Die Bürokratiekosten deutscher Unternehmen sind zwischen 2022 und 2024 von 5 auf rund 7 Prozent des Umsatzes gestiegen, belegt eine Umfrage der Bundesbank unter etwa 7.000 Firmen. Schweden beschäftigt anteilig mehr als doppelt so viele Menschen im Staatsdienst wie Deutschland und dient dem ifo-Institut trotzdem als Maßstab für schlanke Verfahren. Eine einfache Zinseszinsrechnung zeigt, dass ein halber Prozentpunkt weniger Wachstum nach 50 Jahren gut ein Fünftel der Wirtschaftsleistung kostet.

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Volkswirtschaftlich zählt die Arbeitszeit, die in Pflichten fließt, sowie Investitionen und Gründungen, die wegen der Bürokratie ausbleiben. Hier lesen Sie, wie Ökonomen diesen Schaden messen, warum er sich lange unbemerkt aufsummiert und was die skandinavischen Länder anders machen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die direkten Bürokratiekosten aus Bundesrecht lagen 2024 bei 65 Milliarden Euro, 1,5 Prozent der Wirtschaftsleistung. Mit EU-, Landes- und Kommunalrecht rechnet der Sachverständigenrat auf 193 Milliarden Euro hoch.
  • Bürokratie kostet Wachstum über gebundene Arbeitszeit, langwierige Genehmigungen, aufgeschobene Investitionen und eine geringere Produktivität. Kleine Unternehmen und Gründer tragen die Last überproportional.
  • Der Schaden summiert sich wie ein Zinseszins: Ein Prozentpunkt weniger Wachstum pro Jahr ergäbe nach 50 Jahren eine um fast 39 Prozent kleinere Wirtschaft.
  • Norwegen, Schweden und Dänemark beschäftigen anteilig mehr als doppelt so viele Menschen beim Staat wie Deutschland, stehen in Wettbewerbsrankings aber besser da. Der Unterschied liegt im Tempo und in der Digitalisierung der Verwaltung.
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Wie gut kennen Sie die Kosten der Bürokratie?
5 Fragen aus dem Artikel. Wählen Sie Ihre Antwort, dann decken Sie die Lösung auf.
1 Wie hoch waren 2024 die direkten Bürokratiekosten, die Unternehmen aus Bundesrecht entstanden? Aufklappen ↓
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Richtig: B. Das Statistische Bundesamt beziffert die Kosten aus Informationspflichten nach Bundesrecht auf 65,0 Milliarden Euro, laut Sachverständigenrat 1,5 Prozent des BIP. Mit EU-, Landes- und Kommunalrecht rechnet der Sachverständigenrat auf 193 Milliarden Euro hoch.
2 Welches Land dient dem ifo-Institut als Maßstab für schlanke Verfahren? Aufklappen ↓
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Richtig: A. Schweden hatte im ifo-Bürokratie-Index den niedrigsten Wert. Eine Reform in der Größenordnung des Abstands zu Schweden hätte Deutschland laut ifo von 2015 bis 2022 im Schnitt 146 Milliarden Euro mehr Wirtschaftsleistung pro Jahr gebracht.
3 Um wie viel kleiner wäre eine Volkswirtschaft nach 50 Jahren, die jährlich um 1 statt um 2 Prozent wächst? Aufklappen ↓
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Richtig: C. Der Zinseszins wirkt auch nach unten: Nach 50 Jahren läge die langsamere Wirtschaft um fast 39 Prozent zurück. Schon ein halber Prozentpunkt weniger Wachstum würde gut ein Fünftel der Wirtschaftsleistung kosten.
4 Welcher Anteil aller Arbeitsstunden fließt laut Sachverständigenrat hochgerechnet in bürokratische Informationspflichten? Aufklappen ↓
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Richtig: A. Allein für Pflichten aus Bundesrecht wendeten Unternehmen 2024 rund 1,02 Milliarden Arbeitsstunden auf, 1,7 Prozent aller Stunden. Hochgerechnet auf alle Rechtsebenen ergeben sich 4,9 Prozent.
5 In welchem dieser Länder arbeitet der größte Anteil der Erwerbstätigen für den Staat? Aufklappen ↓
Auflösung aufdecken ↓
Richtig: C. In Norwegen arbeiteten zuletzt 30,1 Prozent aller Erwerbstätigen im Staatssektor, in Dänemark 27,3 und in Deutschland 11,5 Prozent. 2025 gab Deutschland gemessen am BIP trotzdem etwas mehr aus als Norwegen, Schweden und Dänemark.

Wie viel kostet die Bürokratie die deutsche Wirtschaft?

Bonsai in weißer Schale vor weißem Grund mit Büroklammern an Ästen und Schild „GENEHMIGT“
Bürokratiekosten für Unternehmen: zwischen 65 und 193 Milliarden Euro jährlich, je nach Messkonzept und Bundesrecht

Je nach Messkonzept kostet die Bürokratie die Unternehmen direkt zwischen 65 und 193 Milliarden Euro im Jahr. Amtlich gemessen sind nur die 65 Milliarden Euro aus Bundesrecht. Das ifo-Institut beziffert die entgangene Wirtschaftsleistung auf durchschnittlich 146 Milliarden Euro im Jahr.

Das Statistische Bundesamt misst die Bürokratiekosten nach dem Standardkosten-Modell. Für jede Pflicht aus Bundesrecht, etwa eine Meldung, einen Nachweis oder eine Statistik, multiplizieren die Statistiker den Zeitaufwand je Fall mit dem Lohnsatz und der Zahl der Fälle, dazu kommen Sachkosten. Anfang 2012 ergab diese Rechnung 50,4 Milliarden Euro im Jahr, zum 31. März 2025 bereits 65,0 Milliarden Euro. Die Zahl der Informationspflichten stieg im selben Zeitraum von 10.073 auf 12.142.

Der Sachverständigenrat Wirtschaft nennt die 65 Milliarden Euro in seinem Jahresgutachten 2025/26 eine Untergrenze. Für Pflichten aus EU-Verordnungen, Landesrecht und kommunalen Satzungen fehlen vergleichbare Kostenschätzungen. In einer Befragung des ifo-Instituts für das Bundesfinanzministerium führten Unternehmen nur rund ein Drittel ihrer bürokratischen Anforderungen auf den Bund zurück. Proportional hochgerechnet kämen die direkten Kosten aus Informationspflichten damit auf 193 Milliarden Euro.

Einen anderen Weg geht KfW Research. Im KfW-Mittelstandspanel schätzen rund 10.000 kleine und mittlere Unternehmen ihren Zeitaufwand für sämtliche gesetzlichen Vorgaben, vom Steuerformular bis zum Datenschutz. Für 2023 kamen im Schnitt 32 Arbeitsstunden im Monat zusammen, rund sieben Prozent der Arbeitszeit. Bewertet mit den durchschnittlichen Arbeitskosten ergibt das 61 Milliarden Euro im Jahr, allein für den Mittelstand.

Fünf Zahlen, fünf Messkonzepte
So unterschiedlich beziffern Statistiker, Forscher und Unternehmen die Kosten der Bürokratie in Deutschland. Jede Zahl beruht auf einer anderen Messgröße, addieren lassen sich die Werte deshalb nicht.
Amtlich gemessen
65 Mrd. €
Direkte Kosten aus Bundesrecht, 2024
Statistisches Bundesamt, Standardkosten-Modell: nur Informationspflichten wie Meldungen, Nachweise und Statistiken
Hochgerechnet
193 Mrd. €
Mit EU-, Landes- und Kommunalrecht
Sachverständigenrat: proportionale Hochrechnung, weil Unternehmen nur ein Drittel ihrer Pflichten dem Bund zuordnen
Simuliert
146 Mrd. €
Weniger Wirtschaftsleistung pro Jahr
ifo-Institut: Rückrechnung für 2015 bis 2022, falls Deutschland seine Bürokratie auf das Niveau Schwedens gesenkt hätte
Von Firmen geschätzt
61 Mrd. €
Arbeitszeit im Mittelstand, 2023
KfW Research: 32 Stunden pro Monat und Betrieb für alle gesetzlichen Vorgaben, bewertet mit Arbeitskosten
Von Firmen geschätzt
7 %
Anteil am Umsatz, 2024
Bundesbank: Befragung von rund 7.000 Unternehmen, 2022 lag der Wert noch bei 5 Prozent

Das ifo-Institut misst etwas anderes: die entgangene Wirtschaftsleistung. Für eine Studie im Auftrag der IHK für München und Oberbayern verglichen die Münchner Ökonomen 27 Länder, die ihren Bürokratieaufwand in einem großen Schritt gesenkt hatten, mit Ländern ohne solche Reform. Im Schnitt lag die Wirtschaftsleistung pro Kopf danach um 4,6 Prozent höher als ohne Reform, zehn Jahre nach der Reform um 8,3 Prozent.

Die viel zitierten 146 Milliarden Euro stammen aus einer Rückrechnung. Hätte Deutschland 2015 eine Reform in der Größenordnung seines Abstands zum Spitzenreiter Schweden umgesetzt, wäre die Wirtschaftsleistung von 2015 bis 2022 im Schnitt um diesen Betrag pro Jahr höher ausgefallen, rund 1.770 Euro pro Kopf. „Die Kosten von Nichtstun sind riesig, gemessen am Wachstumspotenzial, das im Bürokratieabbau schlummert“, sagt ifo-Forscher Oliver Falck. Mit den amtlichen 65 Milliarden Euro lässt sich die Zahl nicht verrechnen, weil sie für ausbleibendes Wachstum steht.

