Littering, das achtlose Liegenlassen von Müll, beginnt an der Dreisam oft mit Ordnungssinn: Der Pizzakarton passt nicht mehr in den vollen Eimer, also stellen Sie ihn sauber daneben, die Flasche gleich mit. Am Morgen ist beides weg. Die Freiburger Stadtreinigung sammelte 2023 insgesamt 4.283 Tonnen Papierkorbinhalte, Kehricht und wilden Müll.

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Michael Broglin, Chef der Abfallwirtschaft und Stadtreinigung Freiburg (ASF), hält seine Stadt von 7 bis 21 Uhr für sauber. „Dann aber hören wir auf, zu reinigen, und dann vermüllt die Stadt extrem“, sagte er 2020 der Badischen Zeitung. Wir spielen deshalb ein Experiment durch, das kein Rathaus wagen würde: Die Stadtreinigung lässt das Dreisamufer im Hochsommer zwei Wochen lang liegen, und wir prüfen, ob die Leute am Fluss daraus etwas lernen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Zwei Wochen ohne Reinigung würden an der Dreisam mehr Müll erzeugen, nicht weniger: In einem vermüllten Parkhaus warfen 1990 im Experiment 41 Prozent der Fahrer einen Handzettel weg, in einem sauberen 11 Prozent.
  • Einen Lerneffekt bei den Bürgern hat weder für den Pariser Müllstreik von 2023 noch für die Krise in Neapel 2008 jemand dokumentiert. Der Ärger traf Rathaus und Streikende.
  • Die Verpackungssteuer setzt beim Kauf an, nicht beim Wegwerfen. In Tübingen landete 2022 nicht messbar weniger Müll in den öffentlichen Eimern, Freiburg entscheidet am 20. Oktober 2026 über eine Beschränkung auf Becher.
  • Wirksam sind Mittel, die die Folgen zum Verursacher zurückholen: Pfand, spürbare Kontrollen, Patenschaften und Zonen ohne Mülleimer mit klarer Ansage.
Der Dr.-Web-Quizmaster
Wissenstest
Wie gut kennen Sie den Müll am Ufer?
5 Fragen aus dem Artikel. Wählen Sie Ihre Antwort, dann decken Sie die Lösung auf.
1 Wie viele Autofahrer warfen 1990 im vermüllten Parkhaus den Handzettel auf den Boden? Aufklappen ↓
Auflösung aufdecken ↓
Richtig: B. Im vermüllten Parkhaus warfen 41 Prozent den Zettel weg, im sauberen nur 11 Prozent. Die 69 Prozent stammen aus einem anderen Versuch, einer Graffiti-Wand in Groningen.
2 Wie viel Verpackungssteuer verlangt Freiburg seit 2026 für einen Einwegbecher? Aufklappen ↓
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Richtig: A. Für Becher, Schalen und andere Einwegverpackungen fallen je 50 Cent an, für Besteck und Strohhalme 20 Cent. Am 20. Oktober 2026 berät der Gemeinderat über eine Beschränkung auf Becher.
3 Wie viele Tonnen Papierkorbinhalte, Kehricht und wilden Müll sammelte die ASF 2023 in Freiburg? Aufklappen ↓
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Richtig: C. Die ASF sammelte 4.283 Tonnen Infrastrukturabfälle, im Schnitt rund 11,7 Tonnen am Tag. Die 440 Tonnen landeten 2022 in den öffentlichen Eimern Tübingens.
4 Wie oft fischten Kajakfahrer, die einem See einen Spitznamen gegeben hatten, ausgelegten Müll heraus? Aufklappen ↓
Auflösung aufdecken ↓
Richtig: B. Mit Spitznamen fischten 41 Prozent den ausgelegten Müll heraus, ohne nur 7 Prozent. Die Forscher erklären das mit psychologischem Eigentum: Einen Ort, den sie als ihren empfinden, pflegen Menschen besser.
5 Nach wie vielen Tagen setzte die Gewerkschaft CGT den Pariser Müllstreik im März 2023 aus? Aufklappen ↓
Auflösung aufdecken ↓
Richtig: A. Nach 23 Tagen endete der Streik vorläufig. In der Spitze lagen französischen Medien zufolge mehr als 10.000 Tonnen Müll auf den Straßen.

Was wäre, wenn Freiburg die Dreisam zwei Wochen nicht reinigt?

Voller Mülleimer mit Schild, daneben ein Pizzakarton
Müll stapelt sich um volle Eimer und verteilt sich über Wiese und Kiesbank. Feiernde sind morgens fort, Spaziergänger und Familien sehen den Dreck

Der Müll würde sich zuerst um die vollen Eimer stapeln, danach über Wiese und Kiesbank verteilen. Die Verursacher bekämen davon am wenigsten mit, denn die Feiernden vom Abend sind am nächsten Morgen längst fort. Den Dreck sähen Spaziergänger, Jogger und Familien.

Freiburg zählte Ende 2025 laut amtlicher Fortschreibung 238.299 Einwohner, im Wintersemester 2025/26 waren an der Universität 24.507 Studierende eingeschrieben. An warmen Abenden wird das Dreisamufer zum Wohnzimmer dieser jungen Stadt, mit Decke, Lautsprecher und Pizza aus dem Karton. Schon 2014 meldete die Badische Zeitung nach Abi-Partys an der Dreisam bis zu 150 Kilo Müll am Tag.

Für die ganze Stadt existiert eine harte Zahl. Laut Abfallwirtschaftskonzept sammelte die ASF 2023 insgesamt 4.283 Tonnen Infrastrukturabfälle, also Papierkorbinhalte, Straßenkehricht und wilden Müll. Ein Rechenbeispiel: Auf den Tag verteilt wären das rund 11,7 Tonnen, in zwei Wochen rund 164 Tonnen, quer über alle Straßen und Plätze. Gegen den wachsenden Berg setzt die ASF zusätzliche Mülleimer, Sammelbehälter für Pizzakartons und Pfandringe ein. Wie das Ufer ohne diese Gegenmittel aussähe, spielen wir in drei Etappen durch.

Tag 1 bis 3: Der Eimer läuft über

Am ersten Morgen ohne Leerung wären die Eimer am Sandfangweg voll, daneben stünden Kartons und Flaschen säuberlich aufgereiht. Die Ordentlichen unter den Gästen würden ihren Müll noch dazustellen, weil sie ihn nicht in die Wiese werfen wollen. Eine Studie im Auftrag des Umweltbundesamts nennt die unmittelbare Umgebung von Abfallbehältern bereits heute als zweithäufigsten Müll-Brennpunkt in deutschen Kommunen, gleich nach der Nähe von Imbissen.

Tag 4 bis 7: Der Wind räumt auf seine Art

Ab der Wochenmitte würden Krähen die Tüten öffnen, und der Wind triebe Servietten wie Becher in die Böschung. Aus dem ordentlichen Stapel neben dem Eimer würde ein Teppich, der jeden neuen Gast begrüßt. Genau an dieser Stelle setzt die Psychologie ein: Gäste, die abends auf eine vermüllte Wiese kommen, lesen daraus eine Regel ab, die nirgends angeschlagen ist.

Tag 8 bis 14: Das Ufer kippt

In der zweiten Woche bliebe das Ufer für viele Freiburger einfach leer, und den Platz übernähmen jene Gäste, die der Dreck nicht stört. Kippen, Kronkorken und Glasscherben würden zwischen die Kiesel rutschen, beim nächsten Gewitter trüge die Dreisam einen Teil davon Richtung Rhein. Am 15. Tag stünde die ASF vor einer Großreinigung, und die Stadt hätte zwei Wochen Ärger gekauft, ohne erkennbaren Lerneffekt.

Auf den Punkt

Die ASF sammelte 2023 in Freiburg 4.283 Tonnen Papierkorbinhalte, Kehricht und wilden Müll, im Schnitt rund 11,7 Tonnen am Tag. Ohne Leerung träfe der Dreck die Gäste vom nächsten Morgen, nicht die Verursacher vom Vorabend.

Warum lassen Menschen ihre Pizzaschachtel liegen?

