Porsche kappt eine ganze Vertriebsregion und ordnet den Heimatmarkt Deutschland künftig der Region Europa unter. Aus fünf Regionen werden vier, zwei Zentralabteilungen fallen weg, gültig ab dem 1. Oktober 2026. Vertriebsvorstand Matthias Becker verkauft den Schnitt als mehr Marktnähe, doch der Umbau fällt mitten in Porsches tiefe Absatz- und Gewinnkrise.
Ein Klick · kostenlosDr. Web bei Google bevorzugenMarkieren Sie drweb.de als bevorzugte Quelle. Dann sehen Sie unsere Artikel öfter unter den Top-Meldungen.Jetzt hinzufügenDer Porsche-Vertrieb bekommt zum 1. Oktober 2026 eine neue Landkarte: Aus fünf Regionen werden vier, und Deutschland zählt nicht mehr als eigene Spitzenregion. Offiziell soll der kürzere Draht zu den Märkten die Entscheidungen beschleunigen. Tatsächlich strafft der Sportwagenbauer seine Führung in einer Phase sinkender Gewinne.
Das Wichtigste in Kürze
- Porsche fasst seinen weltweiten Vertrieb ab dem 1. Oktober 2026 in vier statt bisher fünf Regionen zusammen.
- Deutschland verliert den Rang als eigene Region und gehört künftig zur Region Europa unter Robert Ader.
- Die zwei Zentralabteilungen für Europa sowie Übersee und Wachstumsmärkte fallen weg.
- Der Umbau trifft Porsche mitten in einer Phase aus Gewinnrückgang, Sparkurs und Führungswechseln.
Was ändert sich an der Vertriebsstruktur?

Bisher steuerte Porsche seine Märkte über fünf Regionen, künftig über vier Regionen. Deutschland verschwindet als eigenständige Spitzenregion und rückt in die Region Europa, die Robert Ader zusätzlich zu seinem Posten an der Spitze der Porsche Deutschland GmbH führt. Die Region Americas übernimmt Timo Resch, China bleibt bei Alexander Pollich, die Region Übersee und Wachstumsmärkte leitet Mathias Busse.[1]
Zugleich streicht der Konzern zwei zentrale Hauptabteilungen, die bislang Europa sowie Übersee und Wachstumsmärkte aus Zuffenhausen steuerten. Weniger Schnittstellen zwischen Zentrale und Region sollen Entscheidungen beschleunigen. Vertriebsvorstand Matthias Becker will damit die „Eigenverantwortung der Regionen“ stärken. Der bisherige Deutschland-Chef Jens Puttfarcken verlässt das Unternehmen.
Warum baut Porsche ausgerechnet jetzt um?
Der Zeitpunkt verrät mehr, als die Mitteilung zugibt. Porsche steckt in einer teuren Doppelkrise: Der Absatz in China bricht ein, die Kehrtwende bei den Elektromodellen kostet Milliarden. Erst vor Kurzem verkaufte der Konzern seine IT-Tochter MHP für 320 Millionen Euro an Tata.
Auch die Konzernmutter leidet: Bei der Holding Porsche SE schlug die schwache Entwicklung als Milliardenverlust zu Buche und verschärfte den Sparkurs. Eine schlankere Vertriebsführung passt in dieses Muster, das gerade auch Volkswagen und Audi mit Werksdebatten und Stellenabbau durchziehen.
Selbst die Ertragsperle des Volkswagen-Konzerns strafft jetzt ihre Strukturen. Der Umbau bei Porsche ist weniger ein Gewinn an Marktnähe als ein Sparsignal an die ganze deutsche Autobranche.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was bedeutet der Umbau für Standort und Partner?
Für den deutschen Markt wiegt die Rückstufung symbolisch schwer. Der wichtigste europäische Absatzmarkt bekommt keine eigene Spitzenregion mehr, sondern teilt sich die Führung mit dem Rest des Kontinents. Für Händler und Zulieferer verkürzen sich die Entscheidungswege, zugleich dürfte Porsche seine Märkte härter priorisieren.
Für Entscheider mit Porsche-Bezug zählt jetzt weniger die Organigramm-Kosmetik als die Frage, welche Märkte künftig Vorrang bekommen. Lieferanten und Flottenplaner sollten die neuen Regionalverantwortlichen und ihre Budgets früh im Blick behalten.
Quelle
[1] Porsche AG: „Porsche Vertrieb ordnet sich neu: Engere Verzahnung zwischen Regionen und Zentrale angestrebt“ (2. September 2026)
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