Die Bundesbank schließlich hat die Unternehmen selbst rechnen lassen. In einer Umfrage ihres Unternehmenspanels unter rund 7.000 Firmen stieg der Anteil der Bürokratiekosten am Umsatz von durchschnittlich 5 Prozent im Jahr 2022 auf rund 7 Prozent im Jahr 2024. Das Institut der deutschen Wirtschaft bestätigt den Trend: Ende 2025 meldeten 78,5 Prozent der Unternehmen mehr Aufwand als drei Jahre zuvor, nur 1,5 Prozent meldeten weniger.

Kurz gemerkt

Amtlich belegt sind 65 Milliarden Euro im Jahr, eine Untergrenze. Hochrechnungen wie Befragungen kommen auf deutlich mehr, der Aufwand steigt.

Wie bremst Bürokratie das Wachstum?

Eine Schnecke trägt einen grünen Ordner mit der Aufschrift „EILT“ auf dem Gehäuse
Genehmigungen nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz dauern im Schnitt sechs Monate länger, als das Gesetz vorsieht.

Bürokratie bremst das Wachstum auf vier Wegen: über gebundene Arbeitskräfte, lange Verfahren, aufgeschobene Investitionen und eine geringere Produktivität. Zusammen kosten diese Effekte jedes Jahr einen Teil der möglichen Wirtschaftsleistung.

Stunden, die im Betrieb fehlen

Die gebundene Arbeitszeit lässt sich am genauesten beziffern. Für die Informationspflichten aus Bundesrecht wendeten Unternehmen 2024 rund 1,02 Milliarden Arbeitsstunden auf, 1,7 Prozent aller in Deutschland geleisteten Stunden. Mit den Pflichten aus EU-, Landes- und Kommunalrecht kommt der Sachverständigenrat hochgerechnet auf 4,9 Prozent. In Zeiten des Fachkräftemangels fehlen diese Stunden in Werkstatt, Vertrieb und Entwicklung.

Manche Pflichten erfordern eigenes Personal. In der Befragung des Instituts der deutschen Wirtschaft gaben 18,4 Prozent der Unternehmen an, in den drei Jahren zuvor neue Stellen für gesetzliche Berichts- und Dokumentationspflichten geschaffen zu haben, unter den Firmen ab 250 Beschäftigten 72,5 Prozent. Nach einer Betriebsbefragung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung aus dem ersten Quartal 2025 mussten Betriebe binnen drei Jahren hochgerechnet rund 325.000 Arbeitskräfte zusätzlich einstellen, um gewachsene Vorgaben zu bewältigen.

Genehmigungen, die länger dauern als erlaubt

Hinzu kommt Zeit, die Projekte verlieren. Für Anlagen, die nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz genehmigt werden müssen, sieht das Gesetz Fristen von drei bis sieben Monaten vor. Eine Auswertung des Industrieverbands BDI von rund 250 Verfahren aus 27 Branchen ergab, dass die Genehmigungen im Schnitt sechs Monate länger dauerten. Die gesetzliche Frist läuft zudem erst, sobald alle Unterlagen vorliegen. Bis dahin vergingen im Mittel elf Monate.

VerfahrenDauerEinordnung
Genehmigung einer Industrieanlage nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz3 bis 7 Monate laut Gesetz, tatsächlich im Schnitt 6 Monate längerAuswertung des BDI von rund 250 Verfahren
Genehmigung einer Windkraftanlage an Land22 Monate im Jahr 2024, 2018 noch 30 MonateSchneller durch Standardisierung und einfachere Verfahren
Eintrag einer neu gegründeten GmbH ins HandelsregisterMedian 35 Tage im Jahr 2021, gemessen an Start-up-GründungenOnline gegründete GmbHs sollen heute in der Regel binnen zehn Werktagen eingetragen sein, mit Musterprotokoll binnen fünf
Neubauwohnung von der Genehmigung bis zur Fertigstellung27 Monate im Jahr 2025, 2020 noch 20 MonateMisst die gesamte Bauzeit, nicht nur Verwaltungsverfahren
Tesla-Fabrik in Grünheide843 Tage von der Ankündigung bis zum GenehmigungsbescheidGebaut wurde parallel mit vorzeitigen Zulassungen auf eigenes Risiko
Neubau der Talbrücke Rahmede an der A4526 Monate Bauzeit bis zur Freigabe des ersten TeilsSonderfall mit beschleunigtem Baurecht
So lange dauern ausgewählte Verfahren in Deutschland. Quellen: Sachverständigenrat Wirtschaft (BDI-Auswertung, Windkraft, Handelsregister), Handelsregisterverordnung, Statistisches Bundesamt, Landesregierung Brandenburg, Die Autobahn GmbH des Bundes.

Die Behörden sehen die Ursachen vor allem in überkomplexen Vorgaben, Personalmangel und fehlender Digitalisierung. Hinzu kommen Engpässe außerhalb der Ämter: In einer Befragung für den Normenkontrollrat nannten 95 Prozent der Beschäftigten von Immissionsschutzbehörden unvollständige Unterlagen als starkes Hemmnis, gut 70 Prozent zu wenige Gutachterbüros. Wie Landesbauordnungen und Normen den Wohnungsbau bremsen, haben wir gesondert untersucht.

Regeln, die sich ständig ändern

Auch die Unsicherheit kostet. Allein 2024 traten 121 neue bundesrechtliche Informationspflichten in Kraft, 24 fielen weg, 140 bestehende Pflichten änderten sich inhaltlich. Sind Vorgaben ständig im Fluss, warten Unternehmen mit Investitionen lieber ab oder lassen Projekte ganz fallen. Der Sachverständigenrat beschreibt dieses Abwarten als mögliche Reaktion auf schwer berechenbare Vorschriften.

Produktivität, die langsamer wächst

Am schwersten wiegt der Verlust an Produktivität. Die Bundesbank hat aus ihrer Firmenbefragung hochgerechnet, dass die gestiegene Bürokratie das gesamtwirtschaftliche Produktivitätswachstum zwischen 2022 und 2024 um etwa 0,5 Prozentpunkte gedrückt haben könnte. Der Sachverständigenrat erklärt den Mechanismus: Bürokratie erschwert Markteintritte und Marktaustritte, Kapital und Arbeit wandern dadurch langsamer von weniger produktiven zu produktiveren Unternehmen.

Eine Vergleichsstudie über 22 europäische Volkswirtschaften beziffert den Effekt: Sänke die Dauer von Verwaltungsverfahren vom Niveau Italiens auf das Norwegens, würden die Markteintritte um 6,4 Prozent steigen, die Marktaustritte um 5,4 Prozent. Mehr Gründungen und mehr Schließungen klingen widersprüchlich, kennzeichnen aber eine lebendige Wirtschaft, in der gute Ideen schneller Platz finden.

Auf den Punkt
  • Arbeitszeit: 1,7 Prozent aller Arbeitsstunden fließen in Pflichten aus Bundesrecht, mit allen Rechtsebenen hochgerechnet 4,9 Prozent.
  • Verfahren: Anlagengenehmigungen dauern im Schnitt sechs Monate länger, als das Gesetz vorsieht.
  • Produktivität: Die Bundesbank beziffert den möglichen Verlust für 2022 bis 2024 auf etwa 0,5 Prozentpunkte Produktivitätswachstum.

Warum trifft Bürokratie kleine Firmen härter?

Grüne Schubkarre transportiert grauen Leitz-Ordner mit Aufschrift „PFLICHTEN“ vor weißem Hintergrund
Im kleinsten untersuchten Maschinenbaubetrieb kostete Bürokratie 6,3 Prozent des Umsatzes, in den größeren 1,3 und 1,6 Prozent.

Viele Pflichten verursachen Fixkosten. Eine Datenschutzdokumentation oder eine Steuermeldung macht einem Betrieb mit zehn Beschäftigten fast so viel Arbeit wie einem Konzern. Kleine Firmen verteilen diesen Aufwand aber auf viel weniger Umsatz und zahlen deshalb relativ am meisten.

Das Institut für Mittelstandsforschung Bonn hat das für den Maschinen- und Anlagenbau an drei Fallbeispielen durchgerechnet, einschließlich der Vorgaben von EU, Ländern und Kommunen. Beim kleinsten Betrieb mit 150 Beschäftigten und 35 Millionen Euro Umsatz summierten sich die Bürokratiekosten auf 2,18 Millionen Euro im Jahr, 6,3 Prozent des Umsatzes. Die beiden größeren Unternehmen kamen auf 1,3 und 1,6 Prozent. Bei der kleinsten Firma überstiegen die Kosten damit die durchschnittliche Bruttoumsatzrendite der Branche von 5,5 Prozent.

Das KfW-Mittelstandspanel zeigt dasselbe Gefälle in der Arbeitszeit. Solo-Selbstständige verwenden im Schnitt 8,7 Prozent ihrer Zeit auf bürokratische Pflichten, Betriebe mit weniger als fünf Beschäftigten 7,7 Prozent, Unternehmen ab 50 Beschäftigten 3,0 Prozent. Als besonders aufwendigen Bereich nannten 70 Prozent der befragten Mittelständler die Steuerangelegenheiten, mehr als jeden anderen.

Die Bundesbank hat den Zusammenhang mit der Produktivität geschätzt. Stieg der Anteil der Bürokratiekosten am Umsatz um einen Prozentpunkt, sank der Umsatz je Beschäftigten um rund 3 Prozent. Statistisch belastbar ist dieser Befund allerdings nur für kleine Firmen, bei denen jede Stunde für Bürokratie direkt dem Kerngeschäft fehlt.

Viele Pflichten greifen erst ab einer bestimmten Betriebsgröße. Einen Datenschutzbeauftragten etwa brauchen Unternehmen, sobald mindestens 20 Personen ständig personenbezogene Daten automatisiert verarbeiten. An solchen Schwellen steigen die Kosten sprunghaft, was nach Einschätzung des Sachverständigenrats die Anreize zum Wachsen verzerren kann.

