Abhijit Banerjee und Tavneet Suri fanden dort mehr Kleinunternehmen, zudem stiegen die Umsätze. In einer weiteren Studie aus Kenia erhielten mehr als 10.500 arme Haushalte einmalig umgerechnet rund 880 Euro, danach sank die Zahl der Säuglingstodesfälle um 48 Prozent.

Brasilien zeigt, dass solche Programme auch in großem Maßstab funktionieren. Bolsa Família erreichte im September 2026 rund 19,3 Millionen Familien. Nach einer Studie in der Fachzeitschrift Lancet Public Health verhinderte das Programm zwischen 2000 und 2019 rund 713.000 Todesfälle und 8,2 Millionen Krankenhausaufenthalte. Eine Metaanalyse von 115 Studien zu 72 Programmen ergab positive Effekte bei zehn von 13 untersuchten Größen, darunter Einkommen, Schulbesuch und Ernährungssicherheit.

Fristen auf dem Weg nach 2040
Beschlossene Termine und erklärte Ziele bis 2030, dazu das Zieljahr unseres Szenarios.
Juni 2027EUDie EU-Staaten müssen die neuen Abfallziele in nationales Recht übernehmen: bis Ende 2030 minus 10 Prozent Lebensmittelabfall in der Verarbeitung, minus 30 Prozent pro Kopf in Handel, Gastronomie und Haushalten.
2027UNDie Verhandlungen über eine UN-Rahmenkonvention zur internationalen Steuerkooperation sollen abgeschlossen sein.
Juli 2029EUDie EU-Lieferkettenrichtlinie gilt für Konzerne mit mehr als 5.000 Beschäftigten und mehr als 1,5 Milliarden Euro Umsatz.
2030UNZieljahr der Vereinten Nationen für das Ende des Hungers. Die Autoren des Welternährungsberichts 2026 erwarten dann noch 510 bis 520 Millionen Hungernde.
2030AllianzDie Globale Allianz gegen Hunger und Armut will 500 Millionen Menschen mit Geldtransfers und 150 Millionen Kinder mit Schulessen erreichen.
2040SzenarioUnser Szenario: Niemand hungert mehr.

Hebel 4: Soziale Grundsicherung für alle

Was jeder Staat mindestens garantieren sollte, hat die Internationale Arbeitskonferenz 2012 in der Empfehlung 202 festgehalten. Genannt sind eine grundlegende Gesundheitsversorgung sowie ein Mindesteinkommen für Kinder, für Menschen im Erwerbsalter ohne ausreichendes Einkommen und für Ältere. 2023 hatten 52,4 Prozent der Weltbevölkerung Anspruch auf mindestens eine Leistung der sozialen Sicherung. 3,8 Milliarden Menschen standen ohne jeden Schutz da.

Hebel 5: Lager und Märkte für Kleinbauern

Fünf von sechs Bauernhöfen weltweit bewirtschaften weniger als zwei Hektar. Diese Kleinbetriebe nutzen nur rund 12 Prozent der Agrarfläche, erzeugen aber rund 35 Prozent der Nahrung der Welt, wie eine FAO-Studie von 2021 zeigt. Ceres2030 hat ausgewertet, welche Maßnahmen kleinen Betrieben nachweislich helfen. Luftdichte Säcke oder Behälter senken die Verluste bei Getreide und Hülsenfrüchten, landwirtschaftliche Beratung verbessert die Fertigkeiten der Bauern. Straßen und Lager steigern die Einkommen der Betriebe.

Hebel 6: Hunger als Kriegswaffe ächten

Der UN-Sicherheitsrat hat im Mai 2018 mit seiner Resolution 2417 einstimmig verurteilt, Zivilisten als Methode der Kriegsführung auszuhungern und humanitäre Hilfe rechtswidrig zu blockieren. Solche Taten können Kriegsverbrechen darstellen. Die Resolution hat die Hungersnöte des Jahres 2025 im Gazastreifen und im Sudan nicht verhindert. Wirksam würde dieser Hebel erst, sobald der Sicherheitsrat Verstöße tatsächlich mit Sanktionen ahndet oder die Fälle an den Internationalen Strafgerichtshof überweist.

Auf den Punkt
  • Weitergabe: Deutschland müsste vom freiwilligen Pakt zur Spendenpflicht wechseln und Spenden steuerlich entlasten.
  • Belegte Wirkung: Geldtransfers verbessern nachweislich Einkommen, Ernährung und Gesundheit, Schulessen bringt das 7- bis 35-Fache seiner Kosten zurück.
  • Offene Baustellen: 3,8 Milliarden Menschen haben keine soziale Absicherung, Hilfskonvois in Kriegsgebieten fehlt der Schutz.

Was würde eine gerechte Verteilung kosten?

Reis & Bohnen in Schüssel auf Tablett mit Preisschild (0,38 €), Draufsicht
Für eine tägliche Mahlzeit veranschlagte das Welternährungsprogramm 2021 umgerechnet rund 38 Cent pro Person.

Das Ende des Hungers bis 2030 würde laut dem Forschungsprojekt Ceres2030 jährlich rund 29 Milliarden Euro zusätzlich kosten. Die extreme Armut ließe sich für 0,28 Prozent der Weltwirtschaftsleistung fast beseitigen. Am teuersten wäre ein sozialer Basisschutz in allen ärmeren Ländern mit rund 1,2 Billionen Euro im Jahr.

Hinter Ceres2030 stehen die Cornell University, das International Food Policy Research Institute und das International Institute for Sustainable Development. Die Forscher haben 2020 berechnet, welche zusätzlichen Investitionen bis 2030 drei Ziele erreichbar machen. Kein Mensch soll mehr hungern, 545 Millionen Kleinerzeuger sollen ihr Einkommen verdoppeln. Zugleich muss die Landwirtschaft die Klimaziele einhalten. Heraus kamen umgerechnet rund 29 Milliarden Euro im Jahr, gut 12 Milliarden davon von Geberländern und knapp 17 Milliarden von den betroffenen Staaten selbst.

Hunger ist im 21. Jahrhundert keine Naturkatastrophe mehr, sondern eine Haushaltsentscheidung. Weniger als zwei Prozent der weltweiten Militärausgaben würden den jährlichen Mehrbedarf gegen den Hunger decken, doch die reichen Länder kürzen ausgerechnet ihre Entwicklungshilfe.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Andere Schätzungen fallen höher aus. Das Bonner Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF) und die FAO kamen 2020 auf 34 bis 44 Milliarden Euro im Jahr für eine Welt ohne Hunger. Der Welternährungsbericht 2024 hat acht Studien verglichen, die allein für das Ende der Unterernährung bis 2030 zwischen 155 Milliarden und 3,5 Billionen Euro veranschlagen. Die Spanne folgt aus unterschiedlichen Methoden und Annahmen. Soll sich zudem jeder Mensch eine gesunde Ernährung leisten können, steigen die Schätzungen auf bis zu 13,6 Billionen Euro.

Akute Nothilfe kostet vergleichsweise wenig. Das WFP veranschlagte 2021 für eine tägliche Mahlzeit rund 38 Cent pro Person. Ein Jahr Versorgung für 42 Millionen Menschen in 43 Ländern hätte damit umgerechnet rund 5,8 Milliarden Euro gekostet. Für 2026 braucht das WFP rund 11,4 Milliarden Euro, um 110 Millionen Menschen zu erreichen. Die Organisation rechnet damit, nur etwa die Hälfte davon zu bekommen.

