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Masayoshi Son will laut Financial Times bis zu 100 Milliarden US-Dollar, umgerechnet 87 Milliarden Euro, bei Investoren am Golf einsammeln. Mit dem Geld soll ein neuer Fonds Unternehmen kaufen und deren Betrieb mit KI und Robotern umbauen. SoftBank hat die Pläne nicht bestätigt, für OpenAI hat Son bereits 56 Milliarden Euro ausgegeben, einen Teil davon auf Kredit.

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Der Gründer und Vorstandschef der japanischen SoftBank Group führte nach Angaben der Financial Times in den vergangenen Wochen Gespräche mit hochrangigen Vertretern der Golfregion, unter anderem aus den Vereinigten Arabischen Emiraten.[1] Die Zeitung beruft sich auf Personen, die mit den Gesprächen vertraut sind, und schreibt, ein Abschluss sei nicht sicher. Welche Staatsfonds oder Investoren Son anspricht, geht aus dem Bericht nicht hervor.

Das Wichtigste in Kürze

  • Laut FT sucht Son am Golf bis zu 87 Mrd. € für einen Fonds, der Firmen übernimmt und mit KI umbaut; SoftBank hat den Bericht nicht bestätigt.
  • Eine zentrale Rolle soll laut FT Roze übernehmen, SoftBanks geplante Gesellschaft für Robotik und physische KI.
  • Für rund 13 % an OpenAI zahlte SoftBank 56,2 Mrd. €, zuletzt aus Anleihen mit bis zu 9,75 % Zins.
  • Den ersten Vision Fund finanzierten 2017 vor allem Staatsfonds aus Saudi-Arabien und Abu Dhabi.

Was plant Masayoshi Son mit dem Geld vom Golf?

Ein Kuka-Roboterarm hält einen Spendenbeutel mit der Aufschrift „Fonds Nr. 3“
Softbanks neuer Fonds kauft etablierte Unternehmen und optimiert deren Abläufe durch KI-Einsatz statt in Startups zu investieren

Die beiden Vision Funds beteiligten sich überwiegend an jungen Technologiefirmen. Der neue Fonds soll laut FT dagegen ganze Unternehmen übernehmen und deren Abläufe mit künstlicher Intelligenz und anderen Technologien verbessern. Das Modell ähnelt einem Übernahmefonds aus der Private-Equity-Branche: Die Rendite entsteht durch effizientere Abläufe in den gekauften Firmen, nicht durch steigende Bewertungen von Start-ups.

Eine Schlüsselrolle soll laut FT Roze spielen, SoftBanks geplante Gesellschaft für Robotik und physische KI. Ende April hatte die Zeitung berichtet, Son wolle Roze abspalten und in den USA mit einer Zielbewertung von rund 87 Mrd. € an die Börse bringen. Roze soll Roboter beim Bau von KI-Rechenzentren einsetzen und Energie-, Grundstücks- und Infrastrukturbeteiligungen der Gruppe bündeln, einen Börsentermin hat SoftBank nicht genannt. Industrieroboter holt sich Son mit der Robotiksparte des Schweizer Konzerns ABB ins Haus, für die SoftBank im Oktober 2025 einen Kaufpreis von rund 4,7 Mrd. € vereinbarte.[2] Den Abschluss erwartete SoftBank für Mitte bis Ende 2026, vorbehaltlich der Freigaben in der EU, in China und den USA.

Warum braucht Son Geld von außen?

Für OpenAI zahlte SoftBank seit September 2024 insgesamt 64,6 Mrd. US-Dollar, umgerechnet 56,2 Mrd. €, und hält dafür rund 13 % am ChatGPT-Anbieter. Die letzte Rate floss am 1. Oktober.[3] Einen Teil davon finanzierte der Konzern im September mit Hochzinsanleihen über umgerechnet 9,7 Mrd. €, für die SoftBank bis zu 9,75 % Zins im Jahr zahlt.[4] S&P und Fitch stufen die Papiere mit BB+ unterhalb der Investment-Grade-Schwelle ein.

