Ein LKW ohne Fahrerkabine pflügt durch die Logistikbranche

Markus Seyfferth
Autor Dr. Web
3 Min. Lesezeit
Ein LKW ohne Fahrerkabine pflügt durch die Logistikbranche

Ein kalifornisches Startup zeigt einen autonomen Lieferwagen, der komplett auf die Fahrerkabine verzichtet. Für deutsche Logistiker mit Personalmangel und Margendruck ist das mehr als eine Designspielerei.

drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügen

Der cab-less Truck aus Kalifornien sieht aus wie ein rollender Container mit Rädern, ohne Windschutzscheibe, ohne Sitz, ohne Lenkrad. Die gesamte Front, die bisher einen Menschen schützen musste, fällt weg. Das spart Gewicht, Bauraum und Stromverbrauch.

Das Wichtigste in Kürze

  • Kalifornisches Startup präsentiert autonomen Liefer-Truck ohne Fahrerkabine
  • Wegfall der Kabine spart Gewicht und erhöht das Ladevolumen um bis zu 30 Prozent
  • Designprinzip: Maschinen für Maschinen, nicht für Menschen
  • Deutsche Logistiker beobachten den Trend genau, der Fahrermangel drückt

Warum die Kabine fällt

Vierrädriger oranger Frachtanhänger mit gelber Textplakette vor weißem Hintergrund
Fahrerloser Lastwagen verzichtet auf Kabine für bessere Aerodynamik und mehr Laderaum

Die Idee dahinter ist radikal einfach: Wenn ein Fahrzeug niemals einen Menschen transportiert, braucht es auch keinen Platz für einen. Was viele Hersteller in der Branche jahrelang als unverzichtbares Sicherheits- und Komfortelement betrachtet haben, wird beim cab-less Truck zur überflüssigen Last. Die Aerodynamik verbessert sich, der Schwerpunkt sinkt, und das gewonnene Volumen wandert in den Laderaum.

Für die Letzte-Meile-Logistik ist das interessant. Wer in Stuttgart, Hamburg oder Frankfurt täglich hunderte Pakete ausfährt, kann mit einem Drittel mehr Ladevolumen pro Fahrt rechnen. Bei gleichen Routen bedeutet das weniger Fahrten, weniger Energieverbrauch und niedrigere Logistikkosten.

Was das für DHL, Hermes und DPD bedeutet

Autonomes Lieferfahrzeug mit Briefschlitz in Silber/Orange auf weißem Hintergrund
Deutsche Logistik leidet unter Fahrermangel: 100.000 Berufskraftfahrer fehlen derzeit, bis 2030 könnten es 185.000 sein. Autonome Lieferwagen sollen das Problem lösen

Die deutsche Logistikbranche kämpft seit Jahren mit zwei Problemen: Fahrermangel und steigenden Personalkosten. Laut Bundesverband Güterkraftverkehr fehlen in Deutschland aktuell 100.000 Berufskraftfahrer. Bis 2030 könnten es 185.000 sein. Ein autonomer Lieferwagen ohne Kabine ist nicht nur eine Technologiestudie, sondern eine direkte Antwort auf strukturelle Engpässe.

DHL, Hermes und DPD testen seit Jahren Robotik in Logistikzentren. Der Sprung auf die Straße ist regulatorisch komplizierter. In Deutschland erlaubt das Gesetz zum autonomen Fahren seit 2021 Fahrzeuge der Stufe 4 in festgelegten Betriebsbereichen. Ein cab-less Truck fiele in diese Kategorie, müsste aber jede Route einzeln zertifizieren lassen.

Maschinen, die nur für Maschinen gebaut sind, denken Logistik neu. Wer als deutscher Versender weiter Fahrzeuge ordert, die für Menschen optimiert sind, baut Kabinen für niemanden.

— Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web

Wann der Truck nach Deutschland kommt

Ein autonomer, weißer LKW fährt auf einer Straße und durch einen Erdwall auf weißem Grund
Autonomer Lieferwagen eines kalifornischen Startups in Testphase. Serienproduktion noch nicht angekündigt, erste Tests in Arizona und Nevada

Eine Serienproduktion ist beim kalifornischen Startup noch nicht angekündigt. Die ersten Testfahrten laufen auf abgesperrten Strecken in Arizona und Nevada. Bis ein vergleichbares Fahrzeug in Mainz oder Köln Pakete ausliefert, vergehen vermutlich noch fünf bis sieben Jahre. Die größere Frage ist, ob deutsche Hersteller wie Daimler Truck, MAN oder Volkswagen Nutzfahrzeuge dieser Logik folgen oder am klassischen Fahrzeugkonzept festhalten.

Mehr Service zu autonomer Mobilität finden Sie in unserem Reichweiten-Rechner für E-Autos und im Ratgeber zum Wertverlust beim Elektroauto.

Mehr Newshunger?

Weißer, autonomer Liefertransporter mit orangen Akzenten und einem Hundedach
BYD übernimmt UK-Marktführung, Japan Airlines setzt Humanoide ein, Wärmeplanunsgesetz-Frist läuft ab, Bund fördert Smart Cities
4,1 10 Bewertungen

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

Markus Seyfferth
Autor
ist seit 2019 geschäftsführender Gesellschafter von Dr. Web. Er verantwortet die redaktionelle Ausrichtung des Dr. Web Magazins und bringt seine Expertise in den Bereichen Webdesign, Webentwicklung, WordPress, SEO sowie Online Marketing ein. Zudem verfasst er regelmäßig Fachartikel, um sein Wissen und seine Erfahrungen zu teilen und anderen im Online Marketing weiterzuhelfen.
783 Artikel veröffentlicht
Alle Artikel

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Newsletter

Mehr solcher Artikel?
Jetzt kostenlos abonnieren.

Jeden Dienstag die besten Artikel aus dem Dr. Web-Magazin direkt in Ihr Postfach – kein Spam, jederzeit abmeldbar.

Einmal pro Woche, kein täglicher Spam
Jederzeit mit einem Klick abmeldbar
DSGVO-konform via Brevo