BNEF-Verdikt: Solar wird in sechs Jahren weltgrößte Stromquelle

Markus Seyfferth
Autor Dr. Web
3 Min. Lesezeit
BNEF-Verdikt: Solar wird in sechs Jahren weltgrößte Stromquelle

In sechs Jahren wird Solar die weltweit größte Stromquelle. So lautet das Kernverdikt des New Energy Outlook 2026 von BloombergNEF, veröffentlicht am 19. Mai in London und New York. Der Report ist nicht der erste, der Solar-Wachstum prognostiziert, aber der erste, der die Verdrängung von Kohle als Hauptstromquelle datiert. Für deutsche Industriestandorte verschiebt das die Investitionslogik.

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Was BNEF konkret prognostiziert

Kleiner goldener Pokal mit zwei Griffen, Sonnensymbol und Marmorsockel auf weißem Grund
Drei Krisen prägen das Jahrzehnt: Covid-19, Ukraine-Krieg und Nahost-Konflikt. Solar wird 2026 die einzige Technologie in industrieller Skalierung zur Unabhängigkeit von fossilen Energieimporten

Drei energetische Schocks haben das laufende Jahrzehnt geprägt: Covid-19, der Ukraine-Krieg und der Iran-Krieg im Nahen Osten. Diese Krisen treiben Länder dazu, sich von importierten fossilen Energieträgern abzukoppeln. Solar ist 2026 die einzige Technologie, die in industrieller Skalierung dem entgegenkommt. BNEF rechnet bis 2032 mit einem globalen Solar-Anteil an der Stromerzeugung, der jeden anderen Einzelträger überholt.

Die Treiber sind klassisch. Massiver Lieferüberhang aus China senkt die Modulpreise, technologische Fortschritte bei Wirkungsgrad und Speicher-Integration heben die Wirtschaftlichkeit, Datacenter-Boom treibt die Nachfrage. Die IEA hat Anfang Mai parallel berechnet, dass die globale Solar-Generierung 2025 um 600 TWh gestiegen ist, der größte Einzeljahressprung aller Stromquellen in der Geschichte außerhalb von Post-Krisen-Erholungen.

Was deutsche Standortentscheidungen betrifft

Weißer Schukostecker mit „SOLARSTROM“-Schriftzug und orangefarbenem Solarpanel-Symbol
Sinkende Solar- und Speicherkosten treiben Werksverlagerungen aus Deutschland an: 2026 zwei bis vier Cent pro kWh weltweit gegen höhere hiesige Industriestrompreise

Für deutsche Industriestandorte ergibt sich aus dem Outlook eine klare Ableitung. Wer ab 2028 neue Werke plant, wird Stromkosten anders kalkulieren als 2025. Solar-Strom plus Speicher liegt 2026 in vielen Ländern bei zwei bis vier Cent pro Kilowattstunde, deutlich unter den Industriestrompreisen in Deutschland. Das ist mit ein Treiber für die Werksdiskussionen bei VW, Schaeffler und anderen.

Wie eng der Zusammenhang mit KI-Infrastruktur ist, zeigt der Bloom-Energy-Nebius-Deal über 2,6 Milliarden Dollar Brennstoffzellen für Datacenter. Wer KI baut, braucht Strom. Wer Strom braucht, kalkuliert Solar. Wie Klimaanpassung in deutschen Städten parallel läuft, dokumentiert die Schwammstadt-Offensive deutscher Städte und der Fraunhofer-Hitze-Stadtzwilling für 62 Prozent von Berlin.

Solar als Weltstromquelle Nummer 1 in sechs Jahren ist keine Wunschprognose, sondern eine Industrierechnung. Deutsche Mittelständler mit Energieintensität sollten ihre PPA-Strategie 2026 spätestens prüfen, nicht 2028. Wer zu spät vertragsbindet, zahlt 2030 drauf.

— Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web

Was Geschäftsführer jetzt einplanen

Ein rechteckiges Solarmodul auf weißem Hintergrund mit Digitalanzeige und Netzstecker
Energie-Procurement-Audit vergleicht Stromverträge mit Solar-PPAs. Standort-Roadmap koppelt Investitionen an Stromkosten 2030. Klimastrategie-Check wegen Scope-3-Reporting-Anforderungen von Lieferketten-Partnern

Drei Hebel verdienen Aufmerksamkeit. Erstens: ein Energie-Procurement-Audit, das aktuelle Stromverträge gegen Solar-PPA-Optionen vergleicht. Zweitens: eine Standort-Roadmap, die Neu-Investitionen an Stromkosten-Erwartungen 2030 koppelt. Drittens: ein Realitätscheck zur eigenen Klimastrategie, weil Lieferketten-Partner zunehmend Scope-3-Reporting verlangen.

Mehr Newshunger?

Ein Solarmodul auf Ständer, ein lachendes Sonnen-Icon in der Mitte, vor weißem Grund
Schaeffler entwickelt humanoide Roboter bis 2030; Hyperscaler manipulieren KI-Bilanzen; SAP erweitert autonome KI-Suite

Aktuelle Stories aus dem Mobilität-, KI- und DACH-Cluster im Dr. Web-Newsroom: Auf der Mobilitätsseite die Schaeffler-Humanoid-Wette bis 2030. Im KI-Cluster relevant: die KI-Bilanzlüge der Hyperscaler, die SAP Autonomous Suite und der Ryzen AI Halo mit 192 GB. Für die Standort-Debatte: die Bitkom-Länder-Bilanz 2026 mit Hamburg an der Spitze und 41 Prozent KI-Nutzung, 19 Prozent Stellenstreichung. Den Reality-Check liefert Google I/O 2026 nach einer Woche. Wer den Food-Tech-Aspekt mit Klimabezug verfolgt: 30 Millionen Euro für Käseprotein ohne Kuh und drei Milliarden Euro Foodtech 2026. Wer Vertriebsstrategien anpasst, liest ChatGPT in PowerPoint für DACH-Vertriebsteams.

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Markus Seyfferth
Autor
ist seit 2019 geschäftsführender Gesellschafter von Dr. Web. Er verantwortet die redaktionelle Ausrichtung des Dr. Web Magazins und bringt seine Expertise in den Bereichen Webdesign, Webentwicklung, WordPress, SEO sowie Online Marketing ein. Zudem verfasst er regelmäßig Fachartikel, um sein Wissen und seine Erfahrungen zu teilen und anderen im Online Marketing weiterzuhelfen.
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