Für die extreme Armut hat ein Forscherteam um Roshni Sahoo, Joshua Blumenstock und Paul Niehaus im September 2026 ein Arbeitspapier vorgelegt. Die Autoren nutzten Haushaltsdaten aus 34 Ländern, in denen 76 Prozent der extrem Armen leben. Das Team berechnete, welche direkten Geldtransfers die Armutsquote dort von 13 auf 1 Prozent senken würden. Gemessen an der früheren Armutsgrenze der Weltbank würde das hochgerechnet auf die Welt rund 268 Milliarden Euro im Jahr kosten. Die Summe entspräche 0,28 Prozent der Weltwirtschaftsleistung von 2023. Weil Programme ihre Empfänger nie perfekt treffen, liegen die Kosten in den untersuchten Ländern beim Vierfachen der reinen Armutslücke. Ein Grundeinkommen für alle wäre gut fünfmal so teuer.

Die Internationale Arbeitsorganisation ILO beziffert die jährliche Finanzierungslücke für einen sozialen Basisschutz in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen auf umgerechnet rund 1,2 Billionen Euro. Bezogen auf die Wirtschaftsleistung dieser Länder fehlen 3,3 Prozent, in den ärmsten Staaten sogar gut die Hälfte. Ohne Hilfe von außen lässt sich die Grundsicherung dort nicht finanzieren.

Preisschilder im Vergleich
Jährliche Beträge in Milliarden Euro auf einer gemeinsamen Skala: Ausgaben von heute, Kosten einer gerechteren Verteilung und mögliche Einnahmen aus Mindeststeuern.
Was die Welt heute ausgibt
Militärausgaben weltweit 2025
2.542
Explizite Subventionen für fossile Energie 2024
638
Entwicklungshilfe der OECD-Geberländer 2025
154
Was eine gerechtere Verteilung kosten würde
Lücke beim sozialen Basisschutz in ärmeren Ländern
1.233
Extreme Armut auf 1 Prozent senken
268
Hunger beenden, Mehrbedarf nach Ceres2030
29
Bedarf des Welternährungsprogramms 2026
11
Was Mindeststeuern einbringen könnten
2 Prozent Mindeststeuer auf Milliardärsvermögen
176–220
Globale Mindeststeuer für Konzerne
80–137

Zum Vergleich: Für ihr Militär gaben die Staaten der Welt 2025 nach Daten des Stockholmer Friedensforschungsinstituts SIPRI umgerechnet rund 2,54 Billionen Euro aus. Der Anteil an der Weltwirtschaftsleistung lag bei 2,5 Prozent. Die Ausgaben wuchsen im elften Jahr in Folge. Warum Regierungen wieder aufrüsten und wie realistisch ein Zeitalter ohne Kriege ist, haben wir gesondert untersucht. Ein Rechenbeispiel: Auf jeden Tag des Jahres 2025 entfielen rund 7 Milliarden Euro Militärausgaben. Der zusätzliche Bedarf gegen den Hunger nach Ceres2030 entspräche gut vier solcher Tage, der Jahresbedarf des WFP für 2026 gut anderthalb. Tief in die Tasche greifen müsste die Welt für das Ende des Hungers also nicht.

Auf den Punkt
  • Hunger beenden: Ceres2030 sowie ZEF und FAO veranschlagen dafür 29 bis 44 Milliarden Euro zusätzlich im Jahr.
  • Armut senken: Gezielte Geldtransfers würden 0,28 Prozent der Weltwirtschaftsleistung kosten.
  • Grundsicherung: Jährlich fehlen rund 1,2 Billionen Euro, die ärmsten Länder brauchen dafür Hilfe von außen.

Wer soll das bezahlen?

Münzstapel mit grüner Schippe und 2 % Fähnchen auf weißem Grund
Eine Mindeststeuer von zwei Prozent auf Milliardärsvermögen brächte nach Berechnungen von Gabriel Zucman 176 bis 220 Milliarden Euro im Jahr.

Drei Geldquellen kommen infrage: eingehaltene Zusagen für Entwicklungshilfe, abgestimmte Mindeststeuern für sehr große Vermögen und Konzerne sowie der Abbau von Subventionen für fossile Energie. Politisch bewegt sich die Welt in die Gegenrichtung: 2025 brach die Entwicklungshilfe um fast ein Viertel ein.

Schon 1970 bekannten sich die Industrieländer zu einem Ziel. Mit der Resolution 2626 legte die UN-Generalversammlung fest, dass Geberländer 0,7 Prozent ihres Bruttonationaleinkommens für öffentliche Entwicklungshilfe aufwenden sollen. Zu ihrem Wort standen 2025 nur vier Länder. Die Geber der OECD kamen 2025 zusammen auf 0,26 Prozent, ihre Hilfe sank real um 23,1 Prozent auf umgerechnet rund 153,5 Milliarden Euro. Die OECD spricht vom stärksten Rückgang in der Geschichte der Entwicklungshilfe. Die humanitäre Hilfe schrumpfte sogar um 35,8 Prozent.

GeberEntwicklungshilfe 2025 in Prozent des Bruttonationaleinkommens0,7-Prozent-Ziel
Norwegen1,03 %erreicht
Luxemburg0,99 %erreicht
Schweden0,85 %erreicht
Dänemark0,72 %erreicht
Deutschland0,56 %verfehlt
OECD-Geber insgesamt0,26 %verfehlt
Öffentliche Entwicklungshilfe 2025 nach vorläufigen Zahlen, der deutsche Wert einschließlich der Kosten für Geflüchtete im Inland. Quellen: OECD, Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Ein Rechenbeispiel: Würden alle OECD-Geber das Versprechen von 1970 einhalten, stünden rechnerisch rund 260 Milliarden Euro mehr im Jahr bereit. Deutschland war 2025 mit umgerechnet rund 25,6 Milliarden Euro erstmals der größte Geber unter den OECD-Ländern. Die USA folgten knapp dahinter, ihre Hilfe brach um 56,9 Prozent ein. Ohne die Kosten für Geflüchtete im Inland beziffert das Entwicklungsministerium den deutschen Beitrag auf 0,46 Prozent des Bruttonationaleinkommens. Auch in Deutschland schrumpfen die finanziellen Spielräume, wie unser Beitrag über die Finanzierung des Sozialstaats bis 2035 zeigt.

Unter den neuen Steuern brächte eine Mindeststeuer für Milliardäre am meisten ein. Der französische Ökonom Gabriel Zucman hat 2024 im Auftrag der brasilianischen G20-Präsidentschaft durchgerechnet, was eine jährliche Abgabe von zwei Prozent auf Milliardärsvermögen einbrächte. Zucman kam auf umgerechnet 176 bis 220 Milliarden Euro im Jahr, gezahlt von rund 3.000 Steuerpflichtigen. Die G20 bekannten sich im November 2024 in Rio de Janeiro dazu, sehr reiche Menschen wirksam zu besteuern, ohne sich auf einen Satz festzulegen.

Wie zäh die Umsetzung ist, zeigt Frankreich. Die Nationalversammlung beschloss im Februar 2025 eine Mindeststeuer von zwei Prozent auf Vermögen über 100 Millionen Euro, der Senat lehnte im Juni ab. Im Oktober 2025 fiel die sogenannte Zucman-Steuer erneut durch. Diesmal stimmten in der Nationalversammlung 228 Abgeordnete dagegen, 172 dafür. Bei den Vereinten Nationen verhandeln die Staaten bis 2027 über eine Rahmenkonvention zur internationalen Steuerkooperation. Der Entwurf vom Juli 2026 sieht bei der Besteuerung sehr reicher Menschen eine Zusammenarbeit vor, aber keinen Mindestsatz.

