Mehr als 2.000 Panzergetriebe im Jahr, gut dreimal so viele wie heute: So weit will RENK die Produktion an seinen deutschen Standorten bis 2030 hochfahren. Der Augsburger Konzern reagiert damit auf einen Auftragsbestand, der schneller wächst als die eigenen Fertigungslinien.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenAm 31. August 2026 machte RENK den Ausbau der Werke Augsburg und Rheine konkret. Bis 2028 fließen bis zu 325 Millionen Euro in Digitalisierung und Kapazität in Deutschland, ein Teil davon in drei neue Bearbeitungszentren im westfälischen Rheine. Der Engpass sitzt nicht mehr in den Auftragsbüchern, sondern in der Halle.
Das Wichtigste in Kürze
- RENK verdreifacht die Produktion von Panzergetrieben bis 2030 auf über 2.000 Einheiten im Jahr.
- Bis 2028 investiert der Konzern im Rahmen der Initiative „Made for Germany“ bis zu 325 Millionen Euro in Digitalisierung und Kapazität in Deutschland.
- Am Standort Rheine wuchs die Kapazität seit 2025 um mehr als 30 Prozent pro Jahr, drei neue Bearbeitungszentren fertigen Bauteile für das Getriebe HSWL 256 des Schützenpanzers Puma.
- Treiber ist ein Rekord-Auftragsbestand, der schneller steigt als die bisherige Fertigung.
Was kündigt RENK für Augsburg und Rheine an?

Über 2.000 Getriebe im Jahr will RENK bis 2030 in Augsburg fertigen, gut dreimal so viele wie heute. Am zweiten deutschen Standort Rheine wächst die Kapazität bereits seit 2025 um mehr als 30 Prozent jährlich.[1] Dort weihte der Konzern drei hochmoderne Bearbeitungszentren ein, die Bauteile für das Getriebe HSWL 256 des Schützenpanzers Puma fertigen.
Das Geld stammt aus einem größeren Topf. Bis zu 325 Millionen Euro stecken die Augsburger bis 2028 in Digitalisierung, Innovation und Kapazität an den deutschen Standorten, angekündigt im Rahmen der Industrie-Initiative „Made for Germany“. Parallel wächst das zivile Geschäft, wo RENK inzwischen auch Stromtechnik für KI-Rechenzentren liefert.
Wie schafft RENK die dreifache Menge?
Mehr Schichten allein reichen nicht. RENK stellt die Fertigung von der Einzelanfertigung auf eine industrielle Serienproduktion um, wie sie die Autoindustrie kennt. Modulare Baukästen und standardisierte Abläufe sollen die knappen Fachkräfte an den neuen Bearbeitungszentren deutlich produktiver machen.
„Dieser Kapazitätsausbau ist ein weiterer Schritt, um unser globales Produktionssystem systematisch auf Serienfertigung zu skalieren“, sagt Dr. Emmerich Schiller, Betriebsvorstand (COO) der RENK Group. Digitalisierte Prozesse senken die Fertigungszeit je Bauteil spürbar und machen den Ausstoß planbarer.
Bei RENK wächst der Auftragsbestand schneller als die Produktion. Über das Tempo des Wachstums entscheidet jetzt die eigene Fertigung, nicht der Bedarf der Armeen.
— Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Was bedeutet der Ausbau für die DACH-Industrie?
Für die deutsche Industrie verschiebt sich der Engpass. Nicht der Bedarf begrenzt das Wachstum der Rüstungsbranche, sondern die Fähigkeit, schnell und in Serie zu fertigen. RENK steht damit nicht allein: Auch Hensoldt rüstet ein Werk in Aalen zur Radarfertigung um, und bei ZF stützen die Panzergetriebe den kriselnden Autozulieferer.
Für Zulieferer und Maschinenbauer im deutschsprachigen Raum entsteht daraus ein Markt. Anbieter von Bearbeitungszentren, Automatisierung oder Fertigungssoftware finden in der hochfahrenden Rüstungsproduktion einen zahlungskräftigen Kunden. Entscheider sollten die Investitionspläne der großen Auftraggeber verfolgen, denn der Kapazitätsausbau vergibt Aufträge weit über die Konzernmauern hinaus.
Quelle
[1] RENK Group: „RENK boosts its ability to deliver with significant capacity expansion at Rheine site“ (Pressemitteilung, 31. August 2026)
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