Die feste Einspeisevergütung für neue Solaranlagen läuft 2027 aus. E.ON besetzt die Lücke mit einem eigenen Angebot und zahlt privaten Photovoltaik-Haushalten dann 15 Euro je Kilowatt im Jahr, dazu Flexprämien für Speicher, Wärmepumpe und E-Auto von bis zu 570 Euro. Der Preis dafür steht im Kleingedruckten: E.ON darf die Geräte im Haus steuern.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenDer E.ON Einspeisebonus tritt 2027 an die Stelle der festen Einspeisevergütung, die für neue Solaranlagen genau dann ausläuft. E.ON zahlt dafür einen festen Satz je Kilowatt, aus der Konzernkasse statt aus dem EEG-Topf. Das Angebot wirkt wie ein Ersatz für die alte Förderung, verschiebt aber die Kontrolle über die Technik im Haus.
Das Wichtigste in Kürze
- 15 Euro je installiertem Kilowatt zahlt E.ON ab 2027 als jährlichen Einspeisebonus für neue Photovoltaik-Anlagen bis 10 Kilowatt.
- Dazu kommen Flexprämien von 120 Euro für den Batteriespeicher, 60 Euro für die Wärmepumpe und 240 Euro für das E-Auto, zusammen bis zu 570 Euro im Jahr.
- Die Prämien fließen nur, sofern E.ON die Geräte für die Direktvermarktung steuern darf.
- Auslöser ist die EEG-Novelle 2027, die die feste Einspeisevergütung für Neuanlagen streicht.
Was ändert sich 2027 für neue Solaranlagen?

Die feste Vergütung endet. Das Bundeskabinett beschloss am 29. Juli 2026 die EEG-Novelle 2027. Neue Photovoltaik-Anlagen bekommen ab dem 1. Januar 2027 keinen über 20 Jahre garantierten Cent-Satz je Kilowattstunde mehr, Bestandsanlagen behalten ihren Schutz. Bis Ende 2026 zählt jede fertig angemeldete Anlage noch als Altfall.
E.ON springt ein. Statt der staatlichen Garantie bietet der Konzern ab 2027 einen eigenen Einspeisebonus von 15 Euro je installiertem Kilowatt im Jahr, gebündelt im Paket E.ON Home Comfort.[1] Für eine 10-Kilowatt-Anlage sind das 150 Euro jährlich, fix und unabhängig vom schwankenden Börsenpreis.
Warum zahlt ein Konzern für die Kontrolle über den Speicher?
Flexibilität ist die Gegenleistung. Die 15 Euro sind nur der Sockel. Ein Haushalt mit Speicher, Wärmepumpe und E-Auto kassiert zusätzlich 120, 60 und 240 Euro im Jahr, zusammen bis zu 570 Euro. Der Haken steckt in der Bedingung, denn E.ON darf diese Geräte fernsteuern und den Strom vermarkten.
Aus Haushalten wird ein Kraftwerk. Ein einzelner Speicher bleibt für das Netz belanglos. Zehntausende gebündelt und zentral gesteuert ergeben ein virtuelles Kraftwerk, das E.ON an der Börse und am Regelenergiemarkt einsetzt. Der Bonus sichert dem Konzern also nicht den Solarstrom, sondern das Recht, den Verbrauch im Haus zu verschieben. Wie sensibel diese Fernsteuerung ist, zeigt der Umgang der Heimspeicher-Branche mit Nutzerfreigaben, wo ein KI-Assistent zwei Einstellungen nur nach Rückfrage ändert.
Gleiche Logik, größerer Maßstab. Großspeicher zeigen dasselbe Prinzip im Netzformat, etwa wenn EnBW am alten Atomstandort Neckarwestheim 400 Megawatt Batterieleistung ans Netz hängt. Für Versorger zählt weniger die Kilowattstunde als die Fähigkeit, Angebot und Nachfrage im Sekundentakt auszugleichen.
Der Einspeisebonus ist kein Fördergeschenk, sondern ein Tauschgeschäft. E.ON zahlt ein paar Hundert Euro und bekommt dafür die Fernbedienung für Speicher, Wärmepumpe und Auto.
— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was der Konzern für neue Solaranlagen zahlt, wenn die staatliche Vergütung ausläuft.
Flexprämien, wenn E.ON die Geräte steuern darf
Was heißt das für Haushalte in Deutschland?
