Google Analytics für Einsteiger, Teil 1

Google Analytics für Einsteiger, Titelbild

Christian Ebernickel

Christian Ebernickel ist Spezialist für Webanalyse und datengetriebenes Online Marketing. Er berät...

Google Analytics ist das am meisten verbreitete Werkzeug für Webanalysen. Es ist kostenlos verfügbar, hat einen enormen Funktionsumfang und ist sehr flexibel einsetzbar.

Genau an dieser Stelle liegt auch die Herausforderung: In der Basis-Konfiguration ist Google Analytics in wenigen Schritten einsatzbereit. Doch die vielfältigen Analyse- und Anpassungsmöglichkeiten überfordern viele Marketer und Websitebetreiber. Das muss nicht sein, denn mit ein wenig Struktur kann man sich Schritt für Schritt in dieses mächtige Tool einarbeiten. So könnt ihr zukünftig genau beurteilen, ob ihr mit eurer Website und eurem Online Marketing auf dem richtigen Weg seid.

Google Analytics für Einsteiger, Titelbild

Google Analytics für Einsteiger, Teil 1

In dieser 10-teiligen Serie stelle ich euch die wichtigsten Funktionalitäten von Google Analytics vor. Ihr werdet die grundlegende Einrichtung einer Analytics Property und der Datenansichten kennenlernen. Dann geht es weiter mit dem Conversion- und Ereignistracking, wir machen einen Ausflug in die Webanalyse mit Datensegmenten und lernen einige wenig beachtete Funktionen von Google Analytics kennen. Anschließend gebe ich eine kleine Einführung ich den Google Tag Manager. Die Serie schließt mit der Realisierung erweiterter Tracking-Szenarien, wie etwa Cross-Domain-Tracking oder Download-Tracking.

Am Ende der Serie werdet ihr nicht nur viele Funktionen von Google Analytics kennengelernt, sondern auch eure Properties und Datenansichten sauber strukturiert und konfiguriert haben. Ihr werdet die Ansatzpunkte für die Durchführung eigener Webanalysen identifizieren können, und mit dem Google Tag Manager auch komplexere Tracking-Szenarien umsetzen können.

Los geht’s!

Basis-Tracking einrichten: Tracking-Code abrufen & integrieren, Datenschutz beachten

Im ersten Teil der Serie starten wir mit den Basics. Ich zeige euch, wo ihr euren Google Analytics Tracking Code findet, und auf welchen Wegen ihr ihn auf eurer Website integrieren könnt. Direkt zu Beginn der Arbeit mit Google Analytics gebe ich euch außerdem einige Hinweise zum Thema Datenschutz, die für den Einsatz von Google Analytics wichtig sind.

1. Google Analytics Tracking-Code abrufen

Euer Google Analytics Konto ist mehrschichtig organisiert. Die oberste Ebene ist das Konto, darunter liegen die Properties. Eine Google Analytics Property entspricht im Allgemeinen einer Website. Die meisten Nutzer haben in ihrem Google Analytics Konto nur eine Property angelegt, nämlich für ihre eigene Website. Unterhalb der Property liegen die sogenannten Datenansichten. Mit den Datenansichten könnt ihr die Daten eurer Property unter verschiedenen Blickwinkeln organisieren. Doch dazu im zweiten Teil der Serie mehr.

Zurück zur Property: Den Tracking-Code für eure Website findet ihr auf der Property-Ebene eures Analytics-Kontos. Jede Property in Google Analytics hat eine eigene Tracking-ID. Für die Einrichtung des Trackings benötigt Ihr entweder den vollständigen Universal Analytics Tracking-Code oder – falls ihr das Tracking bereits über den Google Tag Manager einrichtet – die Tracking-ID der Property. Viele Contentmanagement-Systeme wie z.B. WordPress bieten Plug-ins an, die ebenfalls nur die Tracking-ID benötigen, um den Google Analytics Tracking Code auf eurer Website auszuspielen.