Geöffneter orangefarbener Pizzakarton mit Pizzarest und Notiz „NICHT MEINER“ auf weiß
In 81 Prozent der beobachteten Littering-Fälle ließen die Menschen ihren Abfall gezielt fallen, der nächste Mülleimer stand im Schnitt neun Meter entfernt.

Meist aus Absicht und Bequemlichkeit, selten aus Versehen. In einer großen US-Beobachtungsstudie geschah das Wegwerfen in 81 Prozent der Fälle mit Absicht: Die Leute ließen ihren Abfall gezielt fallen oder schnippten ihn weg. Der nächste Mülleimer stand dabei im Schnitt rund neun Meter entfernt.

Die gründlichste Vermessung des Wegwerfens stammt aus den USA. Der Psychologe P. Wesley Schultz und sein Team beobachteten für die Organisation Keep America Beautiful 9.757 Menschen an 130 öffentlichen Orten. Das Ergebnis erschien 2013 in der Fachzeitschrift Environment and Behavior: 17 Prozent aller beobachteten Entsorgungen endeten auf dem Boden statt im Eimer.

Bei Zigarettenkippen lag die Quote weit höher, 65 Prozent der beobachteten Raucher warfen den Stummel einfach weg. Die Forscher fanden zwei klare Hebel: Liegt schon Müll herum, steigt die Quote, steht ein Eimer in der Nähe, sinkt sie. Jüngere warfen häufiger weg als Ältere. Finanziert hat die Forschungsreihe übrigens Philip Morris USA, die hohe Kippen-Quote stammt also aus einer Studie, die ein Tabakkonzern bezahlt hat.

Bequemlichkeit allein erklärt das Liegenlassen trotzdem nicht. Keep America Beautiful schreibt das Wegwerfen zum größten Teil der Einstellung des Einzelnen zu, nur rund 15 Prozent der Umgebung. In Deutschland ist das Bild ähnlich: In einer Umfrage des Verbraucherzentrale Bundesverbands, die die Studie für das Umweltbundesamt zitiert, meinten 21 Prozent der Befragten, Kippen belasteten die Umwelt nicht.

Ein zweiter Mechanismus wirkt leiser. Der Pizzakarton am Ufer gehört niemandem mehr, sobald sein Besitzer aufsteht, und die Wiese gehört allen. Die Verantwortung verteilt sich auf so viele Schultern, dass auf keiner etwas lastet. Seit Jahrzehnten erledigt in Freiburg zuverlässig jemand anderes den Rest, und diese Erfahrung prägt das Verhalten am Abend.

Wir nennen das ohne Bosheit das Prinzip Hotel Mama. Ein Kind, dessen Zimmer jeden Morgen aufgeräumt wird, lernt vor allem eines: Unordnung bleibt folgenlos. Markus Seyfferth, Chefredakteur von Dr. Web, hat die Frage deshalb zugespitzt: Würden die Gäste an der Dreisam etwas merken, sobald die Stadt einmal nicht hinterherputzt?

Auf den Punkt
  • Quote: 17 Prozent aller Entsorgungen landeten in der US-Studie auf dem Boden, bei Kippen 65 Prozent.
  • Absicht: In 81 Prozent der Fälle landet der Müll bewusst am Boden, nicht aus Versehen.
  • Umgebung: Herumliegender Müll treibt die Quote hoch, ein naher Eimer drückt sie.

Zieht Müll weiteren Müll an?

Papierbecher mit Text „Montag-Morgen-Gefühl“ kippt Dominosteine auf weißem Grund
Im vermüllten Parkhaus warfen 41 Prozent der Fahrer einen Handzettel weg, im sauberen 11 Prozent.

Ja, der Effekt gehört zu den robustesten Befunden der Umweltpsychologie. In einem Experiment von 1990 warfen in einem vermüllten Parkhaus 41 Prozent der Autofahrer einen Werbezettel weg, in einem sauberen nur 11 Prozent. Dreck wirkt wie eine stille Erlaubnis.

Der Sozialpsychologe Robert Cialdini hat den Effekt mit seinen Kollegen Raymond Reno und Carl Kallgren 1990 im Journal of Personality and Social Psychology beschrieben. Im Parkhaus einer Klinik klemmte das Team 139 Fahrern einen Handzettel unter den Scheibenwischer, Mülleimer standen dort keine. Ließ ein Helfer vor den Augen der Fahrer selbst einen Zettel fallen, sprang die Quote im vermüllten Parkhaus auf 54 Prozent und sank im sauberen auf 6 Prozent.

Die Forscher unterscheiden zwei Arten von Normen. Die deskriptive Norm zeigt, was die anderen tun, die injunktive Norm, was sich gehört. Auf einer vermüllten Wiese sendet die deskriptive Norm ein klares Signal: Hier wirft jeder weg. Das Schild mit dem Hinweis auf das Bußgeld kommt gegen diesen Anblick schwer an.

Ein Detail aus derselben Arbeit wirkt auf den ersten Blick widersinnig. In einem Wohnheim warfen 10,7 Prozent der Bewohnerinnen einen Flyer auf den sauberen Boden, aber nur 3,6 Prozent, sobald dort ein einziges auffälliges Abfallstück lag, eine ausgehöhlte Melonenschale. Der einzelne Fremdkörper betonte offenbar, wie sauber der Rest war. Eine Replikation von 2021 bestätigte allerdings nur den Grundeffekt, den Melonen-Effekt nicht.

Müll zieht Müll an
Anteil der Menschen, die einen Zettel wegwarfen, in sauberer und in vermüllter Umgebung. Dunkle Balken: vermüllte Umgebung.
Parkhaus, sauber
11 %
Cialdini, Reno, Kallgren 1990: Handzettel weggeworfen
Parkhaus, vermüllt
41 %
Gleiche Situation, Boden voller Zettel und Becher
Fahrradständer, saubere Wand
33 %
Keizer, Lindenberg, Steg 2008 in Groningen
Fahrradständer, Graffiti
69 %
Gleiche Gasse, Wand voller Graffiti
6 % gegen 54 %
warfen weg, nachdem ein Helfer vor ihren Augen einen Zettel fallen ließ, sauberes gegen vermülltes Parkhaus
30 % gegen 58 %
Wegwerfquote auf dem Parkplatz ohne und mit vier herumstehenden Einkaufswagen
rund 9 m
Abstand zum nächsten Eimer, an dem Menschen in den USA im Schnitt ihren Müll fallen ließen
65 %
der beobachteten Raucher warfen ihre Kippe einfach weg

Die Groninger Werte stammen aus der Zusammenfassung von National Geographic, die Statistik der Versuche ist umstritten. Die Werte zu Abstand und Kippen beruhen auf der US-Beobachtungsstudie von Keep America Beautiful mit 9.757 Menschen.

Für unser Gedankenexperiment zählt vor allem ein Satz aus der Studie von 1990. Umgebungen hielten das Wegwerfen am besten in Schach, schreiben Cialdini und Kollegen, wenn sie „häufigen und gründlichen“ Aufsammelaktionen unterzogen würden, die sie in den müllfreien Zustand zurückversetzen. Die Stadtreinigung am frühen Morgen ist nach diesem Befund kein Erziehungsfehler, sondern das wirksamste Mittel gegen den nächsten Wurf.

Die Niederländer Kees Keizer, Siegwart Lindenberg und Linda Steg gingen 2008 im Fachblatt Science noch weiter. Laut einem Bericht von National Geographic warfen in Groningen 33 Prozent der Radfahrer einen Flyer vom Lenker auf den Boden, solange die Wand daneben sauber war, und 69 Prozent bei einer Wand voller Graffiti. Auf einem Supermarkt-Parkplatz stieg die Quote von 30 auf 58 Prozent, sobald vier Einkaufswagen herumstanden.

Der Effekt wirkt auch in die Gegenrichtung. Laut der Universität Groningen halfen Passanten fast doppelt so oft beim Aufsammeln heruntergefallener Einkäufe, nachdem sie jemanden den Gehweg hatten fegen sehen. Ein Verbotsschild an einer bereits vermüllten Stelle brachte dagegen mehr Müll. Methodiker wie Jelte Wicherts und Marjan Bakker haben die Statistik der Groninger Versuche 2014 scharf kritisiert, die Grundrichtung stellen aber auch die Kritiker nicht auf den Kopf: Unordnung steckt an, Ordnung ebenfalls.

