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Eric und Wendy Schmidt haben die gemeinnützige Organisation Schmidt Global Health gegründet und fördern damit auch die Seuchen-Frühwarnung des WHO-Hubs in Berlin. Die Bundesregierung hat ihren Zuschuss für dasselbe Zentrum laut Health Policy Watch für 2026 von 30 auf 15 Millionen Euro halbiert. Am 13. Oktober stellt Wendy Schmidt die Organisation auf dem World Health Summit in Berlin vor.

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„KI verändert die Welt der Medizin bereits“, sagt der frühere Google-Chef Eric Schmidt zum Start von Schmidt Global Health am 8. Oktober. Schmidt hofft, mit der Organisation „die nächste Pandemie zu verhindern, bevor sie beginnt“.[1]

Das Wichtigste in Kürze

  • Eric und Wendy Schmidt haben am 8. Oktober die gemeinnützige Organisation Schmidt Global Health vorgestellt.
  • Gefördert werden unter anderem die Frühwarnplattform EIOS und ein Stipendienprogramm des WHO-Hubs in Berlin.
  • Der Bund hat seinen Zuschuss für den Hub laut Health Policy Watch 2026 auf 15 Millionen Euro halbiert.
  • Wie viel Geld die Schmidts geben, verrät die Organisation nicht.

Was finanziert Schmidt Global Health in Berlin?

Weiße Satellitenschüssel auf Sockel mit Schlitz, Taube und Text „FRÜHWARNUNG“
WHO-Hub für Pandemie- und Epidemie-Intelligenz seit 2021 in Berlin. Fördert EIOS-Plattform und GOARN-Stipendienprogramm

Der WHO-Hub für Pandemie- und Epidemie-Intelligenz arbeitet seit September 2021 in Berlin, aufgebaut mit Unterstützung der Bundesregierung.[2] Schmidt Global Health fördert dort die Plattform EIOS (Epidemic Intelligence from Open Sources) und das Stipendienprogramm des globalen Ausbruchsnetzwerks GOARN.[1] EIOS wertet Nachrichten und andere offene Quellen nahezu in Echtzeit aus, um Gesundheitsgefahren früh zu erkennen. Entwickelt hat die WHO das System gemeinsam mit der Gemeinsamen Forschungsstelle der EU-Kommission.[5]

Außerdem zahlt die Organisation für den Ebola-Einsatz der WHO im Kongo und in Uganda sowie für Epidemiologen-Stipendien in den USA rund um die Fußball-WM 2026.

Warum hängt die Frühwarnung zunehmend an privatem Geld?

Die USA sind am 22. Januar 2026 formal aus der WHO ausgetreten.[4] Auch Deutschland zahlt weniger: Laut einer Recherche von Health Policy Watch sinkt der jährliche Zuschuss für den Berliner Hub von 30 auf 15 Millionen Euro, zugesagt ist das Geld nur für 2026. Gekürzt wurden laut dem Bericht auch Projekte mit dem Robert Koch-Institut und der Charité. Chikwe Ihekweazu, Leiter des WHO-Notfallprogramms, sagte dem Portal im Januar, EIOS könne unter den aktuellen Finanzierungsgrenzen 2026 nur auf einem „minimal funktionsfähigen Niveau“ laufen.[3]

Das Bundesgesundheitsministerium nannte den Hub gegenüber dem Portal weiter eine strategische Priorität, die Einrichtung spreche bereits weitere Staaten und philanthropische Geldgeber an. Mit EIOS fördern die Schmidts nun ausgerechnet die Plattform, die nach den Kürzungen nur im Minimalbetrieb laufen sollte.

Woher kommt das Geld für die Seuchen-Frühwarnung in Berlin?
Kürzungen und Stiftergeld beim WHO-Hub, Stand 10. Oktober 2026
Bundeszuschuss für den Hub
15 Mio. €
So viel zahlt der Bund laut Health Policy Watch 2026, nach 30 Millionen Euro im Jahr zuvor. Zugesagt ist das Geld nur für ein Jahr.
Austritt der USA
22.01.2026
An diesem Tag verließen die USA die Weltgesundheitsorganisation formal.
Schmidt Global Health
ohne Summe
Eric und Wendy Schmidt fördern die Frühwarnplattform EIOS und das GOARN-Stipendium in Berlin. Beträge veröffentlicht die Organisation nicht.
Vom Gründungsprojekt zum Spendenfall
  1. Sept. 2021

    Die WHO eröffnet den Hub in Berlin mit Unterstützung der Bundesregierung.

  2. 2023

    Eric und Wendy Schmidt gründen die Schmidt Initiative for Long Covid.

  3. Jan. 2026

    Der Bund halbiert laut Health Policy Watch seinen Zuschuss. Die WHO erwartet, dass EIOS 2026 nur auf minimalem Niveau läuft.

  4. 8. Okt. 2026

    Aus der Long-Covid-Initiative wird Schmidt Global Health. Die Organisation fördert EIOS und GOARN in Berlin.

  5. 13. Okt. 2026

    Wendy Schmidt spricht auf dem World Health Summit in Berlin über die Organisation.

Seuchen-Frühwarnung gehört zur Daseinsvorsorge. Bezahlen Stifter die Lücken, entscheiden Privatleute, welche Programme weiterlaufen.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Was bedeutet das Stiftergeld für Deutschland und Europa?

Die Schmidts binden ihr Geld an benannte Programme, nicht an den Grundhaushalt des Hubs. Personal und die gemeinsame Modellierung mit RKI und Charité bleiben Aufgabe der Mitgliedsstaaten. Auch Mark Zuckerbergs Forschungsinstitut Biohub sammelt privates Geld für öffentliche Wissenschaftsinfrastruktur, zuletzt Zusagen über 1,57 Milliarden Euro für offene Biologie-Daten. Private Zusagen stehen in keinem Haushaltsplan: Zieht sich ein Stifter zurück, fehlt das Geld ohne Vorlauf.

Bis 2030 soll nach der Strategie des Hubs jedes Land neue Gesundheitsgefahren binnen 24 Stunden erkennen.[2] Für Geschäftsführer mit Standorten oder Lieferanten in Afrika und Asien lohnt deshalb ein fester Platz für die Ausbruchsmeldungen der WHO im Notfallplan. Wie viel Macht die reichsten Köpfe der Branche haben, ordnet der Überblick der 15 reichsten Tech-Milliardäre ein, weitere Meldungen sammelt das Archiv der Tech-Titanen.

Quellen

[1] Schmidt Global Health: „Eric and Wendy Schmidt Announce Global Public Health Nonprofit to Improve Systems That Monitor, Identify, Respond to Health Threats“, 8. Oktober 2026

[2] WHO: „The WHO Hub for Pandemic and Epidemic Intelligence“

[3] Health Policy Watch: „Germany to Halve Funding for Pandemic Hub Amid Global Health Pull-back“, 8. Januar 2026

[4] US-Gesundheitsministerium HHS: „HHS Fact Sheet: U.S. Withdrawal from the World Health Organization“, 23. Februar 2026

[5] WHO: „Epidemic Intelligence from Open Sources“

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