Besonders früh trifft die Last Gründer. In Estland lässt sich eine Kapitalgesellschaft vollständig online gründen. Die Registrierung kostet 265 Euro, die Behörden entscheiden binnen fünf Werktagen. Eine deutsche GmbH-Gründung kostet nach Schätzung der IHK München mindestens 1.000 Euro, beteiligt sind Notar, Amtsgericht, Gewerbeamt und Finanzamt. Nach dem KfW-Gründungsmonitor 2026 verbringen Gründer im Schnitt 5,1 Stunden pro Woche mit Bürokratie, ein Viertel ihrer Arbeitszeit.

Kurz gemerkt

Bürokratie wirkt wie eine Pauschale, die fast jeder Betrieb in ähnlicher Höhe zahlt. Gemessen am Umsatz wiegt diese Pauschale deshalb am schwersten für Solo-Selbstständige, kleine Firmen und Gründer, also für die Unternehmen, aus denen die Marktführer von morgen wachsen sollen.

Warum investieren Unternehmen weniger?

Grünes Sparschwein in Form eines Rollkoffers mit einem Kofferanhänger vor weißem Hintergrund
Fast die Hälfte der befragten Unternehmen hat geplante Investitionen wegen Bürokratie zurückgestellt.

Bürokratie verteuert Projekte und macht sie schwer kalkulierbar. In einer ifo-Befragung für das Bundesfinanzministerium sahen 63 Prozent der Unternehmen einen negativen Einfluss der Bürokratie auf ihre Investitionen. Ein Teil der Vorhaben wandert ins Ausland, ein Teil unterbleibt ganz.

Bürokratiekosten wirken wie eine Steuer auf Produktion und Kapital. Die Ökonomen Bruno Pellegrino und Geoffery Zheng haben Befragungsdaten von knapp 15.000 Unternehmen aus sieben europäischen Ländern ausgewertet. Nach ihrem Modell senken bürokratische Hemmnisse, die den Kapitaleinsatz verteuern, die Wirtschaftsleistung in Deutschland um durchschnittlich 0,17 Prozent des BIP pro Jahr, zu gut zwei Dritteln über zu niedrige Investitionen. In Frankreich beziffert dieselbe Rechnung den Verlust auf 3,9 Prozent, in Italien auf 0,8 und in Spanien auf 0,3 Prozent.

Der Sachverständigenrat vermutet, dass solche Modelle die Effekte unterschätzen, weil sie nur einzelne Kostenarten abbilden und etwa den Aufwand für Gründungen auslassen. Ein Team um den Ökonomen Alberto Alesina ermittelte 2005 in einer Studie über OECD-Länder größere Effekte. Sänken die Hürden für den Markteintritt vom dritten auf das erste Viertel der Stichprobe, lägen die Investitionen langfristig um 1,7 bis 2,4 Prozentpunkte des Kapitalstocks höher.

Der Jahresmonitor der Stiftung Familienunternehmen zeigt, wie verbreitet das Abwarten ist. In der Befragung des ifo-Instituts vom Sommer 2024 gaben 45,6 Prozent der Unternehmen an, in den zwei Jahren zuvor geplante Investitionen wegen bürokratischer Anforderungen zurückgestellt zu haben. Für die folgenden zwei Jahre erwarteten das 38,5 Prozent.

Wegen der Bürokratie planten 17,8 Prozent der befragten Firmen, Investitionen oder Unternehmensteile ins Ausland zu verlagern, unter den Unternehmen mit mindestens 250 Beschäftigten etwa jedes vierte. In der Investitionsumfrage der Europäischen Investitionsbank von 2025 nannten 83 Prozent der deutschen Unternehmen Regulierung als Hindernis für Investitionen, Fachkräftemangel und Energiekosten allerdings noch häufiger.

Unsichtbar bleiben die Gründungen, die gar nicht erst stattfinden. Im letzten Doing-Business-Vergleich der Weltbank, der Ausgabe 2020, lag Deutschland beim Aufwand für eine Unternehmensgründung auf Platz 125 von 190 Ländern. In den OECD-Indikatoren zur Produktmarktregulierung von 2023 belegt Deutschland bei den Verwaltungsanforderungen für Gründungen Rang 36 von 38 Mitgliedsländern, nur Japan und Costa Rica schneiden schlechter ab. Weniger Gründungen bedeuten weniger Wettbewerb, etablierte Anbieter können dann höhere Preise durchsetzen.

Auf den Punkt
  • Stille Steuer: Bürokratiekosten verteuern Kapital und Produktion, ohne dass der Staat daraus Geld einnimmt.
  • Aufgeschoben: Fast die Hälfte der befragten Unternehmen hat Investitionen wegen Bürokratie zurückgestellt, fast jedes fünfte plant Verlagerungen ins Ausland.
  • Fehlende Gründungen: Bei den Verwaltungsanforderungen für Gründungen liegt Deutschland im OECD-Vergleich auf Rang 36 von 38.

Warum zeigt sich der Schaden so spät?

Zwei Tontöpfe mit Grünpflanzen und Holzschildern mit
Ein Prozentpunkt weniger Wachstum pro Jahr ergäbe nach 50 Jahren eine um fast 39 Prozent kleinere Wirtschaft.

Bürokratie drückt das Wachstum Jahr für Jahr nur um Bruchteile eines Prozentpunkts. Einzeln fällt ein solcher Abschlag in keiner Konjunkturprognose auf, über Jahrzehnte summiert er sich wie ein Zinseszins mit umgekehrtem Vorzeichen.

Ein Rechenbeispiel: Angenommen, zwei Volkswirtschaften starten mit derselben Wirtschaftsleistung. Die eine wächst real um 2 Prozent im Jahr, die andere um 1 Prozent. Nach zehn Jahren wäre die langsamere um gut 9 Prozent kleiner, nach 25 Jahren um knapp 22 Prozent, nach 50 Jahren um fast 39 Prozent. Schon ein halber Prozentpunkt Unterschied würde nach 50 Jahren gut ein Fünftel der Wirtschaftsleistung kosten.

Der Zinseszins der Bürokratie
Rechenbeispiel: Eine Volkswirtschaft startet mit einer Wirtschaftsleistung von 100 und wächst jährlich um 2,0, 1,5 oder 1,0 Prozent. So groß wäre die Wirtschaftsleistung nach 10, 25 und 50 Jahren.
2,0 Prozent Wachstum im Jahr
1,5 Prozent, ein halber Prozentpunkt weniger
1,0 Prozent, ein Prozentpunkt weniger
Nach 10 Jahren
2,0 %
121,9
1,5 %
116,1−4,8 %
1,0 %
110,5−9,4 %
Nach 25 Jahren
2,0 %
164,1
1,5 %
145,1−11,6 %
1,0 %
128,2−21,8 %
Nach 50 Jahren
2,0 %
269,2
1,5 %
210,5−21,8 %
1,0 %
164,5−38,9 %

Anders als ein Unternehmen scheidet eine Volkswirtschaft nicht aus dem Markt aus, sobald sie an Wettbewerbsfähigkeit verliert. Der Rückstand wächst still und wird erst im Vergleich mit schnelleren Konkurrenten sichtbar, bei Löhnen, Steuereinnahmen und Investitionen, die anderswo landen.

Eine Schätzung für die USA zeigt, wie groß der Effekt werden kann. Die Ökonomen Bentley Coffey, Patrick McLaughlin und Pietro Peretto werteten dafür die Menge der Bundesvorschriften in 22 Branchen von 1977 bis 2012 aus. Demnach hat der Zuwachs an Regulierung das Wachstum seit 1980 um rund 0,8 Prozentpunkte pro Jahr gedämpft. Mit Vorschriften auf dem Stand von 1980 wäre die US-Wirtschaft 2012 fast ein Viertel größer gewesen, umgerechnet zum heutigen Kurs rund 3,5 Billionen Euro oder gut 11.400 Euro pro Kopf.

Die Zahl ist eine Modellschätzung aus dem Umfeld des marktliberalen Mercatus Center. Der dort entwickelte Datensatz RegData zählt verpflichtende Wörter wie „shall“ und „must“ in den Vorschriften. Kritiker bemängeln, dass dieselbe Pflicht so mehrfach in die Zählung eingehen kann. Die Autoren betonen selbst, dass ihre Rechnung keine Kosten-Nutzen-Abwägung ist, denn Nutzen wie saubere Luft taucht im BIP größtenteils nicht auf.

In der Redaktion greifen wir für diesen Effekt gern zum Bild eines Bonsais. Der Baum bleibt gesund und treibt jedes Jahr aus, doch der Gärtner schneidet ihn Jahr für Jahr zurück und hält seine Äste mit Draht in Form. Ein Bonsai stirbt nicht an der Schere, er bleibt nur klein. Bürokratie wirkt auf eine Volkswirtschaft ähnlich: Die Wirtschaft lebt und wächst, nur eben unter ihren Möglichkeiten.

Kurz gemerkt

Ein halber Prozentpunkt weniger Wachstum fällt in keinem Quartalsbericht auf, kostet nach 50 Jahren aber gut ein Fünftel der Wirtschaftsleistung. Sichtbar wird der Rückstand erst im Vergleich mit schneller wachsenden Ländern.

Was zeigt der internationale Vergleich?

Ein grüner Schnellhefter liegt auf Platz 1 und ein grauer Ordner auf Platz 3 eines Siegertreppchens
Schweden und Dänemark führen den ifo-Bürokratie-Index an, Deutschland liegt im Mittelfeld vergleichbarer Länder.

Länder mit schlanken Verfahren wachsen im Schnitt schneller. Deutschland liegt beim Bürokratieaufwand im Mittelfeld vergleichbarer Industrieländer, deutlich hinter Schweden und Dänemark, aber vor Frankreich und Spanien. Einen strengen Beweis für Ursache und Wirkung liefert allerdings keine der großen Studien.

