Eine Kochgemeinschaft im Mehrfamilienhaus fängt meist mit einem Zettel neben den Briefkästen an. Rund 23,6 Millionen Wohnungen in Deutschland liegen in solchen Häusern; im Schnitt teilen sich 6,7 Wohnungen ein Dach, jede mit eigenem Herd. Bis aus sieben Herden eine gemeinsame Tafel wird, vergehen mit Probephase rund zwölf Wochen.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenHinter den Wohnungstüren läuft abends vielerorts dasselbe Programm: einkaufen, schnippeln, kochen und spülen, oft für eine einzige Person. Eine Kochgemeinschaft verteilt diese Arbeit auf mehrere Haushalte und holt die Nachbarn an einen Tisch. Hier lesen Sie, wie Sie eine solche Runde im eigenen Haus aufbauen, welche Modelle sich bewährt haben und wo Mietrecht sowie Hygiene Grenzen setzen.
Das Wichtigste in Kürze
- Rund 23,6 Millionen Wohnungen liegen in Mehrfamilienhäusern, im Schnitt 6,7 pro Gebäude (Statistisches Bundesamt, Ende 2025).
- Vier bis sechs Haushalte sind für eine Rotation die handliche Größe: Jeder kocht an einem Abend und isst an vier Abenden warm.
- Sieben Schritte führen in rund zwölf Wochen vom Aushang zur festen Runde, darin acht Wochen Probephase.
- Privat unter Nachbarn braucht niemand eine Anmeldung; für einen Gemeinschaftsraum zählen bei Mietern Mietvertrag und Hausordnung, bei Eigentümern ein Beschluss nach § 19 WEG.
1 Wie viel Zeit verbringt eine Person in Deutschland im Schnitt täglich mit Kochen und Küchenarbeit? Aufklappen ↓
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2 Wie viele Wohnungen zählt ein Mehrfamilienhaus in Deutschland im Durchschnitt? Aufklappen ↓
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3 In welchem Land liegt Sættedammen, eine der ersten Hausgemeinschaften mit gemeinsamen Abendessen? Aufklappen ↓
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4 Was regelt § 19 des Wohnungseigentumsgesetzes für Eigentümer? Aufklappen ↓
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5 Wie heiß sollten warm gehaltene Speisen laut Bundesinstitut für Risikobewertung mindestens sein? Aufklappen ↓
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Warum kocht im Mehrfamilienhaus jeder Haushalt für sich?

Der Wohnungsbau plant jede Wohnung als abgeschlossene Einheit mit eigener Küche. Mehr als die Hälfte aller Wohnungen in Deutschland, 23,6 Millionen, liegt in Mehrfamilienhäusern mit im Schnitt 6,7 Wohnungen. In gut zwei von fünf Haushalten lebt nur eine Person.
Das Statistische Bundesamt zählte zum Jahresende 2025 insgesamt 44,0 Millionen Wohnungen, davon 43,1 Millionen in Wohngebäuden. Von diesen liegen 54,9 Prozent in 3,5 Millionen Mehrfamilienhäusern mit drei oder mehr Wohnungen. Ein durchschnittliches Haus dieser Art versammelt damit knapp sieben Küchen und ebenso viele Herde unter einem Dach.
Hinter diesen Türen leben immer mehr Menschen allein. Nach dem Mikrozensus 2025 besteht ein Haushalt im Schnitt aus 2,01 Personen, der Einpersonenhaushalt ist mit 42,1 Prozent der häufigste Typ. Seit 2005 stieg die Zahl der Alleinlebenden um 22,3 Prozent; in Großstädten lebt gut jede vierte Person allein.
Gekocht wird in jeder dieser Wohnungen getrennt. Die Zeitverwendungserhebung des Statistischen Bundesamts misst für die Zubereitung von Mahlzeiten samt Küchenarbeit im Schnitt 41 Minuten am Tag, bei Frauen 53 und bei Männern 29 Minuten. Ein Rechenbeispiel: Angenommen, in einem Haus mit sieben Wohnungen kocht in jeder Wohnung eine Person diese 41 Minuten. Dann stünden an einem Abend sieben Menschen gleichzeitig am Herd, zusammen knapp fünf Stunden Küchenarbeit für sieben getrennte Mahlzeiten.
Zur Zeitfrage kommt eine soziale. Nach einer Auswertung der Zeitverwendungserhebung 2022 fühlt sich gut jede vierte allein lebende Person oft einsam (25,8 Prozent), bei Alleinlebenden unter 30 Jahren sogar mehr als jede dritte (35,9 Prozent). Die nächste Gesellschaft sitzt dabei oft nur eine Wand entfernt.
Leben anders denken heißt im Mehrfamilienhaus nicht ausziehen oder neu bauen. Die Infrastruktur für ein gemeinsames Abendessen steht längst: ein Treppenhaus, das alle Wohnungen verbindet, mehrere Küchen auf wenigen Metern und Nachbarn mit demselben Feierabend. Meist fehlt nur die Verabredung.
- Sieben Herde pro Haus: Ein Mehrfamilienhaus zählt im Schnitt 6,7 Wohnungen, gekocht wird in jeder für sich.
- 41 Minuten täglich: So lange dauert die Küchenarbeit pro Person im Schnitt, in allen Wohnungen parallel.
- Einsam trotz Nachbarn: Gut jede vierte allein lebende Person fühlt sich oft einsam, obwohl die nächste Tür wenige Meter entfernt liegt.
Was lehren Wohnprojekte in Dänemark, Schweden und Zürich über gemeinsames Kochen?

In diesen Wohnprojekten funktionieren gemeinsame Abendessen, weil feste Tage und wechselnde Kochteams die Arbeit verteilen, während die Teilnahme freiwillig bleibt. Im dänischen Sættedammen essen die Bewohner seit 1972 an bis zu vier Abenden pro Woche zusammen, im Stockholmer Färdknäppen kochen sechs Teams reihum.
Die Idee hat ein genaues Datum. Am 26. Juni 1968 veröffentlichte der dänische Architekt Jan Gudmand-Høyer in der Zeitung Information einen Aufsatz mit dem Titel „Das fehlende Glied zwischen Utopie und dem veralteten Einfamilienhaus“ (sinngemäß übersetzt). Nach Darstellung des norwegischen Nationalmuseums in Oslo setzten Sættedammen und Skråplanet die Idee als erste Projekte um; international wurde die Wohnform später als Cohousing bekannt.
Sættedammen gilt als erstes Bofællesskab Dänemarks, also als erste Hausgemeinschaft mit eigenen Wohnungen und gemeinsamem Gemeinschaftshaus. Bezogen wurde die Siedlung 1972, heute leben dort rund 70 Menschen in 27 Häusern. Das gemeinsame Essen nennt die Gemeinschaft selbst einen ihrer Grundpfeiler: Um 18 Uhr wird im Gemeinschaftshaus serviert, an bis zu vier Tagen pro Woche.