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Doch unabhängig davon, wie ihr das Tracking umsetzt:  Tracking-Code und Tracking-ID findet Ihr in Eurem Google Analytics Konto unter Verwaltung >> Property >> Tracking-Informationen >> Tracking-Code. Die Tracking-ID ist nach dem Muster UA-XXXXXXXX-X aufgebaut. Den Tracking-Code findet Ihr direkt darunter im Abschnitt Website-Tracking.

Google Analytics: Tracking-Code abrufen

Google Analytics: Tracking-Code abrufen

2 Tracking-Code einbinden

Für ein vollständiges Tracking ist es notwendig, dass ihr den Tracking-Code auf allen Seiten Eurer Website, die Ihr mit Google Analytics überwachen wollt, einbindet. Ich zeige euch hier die Integration des Tracking-Codes auf zwei Arten: Entweder über die direkte Einbindung oder über den Google Tag Manager. Solltet ihr ein Google Analytics Plug-in für euer CMS verwenden, müsstet ihr einen Blick in die Dokumentation des Plug-ins werfen, um den Tracking-Code richtig einzubinden.

2.1 Direkte Einbindung

Wenn ihr den Google Analytics Tracking-Code direkt einbinden möchtet, kopiert ihr das vollständige Tracking-Code Snippet einfach aus Eurer Google Analytics Property und fügt es in den Code eurer Website ein.

Achtung: Das Tracking-Code Snippet muss vor dem schließenden </head>-Tag eingefügt werden.

Der Weg, auf dem der Tracking-Code eingefügt wird, hängt  von eurer Website ab. Bei rein statischen HTML-Seiten ist der Code manuell vor jedem </head>-Tag einzufügen. Das dürfte aber für die meisten von euch die Ausnahme sein. In der Regel werden die HTML-Seiten dynamisch erzeugt und stammen aus einem Content-Management-System oder einem Online-Shop-System. In diesem Fall ist der Tracking-Code in den Quellcode einzufügen, der die HTML-Seite erzeugt.
Wie bereits erwähnt, gibt es für viele Content-Management-Systeme (z.B. WordPress, Typo3, etc.) und Shop-Systeme  Erweiterungen (Plug-Ins bzw. Extensions), die die Einbindung des Google Analytics Tracking-Codes vereinfachen, ohne dass ein Eingriff in den Quellcode der Seiten notwendig ist.

Informationen und Tipps zur Einbindung des Tracking-Codes findet Ihr auch in der Google Analytics Hilfe: https://support.google.com/analytics/answer/1008080?hl=de

Sobald ihr den Tracking-Code auf eurer Website eingebunden habt, sollte ihr überprüfen, ob der Tracking-Code korrekt funktioniert. Dafür gibt es für den Chrome-Browser eine sehr hilfreiche Erweiterung, die sich Google Tag Assistant nennt:  https://support.google.com/analytics/answer/1008083?hl=de

2.2 Einbindung des Tracking-Codes mit dem Google Tag Manager

Viele der späteren Anwendungsbeispiele in dieser Artikelserie verwenden den Google Tag Manager. Deshalb zeige ich euch hier schon einmal, wie ihr mit dem Tag Manager den Analytics Tracking-Code einbinden könnt. Dann seid ihr für die weiterführenden Beispiele optimal vorbereitet. In Teil 7 dieser Artikelserie stelle ich den Google Tag Manager dann ausführlich vor und in den Teilen 8-10 folgen verschiedene Praxisbeispiele, die die Flexibilität und die Vorteile des Tag Managers verdeutlichen.

