Kaufland verkauft in den Niederlanden ab sofort online, ohne dort eine einzige Filiale zu betreiben. Rund 3.000 Händler und mehr als neun Millionen Artikel stehen zum Start bereit, das achte Länderportal des Schwarz-Konzerns. Der Angriff zielt direkt auf bol.com und Amazon, die den niederländischen Online-Handel bislang unter sich aufteilen.

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Der Kaufland-Marktplatz ist seit dem 8. September 2026 auch unter kaufland.nl erreichbar. Für den Discounter aus Neckarsulm zählt der Start als weiterer Schritt vom Filialgeschäft zur Plattform, auf der fremde Händler verkaufen und Kaufland an jeder Transaktion mitverdient. Die Niederlande sind ein hart umkämpfter Markt, in dem sich ein neuer Name erst beweisen muss.

Das Wichtigste in Kürze

  • Kaufland öffnet sein Marktplatz-Portal als achtes Land in den Niederlanden, mit rund 3.000 Händlern, über neun Millionen Artikeln und mehr als 6.400 Kategorien zum Start.
  • Filialen betreibt der Konzern in den Niederlanden nicht. Verkauft wird ausschließlich über die Plattform, auf der Drittanbieter gegen eine Monatsgebühr ab 39,95 Euro und 7 bis 16 Prozent Provision anbieten.
  • Bereits aktive Händler schalten den neuen Markt mit wenigen Klicks frei. Netzwerkweit verkaufen rund 15.000 Anbieter über Kaufland.
  • Platzhirsche sind bol.com mit etwa 14 Millionen Kunden und Amazon.nl. Für deutsche Händler öffnet sich ein zusätzlicher Exportkanal in einen 35,7-Milliarden-Euro-Markt.

Was startet Kaufland in den Niederlanden?

Drahteinkaufskorb mit orangefarbenem Wimpel „NL 2026“ und kleinem Reservierungsschild davor
Kaufland eröffnet am 8. September 2026 sein achtes Länderportal kaufland.nl. Rund 3.000 Händler bieten über neun Millionen Artikel an

Kaufland hat am 8. September 2026 unter kaufland.nl sein achtes Länderportal eröffnet. Rund 3.000 Händler bieten dort mehr als neun Millionen Artikel aus über 6.400 Kategorien an.[1] Läden betreibt der Discounter aus Neckarsulm in den Niederlanden keine.

Das Sortiment stammt nicht aus eigenen Lagern. Kaufland stellt die technische Plattform, Drittanbieter liefern die Ware, und der Konzern verdient an jedem Verkauf mit. Dieses Marktplatz-Modell geht auf das frühere Real.de-Geschäft zurück, das die Schwarz-Gruppe 2020 übernahm und später in Kaufland.de umbenannte.

Warum kommt der Marktplatz ohne eine einzige Filiale aus?

Kaufland verkauft in den Niederlanden keine eigene Ware, sondern vermietet Regalplatz auf einer Plattform. Drittanbieter zahlen eine Monatsgebühr ab 39,95 Euro und je nach Warengruppe 7 bis 16 Prozent Provision.[1]

Den Ausschlag gibt der Netzwerkeffekt. Rund 15.000 Händler verkaufen bereits über Kaufland, und viele schalten ein weiteres Land mit wenigen Klicks frei. Rechnerisch erreicht der Konzern so bis zu 220 Millionen Online-Kunden in neun Märkten, Spanien soll als neuntes folgen.

Dass sich dieses Prinzip im Onlinehandel durchsetzt, zeigt der Schweizer Anbieter Galaxus, der Zalando mit einem offenen Marktplatz überholt hat. Für Kaufland ist die Auslandsexpansion vor allem eine Frage der Software, nicht der Immobilien.

Kaufland verkauft in den Niederlanden keine Bratwurst und keine Butter, sondern den Regalplatz selbst. Der eigentliche Coup: 15.000 Händler betreten den neuen Markt mit einem Klick, während bol.com und Amazon ihn über Jahre aufgebaut haben.

— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web

Was bedeutet der Start für deutsche Händler?

Für deutsche Händler öffnet der Start einen zusätzlichen Exportkanal in die Niederlande, ohne eigenen Webshop vor Ort. Bestehende Verkäufer auf kaufland.de spielen ihr Sortiment ohne neue Auslandslogistik auf kaufland.nl aus. Ein etablierter Marktplatz zieht auch Ketten an, die sonst nur im eigenen Shop verkaufen, wie Hornbach über Galaxus.

Der niederländische Online-Handel setzte 2025 rund 35,7 Milliarden Euro um.[2] Den Markt teilen sich bislang zwei Platzhirsche: bol.com mit etwa 14 Millionen Kunden und 45.000 Partnern, dazu Amazon.nl. Zusätzlich drängen Temu, AliExpress und Shein, und ein neuer Name ohne Filialnetz muss sich dort erst Sichtbarkeit erarbeiten.

Vor dem Sprung lohnt der Blick auf Marge und Retouren. Die Provision von bis zu 16 Prozent, die niederländische Umsatzsteuer über das OSS-Verfahren und höhere Rücksendequoten im Cross-Border-Geschäft entscheiden über den Ertrag. Wie einträglich ein Plattformgeschäft trotzdem sein kann, zeigt Metro mit seinem wachsenden Marktplatz.

Kaufland Global Marketplace: der Start in den Niederlanden
Achtes Länderportal, reines Plattformgeschäft ohne eigene Filialen
8.
Länder-Marktplatz, Niederlande neu, Spanien folgt
3.000
Händler zum Start, rund 15.000 im Netzwerk
9 Mio.
Artikel in über 6.400 Kategorien
220 Mio.
erreichbare Online-Kunden in neun Märkten
ab 39,95 €
Monatsgebühr plus 7 bis 16 Prozent Provision
35,7 Mrd. €
Umsatz im niederländischen Online-Handel 2025

Der Platzhirsch bol.com zählt rund 14 Millionen aktive Kunden und 45.000 Verkaufspartner.

FAQ: Kaufland-Marktplatz in den Niederlanden

In welchen Ländern gibt es den Kaufland-Marktplatz?

Der Kaufland-Marktplatz ist mit den Niederlanden in acht europäischen Ländern aktiv. Gestartet ist er in Deutschland und seither über Mittel- und Osteuropa gewachsen. Spanien folgt als neuntes Land.

Was kostet der Verkauf auf dem Kaufland-Marktplatz?

Verkäufer zahlen eine Grundgebühr ab 39,95 Euro im Monat und je nach Warengruppe 7 bis 16 Prozent Provision auf den Bruttopreis inklusive Versand. Die Konditionen gelten einheitlich für alle Länderportale.

Braucht Kaufland für den Marktplatz Filialen in den Niederlanden?

Nein. Kaufland betreibt in den Niederlanden keine Läden und tritt dort ausschließlich als Online-Marktplatz auf. Die Ware kommt von Drittanbietern, Kaufland stellt allein die Plattform.

Wer ist der größte Wettbewerber in den Niederlanden?

Marktführer ist bol.com mit rund 14 Millionen aktiven Kunden in den Niederlanden und Belgien sowie etwa 45.000 Verkaufspartnern. Dazu kommen Amazon.nl und die Billigplattformen Temu, AliExpress und Shein.

Für den Einstieg genügt ein bestehendes Kaufland-Konto und die Freischaltung des niederländischen Portals. Preise und Versandkosten richtet man vor dem Start am Wettbewerb aus, den Testlauf hält man besser klein. Beim professionellen Aufbau des Verkaufs hilft der E-Commerce-Agentur-Vergleich als Orientierung.

Quellen

[1] Kaufland Global Marketplace: „Kaufland Global Marketplace“

[2] Thuiswinkel.org: „Thuiswinkel Markt Monitor 2025“

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