Rechnen lohnt sich. Der Bonus federt das Ende der EEG-Vergütung ab, ersetzt sie aber nicht eins zu eins. 570 Euro im Jahr klingen ordentlich, gelten jedoch nur für den Vollausbau mit Speicher, Wärmepumpe und E-Auto. Wichtiger als die Summe bleibt die vertragliche Frage, wie weit die Fernsteuerung reicht und wann der eigene Verbrauch Vorrang behält.
Der Trend ist größer als E.ON. Netzdienliche Steuerung nach Paragraf 14a Energiewirtschaftsgesetz gilt seit 2024 als Pflichtprogramm für neue Wärmepumpen und Wallboxen, und Anbieter gießen sie jetzt in Bonusmodelle. Flexible Ladezeiten beim E-Auto sind dabei der größte Hebel, wie der Vergleich der Ladetarife für E-Autos zeigt. Dass gesteuerter Verbrauch am Mittag bares Geld wert ist, führt Australien vor, wo Stromanbieter drei Stunden Gratisstrom liefern müssen. Parallel sichern sich Versorger die Netze selbst, so wie RWE mit dem Einstieg beim Netzbetreiber Amprion.
Prüfen, dann unterschreiben. Für neue Solaranlagen ab 2027 führt an einem Vermarktungsmodell kaum ein Weg vorbei, doch der E.ON Einspeisebonus ist nur eines von mehreren. Haushalte sollten die garantierte Bonushöhe, die Vertragslaufzeit und den Umfang der Fernsteuerung vergleichen, bevor sie einen Anbieter fest an ihre Geräte lassen.
FAQ: E.ON Einspeisebonus ab 2027
Was ist der E.ON Einspeisebonus?
Der E.ON Einspeisebonus ist ein fester Betrag, den E.ON ab 2027 für den eingespeisten Strom neuer Photovoltaik-Anlagen zahlt. Der Bonus ersetzt die auslaufende staatliche Einspeisevergütung und beträgt 15 Euro je installiertem Kilowatt im Jahr, gebündelt im Paket E.ON Home Comfort.
Wie hoch ist der Einspeisebonus von E.ON?
E.ON zahlt 15 Euro je installiertem Kilowatt und Jahr. Dazu kommen Flexprämien von 120 Euro für den Batteriespeicher, 60 Euro für die Wärmepumpe und 240 Euro für das E-Auto. Für eine 10-Kilowatt-Anlage mit allen Komponenten summiert sich das auf bis zu 570 Euro pro Jahr.
Warum endet die Einspeisevergütung 2027?
Das Bundeskabinett beschloss am 29. Juli 2026 die EEG-Novelle 2027. Für neue Solaranlagen läuft die über 20 Jahre garantierte feste Einspeisevergütung ab dem 1. Januar 2027 aus. Bestandsanlagen behalten ihren Anspruch, und bis Ende 2026 fertig angemeldete Anlagen zählen noch als Altfälle.
Was bekommt E.ON für die Flexprämien?
Die Flexprämien fließen nur, wenn E.ON Speicher, Wärmepumpe und E-Auto fernsteuern und den Strom direkt vermarkten darf. Der Konzern bündelt viele Haushalte zu einem virtuellen Kraftwerk und verschiebt deren Verbrauch dorthin, wo er am Markt den größten Wert hat.
Gilt der Einspeisebonus auch für Bestandsanlagen?
Nein. Der Einspeisebonus richtet sich an neue Photovoltaik-Anlagen, die ab 2027 in Betrieb gehen und keine feste EEG-Vergütung mehr erhalten. Eine noch 2026 angemeldete Anlage fällt unter die alte Vergütungsregel und braucht das Bonusmodell nicht.
Quelle
[1] E.ON: „E.ON Home Comfort“
Mehr Newshunger?
- Enphase-KI im Heimspeicher: Zwei Einstellungen ändert der Assistent nur nach Rückfrage
- Batteriespeicher statt Atomkraft: EnBW nutzt in Neckarwestheim den alten Netzanschluss
- Australiens Stromanbieter müssen drei Stunden Gratisstrom am Mittag liefern
- 58 Prozent an Amprion: RWE macht das Stromnetz zur dritten Säule
- 60 Gigawatt aus Niestetal: SMA eröffnet seine neue Wechselrichter-Fabrik