In Schweden heißen solche Häuser Kollektivhus, das erste entstand 1935 in Stockholm. Der Dachverband Kollektivhus NU beschreibt Gemeinschaftsküche und Speisesaal als Kern jedes Hauses. Im Stockholmer Kollektivhus Färdknäppen, 1993 gebaut, leben rund 54 Menschen zwischen 50 und über 90 Jahren in 43 Mietwohnungen.
Montags bis freitags kocht dort jeweils eines von sechs Kochteams für 30 bis 50 Personen. Jede Person im Haus ist alle sechs Wochen für Kochen und Putzen eingeteilt. Mitessen ist freiwillig. Bezahlt wird über Essensmarken, deren Preis die Lebensmittelkosten deckt.
In Zürich geht die Genossenschaft Kalkbreite einen Schritt weiter. In dem 2014 eröffneten Bau leben rund 250 Menschen; etwa ein Fünftel davon bildet den sogenannten Grosshaushalt mit rund 50 Personen in 20 Wohnungen. Für den Grosshaushalt kochen externe Köchinnen und Köche in einer Gastroküche, der Kalkucina, das gemeinsame Abendessen bleibt ein Angebot.
| Projekt | Seit | Bewohner | Gemeinsames Essen | Küchendienst |
|---|---|---|---|---|
| Sættedammen (Dänemark) | 1972 | rund 70 in 27 Häusern | bis zu 4 Abende pro Woche, 18 Uhr | die Bewohnerschaft selbst |
| Kollektivhus Färdknäppen (Stockholm) | 1993 | rund 54 in 43 Mietwohnungen | montags bis freitags | 6 Kochteams, jede Person alle 6 Wochen |
| Grosshaushalt Kalkbreite (Zürich) | 2014 | rund 50 in 20 Wohnungen | regelmäßig abends, freiwillig | externe Köchinnen und Köche |
Für ein deutsches Mehrfamilienhaus lassen sich zwei Lehren übertragen. Die erste betrifft den Rhythmus: Alle drei Projekte kochen an festen Wochentagen, nicht nach Lust und Laune. Die zweite betrifft die Last: Die Arbeit verteilt sich auf Teams, die nur selten an der Reihe sind. Das Mitessen bleibt dabei ein Angebot, keine Pflicht.
Gemeinsam wohnen ist auch in Deutschland längst kein Studentenmodell mehr, wie der Blick auf Wohngemeinschaften jenseits der Hörsäle zeigt. Die Kochgemeinschaft im Mehrfamilienhaus geht einen kleineren Schritt: Jede Partei behält Wohnung, Küche und Schlüssel; geteilt wird nur der Abend. Genau dieser kleine Schritt macht das Modell alltagstauglich.
- Fester Rhythmus: Sættedammen serviert um 18 Uhr, Färdknäppen kocht montags bis freitags.
- Seltene Dienste: In Färdknäppen ist jede Person nur alle sechs Wochen für Kochen und Putzen eingeteilt.
- Freiwillig essen: In allen drei Projekten bleibt das Mitessen ein Angebot, keine Pflicht.
Wie viele Haushalte braucht eine Kochgemeinschaft im Haus?

Für eine feste Rotation sind vier bis sechs Haushalte die handliche Größe. Bei vier Parteien kocht jede an einem Abend und isst an vier Abenden warm. Kleinere Häuser starten mit einem Tandem, größere teilen sich in Kochteams oder treffen sich einmal im Monat zum Hausabend.
Die Größe bestimmt den Rhythmus. Bei zwei Haushalten bleibt der Tausch überschaubar, bringt aber pro Kochdienst nur einen freien Abend. Ab vier Parteien geht die Rechnung auf: Ein Einsatz am Herd deckt drei weitere Abende ab, an denen andere kochen.
Nach oben setzt die Küche die Grenze. Ein Eintopf für acht Personen passt noch in einen großen Topf auf einem normalen Herd, ein Essen für sechzehn Personen sprengt die meisten Wohnungsküchen. Ab etwa acht Haushalten teilt sich die Runde deshalb besser in Zweierteams, die abwechselnd für alle kochen, oder in zwei Tischrunden an verschiedenen Wochentagen.
Ein Rechenbeispiel macht den Zeitgewinn greifbar. Angenommen, ein Kochabend für vier Haushalte dauert mit Einkauf und Abwasch zwei Stunden. Dann stünde jede Person pro Woche einmal zwei Stunden in der Küche statt an vier Abenden je 41 Minuten, zusammen knapp zweidreiviertel Stunden. Unterm Strich blieben rund 45 Minuten pro Woche übrig.
Wir halten die gesparten Minuten für den kleineren Gewinn. Schwerer wiegen die drei Abende, an denen ein anderer Haushalt einkauft und abschmeckt, während Sie selbst nur den Tisch decken. Für Berufstätige mit langen Tagen verändert gerade diese Entlastung den Alltag.
| Modell | Haushalte | Rhythmus | Aufwand je Haushalt | Passt für |
|---|---|---|---|---|
| Tandem | 2 | 2 Abende pro Woche | 1 Kochabend für 2 Mahlzeiten | Nachbarn auf derselben Etage |
| Vierer-Rotation | 4 | 4 Abende pro Woche | 1 Kochabend für 4 Mahlzeiten | Berufstätige und Alleinlebende |
| Kochteams | 6 bis 10 | 1 Abend pro Woche | alle 3 bis 5 Wochen ein Einsatz zu zweit | große Häuser, Familien |
| Boxentausch | 3 bis 5 | 1 Kochtag je Haushalt | 1 große Menge, in Dosen verteilt | Häuser ohne Gemeinschaftsraum, Schichtdienst |
| Hausabend | ganzes Haus | 1 Abend pro Monat | 1 mitgebrachtes Gericht | Einstieg und Kennenlernen |
Der Boxentausch verdient einen eigenen Blick. Das Modell kommt ohne gemeinsamen Raum und ohne festen Essenstermin aus: Jeder Haushalt kocht an seinem Tag eine größere Menge und übergibt Portionen in Dosen an die anderen Wohnungen. Für Häuser mit Schichtdienst oder sehr unterschiedlichen Arbeitszeiten ist diese Variante oft der einzige Weg, der auf Dauer funktioniert.
Der Hausabend einmal im Monat taugt als Einstieg und als Dauerform für große Häuser. Jede Wohnung bringt ein Gericht mit, niemand muss für alle kochen. Aus dem lockeren Format wächst häufig die feste Rotation, denn der Appetit kommt beim Essen.
Wie gründen Sie die Kochgemeinschaft in sieben Schritten?

Eine Kochgemeinschaft im Mehrfamilienhaus entsteht in sieben Schritten: Aushang, Kennenlernabend, Grundregeln, Liste der Unverträglichkeiten, Kochplan, Probephase und Bilanz. Nach rund zwölf Wochen steht fest, ob die Runde bleibt. Wichtiger als ein perfekter Plan ist ein erster fester Termin.
