
Google hat auf der I/O 2026 am 19. Mai die zweite Generation seiner Agenten-Plattform Antigravity vorgestellt. Mit dabei: ein neues Standardmodell, eine eigene Desktop-App und eine Kommandozeile für Entwickler, die nicht den Browser bemühen wollen.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenWer in den letzten zwölf Monaten Workflows auf KI-Agenten umgestellt hat, kennt das Theater. Mal funktioniert das Orchester, mal stellt der Agent eigenmächtig die Datenbank um. Google adressiert genau diese Reibungspunkte mit Antigravity 2.0 und Gemini 3.5 Flash als neuer Plattform-Basis.
Das Wichtigste in Kürze
- Gemini 3.5 Flash wird zum Standardmodell in Antigravity und der Gemini-API, viermal schneller als bisherige Frontier-Modelle
- Antigravity 2.0 erscheint als eigenständige Desktop-App, parallel dazu startet eine Kommandozeilen-Variante
- Google-Cloud-Standard-Datenschutz greift jetzt auch für Antigravity-Workflows
- Gemini 3.5 Pro folgt im Juni 2026, derzeit noch im internen Testbetrieb
Welche Funktionen Antigravity 2.0 in die Agenten-Welt bringt

Die Plattform-Logik von Antigravity unterscheidet sich von klassischen Coding-Assistenten. Statt einzelne Codeschnipsel zu vervollständigen, orchestriert Antigravity ganze Workflows. Ein Agent recherchiert, ein zweiter strukturiert, ein dritter setzt um. Mit Version 2.0 werden Übergaben zwischen diesen Agenten standardisiert und protokolliert.
Das Standardmodell Gemini 3.5 Flash hebt das Tempo deutlich. Google nennt einen Faktor vier bei der Output-Geschwindigkeit gegenüber anderen Frontier-Modellen, gemessen an Tokens pro Sekunde. Für agentische Workloads mit vielen kurzen Calls zählt das mehr als ein paar zusätzliche Benchmarkpunkte. Welches LLM für welchen Use-Case passt, hängt damit nicht mehr nur an Intelligenz, sondern an der Latenz.
Die Auslieferung ändert sich. Antigravity 2.0 läuft als Desktop-App auf macOS und Windows. Wer lieber im Terminal arbeitet, bekommt die Antigravity-CLI, die sich in bestehende Pipelines einfügen lässt. Für Teams in regulierten Branchen ist die wichtigste Nachricht der Google-Cloud-Standard-Datenschutz, der jetzt auch für Antigravity-Sessions gilt.
Google macht aus seiner Entwickler-Konferenz endgültig eine Strategie-Show. Antigravity 2.0 ist kein Tool mehr für ein paar Hobbyisten, sondern ein Versuch, Anthropics Claude Code und Cursor das Wasser abzugraben. Für deutsche Entwickler-Teams zählt ab heute, wie schnell sich diese Agenten in vorhandene Pipelines einfügen lassen, nicht ob das Modell ein paar Prozentpunkte besser benchmarkt.
— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was deutsche Entwickler-Teams jetzt prüfen sollten

Die Tool-Wahl entscheidet sich neu. Mit Antigravity, Claude Code, GitHub Copilot und Cursor kämpfen vier Anbieter um die produktive Stunde im IDE. Google argumentiert mit der Geschwindigkeit von Gemini 3.5 Flash und der direkten Integration in den eigenen Cloud-Stack. Praktischer Test in einem Sprint zeigt schneller, was passt, als jede Benchmark-Tabelle.
Die Datenschutz-Frage ist für DACH-Teams entscheidend. Google bewirbt zwar Cloud-Standard-Protections, der konkrete Verarbeitungsort der Modellaufrufe bleibt Antigravity-Sessions vorbehalten. Wer DSGVO-Reviews intern strikt fährt, sollte den Auftragsverarbeitungsvertrag mit Google Cloud vor dem produktiven Roll-out prüfen und die Auswirkungen des EU AI Acts im Hinterkopf behalten.
Die Verfügbarkeit ist gestaffelt. Gemini 3.5 Flash läuft bereits global als Standard in Antigravity 2.0, der Gemini-App und der API. Gemini 3.5 Pro startet im Juni mit Aufstieg in die nächste Leistungsklasse. Wer Tests mit 3.5 Pro plant, kann sich bei Google AI Studio auf die Warteliste setzen lassen. Bis dahin lohnt sich der Vergleich auf eigenen Workloads, mit den eigenen Datensätzen, in der eigenen Pipeline.
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