Zum Marktstart am 13. August ruft BYD für den Qin MAX ab 12.850 Euro auf. Für 1.540 Euro Aufpreis liefert der Konzern ein Fahrassistenzsystem mit Lidar, das bislang der Oberklasse vorbehalten war. Der Preiskrieg um Chinas Elektroautos verlagert sich damit von der Reichweite auf die Software.

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Der BYD Qin MAX ist seit dem 13. August 2026 in neun Varianten bestellbar, als Plug-in-Hybrid DM-i und als reines Elektroauto. Die Preise reichen von 99.900 bis 143.900 Yuan, umgerechnet rund 12.850 bis 18.500 Euro (Stichtag 13. August 2026, Referenzkurs der EZB). Den eigentlichen Unterschied macht die Technik, die BYD in diese Preisklasse holt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Qin MAX startet bei 12.850 Euro als Plug-in-Hybrid und reicht bis 18.500 Euro für die Elektro-Topversion.
  • Das Lidar-Assistenzsystem „God’s Eye B“ kostet 1.540 Euro Aufpreis und beherrscht Stadt- und Autobahnnavigation samt Einparken.
  • BYD übernimmt in China ein Jahr lang selbst die Haftung für Unfälle im assistierten Fahrbetrieb.
  • Ein Zusatzzoll von rund 17 Prozent hält chinesische Elektroautos in Europa vorerst teuer.

Was steckt im neuen Qin MAX?

Industriekamera mit Eichhörnchen-Figur und Preisschild über 1.540 €, vor weißem Hintergrund
Der Qin MAX nutzt die Blade-Batterie der zweiten Generation für bis zu 630 km Reichweite und lädt in neun Minuten auf 97 Prozent. Der KI-Sprachagent „Didi Xia“ steuert Klima und Navigation

Der Qin MAX ist die größte Limousine der Qin-Reihe und zielt auf junge Käufer.[1] Die Elektroversion fährt mit der zweiten Generation der Blade-Batterie bis zu 630 Kilometer weit und lädt per Flash-Charging in neun Minuten von 10 auf 97 Prozent. An Bord sitzt serienmäßig der KI-Sprachagent „Didi Xia“, der Klima, Navigation und Fahrzeugfunktionen über Alltagssprache steuert. Chinas Elektroanteil hat im Juli erstmals die 60-Prozent-Marke überschritten, und BYD verteidigt dort seine Spitzenstellung mit einem immer dichteren Takt an Modellstarts.

Warum ist das Lidar für 1.540 Euro der eigentliche Bruch?

Ein Lidar-Sensor tastet die Umgebung dreidimensional ab und galt lange als teures Bauteil der Oberklasse. Im Qin MAX steckt ein digitalisierter Lidar des Zulieferers RoboSense, gekoppelt an das Assistenzsystem „God’s Eye B“. Für 1.540 Euro Aufpreis übernimmt das System die Navigation im Stadtverkehr und auf der Autobahn samt automatischem Einparken. Die passenden Fahrchips liefern zunehmend heimische Zulieferer wie Horizon Robotics.

Den Mechanismus treibt BYD seit Anfang 2025, als der Konzern 21 Modelle auf einen Schlag mit Assistenzhardware ausrüstete und die Technik in immer günstigere Segmente drückte. Auch Huawei bindet inzwischen fünf Automarken an sein Fahrassistenz-Ökosystem. Dazu kommt eine ungewöhnliche Haftungszusage: BYD übernimmt in China ein Jahr lang die volle finanzielle Verantwortung für Unfälle, die das Stadt-Assistenzsystem verursacht, obwohl die Technik rechtlich nur Level 2 erreicht. Rund 3,15 Millionen BYD-Fahrzeuge fahren bereits mit solchen Systemen und erzeugen täglich 200 Millionen Kilometer Fahrdaten.

Nicht der Kampfpreis macht den Qin MAX für die deutschen Hersteller gefährlich, sondern die Haftungszusage. Ein Anbieter, der für seine Assistenz geradesteht, verkauft Vertrauen, und genau das fehlt vielen Wettbewerbern noch.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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BYD Qin MAX: die Zahlen zum Marktstart

Preise umgerechnet zum EZB-Referenzkurs vom 13. August 2026 (1 Euro = 7,78 Yuan)

12.850 €
Einstiegspreis
99.900 Yuan für den Plug-in-Hybrid DM-i
18.500 €
Topversion
143.900 Yuan für die Elektroversion mit bis zu 630 km Reichweite
1.540 €
Lidar-Assistenz
Aufpreis für „God’s Eye B“ mit Stadt- und Autobahnnavigation
9 Minuten
Schnellladen
Von 10 auf 97 Prozent mit der zweiten Blade-Batterie
3,15 Mio.
Fahrzeuge mit Assistenz
BYD-Flotte, die täglich 200 Mio. Kilometer Fahrdaten erzeugt
rund 27 %
Zoll in die EU
17 Prozent Ausgleichszoll plus 10 Prozent Basiszoll

Was bedeutet der Qin MAX für Europa?

In Europa kostet ein BYD deutlich mehr als in China. Auf Einfuhren aus China erhebt die EU seit Ende 2024 einen Ausgleichszoll von rund 17 Prozent, der zusammen mit dem Basiszoll von 10 Prozent gut 27 Prozent erreicht.[2] Um diese Zollmauer zu umgehen, baut BYD im ungarischen Szeged ein Werk für zunächst 150.000 Fahrzeuge, das jedoch verspätet anläuft und 2026 nur einige zehntausend Autos fertigt. Ein Modell wie der Qin MAX erreicht Deutschland vorerst nicht. Der Preisdruck kommt trotzdem an, und die Abhängigkeit wächst: Sogar Porsche sichert sich inzwischen CO2-Hilfe beim China-Rivalen XPeng. VW ruft für den neuen ID. Polo rund 25.000 Euro auf, fast das Doppelte des chinesischen Einstiegspreises. Für die Kalkulation eines Leasings zählen heute der Wertverlust und die Ladekosten so stark wie der Anschaffungspreis.

Quellen

[1] 凤凰网 / 网通社: „比亚迪秦 MAX 正式上市,售价9.99万-14.39万元“ (BYD Qin MAX offiziell auf dem Markt, 99.900 bis 143.900 Yuan)

[2] Europäische Kommission / EUR-Lex: Durchführungsverordnung (EU) 2024/2754 über endgültige Ausgleichszölle auf batterieelektrische Fahrzeuge aus China

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