Ein Rechenzentrums-Betreiber, der aus dem chinesischen Konzern GDS hervorging, will laut Bloomberg rund 4,35 Milliarden Euro an der US-Börse einsammeln. DayOne baut seine KI-Kapazität längst nicht mehr nur in Asien, sondern auch in Finnland und Spanien. Der Börsengang zeigt, welchen Umweg Chinas Cloud-Infrastruktur über Singapur und die Wall Street nimmt.

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DayOne, der internationale Ableger des chinesischen Rechenzentrums-Riesen GDS, hat einem Bericht von Bloomberg zufolge vertraulich einen Börsengang in den USA eingereicht.[1] Angepeilt sind rund 4,35 Milliarden Euro frisches Kapital bei einer geschätzten Bewertung von etwa 17,4 Milliarden Euro. Hinter dieser Summe steckt eine Wette darauf, wo Europas und Asiens KI-Rechenleistung künftig entsteht.

Das Wichtigste in Kürze

  • DayOne ging 2022 als GDS International an den Start und firmiert seit Januar 2025 unter eigenem Namen, während der Mutterkonzern GDS seinen Anteil zurückfuhr.
  • Der Betreiber hat mehr als 1,5 Gigawatt Rechenkapazität in Asien und Europa gebucht, von Johor bis Finnland.[2]
  • Die Serie-C-Runde über umgerechnet rund 3,9 Milliarden Euro schloss im Juni 2026, angeführt von Coatue und Hillhouse.[2]
  • Der geplante US-Börsengang zählt laut Bloomberg mit rund 4,35 Milliarden Euro zu den größten der Branche.[1]

Warum geht ein chinesischer Ableger ausgerechnet an die US-Börse?

Schrankmodell mit
GDS gründet 2022 Auslandstochter, benennt sie 2025 in DayOne um und reduziert Anteil. Singapurs Betreiber mit Investoren wie Coatue, Hillhouse und SoftBank Vision Fund

Die Distanz zu Peking gehört zum Geschäftsmodell. GDS gründete den Auslandsarm 2022, benannte ihn im Januar 2025 in DayOne um und fuhr den eigenen Anteil zurück. Aus dem Tochterunternehmen wurde ein in Singapur geführter Betreiber mit Investoren wie Coatue, Hillhouse, dem SoftBank Vision Fund und Ken Griffins Citadel.

Der Umbau öffnet zwei Türen zugleich. Westliche Cloud-Konzerne vergeben ihre Aufträge lieber an einen Partner ohne chinesisches Etikett, und US-Investoren zeichnen einen Börsengang leichter, wenn kein Peking-Risiko im Prospekt steht. Als Konsortialbanken nennt Bloomberg JPMorgan, Morgan Stanley, Bank of America und Citigroup.[1]

Was treibt den Boom in Südostasien und Europa?

Die Hyperscaler bestellen schneller, als neue Kapazität entsteht. Amazon, Microsoft, Google und Chinas eigene Cloud-Anbieter mieten praktisch jede Halle, die frei wird. Weil Singapur neue Genehmigungen wegen Strom- und Wasserknappheit ausbremst, wandert der Ausbau ins benachbarte Johor und auf die indonesische Insel Batam. Malaysia ist inzwischen DayOnes größter Markt.

Seit der Gründung 2022 hat der Betreiber mehr als 1,5 Gigawatt Kapazität gebucht, verteilt auf Singapur, Malaysia, Indonesien, Thailand, Japan, Hongkong sowie Finnland und Spanien.[2] Der Sprung nach Europa macht aus dem Asien-Spezialisten einen globalen Anbieter.

Chinas KI-Cloud entsteht längst nicht mehr nur in China, sondern in Johor, Finnland und Spanien. DayOne baut die Rechenleistung dort, wo Kapital und günstiger Strom sie zulassen.

— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web

Was bedeutet das für Europas Digitalstrategie?

