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BingeBrowse richtet sich an alle, die am Freitagabend durch Netflix, Prime Video und Disney+ scrollen, drei Trailer anspielen und am Ende doch die bekannte Serie starten. Früher fiel diese Wahl zwischen den Regalen einer Videothek. Nielsen maß 2023 im Schnitt 10,5 Minuten Suche pro Sitzung, jeder fünfte Zuschauer gab danach ganz auf.

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Netflix, Prime Video und Disney+ kosten jeden Monat Geld, die Entscheidung am Abend nimmt Ihnen trotzdem keiner der Dienste ab. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie die kostenlose 3D-Videothek BingeBrowse funktioniert, was unsere Screenshots aus dem Test zeigen und womit das Projekt der Zwillinge Oliver und Patrick Evans Geld verdient.

Das Wichtigste in Kürze

  • BingeBrowse zeigt die Kataloge von Netflix, Prime Video, Disney+ und vier weiteren Diensten als begehbare 3D-Videothek im Browser. Abgespielt wird beim jeweiligen Dienst, ein Abo dort bleibt nötig.
  • Das Grundangebot kostet nichts. Geld verdienen die Entwickler mit Google-Anzeigen auf den Textseiten, Affiliate-Links und einer Ladenwährung für Themes und größere Läden.
  • Das Versprechen vom Stöbern ohne Algorithmus löst BingeBrowse nur zur Hälfte ein: Bis zu ein Viertel der Regalplätze je Medientyp richtet sich nach Ihren Interessen, das Eingangsregal läuft als A/B-Test.
  • Für Webdesigner zeigt das Projekt, wie räumliche Ordnung große Kataloge überschaubar macht und ein Textindex Screenreader, Suchmaschinen und Geräte ohne WebGL bedient.
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Was wissen Sie über BingeBrowse?
5 Fragen aus dem Artikel. Wählen Sie Ihre Antwort, dann decken Sie die Lösung auf.
1 Unter welchem Namen startete BingeBrowse im Sommer 2026? Aufklappen ↓
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Richtig: A. Der Name spielte auf die Kette Blockbuster an. Nach einem Bericht der Zeitung La Nación verlangten Anwälte von Blockbuster die Aufgabe des Namens, die Entwickler tauften das Projekt in BingeBrowse um.
2 Wie viele Streamingdienste bot BingeBrowse im Test für Deutschland an? Aufklappen ↓
Auflösung aufdecken ↓
Richtig: B. Zur Wahl standen Netflix, Prime Video, Disney+, HBO Max, Paramount+, Apple TV+ und Crunchyroll. Insgesamt listet das Menü 31 Regionen, Österreich fehlt bislang.
3 Wie lange suchten Zuschauer laut Nielsen 2023 im Schnitt pro Sitzung nach etwas Sehenswertem? Aufklappen ↓
Auflösung aufdecken ↓
Richtig: C. Der State-of-Play-Bericht vom August 2023 nennt 10,5 Minuten pro Sitzung. Jeder fünfte Zuschauer brach die Sitzung ab und wandte sich etwas anderem zu.
4 Welcher Anteil der Plätze je Medientyp in den Streaming-Regalen darf Ihre Interessen spiegeln? Aufklappen ↓
Auflösung aufdecken ↓
Richtig: A. Die Empfehlungen speisen sich aus bis zu 60 Titeln, deren Hülle Sie angesehen haben. Außerdem passen sich höchstens zwei Genre-Abschnitte an, frühestens alle zwei Wochen.
5 Womit bezahlen Sie bei BingeBrowse größere Läden wie Large, XL oder XXL? Aufklappen ↓
Auflösung aufdecken ↓
Richtig: B. Edelsteine sind die Ladenwährung von BingeBrowse. Neue Konten erhalten 25 Stück, weitere bringen der Kapselautomat und kostenpflichtige Pakete.

Was ist BingeBrowse und wer steckt dahinter?

Graue Ordner, ein oranger mit Notiz und Figur auf weißem Grund
BingeBrowse: Kostenlose Website der Londoner Zwillingsbrüder Oliver und Patrick Evans zeigt Streamingkataloge als durchsuchbare Videothek im Browser

BingeBrowse ist eine kostenlose Website, die die Kataloge Ihrer Streamingdienste als begehbare Videothek im Browser zeigt. Gebaut haben das Projekt die Zwillingsbrüder Oliver und Patrick Evans, zwei Softwareentwickler aus London, abends und an den Wochenenden.

Vor BingeBrowse haben die Brüder eine virtuelle Nachbildung des Criterion Closet ins Netz gestellt. So heißt der Abstellraum des Filmlabels Criterion, in dem Regisseure und Schauspieler vor der Kamera ihre Lieblingsfilme aus dem Regal ziehen. Die argentinische Zeitung La Nación berichtet, dass sich die Nachbildung rasant im Netz verbreitete und sogar Criterion selbst auf die Zwillinge aufmerksam wurde.

„Ursprünglich reizte uns die Idee, etwas zu bauen, das die physische und die digitale Welt mischt“, sagte Oliver Evans dem US-Portal What’s on Netflix (übersetzt aus dem Englischen).

Das Nachfolgeprojekt hieß zunächst BingeBuster, eine Anspielung auf die Videothekenkette Blockbuster, die 2004 auf dem Höhepunkt 9.094 Filialen zählte. What’s on Netflix stellte die Seite am 31. Juli 2026 vor, damals mit Katalogen für die USA und Großbritannien. Eine Woche später zählte das Filmportal FirstShowing bereits Netflix, Prime Video, HBO Max, Disney+, Apple TV, Tubi und den britischen Dienst ITVX auf.

Mit dem Namen machten die Brüder die Rechnung ohne den Wirt: Anwälte von Blockbuster verlangten nach einem Bericht von La Nación, dass die Seite den Namen aufgibt. Die Zwillinge tauften ihr Projekt in BingeBrowse um. „Einen Brief von Blockbuster zu bekommen, stand 2026 nicht auf unserem Plan“, zitiert die Zeitung die beiden (übersetzt aus dem Spanischen). Das Londoner Stadtmagazin Time Out stellte die Seite am 18. August bereits unter dem neuen Namen vor.