Weiter gediehen ist die globale Mindeststeuer von 15 Prozent für Konzerne ab 750 Millionen Euro Umsatz, die rund 55 Staaten und Gebiete seit 2024 umsetzen. Anfang 2026 einigten sich 147 Staaten und Gebiete darauf, Konzerne mit Mutter in den USA von den Kernregeln auszunehmen. Die OECD erwartet inzwischen Mehreinnahmen von umgerechnet 80 bis 137 Milliarden Euro im Jahr. 2024 lag die Schätzung noch bei 137 bis 169 Milliarden Euro.

Eine dritte Geldquelle liegt in den Staatshaushalten selbst. Nach Berechnungen des Internationalen Währungsfonds gaben Regierungen 2024 umgerechnet rund 638 Milliarden Euro für explizite Subventionen fossiler Energie aus. Das Geld drückte die Preise für Benzin, Diesel, Gas und Strom unter die Versorgungskosten. Schon ein Zwanzigstel dieser Summe würde den Mehrbedarf gegen den Hunger nach Ceres2030 decken.

Auf den Punkt
  • Zusagen gebrochen: Statt 0,7 Prozent gaben die OECD-Geber 2025 nur 0,26 Prozent ihres Bruttonationaleinkommens für Entwicklungshilfe aus.
  • Milliardärssteuer offen: Zwei Prozent auf Milliardärsvermögen brächten 176 bis 220 Milliarden Euro im Jahr, international vereinbart ist die Abgabe bisher nicht.
  • Subventionen als Reserve: Allein die expliziten Hilfen für fossile Energie übersteigen den Mehrbedarf gegen den Hunger um mehr als das Zwanzigfache.

Was spricht gegen das Szenario?

Ein grüner Spielzeug-Laster mit Sandsäcken steht vor einer Schranke mit
Blockierte Hilfswege sind einer der ernsten Einwände: Das Welternährungsprogramm muss seine Hilfe 2026 auf rund ein Drittel der Bedürftigen beschränken.

Drei Einwände wiegen schwer: Geld ohne Gegenleistung mache träge, Hilfe versickere in Kriegen und korrupten Apparaten, große Vermögen würden jeder neuen Steuer ausweichen. Die Forschung entkräftet den ersten Einwand. Die beiden anderen bleiben echte Hürden, die sich nur international überwinden lassen.

Macht Geld ohne Gegenleistung träge?

Die Sorge, Geldtransfers würden Menschen vom Arbeiten abhalten, begleitet jede Debatte über eine Grundsicherung. Die Daten stützen diese Sorge nicht. In der kenianischen Grundeinkommensstudie arbeiteten die Empfänger insgesamt nicht weniger, sie wechselten lediglich häufiger von der Lohnarbeit in die Selbstständigkeit. Die Autoren fanden ausdrücklich keinen Beleg für Faulheit. Die Metaanalyse mit 115 Studien kommt beim Arbeitsangebot sogar auf einen positiven Effekt. Weniger gearbeitet haben die Empfänger nur in der Studie zu den Einmalzahlungen. Rund um die Geburt eines Kindes sank das Arbeitspensum um 53 Prozent, mit messbar besseren Folgen für Mütter und Säuglinge.

Auch in Deutschland hat ein Feldversuch den Einwand geprüft. Im Pilotprojekt Grundeinkommen bekamen 122 Menschen drei Jahre lang 1.200 Euro im Monat ohne Bedingungen, eine Vergleichsgruppe erhielt kein Geld. Eine Auswertung im Wochenbericht des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung kam für 107 Empfänger zu einem klaren Ergebnis. Die Teilnehmenden zogen sich weder aus dem Arbeitsmarkt zurück noch arbeiteten sie signifikant weniger. Die psychische Gesundheit der Empfänger verbesserte sich dagegen deutlich, der Effekt hielt noch 18 Monate nach der letzten Zahlung an.

Versickert die Hilfe in Kriegen und Korruption?

Dieser Einwand ist berechtigt, denn am größten ist der Hunger dort, wo Kriege toben. Das Welternährungsprogramm rechnet für 2026 mit 318 Millionen Menschen in akuter Not, mehr als doppelt so vielen wie 2019. Wegen fehlender Mittel kann das WFP nur rund ein Drittel der Bedürftigen versorgen. Direktzahlungen per Mobilfunk, wie sie in Kenia üblich sind, umgehen Lagerhäuser und Zwischenhändler, bei denen Hilfe sonst versickern kann. Unsere Einschätzung: Blockaden und Korruption sprechen für bessere Hilfe, nicht gegen Hilfe.

Fliehen große Vermögen vor der Steuer?

Norwegen zeigt das Risiko. Die Financial Times berichtete von mindestens 30 Millionären und Milliardären, die 2022 nach höheren Steuern auf Vermögen wie auf Dividenden ins Ausland zogen. In den 13 Jahren davor hatten zusammen weniger Superreiche das Land verlassen. Viele der 2022 Ausgewanderten gingen in die Schweiz. Die Regierung in Oslo hielt dagegen, das Land zähle weiterhin mehrere Tausend Millionäre.

Aus unserer Sicht spricht der Einwand für eine international abgestimmte Mindeststeuer. Solange ein Land allein vorangeht, bleibt der Umzug in einen Staat mit niedrigeren Steuern eine bequeme Option. Zucmans Vorschlag setzt deshalb auf eine gemeinsame Untergrenze der G20-Staaten. Aus demselben Grund verdient die UN-Steuerkonvention mehr Aufmerksamkeit, als sie bisher bekommt.

Kurz gemerkt

Studien aus Kenia und Deutschland entkräften die Angst vor Trägheit. Ernst zu nehmen sind blockierte Hilfswege und die Steuerflucht großer Vermögen, beides lässt sich nur gemeinsam mit anderen Staaten lösen.

Was können Unternehmen beitragen?

Papiertüte voller Brötchen mit grünem Band „ABZUHOLEN“ und einem Schild daneben
Eine feste Absprache mit einer Tafel oder einer foodsharing-Gruppe sorgt dafür, dass unverkaufte Ware regelmäßig abgeholt wird.

Unternehmen können Überschüsse spenden statt entsorgen, in der Kantine weniger wegwerfen und in ihren Lieferketten auf existenzsichernde Löhne achten. Bei kostenlosen Lebensmittelspenden haften Spender nur für Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit, Ware kurz vor Ablauf des Haltbarkeitsdatums ist meist umsatzsteuerfrei.

Handel und Außer-Haus-Verpflegung verursachen zusammen fast ein Viertel der deutschen Lebensmittelabfälle. Jedes Unternehmen mit eigener Kantine, jedes Hotel und jeder Lebensmittelhändler kann deshalb an der eigenen Stelle ansetzen. Die folgenden sechs Schritte setzen kein neues Gesetz voraus.