Schritt 1: Einen Aushang mit Termin ins Treppenhaus hängen
Der erste Zettel setzt den Ton. Ein Aushang am Schwarzen Brett oder neben den Briefkästen nennt einen konkreten Termin und einen Weg, sich zu melden, etwa eine Telefonnummer. Die Frage „Hätte jemand Lust?“ ohne Datum verhallt, der Satz „Suppenabend am Donnerstag um 19 Uhr in Wohnung 3“ bekommt Antworten.
Digitale Kanäle ergänzen den Zettel. Die Plattform nebenan.de beziffert ihre Nutzerzahl auf mehr als vier Millionen in rund 15.000 Nachbarschaften, im eigenen Haus leistet eine Chatgruppe dasselbe. Zwei oder drei Zusagen reichen für den Start, die Runde mit vier Haushalten entsteht oft erst nach dem ersten Abend.
Schritt 2: Zum Kennenlernen einmal gemeinsam essen
Vor jeder Regel steht ein zwangloser Abend, zu dem jede Wohnung eine Schüssel mitbringt. Niemand muss für alle kochen. Nebenbei zeigt sich, welche Essgewohnheiten die Nachbarn mitbringen und ob die Chemie stimmt. Am Ende steht eine einzige Frage im Raum: Welche Haushalte möchten regelmäßig mitmachen?
Schritt 3: Die Grundregeln festlegen
Für den Anfang genügen wenige Absprachen. Die Runde bestimmt den Wochentag, den Rhythmus der Rotation und den Betrag, den eine Portion kosten darf. Alles Weitere regelt die Gruppe erst, sobald ein Problem tatsächlich auftaucht.
Für die Küche selbst hat sich ein einfacher Grundsatz bewährt: Pro Abend kocht genau ein Haushalt, die anderen decken den Tisch oder spülen. Die klare Zuständigkeit erspart Diskussionen über Salz und Garzeit am Herd.
Schritt 4: Eine Liste der Unverträglichkeiten anlegen
Bevor der erste Haushalt einkauft, liegt eine kurze Übersicht vor: vegetarisch, vegan, Nussallergie, Laktoseintoleranz, kein Schweinefleisch. Die Liste hängt in jeder beteiligten Küche oder liegt in der gemeinsamen Chatgruppe. So kocht niemand aus Versehen an einem Gast vorbei.
Schritt 5: Einen Kochplan für acht Wochen schreiben
Der Kochplan zeigt, welcher Haushalt wann kocht. Acht Wochen im Voraus schaffen Verlässlichkeit, ohne die Runde zu lange zu binden. Tauschwünsche klären die Beteiligten untereinander und vermerken den neuen Termin selbst im Plan.
Schritt 6: Acht Wochen Probephase vereinbaren
Eine befristete Probezeit nimmt allen den Druck. Haushalte, die merken, dass der Rhythmus nicht passt, steigen nach acht Wochen ohne Gesichtsverlust aus. Die übrigen gewinnen Zeit, um Portionsgrößen und Umlage zu justieren.
Schritt 7: Nach der Probephase Bilanz ziehen
Am Ende der Probezeit sitzt die Runde noch einmal ohne Kochdienst zusammen. Zwei Fragen genügen: Was hat funktioniert und was hat genervt? Aus den Antworten und den Zusagen für die nächsten Monate entsteht die Dauerregel.
- Termin statt Frage: Ein Aushang mit Datum bekommt mehr Antworten als eine offene Anfrage.
- Unverträglichkeiten zuerst: Die Liste der Allergien liegt vor dem ersten Einkauf vor.
- Probezeit mit Ausstieg: Acht Wochen Test machen den Abschied leicht und den Verbleib verbindlich.
Welche Gerichte eignen sich für die Kochrunde im Haus?

Gut geeignet sind Gerichte, die sich ohne Qualitätsverlust vervielfachen lassen und kurzes Warten vertragen: Eintöpfe, Currys, Aufläufe, Ofengemüse und Suppen. Für die Mengen liefern die Portionsangaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung einen verlässlichen Rahmen.
Die Kochrunde im Haus stellt andere Anforderungen als das Abendessen zu zweit. Das Essen muss in einen großen Topf oder Bräter passen, den Weg über den Flur überstehen und auch zehn Minuten nach dem Anrichten noch schmecken. Gerichte, die im Moment des Servierens fertig sein müssen, etwa Kurzgebratenes oder Risotto, eignen sich deshalb schlecht für die Rotation.
Für die Mengen hilft ein Blick auf die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Eine Portion trockene Nudeln oder trockener Reis entspricht dort 60 Gramm, eine Portion Kartoffeln rund 250 Gramm und eine Portion getrocknete Hülsenfrüchte rund 70 Gramm.
Ein Rechenbeispiel für acht Personen: Mit einer DGE-Portion Linsen pro Kopf bräuchte der Eintopf rund 560 Gramm getrocknete Linsen, Ofenkartoffeln für dieselbe Runde rund zwei Kilogramm Kartoffeln. Genauer rechnet der Portionsplaner der Verbraucherzentrale, den die Initiative Zu gut für die Tonne des Bundeslandwirtschaftsministeriums für das Kochen mit Gästen empfiehlt; das Werkzeug berücksichtigt Personenzahl, Zahl der Gänge und Fleischanteil.
| Gericht | Stärke in der Runde | Allergene im Blick |
|---|---|---|
| Linseneintopf | lässt sich beliebig vervielfachen, verträgt Aufwärmen | Sellerie im Suppengemüse |
| Gemüsecurry mit Reis | vegetarische Basis, Extras separat | Erdnüsse, Sesam |
| Nudelauflauf | eine große Form reicht für acht Personen | Gluten, Milch, Eier |
| Ofenkartoffeln mit Quark | zwei Bleche, wenig Arbeit am Herd | Milch |
| Gemüsesuppe mit Brot | leicht zu transportieren, lange heiß zu halten | Gluten, Sellerie |
Als Faustregel taugt eine vegetarische Basis mit Extras daneben. Der kochende Haushalt bereitet Eintopf oder Curry ohne Fleisch zu und stellt Fleisch, Käse oder Nüsse getrennt dazu. So essen Vegetarier, Allergiker und Fleischesser aus demselben Topf, ohne dass drei Gerichte nötig werden.
Eine gemeinsame Rezeptsammlung in der Chatgruppe oder in einem Ordner spart den kochenden Haushalten die Suche. Nach jedem Abend notiert der Koch Menge, Kosten und Resonanz. Nach einigen Wochen entsteht so ein Kochbuch, das genau zu dieser Runde passt.
- Warten erlaubt: Eintöpfe, Currys und Aufläufe überstehen den Weg über den Flur, Kurzgebratenes nicht.
