SpaceX hat eine neue Raumkapsel gestartet, die fertige Produkte aus dem Orbit zur Erde zurückbringt. Starfall zielt auf einen Markt, den bisher kein Rückkehrfahrzeug geknackt hat: die Fabrik im Weltall.

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Drei Stunden nach dem Start am 23. Juni bestätigte SpaceX die Aussetzung der Kapsel. Starfall ist eine flache, scheibenförmige Rückkehrkapsel, die SpaceX weitgehend im Geheimen entwickelt hat. Für die aufkommende Industrie der Weltraumfertigung könnte das Fahrzeug zur fehlenden Brücke werden, weil es Produkte in nennenswerter Menge zurückbringt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Start am 23. Juni 2026 mit einer Falcon 9 von Cape Canaveral, Aussetzung gegen 10:01 Uhr Ortszeit bestätigt
  • Starfall ist eine scheibenförmige Kapsel von 3,1 Metern Durchmesser und 0,75 Metern Höhe
  • Die Kapsel kann bis zu 1.000 Kilogramm Nutzlast aus dem Orbit zurückbringen
  • Eine zweite Rückkehr-Demonstration ist von der FAA bereits genehmigt

Was unterscheidet Starfall von der Dragon-Kapsel?

Abgenutzte runde Metallkapsel mit Etikett „RETOUR“ vor weißem Hintergrund, schwebend
Starfall ist eine flache scheibenförmige Kapsel ohne klassisches Bremsantriebssystem, orientiert sich nur mit Inertgas und unterscheidet sich damit grundlegend von der kegelförmigen Dragon-Kapsel

Die Form fällt sofort auf. Während die bekannte Dragon-Kapsel kegelförmig ist und ein eigenes Antriebssystem zum Verlassen der Umlaufbahn trägt, ist Starfall eine flache Scheibe, die einem überdimensionalen Eishockey-Puck ähnelt. Ein klassisches Triebwerk zum Abbremsen fehlt; die Kapsel orientiert sich nur mit komprimiertem Inertgas.

Auch die Aufgabe ist eine andere. Dragon versorgt die Internationale Raumstation und bringt Forschungsproben zurück. Starfall dagegen ist für zwei aufkommende Märkte gebaut: die Fertigung im Orbit, wo Schwerelosigkeit Materialien ermöglicht, die auf der Erde nicht herstellbar sind, und die schnelle Fracht über Punkt-zu-Punkt-Lieferung durch den Weltraum.

Der Vorstoß reiht sich in den allgemeinen Schub der Raumfahrt- und Hochtechnologie ein, der auch die Materialforschung an deutschen Instituten beschäftigt.

Der eigentliche Engpass der Weltraumfertigung war nie der Hinflug, sondern die Rückkehr. Wer fertige Produkte in Tonnen statt in Gramm zur Erde bringt, macht aus einer Forschungsspielerei ein Geschäftsmodell.

— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web

Warum ist die Nutzlast der entscheidende Punkt?

Futuristischer Metallkoffer mit der Aufschrift „Raumfabrik -> Erde“ und einem Chip-Anhänger
Starfall bringt 1.000 Kilogramm Material aus der Umlaufbahn zurück, die Schwelle für wirtschaftliche Orbitalfertigung. Bisherige Missionen schafften nur 30 Kilogramm

Die Menge macht den Unterschied. Bisherige Rückkehrfahrzeuge wie die W-Serie der Firma Varda brachten rund 30 Kilogramm pro Mission zurück, genug für Forschung, zu wenig für Produktion. Starfall hebt diese Grenze auf 1.000 Kilogramm an, und genau dieser Wert gilt als Schwelle, ab der Orbitalfertigung wirtschaftlich tragfähig wird.

SpaceX hat zu der Mission auffällig wenig verraten und den Webcast schon kurz nach dem Start beendet, eine Praxis, die sonst Sicherheitsmissionen vorbehalten ist. Ein Wiedereintrittsdatum nannte das Unternehmen nicht. Die Kapsel soll im Pazifik rund 1.300 Kilometer vor der US-Westküste wassern.

Was heißt das für die Industrie?

Raumkapsel mit Aufschrift „RÜCKFAHRTKARTE RAUMFABRIK“ und Notizzettel am Fenster
SpaceX konkurriert nun mit seinen Kunden: Das Unternehmen bietet mit Starfall selbst Rückkehr-Logistik vom Orbit an, nicht nur Startramdienste

Der Start verschiebt die Machtverhältnisse im Orbit. Bislang war SpaceX der Vermieter der Startrampe, den jedes Fertigungs-Startup für den Weg ins All bezahlte. Mit Starfall greift das Unternehmen nun selbst nach der Rückkehr-Logistik und konkurriert mit den eigenen Kunden.

Für Unternehmen aus Pharma und Materialwissenschaft, den ersten wahrscheinlichen Kunden, lohnt der frühe Blick auf die Wirtschaftlichkeit von Orbitalfertigung. Mehr #SpaceX

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