BingeBrowse Startbildschirm mit Leuchtschild „Deine Videothek“ und Auswahl von Netflix, Prime Video und Disney+
Der Eingang von BingeBrowse mit deutscher Oberfläche: Leuchtschild, gewählte Dienste und der Knopf zum Betreten. Screenshot: bingebrowse.net, 11.10.2026

La Nación beziffert die Reichweite auf mehr als 800.000 Besuche im Monat, für ein Feierabendprojekt eine stattliche Zahl.

Inzwischen erscheint BingeBrowse auch als App für iPhone und Android. Der Eintrag bei Google Play weist mehr als 1.000 Downloads aus, neben mehr als 800.000 Website-Besuchen im Monat ein kleiner Wert.

Auch der frühere Google-Entwickler Paul Bakaus greift auf alte Technik zurück und hat seine persönliche Website in eine Retro-Welt aus 4.096 Farben verwandelt, mit Pixelszenen und Minispielen. BingeBrowse baut gleich einen ganzen Laden nach: Time Out beschreibt Schaufenster, eine Rückgabeklappe, ein Regal für fremdsprachige Filme und Abteilungen von Action bis Horror.

Auf den Punkt

BingeBrowse startete im Sommer 2026 als BingeBuster und musste nach Druck von Blockbuster den Namen wechseln. Hinter dem Projekt mit mehr als 800.000 Besuchen im Monat stehen zwei Londoner Softwareentwickler, die BingeBrowse neben ihrem Beruf bauen.

Wie funktioniert die 3D-Videothek im Browser?

Mini-Regal mit Videokassetten und Schild
BingeBrowse baut die Videothek mit WebGL direkt im Browser auf, ohne Installation.

Sie wählen Land und Streamingdienste, betreten den Laden und bewegen sich mit Maus oder Finger durch Gänge, deren Regale nach Genres sortiert sind. Mit einem Klick auf ein Cover nehmen Sie die Hülle in die Hand, ein weiterer Klick öffnet den Film beim zuständigen Dienst.

In unserem Test am 11. Oktober 2026 standen für Deutschland sieben Dienste zur Wahl: Netflix, Prime Video, Disney+, HBO Max, Paramount+, Apple TV+ und Crunchyroll.

Das Ländermenü listet 31 Regionen von den USA bis Hongkong. Deutschland und die Schweiz sind dabei, Österreich fehlt bislang. Die Kataloge folgen dem gewählten Land, ein Film, den Netflix nur in den USA zeigt, erscheint in der deutschen Videothek also nicht. Ohne eigene Wahl leitet BingeBrowse das Land aus den Verbindungsdaten Ihres Browsers ab, nach dem genauen Standort fragt die Seite laut Datenschutzerklärung nicht.

BingeBrowse Dialog „Deine Dienste“ mit sieben Streamingdiensten für Deutschland
Für Deutschland bietet BingeBrowse sieben Dienste an, dazu die Modi „Standard“, „Serien“ und „TV + Filme“. Screenshot: bingebrowse.net, 11.10.2026

Die Oberfläche lässt sich auf Deutsch umstellen, das Leuchtschild über dem Eingang heißt dann „Deine Videothek“. Statt Filmen stellt BingeBrowse auf Wunsch Serien oder beides ins Regal.

Der Quellcode der Seite zeigt: BingeBrowse zeichnet die Regale mit der JavaScript-Bibliothek Three.js über die Grafikschnittstelle WebGL. Ein Programm müssen Sie nicht installieren. Auf unserem Testsystem ohne Grafikkarte dauerte der Aufbau allerdings rund eine Minute, zwischendurch meldete die Seite, der Laden brauche länger als erwartet.

Drinnen hängen Schilder wie „Sci-Fi“ und „Action“ von der Decke, die Cover stehen frontal in den Fächern. Je nach Testgruppe begrüßt Sie am Eingang ein Regal mit Neuheiten oder eines mit der Aufschrift „Beliebt“. Das zweite füllt BingeBrowse mit den Titeln, die an diesem Tag bei Ihren Diensten in Ihrem Land am meisten gefragt sind. Die Charts dafür lädt BingeBrowse einmal täglich aus der Filmdatenbank TMDB.

BingeBrowse 3D-Videothek mit dem Regal „Beliebt“ und Infokarte zu The Dark Knight
Das Eingangsregal „Beliebt“ zeigt die Tagescharts der gewählten Dienste, die Karte nennt Dienste, Regie, Jahr und FSK. Screenshot: bingebrowse.net, 11.10.2026

Das hervorgehobene Cover bekommt eine Karte mit Titel, Regie, Jahr und Altersfreigabe. Kleine Logos zeigen, bei welchen Ihrer Dienste der Film läuft, „The Dark Knight“ etwa bei Prime Video und HBO Max. Ein Knopf zum Nachfüllen tauscht laut Time Out die ausgestellten Filme gegen eine neue Auswahl aus.

Der Blick durch die Gänge erinnert an die Videothek der Neunziger, nur ohne Staub auf den Hüllen und ohne Mahngebühr für zu spät zurückgebrachte Kassetten.

Blick durch einen Gang der BingeBrowse 3D-Videothek mit Filmcovern in Regalen
Ein Gang der Videothek mit Genre-Schildern unter der Decke und Covern in den Regalen. Screenshot: bingebrowse.net, 11.10.2026

Wie groß der Laden ausfällt, entscheiden Sie im Menü: Compact und Classic kosten nichts, die Größen Large, XL, XXL und Mega bringen mehr Regalfläche gegen Bezahlung. Die Suche durchsucht in jeder Ladengröße den vollen Katalog.

Auf den Punkt
  • Auswahl: Für Deutschland stehen sieben Dienste zur Wahl, insgesamt 31 Regionen.
  • Technik: Three.js zeichnet den Laden per WebGL direkt im Browser.
  • Eingang: Je nach Variante stehen dort Neuheiten oder die Tagescharts.

Was verrät eine Filmhülle bei BingeBrowse?

Ein oranger Ordner mit dem Aufkleber
Handlung, Besetzung, Laufzeit und FSK: Die Hülle zeigt, was früher auf der Kassettenrückseite stand.

Neben der Hülle erscheinen Handlung, Regie, Besetzung, Herkunftsland, Genre, Laufzeit, Altersfreigabe und Bewertung. Ein Knopf öffnet den Film beim passenden Dienst, ein Link führt zum Trailer auf YouTube.