Auf den Punkt

Vermüllte Orte senken die Hemmschwelle messbar, saubere heben sie. Zwei Wochen ohne Reinigung würden an der Dreisam deshalb mehr Müll erzeugen, nicht weniger.

Was geschah in Städten, in denen der Müll liegen blieb?

Gestapelte orangefarbene Plastiktüten vor weißem Hintergrund mit einer Flagge „STREIK“
Beim Pariser Müllstreik im März 2023 lagen französischen Medien zufolge in der Spitze mehr als 10.000 Tonnen Abfall auf den Straßen.

Der Müll wuchs, die Laune sank, und die Feuerwehr bekam zu tun. In Paris streikte die Müllabfuhr im März 2023 gut drei Wochen lang, Neapel versank 2008 in Bergen von Abfall. Einen Lerneffekt bei den Bürgern hat in beiden Fällen niemand dokumentiert.

Paris liefert das jüngste Großexperiment, unfreiwillig und gegen die Rentenreform. Am 11. März 2023 zählte die Pariser Bürgermeisterei rund 4.400 Tonnen Müll auf den Straßen, am 20. März meldete die Stadt 9.300 Tonnen, Tendenz leicht fallend. Von 195 Müllwagen konnten 122 nicht entladen werden, weil auch die Verbrennungsanlagen bestreikt wurden. Französische Medien bezifferten die Spitze auf mehr als 10.000 Tonnen.

Die Folgen gingen über den Gestank hinaus. Laut einer Anordnung der Pariser Polizeipräfektur rückte die Feuerwehr nach den Protesten vom 20. März zu 240 Einsätzen aus, unter anderem wegen brennender Mülltonnen und Abfallhaufen. Am Tag darauf griff ein Mülltonnenbrand in der Rue de la Corderie auf eine Gasleitung über. Der Rattenexperte Romain Lasseur warnte vor einem Gesundheitsrisiko für Müllwerker und Bevölkerung. Nach 23 Tagen setzte die Gewerkschaft CGT den Streik aus.

Neapel erlebte die längere Fassung. Italien räumte vor dem Europäischen Gerichtshof ein, dass 2008 rund 55.000 Tonnen Abfall auf den öffentlichen Straßen Kampaniens lagen und weitere 110.000 bis 120.000 Tonnen in kommunalen Lagern. Entnervte Anwohner zündeten die Müllberge an. 2015 verurteilte der Gerichtshof Italien zu 20 Millionen Euro Pauschalstrafe und 120.000 Euro Zwangsgeld pro Tag.

Auch Deutschland kennt die kleine Variante. Während der Verdi-Warnstreiks Anfang 2025 fielen in Stuttgart bei manchen Haushalten fünf Leerungen der Biotonne in Folge aus, Geschäftsführer Markus Töpfer sprach von täglich Tausenden Beschwerden bei der städtischen Abfallwirtschaft. Die Wut richtete sich gegen Rathaus und Streikende, nicht gegen den eigenen Abfall.

Genau an diesem Punkt scheitert die Hoffnung unseres Gedankenexperiments. In keiner der drei Städte haben Behörden oder Forscher beschrieben, dass die Bürger während des Ausfalls weniger wegwarfen. Der Müll eines Streiks fällt allen zur Last und keinem einzelnen, also zieht auch niemand persönlich eine Lehre daraus.

Auf den Punkt
  • Paris 2023: bis zu rund 10.000 Tonnen auf der Straße, 240 Feuerwehreinsätze nach einer Protestnacht, Streik nach 23 Tagen ausgesetzt.
  • Neapel 2008: 55.000 Tonnen auf Kampaniens Straßen, Brände, später 20 Millionen Euro Strafe.
  • Lerneffekt: In keinem Fall dokumentiert, der Ärger traf Rathaus und Streikende.

Würden die Stammgäste ihren Lieblingsplatz verteidigen?

Oranger Fischgreifer mit Holzanhänger
Kajakfahrer, die einem See einen Spitznamen gegeben hatten, fischten in 41 Prozent der Fälle Müll heraus, die übrigen in 7 Prozent.

Ein Teil würde aufräumen, die meisten würden sich einen anderen Platz suchen. Menschen pflegen Orte, die sie als ihre eigenen empfinden, und genau dieses Gefühl der Zugehörigkeit fehlt am Dreisamufer.

Die Hoffnung hinter dem Gedankenexperiment hat einen wissenschaftlichen Kern. Die Marketingforscherin Joann Peck und Kollegen berichteten 2021 im Journal of Marketing von einem Versuch am Lake Mendota in Wisconsin. Kajakfahrer, die dem See einen Spitznamen geben sollten, fischten in 41 Prozent der Fälle ausgelegten Müll heraus, die übrigen nur in 7 Prozent. Die Forscher sprechen von psychologischem Eigentum.

Jede WG-Küche kennt das Experiment in der Hausversion. Bleibt das Geschirr eine Woche stehen, spült am Ende fast immer die ordentlichste Mitbewohnerin, nicht der Verursacher, und beim nächsten Mal steht der Stapel wieder da. Am Dreisamufer wäre die Lage noch ungünstiger, denn dort sitzen an einem Sommerabend Hunderte Fremde, die sich nie wiedersehen.

Der Biologe Garrett Hardin hat dieses Muster 1968 in Science als Tragik der Allmende beschrieben: Ein Gut, das allen gehört, wird übernutzt, weil der Nutzen beim Einzelnen landet und der Schaden bei allen. Die Wiese an der Dreisam ist eine solche Allmende, der Pizzakarton darauf die Übernutzung im Kleinformat.

Elinor Ostrom hat für die Gegenfrage 2009 den Wirtschaftsnobelpreis erhalten. Die Ökonomin zeigte, dass Nutzergemeinschaften gemeinsame Güter dauerhaft pflegen können, solange bestimmte Bedingungen erfüllt sind. Zu diesen Bedingungen zählen klar gezogene Grenzen, Überwachung durch die Nutzer selbst und abgestufte Sanktionen für Regelbrecher. Eine Auswertung von 91 Studien bestätigte diese Prinzipien 2010 empirisch.

Bedingung nach OstromAnforderungLage am Dreisamufer
Klare GrenzenDie Nutzer der Allmende sind bekanntOffen für alle, an einem Sommerabend Hunderte Fremde
MitbestimmungDie Betroffenen gestalten die Regeln mitDie Stadt regelt das Ufer per Rechtsverordnung
Überwachung durch die NutzerKontrolle durch Mitglieder oder ihnen VerantwortlicheKontrollen durch den städtischen Vollzugsdienst von außen
Abgestufte SanktionenErst Mahnung, dann wachsende StrafenMeist folgenlos, im Einzelfall 100 Euro für eine Kippe
Vier der Gestaltungsprinzipien für gemeinsam genutzte Güter nach Elinor Ostrom und die Lage an der Dreisam. Quellen: Cox, Arnold, Villamayor Tomás (2010), Nobelpreis-Stiftung (2009), Stadt Freiburg (16.03.2026), FRIMP (26.10.2022).

Am Dreisamufer ist keine dieser Bedingungen erfüllt, und die Strafe trifft, sofern überhaupt, einen zufällig erwischten Raucher. Die Gemeinschaft der Ordentlichen existiert trotzdem: Die ASF gab von 2023 bis 2025 jedes Jahr zwischen 800 und 1.250 kostenlose Cleanup-Sets an Freiwillige aus. Die Night Owls der Stadt verteilen im Sommer an Treffpunkten wie dem Stühlinger Kirchplatz Mülltüten.

Ein ähnliches Dilemma kennen Leser unseres Gedankenexperiments zur Welt ohne Social Media: Viele würden gemeinsam etwas ändern, allein fängt niemand gern an. Am Ufer heißt das konkret, dass der eine, der den fremden Karton aufhebt, die ganze Arbeit hat und von den anderen schief angeschaut wird. Freiwillige Helfer ergänzen die Stadtreinigung, einen Ersatz für die städtische Reinigung bilden die Helfer nicht.

Auf den Punkt

Menschen räumen dort auf, wo sie einen Ort als ihren eigenen empfinden, im Kajak-Versuch fast sechsmal so oft. Die Dreisamwiese gehört an einem Sommerabend Hunderten Fremden und damit gefühlt niemandem.

