Vor 15 Jahren ließen sich virtuelle Schreibtische unter macOS in einem frei wählbaren Raster anordnen. Mit macOS Lion verschwand diese Funktion. Ein Entwickler hat sie sich jetzt mit Hilfe eines Sprachmodells zurückgeholt und richtet eine Bitte an Apple.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenDas fehlende macOS Raster für virtuelle Desktops treibt eingefleischte Mac-Nutzer seit Jahren um. 2006 führte Apple mit Leopard die Funktion Spaces ein und erlaubte ein frei konfigurierbares Gitter aus Arbeitsflächen. Fünf Jahre später kassierte Apple das Raster wieder und beschränkte die Desktops auf eine einzige horizontale Reihe.
Das Wichtigste in Kürze
- macOS Leopard erlaubte 2006 ein frei anordenbares Raster aus virtuellen Desktops, etwa ein 3×3-Gitter wie neun echte Bildschirme.
- macOS Lion strich das Gitter 2011 und reduzierte die Spaces auf eine horizontale Reihe in Mission Control.
- Der Entwickler hinter dem Blog Hopefully Useful baute mit einem LLM in einem Tag einen Prototyp, der das Raster zurückbringt.
- Sein Fazit nach dem Projekt: Bei Gefühl und Bedienlogik kommt die KI ohne menschliche Kontrolle nicht aus.
Warum vermissen Mac-Nutzer das alte Raster?

Das Raster war mehr als Optik. Bei fest verteilten Programmen auf neun Flächen fand sich jede Anwendung über das räumliche Gedächtnis wieder: oben links der Code-Editor, in der Mitte der Browser, ein Terminal gleich darunter und die Mail-App am Rand. Der Wechsel lief über Muskelgedächtnis, ohne Suchen. Die einzeilige Anordnung seit Lion zerstört genau diese Orientierung, weil sich alle Desktops nur noch seitlich durchblättern lassen.
Fremdlösungen wie TotalSpaces versuchten das Gitter zu retten, gerieten aber mit Apples Systemschutz in Konflikt und verschwanden nach und nach.
Wie ein Sprachmodell das Feature in einem Tag zurückbrachte

Der Durchbruch ergab sich über einen Umweg: Nachdem ein anderes Projekt die Wechsel-Animation zwischen den Desktops entfernt hatte, ließ sich die starre Reihe im Hintergrund wie ein Gitter ansprechen. Mit Hilfe eines Sprachmodells stand der erste Prototyp nach einem Tag, wie der Entwickler in seinem Blogbeitrag schildert. Daraus wurde die fertige App GridLion.
Ehrlich fällt sein Urteil über die KI-Hilfe aus. Ein Sprachmodell sei wie ein sehr schnelles Schiff, das ohne ständige Kurskorrektur am Ziel vorbeisteuert. Gerade bei der Bedienoberfläche, wo das Gefühl zählt, müsse ein Mensch in der Schleife bleiben. Welches Modell sich für welche Aufgabe eignet, ordnet der LLMs-Ratgeber ein.
Ein einzelner Entwickler stellt an einem Nachmittag wieder her, was ein Billionenkonzern vor 15 Jahren weggeräumt hat. Das sagt mehr über Apples Prioritäten als über die Macht der KI-Werkzeuge.
— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Bringt Apple das Raster zur WWDC zurück?

Am 8. Juni öffnet Apple die WWDC26 und zeigt unter anderem macOS 27. Der Entwickler wünscht sich offen, dass das Raster als native Funktion zurückkehrt. Realistisch ist das nur bedingt, denn Apple hält viele Mission-Control-Schnittstellen bewusst verschlossen. Genau deshalb muss GridLion auf private APIs ausweichen und darf nicht über den Mac App Store laufen.
Für die Keynote stehen ohnehin andere Themen oben auf der Liste, allen voran der lange erwartete Siri-Neustart. Was Apple am 8. Juni sonst noch zeigt, ordnet die Vorschau zur WWDC26 ein, die strategische Linie dahinter der Apple-Überblick auf Dr. Web.
Für alle, die nicht auf Apple warten möchten, lohnt der Blick auf GridLion oder vergleichbare Fenster-Werkzeuge. Prüfen Sie vorher, welche Systemberechtigungen das Tool verlangt, denn für die Vorschaubilder der Desktops braucht es weitreichende Zugriffe. Die Keynote am 8. Juni zeigt dann, ob Apple das Thema räumliche Orientierung wieder ernst nimmt.
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