- 560 Gramm Linsen: So viel verlangt ein Eintopf für acht Personen bei einer DGE-Portion pro Kopf.
- Vegetarische Basis: Fleisch, Käse und Nüsse stehen getrennt daneben, so passt ein Topf für alle.
Wie regeln Sie Geld, Allergien und Absagen ohne Streit?

Geld, Allergien und Absagen regeln Sie am besten, bevor der erste Topf auf dem Herd steht: mit einem festen Budget pro Portion, einem Zutatenkärtchen neben dem Topf und einer Absagefrist bis zum Vorabend. Kritik am Essen äußert die Runde als Wunsch für den nächsten Durchgang.
Beim Geld haben sich drei Modelle bewährt, die sich vor allem im Aufwand der Abrechnung unterscheiden. Für die meisten Runden im Haus reicht das einfachste, solange alle Haushalte gleich oft kochen.
| Modell | So funktioniert das Modell | Vorteil | Haken |
|---|---|---|---|
| Eigener Einkauf | Der kochende Haushalt zahlt seine Zutaten selbst, die Rotation gleicht die Beträge aus. | keine Abrechnung nötig | ungleich, sobald ein Haushalt öfter kocht oder teurer einkauft |
| Fester Betrag pro Portion | Alle zahlen je Mahlzeit einen vereinbarten Betrag, abgerechnet wird einmal im Monat über Kasse oder Ausgaben-App. | fair bei Gästen und wechselnder Teilnahme | monatliche Abrechnung |
| Essensmarken | Vorab gekaufte Marken zum Selbstkostenpreis, wie im Kollektivhus Färdknäppen. | flexibel bei freiwilliger Teilnahme | Kasse und Verwaltung nötig |
Ein Budgetrahmen schützt vor einem stillen Wettrüsten am Herd. Nahrungsmittel kosteten im August 2026 laut Verbraucherpreisindex des Statistischen Bundesamts rund 36 Prozent mehr als im Jahresdurchschnitt 2020. Angenommen, die Runde einigt sich auf vier Euro pro Portion: Dann dürfte ein Abend für acht Personen höchstens 32 Euro kosten. Mit dem Rinderfilet des Vorgängers müsste niemand mithalten.
Wie viel der gemeinsame Topf im Vergleich zu Restaurant und Alleinkochen tatsächlich spart, rechnet unser Beitrag zur Kochgemeinschaft in der Nachbarschaft Posten für Posten vor. Für die Gründung zählt vor allem, dass die Umlage einfach bleibt. Eine Regel, die sich in einem Satz erklären lässt, übersteht auch den ersten Streit.
Bei den Unverträglichkeiten hilft ein Blick ins Lebensmittelrecht. Das Bundeslandwirtschaftsministerium listet 14 Hauptallergene, die Lebensmittelbetriebe nach EU-Recht kennzeichnen müssen: glutenhaltiges Getreide, Krebstiere, Eier, Fische, Erdnüsse, Sojabohnen, Milch, Schalenfrüchte, Sellerie, Senf, Sesamsamen, Schwefeldioxid und Sulfite, Lupinen sowie Weichtiere. Für den privaten Kochkreis gilt diese Pflicht nicht, als Checkliste taugt die Aufzählung trotzdem. Praktisch ist ein kleines Kärtchen neben dem Topf, auf dem der kochende Haushalt die Zutaten notiert; so erkennt eine Nachbarin mit Sellerieallergie auf einen Blick, ob sie zugreifen kann.
Absagen brauchen eine Frist. Als Grenze taugt der Vorabend: Bis dahin melden sich Haushalte ab, die nicht kommen; bei späteren Absagen zahlt der Haushalt seine Portion trotzdem. Fällt der kochende Haushalt aus, tauscht dieser den Termin mit dem nächsten im Plan. Bei plötzlicher Krankheit dient eine Dose Eintopf im Tiefkühler als Notreserve.
Am Herd selbst gilt eine alte Weisheit: Viele Köche verderben den Brei. Die Runde redet dem kochenden Haushalt deshalb weder beim Rezept noch bei der Würze hinein, auch wenn die eigenen Vorlieben anders aussehen. Kritik formuliert die Gruppe als Wunsch für den nächsten Durchgang, nie als Urteil über den Koch des Abends.
- Budget pro Portion: Ein fester Betrag verhindert das Wettrüsten am Herd, bei rund 36 Prozent höheren Lebensmittelpreisen als 2020 umso mehr.
- 14 Hauptallergene: Die Liste aus dem EU-Recht dient privat als Checkliste, nicht als Pflicht.
- Frist am Vorabend: Nach dieser Grenze zahlt der Haushalt seine Portion auch bei Absage.
Das deutsche Mehrfamilienhaus mit seinen sieben Einbauküchen ist die am schlechtesten genutzte Gemeinschaftsküche des Landes. Für den Umbau reichen ein Kochplan und vier Nachbarn mit Hunger.
— Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Was dürfen Mieter und Eigentümer beim gemeinsamen Kochen im Haus?

In der eigenen Wohnung dürfen Mieter wie Eigentümer Nachbarn bewirten, ohne jemanden zu fragen. Für einen Gemeinschaftsraum zählen bei Mietern Mietvertrag und Hausordnung, bei Eigentümern ein Beschluss nach § 19 WEG. Solange der Kreis privat bleibt, gelten die Hygieneregeln für Lebensmittelbetriebe nicht.
Deutschland ist das Mieterland der EU: 52,8 Prozent der Bevölkerung lebten 2025 laut Statistischem Bundesamt zur Miete, der höchste Anteil unter allen Mitgliedstaaten. Für Mieter richtet sich die Nutzung eines Gemeinschaftsraums nach Mietvertrag und Hausordnung.
Die Berliner MieterGemeinschaft warnt: Fehlt eine Regelung im Mietvertrag, droht die Nutzung als bloße Gestattung zu gelten, die der Vermieter jederzeit widerrufen kann. Eine kurze schriftliche Vereinbarung mit der Hausverwaltung über Schlüssel und Reinigung schafft deshalb Sicherheit für alle Beteiligten.
In Eigentümergemeinschaften gehört ein Gemeinschaftsraum in der Regel zum gemeinschaftlichen Eigentum, die einzelne Wohnung zum Sondereigentum. Über die Benutzung des gemeinschaftlichen Eigentums beschließen die Eigentümer nach § 19 Absatz 1 des Wohnungseigentumsgesetzes, soweit keine Vereinbarung besteht. Für den Beschluss genügt nach § 25 die Mehrheit der abgegebenen Stimmen.