Warum hat die Verpackungssteuer den Müll nicht verringert?

Weißer Kaffeebecher mit Deckel und orangefarbenem Steuerband „50 Cent“
Freiburg verlangt seit 2026 je 50 Cent Steuer auf Einwegbecher und Einwegverpackungen, in Tübingen sank die Müllmenge in den öffentlichen Eimern nicht messbar.

Weil die Steuer beim Kauf ansetzt, die Vermüllung aber erst beim Wegwerfen beginnt. In Tübingen landete im ersten Steuerjahr laut einer Studie der Universität nicht weniger Müll in den öffentlichen Eimern als zuvor. Die Steuer brachte dort vor allem mehr Mehrweg an die Theke.

Freiburg verlangt seit dem 1. Januar 2026 eine Verpackungssteuer: 50 Cent je Einwegbecher, Einwegschale oder Pizzakarton, 20 Cent je Besteckset oder Strohhalm. Beschlossen hat der Gemeinderat die Satzung am 6. Mai 2025 mit 26 zu 22 Stimmen, gegen den Rat von Oberbürgermeister Martin Horn. Freiburg war damit nach Tübingen und Konstanz die dritte deutsche Stadt mit einer solchen Abgabe.

Das Vorbild Tübingen erhebt die Steuer seit 2022, das Bundesverfassungsgericht hat die Abgabe im November 2024 gebilligt. Der Tübinger Steuerforscher Stefan Moderau hat die Wirkung 2023 untersucht: In den rund 500 öffentlichen Eimern der Stadt landeten 2022 etwa 440 Tonnen Abfall, kein messbarer Rückgang gegenüber dem Schnitt der fünf Vorjahre. Zum Vergleich baute Moderau aus 18 Städten eine statistische Kontrollstadt, die größten Gewichte erhielten Landshut, Freiburg, Heidelberg und Konstanz.

Einen Effekt fand die Studie trotzdem. Allein in den drei Monaten vor dem Start führten 30 Tübinger Betriebe den Mehrwegbecher von Recup ein, bei Mehrweg-Restaurants je Einwohner liegt die Stadt bundesweit vorn. Konstanz meldete für 2025 rund 4,5 Prozent weniger Straßenabfall als im Schnitt der vier Vorjahre. Eine Studie von GVM und ifeu im Auftrag der Wirtschaft schätzt, dass eine bundesweite Steuer nach Tübinger Modell das gesamte Verpackungsaufkommen um 0,04 Prozent senken würde.

StadtSteuer seitSatz je EinwegverpackungMessbare Wirkung auf den Müll
Tübingen1. Januar 202250 Cent, Besteck 20 CentRund 440 Tonnen in 500 öffentlichen Eimern 2022, kein messbarer Rückgang; Mehrweg deutlich ausgebaut
Konstanz1. Januar 202550 Cent, Besteck 20 CentRund 4,5 Prozent weniger Straßenabfall 2025 als im Schnitt 2021 bis 2024
Freiburg1. Januar 202650 Cent, Besteck und Strohhalm 20 CentNoch keine Auswertung; am 20. Oktober 2026 entscheidet der Gemeinderat über eine Beschränkung auf Einwegbecher
Kommunale Verpackungssteuern in Baden-Württemberg im Vergleich. Quellen: Universität Tübingen (Moderau, 2023), Stadt Konstanz (13.05.2026), Satzung der Stadt Freiburg, Staatsanzeiger (02.10.2026).

In Freiburg kippt die Stimmung schneller als in Tübingen. In einer nicht repräsentativen Umfrage der IHK Südlicher Oberrhein unter 107 Betrieben meldeten im April 2026 rund 66 Prozent Umsatzeinbußen beim Kaffee zum Mitnehmen, 53 Prozent erlebten mindestens mehrmals pro Woche Streit mit Kunden. Unser Beitrag zur Freiburger Verpackungssteuer hat die Rechnung der Stadt im Mai auseinandergenommen.

Inzwischen will eine Mehrheit von SPD und Junges Freiburg, Eine Stadt für alle, CDU, FDP/BfF und Freien Wählern, zusammen 26 der 48 Sitze, die Steuer am 20. Oktober 2026 auf Einwegbecher beschränken. Der Antrag mit dem Titel „Kompromiss und Neustart“ begründet den Schritt mit komplizierten Regeln und hohem Aufwand. Bei Bechern existiere mit Mehrweg eine eingeführte Alternative, bei Speisen oft nicht. Die Grünen kritisieren den Vorstoß.

Der Grundfehler liegt aus unserer Sicht tiefer als in der Bürokratie. Die Steuer bezahlt der Gast an der Theke, ganz gleich, ob er den Karton später in den Eimer wirft oder ins Gras. Für den Wurf selbst ändert sich nichts, die 50 Cent sind beim Wegwerfen längst ausgegeben. Eine Lenkungsabgabe gegen achtloses Wegwerfen müsste genau umgekehrt funktionieren und das richtige Entsorgen belohnen.

Freiburg kassiert 50 Cent für den Becher an der Theke, für den Wurf ins Dreisamgras keinen Cent extra.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Auf den Punkt
  • Tübingen: 440 Tonnen in den öffentlichen Eimern 2022, kein messbarer Rückgang, aber ein Mehrweg-Schub.
  • Konstanz: rund 4,5 Prozent weniger Straßenabfall im ersten Steuerjahr.
  • Freiburg: Am 20. Oktober 2026 entscheidet der Gemeinderat über die Beschränkung auf Einwegbecher.

Was kostet das Aufräumen, und wer bezahlt?

Besen mit Preisschild (8,30 €) neben Geldstapeln auf weißem Grund
Pro Einwohner kostet die Entsorgung von Einwegkunststoff im öffentlichen Raum laut einer VKU-Studie 8,30 Euro im Jahr.

Rund 700 Millionen Euro im Jahr zahlen die Kommunen nach einer Studie des Verbands kommunaler Unternehmen allein für Einwegkunststoff im öffentlichen Raum. Das Umweltbundesamt rechnet mit 434 Millionen Euro. Ab 2027 erstatten die Hersteller einen Teil über den Einwegkunststofffonds.

Das Institut INFA hat 2020 im Auftrag des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU) Straßenmüll aus 20 Städten sortiert. Auf jeden Einwohner entfallen demnach 8,30 Euro im Jahr für die Entsorgung von Einwegkunststoff, der in Papierkörben landet oder achtlos weggeworfen wird, hochgerechnet rund 700 Millionen Euro. Zigarettenkippen kosten bundesweit etwa 225 Millionen Euro, To-go-Becher weitere 120 Millionen Euro.

Ein Rechenbeispiel für Freiburg: Mit dem Bundesschnitt von 8,30 Euro und 238.299 Einwohnern käme die Stadt auf knapp zwei Millionen Euro im Jahr, nur für Einwegkunststoff. Die Summe ähnelt auffallend den 2,2 Millionen Euro, die die Verpackungssteuer laut Presseberichten einbringen soll. Wie eine Kommune solche Posten aus Steuern, Gebühren und Zuweisungen von Bund und Land stemmt, ist eine eigene Rechnung.

Seit 2024 zahlen Hersteller bestimmter Einwegkunststoffe eine Sonderabgabe in den Einwegkunststofffonds des Bundes. Rund 205 Millionen Euro sollen an Kommunen und öffentliche Entsorger fließen. Die erste Auszahlung verschiebt sich laut Umweltbundesamt allerdings auf Anfang 2027, weil ein Softwarefehler die Berechnung des Punktwerts verfälscht hat.

Die übrige Last bleibt bei Stadt und Natur. Die Bundesregierung beziffert den Anteil der Kippen am achtlos weggeworfenen Müll nach einer VKU-Erhebung von 2016 auf etwa 35 Prozent. Eine einzige gerauchte Kippe pro Liter Wasser reichte in einer Studie von 2011 aus, um die Hälfte der getesteten Fische zu töten. Beim Projekt Plastikpiraten sammelten Schulklassen Müll an deutschen Flüssen, Kippen machten 20 Prozent der Funde aus. Als Hauptquelle nannten die Forscher die Freizeitnutzer der Ufer.

