Der elektrische Mercedes GLA ersetzt den bisherigen EQA und trägt dabei bewusst keinen EQ-Zusatz mehr. Aus dem Elektro-Ableger wird schlicht ein GLA, so wie beim Verbrenner. Hinter der Umbenennung steckt eine strategische Kehrtwende, die weit über ein einzelnes Modell hinausreicht.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Mercedes-Benz hat den GLA am 29. Juli 2026 enthüllt, die Auslieferung beginnt im November 2026.
  • Bis zu 657 Kilometer WLTP-Reichweite und bis zu 320 kW Ladeleistung liefert die 800-Volt-Architektur.
  • Der Einstieg liegt bei 48.599,60 Euro für den GLA 200 elektrisch, zwei stärkere Varianten darüber.
  • Mercedes beendet die Submarke EQ und führt Elektro- und Verbrennermodelle unter einem Namen zusammen.

Warum verabschiedet Mercedes die Marke EQ?

Ein schwarzes Mercedes GLA Heck mit orangefarbenem Aufkleber am EQ-Schriftzug
Mercedes vereinheitlicht Elektro- und Verbrennerantrieb: Der EQA wird künftig GLA genannt wie sein Verbrenner-Pendant und verliert damit sein EQ-Kürzel

Mercedes bündelt Elektro- und Verbrennerantrieb unter einem Modellnamen und macht den Stromer damit vom Sonderfall zum Normalfall. Der EQA heißt künftig GLA, genau wie sein Verbrenner-Pendant.

Die Submarke EQ hatte Mercedes 2019 als Signal für den Elektro-Aufbruch eingeführt. Sechs Jahre später kassiert der Konzern diese Trennung wieder. Schon beim elektrischen CLA hat Mercedes auf das EQ-Kürzel verzichtet, der GLA zieht jetzt nach.

Der Grund liegt im Markt. Elektroautos sind für Mercedes kein eigenes Segment mehr, sondern eine Antriebsvariante neben Hybrid und Benziner. Ein gemeinsamer Name stellt beide direkt nebeneinander, der Käufer wägt Reichweite gegen Tankinhalt ab.

Technisch verbindet beide Welten die neue MMA-Plattform. Der elektrische GLA nutzt dieselbe 800-Volt-Architektur wie der CLA, die Verbrenner folgen Anfang 2027 auf derselben Basis.

Was bietet der elektrische GLA technisch?

Drei Elektromodelle starten mit bis zu 657 Kilometern Reichweite, bis zu 320 kW Ladeleistung und Preisen ab 48.599,60 Euro, die Auslieferung beginnt im November 2026.

Das Spitzenmodell GLA 250+ schafft bis zu 657 Kilometer nach WLTP, lädt an einer 800-Volt-Säule mit bis zu 320 kW und füllt den Akku in rund 22 Minuten von 10 auf 80 Prozent. Zehn Minuten Ladezeit genügen für bis zu 270 Kilometer.[1]

Im Einstiegsmodell GLA 200 arbeitet ein 58-kWh-Akku in LFP-Zellchemie, die stärkeren Varianten setzen auf 85 kWh in NMC-Technik. Beim Preis positioniert sich Mercedes klar über günstigen Stromern wie dem VW ID. Polo.

Ob die Werksreichweite im Alltag hält, hängt an Temperatur und Fahrprofil. Unser Reichweiten-Rechner rechnet das für Ihr Profil durch.

Der elektrische Mercedes GLA in Zahlen
EQA-Nachfolger auf 800-Volt-Basis, Marktstart im November 2026
657 km
maximale Reichweite nach WLTP (GLA 250+)
320 kW
maximale Ladeleistung, 10 auf 80 Prozent in rund 22 Minuten
48.600 €
Einstiegspreis GLA 200 elektrisch (48.599,60 Euro)
0,25 %
Dienstwagensteuer, da Listenpreis unter 100.000 Euro

Die drei Elektro-Varianten zum Marktstart

GLA 200 elektrisch

224 PS, Heckantrieb
bis 447 km WLTP
ab 48.599,60 €

GLA 250+ elektrisch

272 PS, Heckantrieb
bis 657 km WLTP
ab 54.978 €

GLA 350 4MATIC

354 PS, Allradantrieb
bis 643 km WLTP
ab 58.107,70 €

Der Verzicht auf das EQ-Kürzel ist mehr als Kosmetik. Mercedes gesteht damit ein, dass Elektroautos ihre Sonderrolle verloren haben und sich am selben Maßstab messen lassen wie jeder Verbrenner.

— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web

Was bedeutet der GLA für deutsche Dienstwagen?

Mit einem Bruttolistenpreis ab rund 48.600 Euro bleibt der elektrische GLA klar unter der 100.000-Euro-Grenze und fällt damit unter die 0,25-Prozent-Dienstwagenregel.

Seit dem 30. Juni 2025 versteuern Elektro-Dienstwagen bis 100.000 Euro Listenpreis nur 0,25 Prozent des Bruttolistenpreises pro Monat als geldwerten Vorteil. Alle drei GLA-Varianten liegen darunter, der stärkste 4MATIC ebenso wie der Einstieg.

Für Flottenmanager rechnet sich das. Gegenüber einem gleich teuren Verbrenner sparen Fahrer eines E-Dienstwagens rund 150 Euro Lohnsteuer im Monat, und ein Großteil der deutschen Neuzulassungen läuft über Firmenflotten.

Vor der Bestellung lohnt der Blick auf den Restwert, der bei Elektroautos noch schwankt und in der Leasingrate steckt (Details im Ratgeber zum Wertverlust beim Elektroauto). Beim grundsätzlichen Abwägen der Antriebsfrage liefert Porsches Teilrückzug aus der E-Offensive das Gegenbeispiel zur Mercedes-Linie.

Quelle

[1] Mercedes-Benz Group: „Der neue Mercedes-Benz GLA: Entwickelt, um jeden Tag zu begeistern“

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