Google macht seine KI zum Betriebssystem. Das erste Premium-Gerät dafür kommt von Dell. Mit dem XPS Googlebook bringt der Hersteller sein Flaggschiff-Notebook erstmals auf Googles neue Googlebook-Plattform, in der Gemini fest in der Systemebene steckt. Der Verkauf läuft seit dem 21. September, der Einstiegspreis liegt bei rund 870 Euro.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Dell bringt mit dem XPS Googlebook das erste Notebook seiner Premium-Reihe auf Googles Gemini-Plattform.
  • Das Betriebssystem verbindet Android und ChromeOS und bindet den KI-Assistenten Gemini direkt in die Systemebene ein.
  • Als Rechenkern dient ein ARM-Chip von Qualcomm, der Einstieg kostet rund 870 Euro (999 US-Dollar).
  • Google fordert damit Microsofts Copilot-PCs und Apples Mac-Reihe im Rennen um den KI-Laptop heraus.

Was steckt hinter dem Googlebook?

Silbernes Laptop-Gehäuse, leuchtender Streifen, Stern-Logo, Text
Googlebook vereint Android-Apps und Chrome-Browser mit Gemini als integriertem Betriebssystem-Kern statt separater Anwendung

Das Googlebook ist kein weiterer Chromebook. Google hat die App-Welt von Android mit dem Browser-Fundament von ChromeOS zu einer Plattform verschmolzen, auf der der Play Store und der vollständige Chrome zusammenlaufen. Der entscheidende Unterschied liegt in der Systemebene: Gemini ist nicht als Programm aufgesetzt, sondern arbeitet als fester Bestandteil des Betriebssystems. Gemini fasst dort Texte zusammen und schlägt beim Wackeln des Mauszeigers passende Aktionen vor.

Für Dell ist der Schritt eine Ansage. Der Konzern stellt seine bekannte XPS-Reihe erstmals auf dieses System und packt sie in ein Aluminiumgehäuse von rund einem Kilogramm mit 13-Zoll-Touchdisplay.[1] Laut Dell hält der Akku bis zu 16 Stunden beim Streaming durch. Damit rückt das Googlebook aus der Billig-Ecke der Schul-Chromebooks in die Preisklasse ernsthafter Arbeitsgeräte. Ob das Googlebook den Sprung in den Mittelstand schafft, ist damit die eigentliche Frage.

Wie greift Google Windows und Mac an?

Bislang teilten sich zwei Lager den Laptop-Markt der Unternehmen, Microsoft mit Windows und Apple mit dem Mac. Beide haben ihre KI nachträglich eingebaut, Microsoft den Copilot und Apple die neue Siri-Assistenz. Google dreht die Reihenfolge um und baut das Betriebssystem von Grund auf um den Assistenten herum.

Technisch setzt das erste Modell auf einen ARM-Prozessor von Qualcomm, wie ihn auch Microsofts Copilot-PCs nutzen. Der Bruch mit der gewohnten x86-Welt ist kein Einzelfall, denn auch Huawei zeigt mit seinem HarmonyOS-Desktop einen PC ohne Windows und ohne Intel. Ob Google mit dem Markennamen XPS gelingt, woran ChromeOS ein Jahrzehnt scheiterte, nämlich der Sprung ins Büro, entscheidet sich am Software-Angebot.

Google verkauft hier nicht bloß einen weiteren Chromebook-Nachfolger, sondern ein Betriebssystem, in dem die KI von Anfang an mitentscheidet. Für Unternehmen wird die Frage, wo dieser Assistent rechnet und speichert, zum eigentlichen Auswahlkriterium.

— Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Der Gemini-Laptop in Zahlen
Was Dells XPS Googlebook bietet und wie Google den PC-Markt angreift, Stand 22. September 2026
ab 870 €
Einstiegspreis des Dell XPS Googlebook, umgerechnet aus 999 US-Dollar (Kurs 0,87, Stand 22. September 2026)
21.09.2026
Verkaufsstart in den USA über Best Buy und die Google Stores, ein Termin für die EU steht noch aus
13 Zoll / ~1 kg
Aluminiumgehäuse mit Touchdisplay, laut Dell bis zu 16 Stunden Akkulaufzeit beim Streaming
ARM statt x86
Als Rechenkern arbeitet ein Snapdragon-Chip von Qualcomm, wie ihn auch Microsofts Copilot-PCs nutzen
3 Lager
Google fordert mit dem Googlebook Microsofts Windows und Apples macOS im Rennen um den KI-Laptop heraus

Was bedeutet der Gemini-Laptop für europäische Nutzer?

Der Reiz des Systems ist zugleich sein Risiko. Ein Assistent, der E-Mails mitliest und selbst bei geschlossenem Deckel Aufgaben erledigt, verarbeitet genau die Daten, die unter die DSGVO fallen. Für Unternehmen zählt deshalb, ob diese Verarbeitung auf dem Gerät bleibt oder in Googles Cloud wandert.

Hinzu kommt die Verfügbarkeit. Google verkauft das Googlebook zunächst in den USA über Best Buy und die eigenen Stores, ein Start in der EU steht noch aus. Das Muster ist bekannt, denn schon Apple Intelligence erreichte China vor Europa. Für lokale KI im Rechner gibt es mit Geräten wie dem Lenovo Yoga Pro 9n bereits Alternativen, die große Modelle ganz ohne Cloud betreiben.

Entscheider klären vor einem Wechsel zuerst, welche Firmendaten der Assistent sehen darf und wo Google diese Daten verarbeitet. Ebenso wichtig bleibt, ob die gewohnte Fachsoftware auf dem ARM-System überhaupt läuft. Erst wenn diese Antworten stimmen, wird aus dem Gerät ein Werkzeug fürs Büro. Bis dahin lohnt der nüchterne Blick auf die Entwicklung der KI-Assistenten und ihre Datenschutzfolgen.

Quelle

[1] Dell Technologies: „Everything You Need to Know About Dell’s XPS Googlebook“

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