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Manuel Muñoz Solera hat seine persönliche Website in ein Regal aus nachgebauten Spielmodulen verwandelt, eines für jeden früheren Arbeitgeber. Jedes Modul liegt etwas schief, jeder Aufkleber sitzt daneben. Die kleinen Fehler hat der Designer mit Absicht eingebaut.

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„Je unperfekter es wurde, desto mehr fühlte es sich nach mir an“, schreibt Muñoz Solera in seinem Werkstattbericht. Der Designer aus dem spanischen Villena baute die Seite zwischen Juli und September abends in Etappen von 30 bis 60 Minuten.[1] Der Bericht zeigt, woran ehrgeizige Websites hängen bleiben: am Smartphone.

Das Wichtigste in Kürze

  • Muñoz Solera zeigt seine Arbeitgeber als nachgebaute Famicom-Spielmodule, angeregt von einer Tokioter Ausstellung.
  • Zufällige Drehungen, versetzte Aufkleber und ein Papiereffekt lassen die Seite bewusst unperfekt wirken.
  • Entworfen hat er am Laptop, die Smartphone-Ansicht funktionierte erst nach einem Umbau.
  • Für Übergänge nutzt er die View Transition API, laut caniuse.com läuft sie innerhalb einer Seite in 92,9 % der Browser.

Was hat Muñoz Solera gebaut?

Drei Spielkassetten auf einem weißen Regal vor weißem Hintergrund
Muñoz Solera stellt frühere Arbeitsverhältnisse als fiktive Famicom-Spiele dar, inspiriert von der „My Famicase Exhibition“ des Tokioter Retro-Spieleladens METEOR

Muñoz Solera hat eine Startseite gebaut, auf der jedes frühere Arbeitsverhältnis als nachgebautes Spielmodul der Nintendo-Konsole Famicom im Regal steht. Die Idee stammt aus der „My Famicase Exhibition“, für die der Tokioter Retro-Spieleladen METEOR Designer Etiketten für Spiele gestalten lässt, die es nicht gibt.[1] Das Archiv der Ausstellung reicht bis 2005 zurück.[2]

Nach dem ersten Entwurf in Blender kämpfte Muñoz Solera viele Abende mit der Größe des 3D-Modells und dem Renderer. Weil er die Module nach vielen Tests satthatte, ließ er jedes Modul beim Klick um einen zufälligen Winkel kippen. Neue Aufkleber klebte er versetzt über alte. Die Infokarten der Fotogalerie haben Körnung und Knicke.[1]

Warum lohnt sich der Bruch mit der geraden Linie?

Viele Websites gleichen sich messbar an, deshalb fällt jede Abweichung auf. Eine Studie zu über 10.000 Websites von der Fachkonferenz CHI 2021 ergab: 2019 unterschieden sich die Layouts im Schnitt um 43 % weniger voneinander als 2010. Seiten mit der Bibliothek Bootstrap glichen sich besonders stark.[3]

Einen ähnlichen Ausbruch aus dem Einheitslook wagte Paul Bakaus mit seiner Retro-Website.

Die Mobilansicht kam zuletzt: Wochen nach Projektbeginn sah Muñoz Solera auf dem Smartphone, dass die Komposition hochkant nicht trug. Danach richtete er Antippen zum Öffnen und Wischen zum nächsten Modul ein, das Scrollen ließ er unangetastet.[1] Die Nielsen Norman Group beobachtete in Nutzertests, dass ein verändertes Scrollverhalten Besuchern die Kontrolle über die Seite nimmt und gefährdet, dass sie Inhalte finden und ihre Aufgaben erledigen.[4]

Eine Website, absichtlich schief
Wie Manuel Muñoz Solera seine Seite baute und wie weit die Technik dahinter trägt

Vom Ideenregal zur fertigen Seite

Juli
Etiketten
6. Juli: erster gezeigter Zwischenstand
13. Juli: animierte Etiketten wirken schwächer als gedacht
August
Unvollkommenheit
24. August: Aufkleber über Aufkleber
28. August: Materialien mit Milchglas-Effekt
September
Smartphone und Feinschliff
7. September: Seitenübergänge und Fotostapel
8. September: „Es muss auf dem Smartphone funktionieren“
27. September: Vorschaubild im Format 1200 × 630 Pixel

Was dahintersteckt

92,9 %
der genutzten Browser unterstützen die View Transition API innerhalb einer Seite
86,8 %
unterstützen Übergänge zwischen zwei Seiten, Firefox fehlt noch
43 %
weniger Unterschied zwischen Website-Layouts 2019 als 2010 (CHI-Studie, über 10.000 Websites)
30 bis 60 Min.
Bauzeit pro Abend, verteilt über rund drei Monate

Eine Website darf schief sein, solange sie auf dem Smartphone funktioniert und das Scrollen dem Besucher überlässt.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Welche Technik können Sie übernehmen?

Am leichtesten lassen sich fließende Übergänge mit der View Transition API übernehmen, solange die Seite auch ohne sie funktioniert. Innerhalb eines Dokuments läuft die API in Chrome und Edge ab Version 111, Safari ab 18 und Firefox ab 144, zusammen 92,9 % der genutzten Browser.[5] Übergänge zwischen zwei Seiten kommen auf 86,8 %, Firefox fehlt dort noch.[6] Mehr dazu steht in unserem Beitrag zur Layout-Animation.

Verspielt ist der Mikrofon-Trick: Besucher drücken auf dem Smartphone lange auf ein Modul und pusten ins Mikrofon, worauf es nach hinten kippt. Laut Muñoz Solera wird dabei nichts aufgezeichnet oder verschickt.[1] Den Zugriff über getUserMedia() erlauben Browser nur über gesicherte Verbindungen wie HTTPS und erst nach einer Rückfrage beim Nutzer.[7]

Prüfen Sie Entwürfe früh auf dem Smartphone, nicht erst vor dem Start. Lassen Sie das Scrollen in Ruhe und koppeln Sie Extras wie den Mikrofon-Trick an eine bewusste Geste. Welche Gestaltungsideen 2026 Bestand haben, zeigt unser Zwischenstand zu den Webdesign-Trends 2026.

Quellen

7 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. Manuel Muñoz SoleraImperfection
  2. METEORMy Famicase Exhibition, Archiv
  3. Sam Goree, Bardia Doosti, David J. Crandall, Norman Makoto Su (CHI 2021)Investigating the Homogenization of Web Design: A Mixed-Methods Approach
  4. Nielsen Norman GroupScrolljacking 101
  5. caniuse.comView Transitions API (single-document)
  6. caniuse.comView Transitions (cross-document)
  7. MDN Web DocsMediaDevices: getUserMedia() method

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