Ohne Börsenkurs messen Investoren den Wert der Beteiligung vor allem an OpenAIs Umsatz. Am Donnerstag berichtete die FT, OpenAI habe Investoren für Ende September einen annualisierten Umsatz von rund 43,5 Mrd. € genannt, gezählt nach Abzug der Partnererlöse. Zuvor kursierten Bruttozahlen von 60,9 Mrd. €. Handelbar würde SoftBanks Anteil erst mit einem Börsengang, und dafür nennt OpenAI-Chef Sam Altman keinen festen Zeitplan.

Mit einem eigenen Fonds müsste SoftBank neue Käufe nicht mehr allein bezahlen: Die Kaufpreise brächten überwiegend die Investoren auf, SoftBank steuerte Management, Roboter und KI-Software bei. Bei klassischen Übernahmefonds verdient der Verwalter an Gebühren und einer Gewinnbeteiligung, die Konditionen des geplanten Fonds sind nicht bekannt. Den Loan-to-Value, an dem SoftBank den Spielraum für neue Schulden misst, belasten solche Käufe weniger als Zukäufe aus der eigenen Bilanz. Ende Juni lag die Quote bei 13 %, die selbst gesetzte Obergrenze im Normalfall bei 25 %.

Sons Golf-Fonds: Plan, Vorbild und Vorbelastung
Was die Financial Times berichtet, was 2017 gelang und was SoftBank bereits gebunden hat
Zielsumme
bis 87 Mrd. €
100 Mrd. US-Dollar von Investoren am Golf, laut FT, von SoftBank nicht bestätigt
Zweck
Übernahmen
Der Fonds soll Firmen kaufen und deren Abläufe mit KI und Robotern verbessern, Roze soll eine Schlüsselrolle übernehmen
Wo der Fonds steht
  • Stufe 1: GesprächeSon verhandelt laut FT mit hochrangigen Vertretern der Golfregion, unter anderem aus den Emiraten
  • Stufe 2: ZusagenNamen und Beträge einzelner Investoren sind nicht bekannt
  • Stufe 3: FondsschlussEin Termin für den ersten Abschluss ist nicht genannt
  • Stufe 4: ÜbernahmenZielbranchen und Regionen sind offen
Vorbild Vision Fund, Mai 2017
81 Mrd. €
Zusagen zum ersten Abschluss, davon 39,2 Mrd. € vom saudischen PIF und 13,1 Mrd. € von Mubadala aus Abu Dhabi
Bereits gebunden
56,2 Mrd. €
für rund 13 % an OpenAI, die letzte Rate teils finanziert mit Anleihen zu bis zu 9,75 % Zins

Son holt sich das Geld für die nächste Wette bei denselben Adressen wie 2017, kauft diesmal aber ganze Firmen statt Start-up-Anteilen. Für Mittelständler ohne Nachfolger kann ein solcher Fonds zum ernsthaften Bieter werden.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Was zeigt der erste Vision Fund?

Eine Summe in dieser Größenordnung hat Son am Golf schon einmal eingesammelt. Im Mai 2017 meldete SoftBank für den ersten Vision Fund Zusagen über 93 Mrd. US-Dollar, umgerechnet 81 Mrd. €. Der saudische Staatsfonds PIF sagte 45 Mrd. US-Dollar zu, rund 39,2 Mrd. €.[5] Mubadala aus Abu Dhabi steuerte 15 Mrd. US-Dollar bei, rund 13,1 Mrd. €.[6] Als Ziel nannte SoftBank damals ebenfalls 100 Mrd. US-Dollar.

Der Vision Fund machte SoftBank zum größten Wagniskapitalgeber der Welt, brachte aber auch hohe Abschreibungen. Am bekanntesten wurde der Fall WeWork: Der Büroanbieter meldete 2023 in den USA Insolvenz nach Chapter 11 an. Bei einem Übernahmefonds hängt der Erfolg stärker vom eigenen Management ab: SoftBank müsste in den gekauften Firmen tatsächlich Kosten senken, statt auf die nächste Finanzierungsrunde eines Start-ups zu setzen.

Was bedeutet Sons Fonds für Unternehmen im DACH-Raum?

