Infineon meldet für das dritte Geschäftsquartal einen Umsatzrekord, getragen nicht vom Auto, sondern vom Strom für die KI. Die Sparte Power & Sensor Systems, die Rechenzentren mit Energie-Chips versorgt, wuchs um rund ein Drittel. Der Konzern hebt sein KI-Umsatzziel auf 1,5 Milliarden Euro für dieses Jahr.

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Infineon hat im Quartal per Ende Juni 4,2 Milliarden Euro umgesetzt, 13 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Den Ausschlag gab ein Geschäft, das mit Chatbots auf den ersten Blick nichts zu tun hat: die Stromversorgung der KI-Server.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Quartalsumsatz erreichte mit 4,2 Milliarden Euro einen Rekord, der Nettogewinn stieg um 39 Prozent auf 423 Millionen Euro.
  • Die Sparte Power & Sensor Systems wuchs um rund ein Drittel, angetrieben vom Energiebedarf der KI-Rechenzentren.
  • Das größte Segment Automotive legte trotz anziehender Bestellungen deutlich schwächer zu.
  • Für das Gesamtjahr erwartet Infineon 16,3 Milliarden Euro Umsatz, das KI-Ziel für Strom-Chips steigt auf 1,5 Milliarden Euro.

Was steckt hinter dem Rekordquartal?

Orange Gießkanne gießt Kabel in einen Chip mit Schild
Infineon steigert Nettogewinn im dritten Quartal um 39 Prozent auf 423 Millionen Euro, getrieben durch die Sparte Power & Sensor Systems

Der Rekord kommt aus der Steckdose, nicht aus dem Cockpit. Infineon setzte im dritten Geschäftsquartal 4,2 Milliarden Euro um und steigerte den Nettogewinn um 39 Prozent auf 423 Millionen Euro.[1]

Wachstumstreiber war die Sparte Power & Sensor Systems, Infineons zweitgrößtes Geschäftsfeld. Diese Sparte liefert die Leistungshalbleiter, die den Strom in Servern und Rechenzentren umwandeln. Ihr Umsatz legte um rund ein Drittel gegenüber dem Vorjahresquartal zu. Vorstandschef Jochen Hanebeck sagte: „Immer mehr unserer Zielmärkte zeigen einen positiven Trend.“

Das größte Segment bleibt das Autogeschäft, das fast die Hälfte des Umsatzes trägt. Dort ziehen die Bestellungen zwar wieder an, aber längst nicht so kräftig wie im KI-Geschäft. Andere Chiphersteller melden denselben Rückenwind, etwa Intel mit einem Wachstum von 25 Prozent aus KI und Auftragsfertigung oder ASML mit einem Rekordquartal trotz fallender Chipwerte.

Warum ist Strom der eigentliche Engpass der KI?

Der Flaschenhals des KI-Booms ist die Stromversorgung, nicht allein der Rechenchip. Ein moderner KI-Server-Schrank zieht so viel Leistung wie ein kleines Wohnhaus. Diese Energie muss verlustarm bis auf die Platine des Prozessors gelangen.

Genau dort sitzen Infineons Leistungshalbleiter. Je dichter die KI-Beschleuniger gepackt werden, desto mehr Strom bei desto höherer Stromstärke muss die Elektronik umwandeln, ohne zu überhitzen. Dieser Unterschied erklärt, warum die Strom-Sparte um ein Drittel wächst, während das viel größere Autogeschäft kaum vom Fleck kommt.

Dieselbe Verschiebung zeigt sich überall in der Infrastruktur. Siemens steckt 300 Millionen Euro in neue Schaltanlagen-Werke für Rechenzentren. Der Blick auf die zehn größten Rechenzentren Deutschlands zeigt, dass gesicherte Leistung längst über neue Standorte entscheidet.

Der eigentliche Gewinner des KI-Booms verkauft keine Rechenchips, sondern die Technik, die den Strom zu ihnen bringt. Genau dieses Geschäft hat Infineon jahrzehntelang aufgebaut.

— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Infineon im dritten Quartal 2026
Der Rekord kommt aus dem Geschäft mit dem Strom für die KI.
4,2 Mrd. €
Quartalsumsatz, ein Plus von 13 Prozent und neuer Rekord
+39 %
Nettogewinn im Quartal, auf 423 Millionen Euro gestiegen
1,5 Mrd. €
Umsatzziel für KI-Strom-Chips 2026, 2,5 Milliarden Euro für 2027
16,3 Mrd. €
erwarteter Jahresumsatz 2026, ein Plus von 11 Prozent

Strom schlägt Auto

Die Sparte Power & Sensor Systems für KI-Rechenzentren wuchs um rund ein Drittel gegenüber dem Vorjahr. Das mit Abstand größte Segment, das Autogeschäft, legte trotz anziehender Bestellungen nur schwach zu.

Was heißt das für Europas Chip-Souveränität?

Europas größter Chiphersteller sitzt an einem Engpass, den kein Rechenzentrum umgehen kann. Infineon meldet Kapazitätsvereinbarungen mit KI-Kunden und hebt sein Umsatzziel für Strom-Chips auf 1,5 Milliarden Euro in diesem und 2,5 Milliarden Euro im nächsten Jahr.

Bei Logik- und Speicherchips hängt Europa an Asien und den USA. Bei den Leistungshalbleitern für die Energieumwandlung hält der Kontinent dagegen eine starke Position, die der EU Chips Act zusätzlich absichern soll. Wie stark die Branche daran hängt, zeigt die Wette auf ein Zeiss-Werk in Oberkochen.

Für Entscheider mit KI-Projekten verschiebt sich damit die Planung. Beim Aufbau von Rechenleistung zählt nicht nur das GPU-Kontingent, sondern auch die Lieferzeit der Leistungselektronik, die den Betrieb überhaupt erst versorgt. Infineon streitet parallel um die Grundlagentechnik, etwa im GaN-Patentkonflikt mit Innoscience.

FAQ: Infineon und der KI-Strombedarf

Warum meldet Infineon einen Umsatzrekord?

Infineon setzte im dritten Geschäftsquartal 2026 rund 4,2 Milliarden Euro um, 13 Prozent mehr als im Vorjahr, und steigerte den Nettogewinn um 39 Prozent auf 423 Millionen Euro. Haupttreiber ist die Nachfrage nach Leistungshalbleitern für die Stromversorgung von KI-Rechenzentren.

Was ist die Sparte Power & Sensor Systems?

Power & Sensor Systems ist Infineons zweitgrößtes Geschäftsfeld. Es liefert Leistungshalbleiter, die elektrische Energie umwandeln und steuern, unter anderem für Server und KI-Rechenzentren. Die Sparte wuchs im Quartal um rund ein Drittel gegenüber dem Vorjahr.

Was hat Infineon mit dem KI-Boom zu tun?

KI-Server ziehen sehr viel Strom. Leistungshalbleiter von Infineon wandeln diese Energie verlustarm um, bis sie auf der Prozessor-Platine ankommt. Der Konzern peilt damit 1,5 Milliarden Euro KI-Umsatz für 2026 und 2,5 Milliarden Euro für 2027 an.

Wie ist der Ausblick für Infineon?

Für das laufende Geschäftsjahr erwartet Infineon rund 16,3 Milliarden Euro Umsatz, ein Plus von 11 Prozent. Für das vierte Quartal stellt der Konzern einen weiteren Anstieg von Umsatz und Marge in Aussicht.

Quelle

[1] Infineon Technologies: „Quartalsergebnisse zum dritten Geschäftsquartal 2026“

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