Eine Nutzungsregel für die Kochrunde gehört damit auf die Tagesordnung der nächsten Eigentümerversammlung. Über die Hausordnung beschließt die Eigentümergemeinschaft ebenfalls; darin lassen sich Zeiten und Reinigung des Raums festlegen. Das Treppenhaus selbst taugt nicht als Esszimmer, denn der Fluchtweg muss frei bleiben.
| Ort | Mieter | Eigentümer |
|---|---|---|
| Eigene Wohnung | Gäste bewirten gehört zum Wohnen | frei im Sondereigentum |
| Gemeinschaftsraum | nach Mietvertrag und Hausordnung, sonst nur widerrufliche Gestattung | Benutzung per Beschluss nach § 19 WEG, einfache Mehrheit |
| Hof und Garten | nach Mietvertrag, Ruhezeiten der Hausordnung beachten | nach Vereinbarung oder Beschluss, Ruhezeiten beachten |
| Treppenhaus | Fluchtweg, keine dauerhaften Tische | Fluchtweg, keine dauerhaften Tische |
| Offener Mittagstisch für Fremde | Registrierung bei der Lebensmittelüberwachung prüfen | Registrierung bei der Lebensmittelüberwachung prüfen |
Wann wird aus der Runde ein Lebensmittelbetrieb?
Das EU-Lebensmittelrecht nimmt den häuslichen Bereich ausdrücklich aus. Die Basisverordnung (EG) Nr. 178/2002 gilt nicht für die häusliche Verarbeitung von Lebensmitteln zum privaten Verbrauch. Die Hygieneverordnung (EG) Nr. 852/2004 zielt auf Tätigkeiten mit einer gewissen Kontinuität und einem gewissen Organisationsgrad.
Ein Leitfaden der EU-Kommission von 2018 zählt gelegentliche Essensangebote in kleinem Rahmen, etwa beim Kirchen- oder Schulfest, ausdrücklich nicht zu den Lebensmittelunternehmen. Nachbarn nennt das Dokument nicht; nach unserer Einschätzung fällt ein privater Kochkreis im Haus erst recht nicht darunter. Anders liegt der Fall bei einem beworbenen, regelmäßigen Mittagstisch für Fremde gegen Entgelt: Dort klärt vor dem Start ein Anruf bei der örtlichen Lebensmittelüberwachung, ob eine Registrierung nötig ist.
Wie bleibt das Essen auf dem Weg durchs Treppenhaus sicher?
Für den Weg von einer Wohnung zur anderen gelten die Hygieneregeln des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR). Warme Speisen sollten an allen Stellen mindestens 60 Grad haben oder innerhalb weniger Stunden unter 7 Grad abkühlen, größere Mengen dafür in mehreren flachen Schalen. Zwischen 10 und 60 Grad vermehren sich Bakterien, lauwarmes Warmhalten ist deshalb die schlechteste Wahl.
Beim Aufwärmen empfiehlt das BfR mindestens 70 Grad für zwei Minuten an allen Stellen. Reste gegarter Speisen gehören in den Kühlschrank und sollten innerhalb von zwei bis drei Tagen verbraucht werden. Für den Boxentausch folgt daraus eine einfache Regel: Portionen heiß oder gekühlt übergeben, nie stundenlang lauwarm vor der Tür.
- Mieter: Mietvertrag und Hausordnung entscheiden über den Gemeinschaftsraum, eine schriftliche Absprache schützt vor Widerruf.
- Eigentümer: Die Benutzung regelt ein Beschluss nach § 19 WEG, die einfache Mehrheit genügt.
- Hygiene: Heiß über 60 Grad oder gekühlt unter 7 Grad übergeben, beim Aufwärmen 70 Grad für zwei Minuten.
Was können Vermieter und Genossenschaften für die Kochgemeinschaft tun?

Vermieter und Genossenschaften stellen den Raum, den eine Kochgemeinschaft ab etwa sechs Haushalten braucht: einen Gemeinschaftsraum mit Küche, eine klare Nutzungsregel und einen Schlüssel für alle. Genossenschaften wie wagnis in München planen solche Räume bereits beim Bau mit ein.
Das Stockholmer Beispiel zeigt, dass eine Gemeinschaftsküche nicht nur in Genossenschaften funktioniert, sondern auch im Mietshaus einer Wohnungsgesellschaft. Färdknäppen gehört der Wohnungsgesellschaft Familjebostäder, die 43 Wohnungen sind reguläre Mietwohnungen. Zum Haus gehören rund 400 Quadratmeter Gemeinschaftsfläche, Kochteams und Essensmarken organisiert die Bewohnerschaft über einen eigenen Verein.
Laut FORUM Gemeinschaftliches Wohnen gehören Gemeinschaftsküchen zu den typischen Gemeinschaftsflächen solcher Projekte. Das Münchner Genossenschaftsprojekt wagnis2 hat bei 45 Wohnungen einen Gruppenraum von 63 Quadratmetern mit Küche. Im Berliner Spreefeld leben 35 Menschen in zwei Clusterwohnungen, in denen private Zimmer um gemeinsame Küchen und Wohnräume liegen.
Private Vermieter und Hausverwaltungen können kleiner anfangen. Ein ungenutzter Trockenraum oder ein leeres Ladenlokal im Erdgeschoss wird mit Tisch, Stühlen und einer einfachen Küchenzeile zum Treffpunkt. Nach einem Vortrag des Wohnungswirtschaftsverbands GdW darf die Hausordnung auch die Benutzung und Reinigung von Gemeinschaftsräumen konkretisieren.
Nach unserer Einschätzung lohnt der Schritt für Vermieter. Nachbarn, die sich vom Abendessen kennen, klären Streit um Lärm oder Treppenhausputz eher im Gespräch als über die Hausverwaltung. Ein Gemeinschaftsraum hebt eine Wohnung zudem von vielen anderen Angeboten ab.
Fehlt im Haus jeder Raum, helfen Orte in der Nachbarschaft. Über 520 Mehrgenerationenhäuser nehmen am gleichnamigen Bundesprogramm teil; im Mittelpunkt steht jeweils ein Offener Treff, den das Programm als Wohnzimmer für alle beschreibt. Für einen monatlichen Hausabend mit großer Runde kann ein solcher Treff die passende Bühne sein.
- Raum ab sechs Haushalten: Größere Runden brauchen einen Gemeinschaftsraum mit Küche.
- Mietmodell Färdknäppen: Eine Wohnungsgesellschaft stellt die Fläche, die Bewohnerschaft organisiert das Kochen selbst.
- Hausordnung nutzen: Benutzung und Reinigung des Gemeinschaftsraums lassen sich dort festhalten.
Warum macht der gemeinsame Topf aus weniger genug?

Eine Kochgemeinschaft ersetzt mehrere halbvolle Töpfe durch einen vollen und einsame Abendessen durch eine Tischrunde. Weniger Einkäufe und weniger Reste führen zu mehr Gemeinschaft, ohne dass jemand auf gutes Essen verzichten muss.
