DJI ist als Drohnenbauer groß geworden, zeigt auf der IFA in Berlin aber ein Balkonkraftwerk mit eigenem Stromspeicher. Das Komplettset bringt der Konzern zuerst nach Deutschland und verspricht rund 680 Euro Stromersparnis im Jahr. Der Zeitpunkt passt: In den USA ist DJI ausgesperrt, der deutsche Steckersolar-Markt wächst rasant.

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Auf der Messe IFA standen DJIs Kameras und Drohnen in diesem Jahr neben einem Solarmodul fürs Balkongeländer. Mit dem Balkonkraftwerk betritt der weltgrößte Drohnenhersteller einen Markt, den in Deutschland längst andere beackern.

Das Wichtigste in Kürze

  • DJI zeigt auf der IFA 2026 sein erstes Balkonkraftwerk, gebündelt mit der Stromspeicher-Reihe DJI Power.
  • Der Speicher Power 2000 fasst 2 Kilowattstunden und wächst über Zusatzakkus auf 22,5 Kilowattstunden; ins Hausnetz fließen höchstens 800 Watt.
  • Der Verkauf startet zuerst in Deutschland, danach folgen Frankreich, Spanien und weitere EU-Länder; in den USA bleibt DJI wegen der FCC-Sperrliste außen vor.
  • Laut DJI spart ein Haushalt damit rund 680 Euro Strom im Jahr.

Was DJI in Berlin auf den Balkon stellt

Balkongeländer-Kombination aus Solarpanel und Windrad-Modul (
DJI Power 2000 mit Solarmodul: 2.048 Wh Speicher, erweiterbar auf 22.528 Wh, 3.000 W Dauerleistung, 10 ms Umschaltzeit bei Stromausfall

Solar plus Speicher. DJI bündelt ein steckerfertiges Solarmodul mit seiner Power-Reihe. Das Modell Power 2000 fasst 2.048 Wattstunden, über Zusatzakkus wächst der Speicher auf 22.528 Wattstunden. Die Dauerleistung liegt bei 3.000 Watt, bei einem Stromausfall schaltet das Gerät in 10 Millisekunden auf Batterie.[1] Einen Speicher direkt am Balkonkraftwerk bewerben auch deutsche Anbieter als nächsten Schritt der Heimenergie.

Stecker statt Handwerker. Das Set ist als Plug-and-play gedacht: Das Panel hängt am Geländer, das Kabel geht in eine normale Schuko-Steckdose. Über einen Mikrowechselrichter fließen dann höchstens 800 Watt ins Hausnetz. Einen fest verdrahteten Anschluss braucht der Betrieb damit nicht.

Warum Deutschland den Zuschlag bekommt

Passende Regeln. Die 800-Watt-Grenze ist kein Zufall, sondern genau das, was Deutschlands Solarpaket seit 2024 für Steckersolar erlaubt. Das Land hat zudem Millionen Mietwohnungen mit Balkon und eine vereinfachte Anmeldung, während andere Märkte strengere Normen verlangen.

USA versperrt. Hinzu kommt der Druck aus den Vereinigten Staaten. Dort steht DJI auf der FCC-Sperrliste, neue Funkzulassungen sind blockiert. Ein netzgekoppelter Wechselrichter bräuchte dort ohnehin eine eigene Zulassung. Deutschland, Frankreich und Spanien sind deshalb die ersten Märkte mit Netzeinspeisung.

DJI hat sein Können mit Akkus und Leistungselektronik am Himmel bewiesen, jetzt verlagert der Konzern es auf den deutschen Balkon. Für Anker und EcoFlow wird die Luft damit im eigenen Geschäft dünner.

— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web

Gegen wen tritt DJI auf dem Balkon an?

Vertraute Gegner. DJI trifft im Steckersolar-Geschäft auf Anker und EcoFlow, die denselben Weg gegangen sind: vom mobilen Akku und Powerbank-Geschäft hin zu Balkonsolar und Heimspeicher. Alle drei zeigten ihre Systeme auf derselben IFA.

Hürde Mietrecht. Der Knackpunkt ist weniger die Technik als der Speicher im Mehrfamilienhaus. Vermieter wie Vonovia untersagen Akkus am Balkon mit Verweis auf den Brandschutz. Genau diesen Speicher macht DJI aber zum Kern seines Angebots.

Rechnet sich der Einstieg? Für Mieter mit Südbalkon kann sich ein Komplettset lohnen, sobald der Preis feststeht, den DJI bislang offenlässt. Vor dem Kauf lohnt der Blick in die Speicher-Klausel des Mietvertrags. Dazu gehört eine nüchterne Rechnung, die den realen Ertrag gegen die Anschaffung stellt.

DJI Power auf dem deutschen Balkon
Die Eckdaten des ersten DJI-Balkonkraftwerks, vorgestellt auf der IFA 2026
≈ 680 €
geschätzte Stromersparnis pro Jahr und Haushalt (Herstellerangabe)
800 W
maximale Einspeisung ins Hausnetz, genau die deutsche Steckersolar-Grenze
2 kWh
Speicher der Power 2000, ausbaubar auf 22,5 kWh
0
US-Märkte: DJI bleibt dort wegen der FCC-Sperrliste außen vor

FAQ: DJI-Balkonkraftwerk

Was kostet das Balkonkraftwerk von DJI?

Einen offiziellen Preis hat DJI zum Start auf der IFA 2026 noch nicht genannt. Fest stehen bisher der Verkaufsstart in Deutschland und eine vom Hersteller geschätzte Stromersparnis von rund 680 Euro pro Jahr.

Ist das DJI-Balkonkraftwerk in Deutschland erlaubt?

Ja. Das System speist höchstens 800 Watt ins Hausnetz und bleibt damit innerhalb der deutschen Steckersolar-Grenze, die seit 2024 gilt. Die Anmeldung im Marktstammdatenregister bleibt trotzdem Pflicht.

Braucht man für DJI Power einen Elektriker?

Nein. Das Set ist als Plug-and-play ausgelegt und wird über eine normale Schuko-Steckdose verbunden. Ein fest installierter Anschluss durch einen Elektriker ist für den Betrieb mit 800 Watt nicht nötig.

Warum gibt es das DJI-Balkonkraftwerk nicht in den USA?

DJI steht in den USA auf der FCC-Sperrliste und bekommt keine neuen Funkzulassungen mehr. Zusätzlich verlangt ein netzgekoppelter Wechselrichter dort eine eigene Zulassung nach der Norm UL 1741.

Quelle

[1] DJI: „DJI auf der IFA 2026: Osmo 360 II, ROMO 2 und das Power-Ökosystem“

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