Die meistzitierte Untersuchung stammt von den Weltbank-Ökonomen Simeon Djankov, Caralee McLiesh und Rita Ramalho, die 2006 für 135 Länder die Qualität der Unternehmensregulierung dem Wirtschaftswachstum gegenüberstellten. Länder im besten Viertel wuchsen im Schnitt um 2,3 Prozentpunkte pro Jahr schneller als Länder im schlechtesten Viertel. Der Sachverständigenrat betont, dass der Befund eine Korrelation beschreibt und keinen Kausalzusammenhang belegt.

Die Studie stützt sich auf den Doing-Business-Bericht der Weltbank, den die Bank im September 2021 einstellte, nachdem Unregelmäßigkeiten in den Ausgaben 2018 und 2020 bekannt geworden waren. Die älteren Daten der Studie betraf das nicht. Nachfolger ist der Bericht B-READY, der 2025 bereits 101 Volkswirtschaften erfasste, Deutschland aber erst ab der Ausgabe 2026 abdecken soll. Aktuelle Vergleichswerte fehlen also noch.

Aus den Doing-Business-Daten hat das ifo-Institut 2024 einen eigenen Bürokratie-Index entwickelt. Der Index misst den Aufwand für Baugenehmigungen, die Eintragung von Eigentum, Steuererklärungen und den Außenhandel, etwa in Tagen, Stunden oder Verfahrensschritten. Deutschland landet darin im Mittelfeld, Schweden und Dänemark liegen durchgängig an der Spitze. Für die Eintragung einer Immobilie brauchte ein Unternehmen hierzulande nach den letzten Weltbank-Daten sechs Schritte und 52 Tage, in Schweden einen Schritt und sieben Tage. Für die Steuern eines mittelgroßen Unternehmens veranschlagte die Weltbank in Deutschland 218 Stunden im Jahr, in Schweden 122.

Ein uneinheitliches Bild zeichnen OECD und IMD. Bei den OECD-Indikatoren zur Produktmarktregulierung liegt Deutschland im Gesamtwert für 2023 auf Rang 14 von 38 Mitgliedsländern und damit besser als der Durchschnitt, Schweden erreicht den besten Wert. Im World Competitiveness Ranking der Lausanner Business School IMD vom Juni 2026 kommt Deutschland auf Platz 23 von 70 Volkswirtschaften, beim Teilfaktor Regierungseffizienz aber nur auf Platz 37. Dänemark belegt Platz 6, Schweden Platz 9. Ein Drittel des IMD-Rankings beruht allerdings auf einer Managerbefragung, die Stimmungen mitmisst.

Auf EU-Ebene hat Mario Draghi in seinem Bericht zur europäischen Wettbewerbsfähigkeit vom September 2024 die Regelungsdichte beziffert. Von 2019 bis 2024 erließ die EU rund 13.000 Rechtsakte, etwas mehr als die Hälfte davon Durchführungs- und delegierte Rechtsakte, der US-Kongress beschloss im selben Zeitraum rund 3.500 Gesetze und 2.000 Resolutionen. Der Bericht räumt selbst ein, dass sich die Zahlen nur eingeschränkt vergleichen lassen. In der Investitionsumfrage der Europäischen Investitionsbank von 2023 nannten 61 Prozent der EU-Unternehmen Regulierung als Investitionshindernis, US-Firmen klagten allerdings noch häufiger darüber.

Auf den Punkt
  • Datenlücke: Seit dem Ende von Doing Business fehlen aktuelle Vergleichswerte, B-READY soll Deutschland erst ab 2026 erfassen.
  • Regelungsdichte: Die EU erließ von 2019 bis 2024 rund 13.000 Rechtsakte, der US-Kongress beschloss rund 3.500 Gesetze, vergleichbar sind die Zahlen nur eingeschränkt.
  • Schwachstellen: Grundbuch, Steuererklärung, Gründung und Regierungseffizienz fallen im Vergleich besonders ab.

Warum haben die Skandinavier mehr Staat und weniger Bürokratie?

Ein leeres weißes Gitterregal an einer weißen Wand mit einem einzigen grünen Ordner darin
In Dänemark sind 95,2 Prozent der Bürger für das digitale Postfach der Behörden angemeldet.

Viel Staatspersonal bedeutet nicht viel Bürokratie. Norwegen, Schweden und Dänemark beschäftigen anteilig mehr als doppelt so viele Menschen beim Staat wie Deutschland, gaben 2025 gemessen am BIP aber nicht mehr aus. Spürbar wird der Unterschied im Tempo digitaler Verfahren.

Nach den Daten der OECD arbeiteten 2023 in Schweden 28,1 Prozent aller Erwerbstätigen im Staatssektor, in Dänemark 27,3 Prozent, in Norwegen zuletzt 30,1 Prozent. Deutschland kommt auf 11,5 Prozent und liegt damit auf Platz 31 von 35 OECD-Ländern mit Daten, der Durchschnitt beträgt 18,4 Prozent. In einer eigenen Auswertung zeigen wir, wie viele Menschen hierzulande für den Staat arbeiten und in welchen Bereichen.

Der Abstand erklärt sich aus der Organisation des Sozialstaats. In Skandinavien betreiben vor allem Kommunen und Regionen Pflege, Kinderbetreuung und Gesundheitsdienste mit eigenem Personal. Die dänischen Kommunen und Regionen gaben 2024 Mittel im Umfang von 31,2 Prozent des BIP aus, die deutschen Kommunen 9,5 Prozent. In Deutschland laufen viele dieser Leistungen über die Sozialversicherungen sowie über freie Träger wie Caritas und Diakonie, deren Beschäftigte nicht zum Staatssektor zählen.

Gemessen am Geld war der deutsche Staat 2025 sogar etwas größer. Nach Eurostat lag die Staatsquote in Deutschland bei 50,5 Prozent des BIP, in Schweden bei 49,9 Prozent, in Norwegen bei 49,4 Prozent und in Dänemark bei 48,1 Prozent. Mehr Staat bedeutet im Norden also vor allem mehr eigenes Personal bei ähnlichen Ausgaben.

Viel Personal, digitale Verwaltung
Vier Kennzahlen im Vergleich: IMD-Rang, Anteil der Staatsbeschäftigten, Online-Kontakt mit Behörden und Staatsausgaben.
Deutschland
IMD-Rang 23
Staatsbeschäftigte, Anteil an allen Erwerbstätigen11,5 %
Online-Kontakt mit Behörden51 %
Staatsausgaben in Prozent des BIP50,5 %
Dänemark
IMD-Rang 6
Staatsbeschäftigte, Anteil an allen Erwerbstätigen27,3 %
Online-Kontakt mit Behörden91 %
Staatsausgaben in Prozent des BIP48,1 %
Schweden
IMD-Rang 9
Staatsbeschäftigte, Anteil an allen Erwerbstätigen28,1 %
Online-Kontakt mit Behörden84 %
Staatsausgaben in Prozent des BIP49,9 %
Norwegen
IMD-Rang 18
Staatsbeschäftigte, Anteil an allen Erwerbstätigen30,1 %
Online-Kontakt mit Behörden91 %
Staatsausgaben in Prozent des BIP49,4 %

Dänemark hat früh auf digitale Behördenpost umgestellt. Seit November 2013 müssen Unternehmen, seit 2014 auch Bürger ab 15 Jahren ein digitales Postfach nutzen, sofern sie keine Befreiung beantragen. Anfang 2026 waren 95,2 Prozent der Bürger angemeldet. Grundlage ist die persönliche Kennnummer aus dem CPR-Register, das seit 1968 besteht. Seit 2018 prüft die Regierung jeden Gesetzentwurf darauf, ob er sich digital umsetzen lässt.

Nach Berechnungen des ifo-Instituts läge die deutsche Wirtschaftsleistung um 96 Milliarden Euro im Jahr höher, erreichten die digitalen Verwaltungsdienste für Unternehmen dänisches Niveau. Deutlich wird der Abstand bei der Nutzung: 2025 hatten 91 Prozent der Dänen und 84 Prozent der Schweden online Kontakt mit einer Behörde, in Deutschland 51 Prozent, weniger als im EU-Schnitt von 58 Prozent. Im eGovernment-Benchmark 2026 der EU-Kommission kommt Deutschland auf 64,2 Punkte und Platz 25 von 27, Schweden auf 79,1 und Dänemark auf 78,3 Punkte.

Im Norden hat eine versäumte Frist Folgen für die Behörde. In Norwegen muss die Kommune über einen regulären Bauantrag binnen zwölf Wochen entscheiden, sonst erstattet sie Gebühren; bei einfachen Vorhaben ohne Einwände der Nachbarn gilt die Genehmigung schon nach drei Wochen als erteilt. In Schweden sinkt die Gebühr für eine Baugenehmigung um ein Fünftel für jede angefangene Woche Verzug. Eine Genehmigungsfiktion wie in Norwegen kennt das deutsche Verwaltungsverfahrensgesetz nur, wo eine Rechtsvorschrift sie ausdrücklich anordnet.

Deutschland hat mit 11,5 Prozent Staatsbeschäftigten einen der schlanksten Staatsapparate der OECD und verliert trotzdem Jahr für Jahr Wachstum durch langsame Verfahren.

— Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web

Fehlerfrei arbeiten die Nachbarn nicht. Dänische Kommunen hielten 2025 nur bei 59 Prozent der Bausachen ihre mit der Regierung vereinbarten Servicefristen ein. Im IMD-Ranking 2026 rutschten Dänemark und Schweden unter anderem wegen hoher Steuerlasten sowie steigender Kosten ab, die institutionellen Stärken beider Länder blieben nach Einschätzung des IMD aber intakt.