Ein Fonds, der Firmen kauft und mit Robotern umbaut, braucht Ziele mit vielen manuellen Abläufen, etwa in Industrie und Logistik. Im deutschsprachigen Raum ist SoftBank in der Robotik bereits präsent: Laut SoftBank gehört Agile Robots aus München zu den Robotik-Beteiligungen des Konzerns,[2] das Unternehmen fertigt den humanoiden Agile ONE in Bayern. Finanzinvestoren prüfen derzeit auch große deutsche Ziele, laut Bloomberg etwa den Diagnostikkonzern Qiagen. Für Geschäftsführer und Einkäufer folgt daraus:

  • Prüfen Sie Wartungs- und Lieferverträge für ABB-Roboter auf Klauseln zum Kontrollwechsel, denn mit dem Vollzug der Übernahme bekommt Ihr Lieferant einen neuen Eigentümer.
  • Klären Sie bei Kaufangeboten von Fonds die Herkunft des Kapitals: Erwirbt ein Investor von außerhalb der EU 10 % der Stimmrechte an einem Betreiber kritischer Infrastruktur, kann das Bundeswirtschaftsministerium den Erwerb nach der Außenwirtschaftsverordnung prüfen.[7]

Wie Son die letzte OpenAI-Rate finanzierte, zeigt unsere Meldung zur abgeschlossenen OpenAI-Beteiligung. Vermögen und Firmen der Branchengrößen vergleicht der Beitrag zu den 15 reichsten Tech-Milliardären, weitere Meldungen sammelt das Archiv der Tech-Titanen.

FAQ: Masayoshi Son, SoftBank und der Golf-Fonds

Wer ist Masayoshi Son?

Masayoshi Son gründete 1981 in Tokio die SoftBank Group und führt den Konzern als Vorstandschef. Son investierte früh in Alibaba, kaufte 2016 den Chipentwickler Arm und baute mit den Vision Funds die größten Wagniskapitalfonds der Welt auf. Heute setzt Son vor allem auf OpenAI, Rechenzentren und Robotik.

Was ist Roze?

Roze ist laut Financial Times eine geplante SoftBank-Gesellschaft für Robotik und physische KI. Roze soll Roboter beim Bau von KI-Rechenzentren einsetzen und Energie-, Grundstücks- und Infrastrukturbeteiligungen der Gruppe bündeln. Laut FT erwägt SoftBank einen US-Börsengang bei rund 87 Milliarden Euro Bewertung.

Was ist der SoftBank Vision Fund?

Der Vision Fund ist ein Technologiefonds, den SoftBank 2017 auflegte. Zum ersten Abschluss im Mai 2017 lagen Zusagen über umgerechnet 81 Milliarden Euro vor, vor allem vom saudischen Staatsfonds PIF und von Mubadala aus Abu Dhabi. Der Fonds beteiligte sich unter anderem an Uber, WeWork und ByteDance.

Wann prüft der Bund Firmenkäufe durch Investoren von außerhalb der EU?

Das Bundeswirtschaftsministerium kann einen Erwerb prüfen, sobald der Käufer bestimmte Stimmrechtsanteile erreicht. Bei Betreibern kritischer Infrastruktur und weiteren sensiblen Firmen liegt die Schwelle bei 10 Prozent, bei anderen gelisteten Branchen bei 20 Prozent, für alle übrigen Unternehmen bei 25 Prozent.

Quellen

[1] Financial Times: „SoftBank seeks $100bn from Gulf investors to expand AI bet“, 9. Oktober 2026

[2] SoftBank Group: „Acquisition of ABB Ltd’s Robotics Business“, 8. Oktober 2025

[3] SoftBank Group: „Execution of Follow-on Investment (Third Tranche) in OpenAI“, 1. Oktober 2026

[4] SoftBank Group: „Issuance of Foreign Currency-Denominated Senior Notes“, 24. September 2026

[5] Business Standard: „SoftBank closes funding for record $93-bn investment fund“, 22. Mai 2017

[6] Gulf News: „Mubadala commits $15b to SoftBank Vision Fund“, 20. Mai 2017

[7] Bundesministerium der Justiz: Außenwirtschaftsverordnung, § 56 Stimmrechtsanteile

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