Im Test zogen wir „Furiosa: A Mad Max Saga“ aus dem Action-Regal. BingeBrowse zeigte die Handlung auf Deutsch, George Miller als Regisseur und fünf Mitwirkende mit Porträtfoto. Am unteren Rand standen 2024, 2 Stunden 29 Minuten, FSK 16 und 7,4 von 10 Punkten. Der lila Knopf „Auf HBO Max streamen“ führt aus der Videothek hinaus zu dem Dienst, der den Film im Abo anbietet.

BingeBrowse Detailansicht einer Filmhülle mit Handlung, Besetzung und Streaming-Link
Furiosa in der Hand: links Handlung, Besetzung und Genre, rechts der Knopf zu HBO Max, der Trailer und ähnliche Filme. Screenshot: bingebrowse.net, 11.10.2026

Mit dem Knopf „Rückseite“ drehen Sie die Hülle um, wie früher im Laden. Unter „Mehr wie dieser“ schlägt die Seite ähnliche Titel vor, zu Furiosa etwa „Predator: Badlands“ und den Klassiker „Westworld“ von 1973. Mit den Pfeilen links und rechts blättern Sie zum Nachbarn im Regal, ohne dass Sie die Hülle zurückstellen müssen. Genau dieses Weiterblättern fehlt auf den Startseiten der Dienste: Dort führt jeder Klick auf eine Kachel in eine neue Ansicht, und der Rückweg kostet einen weiteren Klick.

Für gezielte Wünsche bietet BingeBrowse eine Suche mit Filtern für 16 Genres und sechs Zeiträume. Auf die Eingabe „Zurück in die Zukunft“ fand die Suche im Test alle drei Teile, jeweils mit den Logos von Prime Video und HBO Max. Einzelne spanischsprachige Berichte behaupten zu Unrecht, die Videothek komme ohne Suchleiste aus.

BingeBrowse Suchfeld mit Genrefiltern und drei Treffern zu Zurück in die Zukunft
Die Suche mit Genrefiltern findet alle drei Teile von „Zurück in die Zukunft“ samt den Logos der Dienste. Screenshot: bingebrowse.net, 11.10.2026

Gefundene Titel landen auf Wunsch in Listen, mit Konto auch geräteübergreifend. Listen aus Letterboxd, IMDb oder Libib importiert BingeBrowse ebenfalls.

Besitzer eigener Filmsammlungen binden ihren Medienserver an, ob Plex, Jellyfin oder Emby. Die eigenen Filme und Serien stehen dann mit Cover in den Regalen, abgespielt wird anschließend in Plex, Jellyfin oder Emby. Die Datenschutzerklärung sichert zu, dass Serveradressen und Zugriffstoken im Browser bleiben und BingeBrowse sich direkt mit Ihrem Server verbindet. Im Juli hatte Oliver Evans die Anbindung von Plex und Jellyfin noch als wichtigstes nächstes Ziel genannt, im Oktober lief die Anbindung samt Emby.

BingeBrowse Dialog zum Verbinden von Plex, Jellyfin und Emby
Eigene Sammlungen aus Plex, Jellyfin und Emby oder Listen aus Letterboxd, IMDb und Libib stellt BingeBrowse ebenfalls ins Regal. Screenshot: bingebrowse.net, 11.10.2026

Für Geräte ohne WebGL und für Screenreader steht unter bingebrowse.net/browse ein Textindex bereit. Die Liste zeigt allerdings nicht die Kataloge Ihrer Dienste, sondern einen festen Bestand im Stil einer Videothek von 2005: 1.195 Filme auf zwölf Seiten, jeder Titel mit eigener Unterseite und Altersangabe.

MerkmalBingeBrowse im Test am 11. Oktober 2026
PreisGrundfunktionen kostenlos, Themes, größere Läden und Werbefreiheit gegen Bezahlung
Dienste in DeutschlandNetflix, Prime Video, Disney+, HBO Max, Paramount+, Apple TV+, Crunchyroll
Regionen31, darunter Deutschland und die Schweiz, Österreich fehlt
Sprachen der OberflächeDeutsch und Englisch
PlattformenBrowser mit WebGL, App für iPhone und Android
Eigene SammlungenPlex, Jellyfin, Emby, Listenimport aus Letterboxd, IMDb und Libib
Kontofreiwillig, Anmeldung mit Apple, Google oder E-Mail-Link
WerbungGoogle-Anzeigen auf Film-, Serien- und Listenseiten, 3D-Laden und Apps werbefrei
DatenquellenTMDB mit Streaming-Daten von JustWatch, Streaming Availability API
BingeBrowse im Überblick. Quellen: eigener Test, Datenschutzerklärung und Nutzungsbedingungen von BingeBrowse.
Auf den Punkt

Die Hülle liefert alle Angaben, die früher auf der Rückseite der Kassette standen, und führt direkt zum Dienst. Suche, Listen und eigene Medienserver ergänzen das Stöbern.

Wie richten Sie BingeBrowse für Ihren Haushalt ein?

Ein Schlüsselbund mit drei Schlüsseln und einem orangefarbenen Anhänger mit der Aufschrift „MITGLIEDSKARTE“ vor hellem Hintergrund
Land, Sprache und Abos genügen: Die Einrichtung von BingeBrowse dauert wenige Minuten, ein Konto ist freiwillig.

Öffnen Sie bingebrowse.net, stellen Sie Land und Sprache ein, markieren Sie Ihre Abos und betreten Sie den Laden. Konto, Listenimport und Medienserver sind freiwillig, für Kinder steht eine Familienansicht bereit.

Die Einrichtung dauert keine fünf Minuten. In dieser Reihenfolge kommen Sie am schnellsten zu einem Laden, der zu Ihrem Haushalt passt:

  1. Land und Sprache wählen: Flagge und Sprachkürzel stehen im Startfenster, für Deutschland „DE“.
  2. Dienste markieren: Über das Plus öffnet sich „Deine Dienste“, ein Häkchen pro Abo genügt.
  3. Bestand festlegen: „Standard“ bestückt den Laden mit Filmen, „Serien“ mit Serien, „TV + Filme“ mit beidem.
  4. Ladengröße prüfen: Compact und Classic reichen für den Anfang und kosten nichts.
  5. Familienansicht einschalten, falls Kinder mitstöbern: Die Ansicht zeigt nur Titel mit Freigabe bis 12 Jahre.
  6. Bei Bedarf Listen importieren oder Plex, Jellyfin oder Emby über „Persönliche Mediathek“ verbinden.

