Qualcomm nennt erstmals Zahlen zum Snapdragon C, dem Chip für Windows-Notebooks ab rund 261 Euro. Der beworbene Vorsprung von 67 Prozent gegenüber Intels N250 stammt aus einem Rendering-Test im Akkubetrieb. Werte am Netzteil hat Qualcomm nicht veröffentlicht.

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Der Snapdragon C soll Windows-Notebooks ab 300 US-Dollar tragen, umgerechnet rund 261 Euro zum Kurs von 0,87 am 13. August 2026. Qualcomm stellte die Plattform am 28. Mai 2026 vor, die Spezifikationen folgten in dieser Woche. Tom’s Hardware wertete die Messwerte zuerst aus.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Snapdragon C hat acht Kryo-Kerne, ein Kern taktet bis 3,0 GHz, über alle Kerne bleiben dauerhaft 2,0 GHz.
  • Die beworbenen 67 Prozent Vorsprung gegenüber Intels N250 stammen aus dem Mehrkern-Lauf von Cinebench, gemessen im Akkubetrieb.
  • Im Browser-Test Speedometer 3.1 bleiben 39 Prozent Abstand, im Geekbench über mehrere Kerne nur 24 Prozent.
  • Erste Geräte sollen laut Qualcomm von Acer, Asus, HP und Lenovo kommen, ohne Termin und ohne Preisangabe.

Woher kommen die 67 Prozent Vorsprung?

C-Bild Kabeltrommel mit CEE-Stecker, Preisanhänger
Qualcomm Achtkerner übertrifft Intels N250 Vierkerner um 67 Prozent in Cinebench, aber nur um 39 Prozent in Speedometer 3.1 und 24 Prozent in Geekbench

Acht Kerne gegen vier. Qualcomm vergleicht den Achtkerner mit Intels N250, einem Vierkern-Prozessor mit 6 MB Cache und 6 Watt Basisleistung.[2] Der Spitzenwert von 67 Prozent entsteht im Mehrkern-Lauf von Cinebench, also in der Disziplin, die doppelte Kernzahl am stärksten belohnt. Im Browser-Test Speedometer 3.1 schrumpft der Abstand auf 39 Prozent, im Geekbench über mehrere Kerne auf 24 Prozent.

Gemessen wurde nur am Akku. Sämtliche Werte stammen aus dem Batteriebetrieb, Messungen am Netzteil legte Qualcomm nicht vor. Der Unterschied wiegt schwer: Notebooks drosseln die Leistungsgrenze eines x86-Prozessors im Akkubetrieb, an der Steckdose beschleunigt der N250 dagegen bis 3,8 GHz. Ob Intel in dieser Preisklasse am Netzteil mithält, geht aus dem Foliensatz nicht hervor.

Hält der Preis von 261 Euro?

Der Speicherpreis steigt. „Snapdragon C verbindet preisbewusstes Rechnen, Akkulaufzeit für einen ganzen Tag, KI-Fähigkeiten und flüssige Leistung in kühlen, leisen Geräten“, sagte Kedar Kondap, Senior Vice President und General Manager für Compute und Gaming bei Qualcomm Technologies.[1] Dieses Preisziel steht unter Druck, denn DRAM und NAND machten bislang 10 bis 18 Prozent der Notebook-Stückliste aus und überschreiten 2026 nach Rechnung von TrendForce 20 Prozent.[3]

Bei einem Gerät für 261 Euro schlägt jeder Aufschlag auf die 8 GB Arbeitsspeicher unmittelbar durch. TrendForce rechnet für 2026 mit Endpreisen, die um 5 bis 15 Prozent steigen, und senkte die Prognose für die Notebook-Produktion auf ein Minus von 2,4 Prozent. Denselben Druck spüren die Chip-Hersteller längst im Geschäft mit Smartphone-Prozessoren.

Ein Balkendiagramm aus dem Akkubetrieb ersetzt keinen Test an der Steckdose. Für Beschaffer zählt am Ende nur, ob die eigene Fachanwendung unter Emulation läuft.

— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Snapdragon C gegen Intel N250: die Zahlen hinter dem Vorsprung

Alle Prozentwerte hat Qualcomm im Akkubetrieb gemessen, Vergleichsgerät war ein Acer TravelMate mit Intel N250, beide Geräte mit 8 GB Arbeitsspeicher. Preise aus US-Dollar umgerechnet zum Kurs 0,87, Stichtag 13. August 2026.

261 €
Zielpreis für die ersten Notebooks mit Snapdragon C, umgerechnet aus 300 US-Dollar
8 Kerne
Kryo-Kerne im Snapdragon C, einer bis 3,0 GHz, dauerhaft 2,0 GHz über alle Kerne
4 Kerne
Intel N250 als Vergleichschip, 6 MB Cache, 6 Watt Basisleistung, bis 3,8 GHz
über 20 %
Anteil von DRAM und NAND an der Notebook-Stückliste im Jahr 2026 nach Rechnung von TrendForce

Vorsprung des Snapdragon C je Testlauf, gemessen im Akkubetrieb

Cinebench, mehrere Kerne
67 %
Cinebench, ein Kern
50 %
Geekbench, ein Kern
44 %
Speedometer 3.1 im Browser
39 %
Geekbench, mehrere Kerne
24 %

Was bedeutet der Chip für die Beschaffung in Deutschland?

Der Tauschbedarf liegt vor. Microsoft beendete den Support für Windows 10 am 14. Oktober 2025, viele ältere Rechner erfüllen die Hardware-Anforderungen von Windows 11 nicht. Patches kommen seither nur noch über das Programm für erweiterte Sicherheitsupdates. Ein Notebook für 261 Euro trifft damit auf Nachfrage aus dem Bestand.

Zuerst die Fachanwendung prüfen. Der Snapdragon C führt x86-Software nur über die Emulation in Windows aus. Branchensoftware, Treiber für Etikettendrucker, VPN-Clients und Kassenmodule laufen dort nicht zwangsläufig. Jede kritische Anwendung gehört vor einer Flottenbestellung auf ein Testgerät, nicht auf eine Kompatibilitätsliste des Herstellers.

Qualcomm besetzt die Einstiegsklasse nicht zum ersten Mal. Den Snapdragon 7c Gen 2 stellte das Unternehmen im Mai 2021 für dieselbe Geräteklasse vor, der Anteil im Windows-Markt blieb klein. Fordern Sie deshalb ein Vorführgerät an, bevor eine Bestellung über mehrere Dutzend Notebooks herausgeht, und rechnen Sie den Umstieg auf Linux auf vorhandener Hardware als Alternative durch. Den vollständigen Ablauf für den Abschied von Windows 10 beschreibt unser Migrationsleitfaden.

Quellen

[1] Qualcomm: „Introducing Snapdragon C: Designed to Revolutionize Entry-Tier Laptop Experiences“

[2] Intel: „Intel Processor N250 (6M Cache, up to 3.80 GHz) Product Specifications“

[3] TrendForce: „Rising Memory Prices Weigh on Consumer Markets; 2026 Smartphone and Notebook Outlook Revised Downward“

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