  1. Überschüsse spenden: Eine feste Kooperation mit einer Tafel oder einer foodsharing-Gruppe sorgt dafür, dass unverkaufte Ware regelmäßig abgeholt wird. Die Händler des Pakts gegen Lebensmittelverschwendung haben sich zu solchen Kooperationen an 90 Prozent ihrer Standorte verpflichtet.
  2. Haftung kennen: Bei kostenloser Abgabe oder gegen einen symbolischen Euro haften Spender nur für Schäden, die sie vorsätzlich oder grob fahrlässig verursachen. Als grob fahrlässig gilt etwa, gekühlte Produkte ungekühlt weiterzugeben.
  3. Umsatzsteuer prüfen: Für Lebensmittel kurz vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums oder mit Mängeln, etwa bei Backwaren, Obst und Gemüse, fällt nach einem Schreiben des Bundesfinanzministeriums keine Umsatzsteuer an. Bei anderen Sachspenden richtet sich die Steuer nach dem fiktiven Einkaufspreis.
  4. Mindesthaltbarkeitsdatum richtig einordnen: Lebensmittel dürfen auch nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums weitergegeben werden, solange sie einwandfrei sind und die Empfänger den Ablauf kennen. Ware mit überschrittenem Verbrauchsdatum gilt dagegen als nicht sicher.
  5. Kantinenreste messen: Gewogene Reste zeigen, welche Gerichte und Portionsgrößen am meisten Abfall verursachen. Gäste sollten übrig gebliebenes Essen mitnehmen dürfen. Spanien schreibt Restaurants inzwischen vor, das zu ermöglichen.
  6. Lieferkette ernst nehmen: Zwei Drittel der Hungernden leben nach dem Abschlussbericht von Ceres2030 auf dem Land, oft in kleinbäuerlichen Familien. Faire Einkaufspreise für Agrarrohstoffe kommen deshalb genau dort an, wo die meisten Hungernden leben.

Ab Juli 2029 setzt die EU-Lieferkettenrichtlinie den Rahmen. Konzerne mit mehr als 5.000 Beschäftigten und mehr als 1,5 Milliarden Euro Umsatz müssen dann menschenrechtliche Sorgfaltspflichten erfüllen, die auch existenzsichernde Löhne umfassen. Bis dahin ist der Druck von außen gering. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle prüft seit Oktober 2025 keine Berichte nach dem deutschen Lieferkettengesetz mehr und verhängt Bußgelder nur noch bei schweren Verstößen. Über faire Löhne in der Lieferkette entscheiden damit vorerst die Unternehmen selbst.

Kurz gemerkt

Rechtlich spricht wenig gegen Lebensmittelspenden, gefragt ist vor allem eine feste Absprache mit Tafeln oder Foodsavern. Existenzsichernde Löhne in der Lieferkette hängen bis 2029 an der Eigeninitiative der Unternehmen.

Ist eine Welt ohne Hunger bis 2040 realistisch?

Eine Pflanze wächst durch einen Riss in einem Teller und trägt ein 2040-Schild
Seit 1990 ist der Anteil der extrem Armen von 43,4 auf 10,1 Prozent gefallen. Welche Mittel gegen den Hunger wirken, ist bekannt.

Technisch und finanziell wäre eine Welt ohne Hunger bis 2040 erreichbar. Politisch bleibt das Ziel offen. Seit 1990 fiel der Anteil der extrem Armen von 43,4 auf 10,1 Prozent. Die Zahl der Kinder, die vor dem fünften Geburtstag sterben, sank von knapp 13 auf 4,9 Millionen. Welche Mittel wirken, ist bekannt.

Hoffnung schöpfen lässt sich aus den Fortschritten der vergangenen Jahrzehnte. Die Lebenserwartung stieg bis 2024 weltweit auf 73,3 Jahre, 8,4 Jahre mehr als 1995. Brasilien, Heimat von Bolsa Família, liegt nach den jüngsten FAO-Daten wieder unter der Marke von 2,5 Prozent Unterernährten, die als Grenze der sogenannten Hungerkarte gilt.

Eine Mindeststeuer von zwei Prozent auf Milliardärsvermögen brächte mindestens das Sechsfache dessen ein, was Ceres2030 zusätzlich gegen den Hunger veranschlagt. Der fehlende politische Wille bildet den Engpass. 2025 sank die Entwicklungshilfe um fast ein Viertel, während die Militärausgaben zum elften Mal in Folge stiegen.

Das Obst und Gemüse aus den Kisten der Foodsaver in unserer Heimatstadt landet auf keinem Teller im Sudan. Sichtbar macht die Aktion aber zweierlei. Der Überfluss ist real und viele Menschen wollen ihn teilen. Eine gerechtere Politik würde diese Bereitschaft vom großen Platz in Gesetze, Staatshaushalte und Lieferketten übertragen. Genug für alle ist da.

Glossar: 17 wichtige Fachbegriffe zu Verteilungsgerechtigkeit und Welternährung

Offenes grünes Buch mit Getreideähre, grünem Lesezeichen und QR-Code-Ecke auf weißem Hintergrund
Von Armutsgefährdungsquote bis Unterernährung: Das Glossar erklärt 17 Fachbegriffe zu Verteilungsgerechtigkeit und Welternährung.

Armutsgefährdungsquote

Armutsgefährdungsquote heißt der Anteil der Menschen, deren Einkommen unter 60 Prozent des mittleren, nach Haushaltsgröße gewichteten Einkommens liegt. In Deutschland lag die Schwelle nach dem Statistischen Bundesamt zuletzt bei 1.446 Euro im Monat für Alleinlebende. Die Quote misst relative Armut, nicht absolute Not wie die Armutsgrenze der Weltbank.

Bedarfsgerechtigkeit

Bedarfsgerechtigkeit verteilt Güter nach dem, was Menschen zum Leben brauchen, nicht nach ihrer Leistung. Sozialleistungen wie Grundsicherung, Wohngeld oder Krankenversicherung folgen diesem Maßstab. In der Debatte über die weltweite Verteilung setzt die Bedarfsgerechtigkeit eine Untergrenze: Nahrung, Wohnung und ärztliche Versorgung für jeden Menschen.

Containern

Containern heißt das Mitnehmen weggeworfener, oft noch genießbarer Lebensmittel aus den Abfallbehältern von Supermärkten. Die Justiz wertet das als Diebstahl, weil weggeworfene Ware bis zur Abholung durch den Entsorger dem Markt gehört. Oft kommt Hausfriedensbruch hinzu, sobald Beteiligte ein umzäuntes Gelände betreten.

Differenzprinzip

Differenzprinzip heißt bei John Rawls die Regel, nach der soziale und wirtschaftliche Ungleichheiten nur gerecht sind, soweit sie den Schwächsten einer Gesellschaft den größtmöglichen Vorteil bringen. Ein höheres Einkommen für Ärztinnen wäre danach gerechtfertigt, falls die Aussicht darauf die Versorgung aller verbessert.

Ernährungsbilanz

Ernährungsbilanz (englisch Food Balance Sheet) heißt die Rechnung der FAO, die für jedes Land Erzeugung, Importe, Exporte und Vorratsänderungen erfasst. Vom Ergebnis zieht die FAO Futter, Saatgut, Verluste und industrielle Nutzung ab. Übrig bleibt das Nahrungsangebot pro Kopf. Die Bilanz zeigt, was verfügbar ist, nicht, was die Menschen tatsächlich essen.

Food Loss Index

Food Loss Index heißt der Indikator der FAO für Lebensmittelverluste zwischen Ernte und Einzelhandel, also auf dem Hof, beim Transport, im Lager, im Großhandel und in der Verarbeitung. Was danach in Läden, Restaurants und Haushalten weggeworfen wird, erfasst getrennt davon der Food Waste Index des UN-Umweltprogramms UNEP.

Geldtransfer

Geldtransfer (englisch Cash Transfer) bezeichnet eine direkte Zahlung an bedürftige Menschen, entweder bedingungslos oder an Auflagen wie Schulbesuch und Vorsorgeuntersuchungen geknüpft. Brasiliens Bolsa Família verbindet die Zahlungen mit solchen Bedingungen, das kenianische Grundeinkommen der Hilfsorganisation GiveDirectly verzichtet darauf.