Was der Müll im öffentlichen Raum kostet
Jährliche Kosten für Einwegkunststoff in Papierkörben und auf dem Boden in Deutschland sowie die geplante Erstattung durch die Hersteller.
Einwegkunststoff, Schätzung VKU
700 Mio. €
Papierkörbe und weggeworfener Müll, Studie von 2020
Einwegkunststoff, Schätzung UBA
434 Mio. €
Eigene Rechnung des Umweltbundesamts, 2022
Davon Zigarettenkippen
225 Mio. €
Teilbetrag in der VKU-Studie
Fonds für die Kommunen
205 Mio. €
Erste Auszahlung aus dem Einwegkunststofffonds Anfang 2027
Davon To-go-Becher
120 Mio. €
Teilbetrag in der VKU-Studie
8,30 €
kostet die Entsorgung von Einwegkunststoff im öffentlichen Raum pro Einwohner und Jahr
1,98 Mio. €
ergäbe dieser Satz rechnerisch für Freiburgs 238.299 Einwohner im Jahr
4.283 t
Papierkorbinhalte, Kehricht und wilden Müll sammelte die ASF 2023 in Freiburg
100 €
kostet eine weggeworfene Kippe in Freiburg laut Presseberichten

Rechenbeispiel Freiburg: Bundesschnitt der VKU-Studie mal Einwohnerzahl Ende 2025, gerundet. Kippen und Becher sind Teilbeträge der 700 Millionen Euro. Karten mit dunkelrotem Rand: Rechenbeispiel und Bußgeld.

Was wirkt, wenn die Stadt nicht alles wegräumt?

Oranger Mehrwegbecher mit Skalierung und Pfand-Anhänger vor weißem Hintergrund
Der FreiburgCup ersparte der Stadt bis 2021 rund eine Million Einwegbecher.

Alles, was die Folgen des Wegwerfens zum Verursacher zurückholt: Pfand, spürbare Kontrollen, Patenschaften und Orte ohne Eimer, an denen jeder seinen Müll wieder mitnimmt. Der US National Park Service beziffert den Anteil der Besucher, die in Parks ohne Mülleimer ihren Abfall mitnehmen, auf 80 bis 95 Prozent.

Die radikalste Variante unseres Gedankenexperiments existiert bereits, nur mit Ansage. Maryland hat in seinen State Parks vor mehr als 25 Jahren die Mülleimer abgebaut und bittet die Besucher seither, ihren Abfall wieder mitzunehmen. Der US National Park Service betreibt eigene Trash Free Parks, etwa am George Washington Memorial Parkway seit 2013. Die Parkverwaltung gibt für eingespielte Programme Erfolgsquoten von 80 bis 95 Prozent an, unabhängig gemessen hat das bisher niemand.

Japan zeigt dasselbe Prinzip im Alltag. Nach dem Sarin-Anschlag von 1995 verschwanden in Tokio laut der US-Militärzeitung Stars and Stripes viele öffentliche Mülleimer aus Bahnhöfen und Parks. In einer Befragung der japanischen Tourismusbehörde nannten ausländische Besucher den Mangel an Eimern Ende 2024 als größtes Ärgernis, mehr als 70 Prozent der Betroffenen gaben auf und nahmen ihren Abfall mit. Der Unterschied zur Dreisam liegt in der Ansage: Wer weiß, dass niemand hinterherräumt, plant anders.

Freiburg selbst hat ein Gegenmittel schon einmal ausprobiert. Der FreiburgCup der ASF startete 2016 als Mehrwegbecher mit Pfand, in Spitzenzeiten machten mehr als 130 Cafés und Bäckereien mit. Bis zur Ablösung durch Recup im Jahr 2021 gab die ASF 130.000 Becher aus und sparte so rund eine Million Einwegbecher ein. Pfand verschiebt die Rechnung genau an die richtige Stelle, weil der Gast beim Zurückgeben Geld bekommt.

Die zweite Stellschraube sind Kontrollen. In Freiburg kostet eine weggeworfene Kippe laut Presseberichten 100 Euro, im November 2022 leitete die Stadt binnen zwei Wochen 269 Bußgeldverfahren wegen Müll ein, davon 249 wegen Kippen. Bei Schwerpunktkontrollen im August 2026 zählte der Vollzugsdienst 32 Verstöße gegen Rauchverbot und Wegwerfverbot. Gemessen an den vollen Wiesen eines Sommerwochenendes bleibt das Risiko, erwischt zu werden, klein.

Patenschaften setzen beim psychologischen Eigentum an. Das Programm Adopt-a-Highway startete 1985 in Texas, heute pflegen dort Gruppen rund 3.300 Abschnitte von je zwei Meilen. Die Verkehrsbehörde schätzt die Ersparnis auf umgerechnet rund 2,7 bis 4,5 Millionen Euro im Jahr. Übertragen auf die Dreisam hieße das: Abschnitte mit Namen und Paten, vom Ruderclub bis zur Fachschaft.

MittelAnsatzpunktBeleg
Häufige ReinigungSauberer Ort senkt die Hemmschwelle11 statt 41 Prozent Wegwerfquote im sauberen Parkhaus (Cialdini, 1990)
Mülleimer in ReichweiteKurzer Weg zum EimerWeggeworfen wurde im Schnitt rund neun Meter vom nächsten Eimer entfernt (Keep America Beautiful)
Pfand auf MehrwegRückgabe wird belohntFreiburgCup: 130.000 Becher, rund eine Million Einwegbecher eingespart
Parks ohne Eimer mit AnsageMitnehmen wird zur Regel80 bis 95 Prozent Mitnahme, Selbstauskunft des National Park Service
PatenschaftenGefühl von EigentumAdopt-a-Highway in Texas: rund 3.300 Abschnitte, 2,7 bis 4,5 Millionen Euro Ersparnis im Jahr
Bußgeld und KontrolleStrafe beim Verursacher100 Euro je Kippe in Freiburg, 269 Verfahren in zwei Wochen im November 2022
VerpackungssteuerPreis beim KaufIn Tübingen kein messbarer Rückgang des Mülls in öffentlichen Eimern (2022)
Was gegen Vermüllung hilft und wo das Mittel ansetzt. Dollarbeträge umgerechnet zum EZB-Referenzkurs vom 07.10.2026. Quellen: Cialdini, Reno, Kallgren (1990), Keep America Beautiful (2010), ASF, National Park Service, University of Texas (2026), Badische Zeitung (14.11.2022), Universität Tübingen (2023).
Auf den Punkt

Wirksam sind Mittel, die beim Wegwerfen selbst ansetzen: Pfand belohnt die Rückgabe, eimerlose Zonen mit klarer Ansage machen das Mitnehmen zur Regel. Kontrollen wirken nur, sobald das Risiko spürbar wird.

Was würde das Experiment am Ende beweisen?

Becherglas mit zerknülltem orangem Karton und Etikett „VERSUCH 14 TAGE“ vor weißem Hintergrund
Zwei Wochen ohne Reinigung würden die Wegwerfquote erhöhen, wirksam sind Mittel, die beim Verursacher ansetzen.

Zwei Wochen ohne Reinigung würden die falsche Lektion lehren: Hier wirft jeder weg. Recht hätte das Gedankenexperiment trotzdem in seinem Kern, denn solange die Folgen des Wegwerfens nie beim Verursacher ankommen, ändert weder Steuer noch Plakat etwas.

Die Forschung ist in einem Punkt eindeutig. Ein Ufer, das zwei Wochen verdreckt, zieht weiteren Dreck an, vertreibt die Ordentlichen und hinterlässt der Stadt eine teure Großreinigung. Cialdinis Empfehlung von 1990 lautet ausdrücklich: häufig und gründlich aufsammeln. Die ASF macht an der Dreisam also genau das Richtige, auch wenn sich Steuerzahler über die Kosten ärgern.

Das Bauchgefühl hinter dem Experiment stimmt dennoch. Eine Stadt, die jeden Abend klaglos hinterherräumt, nimmt ihren Bürgern die Konsequenz ab, und eine Steuer an der Theke ändert daran nichts. Der Titel unserer Rubrik bringt das auf eine Formel: Der Staat bin ich. Die Stadtreinigung ist kein fremder Dienstleister, ihre Rechnung landet am Ende bei denselben Bürgern, die abends am Ufer sitzen.