Kurz gemerkt

Skandinavien leistet sich mehr Staatspersonal, gab 2025 gemessen am BIP aber nicht mehr aus als Deutschland. Der Vorsprung liegt in digitalen Verfahren: 2025 hatten 91 Prozent der Dänen online Kontakt mit einer Behörde, in Deutschland 51 Prozent.

Wo endet sinnvolle Regulierung?

Hebelwaage mit Helm links und beschriftetem Aktenordner rechts, im Gleichgewicht
Für große US-Bundesvorschriften schätzen die Behörden den Nutzen auf ein Mehrfaches der Kosten.

Dort, wo eine Vorschrift mehr kostet, als sie an Schutz, Rechtssicherheit oder fairem Wettbewerb bringt. Diese Grenze lässt sich selten exakt ziehen, weil der Nutzen von Regeln schwerer zu beziffern ist als ihr Aufwand.

Der Sachverständigenrat beginnt sein Kapitel zur Bürokratie mit einer Verteidigung. Eine staatliche Ordnung, die vor Willkür und unfairen Praktiken schützt, sei eine zentrale Voraussetzung für langfristigen Wohlstand. In internationalen Vergleichen zur Qualität dieser Ordnung belegt Deutschland vordere Plätze. Die Unzufriedenheit der Unternehmen richtet sich nach Lesart des Rats weniger gegen den Rechtsrahmen als gegen den Aufwand, mit dem Verwaltung und Betriebe ihn umsetzen.

KfW-Mittelstandsexperte Michael Schwartz formuliert das ähnlich. Bürokratie sei „grundsätzlich eine wesentliche Grundlage unseres Wirtschaftssystems“, standardisierte Verfahren ermöglichten Rechtssicherheit und fairen Wettbewerb. Mit zunehmender Bürokratie steige jedoch das Risiko, dass die Kosten den Nutzen übersteigen. Selbst in der ifo-Befragung für das Bundesfinanzministerium bewerteten knapp 17 Prozent der Unternehmen die Vorgaben zum Arbeitnehmerschutz positiv, 54 Prozent neutral.

Die US-Regierung bilanziert jedes Jahr Kosten und Nutzen ihrer großen Bundesvorschriften. Für die 19 bezifferten Regeln des Haushaltsjahrs 2023 schätzten die Behörden den Nutzen auf ein Mehrfaches der Kosten, in der Mitte der Spannen auf gut das Dreieinhalbfache. Im Bericht für 2017 entfielen 71 bis 80 Prozent des bezifferten Nutzens auf Regeln der Umweltbehörde EPA, vor allem durch weniger Feinstaub. Die Behörden schätzen diese Werte allerdings selbst und vorab.

Laut dem Regulatory Policy Outlook 2025 der OECD verlangen 33 Mitgliedsländer, die Kosten neuer Regeln zu beziffern. Seltener ist die Pflicht, auch den Nutzen zu beziffern, womöglich weil sich Gesundheit oder Sicherheit schwer in Geld ausdrücken lassen. Weniger als ein Drittel der Mitglieder schreibt vor, Regeln nachträglich systematisch zu überprüfen.

Kurz gemerkt

Regeln schützen vor Willkür und verhindern Schäden, etwa durch Feinstaub. Für große US-Vorschriften schätzen die Behörden den Nutzen auf ein Mehrfaches der Kosten, allerdings selbst und vorab.

Wie belastbar sind die Kostenschätzungen?

Drei schwarze Gewichte mit grünem Aufkleber „1 KG“ in aufsteigender Größe
Die Schätzungen der Bürokratiekosten für Deutschland reichen von 0,17 Prozent des BIP bis zu mehreren Prozent.

Nur eingeschränkt. Für Deutschland reichen die Schätzungen von 0,17 Prozent des BIP pro Jahr bis zu mehreren Prozent, je nachdem, ob Forscher Befragungen, amtliche Messungen oder Modelle nutzen. Belastbar ist vor allem die Richtung, die einzelne Zahl hängt stark von der Methode ab.

Die folgende Übersicht zeigt Datenbasis und Grenzen der wichtigsten Studien.

StudieDatenbasisBefundGrenze
Djankov, McLiesh, Ramalho (Weltbank, 2006)Doing-Business-Daten, 135 Länder2,3 Prozentpunkte mehr Wachstum pro Jahr im besten gegenüber dem schlechtesten ViertelKorrelation, Datenquelle 2021 eingestellt
Coffey, McLaughlin, Peretto (2020)RegData, 22 US-Branchen, 1977 bis 20120,8 Prozentpunkte weniger Wachstum pro Jahr seit 1980Modellschätzung auf Basis einer Wortzählung
Falck, Guo, Pfaffl (ifo, 2024)Bürokratie-Index aus Weltbank-Daten, 27 ReformländerIm Schnitt 146 Mrd. € mehr Wirtschaftsleistung pro Jahr, Rückrechnung für 2015 bis 2022Simulation im Auftrag der IHK München
Pellegrino, Zheng (2024)Befragung von knapp 15.000 Firmen in sieben Ländern0,17 % des BIP pro Jahr in DeutschlandErfasst nur Hemmnisse, die Kapital verteuern
KfW Research (2025)Mittelstandspanel, rund 10.000 Firmen61 Mrd. € Arbeitszeit pro Jahr im Mittelstand, Bezugsjahr 2023Selbstauskunft, nur Arbeitszeit
Deutsche Bundesbank (2026)Befragung von rund 7.000 FirmenProduktivitätswachstum 2022 bis 2024 möglicherweise um etwa 0,5 Prozentpunkte gedrückt (Hochrechnung)Selbstauskunft, signifikant nur bei kleinen Firmen
Was die wichtigsten Studien zu Bürokratie und Wachstum messen. Quellen: Weltbank, Review of Economic Dynamics, ifo-Institut, Journal of Financial Economics, KfW Research, Deutsche Bundesbank.

Ein Beispiel für eine schiefe Rechnung lieferte im September 2026 das Institut für konservative Wirtschaftspolitik. Das Berliner Institut übertrug den Bundesbank-Wert von 7 Prozent auf den steuerbaren Umsatz aller deutschen Unternehmen und kam auf bis zu 672 Milliarden Euro, gut 15 Prozent des BIP. Die 7 Prozent sind aber ein einfacher Durchschnitt über die befragten Firmen und keine umsatzgewichtete Quote, wie das Institut selbst einräumt. Weil kleine Betriebe gemessen am Umsatz meist stärker belastet sind, überzeichnet die Übertragung auf den Gesamtumsatz die Summe.

Auch zwischen Ländern passen die Zahlen nicht zusammen. Schweden, der Maßstab des ifo-Instituts, beziffert die Kosten seiner Regeln für Unternehmen selbst auf umgerechnet rund 34 Milliarden Euro im Jahr 2025, 5,9 Prozent des BIP. Die schwedische Wachstumsbehörde Tillväxtverket zählt dabei alle Befolgungskosten, die deutsche Statistik nur den Aufwand für Informationspflichten. Die Behörde selbst nennt ihre Schätzung unsicher.

Offen bleibt zudem die Frage nach Ursache und Wirkung. Länder mit schlanker Verwaltung sind oft auch reicher und stärker digitalisiert, ihre Erwerbstätigen besser ausgebildet. Ob die schlanke Verwaltung das Wachstum antreibt oder erst der Wohlstand eine gute Verwaltung ermöglicht, können Ländervergleiche nicht sauber unterscheiden.

Schließlich stellt sich die Frage, wer die Regeln macht. In der ifo-Befragung führten die Unternehmen nur rund ein Drittel ihrer Anforderungen auf den Bund zurück. In Fallstudien des IfM Bonn für den Maschinenbau stammten dagegen 66 Prozent von 3.900 Vorgaben aus Bundesrecht und 28 Prozent aus der EU. Je nach Methode, ob Befragung oder Zuordnung einzelner Vorgaben, fällt die Antwort also anders aus.

Laut Jahresbericht 2023 des Normenkontrollrats gingen 56 Prozent der seit 2015 neu entstandenen laufenden Belastungen der Wirtschaft auf die Umsetzung von EU-Recht zurück. Direkt geltende EU-Verordnungen wie die Datenschutz-Grundverordnung fehlen in den deutschen Kostenzahlen sogar ganz. Die Bundesbank verweist zudem auf das Gold-Plating: Deutschland setze EU-Richtlinien teils strenger oder komplexer um, als die Vorgaben erfordern.

Unsere Einschätzung: Die Debatte leidet weniger an zu wenigen Zahlen als an zu vielen, die nicht zusammenpassen. Fast alle Messungen zeigen steigende Kosten und ein Gefälle zulasten kleiner Firmen. Die Ausnahme ist der Bürokratiekostenindex des Statistischen Bundesamts, der Lohnsteigerungen ausklammert und leicht unter dem Stand von 2012 liegt. Für politisches Handeln reicht der Befund, eine Schlagzeile mit dreistelligem Milliardenbetrag verdient dagegen nur, wer die Methode gleich mitliefert.

Auf den Punkt
  • Ländervergleich: Schweden beziffert die eigenen Kosten auf 5,9 Prozent des BIP, zählt dabei aber alle Befolgungskosten.
  • Hochrechnung: Die 672 Milliarden Euro des Instituts für konservative Wirtschaftspolitik beruhen auf einem ungewichteten Durchschnitt und überzeichnen die Kosten.
  • Herkunft: Wie viel der Bürokratie aus Brüssel stammt, hängt von der Messmethode ab, EU-Verordnungen fehlen in den amtlichen Zahlen ganz.

Was können Sie gegen Bürokratiekosten tun?

Draufsicht auf grüne Stoppuhr mit Anhänger „MESSEN“ auf einem grauen Leitz-Ordner
Zeit je Vorgang mal Häufigkeit mal Stundensatz: So erfassen Unternehmen ihre eigenen Bürokratiekosten.

