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Körber will die Fertigung von Brief- und Paketsortiermaschinen in Konstanz laut Südkurier schließen, Gespräche über eine Verlagerung ins Ausland laufen demnach bereits. An dem Standort arbeiten 450 Menschen. Schon 2024 stand die Produktion vor dem Aus, im Dezember entschied sich der Hamburger Konzern dann für den Weiterbetrieb.

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Die Körber-Fertigung in Konstanz steht erneut auf der Kippe, berichtete der Südkurier am Abend des 12. Oktober.[1] Eine eigene Mitteilung mit Stellenzahl oder Zeitplan hat Körber bisher nicht veröffentlicht.

Das Wichtigste in Kürze

  • Laut Südkurier will Körber die Produktion in Konstanz schließen und prüft eine Verlagerung ins Ausland.
  • Am Standort im Konstanzer Industriegebiet arbeiten 450 Menschen an Sortiermaschinen für Briefe und Päckchen.
  • Körber hatte das Post- und Paketgeschäft 2022 für 1,15 Milliarden Euro von Siemens übernommen.
  • Die Bundesnetzagentur nennt stark sinkende Briefmengen als Hauptgrund für das steigende Porto.

Was ist über die Pläne für Konstanz bekannt?

Rollregal mit Fächern, orangefarbenem Schild „AUSLAND?“ und Kompass davor auf weißem Grund
Körber-Werk fertigt Sortieranlagen für Post und Paketdienste. Produktion könnte verlagert werden, Zielland unbekannt

Das Werk gehört zur Körber Supply Chain Logistics GmbH und fertigt Anlagen, mit denen Postgesellschaften und Paketdienste Sendungen sortieren. Nach Angaben des Südkurier könnte die Produktion dort enden.[1] Ein Zielland für die Verlagerung ist bisher nicht bekannt.

Der Fall steht damit auf der ersten Stufe: Ein Zeitungsbericht liegt vor, ein Beschluss des Konzerns oder eine Einigung mit dem Betriebsrat noch nicht. Offen bleibt auch, wie viele der 450 Arbeitsplätze am Standort auf die Fertigung entfallen.

Warum gerät das Geschäft mit Briefsortierung unter Druck?

Siemens verkaufte sein Post- und Paketgeschäft mit Sitz in Konstanz 2022 für 1,15 Milliarden Euro an Körber. Die Sparte kam damals mit rund 1.200 Beschäftigten auf einen Jahresumsatz von etwa 500 Millionen Euro.[2] Heute gehört die Sparte zum Körber-Geschäftsfeld Supply Chain, der Konzern beschäftigt weltweit rund 13.000 Menschen an mehr als 100 Standorten.[3]

Mit den Briefen schrumpft der Markt für Briefsortierung. „Wesentlicher Grund für das steigende Porto sind die stark abnehmenden Briefmengen“, sagte Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur, am 12. Oktober.[4] Als Ursachen nennt die Behörde die digitale Kommunikation von Unternehmen, Behörden und Verbrauchern sowie die E-Rechnung, die ab 2028 für alle Unternehmen Pflicht wird.

Die Bundesnetzagentur will der Deutschen Post deshalb ab 2027 beim Briefporto einen Spielraum von durchschnittlich 20,35 Prozent erlauben. Für die Hersteller der Anlagen zählt die Kehrseite: Postgesellschaften mit sinkender Briefmenge dürften seltener neue Sortiertechnik kaufen.

Körber in Konstanz: vier Jahre nach dem Zukauf
Was über den Standort für Sortiermaschinen bekannt ist und wo der Fall heute steht
450
Menschen arbeiten laut Südkurier am Standort im Konstanzer Industriegebiet an Sortiermaschinen
1,15 Mrd. €
zahlte Körber 2022 an Siemens für das Post- und Paketgeschäft mit damals rund 1.200 Beschäftigten
+20,35 %
Porto-Spielraum will die Bundesnetzagentur der Deutschen Post ab 2027 erlauben, weil die Briefmengen stark sinken
Von der Übernahme bis zum Bericht
Februar 2022
Siemens kündigt den Verkauf seines Post- und Paketgeschäfts an Körber an.
Juli 2024
Pläne, die Fertigung in Konstanz zu schließen, werden bekannt, die IG Metall ruft zum Protest auf.
Dezember 2024
Körber führt die Produktion in Konstanz fort.
Oktober 2026
Laut Südkurier prüft Körber erneut die Schließung und eine Verlagerung ins Ausland.
Offen
Ein Beschluss und Verhandlungen mit dem Betriebsrat stehen noch aus.

Was bedeutet das für Konstanz und die Region?

Im Juli 2024 waren Pläne bekannt geworden, die Fertigung in Konstanz zu schließen. Die IG Metall warnte damals, das Aus für die Produktion könne erst der Anfang sein, Körber betonte, am Standort festzuhalten.[5] Im Dezember 2024 meldete der Südkurier den Weiterbetrieb und zählte die Arbeitsplätze zu den letzten Industrie-Jobs in Konstanz.[6]

In Baden-Württemberg häufen sich Werksschließungen und Verlagerungen. Nidec will die Fertigung in Bietigheim-Bissingen schließen, IMS Gear plant das Aus für sein Werk in Donaueschingen-Aasen. Bei der Walter AG in Münsingen streikte die IG Metall um die Bedingungen für 160 verlagerte Stellen.

Betreiber von Sortieranlagen in Brief- und Paketzentren klären am besten früh, wer Wartung und Ersatzteile künftig liefert und von welchem Standort aus. Zulieferer und Dienstleister rund um Konstanz prüfen ihre Abhängigkeit: Welcher Anteil ihres Umsatzes hängt am Körber-Werk?

Quellen

6 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. SüdkurierKörber will Produktion in Konstanz dicht machen12.10.2026
  2. SiemensNeuer strategischer Eigentümer für das Post- und Paketgeschäft von Siemens Logistics09.02.2022
  3. KörberÜber uns (abgerufen am 13.10.2026)
  4. BundesnetzagenturBundesnetzagentur veröffentlicht geplanten Spielraum für Porti12.10.2026
  5. SüdkurierSorge um hundert oder mehr Arbeitsplätze: Körber plant am Standort Konstanz offenbar Stellenabbau05.07.2024
  6. SüdkurierGute Nachricht vor Weihnachten: Arbeitsplätze bei Körber sind vorerst gerettet17.12.2024

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