Ein Konto brauchen Sie erst, sobald mehrere Geräte denselben Laden zeigen sollen. Nach der Anmeldung über Apple, Google oder einen E-Mail-Link wandern Listen, Einstellungen und Käufe mit.

BingeBrowse betont selbst: Die Familienansicht filtert nur die Anzeige auf dem jeweiligen Gerät. Eine Kindersicherung mit Sperre ersetzt der Filter nicht, Titel ohne Altersangabe blendet der Filter vorsichtshalber ganz aus. Die Seite richtet sich an Nutzer ab 13 Jahren.

Ein Tipp für Haushalte mit vielen Abos: Markieren Sie zum Stöbern nur die Dienste, die Sie diesen Monat bezahlen. Der Laden zeigt dann nur Titel, die Sie ohne Zusatzkosten sehen können.

Auf den Punkt

Land, Sprache und Abos genügen für den Start, alles Weitere ist freiwillig. Die Familienansicht filtert, sperrt aber nichts.

Warum hilft Stöbern gegen die Qual der Wahl?

Weiße Fernbedienung und Sanduhr mit Anhänger
Nielsen maß 2023 im Schnitt 10,5 Minuten Suche pro Sitzung, bevor Zuschauer etwas starteten.

Die Kataloge wachsen, und die Suche dauert länger: Nielsens Datentochter Gracenote zählte im Juni 2023 in fünf Ländern rund 2,7 Millionen Titel, die Suche dauerte im Schnitt 10,5 Minuten pro Sitzung. Ein Regal zeigt dagegen nur, was ins Blickfeld passt, und sortiert nach einer Logik, die jeder kennt.

Im State-of-Play-Bericht vom August 2023 hat der Marktforscher Nielsen gemessen, wie lange Zuschauer nach etwas Sehenswertem suchen: 10,5 Minuten pro Sitzung. Jeder fünfte brach die Suche ab und wandte sich etwas anderem zu.

Im Juli 2021 standen in den USA, Großbritannien, Kanada, Mexiko und Deutschland zusammen 1,9 Millionen Videotitel zur Auswahl, im Juni 2023 schon 2,7 Millionen.

86,7 Prozent davon liefen bei Streamingdiensten. Zur Wahl standen außerdem fast 40.000 Sender, Dienste und Plattformen.

Mehr Titel, längere Suche
Die Balken zeigen, wie viele Videotitel in fünf Ländern zur Auswahl standen. Die Karten nennen Suchdauer, Abbrüche und Angebot.
Juli 2021
1,9 Mio.
Videotitel in USA, Großbritannien, Kanada, Mexiko und Deutschland
Juni 2023
2,7 Mio.
86,7 Prozent davon bei Streamingdiensten
10,5 Min.
Suche pro Sitzung, bevor Zuschauer etwas starten (2023)
1 von 5
Zuschauern gab die Suche auf und tat etwas anderes
fast 40.000
Sender, Dienste und Plattformen standen 2023 zur Wahl
7
Dienste bietet BingeBrowse für Deutschland zur Auswahl an

Titelzahlen von Gracenote, ausgewertet im State-of-Play-Bericht von Nielsen (August 2023). Die Zahl der Dienste bei BingeBrowse stammt aus unserem Test am 11. Oktober 2026.

Die Startseiten von Netflix, Prime Video und Disney+ antworten auf diese Masse mit demselben Raster aus Kachelreihen, deren Reihenfolge ein Empfehlungssystem festlegt. Warum sich Oberflächen so angleichen, haben wir am Beispiel der SaaS-Produkte im Einheitslook beschrieben: Voreinstellungen aus Komponenten-Bibliotheken, Design-Systemen und KI-Werkzeugen gehen ungeprüft in neue Entwürfe ein.

Netflix hat selbst einen Ausweg probiert: Den Zufallsknopf „Überrasch mich“ aus dem Jahr 2021 strich der Dienst im Januar 2023 wieder, weil ihn zu wenige Mitglieder nutzten. Gegenüber dem Wall Street Journal begründete Netflix den Schritt damit, dass Zuschauer meist mit einem bestimmten Wunsch kommen.

Wir halten die Videothek für die klügere Antwort als den Zufall.

Ein Regal zeigt Dutzende Cover auf einen Blick, und der Nachbar des gesuchten Films steht direkt daneben. Auf dem Weg zum gesuchten Film fällt der Blick zwangsläufig auf andere. Die Evans beschreiben diesen Moment gegenüber La Nación so: „etwas finden, das dir gefällt, schauen, was daneben steht, und einen Film entdecken, von dem du nicht wusstest, dass du ihn sehen willst“. Ein Empfehlungssystem kann solche Zufallsfunde nachbauen, eine feste räumliche Ordnung liefert sie ohne Rechenaufwand.

Zahlen dazu, ob BingeBrowse die Suchzeit tatsächlich verkürzt, haben die Brüder bisher nicht veröffentlicht.

Auf den Punkt

Ein Regal mit Genre-Schild ordnet, was Startseiten aus Kachelreihen nur nach Empfehlung sortieren. Netflix hat seinen Zufallsknopf wieder gestrichen.

Wie viel Algorithmus steckt trotzdem in BingeBrowse?

Ein oranger Hufeisenmagnet mit Aufschrift
Bis zu ein Viertel der Regalplätze je Medientyp richtet BingeBrowse nach Ihren Interessen aus.

In BingeBrowse steckt mehr Algorithmus, als der Werbetext vermuten lässt. Bis zu ein Viertel der Plätze je Medientyp in den Streaming-Regalen kann Ihre Interessen spiegeln, eine Fläche namens „Picked for you“ zeigt Empfehlungen, und bis zu zwei Genre-Abschnitte passen sich langfristig an.

Oliver Evans hat Time Out das Gegenteil versprochen: Stöbern „ohne die ständige unsichtbare Hand des Algorithmus“. Gegenüber La Nación klagten die Brüder über Algorithmen, „die dir nur zeigen, was sie wollen, dass du siehst“.

