TKMS unterzeichnet den größten Überwasserauftrag seiner Geschichte: 6,3 Milliarden Euro für vier Fregatten der Klasse MEKO A-200 DEU, mit einer Option auf vier weitere. Der Auftrag füllt das Auftragsbuch des frisch von thyssenkrupp abgespaltenen Konzerns auf über 25 Milliarden Euro. Die Werft übergibt die erste Fregatte im Dezember 2029 an die Deutsche Marine.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenVier MEKO-Fregatten für 6,3 Milliarden Euro: Mit der Unterschrift verbucht TKMS den größten Auftrag über Überwasserschiffe in der Firmengeschichte. Der Bund hatte die Mittel im Juli 2026 freigegeben. Seit Februar wächst der erste Rumpf in einer Bremerhavener Werft.[1] Für die Deutsche Marine steht dahinter eine dringende Lücke bei der U-Jagd.
Das Wichtigste in Kürze
- 6,3 Milliarden Euro für vier Fregatten der Klasse MEKO A-200 DEU, dazu eine Option auf vier weitere Schiffe
- Größter Überwasserauftrag der TKMS-Geschichte, das Auftragsbuch wächst auf über 25 Milliarden Euro
- Freigabe der Mittel durch den Haushaltsausschuss im Juli 2026, erste Übergabe an die Marine im Dezember 2029
- Ersatz für das gestrauchelte Programm F126, Schwerpunkt liegt auf der U-Jagd
Warum ein bewährter Baukasten statt einer Neuentwicklung?

Bewährter Baukasten: Die Klasse MEKO A-200 ist keine Neukonstruktion, sondern eine erprobte Exportplattform, die bereits für Südafrika, Algerien und Ägypten vom Stapel lief. Der modulare MEKO-Baukasten trennt Rumpf und Waffensysteme in austauschbare Module. Diese Bauweise senkt Bauzeit, Kosten und technisches Risiko.
Lehre aus F126: Am eigenen Anspruch war das Vorgängerprogramm F126 gescheitert, dessen aufwendige Sonderkonstruktion mit Verzögerungen und steigenden Kosten kämpfte. Mit dem Griff zur fertigen Plattform kauft die Marine Planungssicherheit statt einer weiteren Entwicklungswette. Rheinmetall drängt derweil mit der GMF140 erstmals selbst in den Marineschiffbau.
Was bedeutet der Auftrag für TKMS und den Standort?
Volles Auftragsbuch: Mit den 6,3 Milliarden Euro klettert der Auftragsbestand von TKMS auf über 25 Milliarden Euro. Für den Konzern, der sich 2025 von thyssenkrupp gelöst hat und seither eigenständig an der Börse steht, rechtfertigt der Auftrag den Schritt in die Eigenständigkeit.
Rüstungsboom im DACH-Raum: Der Auftrag reiht sich in eine Serie voller Auftragsbücher ein. Hensoldt verdoppelte seinen Auftragseingang im Halbjahr auf 2,8 Milliarden Euro, und auch Rheinmetall bucht einen 155-mm-Großauftrag nach dem anderen. TKMS selbst steht parallel vor Indiens größtem U-Boot-Auftrag. Gebaut werden die ersten Rümpfe seit Februar 2026 in Bremerhaven. Die Übergabe der ersten Fregatte an die Marine ist für Dezember 2029 geplant.
Der Auftrag zeigt, wohin die Zeitenwende das Geld lenkt: in bewährte Plattformen statt in riskante Prestigeprojekte. TKMS beweist damit, dass ein abgespaltener Konzern schneller liefern kann als das gescheiterte Programm F126.
— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Wie viel Software steckt in einer modernen Fregatte?
Software an Bord: Der Kampfwert einer U-Jagd-Fregatte hängt heute vor allem an der vernetzten Sensorik und am Führungssystem, das Sonardaten in Echtzeit auswertet. Der Stahlrumpf ist dabei nur noch die Plattform. Der eigentliche Wettbewerb im Marineschiffbau verschiebt sich damit vom Rumpf zur Software.
Sektor unter Strom: Diesen Trend zeigt die ganze Branche. Unter dem Stichwort Software-Defined Defence rüstet Hensoldt bestehende Plattformen per Software nach. Für die MEKO-A-200-DEU-Boote heißt der Wandel: Ihr Wert hängt über Jahrzehnte an Updates, nicht allein an der Werftqualität.
Der Kern des Auftrags
Ersatz für das gestrauchelte Programm F126, gebaut seit Februar 2026 in Bremerhaven, Schwerpunkt auf der U-Jagd im modularen MEKO-Baukasten.
Ausblick: Für Zulieferer und Technologiepartner im DACH-Raum lohnt der genaue Blick auf die MEKO-Vergabe, denn die Option auf vier weitere Schiffe hält den Auftrag über Jahre offen. Anbieter von Sensorik, Antrieben oder Führungssoftware sollten die Lieferkette jetzt sondieren.
FAQ: TKMS bucht 6,3 Milliarden Euro für vier MEKO-Fregatten
Was ist die Fregatte MEKO A-200 DEU?
Die MEKO A-200 DEU ist eine Fregatte für die U-Jagd, die TKMS für die Deutsche Marine baut. Sie beruht auf der modularen MEKO-Bauweise, die Schiffsrumpf und Waffensysteme in austauschbare Bausteine trennt und bereits als Exportplattform für Südafrika, Algerien und Ägypten diente.
Wie viele Fregatten bestellt die Deutsche Marine?
Die Deutsche Marine bestellt zunächst vier Fregatten der Klasse MEKO A-200 DEU. Der Bauvertrag enthält zusätzlich eine Option auf vier weitere Schiffe, sodass insgesamt bis zu acht Einheiten entstehen können.
Was kostet der TKMS-Fregattenauftrag?
Der Auftrag über die ersten vier Fregatten hat ein Volumen von rund 6,3 Milliarden Euro. Mit diesem Abschluss steigt das gesamte Auftragsbuch von TKMS auf über 25 Milliarden Euro. Damit ist es der größte Überwasserauftrag in der Geschichte des Konzerns.
Warum ersetzt die MEKO A-200 das Programm F126?
Das Vorgängerprogramm F126 kämpfte als aufwendige Sonderkonstruktion mit Verzögerungen und steigenden Kosten. Mit der erprobten Exportplattform MEKO A-200 setzt die Marine auf ein geringeres technisches Risiko und mehr Planungssicherheit statt auf eine weitere Neuentwicklung.
Wann bekommt die Marine die erste MEKO-Fregatte?
Die Übergabe der ersten Fregatte an die Deutsche Marine ist für Dezember 2029 geplant. Der erste Rumpf entsteht bereits seit Februar 2026 in einer Werft in Bremerhaven.
Quelle
[1] Bundeswehr: „Neue Fregatten des Typs MEKO A-200 DEU für die Marine“
Mehr Newshunger?
- Rheinmetall bucht den nächsten 155-mm-Großauftrag, doch der Engpass sitzt im Pulver
- Hensoldt verdoppelt den Auftragseingang im Halbjahr auf 2,8 Milliarden Euro
- Über 2.000 Stück im Jahr: RENK verdreifacht die Panzergetriebe-Produktion bis 2030
- TKMS und Fincantieri schmieden eine europäische U-Boot-Allianz
- Fregatte Bayern: Warum Rheinmetall ein 30 Jahre altes Kriegsschiff modernisiert
- TKMS zieht sein Angebot für German Naval Yards zurück, Rheinmetall bleibt allein im Rennen