Statt das Ufer verdrecken zu lassen, sollte Freiburg die Rückkopplung zurückholen. Ein Pfand auf Pizzakartons und Essensschalen, eimerlose Abschnitte mit klarer Beschilderung, Patenschaften für einzelne Uferstücke und Kontrollen, die man tatsächlich bemerkt, würden mehr bewirken als jede Abgabe auf den Becher. Die Dreisam bräuchte dafür keine zwei Wochen Ausnahmezustand, nur eine Stadt, die das Wegwerfen teurer macht als das Mitnehmen.

Eine Erkenntnis bleibt dem Gedankenexperiment trotzdem. Der Pizzakarton am Ufer liegt dort nicht, weil die Stadt zu viel putzt, sondern weil für den, der ihn fallen lässt, nichts passiert. Über ein sauberes Ufer entscheidet deshalb die Folge für den Verursacher, nicht die Zahl der Eimer.

Auf den Punkt

Zwei Wochen Müll würden niemanden erziehen, sondern die Wegwerfquote erhöhen. Wirksam wird Verantwortung erst, sobald die Folgen des Wegwerfens beim Verursacher landen: über Pfand, Kontrollen oder eine klare Mitnahmeregel.

Glossar: 13 wichtige Fachbegriffe rund um Littering

Ein orangefarbener Kronkorken liegt auf einem aufgeschlagenen Wörterbuch
Von Allmende bis wilder Müll: die wichtigsten Begriffe rund um Littering.

Allmende

Allmende heißt ein Gut, das einer Gemeinschaft gemeinsam gehört, ursprünglich die Dorfweide. Der Biologe Garrett Hardin beschrieb 1968, wie solche Güter übernutzt werden, weil der Nutzen beim Einzelnen liegt und der Schaden bei allen. Eine öffentliche Uferwiese folgt beim Müll demselben Muster.

Broken-Windows-Theorie

Broken-Windows-Theorie nennt man die These der US-Forscher James Q. Wilson und George Kelling von 1982, dass sichtbare Unordnung wie zerbrochene Scheiben weitere Regelverstöße nach sich zieht. Die Groninger Feldversuche von 2008 stützen die These für Müll und kleine Delikte, ihre Statistik ist umstritten.

Deskriptive Norm

Deskriptive Norm bezeichnet in der Sozialpsychologie das, was die meisten Menschen in einer Situation tatsächlich tun. Robert Cialdini zeigte 1990, dass herumliegender Müll diese Norm sichtbar macht und zum Wegwerfen einlädt. Der Gegenbegriff ist die injunktive Norm.

Einwegkunststofffonds

Einwegkunststofffonds heißt der Fonds beim Umweltbundesamt, in den Hersteller bestimmter Einwegkunststoffe seit 2024 eine Sonderabgabe zahlen. Rund 205 Millionen Euro sollen an Kommunen und öffentliche Entsorger fließen, die erste Auszahlung ist für Anfang 2027 geplant.

Infrastrukturabfälle

Infrastrukturabfälle fasst die Freiburger ASF als Sammelbegriff für Papierkorbinhalte, Straßenkehricht und wilden Müll zusammen. 2023 kamen in der Stadt 4.283 Tonnen zusammen. Die Zahl zeigt, wie viel Abfall im öffentlichen Raum anfällt, unabhängig davon, ob er im Eimer oder daneben landet.

Injunktive Norm

Injunktive Norm beschreibt, was in einer Gesellschaft als richtig oder falsch gilt, etwa dass Müll in den Eimer gehört. Verbotsschilder und Bußgelder berufen sich auf diese Norm. Gegen eine sichtbare gegenteilige Praxis vor Ort setzt sich die Norm in Experimenten oft schlecht durch.

Littering

Littering bezeichnet das achtlose Wegwerfen oder Liegenlassen kleiner Abfälle im öffentlichen Raum, etwa Kippen, Becher oder Pizzakartons. Größere illegale Ablagerungen wie Sperrmüll im Wald zählen als wilder Müll. In Baden-Württemberg ahnden die Kommunen beides als Ordnungswidrigkeit.

Mehrwegangebotspflicht

Mehrwegangebotspflicht heißt die Pflicht für Gastronomen, Speisen und Getränke zum Mitnehmen seit dem 1. Januar 2023 auch in Mehrwegverpackungen anzubieten, nicht teurer als in Einweg. Kleine Betriebe mit höchstens fünf Beschäftigten und 80 Quadratmetern Fläche sind ausgenommen.

Pack it in, pack it out

Pack it in, pack it out lautet die Regel in vielen US-Parks ohne Mülleimer: Besucher nehmen ihren Abfall selbst wieder mit. Maryland setzt das Prinzip in seinen State Parks seit mehr als 25 Jahren um, der National Park Service in seinen Trash Free Parks.

Psychologisches Eigentum

Psychologisches Eigentum nennt die Forschung das Gefühl, dass etwas einem gehört, auch ohne rechtlichen Besitz. Eine Studie von 2021 zeigte, dass Menschen öffentliche Orte mit diesem Gefühl besser pflegen. Patenschaften für Straßenabschnitte oder Grünflächen setzen auf denselben Effekt.

Synthetische Kontrollmethode

Synthetische Kontrollmethode heißt ein statistisches Verfahren, das aus mehreren Vergleichsstädten eine künstliche Kontrollstadt zusammensetzt. Die Tübinger Studie zur Verpackungssteuer verglich die Müllmengen so mit 18 Städten, darunter Freiburg. Ein Unterschied wäre der Effekt der Steuer.

Verpackungssteuer

Verpackungssteuer nennt man eine kommunale Verbrauchsteuer auf Einwegverpackungen für Speisen und Getränke zum Mitnehmen. Tübingen erhebt die Abgabe seit 2022, Konstanz seit 2025, Freiburg seit 2026 mit 50 Cent je Verpackung. Das Bundesverfassungsgericht hat die Tübinger Satzung 2024 bestätigt.

Wilder Müll

Wilder Müll bezeichnet Abfall, den jemand unerlaubt außerhalb der dafür vorgesehenen Behälter und Höfe ablädt, vom Müllsack am Straßenrand bis zum Sofa im Wald. Die Beseitigung bezahlt die Kommune. In der Freiburger Statistik zählt er zu den Infrastrukturabfällen.

FAQ: Littering: Was lernen wir, wenn die Stadt nicht mehr putzt?

Ein weißes Fragezeichen mit dem Text
Häufige Fragen zu Littering, Bußgeldern und der Freiburger Verpackungssteuer.

Was versteht man unter Littering?

Littering ist das achtlose Wegwerfen oder Liegenlassen kleiner Abfälle im öffentlichen Raum, etwa Kippen, Becher oder Pizzakartons. Größere illegale Ablagerungen heißen wilder Müll. Kippen machten laut einer VKU-Erhebung von 2016 rund 35 Prozent des Litterings in Deutschland aus.

Welches Bußgeld droht in Freiburg für Littering?

Für eine weggeworfene Kippe, einen Pappbecher oder Essensreste verlangt Freiburg laut Presseberichten 100 Euro, für zerschlagene Glasflaschen mehr. Im November 2022 leitete die Stadt binnen zwei Wochen 269 Bußgeldverfahren wegen Müll ein, 249 davon wegen Kippen.

Gilt in Freiburg eine Verpackungssteuer?

Ja, seit dem 1. Januar 2026 kosten Einwegbecher, Einwegschalen und andere Einwegverpackungen für Essen zum Mitnehmen je 50 Cent Steuer, Besteck und Strohhalme 20 Cent. Eine Ratsmehrheit will die Steuer am 20. Oktober 2026 auf Einwegbecher beschränken.

Wie lange braucht eine Zigarettenkippe, um zu zerfallen?

Unter optimalen Bedingungen ist eine Kippe nach Einschätzung der Bundesregierung nach zwei bis drei Jahren abgebaut, eine wissenschaftlich gesicherte Zahl fehlt. Das Nikotin löst sich viel schneller: Die Hälfte wird in weniger als 30 Minuten aus dem Filter ausgewaschen.

Wo landet der meiste Müll im öffentlichen Raum?

