Elon Musks KI-Firma xAI legt den Streit mit Apple bei und verfolgt allein OpenAI weiter. Den Vorwurf, den Chatbot Grok im App Store kleinzuhalten und ChatGPT zu bevorzugen, hatte xAI gegen beide Konzerne gerichtet. Der Teilrückzug verrät Musks eigentliches Ziel: OpenAI.

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Ein Jahr nach dem großen Aufschlag zieht xAI die Kartellklage gegen Apple zurück. Am 14. September 2026 beantragten Musks Firmen X Corp und xAI vor einem Bundesgericht in Texas, das Verfahren gegen den iPhone-Konzern einzustellen. Gegen den Mitbeklagten OpenAI läuft die Klage weiter.

Das Wichtigste in Kürze

  • xAI und X Corp beenden die Kartellklage gegen Apple, ohne Gründe oder einen Vergleich offenzulegen.
  • Gegen OpenAI läuft das Verfahren weiter. Ein US-Richter wies im November 2025 den Abweisungsantrag beider Konzerne ab.
  • Der Kern des Vorwurfs: Apple soll ChatGPT exklusiv in Apple Intelligence eingebaut und Grok im App-Store-Ranking benachteiligt haben.
  • In Europa steht Apple längst unter schärferer Aufsicht, mit 500 Millionen Euro DMA-Bußgeld und dem Paragraf-19a-Verfahren des Bundeskartellamts.

Was hat xAI fallen lassen?

Zwei graue Bücher, links mit Wachssiegel, rechts mit Anhänger und orangefarbenem Gummiband
X Corp und xAI ziehen Klage gegen Apple zurück. Am 14. September 2026 reichten die Firmen beim US-Bezirksgericht Texas einen Antrag zur Klagerücknahme ein, ohne Begründung zu nennen

Nur gegen Apple endet der Rechtsstreit. X Corp und xAI reichten am 14. September 2026 vor dem US-Bezirksgericht für den Nordbezirk von Texas den Antrag ein, ihre Klage gegen Apple zurückzunehmen. Eine Begründung nannten die Firmen nicht. Von einem Vergleich ist ebenfalls keine Rede.

Der Rückzug kommt spät. Erst im November 2025 wies Bundesrichter Mark Pittman einen gemeinsamen Abweisungsantrag von Apple und OpenAI zurück und schickte das Verfahren in die Beweisaufnahme. xAI gibt Apple also gerade auf, obwohl das Gericht die Klage kurz zuvor zugelassen hatte.

Worum ging der Streit ursprünglich?

Grok gegen ChatGPT war die eigentliche Frage. In der Klage vom 25. August 2025 warf xAI Apple und OpenAI vor, gemeinsam den Wettbewerb bei KI-Assistenten auszuhebeln. Apple habe ChatGPT exklusiv in sein System Apple Intelligence integriert und zugleich das App-Store-Ranking so gesteuert, dass Grok und die App X schlechter sichtbar seien. Rechtlich stützte sich xAI auf den Sherman Antitrust Act und texanisches Kartellrecht.

Dass Musk ausgerechnet Apple laufen lässt, ordnet den Konflikt neu. Sein Groll gilt seit Jahren OpenAI, dessen Gründung er mitfinanzierte und dessen Umbau zum Gewinnkonzern er vor Gericht vergeblich stoppen wollte. Der Verzicht auf Apple bündelt die Kräfte dort, wo die persönliche Fehde sitzt.

Musk führt diesen Prozess nicht als Kartellwächter, sondern als Konkurrent. Apple war der Hebel, das eigentliche Ziel heißt OpenAI.

— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web

Was bedeutet das für Europa?

Schärfer als in Texas greift der Rahmen in Europa. Die EU regelt die App-Store-Macht, um die vor US-Gerichten gestritten wird, längst per Gesetz. Unter dem Digital Markets Act gilt Apple seit September 2023 als Gatekeeper. Im April 2025 verhängte die EU-Kommission 500 Millionen Euro Bußgeld, weil der Konzern Entwickler an Hinweisen auf günstigere Angebote außerhalb des App Store hinderte.[1]

Auch in Deutschland steht Apple unter besonderer Aufsicht. Das Bundeskartellamt stufte den Konzern 2023 nach dem verschärften Paragrafen 19a als Unternehmen von überragender marktübergreifender Bedeutung ein, der Bundesgerichtshof bestätigte diese Einordnung im März 2025.[2] Benachteiligte App-Anbieter kommen mit einer Beschwerde bei der Kommission oder dem Bundeskartellamt daher oft schneller ans Ziel als mit einem Zivilverfahren nach US-Muster.

Chronik der xAI-Klage: Apple raus, OpenAI bleibt
Vom Aufschlag im August 2025 bis zum Teilrückzug im September 2026

Der Verlauf des Verfahrens

25.08.2025
Klage eingereicht: xAI und X Corp verklagen Apple und OpenAI vor einem Bundesgericht in Texas.
13.11.2025
Der Abweisungsantrag scheitert, das Verfahren geht in die Beweisaufnahme.
14.09.2026
Klage gegen Apple zurückgezogen, gegen OpenAI läuft das Verfahren weiter.

Was in Europa längst gilt

500 Mio. €
DMA-Bußgeld der EU-Kommission gegen Apple wegen der App-Store-Regeln, April 2025.
§ 19a
Apple unter verschärfter Kartellaufsicht in Deutschland seit 2023, vom Bundesgerichtshof 2025 bestätigt.

Für xAI bleibt der Rechtsstreit damit ein Zweikampf mit OpenAI. Die Beweisaufnahme gegen OpenAI wird zeigen, ob aus Musks Vorwürfen belastbare Belege werden.

FAQ: xAI zieht die Kartellklage gegen Apple zurück

Warum hat xAI die Klage gegen Apple zurückgezogen?

xAI und X Corp beantragten am 14. September 2026 die Rücknahme der Klage gegen Apple, ohne Gründe oder einen Vergleich offenzulegen. Die Klage gegen den Mitbeklagten OpenAI verfolgen die beiden Firmen weiter.

Verfolgt xAI die Klage gegen OpenAI weiter?

Ja. xAI und X Corp halten an den Vorwürfen gegen OpenAI fest, während der Streit mit Apple beendet ist. Ein US-Richter hatte den Abweisungsantrag im November 2025 abgelehnt, sodass das Verfahren in die Beweisaufnahme geht.

Was ist Apple Intelligence?

Apple Intelligence ist die KI-Funktionsschicht von Apple in iOS, iPadOS und macOS. Für anspruchsvolle Anfragen bindet Apple den Chatbot ChatGPT von OpenAI ein. Genau diese exklusive Einbindung stand im Zentrum der Klage von xAI.

Was ist der Digital Markets Act?

Der Digital Markets Act (DMA) ist ein EU-Gesetz, das große Plattformen als sogenannte Gatekeeper zu festen Wettbewerbsregeln verpflichtet. Apple gilt seit September 2023 als Gatekeeper und zahlte 2025 ein Bußgeld von 500 Millionen Euro wegen seiner App-Store-Regeln.

Quellen

[1] Europäische Kommission: „Commission finds Apple and Meta in breach of the Digital Markets Act“ (23. April 2025)

[2] Bundeskartellamt: „Apple unterliegt den Digitalvorschriften nach § 19a GWB“ (Beschluss vom 3. April 2023, bestätigt durch den Bundesgerichtshof im März 2025)

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