Für den ersten Besuch stimmt das Versprechen. Ohne Vorgeschichte sortiert BingeBrowse nach Genres und Neuheiten, mit jedem Klick lernt der Laden dazu.

Laut Datenschutzerklärung merkt sich BingeBrowse bis zu 60 Titel, deren Hülle Sie in die Hand genommen haben, samt den Empfehlungen, die TMDB zu diesen Filmen liefert. Aus diesem Speicher speisen sich die Poster unter „Picked for you“ und bis zu ein Viertel der Plätze je Medientyp in den Streaming-Regalen. Ein Klick auf den Streaming-Link zählt mehr als das bloße Ansehen einer Hülle, mehrere Klicks am selben Tag zählen nur einmal. Ältere Interessen verblassen mit der Zeit.

Bei Standardeinstellung dürfen anhaltende Interessen bis zu zwei Genre-Abschnitte umgestalten, höchstens eine Änderung alle zwei Wochen und nur, wenn ein ganzer Abschnitt gefüllt werden kann. Grundlage ist ein Verlauf über 90 Tage. Abschnitte, die Sie selbst anordnen, bleiben unangetastet.

Die Rückgabeklappe lebt als Fragebogen weiter. Beim nächsten Besuch fragt BingeBrowse unter „Returns“ ein- oder zweimal, ob Ihnen der zuletzt gewählte Film gefallen hat, ob er nichts für Sie war oder ob Sie ihn noch nicht gesehen haben. Die Antwort fließt in die Empfehlungen auf diesem Gerät.

Das Eingangsregal „Beliebt“ aus unserem Screenshot läuft als A/B-Test. Besucher ohne gespeicherte Einstellungen bekommen per Zufall entweder die bisherigen Neuheiten oder zwei Regalabschnitte mit den Tagescharts. Mit Ihrer Zustimmung meldet die Seite an Google Analytics, welche Variante Sie gesehen haben und ob Sie innerhalb von drei Minuten einen Streaming-Link gewählt haben.

Vom 30. September bis 4. Oktober 2026 testeten die Entwickler auf Smartphones außerdem, ob die Suche als Lupe oder als Wort besser ankam. Seit dem Ende des Tests zeigt BingeBrowse auf allen Smartphones die Lupe.

BingeBrowse verspricht Stöbern ohne Algorithmus, doch Empfehlungen füllen bis zu 25 Prozent der Streaming-Regale.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Freundlich fällt unsere Einordnung trotzdem aus, weil die Evans selbst beschreiben, was sie an der Videothek vermissen: Gegenüber La Nación schwärmten die Brüder davon, in der Videothek zu sehen, „was die Leute gerade schauen“ und „was die Angestellten empfahlen“. Das Regal „Beliebt“ und die Fläche „Picked for you“ bauen genau diese beiden Dinge nach, mit Daten statt mit einem Mitarbeiter hinter dem Tresen. BingeBrowse verbannt den Algorithmus nicht, die Entwickler geben ihm die Rolle des Videothekars.

Gäste behalten Verlauf und Empfehlungen im eigenen Browser, mit Konto löscht ein Klick auf „Forget browsing history“ beides auf allen Geräten.

Wie viel Personalisierung in welchem Regal steckt, beschreibt die Datenschutzerklärung bis hin zur Zahl der gespeicherten Titel. Diese Offenheit wünschen wir uns von den großen Diensten.

Auf den Punkt
  • Empfehlungen: Bis zu 60 angesehene Titel speisen „Picked for you“ und bis zu ein Viertel der Plätze in den Streaming-Regalen.
  • Abschnitte: Höchstens zwei Genre-Abschnitte passen sich an, frühestens alle zwei Wochen.
  • Tests: Das Regal „Beliebt“ läuft als A/B-Test, die Suchlupe lief als einer.

Wie verdient BingeBrowse Geld?

Oranger Kaugummi-Automat mit Aufschrift „Täglich gratis“ vor weißem Hintergrund
Edelsteine aus dem Kapselautomaten und aus Paketen bezahlen Themes und größere Läden.

BingeBrowse verdient mit Google-Anzeigen auf den Film-, Serien- und Listenseiten, mit Affiliate-Links zu Amazon und mit Edelsteinen, einer Ladenwährung für Themes, Teppiche, Regale und größere Läden. Bezahlt wird nur Kosmetik und mehr Platz.

Die Anzeigen liefert Google AdSense, mehrere pro Seite, der 3D-Laden selbst bleibt werbefrei, ebenso die Apps für iPhone und Android.

Anfang Oktober beschrieb La Nación BingeBrowse noch als völlig kostenlos und ohne Werbung, die Datenschutzerklärung in der Fassung vom 10. Oktober 2026 nennt die Google-Anzeigen ausdrücklich.

Wer die Banner nicht sehen will, kauft einmalig die Option „Ad-free“. Nach dem ersten Kauf zeigt BingeBrowse dem Konto automatisch keine Werbung mehr.

Neue Konten erhalten einmalig 25 Edelsteine, ein Kapselautomat gewährt einmal am Tag eine Gratis-Ziehung, weitere Edelsteine verkauft BingeBrowse in Paketen. Jede Ladengröße ab Large kostet 500 Edelsteine. Probeweise lässt sich jede Größe vorher kostenlos ansehen.

Was BingeBrowse kostet und was gratis bleibt
Stöbern, Suche, Trailer, Listen und eigene Medienserver kosten nichts. Geld verlangt BingeBrowse für Optik, Platz und Werbefreiheit.
Paket „Alles freischalten“
26,76 €
alle Looks, Ladengrößen, Ladenname und Werbefreiheit
Alle Einzelteile zusammen
92,29 €
Summe der Einzelpreise, die der Shop durchgestrichen anzeigt
4,45 €
kostet ein einzelnes Theme wie „Bilderpalast“ oder „Betonkathedrale“
500
Edelsteine kostet jede Ladengröße ab Large
1
Gratis-Ziehung pro Tag am Kapselautomaten
14 Tage
volle Erstattung für Käufe auf der Website, ohne Angabe von Gründen

Preise beim Test am 11. Oktober 2026 über einen Zugang aus den USA, umgerechnet zum EZB-Referenzkurs vom 9. Oktober 2026. Den Preis in Ihrer Währung zeigt BingeBrowse vor dem Bezahlen an.

