Apple-Chef John Ternus will den Konzern schlanker aufstellen und neue Geräte nicht mehr nur im Frühjahr und im Herbst vorstellen. In der Hardware-Sparte verloren laut Bloomberg in den vergangenen zwei Wochen mehrere Programmmanager ihre Posten, darunter rund sechs Direktoren. Die ersten Kürzungen treffen damit den Bereich, den Ternus vor seinem Wechsel an die Konzernspitze selbst führte.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenIm Herbst 2025 zählte Apple rund 166.000 Vollzeitstellen, so viele wie nie zuvor. Vier Wochen nach seinem Amtsantritt will John Ternus diese Zahl nicht weiter wachsen lassen. Laut Bloomberg-Reporter Mark Gurman, der sich auf mit den Gesprächen vertraute Personen beruft, soll Apple schneller entwickeln, mehr Gerätearten anbieten und mit weniger Hierarchie auskommen.[1] Bestätigt hat Apple den Konzernumbau bislang nicht. Seit dem 1. September leitet der frühere Chef der Hardware-Entwicklung den Konzern, Tim Cook wechselte an die Spitze des Verwaltungsrats.
Das Wichtigste in Kürze
- Neue Apple-Geräte sollen laut Bloomberg über das ganze Jahr verteilt erscheinen.
- Ebenen im mittleren Management sollen wegfallen, erste Programmmanager und rund sechs Direktoren sind bereits betroffen.
- Für 2027 sehen die Planungsrunden eine gleichbleibende Belegschaft, kleinere Budgetzuwächse und weniger Marketing vor.
- Der Umbau fällt in ein Rekordjahr: Im Juniquartal wuchs der Umsatz um 16 % auf 95,2 Milliarden Euro.
Was plant Ternus bei Apple?

Den festen Produktkalender will Ternus laut Bloomberg lockern. Neue Geräte sollen über das Jahr verteilt erscheinen, für 2027 stehen demnach AirPods mit Kamera, die erste Apple-Brille und ein überarbeitetes iPhone zum 20. Jubiläum an. Intern forderte Ternus zudem, Apple müsse im KI-Zeitalter experimentierfreudiger werden.
Schneller greifen die Eingriffe beim Personal. Einige Ebenen zwischen Ingenieuren und Konzernspitze sollen verschwinden. In einer Präsentation zeigte Ternus laut Bloomberg eine Folie zum jährlichen Personalwachstum und argumentierte, Apple solle mit weniger Beschäftigten mehr erreichen. Die entlassenen Programmmanager haben einige Wochen Zeit, intern eine neue Stelle zu finden, sonst droht ihnen noch in diesem Jahr die Kündigung. Im August hatte Apple bereits mehr als 200 Stellen in den Teams für Siri, Vision Pro und KI-Funktionen gestrichen.
Warum spart Apple mitten im Rekordjahr?
Aus einer Krise heraus handelt Ternus nicht. Im Quartal bis Ende Juni setzte Apple 95,2 Milliarden Euro um und wuchs bei iPhone, Mac und Services jeweils zweistellig.[2] Die Zahl der Vollzeitstellen stieg laut Jahresberichten von rund 161.000 im Herbst 2023 auf rund 166.000 im Herbst 2025.[3] Ternus setzt deshalb beim Budget 2027 an: Die frühen Planungsrunden sehen laut Bloomberg kleinere Zuwächse, eine gleichbleibende Belegschaft und weniger Geld für Marketing vor.
Das Muster kennt die Branche. Amazon-Chef Andy Jassy verlangte im September 2024 von jeder Sparte, das Verhältnis von Fachkräften zu Managern bis Ende März 2025 um mindestens 15 % zu erhöhen.[4] Mark Zuckerberg rief 2023 bei Meta das „Jahr der Effizienz“ aus und strich Führungsebenen. Im August verlor Expedia acht Führungskräfte in Produkt und Technik. Bei Apple beginnt der Schnitt in der Hardware-Entwicklung, deren Abläufe Ternus aus eigener Führung kennt.
