NVIDIA und Unitree stellen die erste offene Humanoid-Referenzplattform vor. Forschungslabore bekommen Körper und Software aus einer Hand, doch die Herkunft des Chassis wirft Fragen auf.

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NVIDIA bündelt Körper und Steuerung eines Humanoiden in einem geprüften Bausatz. Auf der GTC Taipei kündigte NVIDIA am 1. Juni 2026 den Isaac GR00T Reference Humanoid Robot an, das erste offene Referenzdesign auf Basis von NVIDIA Jetson Thor und der offenen Isaac-GR00T-Plattform.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das System kombiniert einen Unitree H2 Plus, fünffingrige Sharpa-Wave-Hände, NVIDIA Jetson Thor als Rechenkern und die offene Isaac-GR00T-Software.
  • Der H2-Körper misst knapp 1,8 Meter, wiegt rund 68 Kilogramm und bietet 31 Freiheitsgrade.
  • Forschungseinrichtungen wie Ai2, die ETH Zürich, das Stanford Robotics Center und das ARC Lab der UC San Diego setzen das Design ein.
  • Der Referenzroboter soll im Oktober 2026 bei Unitree verfügbar werden, der GR00T-Workflow für den Unitree G1 folgt auf GitHub und Hugging Face.

Die Bündelung von Körper und Gehirn in einem validierten Paket adressiert ein altes Problem der Robotik-Forschung. Statt Monate in die Integration zu stecken, sollen Teams direkt mit dem Training von Fähigkeiten beginnen.

Was die Plattform für Forschungslabore ändert

Bislang mussten Teams Hardware, Software und Datenpipelines mühsam selbst zusammenfügen. Rev Lebaredian, bei NVIDIA für die Simulation physischer KI zuständig, beschreibt das Ziel als Ausweg aus genau diesem Flickwerk. Mit der Referenzplattform rückt der Einstieg in die Humanoid-Forschung von den größten Konzernen hin zu jedem Labor. Die Mitteilung im NVIDIA-Newsroom vom 1. Juni 2026 listet die beteiligten Institute und die Komponenten auf.

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Die Standardisierung senkt die Hürde, transportiert aber eine Abhängigkeit. Das Chassis stammt vom Hangzhouer Hersteller Unitree, die taktilen Hände von der Singapurer Firma Sharpa. US-Labore mit staatlicher Förderung stehen damit vor einer Beschaffungsfrage, zumal in Washington ein Gesetzentwurf gegen chinesische Spionagetechnik anhängig ist. Für europäische Einrichtungen verschiebt sich die Abwägung zwischen offenem Zugang und Souveränität in der Lieferkette.

Eine offene Referenzplattform senkt die Einstiegshürde enorm. Dass der Körper aus China kommt, macht die Souveränitätsfrage in der Robotik plötzlich sehr konkret.

— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web

Für europäische Labore lohnt der Blick auf Alternativen wie GENE.01, Europas taktilen Humanoiden. Die Vereinheitlichung des Software-Stacks dürfte das Tempo der Modellverbesserung branchenweit erhöhen, unabhängig davon, wessen Körper darunter steckt.


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