Globale Mindeststeuer

Globale Mindeststeuer (auch Säule zwei, englisch Pillar Two) heißt die Regel der OECD, nach der Konzerne ab 750 Millionen Euro Umsatz in jedem Land effektiv mindestens 15 Prozent Steuern zahlen sollen. Zahlt eine Tochtergesellschaft weniger, darf ein anderer Staat die Differenz nachfordern. Seit 2026 gelten Ausnahmen für Konzerne mit Mutter in den USA.

Hungerkarte

Hungerkarte (portugiesisch Mapa da Fome) heißt im Sprachgebrauch von FAO und brasilianischer Regierung die Gruppe der Länder, in denen im Dreijahresmittel mehr als 2,5 Prozent der Bevölkerung unterernährt sind. Die FAO veröffentlicht kein förmliches Dokument mit diesem Namen. Brasilien liegt nach den jüngsten Daten unter der Schwelle.

IPC-Skala

IPC-Skala (Integrated Food Security Phase Classification) heißt das internationale System, mit dem Fachleute akute Ernährungskrisen in fünf Phasen einstufen, von minimal bis Katastrophe. Phase 5 bedeutet extreme Nahrungsnot mit Hungertoten. Erfüllt ein ganzes Gebiet die strengen Kriterien, sprechen die Fachleute von einer Hungersnot.

Kaufkraftparität

Kaufkraftparität (KKP) heißt ein Umrechnungskurs, der Preisunterschiede zwischen Ländern ausgleicht und Einkommen in eine gemeinsame Kunstwährung übersetzt. Ein Dollar in Kaufkraftparität kauft in Kenia so viel wie ein Dollar in den USA. Die Armutsgrenze der Weltbank von 3 Dollar am Tag und der World Inequality Report rechnen mit diesem Maßstab.

Leistungsgerechtigkeit

Leistungsgerechtigkeit verteilt Einkommen und Güter nach dem Beitrag, den jemand leistet, etwa nach Arbeitszeit, Qualifikation oder Ergebnis. Der Maßstab setzt Anreize, stößt aber an Grenzen, sobald Menschen wegen Krankheit, Alter oder Kinderbetreuung wenig leisten können. Moderne Sozialstaaten ergänzen dieses Prinzip deshalb um Bedarfs- und Chancengerechtigkeit.

Mindesthaltbarkeitsdatum

Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) heißt das Datum, bis zu dem ein Lebensmittel bei richtiger Lagerung seine Eigenschaften wie Geschmack und Konsistenz garantiert behält. Der Hersteller legt das Datum selbst fest, danach ist die Ware oft noch genießbar. Anders das Verbrauchsdatum auf leicht verderblichem Fleisch oder Fisch: Nach seinem Ablauf gilt ein Produkt als nicht mehr sicher.

Öffentliche Entwicklungshilfe

Öffentliche Entwicklungshilfe (englisch Official Development Assistance, ODA) umfasst Zuschüsse und besonders günstige Kredite von Staaten an Entwicklungsländer, die deren Entwicklung und Wohlstand fördern sollen. Was als ODA zählt, legt der Entwicklungsausschuss der OECD fest. Teilweise dürfen Geberländer auch Kosten für Geflüchtete im eigenen Land anrechnen.

Schleier des Nichtwissens

Schleier des Nichtwissens heißt das Gedankenexperiment von John Rawls, in dem Menschen die Regeln einer Gesellschaft festlegen, ohne ihren eigenen späteren Platz darin zu kennen. Unter dieser Bedingung denken die Beteiligten die Lage der Schwächsten mit, weil sie selbst dazugehören könnten. Rawls leitet daraus sein Differenzprinzip ab.

Sozialer Basisschutz

Sozialer Basisschutz (englisch Social Protection Floor) bezeichnet ein nationales Mindestpaket aus Gesundheitsversorgung und Einkommenssicherung über den ganzen Lebenslauf, das die Internationale Arbeitsorganisation 2012 in ihrer Empfehlung 202 beschrieben hat. Wie die Staaten das Paket finanzieren, über Steuern oder Beiträge, bleibt ihnen überlassen.

Unterernährung

Unterernährung heißt in der Statistik der FAO der Anteil der Menschen, die über längere Zeit weniger Nahrungsenergie aufnehmen, als sie für ein gesundes, leicht aktives Leben mindestens brauchen. Die Untergrenze liegt im weltweiten Schnitt bei 1.838 Kilokalorien am Tag. Aus diesem Indikator stammen die 645 Millionen Hungernden des Welternährungsberichts.

FAQ: Verteilungsgerechtigkeit scheitert nicht am Mangel

Grüne Kiste mit Obst, Gemüse und
Häufige Fragen zur Verteilungsgerechtigkeit, von John Rawls über das Vermögen in Deutschland bis zum Containern.

Was sagt John Rawls zur Verteilungsgerechtigkeit?

John Rawls hält eine Verteilung für gerecht, auf die sich vernünftige Menschen einigen würden, ohne ihre eigene Stellung in der Gesellschaft zu kennen. Aus diesem Gedankenexperiment leitet der Philosoph zwei Grundsätze ab: Alle haben gleiche Grundfreiheiten; Ungleichheiten sind nur zulässig, soweit sie den am wenigsten Begünstigten den größten Vorteil bringen und Ämter allen nach fairer Chancengleichheit offenstehen. Die Freiheiten haben bei Rawls Vorrang.

Was ist der Unterschied zwischen Verteilungsgerechtigkeit und Chancengerechtigkeit?

Verteilungsgerechtigkeit fragt, ob das Ergebnis fair ist, also wer am Ende wie viel Einkommen, Vermögen oder Güter hat. Chancengerechtigkeit fragt nach dem Start: Jeder soll unabhängig von Herkunft oder unverschuldeten Einschränkungen möglichst gleiche Chancen auf Güter und Positionen erhalten. Beide Maßstäbe ergänzen sich, etwa beim kostenlosen Schulessen, das Kinder unabhängig vom Einkommen der Eltern versorgt.

Was ist ein Beispiel für Verteilungsgerechtigkeit?

Ein Alltagsbeispiel ist die progressive Einkommensteuer, bei der Menschen mit höherem Einkommen einen höheren Steuersatz zahlen und der Staat damit unter anderem Sozialleistungen finanziert. Weitere Beispiele sind das Kindergeld, das für jedes Kind gleich hoch ist, und die Grundsicherung, die sich nach dem Bedarf richtet. Weltweit gehören Schulessen und direkte Geldtransfers an arme Haushalte dazu.

Wie ungleich ist das Vermögen in Deutschland verteilt?

Das Vermögen ist in Deutschland deutlich ungleicher verteilt als das Einkommen. Nach der Vermögensbefragung der Bundesbank von 2023 besitzen die reichsten zehn Prozent der Haushalte 54 Prozent des Nettovermögens, der Gini-Koeffizient liegt bei 72,4 Prozent. Ein mittlerer Haushalt besitzt 103.200 Euro, der Durchschnitt liegt bei 324.800 Euro. Beim verfügbaren Einkommen liegt der Gini-Koeffizient nach dem Statistischen Bundesamt bei 30,1 Prozent.

Ist Containern in Deutschland erlaubt?

