Google lässt Sie jetzt in der Search Console entscheiden, ob Ihre Inhalte AI Overviews und AI Mode befeuern. Das klingt nach Kontrolle. Mit dem Ausstieg stoppen Sie aber nicht die KI-Antwort, sondern streichen nur Ihre Nennung daraus.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenMit dem neuen Opt-out in der Search Console nehmen Sie Ihre Domain aus AI Overviews, dem AI Mode und den KI-Funktionen von Discover heraus. Endlich Kontrolle, denken viele. Der Schalter führt allerdings in eine Sackgasse.
Das Wichtigste in Kürze
- Neu in der Search Console: ein Opt-out für Ihre Inhalte plus ein Bericht, der KI-Impressionen zählt, aber keine Klicks.
- Der Ausstieg kostet kein klassisches Ranking, die CMA untersagt Google sogar das Abstrafen. Verloren geht nur Ihre Präsenz in AI Overviews und AI Mode, den Flächen, die zunehmend die Klicks binden.
- Der robots.txt-Eintrag
google-extendedschützt nicht, sondern stoppt nur das Gemini-Training, während AI Overviews Ihre Inhalte weiter nutzen. - Auslöser ist Druck, kein Wohlwollen: die britische CMA und ein laufendes EU-Kartellverfahren.
Warum das Opt-out eine Sackgasse ist

Google verspricht, der Schalter werde „nicht als Rankingsignal für die Suche außerhalb dieser KI-Funktionen verwendet“, schreibt Mrinalini Loew, General Manager Google Search Ecosystem. Die CMA untersagt Google sogar ausdrücklich, Aussteiger in der normalen Suche zu benachteiligen. So weit, so fair.
Der Haken sitzt woanders. Mit dem Opt-out stoppen Sie nicht die KI-Antwort, sondern streichen nur Ihren Namen daraus. Die AI Overview erscheint weiter, gespeist aus den Inhalten der Konkurrenz. Damit verschenken Sie die Nennung, nicht die Zusammenfassung. Der mitgelieferte Bericht macht es vollends bitter: nur Impressionen, keine Klicks. Ablesbar ist damit, dass Google Sie als Quelle nutzt, nicht aber, was ein Ausstieg kostet. Dass AI Overviews die Reichweite längst kippen, ist belegt. Sinnvoller ist der umgekehrte Weg: sichtbar bleiben und auf Preferred Sources setzen.
Warum Google überhaupt nachgibt

Großzügig ist das nicht, der Konzern steht unter Zwang. Die britische CMA hat Google „Strategic Market Status“ verpasst und erstmals verbindlich verfügt, dass Verlage selbst über die KI-Nutzung entscheiden, Quellen verlinkt bekommen und aussteigen dürfen, ohne ihr normales Ranking zu verlieren. Neun Monate bleiben zur Umsetzung. Parallel ermittelt die EU-Kommission seit Dezember 2025 förmlich gegen Googles KI-Verwertung von Verlagsinhalten.
Das Muster kennt Deutschland aus dem Leistungsschutzrecht. Als Verlage Geld für Snippets verlangten, listete Google die Inhalte schlicht aus, bis die Verlage klein beigaben, in Spanien schaltete der Konzern Google News sogar ganz ab. Das neue Opt-out ist dieselbe Logik in neuem Gewand.
Ein Opt-out, das Sie aus der KI-Antwort nimmt, ohne die Antwort selbst zu stoppen, ist keine Wahl, sondern ein Ultimatum mit freundlichem Anstrich. Einzeln verliert hier jeder Verlag, Gewicht bekommt die Branche nur gemeinsam.
— Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Was DACH-Verlage jetzt wirklich tun können

In deutschen Konten ist der Schalter noch nicht sichtbar, der Rollout startet in Großbritannien. Der wirksame Hebel liegt ohnehin nicht im einzelnen Häkchen.
Gemeinsam stehen DACH-Verlage besser da. Das Presseleistungsschutzrecht aus Artikel 15 der DSM-Richtlinie gibt ihnen ein eigenes Recht an der Anzeige ihrer Inhalte, das die VG Media durchsetzt, und das Brüsseler Kartellverfahren zielt genau auf die KI-Verwertung. Ob KI-Zusammenfassungen darunter fallen, ist ungeklärt, aber der stärkere Hebel als ein privates Opt-out.
Einzeln gilt: Schalten Sie nicht ab, außer Google stellt Ihre Marke hartnäckig falsch dar. Setzen Sie stattdessen auf Inhalte, die keine KI aus dem Index zusammenfasst, also eigene Recherche, benannte Autoren und Originaldaten. Das belohnt schon das Mai-Update, und darauf schrumpft der Abstand zwischen klassischem SEO und GEO. Der Bericht taugt dann als Diagnose, zumal die Search Console zuletzt elf Monate falsche Impressionen auswies.
Mehr Newshunger?