Als Unternehmen können Sie Ihre eigenen Bürokratiekosten messen, wiederkehrende Pflichten bündeln und digital erledigen. Über Verbände und öffentliche Konsultationen reden Sie zudem früh bei neuen Gesetzen mit. Diese Schritte senken vor allem den eigenen Zeitaufwand. Der Normenbestand wächst trotzdem weiter.

Ein erster Schritt ist die eigene Bestandsaufnahme. Die Logik des Standardkosten-Modells können Sie im Kleinen nachbauen: Zeit je Vorgang mal Häufigkeit mal Stundensatz. Die folgende Tabelle zeigt das an einem Rechenbeispiel mit angenommenen Werten für einen Betrieb mit 25 Beschäftigten, bewertet mit den durchschnittlichen Arbeitskosten von 45 Euro je Stunde aus dem Jahr 2025.

PflichtZeit je VorgangVorgänge pro JahrStunden pro JahrKosten pro Jahr
Umsatzsteuer-Voranmeldung2 Stunden12241.080 €
Lohnabrechnung und Meldungen an die Sozialversicherung6 Stunden12723.240 €
Arbeitszeitnachweise prüfen und ablegen1 Stunde52522.340 €
Meldungen an Statistikämter3 Stunden412540 €
Datenschutz: Verarbeitungsverzeichnis pflegen, Beschäftigte unterweisen16 Stunden116720 €
Summe1767.920 €
Rechenbeispiel mit angenommenen Werten für einen Betrieb mit 25 Beschäftigten, bewertet mit 45 Euro je Arbeitsstunde (Arbeitskosten 2025 laut Statistischem Bundesamt). Für die eigene Rechnung ersetzen Sie die Annahmen durch Ihre Werte.

Die Summe wirkt überschaubar. In kleinen Betrieben lastet der Aufwand aber auf wenigen Schultern, meist auf Geschäftsführung und Buchhaltung. Sichtbar wird bei der Bestandsaufnahme auch, welche Pflichten sich bündeln, delegieren oder automatisieren lassen, etwa über Lohnsoftware mit direkter Meldung an die Sozialversicherung. Seit Januar 2025 müssen Unternehmen im Inland elektronische Rechnungen empfangen können, ausstellen müssen sie diese ab 2027, Betriebe mit höchstens 800.000 Euro Vorjahresumsatz ab 2028. Die Umstellung können Sie nutzen, um Rechnungseingang und Buchhaltung gleich ohne Papier zu organisieren.

Bei der Standortwahl zählt auch das Verwaltungstempo. Bei Start-up-Gründungen reichte die Dauer bis zum Eintrag ins Handelsregister 2021 von 21,5 Tagen in Sachsen-Anhalt bis 55 Tagen im Saarland. Öffentliche Kennzahlen zur Bearbeitungsdauer fehlen bislang, der Sachverständigenrat schlägt deshalb ein digitales Dashboard mit Leistungsindikatoren der Verwaltungen vor. Bis dahin helfen Ihnen Erfahrungswerte von Kammern und Unternehmen vor Ort.

Früh mitzureden lohnt sich, auch in Brüssel. Einzelne Unternehmen haben in Berlin selten einen direkten Zugang zu Gesetzentwürfen, die Ministerien hören vor allem Verbände an. Die EU-Kommission veröffentlicht ihre Vorhaben dagegen im Portal „Ihre Meinung zählt“, dort können Sie auch als einzelnes Unternehmen Stellung nehmen, bevor aus einem Entwurf Recht wird.

Zum Mitnehmen
  • Messen: Zeit je Vorgang mal Häufigkeit mal Stundensatz zeigt, wo der eigene Aufwand tatsächlich entsteht.
  • Automatisieren: Digitale Meldewege sowie Software für Lohn und Rechnung senken den Zeitaufwand pro Vorgang.
  • Mitreden: Stellungnahmen wirken im Entwurfsstadium, in Berlin über Verbände, in Brüssel auch direkt.

Ist Bürokratie die größte Wachstumsbremse?

Bonsai-Baum im weißen Topf mit einer Büroklammer und einem Schild „FREIGELASSEN“ daneben
Die Hälfte der Unternehmen zählte Bürokratie im Juli 2026 zu den größten Standortproblemen.

Aus Sicht der Unternehmen ja. Im Juli 2026 zählte die Hälfte der Firmen in der ifo-Konjunkturumfrage Bürokratie und Regulierung zu den größten Standortproblemen, häufiger als Energie- oder Arbeitskosten. Ökonomisch belegt ist diese Rangfolge nicht, Bürokratie bleibt eine Bremse unter mehreren.

In derselben Umfrage nannten 27 Prozent der Firmen die Energiekosten und 22 Prozent die Arbeitskosten, Mehrfachnennungen waren möglich. Nach Betriebsgröße fällt das Urteil anders aus, als die Kostendaten vermuten lassen: Große Unternehmen nannten Bürokratie zu 59 Prozent, Kleinstunternehmen zu 41 Prozent und Solo-Selbstständige zu 33 Prozent. Umfrageleiter Klaus Wohlrabe erklärt das mit Schwellenwerten: Selbstständige und Kleinstunternehmen fielen aus vielen Pflichten noch heraus, ab einer gewissen Betriebsgröße griffen sie fast alle auf einmal.

Ähnlich differenziert antworten Gründer. Im KfW-Gründungsmonitor 2026 ist Bürokratie mit 64 Prozent das am häufigsten genannte Hemmnis, als Haupthemmnis nennen die Bürokratie aber nur 12 Prozent der Vollerwerbsgründer. Werden Gründungspläne abgebrochen, geben finanzielle Risiken deutlich häufiger den Ausschlag als die Bürokratie.

Skandinavien zeigt, dass ein großer Staat kein Hindernis sein muss, solange er schnell entscheidet. Bekannt sind auch die politischen Hebel, von Vorschriften mit Verfallsdatum über die Genehmigungsfiktion bis zu vernetzten Registern. Dass Regierungen diese Hebel trotzdem selten nutzen, liegt auch an der Beharrungskraft der Verwaltung, die wir in einem eigenen Beitrag beschrieben haben. Für Unternehmen bleibt die Planung mit realistischen Verfahrensdauern der sicherste Weg.

Unsere Haltung: Bürokratieabbau ist Wachstumspolitik, er verdient dieselbe Priorität wie die Steuer- und Energiepolitik. Die wirksamsten Hebel liegen in den Verfahren: Fristen, deren Verstreichen Folgen für die Behörde hat, Register, die ihre Daten teilen, und Gesetze, die vor dem Beschluss auf ihre digitale Umsetzbarkeit geprüft werden, wie Dänemark das seit 2018 tut. Jede Woche, die ein Antrag kürzer liegt, bringt Wachstum, das sich über Jahrzehnte verzinst.

Kurz gemerkt

Die Hälfte der Firmen zählt Bürokratie zu den größten Standortproblemen, große Unternehmen häufiger als Kleinstbetriebe. Anders als Energiepreise oder Demografie können die Gesetzgeber in Bund, Ländern und EU diese Bremse selbst lösen.

Glossar: 16 wichtige Fachbegriffe zu Bürokratiekosten

Offenes Lexikon mit grünem Lesezeichen inklusive QR-Code und einer Büroklammer daneben
Von B-READY bis Totale Faktorproduktivität: die wichtigsten Begriffe rund um Bürokratiekosten.

B-READY

B-READY (Business Ready) ist der Bericht der Weltbank, der seit 2024 das Geschäftsumfeld von Volkswirtschaften bewertet: die Regeln, die öffentlichen Dienstleistungen und deren praktische Umsetzung. Der Bericht ersetzt das 2021 eingestellte Doing-Business-Ranking. Die Ausgabe 2025 erfasste 101 Volkswirtschaften, Deutschland soll 2026 hinzukommen.

Bürokratiekosten

Bürokratiekosten sind der Teil des Erfüllungsaufwands, der Unternehmen durch Informationspflichten entsteht, etwa durch Anträge, Meldungen, Statistiken und Nachweise. Das Statistische Bundesamt ermittelt diese Kosten nach dem Standardkosten-Modell, allerdings nur für Pflichten aus Bundesrecht. Direkt geltende EU-Verordnungen, Landes- und Kommunalrecht bleiben außen vor.

Doing Business

Doing Business hieß das Ranking der Weltbank, das von 2003 bis 2019 jährlich erschien. Verglichen wurde, wie aufwendig Gründungen, Baugenehmigungen, Steuererklärungen und andere Verfahren für Unternehmen in rund 190 Ländern waren. Die Weltbank stellte den Bericht im September 2021 nach Unregelmäßigkeiten bei den Daten ein. Viele Bürokratiestudien beruhen bis heute auf den Doing-Business-Zahlen.

Erfüllungsaufwand

Erfüllungsaufwand umfasst den gesamten messbaren Zeitaufwand und alle Kosten, die Bürgern, Wirtschaft und Verwaltung durch die Befolgung einer bundesrechtlichen Vorschrift entstehen, auch jenseits von Informationspflichten. Die Bundesregierung ermittelt nur die Veränderung, einen Gesamtbestand kennt die Statistik nicht. Seit 2011 ist der jährliche Aufwand laut Normenkontrollrat um 13,2 Milliarden Euro gestiegen.

Fehlallokation

Fehlallokation bezeichnet in der Volkswirtschaftslehre den Zustand, dass Kapital und Arbeitskräfte nicht dort eingesetzt werden, wo sie am produktivsten wären. Bürokratie kann diesen Zustand verfestigen, weil sie Markteintritte neuer und Marktaustritte weniger produktiver Unternehmen erschwert. Der Sachverständigenrat sieht darin einen wichtigen Kanal, über den Bürokratie die Produktivität senkt.

