Die schnellen Methoden zum Freistellen, wie das Extrahieren oder das Hintergrund-Radiergummi-Werkzeug, führen zu Ergebnissen, die man besser nur in Entwürfen verwendet oder mit Hilfe des Protokollpinsels ausbessert. Wer mehr Zeit investieren, dafür jedoch sauber freigestellte Bildelemente erhalten möchte, dem bietet Photoshop gleich mehrere Optionen an.
Maskierungsmodus
Den Maskierungsmodus ruft man in der Werkzeugpalette über das Icon unter den Farbwählern auf. Es werden die Bereiche maskiert, also mit der Farbe Schwarz übermalt, die nicht ausgewählt werden sollen. So kann Photoshop geschützte und ungeschützte Bereiche unterscheiden. Man könnte erst eine grobe Auswahl erstellen, um dann in den Maskierungsmodus zu wechseln, oder diese Auswahl von vornherein im Maskierungsmodus mit dem Buntstift und einer großen Pinselvorgabe vornehmen.

Bereiche werden erst grob markiert
Mit der roten Farbüberlagerung werden die Bildbereiche abgedeckt, welche die Auswahl nicht enthalten sollen. Übrigens kann die rote, zu 50% abdeckende Überlagerung durch einen Doppelklick auf das Icon des Maskierungsmodus in der Werkzeugpalette beliebig geändert werden. Möchte man die Auswahl überprüfen, reicht ein Wechsel zurück in den Standardmodus, was schnell über den Shortcut Q möglich ist.

Nach und nach folgen die Details
Für die feinere Auswahl bietet sich das Pinsel-Werkzeug mit einer kleinen Werkzeugspitze an. Man könnte aber auch mit dem Polygon-Lasso Abschnitt für Abschnitt eine Auswahl erstellen und bei schwarzer Hintergrundfarbe die Entfernen-Taste drücken. So wird die Auswahl mit Schwarz gefüllt. Im Maskierungsmodus bedeutet die Farbe Schwarz maskiert und die Farbe Weiß ausgewählt, wobei die ausgewählten Bildbereiche ohne besondere Kennzeichnung angezeigt werden. Grauabstufungen erzeugen übrigens halbtransparente Bereiche.
Ist man mit der Maskierung zufrieden, schaltet man den »Maskierungsmodus« über die Werkzeugpalette mit einem Klick auf »Standardmodus« aus, wodurch der nicht maskierte Bereich ausgewählt wurde. Nun könnte man über »Ebene ↔ Neu ↔ Ebene durch Kopie« oder schneller über den Shortcut Strg und J den selektierten Bildbereich auf einer eigenen Ebene ablegen.

Auswahl kopiert (Foto: Florian Reismayr)
Ebenenmaske
Ähnlich wie im Maskierungsmodus, bei dem nur temporär ein Maskierungsmoduskanal angelegt wird, kann man auch in einer Ebenenmaske mit Schwarz und Weiß malen, wobei darin Schwarz unsichtbar und Weiß sichtbar bedeutet. Grauabstufungen stehen demnach auch für Abstufungen in der Sichtbarkeit. Der Vorteil hierbei ist, dass anders als beim Maskierungsmodus die Maske als Kanal in der Datei abgespeichert wird.

Grob freigestellt (Foto: Gerti G.)
Um einer Ebene eine Maske zu spendieren, geht man im Menü auf »Ebene ↔ Ebenenmaske ↔ Alles einblenden« oder klickt in der Ebenenpalette auf den Button »Ebenenmaske hinzufügen«. Falls nötig, wandelt man zuvor eine Hintergrundebene durch einen Doppelklick auf den Ebenennamen in eine normale Ebene um. Es erscheint neben der Ebenenminiatur eine weiße Maskenminiatur. Nachdem das Bildelement grob mit dem Buntstift, einer größeren Pinselvorgabe und schwarzer Vordergrundfarbe freigestellt wurde, geht es an die Feinheiten.

Ebenenmaske neben der Ebenenminiatur
Hier kann man wie im Maskierungsmodus mit dem Pinsel-Werkzeug und einer kleinen Werkzeugspitze arbeiten oder aber mit dem Polygon-Lasso Abschnitt für Abschnitt eine Auswahl erstellen, um bei schwarzer Hintergrundfarbe durch Drücken der Entfernen-Taste die Auswahl zu füllen, wodurch die Pixel auf transparent gesetzt werden. Gerade in Kombination mit dem Polygon-Lasso kann man in der Maske für scharfe Übergänge sorgen, die sich allerdings noch verfeinern lassen.

Bildelement über neuem Hintergrund
Maske verfeinern
Wer mit gedrückter Alt-Taste auf die Maskenminiatur in der Ebenenpalette klickt, bekommt diese im Dokument angezeigt. Auch wenn man sehr fein bis ins Detail gearbeitet hat, wird die Maske stellenweise recht eckig und kantig wirken, was man leicht verbessern kann, dank dem »Filter ↔ Weichzeichnungsfilter ↔ Gaußscher Weichzeichner«, der mit einem Radius von etwa 3 Pixel für einen sehr weichen Übergang sorgt.