Nein, Containern gilt in Deutschland als Diebstahl, oft zusätzlich als Hausfriedensbruch. Weil weggeworfene Lebensmittel meist geringwertig sind, verfolgen die Behörden solche Fälle nur auf Strafantrag oder bei besonderem öffentlichem Interesse. Staatsanwaltschaften können Verfahren zudem wegen Geringfügigkeit einstellen. Die Bundesregierung plant derzeit keine Gesetzesänderung.

Wie funktioniert Foodsharing?

Bei foodsharing holen registrierte Freiwillige, die Foodsaver, überschüssige Lebensmittel bei kooperierenden Betrieben ab und geben sie kostenlos weiter. Verteilt wird die Ware zum Beispiel über öffentlich zugängliche Regale und Kühlschränke, die sogenannten Fairteiler. Privatleute können übrige Lebensmittel online als Essenskorb anbieten. Die 2012 gegründete Initiative ist heute in Deutschland, Österreich, der Schweiz und weiteren europäischen Ländern aktiv.

Quellen

Bundeszentrale für politische Bildung | Unterschiedliche Bewertungsmaßstäbe für eine gerechte Einkommensverteilung (Sozialbericht 2024) | https://www.bpb.de/kurz-knapp/zahlen-und-fakten/sozialbericht-2024/553265/unterschiedliche-bewertungsmassstaebe-fuer-eine-gerechte-einkommensverteilung/ | besucht am 30.09.2026

Bundeszentrale für politische Bildung | Dimensionen sozialer Gerechtigkeit | https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/31602/dimensionen-sozialer-gerechtigkeit/ | besucht am 30.09.2026

Bundeszentrale für politische Bildung | Gerechtigkeit: historische und theoretische Zugänge | https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/izpb/sozialpolitik-327/214330/gerechtigkeit-historische-und-theoretische-zugaenge/ | besucht am 30.09.2026

Stanford Encyclopedia of Philosophy | Distributive Justice | https://plato.stanford.edu/entries/justice-distributive/ | besucht am 30.09.2026

Stanford Encyclopedia of Philosophy | John Rawls | https://plato.stanford.edu/entries/rawls/ | besucht am 30.09.2026

Stanford Encyclopedia of Philosophy | Aristotle’s Political Theory | https://plato.stanford.edu/entries/aristotle-politics/ | besucht am 30.09.2026

WDR Westdeutscher Rundfunk | Repräsentative ARD-Umfrage: Jeweils Mehrheit für Rückkehr der Vermögenssteuer und höhere Erbschaftssteuer | https://www.presseportal.de/pm/7899/6262746 | besucht am 30.09.2026

Statistisches Bundesamt | 16,1 % der Bevölkerung in Deutschland sind armutsgefährdet | https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/02/PD26_039_63.html | besucht am 30.09.2026

Statistisches Bundesamt | Einkommensungleichheit | https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Einkommen-Konsum-Lebensbedingungen/Lebensbedingungen-Armutsgefaehrdung/Tabellen/einkommen-ungleichheit-zvgl.html | besucht am 30.09.2026

Deutsche Bundesbank | Vermögen und Finanzen privater Haushalte in Deutschland: Ergebnisse der Vermögensbefragung 2023 | https://publikationen.bundesbank.de/publikationen-de/berichte-studien/monatsberichte/vermoegen-und-finanzen-privater-haushalte-in-deutschland-ergebnisse-der-vermoegensbefragung-2023–954598 | besucht am 30.09.2026

Vereinte Nationen, Hochkommissariat für Menschenrechte | Allgemeine Erklärung der Menschenrechte | https://www.ohchr.org/sites/default/files/UDHR/Documents/UDHR_Translations/ger.pdf | besucht am 30.09.2026

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FAO | Technical Platform on the Measurement and Reduction of Food Loss and Waste: Videos | https://www.fao.org/platform-food-loss-waste/resources/multimedia/video/en | besucht am 30.09.2026

Welternährungsprogramm WFP | Who we are | https://www.wfp.org/who-we-are | besucht am 30.09.2026

FAO, WFP und Global Network Against Food Crises | 2026 Global Report on Food Crises | https://doi.org/10.4060/cd9424en | besucht am 30.09.2026

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Internationaler Währungsfonds | World Economic Outlook Database April 2026: Bruttoinlandsprodukt Welt | https://api.imf.org/external/sdmx/2.1/data/IMF.RES,WEO/G001.NGDPD.A?startPeriod=2023&endPeriod=2026 | besucht am 30.09.2026

Vereinte Nationen, UN DESA | World Population Prospects 2024: Summary of Results | https://population.un.org/wpp/assets/Files/WPP2024_Summary-of-Results.pdf | besucht am 30.09.2026

UN-Umweltprogramm UNEP | Food Waste Index Report 2024 | https://wedocs.unep.org/bitstream/handle/20.500.11822/45230/food_waste_index_report_2024.pdf | besucht am 30.09.2026

UNEP, Stop Food Loss and Waste | Facts | https://www.stopfoodlosswaste.org/about/facts | besucht am 30.09.2026

FAO | 12.3.1 Global food losses (SDG Indicators Data Portal) | https://www.fao.org/sustainable-development-goals-data-portal/data/indicators/1231-global-food-losses/en | besucht am 30.09.2026

Ceres2030 (Cornell University, IFPRI, IISD) | Ceres2030: Sustainable Solutions to End Hunger, Summary Report | https://ceres2030.iisd.org/wp-content/uploads/2021/03/ceres2030_en-summary-report.pdf | besucht am 30.09.2026

Umweltbundesamt | Lebensmittelabfälle | https://www.umweltbundesamt.de/themen/abfall-ressourcen/abfallwirtschaft/abfallvermeidung/lebensmittelabfaelle | besucht am 30.09.2026

Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft | Nationale Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung | https://www.bmleh.de/SharedDocs/Downloads/DE/_Ernaehrung/Lebensmittelverschwendung/Nationale_Strategie_Lebensmittelverschwendung_2019.pdf?__blob=publicationFile&v=3 | besucht am 30.09.2026

Bundesrechnungshof | Maßnahmen zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung | https://www.bundesrechnungshof.de/fileadmin/import/SharedDocs/Downloads/DE/Berichte/2025/lebensmittelverschwendung-volltext-lebensmittelverschwendung-volltext.pdf | besucht am 30.09.2026

Amt für Veröffentlichungen der EU | Richtlinie (EU) 2025/1892 zur Änderung der Richtlinie 2008/98/EG über Abfälle | https://publications.europa.eu/resource/cellar/86745ca1-9a71-11f0-97c8-01aa75ed71a1.0004.03/DOC_1 | besucht am 30.09.2026

Légifrance | LOI n° 2016-138 du 11 février 2016 relative à la lutte contre le gaspillage alimentaire | https://www.legifrance.gouv.fr/jorf/id/JORFTEXT000032036289 | besucht am 30.09.2026

Légifrance | Code de l’environnement, Article L541-15-6 | https://www.legifrance.gouv.fr/codes/article_lc/LEGIARTI000041598864 | besucht am 30.09.2026

Assemblée nationale | Rapport d’information n° 2025 zur Evaluierung des Gesetzes gegen Lebensmittelverschwendung | https://www.assemblee-nationale.fr/15/pdf/rap-info/i2025.pdf | besucht am 30.09.2026

Boletín Oficial del Estado | Ley 1/2025, de 1 de abril, de prevención de las pérdidas y el desperdicio alimentario | https://www.boe.es/buscar/act.php?id=BOE-A-2025-6597 | besucht am 30.09.2026

Normattiva | Legge 19 agosto 2016, n. 166 | https://www.normattiva.it/uri-res/N2Ls?urn:nir:stato:legge:2016-08-19;166 | besucht am 30.09.2026