Bevor wir mit der Einbindung des Analytics Tracking-Codes mit Hilfe des Google Tag Managers starten, ist vielleicht noch eine Frage zu beantworten:

Was ist der Google Tag Manager eigentlich?
Google Tag Manager

Google Tag Manager

Der Google Tag Manager ermöglicht die Einrichtung und Pflege vieler verschiedener Tracking-Codes an einer zentralen Stelle. Auf Eurer Website müsst Ihr dann nicht mehr jeden Tracking-Code einzeln implementieren, sondern nur das sogenannte Container-Tag des Google Tag Managers. Das Container-Tag ist nichts anderes als ein Behälter, der viele verschiedene Tracking-Codes enthalten kann. Welche Tracking-Codes dies sind und auf welchen Seiten sie ausgespielt werden sollen, wird von Euch im Google Tag Manager festgelegt. Neben dem Analytics Tracking-Code könnten dies zum Beispiel auch Tracking-Codes für AdWords oder DoubleClick und auch eine Vielzahl von Drittanbieter-Tags sein. Auf diese Weise lassen weitestgehend ohne Programmieraufwand vielfältige Tracking-Szenarien umsetzen.

Informationen zum Einrichten eines Google Tag Manager Kontos findet Ihr hier:
https://support.google.com/tagmanager/answer/6103696?hl=de

Tracking mit dem Google Tag Manager einrichten

Nachdem Ihr euer Google Tag Manager Konto angelegt habt, erhaltet Ihr zwei Code-Snippets, die Ihr auf Eurer Website einbauen müsst:

Google Tag Manager: Code Snippets

Google Tag Manager: Code Snippets

Das erste Code-Snippet ist möglichst weit oben im <head>-Bereich unterzubringen. Das zweite Snippet sollte direkt nach dem öffnenden <body>-Tag eingesetzt werden.

Nachdem Ihr den Tag-Container auf Euren Webseiten eingebaut habt, muss im nächsten Schritt nur noch ein Universal-Analytics-Tag eingerichtet werden. Dieses Tag enthält den Analytics-Tracking-Code, mit dem ihr Seitenaufrufe erfassen und an Google Analytics senden könnt.

Wählt den Arbeitsbereich Eures Tag Managers aus und klickt anschließend auf Neues Tag hinzufügen:

Google Tag Manager: Neues Tag anlegen

Google Tag Manager: Neues Tag anlegen

 

Auf der folgenden Seite wählt Ihr zunächst den Tag-Typ Universal Analytics aus:

Google Tag Manager: Tag-Typ auswählen

Google Tag Manager: Tag-Typ auswählen

 

Anschließend sind für das Tag einige Grundeinstellungen vorzunehmen:

Google Tag Manager: Tag konfigurieren

Google Tag Manager: Tag konfigurieren

  1. Das Tag benötigt einen Namen, unter dem Ihr es später im Tag Manager aufrufen könnt.
  2. Die Tracking-ID aus Eurer Google Analytics Property ist hier einzutragen.
  3. Der Tracking-Typ ist Seitenaufruf.
  4. Als Trigger wählt Ihr “Alle Pages” aus. Das bedeutet, dass dieses Tag bei jedem Seitenaufruf ausgelöst wird und Daten an Google Analytics übermittelt.
  5. Speichern und schon ist das Tag fertig angelegt.

Im letzten Schritt muss der Container, in dem sich nun ein neues Tag befindet, noch veröffentlicht werden. Klickt dafür in der Kopfzeile des Tag Managers auf die Schaltfläche Veröffentlichen.

Google Tag Manager: Container veröffentlichen

Google Tag Manager: Container veröffentlichen

Auch bei der Einbindung des Google Analytics Tracking-Codes über den Tag Manager sollte die korrekte Funktion des Universal Analytics Tags mit dem Google Tag Assistant überprüft werden.