Am häufigsten in der Nähe von Imbissen und Schnellrestaurants, rund um Mülleimer und auf Parkplätzen. Diese drei Brennpunkte nannten in einer Studie für das Umweltbundesamt zwischen 64 und 69 Prozent der befragten Kommunen.

Wie kann ich in Freiburg beim Aufräumen helfen?

Die ASF gibt kostenlose Cleanup-Sets mit Greifzangen, Müllsäcken und Handschuhen aus. Den gesammelten Müll holt die ASF anschließend ab. Außerdem unterstützt das Unternehmen Aktionen wie Freiburg putzt sich raus und den World Cleanup Day im September.

Quellen

Badische Zeitung | Chef der Freiburger Abfallbehörde zur Vermüllung der Stadt: Ich habe keine Lösung (01.08.2020) | https://www.badische-zeitung.de/chef-der-freiburger-abfallbehoerde-zur-vermuellung-der-stadt-ich-habe-keine-loesung–189876981.html | besucht am 08.10.2026

Stadt Freiburg | FR.ITZ, Bevölkerungsbestand, Übersicht | https://fritz.freiburg.de/asw/asw.dll?aw=Bevoelkerung%2FBESTAND_UEBERSICHT | besucht am 08.10.2026

Universität Freiburg | Studierendenstatistik Wintersemester 2025/26 | https://uni-freiburg.de/wp-content/uploads/Uni_Freiburg_Studierendenstatistik_Wintersemester_25_26.pdf | besucht am 08.10.2026

Badische Zeitung | Nach Abi-Partys an der Dreisam bleibt viel Müll liegen (21.03.2014) | https://www.badische-zeitung.de/freiburg/nach-abi-partys-an-der-dreisam-bleibt-viel-muell-liegen–82135334.html | besucht am 08.10.2026

Abfallwirtschaft und Stadtreinigung Freiburg | Abfallwirtschaftskonzept Freiburg 2024 | https://abfallwirtschaft-freiburg.de/de/pdf_publikationen/Abfallwirtschaftskonzept_Freiburg_2024.pdf | besucht am 08.10.2026

Stadt Freiburg | Amtsblatt Nr. 795: Glasverbot sorgt für Entspannung (02.07.2021) | https://www.freiburg.de/pb/site/Freiburg/get/documents_E1553326688/freiburg/daten/news/amtsblatt/pdf/Amtsblatt_795_BF.pdf | besucht am 08.10.2026

Umweltbundesamt (ZEUS, Öko-Institut) | Status quo, Handlungspotentiale, Instrumente und Maßnahmen zur Reduzierung des Litterings | https://www.bmuv.de/fileadmin/Daten_BMU/Pools/Forschungsdatenbank/fkz_3717_34_338_0_reduzierung_littering_bf.pdf | besucht am 08.10.2026

Schultz und andere (Environment and Behavior) | Littering in Context: Personal and Environmental Predictors of Littering Behavior (2013) | https://doi.org/10.1177/0013916511412179 | besucht am 08.10.2026

Keep America Beautiful | Littering Behavior in America, Fact Sheet (2010) | https://new.columbus.gov/files/sharedassets/city/v/1/business-and-development/design-amp-construction/street-amp-road-projects/endlittering_littering_behavior.pdf | besucht am 08.10.2026

Keep America Beautiful | Cigarette Butt Litter, Fact Sheet (2010) | https://new.columbus.gov/files/sharedassets/city/v/1/business-and-development/design-amp-construction/street-amp-road-projects/endlittering_cigarette_butt_litter.pdf | besucht am 08.10.2026

Cialdini, Reno, Kallgren (Journal of Personality and Social Psychology) | A Focus Theory of Normative Conduct (1990) | https://public.websites.umich.edu/~prestos/Consumption/pdfs/Cialdinietal1990.pdf | besucht am 08.10.2026

FORRT | Replication Atlas: Cialdini, Reno, Kallgren (1990) | https://forrt.org/flora-replication-atlas/doi/10.1037/0022-3514.58.6.1015/ | besucht am 08.10.2026

Keizer, Lindenberg, Steg (Science) | The Spreading of Disorder (2008) | https://doi.org/10.1126/science.1161405 | besucht am 08.10.2026

National Geographic | The spread of disorder: can graffiti promote littering and theft? (20.11.2008) | https://www.nationalgeographic.com/science/article/the-spread-of-disorder-can-graffiti-promote-littering-and-theft | besucht am 08.10.2026

Rijksuniversiteit Groningen | Promotie Kees Keizer: The spreading of disorder (10.11.2010) | https://www.rug.nl/news/2010/10/101110_promotie_kees_keizer_spreading_disorder?lang=nl | besucht am 08.10.2026

Wicherts, Bakker (Group Processes and Intergroup Relations) | Broken windows, mediocre methods, and substandard statistics (2014) | https://research.tilburguniversity.edu/en/publications/broken-windows-mediocre-methods-and-substandard-statistics/ | besucht am 08.10.2026

Ville de Paris | Communiqué de presse, collecte des déchets (20.03.2023) | https://cdn.paris.fr/presse/2023/03/20/42bf97d4533173445b9f29967b117186.pdf | besucht am 08.10.2026

Ville de Paris | Communiqué de presse, collecte des déchets (29.03.2023) | https://cdn.paris.fr/presse/2023/03/29/cd8e3f99ee6bf5d6610ebc94da333810.pdf | besucht am 08.10.2026

KTVZ (CNN) | Parisian streets littered with trash after wave of strikes (11.03.2023) | https://ktvz.com/news/national-world/cnn-europe-mideast-africa/2023/03/11/parisian-streets-littered-with-trash-after-wave-of-strikes/ | besucht am 08.10.2026

Paris Zigzag | Grève des éboueurs suspendue (28.03.2023) | https://www.pariszigzag.fr/paris-au-quotidien/greves-eboueurs-suspendues/ | besucht am 08.10.2026

Préfecture de police (über LDH) | Arrêté du 22 mars 2023 | https://www.ldh-france.org/wp-content/uploads/2023/04/5-arrete-du-22-mars-2023.pdf | besucht am 08.10.2026

The Star | Paris holds its nose as waste piles up in strike (14.03.2023) | https://www.the-star.co.ke/news/africa/2023-03-14-paris-holds-its-nose-as-waste-piles-up-in-strike | besucht am 08.10.2026

Gerichtshof der Europäischen Union | Pressemitteilung 20/10, Rechtssache C-297/08 (04.03.2010) | https://curia.europa.eu/jcms/upload/docs/application/pdf/2010-03/cp100020en.pdf | besucht am 08.10.2026

Gerichtshof der Europäischen Union | Pressemitteilung 86/15, Rechtssache C-653/13 (16.07.2015) | https://curia.europa.eu/jcms/upload/docs/application/pdf/2015-07/cp150086en.pdf | besucht am 08.10.2026

Stuttgarter Zeitung | Streik bei der Müllabfuhr: Der Müll stapelt sich (13.03.2025) | https://www.stuttgarter-zeitung.de/lokales/stuttgart/streik-bei-der-muellabfuhr-der-muell-stapelt-sich-die-tonnen-quellen-ueber-78961874.html | besucht am 08.10.2026

American Marketing Association | Simple, No-Cost Ways to Help the Public Care for the Commons (19.11.2020) | https://www.ama.org/press-releases/press-release-from-the-journal-of-marketing-simple-no-cost-ways-to-help-the-public-care-for-the-commons/ | besucht am 08.10.2026

Garrett Hardin (Science) | The Tragedy of the Commons (1968) | https://doi.org/10.1126/science.162.3859.1243 | besucht am 08.10.2026

Nobelpreis-Stiftung | Press release: The Prize in Economic Sciences 2009 (12.10.2009) | https://www.nobelprize.org/prizes/economic-sciences/2009/press-release/ | besucht am 08.10.2026

Cox, Arnold, Villamayor Tomás (Ecology and Society) | A Review of Design Principles for Community-based Natural Resource Management (2010) | https://www.ecologyandsociety.org/vol15/iss4/art38/ | besucht am 08.10.2026

Abfallwirtschaft und Stadtreinigung Freiburg | Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2025 | https://abfallwirtschaft-freiburg.de/000115_ASF-GBNH-Bericht_OHNE_FT_2025_final.pdf | besucht am 08.10.2026