Im Menü „Anpassen“ stehen Themes mit Namen wie „Bilderpalast“, „Regnerische Mitternacht“ oder „Betonkathedrale“, dazu Teppiche, Regale, Türen und Hüllen. Freischalten lassen sich die Looks mit Edelsteinen oder direkt per Zahlung, beim Test über einen Zugang aus den USA kostete ein Theme umgerechnet 4,45 Euro.

BingeBrowse Anpassen-Menü mit kostenpflichtigen Farbthemen für die Videothek
Das Menü „Anpassen“ mit Themes wie „Bilderpalast“ und „Betonkathedrale“, die Preise zeigte der Shop beim Test über einen US-Zugang. Screenshot: bingebrowse.net, 11.10.2026

Das Paket „Alles freischalten“ mit allen Looks, Ladengrößen, eigenem Ladennamen und Werbefreiheit kostete 26,76 Euro statt 92,29 Euro für die Einzelteile, ein Rabatt von 71 Prozent. Looks, die später hinzukommen, verkauft BingeBrowse separat.

Bezahlt wird im Web über Stripe, in den Apps über App Store und Google Play. In der iPhone-App sind Edelsteine und kostenpflichtige Looks derzeit nicht erhältlich. Käufe auf der Website erstattet BingeBrowse innerhalb von 14 Tagen vollständig und ohne Angabe von Gründen, die Erstattung verlangen Sie per E-Mail.

Einige Links zu Prime Video und Amazon sind Affiliate-Links. Kaufen Sie nach dem Klick, erhalten die Brüder eine Provision, der Preis für Sie bleibt gleich.

Den Kapselautomaten sehen wir kritisch. Eine tägliche Gratis-Ziehung stammt aus dem Werkzeugkasten von Handyspielen und holt Besucher Tag für Tag zurück, auch ohne Filmwunsch. In einer Videothek, die Ruhe beim Stöbern verspricht, wirkt das Gerät wie ein Spielautomat zwischen den Regalen. Immerhin zieht der Automat nie automatisch Edelsteine ab, falls die Gratis-Ziehung des Tages schon verbraucht ist.

Auf den Punkt

BingeBrowse verdient an Anzeigen außerhalb des Ladens, an Amazon-Provisionen und an Kosmetik für den Laden. Das Komplettpaket kostete im Test umgerechnet 26,76 Euro, das Grundangebot bleibt gratis.

Was passiert mit Ihren Daten, und wo liegen die rechtlichen Risiken?

Weißer Buchständer mit Vorhängeschloss und Texttag
Google Analytics lädt bei BingeBrowse erst nach Zustimmung, Gäste behalten ihren Verlauf im Browser.

Ohne Konto bleiben Auswahl, Listen und Verlauf im Browser. Google Analytics lädt nur nach Ihrer Zustimmung, und in der EU fragt vor den Google-Anzeigen ein Einwilligungsdialog. Heikel bleiben fremde Cover und Marken: BingeBrowse bezeichnet sich selbst als inoffizielles Fanprojekt.

Betrieben wird BingeBrowse von Oliver und Patrick Evans persönlich. In den Nutzungsbedingungen steht eine Gmail-Adresse als einziger Kontakt, eine Firma nennen die Brüder dort nicht.

Vercel und Cloudflare liefern die Seite aus und sehen dabei IP-Adresse und Browserdaten. Anmeldungen per Apple, Google oder E-Mail-Link wickelt Supabase ab, Zahlungen Stripe. Kartendaten erreichen BingeBrowse nicht.

Ein Konto löschen Sie selbst im Menü, ohne E-Mail an den Betreiber, Ihre Abos bei den Streamingdiensten bleiben davon unberührt.

Filmdaten, Bilder und die Verfügbarkeit bei den Diensten bezieht BingeBrowse über eine kommerzielle Lizenz der Filmdatenbank TMDB, deren Angaben zu Streaming-Angeboten von JustWatch stammen. Eine zweite Quelle ist die Streaming Availability API von Movie of the Night. Cover liefert BingeBrowse von eigenen Servern aus, Porträts der Besetzung lädt Ihr Browser dagegen direkt von TMDB. Den Trailer-Player von YouTube lädt die Seite erst, sobald Sie einen Trailer anfordern.

Google Analytics erfährt nach Zustimmung zehn Arten von Ereignissen, etwa den Klick auf „Betreten“ oder das Umdrehen einer Hülle, aber nie den Titel eines Films.

Über die Anzeigen dagegen erfahren Google und seine Partner anhand der Seitenadresse, welche Film- oder Serienseite Sie gerade aufrufen. In der EU, in Großbritannien und in der Schweiz fragt vorher ein Einwilligungsdialog des Dienstleisters InMobi, Ihre Wahl speichert InMobi bis zu 13 Monate. Sendet Ihr Browser das Signal Global Privacy Control oder Do Not Track, fordert BingeBrowse nicht personalisierte Werbung an.

In der Fußzeile steht „Unofficial fan project“, dazu der Hinweis, dass Cover und Marken ihren jeweiligen Eigentümern gehören. Wie belastbar dieser Hinweis ist, hängt von den Lizenzen bei TMDB und von der Geduld der Rechteinhaber ab. Der Fall Blockbuster zeigt, wie schnell ein Markeninhaber reagiert, sobald ein Name an seine Marke erinnert.

Auf den Punkt
  • Gäste: Auswahl, Listen und Verlauf bleiben im Browser.
  • Anzeigen: Google sieht, welche Film- oder Serienseite Sie lesen.
  • Betreiber: Hinter der Seite stehen zwei Privatleute in London, erreichbar nur über eine Gmail-Adresse.

Was können Webdesigner und Produktteams von BingeBrowse lernen?

hängendes Pfeilschild „Horror: immer hinten links“ über leeren orangen Regal auf weißem Grund
Feste Abteilungen helfen beim Wiederfinden, im Laden wie auf der Website.

Ein Raum mit festen Abteilungen macht große Kataloge überschaubar, ein Textindex fängt Geräte ohne WebGL auf, und Werbung gehört auf Seiten abseits des eigentlichen Erlebnisses. Wartezeiten und Markennamen verdienen schon vor dem Start Aufmerksamkeit.

