Die Stiftung von Hasso Plattner hat den alten Brandenburger Landtag auf dem Potsdamer Brauhausberg für 31 Millionen Euro gekauft und baut dort den neuen Campus der Universität Potsdam auf eigene Kosten. Im Gegenzug übernimmt die Stiftung des SAP-Mitgründers die Uni-Flächen am Griebnitzsee, auf denen das Hasso-Plattner-Institut zu einem KI-Zentrum wachsen soll.

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Hasso Plattner finanziert in Potsdam seit 1998 das Hasso-Plattner-Institut und seit 2017 das Museum Barberini. Mit dem Kauf des alten Landtags wird seine Hasso Plattner Foundation nun Bauherrin für eine staatliche Universität. Das Geschäft verknüpft zwei Vorhaben: einen Neubau für Juristen und Ökonomen auf dem Brauhausberg und mehr Platz für Informatik und KI am Griebnitzsee.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Hasso Plattner Foundation hat das Gelände des früheren Landtags vom Projektentwickler KW Development für 31 Millionen Euro gekauft.
  • Das Brandenburger Finanzministerium hat am 1. Oktober 2026 den notariell beurkundeten Kooperationsvertrag mit der Stiftung bekannt gegeben.
  • Bis 2035 soll auf dem Brauhausberg ein Campus für bis zu 6.000 Studierende entstehen, Planung und Bau bezahlt die Stiftung.
  • Im Tausch übernimmt die Stiftung die Uni-Gebäude am Griebnitzsee für den Ausbau des Hasso-Plattner-Instituts.

Was kauft die Plattner-Stiftung auf dem Brauhausberg?

Weißes Modell eines klassizistischen Gebäudes mit Preisschild über 31 Millionen € auf einem Sockel
Stiftung erwirbt Landtagsgebäude für 31 Millionen Euro. Universität Potsdam errichtet vierten Campus auf dem denkmalgeschützten Grundstück

Die Stiftung kauft das denkmalgeschützte Gebäude des früheren Landtags samt Grundstück für 31 Millionen Euro und errichtet darauf den vierten Campus der Universität Potsdam. Verkäufer ist der Projektentwickler KW Development, der das teils beschädigte Gebäude Anfang 2025 erworben, gesichert und beräumt hatte.[1]

Finanzminister Daniel Keller (SPD) sprach laut Tagesspiegel von einem „weiteren Meilenstein“, das Vorhaben erhalte „ein neues Maß an Verbindlichkeit“.[2] Der Campus ist für bis zu 6.000 Studierende geplant; einziehen sollen die Juristische sowie die Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät. Den Bebauungsplan wollen die Potsdamer Stadtverordneten 2027 beschließen, fertig sein soll der Neubau bis 2035.[3]

Warum tauscht Plattner Campus gegen Campus?

Der Kauf gehört zu einem Flächentausch, den Land, Universität und Stiftung im Juni 2025 per Absichtserklärung vereinbart haben. Die Stiftung übernimmt die bisherigen Uni-Flächen am Campus Griebnitzsee, direkt neben dem Hasso-Plattner-Institut (HPI), und bezahlt dafür Planung und Bau auf dem Brauhausberg. Grundstück und Neubauten gehen danach in das Eigentum des Landes über, das zusätzlich den Erlös aus dem Verkauf der Flächen am Griebnitzsee erhält.[4]

Plattner gewinnt mit dem Tausch zusammenhängende Flächen für sein Institut. Das HPI und die gemeinsam mit der Universität betriebene Digital Engineering Fakultät sollen am Griebnitzsee zu einem europäischen KI-Zentrum ausgebaut werden. „Europäische Souveränität bei digitalen Technologien inklusive Künstlicher Intelligenz braucht exzellente Rahmenbedingungen“, sagte Plattner im Mai nach der vierten Sitzung der Task Force, die er gemeinsam mit Ministerpräsident Dietmar Woidke leitet. Die Markterkundung des Landes ergab keine weiteren Geldgeber.[3]

Campus gegen Campus: der Potsdamer Flächentausch
Was die Hasso Plattner Foundation gibt und was sie bekommt, Stand 2. Oktober 2026
Die Stiftung gibt
  • 31 Mio. €: Kaufpreis für den alten Landtag samt Grundstück
  • Planung und Bau: Die Stiftung bezahlt den neuen Uni-Campus als Bauherrin
  • Eigentum: Grundstück und Neubauten auf dem Brauhausberg gehen an das Land Brandenburg
Die Stiftung bekommt
  • Campus Griebnitzsee: die bisherigen Uni-Flächen direkt neben dem HPI
  • KI-Ausbau: Raum für das HPI und die Digital Engineering Fakultät
  • Auflage: Der Campus Griebnitzsee soll öffentlich zugänglich bleiben
Vom Absichtspapier zum Campus
  1. 02.06.2025Land, Universität und Stiftung unterzeichnen die Absichtserklärung
  2. 05/2026Die Markterkundung des Landes findet keine weiteren Geldgeber
  3. 01.10.2026Das Finanzministerium meldet den Kooperationsvertrag und den Kauf des alten Landtags
  4. 2027Die Potsdamer Stadtverordneten sollen den Bebauungsplan beschließen
  5. bis 2035Campus für bis zu 6.000 Studierende fertig, HPI am Griebnitzsee erweitert