Genehmigungsfiktion

Genehmigungsfiktion bedeutet, dass ein Antrag als genehmigt gilt, sobald die Behörde eine gesetzliche Frist ohne Entscheidung verstreichen lässt. In Deutschland regelt Paragraf 42a Verwaltungsverfahrensgesetz das Prinzip, die Regel greift aber nur, wo eine Rechtsvorschrift sie ausdrücklich anordnet. Norwegen wendet eine Frist von drei Wochen bei einfachen Bauvorhaben an.

Gold-Plating

Gold-Plating steht für eine Umsetzung von EU-Richtlinien, die über die europäischen Mindestvorgaben hinausgeht, etwa durch strengere Schwellenwerte oder zusätzliche Meldepflichten. Die Bundesbank sieht darin einen möglichen Grund, warum die regulatorische Belastung in Deutschland im europäischen Vergleich hoch ist. Solche Verschärfungen erscheinen in deutschen Statistiken als Bundesrecht.

IMD World Competitiveness Ranking

IMD World Competitiveness Ranking heißt die jährliche Rangliste der Business School IMD in Lausanne, 2026 mit 70 Volkswirtschaften. Das Ranking bewertet Wirtschaftsleistung, Effizienz von Regierung und Unternehmen sowie Infrastruktur, zu zwei Dritteln aus Statistiken und zu einem Drittel aus einer Managerbefragung. Deutschland belegte 2026 Platz 23.

Informationspflicht

Informationspflicht ist jede gesetzliche Pflicht, Daten oder sonstige Informationen für Behörden oder Dritte zu beschaffen, verfügbar zu halten oder zu übermitteln, etwa Statistikmeldungen, Aufbewahrungspflichten oder Kennzeichnungen. Für Unternehmen galten im März 2025 genau 12.142 solcher Pflichten aus Bundesrecht, Anfang 2012 lag die Zahl bei 10.073.

Nationaler Normenkontrollrat

Nationaler Normenkontrollrat (NKR) heißt das unabhängige Beratungsgremium der Bundesregierung, das seit 2006 die Folgekosten neuer Gesetze prüft. Der Rat bewertet für jeden Gesetzentwurf die Angaben der Ministerien zum Erfüllungsaufwand und zieht jährlich Bilanz. Seinen Jahresbericht 2026 legt der Rat am 8. Oktober 2026 vor.

Once-only-Prinzip

Once-only-Prinzip bedeutet, dass Bürger wie Unternehmen der Verwaltung dieselben Daten nur einmal übermitteln müssen und Behörden diese Angaben danach untereinander austauschen. Dänemark verfolgt das Prinzip seit Jahren als Leitlinie. In Deutschland soll die Registermodernisierung die technische Grundlage dafür schaffen.

Opportunitätskosten

Opportunitätskosten sind der entgangene Nutzen der besten nicht gewählten Alternative. Bei Bürokratie gehört dazu die Stunde, die eine Fachkraft mit Formularen statt mit Kunden verbringt, ebenso wie die Investition, die wegen eines langen Genehmigungsverfahrens unterbleibt. Der Sachverständigenrat ordnet die indirekten Bürokratiekosten ausdrücklich als Opportunitätskosten ein.

Produktmarktregulierung

Produktmarktregulierung (PMR) ist ein Indikatorensystem der OECD, das auf einer Skala von null bis sechs misst, wie stark staatliche Regeln den Wettbewerb auf Güter- und Dienstleistungsmärkten einschränken. Deutschland erreichte 2023 insgesamt 1,21 Punkte, besser als der OECD-Schnitt von 1,35, bei den Anforderungen an Gründungen mit 2,74 Punkten aber deutlich schlechter.

RegData

RegData ist ein Datensatz des Mercatus Center an der George Mason University, der die Regulierungsdichte in den USA misst. Ein Textanalyse-Programm zählt in den Bundesvorschriften verpflichtende Wörter wie „shall“ oder „must“ und ordnet sie Branchen zu. Kritiker bemängeln, dass dieselbe Pflicht so mehrfach in die Zählung eingehen kann.

Standardkosten-Modell

Standardkosten-Modell heißt die Methode, mit der Deutschland seit 2006 die Bürokratiekosten aus Informationspflichten misst. Für jede Pflicht ermitteln die Statistiker den Zeitaufwand je Fall, den Lohnsatz sowie die Häufigkeit und multiplizieren diese Größen, hinzu kommen Sachkosten. Rund drei Viertel der so gemessenen Kosten sind Personalkosten.

Totale Faktorproduktivität

Totale Faktorproduktivität (TFP) bezeichnet den Teil des Wachstums, den mehr Arbeit und mehr Kapital nicht erklären: den Beitrag besserer Technik, Organisation und effizienterer Abläufe. Bürokratie kann die TFP bremsen, weil sie die Verbreitung neuer Technologien und den Wechsel von Kapital zu produktiveren Firmen verlangsamt.

FAQ: Wie viel Wachstum kostet uns die Bürokratie?

Ein Bonsai in Schale mit Klammern an Ästen und Schild mit Aufschrift
Häufige Fragen zu Bürokratiekosten, Bürokratiekostenindex und dem Aufwand einer GmbH-Gründung.

Was misst der Bürokratiekostenindex?

Der Bürokratiekostenindex des Statistischen Bundesamts zeigt, wie Informationspflichten aus Bundesrecht die Belastung der Wirtschaft seit Januar 2012 verändert haben, ausgehend von 100 Punkten. Im März 2026 lag der Index bei 96,37 Punkten. Beschließt die Bundesregierung neue Pflichten, steigt der Wert, Entlastungen senken ihn. Allgemeine Lohnsteigerungen und die Zahl der betroffenen Unternehmen bildet der Index nicht ab, deshalb kann er sinken, während die Kosten in Euro steigen. EU-Verordnungen sowie Landes- und Kommunalrecht bleiben außen vor.

Welches Land hat die wenigste Bürokratie?

Eine amtliche Rangliste fehlt, in den gängigen Vergleichen schneiden aber Schweden und Dänemark regelmäßig am besten ab. Im ifo-Bürokratie-Index auf Basis von Weltbank-Daten hatte Schweden den niedrigsten Wert, auch in den OECD-Indikatoren zur Produktmarktregulierung von 2023 liegt Schweden vorn. Beim eGovernment-Benchmark 2026 der EU führen Finnland, Estland und Malta.

Was ist Bürokratie, einfach erklärt?

Bürokratie bezeichnet eine Verwaltung, die nach festen Regeln und Zuständigkeiten arbeitet, damit gleiche Fälle gleich entschieden werden. Im Alltag steht der Begriff meist für den Aufwand, den Formulare, Nachweise und Genehmigungen verursachen. Ökonomen unterscheiden deshalb zwischen dem Nutzen einer Regel und den Kosten ihrer Befolgung.

Wie viel Bürokratie kommt aus der EU?

Genau beziffern lässt sich das nicht. Laut Jahresbericht 2023 des Normenkontrollrats gingen rund 56 Prozent der seit 2015 neu entstandenen laufenden Belastungen der Wirtschaft auf die Umsetzung von EU-Recht zurück. Direkt geltende EU-Verordnungen wie die Datenschutz-Grundverordnung sind in den deutschen Kostenzahlen gar nicht enthalten. In einer ifo-Befragung ordneten Unternehmen rund ein Drittel ihrer Anforderungen der EU zu, ein weiteres Drittel dem Bund.

Wie viele Stunden verbringen Unternehmen mit Bürokratie?

Das hängt stark von Betriebsgröße und Messmethode ab. Im KfW-Mittelstandspanel kamen kleine und mittlere Unternehmen 2023 auf durchschnittlich 32 Stunden im Monat, rund sieben Prozent der Arbeitszeit, Solo-Selbstständige auf 8,7 Prozent. Für die Pflichten aus Bundesrecht allein veranschlagt die amtliche Statistik 1,7 Prozent aller in Deutschland geleisteten Arbeitsstunden, der Sachverständigenrat rechnet mit allen Rechtsebenen auf 4,9 Prozent hoch.

Was kostet die Gründung einer GmbH?

Nach einer Schätzung der IHK München kostet die Gründung einer GmbH mindestens 1.000 Euro für Notar, Handelsregister und Anmeldungen. Hinzu kommt das Stammkapital von mindestens 25.000 Euro, von dem bei der Anmeldung zum Handelsregister mindestens 12.500 Euro eingezahlt sein müssen. Eine Unternehmergesellschaft lässt sich schon mit einem Euro Stammkapital gründen.

