Chinas führende KI-Chip-Hersteller drehen an der Preisschraube. Huawei und Cambricon verlangen für ihre KI-Beschleuniger derzeit 20 bis 50 Prozent mehr als noch vor zwei Monaten, wie die Nachrichtenagentur Reuters aus dem chinesischen Chipmarkt berichtet. Hinter dem Aufschlag steckt kein reines Preisdiktat, sondern ein weltweiter Engpass beim Hochleistungsspeicher.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Huawei hebt den Preis seines Spitzenchips Ascend 950DT auf über 250.000 Yuan (rund 32.000 Euro), der ältere Ascend 910C klettert auf über 110.000 Yuan (rund 14.000 Euro).
  • Cambricon verteuert seinen nächsten Chip, intern „690″, um 20 bis 30 Prozent gegenüber dem Stand von vor zwei Monaten.
  • Auslöser ist der Mangel an High-Bandwidth-Memory (HBM); die US-Ausfuhrkontrollen schneiden Chinas Hersteller zusätzlich vom fortschrittlichsten Speicher ab.
  • Der Speicher-Superzyklus trifft auch den DACH-Raum: Die DRAM-Preise stiegen zuletzt um 50 bis 90 Prozent je Quartal, HBM ist bis Ende 2026 ausverkauft.

Welche Chips wie viel teurer werden

Ein goldener Chip unter einer Glasglocke auf einem Sockel mit dem Aufdruck „HBM“ und ein Schild mit „+50 %“
Huaweis Ascend-Chips verteuern sich massiv: Der Spitzenchip 950DT kostet über 32.000 Euro, das Modell 950PR stieg von 7.700 auf über 10.000 Euro

Huawei zieht quer durch seine Ascend-Reihe an. Der Spitzenchip Ascend 950DT, laut Huaweis eigener Roadmap ab dem vierten Quartal 2026 verfügbar,[1] wird inzwischen mit über 250.000 Yuan gehandelt, umgerechnet rund 32.000 Euro (Stichtag 10. September 2026, ein Yuan rund 0,128 Euro). Das kleinere Modell 950PR kletterte seit Jahresanfang von etwa 60.000 auf über 80.000 Yuan (rund 10.000 Euro), der ältere Ascend 910C von rund 90.000 auf über 110.000 Yuan (rund 14.000 Euro).

Auch Cambricon, das seinen Umsatz zuletzt vervielfachte, hat seinen nächsten Chip mit dem internen Namen „690″ 20 bis 30 Prozent über dem Niveau von vor zwei Monaten angesetzt. Über beide Hersteller hinweg reicht der Aufschlag je nach Vertrag bis zu 50 Prozent. Dieses Tempo kannte der chinesische Chipmarkt zuletzt bei importierten Nvidia-Karten, nicht bei heimischer Ware.

Warum ausgerechnet der Speicher die Preise treibt

Der eigentliche Hebel sitzt nicht im Rechenwerk, sondern im Speicher. Moderne KI-Beschleuniger stapeln teuren High-Bandwidth-Memory direkt neben dem Chip, ohne diesen Speicher bleibt jede Recheneinheit unterversorgt. Genau der HBM ist global knapp und wird für Chinas Hersteller doppelt teuer, weil die US-Ausfuhrkontrollen sie vom fortschrittlichsten Speicher der Marktführer SK Hynix, Samsung und Micron abschneiden.

Zugleich zieht die heimische Nachfrage an. Seit Peking den Kauf von Nvidia-Beschleunigern mit Sicherheitsbedenken ausbremst, ordern DeepSeek und ByteDance ihre Rechenleistung bei Huawei. Allein DeepSeek bestückte sein neues Rechenzentrum mit 160.000 Ascend-Chips. Ein knappes Angebot trifft so auf eine Nachfrage, die kaum ausweichen kann, und beschert den heimischen Anbietern eine Preismacht, die ihnen die Sanktionen ungewollt verschafft haben.

Die Ausfuhrkontrollen sollten Chinas KI-Ausbau bremsen. Stattdessen verschaffen sie Huawei und Cambricon zu Hause eine Preismacht, die sie am Weltmarkt nie hätten.

— Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web

Was der Speicher-Superzyklus für DACH bedeutet

Der Aufschlag in China ist nur die sichtbarste Zacke eines globalen Speicher-Superzyklus. Weil KI-Rechenzentren 2026 bis zu 70 Prozent der weltweiten Speicherproduktion beanspruchen, schnellten die DRAM-Preise laut dem Marktforscher TrendForce zuletzt um 50 bis 90 Prozent je Quartal nach oben, HBM ist bis Ende 2026 ausverkauft. Denselben Sog spüren deutsche Firmen längst: Der Speicherboom hat bereits die Handypreise erreicht, und Konzerne wie Tencent sichern sich Speicher auf Vorrat.

Für Entscheider im DACH-Raum verschiebt sich damit die Rechnung. Server, KI-Rechenzeit oder ganze Cloud-Kapazitäten für 2026 und 2027 lassen sich nur noch mit Speicher als eigenem Kostentreiber kalkulieren, Beschaffung und Budget gehören früher festgezurrt als üblich. Auch souveräne KI-Projekte in Europa, von Mistral bis zu den geplanten KI-Gigafactories, hängen am selben knappen HBM wie Huaweis Ascend.

Chinas KI-Chip-Preise und der Speichermangel

Warum Huawei und Cambricon im September 2026 aufschlagen

über 32.000 €
Preis für Huaweis Spitzenchip Ascend 950DT, umgerechnet aus über 250.000 Yuan
bis 50 %
Aufschlag auf Huawei- und Cambricon-KI-Chips gegenüber Juli 2026
+50 bis 90 %
Anstieg der DRAM-Speicherpreise je Quartal weltweit
Auslöser ist der Mangel an High-Bandwidth-Memory (HBM): 2026 beanspruchen KI-Rechenzentren bis zu 70 Prozent der weltweiten Speicherproduktion, der Speicher ist bis Jahresende ausverkauft. Die US-Ausfuhrkontrollen schneiden Chinas Hersteller zusätzlich vom fortschrittlichsten Speicher ab.

Quelle

[1] Huawei: „Groundbreaking SuperPoD Interconnect: Leading a New Paradigm for AI Infrastructure“ (Keynote zur Ascend-Roadmap)

Warum werden Huaweis und Cambricons KI-Chips teurer?

Beide Hersteller geben höhere Kosten weiter und nutzen ihre Marktmacht. Der teure Hochleistungsspeicher HBM ist knapp, und weil Peking den Kauf von Nvidia-Chips ausbremst, weicht die heimische Nachfrage auf Huawei und Cambricon aus. Angebot und Nachfrage treiben die Preise so um 20 bis 50 Prozent nach oben.

Wie stark steigen die Preise konkret?

Huaweis Spitzenchip Ascend 950DT wird mit über 250.000 Yuan (rund 32.000 Euro) gehandelt, der 950PR stieg auf über 80.000 Yuan, der 910C auf über 110.000 Yuan. Cambricons nächster Chip liegt 20 bis 30 Prozent höher als vor zwei Monaten. Über beide Firmen reicht der Aufschlag bis zu 50 Prozent.

Was hat der HBM-Speicher damit zu tun?

KI-Beschleuniger brauchen High-Bandwidth-Memory direkt am Chip. Dieser Speicher ist weltweit ausverkauft, weil KI-Rechenzentren den Großteil der Produktion abnehmen. US-Ausfuhrkontrollen schneiden Chinas Hersteller zusätzlich vom fortschrittlichsten HBM ab, was ihre Kosten weiter erhöht.

Was bedeutet der Speichermangel für Unternehmen in Deutschland?

Der Superzyklus ist global: DRAM-Preise stiegen zuletzt um 50 bis 90 Prozent je Quartal. Wer Server, KI-Rechenzeit oder Cloud-Kapazität einkauft, sollte Speicher als eigenen Kostentreiber einplanen und Budgets sowie Beschaffung für 2026 und 2027 früh festzurren.

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