Rouven Morato und Ramin Mirza haben SAP verlassen und im September 2026 in St. Leon-Rot das Startup RM Impact gegründet, wenige Kilometer vom früheren Arbeitgeber entfernt. Ihre Wette: Der Mittelstand braucht KI, die ohne monatelanges Einführungsprojekt läuft und auf europäischen Servern bleibt. Damit greifen die zwei Gründer genau die Kunden an, für die ein volles ERP-Projekt zu teuer ist.

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Eine KI für den Mittelstand kommt jetzt ausgerechnet von zwei Leuten, die den Konzern SAP von innen kannten. Rouven Morato führte bei SAP Deutschland die Daten- und Analyse-Sparte, Ramin Mirza verantwortete Plattform und Technologie. Gemeinsam bauen die beiden Gründer mit RM Impact ein KI-Werkzeug, das kleine und mittlere Firmen ohne Großprojekt einsetzen sollen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Rouven Morato (früher Chief Data & Analytics Officer bei SAP Deutschland) und Ramin Mirza (früher Head of Platform & Technologies) gründeten 2026 in St. Leon-Rot das KI-Startup RM Impact.
  • RM Impact legt eine KI-Schicht über bestehende Systeme wie SAP, Salesforce und HubSpot, statt ein neues ERP zu verkaufen.
  • Zielgruppe sind Mittelständler mit 200 bis 2.000 Beschäftigten, zuerst deren Vertriebsteams.
  • Betrieben wird die KI nach eigenen Angaben auf europäischen Servern, mit Belegen aus den Firmendaten statt frei erfundener Antworten.

Was baut RM Impact genau?

Metallbuch mit Glasplatte, Aufschrift „ERP“, Zahnrädern und Schild „KI“
RM Impact legt eine KI-Schicht über bestehende Systeme wie SAP, Salesforce oder HubSpot, um Vertriebswissen für alle zugänglich zu machen

Eine KI-Schicht über den etablierten Systemen bildet den Kern von RM Impact. Statt ein weiteres ERP zu verkaufen, legt das Startup seine KI auf vorhandene Software wie SAP, Salesforce oder HubSpot und zapft deren Daten an.[1] Das Wissen der besten Vertriebsleute wird so für das ganze Team abrufbar, geprüft gegen die eigenen Unterlagen. Fehlt der Beleg, nennt die KI die Lücke offen, statt eine Antwort zu erfinden.

Warum verlässt man dafür SAP?

Zu groß, zu teuer für den Mittelstand: Große ERP-Anbieter wie SAP richten Lizenzen und Einführung an Konzernen aus, deren Kosten das Budget kleiner Firmen oft übersteigen. Genau diese Lücke nimmt RM Impact ins Visier, mit einer KI, die ohne monatelanges Projekt startet. Ein aktuelles Signal aus Walldorf verschärft den Druck: Neue KI-Funktionen gibt es bei SAP vor allem für Cloud-Kunden, während On-Premise-Nutzer draußen bleiben.

Ein Muster zeichnet sich rund um Walldorf ab. Der frühere SAP-Technikchef Jürgen Müller sitzt im Beirat des Berliner Startups Agent F, das ebenfalls eine KI auf bestehende Systeme setzt. SAP selbst kaufte im Juli 2026 das Freiburger KI-Labor Prior Labs für mehr als eine Milliarde Euro.[2] Parallel macht der Konzern den KI-Umbau zur Chefsache. Mirza bringt Stationen bei IBM, Google und Aleph Alpha mit, Morato zwanzig Jahre SAP samt Signavio und LeanIX.

Der Angriff auf SAP kommt nicht aus dem Silicon Valley, sondern aus dem eigenen Vorgarten in St. Leon-Rot. Sehen die eigenen Leute die Mittelstandslücke klarer als der Konzern, verrät die Gründung mehr über SAP als über die zwei Männer.

— Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web

Was heißt das für den Mittelstand?

Datenhoheit ist das zweite Verkaufsargument neben dem Tempo. RM Impact betreibt die KI nach eigenen Angaben auf europäischen Servern und prüft jede Antwort gegen die Firmendaten des Kunden, ein Argument, das unter DSGVO und dem EU AI Act zunehmend über Anschaffungen entscheidet. Dieselbe Souveränitätslogik treibt Großprojekte wie RISE with SAP auf der deutschen Cloud STACKIT.

RM Impact: KI für den Mittelstand von SAP-Aussteigern
Was die Ausgründung aus dem Umfeld von Walldorf ausmacht
2026
Gegründet in St. Leon-Rot
Von Rouven Morato und Ramin Mirza, beiden früheren Führungskräften von SAP Deutschland.
3
Angebundene Systeme
Die KI-Schicht setzt auf SAP, Salesforce und HubSpot auf, statt ein neues ERP zu verkaufen.
200 bis 2.000
Beschäftigte je Zielkunde
Mittelständische Firmen, zuerst deren Vertriebsteams, ohne langes Einführungsprojekt.
Betrieben auf europäischen Servern, jede Antwort geprüft gegen die eigenen Firmendaten des Kunden.

Für Entscheider zählt weniger der Name des Anbieters als die Integration. Vor dem nächsten KI-Kauf lohnt der Blick, ob das Werkzeug auf die vorhandenen Systeme aufsetzt oder ein neues Silo schafft und wo die Daten am Ende liegen. Umfragen zeigen, dass viele Mittelständler KI zwar nutzen, aber an Governance und Integration scheitern; diesen Praxistest muss auch RM Impact erst bestehen.

FAQ: KI für den Mittelstand von Ex-SAP-Managern

Wer hat RM Impact gegründet?

RM Impact wurde 2026 von Rouven Morato und Ramin Mirza gegründet, zwei früheren Führungskräften von SAP Deutschland. Morato leitete dort den Bereich Daten und Analyse, Mirza verantwortete Plattform und Technologie. Sitz des Startups ist St. Leon-Rot bei Walldorf.

Für welche Unternehmen eignet sich RM Impact?

RM Impact richtet sich an mittelständische Firmen mit rund 200 bis 2.000 Beschäftigten, zunächst an deren Vertriebsteams. Die KI soll ohne langes Einführungsprojekt starten und eignet sich für Betriebe, denen ein volles ERP-Projekt zu teuer oder zu aufwendig ist.

Ist RM Impact ein Ersatz für SAP?

Nein. RM Impact verkauft kein eigenes ERP, sondern legt eine KI-Schicht über bestehende Systeme wie SAP, Salesforce und HubSpot. Die Software zapft die vorhandenen Daten an, statt sie zu ersetzen.

Wo verarbeitet RM Impact die Daten?

Nach eigenen Angaben betreibt RM Impact seine KI auf europäischen Servern und prüft jede Antwort gegen die Firmendaten des Kunden. Fehlt ein Beleg, weist die KI auf die Lücke hin, statt eine Antwort zu erfinden.

Quellen

[1] RM Impact: Unternehmens- und Produktseite (abgerufen am 12. September 2026)

[2] SAP: „SAP schließt Übernahme von Prior Labs ab“ (Pressemitteilung, Juli 2026)

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