Thünen-Institut | Ergebnisbericht Pakt gegen Lebensmittelverschwendung 2024 (Thünen Working Paper 276) | https://www.bmleh.de/SharedDocs/Downloads/DE/_Ernaehrung/Lebensmittelverschwendung/ergebnisbericht-pakt-gegen-lmv-2024.pdf?__blob=publicationFile&v=4 | besucht am 30.09.2026

Bundesumweltministerium | Referentenentwurf eines Gesetzes zur Änderung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes | https://www.bundesumweltministerium.de/fileadmin/Daten_BMU/Download_PDF/Glaeserne_Gesetze/21._LP/krwg/refe_krwg_bf.pdf | besucht am 30.09.2026

Tafel Deutschland | Tafel-Tag 2026: Tafel Deutschland ruft zum Teilen und Zusammenhalten auf | https://www.tafel.de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilungen-2026/tafel-tag-2026 | besucht am 30.09.2026

Tafel Deutschland | Zahlen & Fakten | https://www.tafel.de/presse/zahlen-fakten | besucht am 30.09.2026

foodsharing | Statistik | https://foodsharing.de/statistik | besucht am 30.09.2026

Too Good To Go | Pressemitteilung vom 6. August 2026 | https://www.presseportal.de/pm/137942/6328653 | besucht am 30.09.2026

Bundesverfassungsgericht | Pressemitteilung Nr. 75/2020 zum Containern | https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2020/bvg20-075.html | besucht am 30.09.2026

Bundesministerium der Justiz | Buschmann und Özdemir werben für Änderungen bei den Richtlinien zum Verfahrensrecht beim Containern | https://www.bmjv.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2023/0110_Containern.html | besucht am 30.09.2026

Hessisches Ministerium der Justiz | Ausschuss lehnt Länderregelung zum strafrechtlichen Umgang mit dem sog. „Containern“ ab | https://justizministerium.hessen.de/presse/ausschuss-lehnt-laenderregelung-zum-strafrechtlichen-umgang-mit-dem-sog-containern-ab | besucht am 30.09.2026

Deutscher Bundestag | Drucksache 21/678: Antwort der Bundesregierung zur Lebensmittelverschwendung | https://dserver.bundestag.de/btd/21/006/2100678.pdf | besucht am 30.09.2026

Deutscher Bundestag | Drucksache 21/7311: Antwort der Bundesregierung | https://dserver.bundestag.de/btd/21/073/2107311.pdf | besucht am 30.09.2026

Verbraucherzentrale | Containern von Lebensmitteln: Was das ist und warum es verboten ist | https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/auswaehlen-zubereiten-aufbewahren/containern-von-lebensmitteln-was-das-ist-und-warum-es-verboten-ist-85065 | besucht am 30.09.2026

Bundesministerium der Justiz | § 248a StGB: Diebstahl und Unterschlagung geringwertiger Sachen | https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__248a.html | besucht am 30.09.2026

Opetushallitus und finnisches Außenministerium | School Meals for All: Finland | https://www.oph.fi/sites/default/files/documents/um_casestudyfinland_schoolfeeding_june2019_netti.pdf | besucht am 30.09.2026

Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie Berlin | Ernährung | https://www.berlin.de/sen/bildung/unterstuetzung/praevention-in-der-schule/gesundheit/ernaehrung/ | besucht am 30.09.2026

Vernetzungsstelle Kita- und Schulverpflegung Berlin | Schulstart: Informationen zum Schulmittagessen | https://www.vernetzungsstelle-berlin.de/aktuelles-artikel/schulstart-informationen-zum-schulmittagessen/22/7/2026 | besucht am 30.09.2026

Deutscher Bundestag | Bürgerrat „Ernährung im Wandel“ überreicht sein Bürgergutachten | https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2024/kw08-buergerrat-buergergutachten-989750 | besucht am 30.09.2026

Deutscher Bundestag | Handlungsempfehlungen des Bürgerrates Ernährung | https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2025/kw45-de-buergerrat-ernaehrung-1116786 | besucht am 30.09.2026

Welternährungsprogramm WFP | State of School Feeding Worldwide 2024 | https://docs.wfp.org/api/documents/WFP-0000168637/download/ | besucht am 30.09.2026

Welternährungsprogramm WFP | WFP report finds 80 million more children now supported by national school meal programmes worldwide | https://www.wfp.org/news/wfp-report-finds-80-million-more-children-now-supported-national-school-meal-programmes | besucht am 30.09.2026

Banerjee, Faye, Krueger, Niehaus und Suri | Universal Basic Income: Short-Term Results from a Long-Term Experiment in Kenya | https://econweb.ucsd.edu/~pniehaus/papers/UBI_main_paper.pdf | besucht am 30.09.2026

National Bureau of Economic Research | Can Cash Transfers Save Lives? Evidence from a Large-Scale Experiment in Kenya (Working Paper 34152) | https://www.nber.org/papers/w34152 | besucht am 30.09.2026

National Bureau of Economic Research | Unconditional Cash Transfers: A Bayesian Meta-Analysis of Randomized Evaluations in Low and Middle Income Countries (Working Paper 32779) | https://www.nber.org/papers/w32779 | besucht am 30.09.2026

Ministério do Desenvolvimento e Assistência Social | Bolsa Família: pagamentos de setembro começam nesta quinta-feira (17.09) | https://www.gov.br/mds/pt-br/noticias/bolsa-familia-pagamentos-de-setembro-comecam-nesta-quinta-feira-17-09 | besucht am 30.09.2026

The Lancet Public Health | Cavalcanti u. a.: Wirkungen von Bolsa Família auf Sterblichkeit und Krankenhausaufenthalte 2000 bis 2019 | https://doi.org/10.1016/S2468-2667(25)00091-X | besucht am 30.09.2026

Ministério do Desenvolvimento e Assistência Social | Relatório da ONU confirma que Brasil permanece fora do Mapa da Fome e aponta melhora em indicadores | https://www.gov.br/mds/pt-br/noticias/relatorio-da-onu-confirma-que-brasil-permanece-fora-do-mapa-da-fome-e-aponta-melhora-em-indicadores | besucht am 30.09.2026

Vereinte Nationen, ONU News | Fome diminui no mundo, mas sobe na África e na Ásia Ocidental | https://news.un.org/pt/story/2025/07/1850571 | besucht am 30.09.2026

Internationale Arbeitsorganisation ILO | World Social Protection Report 2024–26: Executive Summary | https://www.ilo.org/sites/default/files/2024-09/SOCPRO_WSPR_2024_Executive_Summary_EN_Web.pdf | besucht am 30.09.2026

Internationale Arbeitsorganisation ILO | Social Protection Floors Recommendation, 2012 (No. 202) | https://www.ilo.org/publications/social-protection-floors-recommendation-2012-no-202 | besucht am 30.09.2026

Globale Allianz gegen Hunger und Armut | 2030 Sprints | https://globalallianceagainsthungerandpoverty.org/2030-sprints/ | besucht am 30.09.2026

Globale Allianz gegen Hunger und Armut | World Leaders Launch the Global Alliance Against Hunger and Poverty | https://globalallianceagainsthungerandpoverty.org/new/world-leaders-launch-the-global-alliance-against-hunger-and-poverty-2/ | besucht am 30.09.2026

FAO | Small family farmers produce a third of the world’s food | https://www.fao.org/newsroom/detail/Small-family-farmers-produce-a-third-of-the-world-s-food/en | besucht am 30.09.2026

