Vom Prototyp zur Serie: Humanoide aus Bayern

Michael Dobler
Autor Dr. Web
2 Min. Lesezeit
Vom Prototyp zur Serie: Humanoide aus Bayern

Humanoide Roboter verlassen in der DACH-Industrie gerade die Demobühne und ziehen in echte Werkshallen ein. In Bayern fertigt Agile Robots mit dem Agile ONE einen humanoiden Roboter für den industriellen Einsatz, bei Siemens in Erlangen übernehmen erste Einheiten reale Transportaufgaben. Aus dem Messe-Versprechen wird Serienarbeit.

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In einer Fabrik in Erlangen heben humanoide Roboter Behälter von einer Station zur nächsten, greifen, transportieren und platzieren sie für ihre menschlichen Kollegen. Noch vor wenigen Jahren galt das als Zukunftsmusik für Tech-Konzerne. Jetzt treibt der Fachkräftemangel den praktischen Einsatz im deutschen Maschinenbau voran.

Das Wichtigste in Kürze

  • Agile Robots produziert den humanoiden Agile ONE in einer eigenen Fertigung in Bayern.
  • Siemens setzt im Werk Erlangen erste humanoide Roboter für Transportaufgaben produktiv ein.
  • Eine Studie von VDMA und Roland Berger sieht bis 2035 ein Marktvolumen von rund 300 Milliarden US-Dollar.

Was leisten die neuen Maschinen schon?

Oranger Roboterarm hält Metallwürfel mit drei Fingern vor weißem Hintergrund
Agile ONE Roboter mit KI-gestützter Hand arbeitet präzise in bayerischem Werk. Mensch-Roboter-Kollaboration mit auf Industriedaten trainiertem Modell

Echte Werksarbeit statt Showeinlage prägt den aktuellen Schritt. Der Agile ONE ist für Umgebungen gebaut, in denen Menschen und Roboter sicher zusammenarbeiten, und verbindet eine besonders präzise robotische Hand mit einem KI-Modell, das auf realen Industriedaten trainiert wurde. Die Fertigung läuft vollständig im eigenen Werk in Bayern.

Universeller Bauplan macht die Bauform attraktiv. Ein humanoider Roboter passt durch normale Türen, nutzt vorhandene Arbeitsplätze und greift zu Werkzeugen, die für Menschen gemacht sind, ganz ohne bauliche Umrüstung der Halle. Genau diese Anpassungsfähigkeit unterscheidet ihn von der klassischen, fest verbauten Roboterzelle.

Der deutsche Maschinenbau hat bei Industrierobotern lange geführt und bei Humanoiden zunächst zugeschaut. Dass Serienfertigung jetzt aus Bayern kommt, ist mehr als ein Symbol.

— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web

Lohnt sich das für den Mittelstand?

Ein weißer Roboterarm hält ein gefülltes Weißbierglas mit bayerischem Fähnchen vor weißem Hintergrund
Sinkende Kosten für Motoren, Aktuatoren und Sensoren machen humanoide Roboter auch für kleine Betriebe wirtschaftlich interessant

Sinkende Kosten verschieben die Rechnung. Skaleneffekte aus der Elektroauto- und Smartphone-Produktion drücken die Preise für Motoren, Aktuatoren und Sensoren, was humanoide Systeme auch für kleinere Betriebe interessant macht. Gleichzeitig sehen Branchenstudien wie die von VDMA und Roland Berger ein enormes Marktpotenzial, warnen Europa aber, beim Tempo nicht zurückzufallen.

Für den Mittelstand heißt das: Beobachten Sie die Entwicklung und identifizieren Sie repetitive oder körperlich belastende Aufgaben, die sich als erste Einsatzfelder eignen. Einen guten Überblick über sinnvolle Anwendungen gibt unser Ratgeber Robotik 2026. Die Details zur bayerischen Fertigung beschreibt Agile Robots in seiner Ankündigung zum Agile ONE.

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Michael Dobler
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Ich bin der Herausgeber von Dr. Web. Um praxisfit zu bleiben, unterstütze ich darüber hinaus Kunden bei der digitalen Kundengewinnung und Kundenbindung. Erste eigene Gehversuche im Internet unternahm ich 1999 mit einem Kinomagazin. Nach 15 Jahren in Lohn und Brot, u.a. als Projektmanager für digitale Medien, machte ich mich schließlich Ende 2005 selbständig. Das war die beste berufliche Entscheidung meines Lebens.
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