Weniger Ebenen: Programmmanager und rund sechs Direktoren in der Hardware-Entwicklung entlassen
Ganzjährig: neue Geräte über das Jahr verteilt statt vor allem im Frühjahr und Herbst
Rund 166.000 Vollzeitstellen im Herbst 2025, für 2027 plant Apple keine Aufstockung
Kleinere Zuwächse und weniger Marketing, trotz 95,2 Mrd. € Quartalsumsatz (+16 %)
- August 2026Apple streicht mehr als 200 Stellen bei Siri, Vision Pro und KI-Funktionen
- 01.09.2026Ternus wird Vorstandschef, Tim Cook Verwaltungsratschef
- 09.09.2026Erste Produktvorstellung mit iPhone 18 Pro und iPhone Duo
- Ab Mitte Sept.Hardware-Sparte entlässt Programmmanager und rund sechs Direktoren
- 29.09.2026Bloomberg berichtet über den geplanten Konzernumbau
Ternus kürzt mitten in einem Rekordquartal und zuerst in seiner früheren Sparte. Damit geht es ihm weniger um die Kostenzeile als um den Weg vom Entwurf zum fertigen Gerät.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was ändert sich für Unternehmen im DACH-Raum?
IT-Abteilungen mit Apple-Flotten planen Beschaffung und Freigaben bisher rund um den Herbsttermin. Erscheinen Geräte über das Jahr verteilt, verschieben sich auch die Testfenster für die Geräteverwaltung und die Termine für Rahmenverträge. Zusätzliche Gerätearten bedeuten zudem mehr Anpassungsarbeit für App-Entwickler, wie das iPhone Duo mit seinem aufklappbaren Bildschirm zeigt.
- Planen Sie Kompatibilitätstests für neue Apple-Hardware laufend ein statt nur einmal im Herbst.
- Prüfen Sie Leasing- und Rahmenverträge darauf, ob sie an feste Modellgenerationen gekoppelt sind.
In Bayern arbeiten nach Apple-Angaben von 2023 mehr als 2.000 Ingenieurinnen und Ingenieure für das Münchner Chip-Zentrum, in das der Konzern insgesamt mehr als zwei Milliarden Euro investieren wollte.[5] Ob der Umbau auch München erreicht, geht aus dem Bloomberg-Bericht nicht hervor. Wie Apple sein Geld verdient, zeigt unsere Analyse des Apple-Geschäftsmodells, weitere Entscheidungen der prägenden Köpfe der Branche sammelt das Themenarchiv Tech-Titanen.
FAQ: Ternus und der Apple-Umbau
Was plant John Ternus bei Apple?
Laut Bloomberg will Apple-Chef John Ternus den Konzern schlanker aufstellen, Ebenen im mittleren Management streichen und neue Geräte über das ganze Jahr verteilt vorstellen. Für 2027 sehen die Planungen eine gleichbleibende Belegschaft, kleinere Budgetzuwächse und weniger Marketing vor.
Streicht Apple Stellen?
Laut Bloomberg entließ die Hardware-Sparte Mitte September Programmmanager, darunter rund sechs Direktoren. Die Betroffenen können sich einige Wochen lang intern bewerben. Im August hatte Apple bereits mehr als 200 Stellen bei Siri, Vision Pro und KI-Funktionen gestrichen.
Seit wann ist John Ternus Apple-Chef?
John Ternus leitet Apple seit dem 1. September 2026. Zuvor verantwortete er die Hardware-Entwicklung. Tim Cook, der Apple 15 Jahre lang geführt hatte, wechselte an die Spitze des Verwaltungsrats.
Ist der Apple-Standort München betroffen?
Dazu enthält der Bloomberg-Bericht keine Angaben. In Bayern arbeiten nach Apple-Angaben von 2023 mehr als 2.000 Ingenieurinnen und Ingenieure für das Münchner Zentrum für Chip-Design, in das Apple insgesamt mehr als zwei Milliarden Euro investieren wollte.
Quellen
[1] Bloomberg: „Apple’s New CEO Moves to Overhaul Company to Run Faster and Leaner“ (29.09.2026)
[2] Apple Newsroom: „Apple reports third quarter results“ (30.07.2026)
[3] U.S. Securities and Exchange Commission: Apple Inc., Form 10-K für das Geschäftsjahr 2025 (31.10.2025)
[4] Amazon: Nachricht von CEO Andy Jassy an die Belegschaft (September 2024)
[5] Apple Newsroom: „Apple beschleunigt Investitionen in Deutschland mit zusätzlich einer Milliarde Euro für den Ausbau seines Europäischen Zentrums für Chip-Design“ (02.03.2023)
Mehr Newshunger?
- Neuer Apple-Chef John Ternus: Ein Ingenieur soll den KI-Rückstand aufholen
- Faltbares iPhone: Apples erster Auftritt unter Chef Ternus
- Ist Ihre App bereit für das iPhone Duo? Was Apples Falt-iPhone für App- und Webdesign bedeutet
- KI-Umbau bei Expedia: Acht Führungskräfte verlassen die Produkt- und Technikorganisation
- Wie überlebt Apple die größte Zäsur seit 1997?