Mehr Informationen zum Google Tag Assistant:  https://support.google.com/analytics/answer/1008083

Weitere Informationen zum Einrichten des Trackings mit dem Google Tag Manager: https://support.google.com/tagmanager/answer/6107124?hl=de

3 IP-Anonymisierung aktivieren

Aus Gründen des Datenschutzes ist es erforderlich, die sogenannte IP-Anonymisierung im Analytics Tracking-Code zu aktivieren. Die IP-Anonymisierung bewirkt, dass das letzte Oktett der IP-Adresse unkenntlich gemacht wird, bevor der Tracking-Code Daten an die Analytics-Server übermittelt.

Die Aktivierung der IP-Anonymisierung ist einfach. Wenn Ihr den Tracking-Code direkt eingebunden habt, müsst Ihr im Tracking-Code direkt vor ga(‘send’, ‘pageview’); noch die Zeile ga(‘set’, ‘anonymizeIp’, true); einfügen.

Falls ihr bereits den Google Tag Managers nutzt, ist das Universal Analytics Tag zu erweitern. Wählt das Tag aus, klickt in der Konfiguration des Tags auf Weitere Einstellungen und dann auf Festzulegende Felder. Fügt dort das Feld anonymizeIP und den Wert true hinzu.

Google Tag Manager: IP-Anonymisierung aktivieren

Google Tag Manager: IP-Anonymisierung aktivieren

Speichert die Änderungen und veröffentlicht das neue Tag. Damit ist die IP-Anonymisierung aktiviert.

Wichtig: Ohne Veröffentlichung werden die Änderungen an euren Tags nicht wirksam.

Mehr Information zur IP-Anonymisierung findet ihr hier: https://support.google.com/analytics/answer/2763052?hl=de

4 Datenschutzerklärung & Cookie-Hinweis

Wenn Ihr Google Analytics einsetzt, müsst Ihr die Besucher Eurer Website darüber informieren. Bitte kontaktiert einen Fachanwalt, um mehr Informationen über eine rechtskonforme Datenschutzerklärung und einen korrekten Hinweis auf die Nutzung von Google Analytics Cookies zu erhalten.

5 Vertrag zur Auftragsdatenverarbeitung

Nutzer von Google Analytics, die dem deutschen Datenschutzrecht unterliegen, sollten außerdem mit Google einen Vertrag zur Auftragsdatenverarbeitung abschließen.

Der Vertragstext wurde mit Inkrafttreten der Privacy-Shield-Regeln zwischen der EU und den USA aktualisiert und ist hier abrufbar:
https://www.google.de/analytics/terms/de.pdf

Zusammenfassung

Im ersten Teil der Artikelserie habe ich euch gezeigt, wie ihr den Google Analytics Tracking-Code auf eurer Website integriert – entweder direkt oder mit Hilfe des Google Tag Managers. Außerdem bin ich auf die IP-Anonymisierung, den Datenschutz und den Vertrag zur Auftragsdatenverarbeitung eingegangen. Damit haben wir die Basis für die weitere Arbeit mit Google Analytics gelegt!

Im nächsten Teil werfen wir einen genaueren Blick auf die Datenansichten in eurer Property sowie die Möglichkeiten, um internen Traffic und Spam aus euren Daten herauszufiltern.

 

Christian Ebernickel

Christian Ebernickel ist Spezialist für Webanalyse und datengetriebenes Online Marketing. Er berät Unternehmen im Einsatz von Google Analytics und Google Tag Manager. In seinem Webanalyse Blog stellt er erweiterte Tracking-Szenarien und Ansätze für die Entwicklung individueller Webanalysepläne vor.

Sortiert nach:   neueste | älteste | beste Bewertung
Kristian
Gast

Ha! Endlich mal wieder überdurchschnittlich gut strukturiert und mehrteilig ein wohl dosierter Weiterbildungs-Cocktail! Ich freu mich auf die hoffentlich hochprozentigen Fortsetzungen des Artikels.

Sarah
Gast

Danke, ich freue mich schon auf die Fortsetzung :)

Peter Schweizer
Gast

Idealer Einstieg ins Thema, werde das mal den Kollegen empfehlen ;-)

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