588.000 Tonnen zinkhaltigen Stahlstaub hat Befesa im ersten Halbjahr 2026 verarbeitet, 7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Diese Zahl erklärt das Ergebnis besser als jede Marge. Denn der Rohstoff des Recyclers ist der Abfall anderer, und von diesem Abfall fällt gerade planbar mehr an.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenDas Wichtigste in Kürze
- Bereinigtes EBITDA im ersten Halbjahr: 124 Mio. € (+11 %), Marge 21 %.
- Zweites Quartal besonders stark: 66 Mio. € EBITDA (+17 %), Nettogewinn im Halbjahr 45 Mio. € (+12 %).
- Treiber waren mehr Elektroofen-Stahlstaub, höhere Zinkpreise, gesunkene Koks- und Energiekosten sowie ein anziehendes Aluminiumgeschäft.
- Prognose 2026 bestätigt: 250 bis 270 Mio. € bereinigtes EBITDA.
Was steckt hinter dem Halbjahresergebnis?

Zweistelliges Wachstum trägt das Halbjahr. Das bereinigte EBITDA ist auf 124 Millionen Euro geklettert, der Nettogewinn um 12 Prozent auf 45 Millionen Euro gestiegen.[1] Der Umsatz hat mit 589,5 Millionen Euro leicht nachgegeben, gebremst allein vom schwächeren US-Dollar.
Entschuldung kam hinzu. Die Nettoverschuldung ist auf 555,2 Millionen Euro gesunken, der Verschuldungsfaktor von 2,70 auf 2,18 gefallen. Für das Gesamtjahr hat Vorstandschef Asier Zarraonandia die Prognose von 250 bis 270 Millionen Euro bestätigt.
Warum liefert die Stahlwende den Rohstoff?
Elektroöfen sind der Schlüssel. Klimafreundlicher Stahl ersetzt den Hochofen durch den Elektro-Lichtbogenofen, der Schrott einschmilzt. Dabei entsteht zinkhaltiger Filterstaub, ein gefährlicher Abfall, der zwingend recycelt werden muss.
Struktureller Nachschub folgt daraus. Je mehr Werke umstellen, desto mehr Staub fällt an, und genau dieses Volumen hat um 7 Prozent zugelegt. Salzgitter baut mit der HKM gerade Deutschlands größten Elektro-Lichtbogenofen, und jeder weitere Ofen vergrößert die Rohstoffbasis von Befesa.
Befesa verdient nicht trotz der Stahlwende, sondern wegen ihr: Jeder neue Elektroofen in Europa ist ein Zulieferer, der nichts kostet.
— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Solider unterwegs als vor einem Jahr
Was bedeutet das für europäische Entscheider?
Versorgungssicherheit wird zum Geschäftsmodell. Der EU Critical Raw Materials Act verlangt, dass Europa bis 2030 ein Viertel seines Bedarfs an strategischen Rohstoffen aus Recycling deckt. Zink und Sekundäraluminium aus heimischem Abfall senken die Importabhängigkeit, wie sie Europa bei Nickel längst spürt.
Urban Mining ist dabei kein Einzelfall. Auch Aurubis hat in Hamburg eine weltweit einmalige Anlage für strategische Metalle eröffnet, und Recycler werden so von der Kostenstelle zum Rohstofflieferanten. Für Einkäufer heißt das, Sekundärquellen früh zu sichern, bevor die CRMA-Quoten ab 2030 greifen.
Quelle
[1] Befesa S.A.: Ergebnisbericht zum zweiten Quartal und ersten Halbjahr 2026, 29. Juli 2026. ↩
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