Die Reste sind der messbare Teil der Rechnung. Nach Daten des Umweltbundesamts landeten 2023 entlang der Lebensmittelkette 10,9 Millionen Tonnen Lebensmittel im Abfall, rund 58 Prozent davon in privaten Haushalten. Eurostat kommt für die Haushalte auf 76 Kilogramm pro Kopf und Jahr. Eine Kochgemeinschaft kauft passende Mengen für die Runde ein und verwertet angebrochene Packungen am selben Abend. Diese Form der Suffizienz fühlt sich nicht nach Verzicht an, weil am Ende mehr auf dem Tisch steht.
Den sozialen Teil hat der Oxforder Anthropologe Robin Dunbar untersucht. In einer 2017 veröffentlichten Studie mit 2.000 befragten Erwachsenen aus Großbritannien fühlten sich Menschen, die häufiger gemeinsam essen, glücklicher und hatten mehr Freunde, auf die sie sich verlassen können. Dunbar weist selbst darauf hin, dass sich aus solchen Korrelationen die Ursache schwer ablesen lässt; seine Auswertung deutet aber auf den Weg vom gemeinsamen Essen zur engeren Bindung.
Der Befund passt zu einer der längsten Studien über das gute Leben. Die Harvard Study of Adult Development begleitet seit 1938 Menschen, anfangs 724, heute rund 2.500 samt Partnerinnen und Nachkommen. Der klarste Befund der Forscher betrifft die Qualität enger Beziehungen, wie unser Beitrag über die Frage zeigt, was Menschen zufrieden macht.
Wir bei Dr. Web halten die Kochgemeinschaft deshalb für eine der unterschätzten Ideen, mit weniger besser zu leben. Ein Mehrfamilienhaus, in dem sieben Haushalte parallel für sich kochen, gleicht einem Bürogebäude, in dem jede Abteilung einen eigenen Kopierer betreibt. Im Büro würde niemand diesen Zustand Freiheit nennen.
Leben anders denken verlangt dabei weder Neubau noch Umzug in ein Wohnprojekt. Ein paar Nachbarn beschließen, an einem festen Abend zusammen zu essen. Für den Anfang genügen ein Zettel im Treppenhaus und ein Topf, der etwas größer ist als sonst.
- 76 Kilogramm: So viele Lebensmittel landen pro Kopf und Jahr aus Haushalten im Abfall, eine gemeinsame Küche verwertet Reste am selben Abend.
- Mehr Freunde am Tisch: Menschen, die häufiger gemeinsam essen, fühlen sich laut einer Oxford-Studie glücklicher.
- Kein Umzug nötig: Anders leben beginnt im eigenen Haus mit einem festen Abend.
Glossar: 17 wichtige Fachbegriffe zur Kochgemeinschaft im Mehrfamilienhaus

Bofællesskab
Bofællesskab ist die dänische Bezeichnung für eine Hausgemeinschaft, in der Haushalte eigene Wohnungen haben und ein Gemeinschaftshaus teilen. Als erstes Projekt dieser Art in Dänemark gilt Sættedammen, bezogen 1972. Gemeinsame Abendessen, dänisch fællesspisning, gehören dort zu den Grundpfeilern des Zusammenlebens.
Clusterwohnung
Clusterwohnung heißt eine große Wohnung, in der mehrere private Einheiten um gemeinsam genutzte Küchen- und Wohnräume gruppiert sind. Die Form liegt zwischen Wohngemeinschaft und abgeschlossener Wohnung. Genossenschaften wie Kalkbreite in Zürich und Projekte wie das Berliner Spreefeld nutzen solche Grundrisse.
Cohousing
Cohousing ist der internationale Oberbegriff für Wohnprojekte, die private Wohnungen mit gemeinschaftlich genutzten Räumen wie Küche und Speisesaal verbinden. Das Modell stammt aus Dänemark und Schweden. Gemeinsame Mahlzeiten sind dort häufig der feste Anlass, der die Bewohnerschaft regelmäßig zusammenbringt.
Einpersonenhaushalt
Einpersonenhaushalt heißt in der amtlichen Statistik ein Haushalt, in dem eine Person allein wohnt und wirtschaftet. Mit 42,1 Prozent war dieser Haushaltstyp 2025 der häufigste in Deutschland. Für Kochgemeinschaften bilden Alleinlebende eine wichtige Zielgruppe, weil sich der Aufwand für eine einzelne Portion oft wenig lohnt.
Gemeinschaftliches Eigentum
Gemeinschaftliches Eigentum umfasst in einer Wohnanlage alle Teile, die nicht im Sondereigentum einzelner Eigentümer stehen, etwa Grundstück, Treppenhaus, Dach und Gemeinschaftsräume. Über die Benutzung beschließen die Wohnungseigentümer nach § 19 WEG, soweit keine Vereinbarung besteht. Für einen Kochabend im Gemeinschaftsraum ist dieser Beschluss die Grundlage.
Gemeinschaftsraum
Gemeinschaftsraum nennt man einen Raum in einem Wohngebäude, den mehrere Parteien für Treffen, Feiern oder gemeinsames Kochen nutzen. Bei Mietern richtet sich die Nutzung nach Mietvertrag und Hausordnung. Bei Eigentümern entscheidet eine Vereinbarung oder ein Beschluss der Eigentümergemeinschaft über Zeiten, Schlüssel und Reinigung.
Grosshaushalt
Grosshaushalt heißt in der Zürcher Genossenschaft Kalkbreite der Zusammenschluss von rund 50 Bewohnerinnen und Bewohnern aus 20 Wohnungen, die gemeinsam essen. Externe Köchinnen und Köche bereiten die Mahlzeiten in einer Gastroküche zu, die Teilnahme bleibt freiwillig. Das Modell zeigt, wie weit sich gemeinsames Kochen professionalisieren lässt.
Hauptallergene
Hauptallergene sind die 14 Stoffe und Erzeugnisse, die nach Anhang II der EU-Lebensmittelinformationsverordnung Allergien oder Unverträglichkeiten auslösen können und von Lebensmittelbetrieben gekennzeichnet werden müssen. Zu den Hauptallergenen zählen unter anderem Erdnüsse, Milch, Sellerie und glutenhaltiges Getreide. Private Kochgemeinschaften nutzen die Liste als freiwillige Checkliste.
Hausordnung
Hausordnung heißt das Regelwerk für das Zusammenleben in einem Mehrfamilienhaus, etwa zu Ruhezeiten, Reinigung und Nutzung gemeinsamer Räume. In Eigentümergemeinschaften entsteht das Regelwerk per Beschluss nach § 19 WEG, bei Mietwohnungen ist die Hausordnung häufig Bestandteil des Mietvertrags.
Kollektivhus
Kollektivhus ist die schwedische Bezeichnung für ein Wohnhaus mit privaten Wohnungen, gemeinsamer Küche und Speisesaal. Das erste Haus dieser Art entstand 1935 in Stockholm. Im Stockholmer Kollektivhus Färdknäppen kochen sechs Teams reihum an fünf Tagen pro Woche für die Hausgemeinschaft.
