Ceconomy, die Muttergesellschaft von MediaMarktSaturn, meldet zum vierzehnten Mal in Folge ein Quartal mit steigendem Ergebnis. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2025/26 wuchs der Umsatz um 5,0 Prozent auf 18,4 Milliarden Euro, das bereinigte operative Ergebnis legte mit 22 Prozent aber gut viermal so schnell zu.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenHinter dieser Schere zwischen Umsatz und Gewinn steckt die eigentliche Nachricht für Handelsentscheider. Nicht die Verkaufsfläche treibt die Marge, sondern eine Schicht aus Werbung, Marktplatz und Services, die der Elektronikhändler über sein Kerngeschäft legt.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Neunmonatsumsatz stieg um 5,0 Prozent auf 18,4 Milliarden Euro, im dritten Quartal betrug das bereinigte Plus 8,0 Prozent.
- Das bereinigte EBIT kletterte um 62 Millionen auf 342 Millionen Euro, ein Zuwachs von 22 Prozent.
- Retail Media verdoppelte die Erträge nahezu, der Marktplatz wuchs zweistellig im Verkaufsvolumen.
- JD.com und Convergenta kontrollieren zusammen rund 85 Prozent des Konzerns, Brüssel prüfte den Einstieg gesondert.
Warum wächst der Gewinn schneller als der Umsatz?

Der Margenhebel steckt im Geschäft hinter dem Regal. Das bereinigte EBIT stieg auf 342 Millionen Euro, während der Umsatz nur um 5,0 Prozent zulegte.[1] Die profitabelsten Erlöse stammen längst nicht mehr allein aus dem Verkauf von Fernsehern und Kühlschränken, sondern aus margenstarken Zusatzgeschäften rund um dieses Kerngeschäft.
Am sichtbarsten trug Retail Media den Sprung. Hersteller buchen Werbeflächen auf den Kanälen von MediaMarktSaturn und zahlen für Reichweite und Kundendaten, ein Geschäft mit nahezu verdoppelten Erträgen.[1] Dazu kommen wachsende Services und ein Marktplatz mit zweistelligem Volumenplus, beide margenstärker als der klassische Produktverkauf. Solche Werbegeschäfte baut der Handel zunehmend zu einer eigenen Ertragssäule aus, wie auch Fraport am Frankfurter Flughafen vormacht.
Was macht aus dem Elektronikhändler eine Plattform?
Das Doppelwachstum kam aus beiden Kanälen zugleich. Online legte im dritten Quartal um 18,3 Prozent zu, das stationäre Geschäft um 4,8 Prozent.[1] Der Online-Anteil erreichte über neun Monate 28,2 Prozent, und die Filiale wird vom Kostenblock zum Showroom, wie der Umbau von Saturn-Flächen zu MediaMarkt und das kassenlose Bezahlen auf der Fläche zeigen.
Dahinter steht eine Plattform-Logik, die Amazon und der neue Eigentümer JD.com vorgemacht haben. Ein Händler öffnet seine Reichweite für Dritthändler und Werbekunden und verdient am fremden Umsatz mit. Dass dieses Marktplatz-Modell den Onlinehandel gewinnt, zeigte zuletzt der Aufstieg von Galaxus. Ceconomy beschreibt den eigenen Weg als Wandel vom Händler zur Plattform.
Ceconomys Gewinnsprung kommt nicht aus dem Verkauf von mehr Geräten, sondern aus Werbung und Marktplatz. Der Elektronikhändler verdient künftig am Umsatz anderer, und genau das macht ihn für JD.com wertvoll.
— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Der Ausblick fürs Gesamtjahr
Was bedeutet das für den DACH-Handel?
Hinter den Zahlen steht die neue Eigentümerstruktur. Seit Ende 2025 kontrollieren der chinesische Onlinehändler JD.com und der Großaktionär Convergenta zusammen rund 85 Prozent von Ceconomy, nachdem JD.com MediaMarkt und Saturn übernommen hat. Die EU-Kommission nahm den Einstieg unter der Verordnung gegen wettbewerbsverzerrende Subventionen ins Visier.
Für den deutschsprachigen Handel wird die Plattform-Schicht damit zur Blaupause und zum Wettbewerber zugleich. Händler für Consumer Electronics sollten Retail Media als neuen Werbekanal und den Marktplatz als zusätzlichen Absatzweg prüfen, statt beides der Konkurrenz zu überlassen. Zugleich kalkulieren Marken künftig ein, dass ihre Werbebudgets bei einem Händler landen, der mehrheitlich chinesischen Investoren gehört.
Quelle
[1] CECONOMY AG: „Vom Händler zur Plattform: CECONOMY steigert bereinigtes EBIT erneut deutlich“ (Pressemitteilung, 30. Juli 2026)
FAQ: Ceconomy, MediaMarktSaturn und der Quartalsgewinn
Wem gehört Ceconomy?
Ceconomy, die Muttergesellschaft von MediaMarktSaturn, wird seit Ende 2025 mehrheitlich vom chinesischen Onlinehändler JD.com kontrolliert. Zusammen mit dem Großaktionär Convergenta halten beide rund 85 Prozent. Die EU-Kommission prüfte den Einstieg gesondert unter der Verordnung gegen wettbewerbsverzerrende Subventionen.
Was ist Retail Media?
Retail Media bezeichnet Werbung, die ein Händler auf seinen eigenen Kanälen verkauft, etwa in der App, im Onlineshop oder auf Bildschirmen in der Filiale. Hersteller zahlen für Reichweite und Kundendaten. Für Ceconomy ist das ein margenstarkes Wachstumsfeld, dessen Erträge sich zuletzt nahezu verdoppelten.
Wie hoch war der Umsatz von Ceconomy 2025/26?
In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2025/26 stieg der Umsatz von Ceconomy um 5,0 Prozent auf 18,4 Milliarden Euro. Im dritten Quartal betrug das währungs- und portfoliobereinigte Plus 8,0 Prozent, getrieben von einem heißen Sommer und der Fußball-Weltmeisterschaft.
Welche Marken gehören zu Ceconomy?
Zu Ceconomy gehören die Elektronikketten MediaMarkt und Saturn sowie MediaWorld in Italien. Der Konzern mit Sitz in Düsseldorf ist nach eigenen Angaben führend für Consumer Electronics in Europa und zählt Milliarden Kundenkontakte pro Jahr.
Wie lautet die Prognose von Ceconomy für 2025/26?
Ceconomy bestätigte die Prognose für das Geschäftsjahr 2025/26 und erwartet ein moderates Umsatzwachstum. Das bereinigte EBIT soll bei rund 500 Millionen Euro liegen, mit Verbesserungen in allen Segmenten gegenüber dem Vorjahr.
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