RTL Deutschland überträgt die MotoGP bis 2030 und bringt ausgewählte Rennen erstmals seit Jahren zurück ins Free-TV. Für das Medien- und Marketinggeschäft ist der Deal mehr als eine Sportmeldung, denn er zeigt, wie teuer Reichweite im Streaming-Zeitalter geworden ist.

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Die MotoGP-Rechte für die DACH-Region liegen bis zur Saison 2030 bei RTL Deutschland. Seit 2024 mussten Fans für jedes Rennen zahlen, weil die Serie hinter der Bezahlschranke von Sky verschwunden ist. Genau diese Schranke fällt jetzt teilweise.

Das Wichtigste in Kürze

  • RTL Deutschland hält die MotoGP-Rechte für die DACH-Region von 2027 bis 2030.
  • Das Pay-TV läuft weiter exklusiv über Sky Sport, inklusive Moto2 und Moto3.
  • Erstmals seit 2023 zeigt RTL ausgewählte Rennen wieder frei empfangbar in Deutschland.
  • Seit Juli 2025 gehört die MotoGP dem Formel-1-Eigentümer Liberty Media.

Was hat RTL genau vereinbart?

Zielflagge an Stange mit Jahr „2027“ und durchgestrichener Mautquittung über 0 €
RTL Deutschland verlängert MotoGP-Partnerschaft bis 2030. Übertragungsrechte umfassen alle Grands Prix, Sprints, Qualifyings, Trainings sowie Moto2 und Moto3

RTL Deutschland hat die Partnerschaft mit der MotoGP vorzeitig bis 2030 ausgebaut.[1] Das Paket umfasst alle Grands Prix samt Sprints, Qualifyings und Trainings sowie die komplette Moto2 und Moto3.

Das Pay-TV bleibt exklusiv bei Sky Sport, abrufbar über Sky und den Streamingdienst WOW, für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Neu im Paket ist das Free-TV, denn ausgewählte Rennen zeigt RTL künftig auch frei empfangbar, exklusiv für Deutschland.[2]

„Wir freuen uns, den Motorsport-Fans die beste Rennserie der Welt live zu präsentieren“, sagt Hans Gabbe, Senior Vice President Sportrechte bei RTL Deutschland. Welche Grands Prix frei laufen, hat der Sender noch nicht benannt.

Warum kämpft ein TV-Konzern um Motorrad-Rennen?

Live-Sport ist das letzte Fernsehformat, das sich der Mediathek entzieht. Ein Rennen schaut, wer es im Moment schaut, und diese Gleichzeitigkeit verkauft RTL an Werbekunden und nutzt sie als Anker fürs eigene Streaming, ganz nach dem Geschäftsmodell Streaming.

Reichweite kostet. Über das Free-TV erreicht RTL ein Massenpublikum und lenkt es auf die Bezahlangebote, während Sky die zahlungsbereiten Vielseher bindet. Dieses Zusammenspiel aus Reichweite und Abo-Erlösen kennt der Konzern aus dem Umbau rund um RTL+.

Konzern dahinter. Seit Juli 2025 gehört die MotoGP zu Liberty Media, dem Eigentümer der Formel 1. Der US-Konzern bündelt so die zwei größten Motorsport-Serien und verkauft sie aus einer Hand, ähnlich wie sich Fußballrechte in der Ökonomie der Bundesliga über exklusive Pakete steuern lassen.

Nicht die Motorräder sind hier das Geschäft, sondern die Gleichzeitigkeit. Live-Sport ist die letzte Bühne, auf der ein Sender Millionen Menschen im selben Moment erreicht und diesen Moment an die Werbung und ans Abo zugleich verkauft.

— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
MotoGP bei RTL: Vier Jahre, drei Länder, ein Comeback im Free-TV
Das Rechtepaket 2027 bis 2030 im Überblick
2027–2030
Laufzeit des neuen Rechtepakets bei RTL Deutschland
3 Länder
Deutschland, Österreich und die Schweiz im Pay-TV über Sky Sport
Free-TV
Ausgewählte Rennen erstmals wieder frei empfangbar in Deutschland
4,3 Mrd. €
zahlte Liberty Media 2025 für den Rechteinhaber Dorna Sports
Vom Free-TV in die Bezahlschranke und zurück
bis 2023
Die Rennen laufen frei empfangbar bei ServusTV in Deutschland.
ab 2024
Die MotoGP wandert ins Pay-TV zu Sky, Fans müssen zahlen.
ab 2027
RTL bringt ausgewählte Rennen zurück ins Free-TV, Sky bleibt Pay-Partner.

Was bedeutet das für Zuschauer und Werbekunden im DACH-Raum?

Für Zuschauer in Deutschland endet ab 2027 die reine Bezahlpflicht von 2024. Bis 2023 sind die Rennen frei bei ServusTV gelaufen, dann hat Sky sie hinter die Schranke genommen.

Werbe-Reichweite. Für Marketingverantwortliche wird der Motorsport im Free-TV wieder planbar, weil ausgewählte Rennen ein breites Publikum erreichen statt nur die Abonnenten. In Österreich und der Schweiz bleibt es beim Pay-TV über Sky, dessen Abo-Modell zuletzt Gerichte beschäftigt hat.

Ihr nächster Schritt. Planen Sie Motorsport-Kampagnen, sollten Sie die noch offene Free-TV-Rennliste abwarten, bevor Budgets fest verplant werden. Ein Blick auf die Exklusivbindung solcher Sportpakete lohnt zudem aus Sicht des Medienrechts.

Quellen

[1] RTL Deutschland: „RTL Deutschland und MotoGP bauen ihre Partnerschaft aus: alle Rennen bis 2030 in Deutschland live und exklusiv“

[2] MotoGP: „RTL Deutschland and MotoGP expand partnership: all races fully exclusive in Germany through 2030“

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