CATL hat im ersten Halbjahr 2026 rund 5,6 Milliarden Euro Gewinn eingefahren, ein Plus von 42 Prozent gegenüber dem Vorjahr (umgerechnet zum Kurs vom 29. Juli 2026, 1 Yuan rund 0,13 Euro).[1] Umgerechnet verdient der Konzern damit etwa 31 Millionen Euro an jedem Tag. Statt das Geld nur zu horten, fließt ein Rekordbetrag zurück an die Aktionäre.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenDas Wichtigste in Kürze
- Halbjahresgewinn rund 5,6 Milliarden Euro (plus 42 Prozent), Umsatz rund 35,9 Milliarden Euro (plus 55 Prozent).
- Aktienrückkauf von bis zu 5,2 Milliarden Euro, der größte in der Geschichte der chinesischen A-Aktien.
- Das Speichergeschäft ist um 88 Prozent gewachsen, fast doppelt so schnell wie das Batteriegeschäft für Autos.
- In Ungarn läuft das erste europäische Zellwerk an und beliefert BMW, Volkswagen und Stellantis.
Warum kauft CATL eigene Aktien im Rekordumfang zurück?

CATL hält den eigenen Aktienkurs für deutlich unterbewertet und zieht bis zu 5,2 Milliarden Euro aus der Kasse, um eigene Anteile zurückzukaufen und einzuziehen. Das hebt den Gewinn je Aktie und ist der größte Rückkauf, den je ein Konzern an Chinas Börsen angesetzt hat.
Der Rückkauf übertrifft die bisherige Bestmarke des Haushaltsgeräteherstellers Gree aus dem Jahr 2021 deutlich. Signalwirkung: CATL zieht die zurückgekauften rund 1,5 Prozent der Anteile ein und verringert so das Kapital, was den Gewinn je verbleibender Aktie rechnerisch erhöht. Zusätzlich hat der Konzern eine Zwischendividende von rund 841 Millionen Euro beschlossen.
Ein Rückkauf dieser Größenordnung ist kein Aktionärsgeschenk, sondern eine Ansage: CATL hält die eigene Aktie für den besten Einkauf, den der Konzern gerade machen kann.
— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Woher kommt der Gewinnsprung?
Der eigentliche Treiber ist nicht das Auto, sondern der stationäre Stromspeicher: Dieses Geschäft ist im Halbjahr um 88 Prozent auf rund 6,9 Milliarden Euro gewachsen, fast doppelt so schnell wie das Fahrzeuggeschäft mit 46 Prozent.
Rechenzentren als Nachfragetreiber: Große Batteriespeicher puffern schwankenden Wind- und Solarstrom und sichern zunehmend die Stromversorgung von KI-Rechenzentren ab. Genau dieser Markt lässt CATLs Speichersparte schneller wachsen als das Autogeschäft. Auch in Deutschland entstehen solche Großspeicher, etwa im Tagebau Hambach bei RWE oder als von EnBW gemietete Anlage in Italien.
Die Bruttomarge ist zwar leicht auf knapp 24 Prozent gesunken, doch die Werke laufen mit 94,9 Prozent nahezu voll ausgelastet. Masse schlägt Marge: Über die schiere Menge hat CATL trotz Preiskampf mehr verdient.
Der Gewinnmotor verschiebt sich
In Debrecen investiert CATL rund 7,3 Milliarden Euro. Die Startkapazität von 40 Gigawattstunden ist bereits vollständig ausgebucht und beliefert BMW, Volkswagen und Stellantis.
Was bedeutet das für Europas Autobauer?
CATL verlagert einen Teil der Produktion nach Europa: Im ungarischen Debrecen läuft für 7,3 Milliarden Euro das erste Zellwerk des Konzerns auf dem Kontinent an, dessen Startkapazität von 40 Gigawattstunden bereits komplett ausgebucht ist.
Das Werk beliefert BMW, Volkswagen und Stellantis direkt aus der EU. Zoll-Vorteil: Zellen, die in Ungarn entstehen, fallen nicht unter die EU-Ausgleichszölle auf importierte chinesische Fahrzeuge und verschaffen CATL so einen Standortvorteil. Für deutsche Hersteller bleibt die Abhängigkeit hoch: Beim Hochlauf der Neuen Klasse im nahen Debrecen setzt BMW ebenso auf Zellen aus der Region wie bei seiner Batteriestrategie für Mexiko.
Wie stark chinesische Zelltechnik den europäischen Markt prägt, zeigt auch CATLs Netz aus Akku-Tauschstationen. Für die eigene Elektroflotte lohnt es sich, die Batterieherkunft zum Einkaufskriterium zu machen und Lieferverträge gegen Zoll- und Lieferrisiken abzusichern. Ein nüchterner Blick auf die Akku-Degradation und die Ladekosten hält die Gesamtrechnung realistisch.
Quelle
[1] CATL: Halbjahresmitteilung 2026 (offizielle Unternehmensangaben) ↩
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