Lebensmittelunternehmen
Lebensmittelunternehmen ist nach Artikel 3 der EU-Verordnung 178/2002 jedes Unternehmen, das Lebensmittel produziert, verarbeitet oder vertreibt, gleichgültig ob mit oder ohne Gewinnabsicht. Die häusliche Zubereitung für den privaten Verbrauch nimmt die Verordnung aus. Erst ein regelmäßiges Angebot für Fremde kann eine Registrierung auslösen.
Mehrgenerationenhaus
Mehrgenerationenhaus heißt ein Begegnungsort, an dem sich Menschen aller Altersgruppen im Offenen Treff begegnen und gemeinsam Angebote gestalten. Über 520 Häuser nehmen am gleichnamigen Bundesprogramm teil. Für Nachbarschaften ohne eigenen Gemeinschaftsraum kommt ein solches Haus als Ort für größere Kochabende in Frage.
Rotationsprinzip
Rotationsprinzip bezeichnet in einer Kochgemeinschaft die feste Reihenfolge, in der die beteiligten Haushalte abwechselnd für alle kochen. Bei vier Haushalten mit vier Kochabenden pro Woche steht jeder Haushalt einmal am Herd und isst an drei weiteren Abenden mit. Ein Kochplan hält die Reihenfolge fest.
Sondereigentum
Sondereigentum ist das alleinige Eigentum an einer Wohnung innerhalb einer Eigentümergemeinschaft. Innerhalb dieser Räume entscheiden Eigentümer selbst, wen sie zum Essen einladen. Für gemeinsam genutzte Flächen außerhalb der Wohnung gelten dagegen die Regeln des gemeinschaftlichen Eigentums und die Beschlüsse der Gemeinschaft.
Suffizienz
Suffizienz beschreibt das Prinzip, mit weniger Ressourcen auszukommen, ohne an Lebensqualität zu verlieren. In der Rubrik Genug! steht der Begriff für die Frage, wann weniger mehr ist. Eine Kochgemeinschaft setzt das Prinzip im Alltag um: ein Topf statt vieler, gemeinsame Einkäufe statt einzelner Kleinpackungen.
Wohnungseigentümergemeinschaft
Wohnungseigentümergemeinschaft heißt der Zusammenschluss aller Eigentümer einer Wohnanlage, im Gesetz Gemeinschaft der Wohnungseigentümer genannt. Die Gemeinschaft verwaltet das gemeinschaftliche Eigentum und beschließt in der Eigentümerversammlung mit der Mehrheit der abgegebenen Stimmen, etwa über die Nutzung eines Gemeinschaftsraums.
Wohnungsgenossenschaft
Wohnungsgenossenschaft nennt man ein Unternehmen, das seinen Mitgliedern Wohnraum bereitstellt; die Mitglieder sind zugleich Miteigentümer der Genossenschaft. Genossenschaften wie wagnis in München oder Kalkbreite in Zürich planen Gemeinschaftsräume mit Küche bereits beim Bau ein und schaffen so den Ort für gemeinsames Kochen.
FAQ: Sieben Schritte zur Kochgemeinschaft im Mehrfamilienhaus

Was ist Cohousing und was hat das mit einer Kochgemeinschaft zu tun?
Cohousing bezeichnet Wohnprojekte, in denen Haushalte eigene Wohnungen haben und zusätzlich Küche, Speisesaal oder ein Gemeinschaftshaus teilen. Gemeinsame Mahlzeiten sind dort häufig der feste Treffpunkt, in Dänemark etwa seit dem Projekt Sættedammen aus dem Jahr 1972. Eine Kochgemeinschaft im Mehrfamilienhaus übernimmt dieses Prinzip, ohne dass jemand umziehen muss.
Funktioniert eine Kochgemeinschaft auch ohne Gemeinschaftsraum?
Ja, für kleine Runden reicht die eigene Wohnung. Im Tandem oder in der Vierer-Rotation essen alle beim kochenden Haushalt. Beim Boxentausch kocht jeder Haushalt eine größere Menge und übergibt Portionen in Dosen, heiß über 60 Grad oder gekühlt. Einen gemeinsamen Raum braucht die Runde erst ab etwa sechs bis acht Haushalten.
Wie lange darf gekochtes Essen warm gehalten werden?
Entscheidend ist die Temperatur: Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt, warm gehaltene Speisen an allen Stellen auf mindestens 60 Grad zu halten. Alternativ kühlt das Essen innerhalb weniger Stunden unter 7 Grad ab und wird vor dem Verzehr auf mindestens 70 Grad für zwei Minuten erhitzt. Zwischen 10 und 60 Grad vermehren sich Bakterien.
Eignet sich eine Kochgemeinschaft auch für Senioren?
Ja, gerade für ältere Alleinlebende. Nach dem Mikrozensus 2025 lebt gut jede dritte Person ab 65 Jahren allein, ab 85 Jahren mehr als jede zweite. Das Stockholmer Kollektivhus Färdknäppen richtet sich ausdrücklich an Menschen in der zweiten Lebenshälfte, die Bewohnerschaft ist zwischen 50 und über 90 Jahre alt. Kurze Wege im eigenen Haus erleichtern die Teilnahme.
Was passiert, wenn ein Haushalt die Kochgemeinschaft verlässt?
Die Runde passt den Kochplan an und verteilt die Abende neu oder sucht per Aushang einen weiteren Haushalt. Eine kurze Frist, etwa zwei Wochen vor dem nächsten Kochplan, macht den Ausstieg planbar. Offene Beträge aus der gemeinsamen Kasse rechnet die Gruppe zum Monatsende ab.
Wie finden Sie eine Kochgruppe in Ihrer Nähe?
Der kürzeste Weg führt über das eigene Haus: ein Aushang neben den Briefkästen mit Termin und Kontakt. Ergänzend helfen Nachbarschaftsplattformen wie nebenan.de, das seine Nutzerzahl auf mehr als vier Millionen in rund 15.000 Nachbarschaften beziffert, sowie Mehrgenerationenhäuser mit ihrem Offenen Treff.