Lehre 1: Der Raum ordnet, bevor der Algorithmus sortiert

In einer Videothek wissen Sie nach dem zweiten Besuch, wo die Horrorfilme stehen. BingeBrowse nutzt dieses räumliche Gedächtnis: Die Schilder hängen an festen Stellen, und selbst die Personalisierung verschiebt höchstens zwei Regalabschnitte, und das nur alle zwei Wochen. Für Produktkataloge, Wissensdatenbanken oder Online-Shops mit großem Sortiment taugt das Prinzip ebenso, auch ganz ohne 3D. Eine Kategorie, die immer an derselben Stelle der Navigation steht, finden Besucher schneller wieder als eine, die ein Ranking jeden Tag neu platziert.

Lehre 2: Ein Textindex fängt auf, was WebGL ausschließt

Gleich am Seitenanfang stehen zwei Sprungmarken: zum 3D-Laden und zur Liste aller Filme. Ohne JavaScript und WebGL zeigt die Startseite einen Hinweis samt Links zu den Textlisten für Filme und Serien. Jeder Titel hat eine eigene Unterseite mit Text, die Screenreader vorlesen und Suchmaschinen erfassen können. Genau auf diesen Seiten stehen auch die Anzeigen.

Der 3D-Laden bleibt werbefrei, während Reichweite und Umsatz auf den Textseiten entstehen, die zugleich ältere Geräte bedienen.

Lehre 3: Wartezeit gehört zum Entwurf

BingeBrowse überbrückt die Ladezeit mit einem Fortschrittsbalken in Prozent und Sätzen wie „Hanging the posters“. Der Usability-Experte Jakob Nielsen empfiehlt seit 1993, Wartezeiten ab etwa zehn Sekunden mit einer solchen Prozentanzeige zu begleiten. Marcin Wichary hat bei Figma allerdings Tipps im Ladebildschirm abgelehnt, weil unterhaltsame Ladebildschirme dem Team den Druck nehmen, die Ladezeit zu verkürzen. Bei rund einer Minute auf unserem Testsystem gilt diese Warnung auch für BingeBrowse.

Lehre 4: Den Namen prüfen, bevor die Presse ihn druckt

BingeBuster war ein guter Gag und ein schlechter Produktname. Zwischen dem ersten großen Bericht am 31. Juli und dem 18. August mussten die Brüder das Projekt umbenennen, frühe Artikel verlinken bis heute auf bingebuster.net. Im Seitentitel steht der alte Name noch: „BingeBrowse (formerly BingeBuster)“ hält die Suchtreffer für beide Namen zusammen.

Lehre 5: Geld verdienen, ohne den Laden zu verstellen

Kein Banner hängt zwischen den Regalen, kein Kauf versperrt Suche, Trailer oder Listen.

Bezahlt wird für Optik und Platz, also für Dinge, die das Stöbern schöner machen, aber nicht erst ermöglichen. Für Anbieter von Freemium-Software lohnt der Blick auf diese Grenze. Was den Kern des Produkts ausmacht, bleibt frei, verkauft wird das Drumherum. Ins Bild passt die Erstattung binnen 14 Tagen ohne Rückfragen.

Unser Fazit

Unter allen Streaming-Oberflächen, die wir bisher gesehen haben, gibt BingeBrowse die beste Antwort auf die Qual der Wahl, und diese Antwort stammt von zwei Entwicklern in ihrer Freizeit statt von den Diensten selbst. Das Versprechen vom Stöbern ohne Algorithmus hält das Projekt nicht ganz, doch die Entwickler legen offen, wo und wie stark sie sortieren. Für Haushalte mit drei oder mehr Abos lohnt sich der kostenlose Rundgang am nächsten Freitagabend.

Auf den Punkt

Feste Plätze im Raum helfen auch Shops und Wissensdatenbanken ohne 3D. Die Ladezeit braucht noch Nacharbeit, den Namen mussten die Brüder bereits ändern.

Glossar: 13 wichtige Fachbegriffe zu BingeBrowse

Offenes Buch mit liegender oranger Videokassette mit der Aufschrift „Mein Lieblingsfilm“
Von A/B-Test bis WebGL: die wichtigsten Begriffe rund um BingeBrowse.

A/B-Test

A/B-Test nennt man ein Experiment, bei dem Besucher per Zufall eine von zwei Varianten einer Seite sehen. Anschließend vergleicht das Team, welche Variante ein Ziel besser erreicht, etwa mehr Klicks. BingeBrowse testete so das Eingangsregal mit Tagescharts und die Darstellung der Suche auf Smartphones.

Affiliate-Link

Affiliate-Link heißt ein Link mit einer Kennung, über die ein Händler den vermittelnden Website-Betreiber erkennt. Kauft ein Besucher nach dem Klick, erhält der Betreiber eine Provision, der Preis ändert sich nicht. BingeBrowse setzt solche Links zu Amazon und Prime Video ein.

Einwilligungsdialog

Einwilligungsdialog bezeichnet das Fenster, in dem eine Website vor dem Setzen von Cookies oder der Nutzung personenbezogener Daten um Zustimmung bittet. In der EU verlangt das Datenschutzrecht diese Einwilligung für Werbe- und Analysecookies. BingeBrowse nutzt dafür ein Angebot des Dienstleisters InMobi.

Emby

Emby ist eine Software für einen privaten Medienserver, der eigene Filme, Serien und Musik im Heimnetz oder über das Internet bereitstellt. Emby ergänzt die Dateien um Cover und Beschreibungen. BingeBrowse liest eine Emby-Bibliothek aus und stellt deren Titel in die Regale der Videothek.

Freemium

Freemium beschreibt ein Geschäftsmodell aus kostenlosem Grundangebot und bezahlten Zusatzfunktionen. Der Begriff verbindet die englischen Wörter free und premium. Bei BingeBrowse bleiben Stöbern, Suche und Listen gratis, bezahlt werden Optik, größere Läden und Werbefreiheit.

Google AdSense

Google AdSense ist das Werbeprogramm von Google für Website-Betreiber. Google wählt die Anzeigen passend zu Seite und Besucher aus und teilt die Einnahmen mit dem Betreiber. BingeBrowse zeigt AdSense-Anzeigen auf Film-, Serien- und Listenseiten, nicht im 3D-Laden.