Quellen

  • Deutsche Bundesbank | Bundesbank-Monatsbericht: Bürokratiekosten in Deutschland messbar gestiegen | https://www.bundesbank.de/de/aufgaben/themen/bundesbank-monatsbericht-buerokratiekosten-in-deutschland-messbar-gestiegen-1004094 | besucht am 28.09.2026
  • Deutsche Bundesbank | Monatsbericht Juli 2026: Bürokratielasten im deutschen Unternehmenssektor, Ursachen und Wirkungen | https://publikationen.bundesbank.de/publikationen-de/berichte-studien/monatsberichte/monatsbericht-juli-2026-1000490?article=buerokratielasten-im-deutschen-unternehmenssektor-ursachen-und-wirkungen-1000552 | besucht am 28.09.2026
  • OECD | Government at a Glance 2025: Employment in general government | https://www.oecd.org/en/publications/2025/06/government-at-a-glance-2025_70e14c6c/full-report/employment-in-general-government_dafcfac5.html | besucht am 28.09.2026
  • OECD | Government at a Glance 2025 (PDF) | https://www.oecd.org/content/dam/oecd/en/publications/reports/2025/06/government-at-a-glance-2025_70e14c6c/0efd0bcd-en.pdf | besucht am 28.09.2026
  • ifo Institut | Bürokratie in Deutschland kostet jährlich 146 Milliarden Euro an Wirtschaftsleistung | https://www.ifo.de/pressemitteilung/2024-11-14/buerokratie-deutschland-kostet-jaehrlich-146-milliarden-euro | besucht am 28.09.2026
  • Sachverständigenrat Wirtschaft | Jahresgutachten 2025/26, Kapitel 7: Bürokratiekosten senken, Gesetzgebung und Verwaltung modernisieren | https://www.sachverstaendigenrat-wirtschaft.de/fileadmin/dateiablage/gutachten/jg202526/JG202526_Kapitel_7.pdf | besucht am 28.09.2026
  • Statistisches Bundesamt | Bürokratiekostenindex | https://www.destatis.de/DE/Themen/Staat/Buerokratiekosten/Erfuellungsaufwand/buerokratiekostenindex.html | besucht am 28.09.2026
  • ifo Institut für das Bundesministerium der Finanzen | Firmenbefragung zum Thema Bürokratie in Deutschland (ifo Forschungsbericht 148) | https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/Oeffentliche-Finanzen/Studien-Kurzexpertisen/ifo-studie-buerokratie-in-deutschland.pdf?__blob=publicationFile&v=4 | besucht am 28.09.2026
  • KfW | KfW Research: Mittelstand verwendet sieben Prozent der Arbeitszeit für bürokratische Prozesse | https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/Pressemitteilungen-Details_847424.html | besucht am 28.09.2026
  • KfW Research | Fokus Volkswirtschaft Nr. 495: Sieben Prozent der Arbeitszeit im Mittelstand für bürokratische Prozesse | https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/Konzernthemen/Research/PDF-Dokumente-Fokus-Volkswirtschaft/Fokus-2025/Fokus-Nr.-495-April-2025-Buerokratie.pdf | besucht am 28.09.2026
  • ifo Institut für die IHK für München und Oberbayern | Entgangene Wirtschaftsleistung durch hohen Bürokratieaufwand | https://www.ifo.de/DocDL/20241113_ifo_Studie_Buerokratie.pdf | besucht am 28.09.2026
  • Institut der deutschen Wirtschaft | IW-Policy Paper 4/2026: Bürokratielasten aus Sicht der deutschen Wirtschaft | https://www.iwkoeln.de/fileadmin/user_upload/Studien/policy_papers/PDF/2026/IW-Policy-Paper_2026-B%C3%BCrokratielasten.pdf | besucht am 28.09.2026
  • Institut der deutschen Wirtschaft | Vier von fünf Unternehmen klagen über mehr Bürokratie | https://www.iwkoeln.de/presse/pressemitteilungen/klaus-heiner-roehl-susanne-seyda-vier-von-fuenf-unternehmen-klagen-ueber-mehr-buerokratie.html | besucht am 28.09.2026
  • Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, IAB-Forum | Die Betriebe mussten in den letzten drei Jahren 325.000 Arbeitskräfte zusätzlich einstellen, um die gewachsene Bürokratie zu bewältigen | https://iab-forum.de/die-betriebe-mussten-in-den-letzten-drei-jahren-325-000-arbeitskraefte-zusaetzlich-einstellen-um-die-gewachsene-buerokratie-zu-bewaeltigen/ | besucht am 28.09.2026
  • BDI | Planungs- und Genehmigungsverfahren dauern im Schnitt ein halbes Jahr zu lang | https://bdi.eu/de/articles/energie-mobilitaet-und-umwelt/planungs-und-genehmigungsverfahren-dauern-im-schnitt-ein-halbes-jahr-zu-lang | besucht am 28.09.2026
  • Statistisches Bundesamt im Auftrag des Nationalen Normenkontrollrats | Schneller zur Anlagengenehmigung: Beschleunigungspotenziale aus Sicht der Vollzugsbehörden | https://www.destatis.de/DE/Themen/Staat/Buerokratiekosten/Publikationen/Downloads-Buerokratiekosten/anlagengenehmigung.pdf | besucht am 28.09.2026
  • Bundesministerium der Justiz | Handelsregisterverordnung, § 25 | https://www.gesetze-im-internet.de/hdlregvfg/__25.html | besucht am 28.09.2026
  • Statistisches Bundesamt | 18,0 % weniger fertiggestellte Wohnungen im Jahr 2025 | https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/05/PD26_174_31121.html | besucht am 28.09.2026
  • Land Brandenburg | Landesumweltamt erteilt Genehmigungsbescheid für Tesla-Autofabrik | https://brandenburg.de/cms/detail.php/bb1.c.732543.de | besucht am 28.09.2026
  • Die Autobahn GmbH des Bundes | A45: Talbrücke Rahmede nach nur zwei Jahren Bauzeit freigegeben | https://www.autobahn.de/aktuelles/aktuell/a45-talbruecke-rahmede-nach-nur-zwei-jahren-bauzeit-freigegeben-1 | besucht am 28.09.2026
  • Institut für Mittelstandsforschung Bonn | Bürokratiekosten belasten kleinere Unternehmen im industriellen Mittelstand erheblich | https://www.ifm-bonn.org/presse/pressemitteilungen/meldung/buerokratiekosten-belasten-kleinere-unternehmen-im-industriellen-mittelstand-erheblich | besucht am 28.09.2026
  • IMPULS-Stiftung, IfM Bonn | Bürokratiekosten von Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau (Folgestudie 2025) | https://impuls-stiftung.de/wp-content/uploads/2025/03/2025-02_IMPULS-Studie_Buerokratiekosten-von-Unternehmen-aus-dem-Maschinen-und-Anlagenbau.pdf | besucht am 28.09.2026
  • Bundesministerium der Justiz | Bundesdatenschutzgesetz, § 38 | https://www.gesetze-im-internet.de/bdsg_2018/__38.html | besucht am 28.09.2026
  • KfW Research | KfW-Gründungsmonitor 2026 | https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/Konzernthemen/Research/PDF-Dokumente-Gr%C3%BCndungsmonitor/KfW-Gr%C3%BCndungsmonitor-2026.pdf | besucht am 28.09.2026
  • IHK München | GmbH gründen: Das gilt es zu beachten | https://www.ihk-muenchen.de/de/Service/Recht-und-Steuern/Gesellschaftsrecht/GmbH-gruenden-IHK/ | besucht am 28.09.2026
  • ifo Institut, CESifo | Quantifying the Impact of Red Tape on Investment: A Survey Data Approach | https://www.ifo.de/en/cesifo/publications/2023/working-paper/quantifying-impact-red-tape-investment-survey-data-approach | besucht am 28.09.2026
  • Stiftung Familienunternehmen | Bürokratie als Wachstumsbremse: Bestandsaufnahme und Reformansätze | https://www.familienunternehmen.de/de/publikationen/buerokratie-als-wachstumsbremse-bestandsaufnahme-und-reformansaetze | besucht am 28.09.2026
  • Europäische Investitionsbank | EIB Investment Survey 2025: Germany overview | https://www.eib.org/files/publications/20250218-091225-econ-eibis-2025-germany-en.pdf | besucht am 28.09.2026
  • Weltbank | Doing Business 2020: Economy Profile Germany | https://archive.doingbusiness.org/content/dam/doingBusiness/country/g/germany/DEU.pdf | besucht am 28.09.2026
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  • Institut für konservative Wirtschaftspolitik | Bundesbank-Daten offenbaren bislang unterschätzte Dimension: Bürokratiekosten von bis zu 672 Milliarden Euro | https://institutkw.de/bundesbank-daten-offenbaren-bislang-unterschaetzte-dimension-buerokratiekosten-von-bis-zu-672-milliarden-euro-mehr-als-ein-siebtel-der-deutschen-wirtschaftsleistung | besucht am 28.09.2026
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  • Nationaler Normenkontrollrat | Termin: Übergabe des Jahresberichts 2026 | https://www.normenkontrollrat.bund.de/Webs/NKR/SharedDocs/Termine/DE/2026/2026-10-08-nkr-jahresbericht.html | besucht am 28.09.2026
  • Wissenschaftlicher Beirat beim Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz | Gutachten: Bürokratieabbau | https://www.bundeswirtschaftsministerium.de/Redaktion/DE/Publikationen/Ministerium/Veroeffentlichung-Wissenschaftlicher-Beirat/gutachten-buerokratieabbau.pdf?__blob=publicationFile&v=9 | besucht am 28.09.2026
  • Statistisches Bundesamt | Eine Arbeitsstunde kostete im Jahr 2025 durchschnittlich 45,00 Euro | https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/04/PD26_148_624.html | besucht am 28.09.2026
  • Bundesministerium der Finanzen | Fragen und Antworten zur Einführung der obligatorischen E-Rechnung | https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/FAQ/e-rechnung.html | besucht am 28.09.2026
  • Europäische Kommission | Ihre Meinung zählt | https://ec.europa.eu/info/law/better-regulation/have-your-say_de | besucht am 28.09.2026
  • ifo Institut | Jedes zweite Unternehmen sieht Bürokratie als größtes Standortproblem | https://www.ifo.de/fakten/2026-09-21/jedes-zweite-unternehmen-sieht-buerokratie-als-groesstes-standortproblem | besucht am 28.09.2026
  • Bundesministerium der Justiz | GmbH-Gesetz, § 5 | https://www.gesetze-im-internet.de/gmbhg/__5.html | besucht am 28.09.2026
  • Bundesministerium der Justiz | GmbH-Gesetz, § 5a | https://www.gesetze-im-internet.de/gmbhg/__5a.html | besucht am 28.09.2026
  • Bundesministerium der Justiz | GmbH-Gesetz, § 7 | https://www.gesetze-im-internet.de/gmbhg/__7.html | besucht am 28.09.2026
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