Quellen
Statistisches Bundesamt | 44,0 Millionen Wohnungen in Deutschland zum Jahresende 2025 | https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/07/PD26_250_31231.html | besucht am 26.09.2026
Statistisches Bundesamt | 17,3 Millionen Menschen in Deutschland leben allein | https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/06/PD26_N041_12.html | besucht am 26.09.2026
Statistisches Bundesamt | Haushalte nach Haushaltsgröße und Haushaltsmitgliedern nach Bundesländern im Jahr 2025 | https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bevoelkerung/Haushalte-Familien/Tabellen/1-2-privathaushalte-bundeslaender.html | besucht am 26.09.2026
Statistisches Bundesamt | 17 Millionen Menschen in Deutschland leben allein | https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2025/07/PD25_N036_12.html | besucht am 26.09.2026
Statistisches Bundesamt | Produktion von Fertiggerichten binnen fünf Jahren mengenmäßig um 25,6 % gestiegen | https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/01/PD26_N002_42.html | besucht am 26.09.2026
Statistisches Bundesamt | Inflationsrate im August 2026 bei +2,9 % | https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/09/PD26_320_611.html | besucht am 26.09.2026
Statistisches Bundesamt | EU-Vergleich: Deutschland ist Mieterland Nummer 1 | https://www.destatis.de/Europa/DE/Thema/Bevoelkerung-Arbeit-Soziales/Soziales-Lebensbedingungen/Mieteranteil.html | besucht am 26.09.2026
Nasjonalmuseet (Nationalmuseum Oslo) | Bofellesskap | https://www.nasjonalmuseet.no/en/stories/bofellesskap/ | besucht am 26.09.2026
Bofællesskab.dk | Sættedammen | https://bofaellesskab.dk/bofaellesskaber/bofaellesskaber/733-saettedammen | besucht am 26.09.2026
Hillerød Leksikon | Sættedammen | https://hilleroedleksikon.dk/leksikonartikler/saettedammen | besucht am 26.09.2026
Kollektivhuset Färdknäppen | In English | https://fardknappen.se/in-english-2/ | besucht am 26.09.2026
Kollektivhus NU | Historik | https://kollektivhus.se/historik/ | besucht am 26.09.2026
Kollektivhus NU | Vad är ett kollektivhus? | https://kollektivhus.se/vad-ar-ett-kollektivhus/ | besucht am 26.09.2026
Genossenschaft Kalkbreite | Leben | https://www.kalkbreite.net/leben | besucht am 26.09.2026
Bundesamt für Wohnungswesen (BWO) | Kalkbreite / Zürich | https://www.bwo.admin.ch/de/kalkbreite | besucht am 26.09.2026
espazium | Genossenschaft Kalkbreite Zürich | https://www.espazium.ch/de/aktuelles/genossenschaft-kalkbreite-zuerich | besucht am 26.09.2026
FORUM Gemeinschaftliches Wohnen | Was sind gemeinschaftliche Wohnprojekte? | https://win.fgw-ev.de/lernbereich/orientieren/was-sind-gemeinschaftliche-wohnprojekte/ | besucht am 26.09.2026
wagnis eG | wagnis2 | https://www.wagnis.org/projekte/realisierte-projekte/wagnis2.html | besucht am 26.09.2026
Netzwerkagentur GenerationenWohnen | Spreefeld Berlin eG | https://www.netzwerk-generationen.de/gute-beispiele/cluster-wohnungen/spreefeld-berlin-eg | besucht am 26.09.2026
Bundesprogramm Mehrgenerationenhaus | Ein Ort der Begegnung: die Mehrgenerationenhäuser im Bundesprogramm | https://www.mehrgenerationenhaeuser.de/mehrgenerationenhaeuser/was-ist-ein-mehrgenerationenhaus | besucht am 26.09.2026
Bundesministerium der Justiz | Wohnungseigentumsgesetz, § 19 Regelung der Verwaltung und Benutzung durch Beschluss | https://www.gesetze-im-internet.de/woeigg/__19.html | besucht am 26.09.2026
Bundesministerium der Justiz | Wohnungseigentumsgesetz, § 25 Beschlussfassung | https://www.gesetze-im-internet.de/woeigg/__25.html | besucht am 26.09.2026
Berliner MieterGemeinschaft | Nutzung von Nebenräumen und Gemeinschaftsflächen | https://www.bmgev.de/mietrecht/fragen-und-antworten/nutzung-von-nebenraeumen-und-gemeinschaftsflaechen | besucht am 26.09.2026
Deutscher Mieterbund | Vortrag Herlitz (GdW), Weimarer Immobilienrechtstage 2015 | https://mieterbund.de/app/uploads/2025/03/9-Herlitz-Vortrag-Weimar-2015.pdf | besucht am 26.09.2026
Amt für Veröffentlichungen der EU | Verordnung (EG) Nr. 178/2002 | https://publications.europa.eu/resource/celex/32002R0178 | besucht am 26.09.2026
Amt für Veröffentlichungen der EU | Verordnung (EG) Nr. 852/2004 | https://publications.europa.eu/resource/celex/32004R0852 | besucht am 26.09.2026
Europäische Kommission | Guidance document on the implementation of certain provisions of Regulation (EC) No 852/2004 | https://food.ec.europa.eu/system/files/2018-10/biosafety_fh_legis_guidance_reg-2004-852_en.pdf | besucht am 26.09.2026
Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) | Getreide, Getreideprodukte und Kartoffeln | https://www.dge.de/gesunde-ernaehrung/gut-essen-und-trinken/dge-ernaehrungskreis/getreide-getreideprodukte-und-kartoffeln/ | besucht am 26.09.2026
Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) | Hülsenfrüchte und Nüsse | https://www.dge.de/gesunde-ernaehrung/gut-essen-und-trinken/dge-ernaehrungskreis/huelsenfruechte-und-nuesse/ | besucht am 26.09.2026
Zu gut für die Tonne (Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat) | Gut planen | https://www.zugutfuerdietonne.de/tipps-fuer-zu-hause/gut-planen | besucht am 26.09.2026
Bundesinstitut für Risikobewertung | Verbrauchertipps: Schutz vor Lebensmittelinfektionen im Privathaushalt | https://www.bfr.bund.de/cm/350/verbrauchertipps_schutz_vor_lebensmittelinfektionen_im_privathaushalt.pdf | besucht am 26.09.2026
Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat | Allergenkennzeichnung ist Pflicht | https://www.bmleh.de/DE/themen/ernaehrung/lebensmittel-kennzeichnung/pflichtangaben/allergenkennzeichnung.html | besucht am 26.09.2026
Umweltbundesamt | Lebensmittelabfälle | https://www.umweltbundesamt.de/themen/abfall-ressourcen/abfallwirtschaft/abfallvermeidung/lebensmittelabfaelle | besucht am 26.09.2026
Eurostat | Food waste and food waste prevention by NACE Rev. 2 activity (env_wasfw) | https://ec.europa.eu/eurostat/databrowser/view/env_wasfw/default/table | besucht am 26.09.2026
University of Oxford, Oxford Research Archive | Dunbar, R.: Breaking Bread. The Functions of Social Eating | https://ora.ox.ac.uk/objects/uuid:353f2f08-df43-46c4-b802-bfbdfe5bb4eb | besucht am 26.09.2026
Harvard Gazette | Things money can’t buy, like happiness and better health | https://news.harvard.edu/gazette/story/2025/05/things-money-cant-buy-like-happiness-and-better-health/ | besucht am 26.09.2026
nebenan.de | Über uns | https://nebenan.de/ueber-uns | besucht am 26.09.2026