Jellyfin

Jellyfin ist ein quelloffener und kostenloser Medienserver, der aus dem Projekt Emby hervorgegangen ist. Damit verwalten Nutzer eigene Filmsammlungen und streamen sie auf ihre Geräte. BingeBrowse verbindet sich direkt mit einem Jellyfin-Server und zeigt dessen Bibliothek als Regale.

JustWatch

JustWatch ist ein Berliner Dienst, der erfasst, welcher Film und welche Serie bei welchem Streaminganbieter verfügbar ist. Viele Apps und Websites nutzen diese Daten. BingeBrowse bezieht diese Angaben über die Filmdatenbank TMDB, deren Streaming-Daten von JustWatch stammen.

Plex

Plex ist eine Medienserver-Software, mit der Nutzer eigene Filme, Serien und Musik organisieren und auf Fernseher, Smartphone oder Browser streamen. Plex ergänzt Cover und Metadaten automatisch. BingeBrowse kann eine Plex-Bibliothek anbinden und als Videothek darstellen.

Screenreader

Screenreader heißt eine Software, die Inhalte einer Website vorliest oder in Blindenschrift ausgibt. Blinde und sehbehinderte Menschen bedienen damit Computer und Smartphones. Ein 3D-Raum aus WebGL bleibt für Screenreader stumm, deshalb bietet BingeBrowse zusätzlich einen Textindex an.

Three.js

Three.js ist eine quelloffene JavaScript-Bibliothek für 3D-Grafik im Browser. Die Bibliothek vereinfacht den Umgang mit WebGL und liefert fertige Bausteine für Kameras, Licht, Materialien und Modelle. BingeBrowse baut die Regale, Hüllen und Schilder der Videothek mit Three.js.

TMDB

TMDB steht für The Movie Database, eine von Nutzern gepflegte Datenbank mit Angaben zu Filmen und Serien. Die Datenbank liefert Handlung, Besetzung, Bilder und Bewertungen über eine Programmierschnittstelle. BingeBrowse nutzt TMDB unter einer kommerziellen Lizenz für Metadaten, Cover und Charts.

WebGL

WebGL ist eine Grafikschnittstelle, mit der Browser 3D-Grafik über die Grafikkarte berechnen, ohne Zusatzprogramm. Alle gängigen Browser unterstützen WebGL. Ohne Grafikkarte übernimmt der Prozessor die Arbeit, dann baut sich eine 3D-Szene wie die Videothek von BingeBrowse spürbar langsamer auf.

FAQ: BingeBrowse verbannt den Algorithmus und holt ihn zurück

Ein weißes Fragezeichen hinter einer orangen VHS-Kassette mit deutschem Text
Häufige Fragen zu BingeBrowse, Kosten, Konto und dem Streit um den Namen BingeBuster.

Was ist BingeBrowse?

BingeBrowse ist eine kostenlose Website, die die Kataloge von Streamingdiensten wie Netflix, Prime Video und Disney+ als begehbare 3D-Videothek zeigt. Ein Klick auf eine Hülle öffnet den Film beim zuständigen Dienst. Entwickelt haben das Projekt die Londoner Zwillinge Oliver und Patrick Evans.

Ist BingeBrowse kostenlos?

Ja, Stöbern, Suche, Trailer, Listen und die Anbindung eigener Medienserver kosten nichts. Bezahlt werden nur Themes, größere Läden, ein eigener Ladenname und Werbefreiheit. Das Komplettpaket kostete im Test umgerechnet 26,76 Euro.

Funktioniert BingeBrowse in Deutschland?

Ja, BingeBrowse bietet einen deutschen Katalog und eine deutsche Oberfläche an. Zur Wahl standen im Test Netflix, Prime Video, Disney+, HBO Max, Paramount+, Apple TV+ und Crunchyroll. Österreich fehlt in der Liste der 31 Regionen bislang.

Kann ich mit BingeBrowse Filme direkt ansehen?

Nein, BingeBrowse spielt selbst keine Filme ab. Der Knopf an der Hülle öffnet den Titel beim jeweiligen Streamingdienst, dort brauchen Sie ein Abo. Eigene Filme laufen über Plex, Jellyfin oder Emby.

Braucht man für BingeBrowse ein Konto?

Nein, die Videothek funktioniert ohne Anmeldung. Ein Konto mit Apple, Google oder E-Mail-Link synchronisiert Listen, Einstellungen und Käufe zwischen Geräten. Ohne Konto bleiben diese Daten im Browser.

Warum heißt BingeBrowse nicht mehr BingeBuster?

Der alte Name spielte auf die Videothekenkette Blockbuster an. Nach einem Bericht der Zeitung La Nación verlangten Anwälte von Blockbuster, dass die Seite den Namen aufgibt. Mitte August 2026 erschien das Projekt bereits als BingeBrowse.

Quellen

15 Quellen anzeigenQuellen ausblendenabgerufen am 11.10.2026
  1. BingeBrowseBingeBrowse (formerly BingeBuster): your streaming services as a 3D video store
  2. BingeBrowsePrivacy Policy (gültig ab 10.10.2026)
  3. BingeBrowseTerms and Refunds (gültig ab 11.10.2026)
  4. BingeBrowseBrowse every film (Textindex)
  5. Google PlayBingeBrowse (App-Eintrag)
  6. Apple App StoreBingeBrowse (App-Eintrag)
  7. What’s on NetflixBlockbuster Is Back! This New Website Turns the Netflix Library into a Walkable Video Store31.07.2026
  8. FirstShowing.netThis Bingebuster Website Recreates a Virtual Blockbuster to Browse07.08.2026
  9. Time OutBrowse streaming movies like you are in a video store with this cool new website18.08.2026
  10. wwwhatsnewBingeBrowse: pasea por un videoclub en 3D con los catálogos de tus servicios de streaming16.09.2026
  11. La NaciónLa vuelta del videoclub, en formato streaming: son gemelos y crearon un local virtual06.10.2026
  12. NielsenState of Play report delivers new insights as streaming’s next evolution brings content discovery challenges28.08.2023
  13. netzweltNetflix streicht Funktion: Shuffle-Button plötzlich weg21.02.2023
  14. Nielsen Norman GroupJakob Nielsen: Response Times, The 3 Important Limits
  15. Europäische ZentralbankEuro-Referenzkurse (Stichtag 09.10.2026)
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