Vereinte Nationen | Security Council Resolution 2417 (2018), Pressemitteilung SC/13354 | https://press.un.org/en/2018/sc13354.doc.htm | besucht am 30.09.2026

Zentrum für Entwicklungsforschung und FAO | Investment costs and policy action opportunities for reaching a world without hunger (SDG2) | https://doi.org/10.4060/cb1497en | besucht am 30.09.2026

FAO, IFAD, UNICEF, WFP und WHO | The State of Food Security and Nutrition in the World 2024 | https://doi.org/10.4060/cd1254en | besucht am 30.09.2026

Welternährungsprogramm WFP | WFP’s plan to support 42 million people on the brink of famine | https://www.wfp.org/stories/wfps-plan-support-42-million-people-brink-famine | besucht am 30.09.2026

Welternährungsprogramm WFP | Pressemitteilung vom 18. November 2025 zum Global Outlook 2026 | https://www.wfp.org/news/wfp-prioritize-feeding-110-million-hungriest-2026-global-hunger-deepens-amidst-uncertain | besucht am 30.09.2026

SIPRI | Trends in World Military Expenditure, 2025 | https://www.sipri.org/sites/default/files/2026-04/2604_milex_2025.pdf | besucht am 30.09.2026

OECD | International aid fell sharply in 2025, says OECD | https://www.oecd.org/en/about/news/press-releases/2026/04/international-aid-fell-sharply-in-2025-says-oecd.html | besucht am 30.09.2026

Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung | OECD-Bilanz: Deutschland verfehlt 2025 erneut UN-Finanzierungsziel für Entwicklungszusammenarbeit | https://www.bmz.de/de/aktuelles/aktuelle-meldungen/oecd-bilanz-2025-298358 | besucht am 30.09.2026

Deutscher Bundestag, Wissenschaftliche Dienste | WD 2-156/18 zum 0,7-Prozent-Ziel | https://www.bundestag.de/resource/blob/586190/d74f0b6a5fc2bdf524849fd63b4c0aca/wd-2-156-18-pdf-data.pdf | besucht am 30.09.2026

Gabriel Zucman | A blueprint for a coordinated minimum effective taxation standard for ultra-high-net-worth individuals | https://gabriel-zucman.eu/files/report-g20.pdf | besucht am 30.09.2026

G20 Research Group, University of Toronto | G20 Rio de Janeiro Leaders’ Declaration | https://www.g20.utoronto.ca/2024/241118-declaration.html | besucht am 30.09.2026

Assemblée nationale | Impôt plancher de 2 % sur le patrimoine des ultra riches (Dossier législatif) | https://www.assemblee-nationale.fr/dyn/17/dossiers/impot_plancher_2_pour_cent_patrimoine_ultra_riches | besucht am 30.09.2026

Assemblée nationale | Analyse du scrutin n° 3300 | https://www.assemblee-nationale.fr/dyn/17/scrutins/3300 | besucht am 30.09.2026

Vereinte Nationen, UN DESA | Intergovernmental Negotiations for UN Framework Convention on International Tax Cooperation | https://financing.desa.un.org/unfcitc | besucht am 30.09.2026

OECD | Economic Impact Assessment of the Global Minimum Tax, 2026 Update | https://www.oecd.org/content/dam/oecd/en/events/2026/07/economic-impact-assessment-2026/eia-2026-update-webinar-presentation-en.pdf | besucht am 30.09.2026

OECD | Summary of the Economic Impact Assessment of the Global Minimum Tax (Januar 2024) | https://www.oecd.org/content/dam/oecd/en/topics/policy-issues/cross-border-and-international-tax/summary-economic-impact-assessment-global-minimum-tax-january-2024.pdf | besucht am 30.09.2026

OECD | International community agrees way forward on global minimum tax package | https://www.oecd.org/en/about/news/press-releases/2025/12/international-community-agrees-way-forward-on-global-minimum-tax-package.html | besucht am 30.09.2026

Internationaler Währungsfonds | Underpriced and Overused: Fossil Fuel Subsidies Data 2025 Update | https://www.elibrary.imf.org/view/journals/001/2025/270/article-A001-en.xml | besucht am 30.09.2026

DIW Berlin | Wochenbericht 15/2025: Pilotprojekt Grundeinkommen | https://doi.org/10.18723/diw_wb:2025-15-1 | besucht am 30.09.2026

Mein Grundeinkommen e. V. | Pilotprojekt Grundeinkommen: Die Studienergebnisse | https://www.pilotprojekt-grundeinkommen.de/ | besucht am 30.09.2026

Bohmann, Fiedler, Kasy, Schupp und Schwerter | Working Paper 2026 zur psychischen Gesundheit im Pilotprojekt Grundeinkommen | https://maxkasy.github.io/home/files/papers/cash_mentalhealth_agency.pdf | besucht am 30.09.2026

swissinfo.ch | Rich Norwegians flee to low-tax Switzerland as wealth levy bites | https://www.swissinfo.ch/eng/business/rich-norwegians-flee-to-low-tax-switzerland-as-wealth-levy-bites/48140438 | besucht am 30.09.2026

Bundesfinanzministerium | Fragen und Antworten zur umsatzsteuerrechtlichen Behandlung von Sachspenden | https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/FAQ/FAQ-ust-sachspenden.html | besucht am 30.09.2026

Bundesministerium für Finanzen Österreich | Brunner: Lebensmittelspenden schon ab August steuerbefreit | https://www.bmf.gv.at/presse/pressemeldungen/2024/juli/lebensmittelspende-steuerbefreit.html | besucht am 30.09.2026

CDU, CSU und SPD | Koalitionsvertrag 2025 | https://www.koalitionsvertrag2025.de/sites/www.koalitionsvertrag2025.de/files/koav_2025.pdf | besucht am 30.09.2026

Rat der Europäischen Union | Ratsdokument 16512/24 zur Umverteilung von Lebensmitteln | https://data.consilium.europa.eu/doc/document/ST-16512-2024-INIT/en/pdf | besucht am 30.09.2026

Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat | Lebensmittel spenden | https://www.bmleh.de/SharedDocs/Downloads/DE/Broschueren/lebensmittel-spenden.pdf?__blob=publicationFile&v=3 | besucht am 30.09.2026

Amtsblatt der Europäischen Union | Richtlinie (EU) 2026/470 (Omnibus I) | http://data.europa.eu/eli/dir/2026/470/oj | besucht am 30.09.2026

Amtsblatt der Europäischen Union | Richtlinie (EU) 2024/1760 über die Sorgfaltspflichten von Unternehmen im Hinblick auf Nachhaltigkeit | http://data.europa.eu/eli/dir/2024/1760/oj | besucht am 30.09.2026

Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle | Lieferketten: Überblick | https://www.bafa.de/DE/Lieferketten/Ueberblick/ueberblick_node.html | besucht am 30.09.2026

UNICEF, Daten der UN-Arbeitsgruppe Kindersterblichkeit | Todesfälle von Kindern unter fünf Jahren weltweit 1990 bis 2024 | https://sdmx.data.unicef.org/ws/public/sdmxapi/rest/data/UNICEF,CME,1.0/WORLD.CME_TMY0T4._T?format=csv&startPeriod=1990&endPeriod=2024 | besucht am 30.09.2026

Weltgesundheitsorganisation WHO | Progress in reducing child deaths slows as 4.9 million children die before age five | https://www.who.int/news/item/18-03-2026-progress-in-reducing-child-deaths-slows-as-4.9-million-children-die-before-age-five | besucht am 30.09.2026

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