Europäische KI-Anwendungen laufen zunehmend auf fremder Infrastruktur. Ein deutsches Unternehmen, das ein Modell trainiert oder eine Cloud-Anwendung betreibt, nutzt häufig Kapazität, die Hyperscaler bei genau solchen Betreibern anmieten. Baut DayOne nun Rechenzentren in Finnland und Spanien, hält ein aus China stammender Konzern einen Teil der europäischen KI-Grundlast. Wie schmal die eigene Basis dagegen ausfällt, zeigt der Blick auf die größten Rechenzentren Deutschlands.

Für Entscheider verschiebt das die Frage der digitalen Souveränität von der Software auf den Beton. SAP-Chef Christian Klein setzt beim Aufbau europäischer Alternativen eher auf Talente als auf neue Hallen. Microsoft und Mistral werben mit abgeschotteten Rechenzentren für regulierte Branchen. In vielen Regionen bremst ohnehin nicht das Kapital, sondern der Netzanschluss den weiteren Ausbau.

DayOnes Weg an die US-Börse
Aus dem chinesischen Konzern GDS hervorgegangen, sammelt der Rechenzentrums-Betreiber Milliarden für KI-Kapazität.
4,35 Mrd. €
angepeiltes Emissionsvolumen des US-Börsengangs (laut Bloomberg)
17,4 Mrd. €
angepeilte Bewertung (Schätzung, laut Bloomberg)
3,9 Mrd. €
Serie-C-Runde, geschlossen im Juni 2026
1,5 GW
gebuchte Rechenkapazität in Asien und Europa
8
Zielmärkte in Asien und Europa

Wo DayOne baut

SingapurMalaysiaIndonesienThailandJapanHongkongFinnlandSpanien

Vom Ableger zum Börsenkandidaten

2022
gegründet als GDS International, der Auslandsarm des Konzerns
Januar 2025
Umbenennung in DayOne, GDS fährt den Anteil zurück
2026
Serie C über 3,9 Mrd. € und vertrauliche US-IPO-Einreichung

Vertraulich heißt: Bestätigt ist der Börsengang nicht, ein Termin steht aus, und die Bewertung bleibt vorerst ein Zielwert. Für deutschsprachige Unternehmen lohnt der genaue Blick trotzdem schon jetzt. Prüfen Sie vor jedem KI-Projekt, wo die Daten physisch liegen, welche Rechtsordnung greift und ob der Vertrag Sitz und Eigentümer der Rechenzentren offenlegt.

FAQ: DayOne und der Rechenzentrums-Börsengang

Was ist DayOne Data Centers?

DayOne ist ein auf Hyperscale spezialisierter Rechenzentrums-Betreiber, der 2022 als Auslandsarm des chinesischen Konzerns GDS entstand und seit Januar 2025 unter eigenem Namen aus Singapur geführt wird. Er betreibt Kapazität in Asien und Europa.

Wie viel will DayOne beim Börsengang einnehmen?

Laut Bloomberg peilt DayOne rund 4,35 Milliarden Euro bei einer Bewertung von etwa 17,4 Milliarden Euro an. Die Einreichung erfolgte vertraulich, ein Termin für den Börsengang steht noch nicht fest.

Gehört DayOne noch zum chinesischen Konzern GDS?

GDS hält weiterhin Anteile, hat sie aber vor dem geplanten Börsengang zurückgefahren. DayOne wird eigenständig aus Singapur geführt und zählt die Investoren Coatue und Hillhouse zu seinen größten Eigentümern.

Baut DayOne auch in Europa Rechenzentren?

Ja. Zu den Zielmärkten zählen neben Singapur, Malaysia, Indonesien, Thailand, Japan und Hongkong auch Finnland und Spanien. Damit reicht die KI-Kapazität des Betreibers bis nach Europa.

Quellen

[1] Bloomberg: „DayOne Data Centers Said to Confidentially File for $5 Billion IPO in US“

[2] DayOne Data Centers: „DayOne Data Centers Announces Final Closing of its Series C Equity Financing at US$4.5 Billion“

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