Maske anzeigen,…
Vermutlich wird dieser Übergang als zu weich empfunden und nach einer Option zum Korrigieren verlangen. Diese wird über die »Tonwertkorrektur« angeboten, die man über »Bild ↔ Anpassungen« aufrufen kann. Im Optionsfenster wird nun über die Tonwertspreizungsregler der Lichter und Tiefen der Maskenrand eingestellt.

… bearbeiten …
So kann man, ähnlich den Funktionen von »Kante verbessern«, den Rand sehr scharf werden lassen, wobei das Bildelement dann wie aufgeklebt wirkt, oder für realistische Kanten sorgen, wobei sanfte Übergänge das eingefügte Objekt am Rand leicht mit dem neuen Hintergrund verschmelzen lassen.

… und verfeinern.
Schnellauswahlwerkzeug
Mit dem Schnellauswahlwerkzeug kann seit CS3 eine Auswahl auch “gemalt” werden, wobei sie – im Gegensatz zu den weiteren Auswahlwerkzeugen – mit jeder Anwendung des Werkzeugs erweitert wird. Wie gewohnt werden mit gedrückter Alt-Taste Bereiche von der Selektion subtrahiert. Photoshop versucht dabei die Kanten des Bildelements automatisch zu erkennen. Die Voreinstellung »Neue Auswahl« kann in den Optionen des Werkzeugs durch »Der Auswahl hinzufügen« oder »Von Auswahl subtrahieren« ersetzt werden, wobei nach der ersten Anwendung »Der Auswahl hinzufügen« automatisch aktiviert ist.
Die Größe der Werkzeugspitze beeinflusst den Wirkungsgrad beim “Malen” der Auswahl. Für feinere Selektionen wählt man also eine eher kleinere Pinselvorgabe aus. Die Option »Alle Ebenen einbeziehen« erstellt eine Auswahl auf der Grundlage aller eingeblendeten Ebenen, die Option »Automatisch verbessern« sorgt für eine weichere Auswahlbegrenzung. Über den Button »Kante verbessern« könnte man das Ergebnis noch optimieren.

Neu in CS3: Schnellauswahlwerkzeug (Foto: Marcel Nerlich)
Kante verbessern
Um eine Auswahlkante zu verfeinern, bietet sich die neue CS3-Funktion »Kante verbessern« an, womit sich gezielter als über den Umweg der weichgezeichneten Maske und anschließender Tonwertkorrektur der Übergang vom freigestellten Bildelement zum neuen Hintergrund einstellen lässt. Das Optionsfenster bietet zahlreiche Regler an, die ich an dieser Stelle nicht weiter erklären muss, da Adobe bei dieser Funktion auch an die Photoshop Ein- und Umsteiger gedacht hat. Beim MouseOver über eine der Funktionen wird eine Beschreibung mit Beispielgrafik geboten, wodurch die Handhabung zum Kinderspiel wird, da sich alles selbst erklärt. Ein guter Schritt in Richtung Anwenderfreundlichkeit, den man sich auch für weitere Bereiche in Photoshop wünscht.

Neu in CS3: Kante verbessern
Hier wurden einige der gängigsten Methoden zum Freistellen selbst vor unruhigen Hintergrund vorgestellt. Es gibt natürlich noch weitaus kompliziertere Techniken, die jedoch eher für speziellere Bildelemente, wie etwa beim Freistellen von feinem Haar und Fell, eingesetzt werden. ™
Erstveröffentlichung 16.11.2007
Weitere Beiträge:
- 5 Ideen wie Sie wiederkehrende Arbeitsschritte & Marketingprozesse gewinnbringend im Internet automatisieren! Ein Gastbeitrag von Robert Nabenhauer.
- Wachstum durch Facebook-Gewinnspiele: Wie Sie über Facebook virale Gewinnspiele & eine schnell wachsende Fangemeinde aufbauen
- Wie Sie aufmerksamkeitsstarke Prelaunch-, Launch- und Relaunch-Szenarien aufbauen und dabei Viralität, Spannung & Kaufkraft erzeugen
- Wie Sie waschechte Iphone-Apps mit PhoneGAP entwickeln, um am lukrativen App-Markt mitzumischen
- Wie Sie Ihr Shop-Sortiment so präsentieren, dass der Kunde in Zukunft mehr findet und eher kauft! Ein Gastbeitrag von Nicolas Schmidt-Voigt.
- 11 faszinierende BuddyPress-Plugins, um kostenlos aus WordPress ein soziales Netzwerk zu zaubern
- Die Vorboten einer neuen Internet-Industrie! Ein exklusiver Rückblick & Blick hinter die Kulissen der Clickbank-Exchange 2011 in New York.


ergret
Danke für den Artikel “Techniken zum Freistellen”. Ich habe beruflich bedingt einige Zeit nicht mehr in Photoshop gearbeitet. Jetzt muss ich wieder und habe mein Wissen ganz schnell auffrischen können. Macht weiter so!