Plattner bezahlt den Neubau für Juristen und Ökonomen, damit am Griebnitzsee Platz für die Informatik frei wird. Brandenburg erhält einen Campus ohne eigenes Baugeld und gibt dafür das Gelände ab, auf dem das HPI seine KI-Forschung ausbauen will.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Was bedeutet der Campus für Unternehmen in der Region?

Das Modell hat in Deutschland einen Vorläufer: Die Dieter Schwarz Stiftung des Unternehmers hinter Lidl und Kaufland finanziert seit 2018 insgesamt 41 Professuren der TU München, 32 davon in Heilbronn, zunächst für 30 Jahre samt Ausstattung.[5] In beiden Städten fließt privates Vermögen in die Ausbildung von Digital- und KI-Fachleuten. SAP-Chef Christian Klein setzt für die digitale Souveränität Europas auf Talente, der SAP-Mitgründer schafft dafür in Potsdam Platz.

Die Potsdamer Initiative „Stadt für alle“ kritisierte im September 2025, dass das Land die Konditionen des Tauschs nicht offengelegt habe.[6] Mit dem Kaufpreis für den alten Landtag liegt nun eine erste Zahl öffentlich vor.

Der Ausbau läuft bis 2035, doch Unternehmen in Berlin und Brandenburg können schon jetzt Kontakt zum HPI aufnehmen:

  • Bilden Sie Ihre Mitarbeiter gerne über die kostenlosen Onlinekurse der HPI-Plattform openHPI in KI und Informatik weiter.
  • Sprechen Sie die Digital Engineering Fakultät auf Praxisprojekte und Abschlussarbeiten an; so lernen Sie künftige Absolventen früh kennen.

FAQ: Hasso Plattners Stiftung kauft den alten Landtag in Potsdam

Wer ist Hasso Plattner?

Hasso Plattner hat 1972 den Softwarekonzern SAP mitgegründet und 2024 den Vorsitz im SAP-Aufsichtsrat abgegeben. Über seine Stiftungen finanziert er in Potsdam unter anderem das 1998 gegründete Hasso-Plattner-Institut und das Museum Barberini.

Was ist der Brauhausberg in Potsdam?

Der Brauhausberg ist eine Anhöhe südlich des Potsdamer Hauptbahnhofs. Dort steht das denkmalgeschützte Gebäude des früheren Brandenburger Landtags, das die Hasso Plattner Foundation für 31 Millionen Euro gekauft hat und zum Campus der Universität Potsdam umbauen will.

Welche Fakultäten ziehen auf den Brauhausberg?

Die Juristische Fakultät sowie die Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät der Universität Potsdam sollen vom Campus Griebnitzsee auf den Brauhausberg ziehen. Der neue Campus ist für bis zu 6.000 Studierende geplant und soll bis 2035 fertig sein.

Was passiert mit dem Campus Griebnitzsee?

Die Hasso Plattner Foundation übernimmt die bisher von der Universität genutzten Flächen und Gebäude am Griebnitzsee. Dort sollen das Hasso-Plattner-Institut und die Digital Engineering Fakultät wachsen, mit einem Schwerpunkt auf Künstlicher Intelligenz. Der Campus soll öffentlich zugänglich bleiben.

Quellen

[1] Radio Potsdam: „Hasso-Plattner-Foundation übernimmt alten Landtag am Brauhausberg“

[2] Tagesspiegel: „Weiterer Meilenstein für neuen Potsdamer Uni-Campus: Plattner-Stiftung kauft Gelände auf dem Brauhausberg“

[3] Landesregierung Brandenburg: „Campus Brauhausberg im Zeitplan: Positive Zwischenbilanz der Task Force“

[4] Hasso Plattner Foundation: „Potsdam as a Science and Innovation Hub“

[5] Technische Universität München: „Ausbau des TUM Campus Heilbronn: For the Digital Age“

[6] Initiative Stadt für alle (Potsdam): „Wie Mäzene die Privatisierungen in Potsdam vorantreiben und davon profitieren“

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