Drupal-Notfall-Patch am 20. Mai: Sind Sie betroffen?

Michael Dobler
Autor Dr. Web
3 Min. Lesezeit
Drupal-Notfall-Patch am 20. Mai: Sind Sie betroffen?

Drupal-Sites haben einen Termin: Am Mittwoch, dem 20. Mai 2026, rollt das Drupal Security Team zwischen 19 und 23 Uhr deutscher Zeit einen als „hochkritisch“ eingestuften Notfall-Patch für Drupal Core aus. Der Inhalt der Lücke bleibt bis zur Veröffentlichung geheim. Das ist ungewöhnlich und ein klares Signal an alle Site-Betreiber, den Abend freizuhalten.

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Wieso ist der 20. Mai für Drupal-Betreiber ein Stichtag?

Ein Kalender zeigt den 20. Mai 2026, eine Notiz „PATCH JETZT!“ und eine Sanduhr stehen daneben
Drupal warnt vor kritischer Sicherheitslücke: Exploits könnten innerhalb von Stunden oder Tagen entwickelt werden

Drupal-Patches kommen normalerweise mit einer dürren Vorankündigung und ohne weitere Details. Im aktuellen Fall geht das Security Team einen Schritt weiter und warnt explizit: „Exploits könnten innerhalb von Stunden oder Tagen entwickelt werden.“ Diese Formulierung verwendet das Team nur, wenn die zugrunde liegende Lücke schwerwiegend ist und Angreifer mit hoher Wahrscheinlichkeit reagieren werden.

Drupal gehört nicht zu den am weitesten verbreiteten Content-Management-Systemen im DACH-Raum. Trotzdem läuft eine erstaunliche Zahl von Behörden-, Hochschul- und Verbandsseiten auf Drupal. Auch viele B2B-Unternehmen nutzen das System für anspruchsvolle Multi-Site-Setups, weil Drupal in der Mehrsprachigkeit und im Rechteverwaltungs-Modell flexibler arbeitet als andere Systeme.

Welche Drupal-Versionen erhalten den Patch?

Ein Holzschild mit einer 7 über einem Stapel mit einer 8 und einer Dinosaurierfigur mit Schild
Drupal Security Team veröffentlicht Sicherheitspatches für aktuelle Versionen 11.3.x, 11.2.x, 10.6.x und 10.5.x sowie ältere Branches

Das Drupal Security Team stellt Sicherheitsreleases für alle unterstützten Versionen bereit: Drupal 11.3.x als aktive Hauptversion, Drupal 11.2.x, Drupal 10.6.x als LTS sowie Drupal 10.5.x. Zusätzlich erhalten die formell auslaufenden Branches 11.1.x und 10.4.x einen Patch.

Selbst für die beiden bereits offiziell beendeten Hauptversionen Drupal 8.9 und Drupal 9.5 stellt das Team Patch-Dateien bereit, die allerdings manuell eingespielt werden müssen. Drupal warnt selbst, dass diese Patches Folgefehler oder Regressionen verursachen könnten. Drupal 7 bleibt komplett unberührt.

Sites auf Drupal 8 oder 9 sollten den 20. Mai als endgültigen Anlass nehmen, auf Drupal 10.6 oder Drupal 11.3 zu wechseln. Beide alten Hauptversionen enthalten weitere bereits offengelegte Sicherheitslücken, die weder durch Drupal Steward noch durch die jetzt verteilten Patch-Dateien geschlossen werden.

Was sollten Drupal-Admins bis Mittwoch tun?

Feuerlöscher mit Käseanhänger und Datumsaufkleber vor weißem Hintergrund
Site-Backup aktualisieren und testen vor Patch-Fenster am Mittwochabend ab 19 Uhr

Das Site-Backup gehört auf den aktuellen Stand und braucht einen Rückspeicher-Test, bevor das Patch-Fenster startet. Eine Aktualisierung auf die jüngste Patch-Release der eigenen Hauptversion räumt eventuelle Upgrade-Probleme vor dem Sicherheitsfenster ab. Und der Mittwochabend ab 19 Uhr deutscher Zeit gehört geblockt, denn das Patch-Fenster dauert vier Stunden.

Drupal-Steward-Kunden sind laut Angabe des Security Teams bereits gegen bekannte Angriffsvektoren geschützt. Trotzdem empfiehlt das Team, den Core-Patch zeitnah einzuspielen, falls weitere Angriffsmuster auftauchen sollten.

Eine Lücke, deren Details erst am Patch-Tag bekannt werden, gehört nicht auf die lange Bank. Sites, die am Mittwochabend nicht patchen, fahren am Donnerstag potenziell mit einer öffentlich dokumentierten Schwachstelle.

— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web

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Michael Dobler
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Ich bin der Herausgeber von Dr. Web. Um praxisfit zu bleiben, unterstütze ich darüber hinaus Kunden bei der digitalen Kundengewinnung und Kundenbindung. Erste eigene Gehversuche im Internet unternahm ich 1999 mit einem Kinomagazin. Nach 15 Jahren in Lohn und Brot, u.a. als Projektmanager für digitale Medien, machte ich mich schließlich Ende 2005 selbständig. Das war die beste berufliche Entscheidung meines Lebens.
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