Stadt Freiburg | Städtischer Vollzugsdienst hat an der Dreisam kontrolliert (16.03.2026) | https://www.freiburg.de/pb/2570777.html | besucht am 08.10.2026

Stadt Freiburg | Vor Ort: Kommunales Konfliktmanagement | https://www.freiburg.de/pb/2350033.html | besucht am 08.10.2026

Stadt Freiburg | Satzung über die Erhebung einer Verpackungssteuer | https://www.freiburg.de/servicebw/Verpackungssteuersatzung.pdf | besucht am 08.10.2026

Stadt Freiburg | Verpackungssteuer | https://www.freiburg.de/pb/2441608.html | besucht am 08.10.2026

Stadt Freiburg | Verpackungssteuer gilt ab 1. Januar 2026 (19.12.2025) | https://www.freiburg.de/pb/2535005.html | besucht am 08.10.2026

chilli Freiburg | Müllvermeider oder Irrsinn? Verpackungssteuer ab 2026 sorgt für Unmut (14.11.2025) | https://www.chilli-freiburg.de/stadtgeplauder/wirtschaft/muellvermeider-oder-irrsinn-verpackungssteuer-ab-2026-sorgt-fuer-unmut-rathaus-bietet-support/ | besucht am 08.10.2026

Bundesverfassungsgericht | Beschluss vom 27.11.2024, 1 BvR 1726/23 (Tübinger Verpackungssteuer) | https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2024/11/rs20241127_1bvr172623.html | besucht am 08.10.2026

Universität Tübingen | Studie zur Tübinger Verpackungssteuer findet bundesweit Beachtung (13.06.2023) | https://uni-tuebingen.de/newsfullview-landingpage/article/studie-zur-tuebinger-verpackungssteuer-findet-bundesweit-beachtung/ | besucht am 08.10.2026

Stadt Konstanz | Verpackungssteuer | https://www.konstanz.de/leben+in+konstanz/umwelt/verpackungssteuer | besucht am 08.10.2026

Stadt Konstanz | Bilanz Verpackungssteuer und Mehrwegförderung (13.05.2026) | https://www.konstanz.de/service/presse/pressemitteilungen/bilanz+verpackungssteuer+und+mehrwegfoerderung | besucht am 08.10.2026

Schwarzwälder Bote | Neue Studie bezweifelt die Wirkung einer Verpackungssteuer (06.08.2026) | https://www.schwarzwaelder-bote.de/lokales/freiburg/auch-in-freiburg-ein-streitthema-eine-neue-studie-bezweifelt-die-wirkung-einer-verpackungssteuer-79363421.html | besucht am 08.10.2026

IHK Südlicher Oberrhein | Zwischenbilanz Verpackungssteuer (24.04.2026) | https://www.ihk.de/freiburg/presse/pressemitteilungen/zwischenbilanz-verpackungssteuer-7045188 | besucht am 08.10.2026

Badische Zeitung | Verpackungssteuer in Freiburg soll größtenteils gekippt werden (02.10.2026) | https://www.badische-zeitung.de/verpackungssteuer-in-freiburg-soll-groesstenteils-gekippt-werden | besucht am 08.10.2026

Staatsanzeiger | Ratsmehrheit will Freiburger Verpackungssteuer reformieren (02.10.2026) | https://www.staatsanzeiger.de/nachrichten/ratsmehrheit-will-freiburger-verpackungssteuer-reformieren/ | besucht am 08.10.2026

INFA im Auftrag des VKU | Ermittlung von Mengenanteilen und Kosten für die Sammlung und Entsorgung von Einwegkunststoffprodukten im öffentlichen Raum (2020) | https://vku.de/fileadmin/user_upload/Verbandsseite/Publikationen/2025/INFA_Studie_SUP_200818.pdf | besucht am 08.10.2026

Verband kommunaler Unternehmen | Pressetext zur Studie Einwegkunststoffe (20.08.2020) | https://kommunsense.de/wp-content/uploads/newsmappen/vku-studie-20-08-2020.pdf | besucht am 08.10.2026

Umweltbundesamt | Pressemitteilung 48/2022: Unternehmen sollen künftig für Entsorgung von Einwegplastik zahlen (30.11.2022) | https://www.umweltbundesamt.de/presse/pressemitteilungen/unternehmen-sollen-kuenftig-fuer-entsorgung-von | besucht am 08.10.2026

Umweltbundesamt | Pressemitteilung 22/2026: Einwegkunststofffonds, Auszahlung erfolgt Anfang 2027 (02.10.2026) | https://www.umweltbundesamt.de/presse/pressemitteilungen/einwegkunststofffonds-auszahlung-erfolgt-anfang | besucht am 08.10.2026

Umweltbundesamt | Mehrwegverpackungen und Mehrwegverpackungssysteme | https://www.umweltbundesamt.de/themen/abfall-ressourcen/produktverantwortung-in-der-abfallwirtschaft/verpackungen/mehrwegverpackungen-mehrwegverpackungssysteme | besucht am 08.10.2026

Deutscher Bundestag | Drucksache 19/7380: Umweltbelastung durch Zigarettenkippen (28.01.2019) | https://dserver.bundestag.de/btd/19/073/1907380.pdf | besucht am 08.10.2026

Slaughter und andere (Tobacco Control) | Toxicity of cigarette butts, and their chemical components, to marine and freshwater fish (2011) | https://doi.org/10.1136/tc.2010.040170 | besucht am 08.10.2026

Kiessling und andere (Environmental Pollution) | Plastic Pirates sample litter at rivers in Germany (2019) | https://doi.org/10.1016/j.envpol.2018.11.025 | besucht am 08.10.2026

Maryland Department of Natural Resources | Leave No Trace in Maryland State Parks | https://dnr.maryland.gov/publiclands/pages/lnt.aspx | besucht am 08.10.2026

National Park Service | George Washington Memorial Parkway: Trash Free Park | https://www.nps.gov/gwmp/planyourvisit/trashfree.htm | besucht am 08.10.2026

National Park Service | Chesapeake and Ohio Canal: Trash Free Park | https://www.nps.gov/choh/planyourvisit/trash-free-park.htm | besucht am 08.10.2026

Stars and Stripes | Tokyo trash cans disappear from train stations for safety reasons (28.04.2022) | https://www.stripes.com/theaters/asia_pacific/2022-04-28/tokyo-trash-cans-metro-train-station-safety-reasons-5825899.html | besucht am 08.10.2026

Japan Tourism Agency | Befragung ausländischer Besucher zu Unannehmlichkeiten in Japan (18.04.2025) | https://www.mlit.go.jp/kankocho/content/001882886.pdf | besucht am 08.10.2026

Abfallwirtschaft und Stadtreinigung Freiburg | Mehrwegbecher FreiburgCup | https://freiburgcup.de/de/news.php | besucht am 08.10.2026

FRIMP | Sauberkeitskampagne: Empfindliche Strafen schon für weggeworfene Zigarette (26.10.2022) | https://www.frimp.de/redaktion-frimp/sauberkeitskampagne-empfindliche-strafen-schon-fuer-weggeworfene-zigarette-1/ | besucht am 08.10.2026

Badische Zeitung | 269 Bußgeldverfahren wegen Müll-Verstößen in Freiburg in nur zwei Wochen (14.11.2022) | https://www.badische-zeitung.de/269-bussgeldverfahren-wegen-muell-verstoessen-in-freiburg-in-nur-zwei-wochen | besucht am 08.10.2026

Stadt Freiburg | Schwerpunktkontrollen des Vollzugsdienstes (19.08.2026) | https://www.freiburg.de/pb/2637554.html | besucht am 08.10.2026

Center for Transportation Research, University of Texas | Adopt-a-Highway Program Study (2026) | https://dontmesswithtexas.org/wp-content/uploads/dlm_uploads/2026/08/2026-AAH-Full-Study.pdf | besucht am 08.10.2026

Europäische Zentralbank | Euro foreign exchange reference rates (07.10.2026) | https://www.ecb.europa.eu/stats/policy_and_exchange_rates/euro_reference_exchange_rates/ | besucht am 08.10.2026

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